Tag 2: Grenz-Erlebnisse und Lviv, Stadt mit Flair und Leid
„Das Wichtigste wäre allerdings das Gefühl, nicht vergessen zu werden“
Gräber der Gefallenen auf dem Ehrenfeld („Mars Field“) (Foto: Jan van Egmond)
Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
Die letzten Kilometer sind wir von Rzeszów über eine fast leere Autobahn gefahren. Was wir noch nie erlebt haben: keine Warteschlangen an der Grenze. Man konnte bemerken, dass der Zollbeamte wegen der Kälte draußen alles schnell abwickeln wollte.
(Jan van Egmond & Andrew Joy)
Aber ja, ein bisschen dauerte es doch, weil für die polnischen Zollbeamten ein Australier, der in die Ukraine einreisen wollte, sehr ungewöhnlich war. Mit einem extra Foto und Fingerabdrücken waren sie dann doch zufrieden.
Unterwegs auf der leeren Autobahn (Foto: Andrew Joy)
Aber dann: Tja, wir hatten den Motor ausgemacht, aber die Heizung laufen lassen und leider war die Batterie schon etwas älter …
„Das Wichtigste wäre allerdings, das Gefühl nicht vergessen zu werden“
Tag 1: Die ungefähre Reiseroute als Screenshot von Openstreetmap (Grafik: zoom)
Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
Wir haben uns entschieden, am ersten Tag, kurz vor der Ukrainischen Grenze einen Zwischenstopp zu machen, weil das eigentliche Programm erst ab Montag beginnt.
(Jan van Egmond)
In Winterberg sind wir bei bei plus 1 °C früh gestartet, denn vor uns lagen 1.126 Kilometer. Alle 100 Kilometer Richtung Osten wurde es ungefähr 1 Grad kälter. In Rzeszów, im Osten von Polen, bei unserem ersten Stopp herrschten minus 10 °C.
Jan vor einem Reitermonument (Josef Pilsudski) in Rzeszów. (Foto: Andrew Joy)
Der eisige Wind sorgte dafür, dass wir nur einen sehr kurzen Rundgang durch das Zentrum diese schönen Kleinstadt unternommen haben und dann wieder schnell die Wärme in unserem Hotel aufsuchten.
Wie kalt wird es dann erst in Ukraine sein? Für dort zeigt uns unsere Wetter App eine Temperatur von minus 17 bis 22 °C an. Wir werden es morgen erfahren, wenn wir die letzten 200 Kilometer bis zu unserem Ziel in Lviv zurückgelegt haben.
Goethe schaut in den verschneiten Stadthallengarten (foto: zoom)
Der Sonntag neigt sich dem Ende zu. Ich sichte die Fotos des Kassel-Ausflugs. Für thematische Ausflüge reicht die Zeit heute nicht mehr. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
In meinem alten Faust I/II plus Urfaust schlage ich zufällig die Seite 92 auf. Die Zeilen passen noch nicht, aber wartet nur ein paar Wochen. Ich freue mich schon.
Faust: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zug sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur;
Quelle: Johann Wolfgang Goethe, Faust, Berlin und Weimar, 4. Auflage 1977
„Das Wichtigste wäre allerdings, das Gefühl nicht vergessen zu werden“
Es kann losgehen. Der Caddy ist vollgepackt mit Spendenkisten. (Foto: Jan van Egmond)
Ab heute wird Jan van Egmond vom Winterberger Verein Kippepeo regelmäßig über seine Reise gemeinsam mit Andrew Joy in die Ukraine berichten. Ich bin schon sehr gespannt. Heute erscheint dieser Artikel Nr. 0, morgen soll es los gehen.
Ist die Ukraine weit weg oder liegt sie nahebei? Morgen fahre ich nach Lviv, der westlichsten Stadt in der Ukraine. Die Luftlinie von Winterberg sind 1.104,23 Kilometer. So jedenfalls zeigt es mir das Internet an. Die Fahrstrecke beträgt 1.280 km, also weit weg, aber doch auch so nahebei.
(Jan van Egmond)
Mit meiner Frau und mit weiteren Mitreisenden habe ich seit dem russischen Angriff schon sieben Mal die Ukraine besucht.
Warum wir da immer hin fahren? Weil es uns nicht loslässt, wenn wir häufig daran denken, wie es wäre, wenn unsere eigenes Land so angegriffen werden sollte und weil der Krieg in der Ukraine gar nicht weit weg ist von unserem Wohnort und weil wir da so viel Leid gesehen haben und liebe Menschen kennengelernt haben.
Heute packen wir der letzte Sachen in unseren Caddy. Es wird sehr kalt werden, nächste Woche in der Ukraine.
Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse als Sammlung erschienen
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat Anfang November 2025 der Öffentlichkeit eine Denkschrift über Krieg und Frieden präsentiert. Seitdem will die Kritik einfach nicht mehr verstummen. Die hier angezeigte Sammlung erschließt 35 Stellungnahmen und Originalbeiträge zum neuen militärnahen EKD-Kurs aus kirchlichen Initiativen, Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis.
(Solidarische Kirche im Rheinland / Ökumenisches Institut für Friedenstheologie)
Die Journalistin und Schriftstellerin Bascha Mika schreibt in der Frankfurter Rundschau zum jüngsten Dokument der protestantischen Kirchenleitung: „… die gefährliche Anbiederung an die Macht scheint kein Tabu mehr. Deutlich zeigt sich das in der Haltung zu Atomwaffen. Hier eiert die Denkschrift atemberaubend herum, um irgendwie christlich und dennoch staatsloyal daherzukommen … Statt Bewahrung der Schöpfung die mögliche Vernichtung der Welt als christliche Risikooption? … Wo bleibt die Verantwortung der Kirche als Gegenkraft, die es angesichts der fortschreitenden Militarisierung der Gesellschaft bräuchte? Wo ist der christlich-ideelle Überschuss für eine gewaltfreie Welt? Stattdessen legt der Rat ein Grundsatzpapier mit realpolitischem Visionsverlust vor. Und ein protestantisches Manifest, das die Kirche weiter in den selbstverschuldeten Bedeutungsschwund treibt“ (FR, 12.11.2025).
Wichtiger Erfahrungsaustausch – Treffen sollen in Zukunft einmal jährlich stattfinden
Nico Brinkmann (Bildmitte) mit den Besuchern auf der „Erlebnis-Brücke“ (Foto: Seniorenbeirat)
Winterberg/Meschede. Zu einem Gedankenaustausch war der Seniorenbeirat Meschede in der vergangenen Woche erstmalig nach Winterberg gekommen. Walter Hoffmann (Winterberg) begrüßte die Delegation bei sonnigem Wetter auf der „Panorama Erlebnis-Brücke“.
(Pressemitteilung Seniorenbeirat Winterberg)
Nico Brinkmann – Geschäftsleitung „Erlebnisberg Kappe“ – zeigte den Seniorinnen und Senioren auf der Brücke die vielen Attraktionen, die in den letzten Jahren auf dem großen Gelände entstanden sind: Sommerrodelbahn, Kletterwald, Kappi`s Spielplatz, Picknickgelände, Abenteuergolf-Anlage, Bikepark, Hostel, Panorama Cafè/Restaurant und die Wintersport-Anlagen.
Bei der anschließenden Gesprächsrunde im Panorama-Café begrüßte Bürgermeister Michael Beckmann die Gäste. Er berichtete über die wichtigsten Herausforderungen und die aktuellen Entwicklungen in der Stadt. Genannt seien hier die neue Raumgestaltung der Verbundschule Siedlinghausen (demnächst Grundschule mit Ganztagsbetreuung),, der Anbau für das Gymnasium (G8/G9 – erweitern für rd. 100 Schüler – Kosten ca. 19 Millionen Euro), die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum (Projekte in Niedersfeld und in der Kernstadt) sowie die Entwicklung neuer nachhaltiger touristischer Angebote (barrierefreier Ausbau des Schmantelrundwegs).
Entspannte Gesprächsrunde mit Bürgermeister Michael Beckmann (links) im „Panorama-Café“ (Foto: Seniorenbeirat)
Ausführlich wurde über die Veranstaltungen und Projekte der beiden Seniorenbeiräte gesprochen. Dabei zeigten sich viele Gemeinsamkeiten bei der Gestaltung der jeweiligen Angebote. Dazu gehören Vorträge aus dem Gesundheitsbereich, das Senioren-Kino, der „Digitaltreff“ (Unterstützung beim Umgang mit Smartphone und Tablet), gesellige Nachmittage (Klönnachmittage) und die wichtige Kontaktpflege zu den Wohlfahrts- und Sozialverbänden.
Der Mescheder Beirat regte zusätzliche Aktivitäten wie Seniorensprechstunden oder Einladungen zu einem Senioren-Frühstück an.
Über organisatorische Schwierigkeiten und Erlebnisse bei den jeweiligen Veranstaltungen in den beiden Städten tauschten sich die Senior*innen ebenfalls aus. Als ausbaufähig bis schwierig stellten sich die Kommunikation (Pressearbeit) und die Schaffung barrierefreier Zugänge in öffentlichen Gebäuden heraus. Defizite gebe es bei der oft fehlenden Beratung in sozialen und rechtlichen Fragen (Pflege und Behinderung). Auch sei die Zusammenarbeit mit den Behörden (u.a. HSK-Gesundheitsamt) nicht immer zufriedenstellend.
Zum Abschluss der Gespräche waren sich alle Teilnehmer*innen einig: Die Treffen sollen einmal jährlich stattfinden und somit den wichtigen Erfahrungsaustausch fortsetzen.
„Das ist zweckdienlich für alle Mitglieder in den beiden Gremien“, betonte der Vorsitzende Walter Hoffmann (Winterberg). Er bedankte sich bei allen Anwesenden für den konstruktiven Gedankenaustausch an diesem Nachmittag.
Der Klimawandel bzw. die Klimakrise scheint inzwischen aus der öffentlichen Debatte verdrängt worden zu sein.
Ich habe bewusst „scheint“ geschrieben, denn die sogenannten „Klimaleugner*innen“ stellen durchaus nicht die Mehrheit unserer Gesellschaft dar. Sie schreien einfach nur lauter ihren Unfug in die Welt hinaus.
Gleichzeitig hat es sich die jetzige Regierung anscheinend zur Aufgabe gemacht, die Klimakrise kleinzureden und die Fossilwirtschaft zu befeuern. Die Medien machen zu großen Teilen mit.
Zeit also, sich dem Thema erneut inhaltlich zuzuwenden und die altbekannten Kenntnisse aufzufrischen.
Unter dem Vortragsvideo von Stefan Rahmstorf bei Youtube heißt es:
„Am Donnerstag, dem 27. November 2025, lud die Grüne Fraktion im Bayerischen Landtag zum Bayerischen Klimaempfang 2025. Unter dem Leitmotiv „Zehn Jahre Paris – Zukunft braucht jetzt Mut!“ versammelten sich rund 300 engagierte Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Senatsaal des Maximilianeums. In seinem Vortrag zeigte PIK-Wissenschaftler Dr. Stefan Rahmstorf eindrücklich, mit welchen unwissenschaftlichen Behauptungen wir zunehmend konfrontiert sind und wie gefährlich die wachsende Klimaleugnung ist. Seine Botschaft war unmissverständlich: Wir kennen die Fakten, wir kennen die Lösungen – jetzt braucht es entschlossenes Handeln.“ (Hervorhebung zoom)
Alles halb so wild. Schnee im Wohngebiet (foto: zoom)
Heute Morgen zeigt das Außenthermometer plus 3 °Celsius. Es fällt feuchter Schnee, der sich nur schwer zur Seite schüppen lässt. Zum Glück ist die Menge überschaubar. Unseren Teil des Gehwegs habe ich geräumt. Alles halb so wild.
Meine DWD-Warnwetter-App zeigt für die Kernstadt Winterberg auch in den nächsten Tagen Temperaturen um den Gefrierpunkt an. Das bedeutet erstens, dass der Schnee wahrscheinlich liegenbleibt und zweitens, dass die Tourist*innen am Wochenende in Winterberg einfallen werden.
Für mich heißt es: Meide die Kernstadt Winterberg und antizipiere die möglichen Staus. Wenn die Blechlawine über Olsberg, Assinghausen und Niedersfeld nach Winterberg rollt, ist es bspw. schwer von der L 742 auf die B 480 einzubiegen.
Das Chaos scheint vorprogrammiert, aber unsere Lokalzeitung hat gute Nachrichten, wie Winterberg den Übertourismus in den Griff bekommen will:
Screenshot: Schlagzeile aus der Westfalenpost von gestern oder vorgestern
„Man muss mit dem Chaos leben“ – das ist mal eine ehrliche Ansage, statt der vielen Versprechungen (Verkehrsleitsysteme, mehr Parkraum, Eigenverantwortung der Tourist*innen, usw.), die das Chaos der vergangenen Jahre nicht haben in den Griff bekommen können.
Die Hauptsache ist: diejenigen, die im Winterchaos Geld verdienen, tun das weiterhin und diejenigen, die das Chaos veranstalten, nämlich die Tourist*innen, geben weiterhin ihr Geld in Winterberg aus.
Einnahmen + Ausgaben = Chaos
Das Komplement zu Chaos ist übrigens Kosmos. Ich wünsche euch ein geruhsames Wochenende.
Die Zentrale Namenkartei (ZNK) ist ein wichtiges Archivsystem der Arolsen Archives. Sie umfasst rund 50 Millionen Hinweiskarten, die Informationen zu etwa 17,5 Millionen Menschen enthalten. Die ZNK war über viele Jahrzehnte das wichtigste Arbeitsmittel bei der Suche nach Informationen über NS-Opfer und deren Schicksale. (Bild: ArolsenArchives)
Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Mit dem Gedenktag wird an die Verbrechen des Holocaust erinnert. Zugleich stellt sich die Frage, wie Erinnerung heute gestaltet und historisches Lernen gelingen kann.
Junge Menschen eignen sich Wissen zunehmend über digitale Formate und soziale Medien an. Daher ist es wichtig, Erinnerungskultur auch in diesen digitalen Lebenswelten zu verankern und pädagogisch zu begleiten.
Die Arolsen Archives stellen Bildungsangebote vor, die Pädagog*innen konkrete Möglichkeiten bieten, digitale Inhalte zum Thema Shoah im Unterricht einzusetzen – als zeitgemäßen Einstieg und Anlass für vertiefende, kritische Reflexion.
Rutschgefahr! Verschneite Fußgängerbrücke über die Namenlose in Siedlinghausen (foto: zoom)
Ich habe mich nie um Alt-Texte für meine Bilder im Blog gekümmert. Das soll sich ab heute ändern.
Wikipedia: „Ein Alt-Text (kurz für Alternativtext) ist eine kurze Bildbeschreibung oder eine kurze sprachliche Übersetzung eines visuellen Inhalts im Internet, die blinden Benutzern von Hilfsmitteln wie Screenreadern anstelle des Bildes vorgelesen wird. Alt-Texte sind eine wichtige Bedingung für ein barrierefreies Internet. Sie können jedoch auch anstelle des Bildes im Browser angezeigt werden, wenn z. B. die Internetverbindung zu langsam ist, um das Bild zu laden, oder wenn Bildanzeige zum beschleunigten Laden oder Einsparen von Datenvolumen deaktiviert ist, sowie von textbasierten Browsern.“
Alt-Texte würden also die Blog-Barrieren für Menschen mit Sehbehinderungen zumindest senken.
Bei den beiden Schnee-Bildern von heute habe ich im Hintergrund in der WordPress-Mediathek fleißig Text eingegeben.
Mein Problem: Ich sehe keine Veränderung im Front-End, also im sichtbaren Blogartikel. Ob Screenreader diesen Text auslesen, kann ich nicht sagen, denn ich habe ein solches Hilfsmittel nicht.
Ich hatte gedacht, dass der Alt-Text eventuell beim Überfahren des Bildes mit der Maus sichtbar wird.
Vielleicht nutzt jemand der Blogleser*innen einen Screenreader und kann mir mitteilen, ob ein Alt-Text vorhanden ist.
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