Beamten-Bashing bei Oliver Welke? Einmal gönne ich mir das. Einmal … aus Gründen.

Schenkelklopfen und Entlastungslachen. Das Ablachen bei der Heute Show nützt zwar nichts, aber einmal gönne ich mir das.

Was tun?

Fundstücke: Die Zombiemacher – ein Beitrag zum Zustand der Funke Mediengruppe

Heute bin ich auf einen interessanten Beitrag zum Zustand der Funke Mediengruppe gestoßen: Die Zombiemacher.

Darauf aufmerksam gemacht hat mich das Blog Doppelwacholder, erschienen ist der Artikel im Freitag und auf dem Blog des Autors Simon Schaffhöfer.

Die Quellen sind genannt, worum geht es? Der Beitrag sollte uns interessieren, denn auch unsere Westfalenpost gehört zur Funke Mediengruppe.

„Die Geschichte der Funke-Gruppe ist eine beispiellose Erzählung von Einsparungen, Zusammenlegungen und Verschlankungen. Jeder, der im Laufe der Jahrzehnte für Funke gearbeitet hat, kann seine eigene erzählen. Uli Thormählen hat gleich mehrere Geschichten. Er könnte sie selbst schreiben, fast 30 Jahre war er Redakteur der Westfälischen Rundschau (WR). Aber Thormählen schreibt nicht mehr, inzwischen ist er Altenpfleger. Er hat sich so weit vom Journalismus verabschiedet, dass es nicht mehr wehtut, sagt er.

Als Uli Thormählen in den 1980er Jahren als Sportredakteur in Hagen beginnt, gehört die WR bereits zur WAZ-Gruppe, dem Vorläufer der Funke-Mediengruppe. Jahre zuvor hatte die WAZ, einst selbst eine reine Lokalzeitung, mehrere Konkurrenzblätter aufgekauft. In den 1980er Jahren leistet sie sich fünf komplette Mantelredaktionen im Ruhrgebiet, plus mindestens zwei Lokalredaktionen in jeder der 53 Kommunen. Inhaltlich bleiben die Zeitungen dennoch unabhängig. „Die goldene Zeit der Redaktionen“, nennt Thormählen das.

Mit dem Zeitungssterben beginnen auch die Einsparungen. 2006 löst die WAZ-Gruppe die Sport-Lokalredaktion der WR in Hagen auf. Die Idee ist simpel: Statt eigene Mitarbeiter zu beschäftigen, kauft die WAZ künftig den Sportteil der Konkurrenz ein und vertreibt ihn im gewohnten WR-Layout als eigenen Inhalt. Lediglich die Autorenkürzel ändern sich. Der Leser merkt davon beinahe nichts.“

Alles lesen: https://simonschaffhoefer.wordpress.com/2017/11/11/die-zombiemacher/

Freitag Abend in Siedlinghausen: zunehmender Mond und irgendwas mit Heimat

Heute Abend auf dem Waldweg zwischen Kriegerdenkmal und Schnickemühle in Siedlinghausen (foto: zoom)

Heute Abend habe ich mich noch einmal aufgerafft, um zur Pommesbude (Eck-Bistro) im Ort hinunterzugehen und das Magazin „Heimatliebe“ zurückzubringen.

Ich durfte mir das Teil gestern ausleihen, um es in Ruhe zu Hause durchzublättern. Habe ich gemacht, Rezension folgt später.

„Heimatliebe“ – anscheinend entdecken zur Zeit viele Menschen ihre Liebe zur Heimat, während andere keine Heimat haben.

So das heimattümelnde WOLL-Magazin. Darinnen wird das Sauerland auch sehr lieb gehabt.

Unsere Heimatzeitung, die Westfalenpost, liebt die Heimat; die Anzeigenblätter hier und dort sowieso und Radio Sauerland ganz bestimmt.

Der Heimat-Hype marschiert.

Selbst die im Sauerland vor nicht allzu langer Zeit gehassten Grünen -im Sauerland Grüner zu sein hieß das gleiche wie in Bayern Kommunist zu sein- haben ihre Liebe zur Heimat entdeckt:

„Wir lieben dieses Land. Das ist unsere Heimat. Diese Heimat spaltet man nicht. Für diese Heimat werden wir kämpfen“, erklärte jüngst die Obergrüne Katrin Göring-Eckhardt.

Ich nehme weder den Zeitschriften noch den Politikern von links bis rechts die Heimatliebe ab. Man liebt seine Frau und seine Kinder. Die Zeitungen lieben die Anzeigenkunden.

Wenn Politiker von Heimatliebe reden, genießen sie den süßen Duft an den Fleischtöpfen der Macht.

Wichtiger als die falsche Liebe sind Gerechtigkeit, Vernunft und gute Gesetze.

Meine Heimat:

„J’y suis, j’y reste“, oder warum ich (k)eine Heimat habe.

Fast eine Blogpause … dann sind da aber noch die neue Website der Stadt Winterberg und die Frage der Westfalenpost zum Attentat in Altena

Duisburg: Erst stirbt die Industrie, dann rostet der Stahl und schließlich blüht die Phantasie. (foto: zoom)

Ich habe momentan kaum Zeit zu bloggen, aber zwei kleine Gedanken will ich heute Abend loswerden.

Die Stadt Winterberg hat ihre Website überarbeitet. Alles ist bunter, größer und überwältigender geworden. Die Lokalpresse schreibt:

„Neue Webseite für Winterberg setzt Fokus auf Emotionen“

Wie Nina Hagen schon 1978 feststellte: „Ist ja alles so schön bunt hier“.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4HLAfX1Xtwk

Nina Hagen hat damals noch TV geglotzt, heute, fast 40 Jahre später, würde sie Internet glotzen.

Mich interessiert das Ratsinformationssystem der Stadt Winterberg, die politische Schnittstelle zwischen BürgerInnen und Rat.

Alles schön bunt, aber es hat sich ansonsten nichts geändert.

Auf Facebook habe ich kommentiert:

„Die Unterlagen für den Bau- und Planungsausschuss am 4.12. sind nicht im Ratsinformationssystem eingestellt. Die Ratssitzung am 8.12 ist ebenfalls noch leer.

Ein Fortschritt wäre es wenn die Unterlagen des Ratsinformationssystems zugänglicher gemacht würden, wie es bspw. bei der Stadt Moers üblich ist.

https://www.moers.de/de/rathaus/offene-daten-moers/

Großformatige bunte Bilder ersetzen keine Inhalte.“

Soweit mein erster spontaner Kommentar zur „weniger Text, mehr Gefühl“- Website der Stadt Winterberg.

Ein anderes Thema aus dem Sauerland bewegt mich zur Zeit besonders: Das Attentat auf den Bürgermeister von Altena.

Was macht die Westfalenpost auf Facebook?

Berichten?

Nein, die Leser fragen:

#Messerangriff auf Andreas Hollstein: Der Bürgermeister von Altena, Nordrhein-Westfalen, Germany ist für seine Flüchtlingspolitik bekannt. Was denkst Du darüber?

Das scheint dieser „neue“ Click-Baiting-Journalismus im Lokalen zu sein. Bevor wir einen recherchierten Artikel einstellen, stellen wir uns einfach mal doof und fragen die LeserInnen:

„Was denkst Du darüber?“

Emotionen abschöpfen … ich bin zu alt für diese Art von Nicht-Journalismus und verspreche der Westfalenpost auch für das nächste Jahr ein Nicht-Abo.

„Was denkst Du darüber?“

Journalistentag NRW 2017 Teil III – was bleibt? Datenjournalismus, Podcasts und Fake News

Kalt, rostig und windig: Blick vom Hochofen im Duisburger Landschaftspark Nord (foto: zoom)

Meine ersten subjektiven Eindrücke vom Journalistentag 2017 des DJV-NRW in der Gießerei der alten Hütte im Landschaftspark Duisburg-Nord hatte ich hier und hier geschildert.

Mein persönliches Protokoll möchte ich heute mit den Notizen zu den Workshops „Daten suchen im Lokalen“, „Podcast“ und „Fake News“ abschließen.

Daten suchen im Lokalen

Von diesem Workshop („Werkstattgespräch“) hatte ich mir Impulse für das Bloggen vor Ort und mehr versprochen. Leider spielte die Technik nicht mit. Weder der Beamer noch das WLAN funktionierten. Bei allem Verständnis für eine Großveranstaltung, bin ich der Meinung, dass solche Schnitzer nicht passieren dürften.

In der Ankündigung hieß es: „Die Arbeit mit Daten eröffnet neue Geschichten und Erzählweisen – gerade auch im Lokaljournalismus! Egal ob Servicekarte oder investigative Recherche, am Anfang steht die Frage: Welche Daten beantworten meine Frage? Wo finde ich sie? Und wie verlässlich sind sie? Strategien und Tipps für Dateneinsteiger.“

Sophie Rotgeri (Journocode, TU Dortmund) hat dann mit viel Charme und ohne Medien vorgetragen, aber letztendlich blieb am Ende nur der Hinweis, dass die Materialien bei der „LfM – Stiftung vor Ort NRW“ hochgeladen würden: https://www.vor-ort.nrw/

Und da gucke ich jetzt nach und finde:

https://www.vor-ort.nrw/2017/11/22/daten-suchen-im-lokalen/

Leider funktionieren bei mir die in die PDF eingebetteten Links nicht. Der Nutzwert des Workshops ist mit dem Stand heute immer noch gering. Meine Erwartungen sind nicht erfüllt worden.

Podcast

Auch bei diesem Workshop gab es zunächst Probleme mit dem Beamer. Die Referenten Thorsten Runte (Podcastverein) und Stanley Vitte (freier Journalist) konnten sie relativ schnell lösen.

Stanley Vitte hat den Beamer des Veranstalters doch noch gestartet bekommen. (foto zoom)

„Podcast – Das vernachlässigte Format? Was es kann und wie man es richtig nutzt“, hieß es im Programmheft.

Thorsten und Stanley gaben einen kleinen Überblick über die Szene und Technik der Podcasts („kleine Radiosendung für’s Internet“).

Ich werde mich im Nachlauf zuerst einmal auf der Website des Podcast-Vereins umschauen:
http://www.podcastverein.de/

Außerdem zum Einstieg empfohlen:

http://www.vierohren.de/

Als Software zur Tonbearbeitung werde ich weiterhin das kostenlose audacity verwenden. Alle anderen kostenpflichtigen Programme, von denen einige (Hindenburg) ebenfalls vorgestellt wurden, bleiben erst einmal außen vor.

Die weiteren nützlichen Infos des Workshops habe ich auf Papier notiert. Ich werde sie bei meinen eigenen Podcastversuchen zu verwerten suchen.

Fake News

Für diesen Workshop war als Referent Peter Welchering, den ich von Twitter kenne, angekündigt. Ich hatte mich auf ihn gefreut, weil er viele kluge Tweets und darüber hinaus in seinem Blog interessante Artikel veröffentlicht.

Leider wurde er als krank entschuldigt. Für ihn sprang Hektor Haarkötter, Professor an der HMKW Köln, ein.

Haarkötter hielt einen sehr mitreißenden Vortrag über:

„Fake News erkennen. Digitale Recherche zur Quellenprüfung nutzen und mehr.“

Hinweise für die LeserInnen und User (foto: zoom)

Für mich war es eine sehr gute Zusammenfassung über die Geschichte, Entwicklung und den heutigen Stand in Sachen Fake News.

Den Vortrag kann man hier nachvollziehen:

„Im Rahmen des NRW-Journalistentages des Deutschen Journalisten Verbands (DJV) habe ich in der pittoresken Industrieumgebung des Landschaftsparks Duisburg Nord einen Vortrag über „Fake News“ gehalten. Darin ging es nicht nur um Definitionen und Daten aus der Medienforschung zu „Fake News“, sondern auch die rechtliche Einordnung und eine Diskussion des neuen Netzwerkdurchsetzungs-Gesetzes, das nicht zuletzt von den Journalistenverbänden heftig kritisiert wurde. Am Ende des Vortrags gibt es auch noch ein paar Tipps, was sowohl professionelle Kommunikatoren als auch Ottilie Normalnutzerin tun können. Hier ist die Prezi zum Nachlesen:

http://www.kunstderrecherche.de/vortrag-zu-fake-news/

Weitere nützliche Websites:

Initiative für Nachrichtenaufklärung

Mimikama

Hoax-Info

Tagesschau Faktenfinder

Politifact

Kunst der Recherche

Bundeszentrale für politische Bildung – Fake News

Stimmt das?

Schlussbetrachtung

Der Journalistentag des DJV ist zwar nicht im engeren Sinne gewerkschaftlich (Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Strukturen, Streiks, Medienmoral, Verleger) orientiert, aber inhaltlich gibt es für mich persönlich immer etwas zu lernen. Dabei sind nicht die großen Foren interessant, sondern die kleinen 45-minütigen „Werkstattgespräche“.

Journalistentag NRW 2017 Teil II – am Ende enttäuscht. Trotz alledem: Free Deniz!

Steffen Küßner liest die letzte Kolumne von Deniz Yücel in der taz vom 30. März 2015. (foto: zoom)

Ich werde in den nächsten Tagen noch einen weiteren Artikel über den Journalistentag 2017 schreiben, irgendwas mit Podcast, Fake News und „Daten suchen im Lokalen“.

Vorher muss ich aber noch meine große Enttäuschung loswerden, die mir seit Samstagabend quer sitzt:

Die Free-Deniz-Lesung zum Abschluss der Veranstaltung wurde von nur wenigen Journalistinnen und Journalisten besucht. Stühle, nein ganze Stuhlreihen blieben leer. Die Besucher strömten nach Hause.

Reinhard Baumgarten (SWR), Frank Stach (Vorsitzender DJV-NRW), Dr. Sascha Lehnhartz (WeltN24) und Stefan Küßner (Freundeskreis #FreeDeniz) lasen wunderbare Texte des Kollegen Deniz Yücel.

„Klagt mich endlich an“, fordert der jetzige Welt-Korrespondent Deniz Yücel, der ohne Anklageschrift seit über 9 Monaten in der Türkei in Haft ist. „Er hat eine Einzelzelle, muss allein Fußball spielen und seinen Strom selber zahlen“, schreibt die taz.

Das Foyer hat sich geleert. Einige Uninteressierte stehen an der Kaffeetheke und palavern laut.

Ich schäme mich, obwohl ich nur ein Blogger bin.

Reinhard Baumgarten und Frank Stach teilen sich einen langen fast lyrischen Text „Damit wir die Wolken nicht berühren“, Sascha Lehnartz trägt kurz und knackig Yücels Liebe zum Autokorso vor und Steffen Küßner liest die Abschiedskolumne „Mach’s gut, taz!“ vom 30. März 2015.

Die Teilnehmer der Free-Deniz-Lesung (foto: zoom)

Der Kollege Deniz Yücel sitzt in der Türkei im Knast, während die Zukunft des deutschen Journalismus im Auto oder in der Bahn nach Hause fährt.

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Freiheit für Deniz!

„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

(Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10.12.1948)

Für die Freiheit von Information, Meinung, Wort und Kunst. Gemeinsam für und mit Deniz Yücel und allen zur Zeit in der Türkei inhaftierten Kolleginnen und Kollegen.

http://freedeniz.de/

Journalistentag NRW 2017 Teil I – kurz und persönlich.

Bevor ich im Duisburger Landschaftspark irgendein Gebäude betrete, steige ich auf den Hochofen und schaue mich um. (foto: zoom)

Gestern hat im Landschaftspark Duisburg-Nord der Journalistentag 2017 des DJV-NRW stattgefunden.

Letztes Jahr hatte ich auch schon teilgenommen und zuvor im Dortmunder U, und überhaupt besuche ich als (Hobby-)Blog-Herausgeber gerne die Veranstaltungen der Profis.

Wichtig ist in Duisburg stets, dass ich rechtzeitig vor Ort bin, um noch schnell auf den Hochofen mit dem traumhaften Rundumblick über das Ruhrgebiet zu klettern, denn von 11 Uhr bis 16.30 ist für mich Programm ohne Pause.

Meine Programmpunkte hatte ich mir vorher markiert. Die Free Deniz-Lesung (ohne Kreuz) habe ich am Schluss selbstverständlich auch noch besucht. (foto: zoom)

Bei der Impulsdiskussion im Foyer habe ich nichts Neues erfahren. Journalistinnen müssen entweder Eier legende Wollmilchsäue sein oder wenigstens eins von allem. Gut ist es, wenn sie jung, neugierig, abenteuerlustig, experimentell und flexibel sind, dabei stets einsatzbereit. 7/24. Die Details reiche ich eventuell später nach.

Die „Krise des Journalismus“ war kein Thema, der Akzent lag auf den Chancen. Es diskutierten Sophie Burkhardt (funk), Florian Gregorzyk (FloVloggt) und Marie Illner (freie Journalistin). Moderation Andrea Hansen.

Mein erstes angekreuztes Forum fand im Kompressorenraum statt: „Wie macht man eine gute Lokalzeitung?“ Es diskutierten Stefan Bergmann (Emder Zeitung), Benjamin Piel (Elbe-Jeetzel-Zeitung) und Martina Möller (Marler Zeitung), Moderation Katrin Kroemer.

Im Publikum ein ganzes Studienseminar Journalistik, welches mit Zukunftschancen gefüttert werden wollte/sollte.

Ich habe herausgehört, dass Print besser sei als der Ruf. Die Krise sei nicht so schlimm. Ein Journalist könne auch heute eine Familie ernähren. Die Branche habe sich nur selbst schlecht geredet. Die Verlage bildeten zu wenig aus. Wer sich in abseitigen Lokalredaktionen engagiere und profiliere, habe mit den dort erworbenen Fähigkeiten alle Chancen auf eine Stadtredaktion.

Der 33-jährige Benjamin Piel, über dessen Elbe-Jetzel-Zeitung als erfolgreiches Printprodukt in den Medien (Medien berichten über Medien) geschrieben wurde, wird demnächst Chefredakteur des Mindener Tageblatts. Oder habe ich mich da verhört?

Optimismus also auch im Kompressorenraum.

Ich bin danach zum Hüttenmagazin gehastet, denn zwischen den einzelnen Sessions lagen wie im letzten Jahr nur 5 Minuten Pause.

Dort habe ich dann fast bis zum Ende der Veranstaltung am Werkstattgespräch „Daten suchen im Lokalen“, am Workshop „Podcast“, sowie „Fake News“ teilgenommen und in kleineren Runden etwas dazu gelernt.

Davon ausführlicher im nächsten Beitrag.

Umleitung: Marie Curie, jonet Medienlog, Überwachung, Synagogen, Copyright, Reclam-Heftchen und You’ll never work alone

Leben in der Stadt: Insekten – Graffiti (foto: zoom)

Eine europäische Wissenschaftlerin – Zum 150. Geburtstag von Marie Curie: Die wohl bekannteste Tochter Polen und zugleich bedeutendste Frau der französischen Wissenschaft verstand sich immer als Europäerin. Ist dies nicht vielleicht auch ein Zeichen an die heutige Regierung des Geburtslandes einer der größten Frauen und Europäerinnen des 20. Jahrhunderts, die in diesen Tagen wieder Umzüge von Rechtsfaschisten und Antisemiten begrüßt? … scilogs

JoNet Medienlog: Ach, wäre es schön, wenn Journalismus abhängig machen würde. So im Sinn von „das muss ich lesen, um eine eigene Meinung zu haben“, „das will ich sehen“ oder auch im Sinne von „für die Recherche kann ich mir viel Zeit nehmen und alle Seiten beleuchten“ … jonet

Überwachung – Zeynep Tufekci: „Wir erschaffen eine Dystopie, nur damit Leute mehr Werbung anklicken“ … netzpolitik

Baut die Synagogen wieder auf! Wer Burgen, Schlösser, Kirchen und Rathäuser historisierend wieder aufbaut, sollte die Synagogen nicht vergessen. Denn ohne sie fehlt ein Teil der Stadt … schmalenstroer

Gewiss nicht immer geliebt, aber günstig gelesen: Seit 150 Jahren gibt es die Reclam-Heftchen … revierpassagen

Copyright in der Schule: Wenn Verlage nun auf die Ideen kommen, endlich elektronische Schulbücher zu entwickeln, bekomme ich in der Regel Ausschlag. Was da in den meisten Fällen1 gemacht wird ist, die alten Inhalte der Bücher in tolle proprietäre Apps zu packen, in ein PDF zu wandeln oder mal ein Video hinzuzufügen … herrspitau

Hagen – Unabkömmlicher Brauereibesitzer: Carl Horst Andreas war im „Dritten Reich“ Parteimitglied, SS-Führer – und begeisterter Reiter. Er veranstaltete Turniere und war als Standartenführer der Reiter-SS mehrfacher deutscher Dressur-Sieger … doppelwacholder

You’ll never work alone: Es lief wie geschmiert am Stammtisch. Ölkännchen kreisten. Seit wir wegen Kahlschlag und Überlastung fast gar nicht mehr aus den Redaktionen heraus kamen, schickten wir wenigstens unsere Roboter abends zum Kollegentreff … charly&friends

Früher setzte die Lokalzeitung Sprachstandards, und heute? Rettet dem Akkusativ vor der Westfalenpost.

Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein: Akkusativ und Dativ (screenshot: zoom))

Früher war nicht alles besser, aber wenigstens habe ich mich nicht für meine Lokalzeitung fremdgeschämt. Nicht das erste Mal patzt die WP bei Grammatik und Orthographie.

Das Schlimme ist, dass sie selbst es nicht mal zu merken scheinen. Und wenn man sie darauf aufmerksam macht, dann ändern sie den Fehler nicht einmal. Alles scheißegal, Sprache scheißegal. Hau weg den Scheiß.

Der schmerzhafte falsche Dativ steht seit gestern bei Facebook im Teaser für einen WP-Artikel. Liest das keiner Korrektur?

Wenn ich in meinem Einpersonen-Blog, ohne Redaktion und milliardenschweren Verlag im Rücken, einen Fehler mache, melden sich meist sehr schnell die LeserInnen und ich beseitige die gröbsten Sprachschäden.

Sehr wahrscheinlich müssen zu wenige Journalisten auf zu vielen Hochzeiten (Kanälen) tanzen, als dass sie sich noch um Kleinigkeiten wie Rechtschreibung und Grammatik kümmern könnten.

Erklärlich ist es. Schade aber auch.

Die Westfalenpost selbst hat vor einem Monat berichtet, dass das Bildungsniveau in Deutschland massiv gesunken sei.

Woran das wohl liegt?

Umleitung: von Rainer Trampert über die Bestechung im Lokaljournalismus zum Dehydrogenasen-Hasen und mehr …

„Unser Wunsch ging in Erfüllung“, aber welcher war es nur? (foto: zoom)

Rainer Trampert, Grünen-Funktionär: Rainer Trampert gehört zur ersten Generation der Grünen – er gründete die Partei mit und war fünf Jahre lang ihr Vorstandssprecher – bis er den Streit zwischen Fundis wie ihm und Realos aufgab und nicht mehr kandidierte … wdr5

Hintergrundgespräche im Journalismus: Ein Journalist will über Hintergrundrunden von Geheimdiensten und Bundesregierung schreiben – Gerichte haben mehr Verständnis als Kollegen … taz

Bestechung im Lokaljournalismus: In einem Debattenbeitrag für kress.de warnt Benjamin Piel, Redaktionsleiter der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, Lokaljournalisten davor, in die „Eitelkeitsfalle“ zu tappen. Dabei gehe es nicht um Geld … kress

„media partisans schmieren ab“: Das New Publishing Unternehmen media partisans, in das sich die Funke Mediengruppe mit ordentlich Bimbes im letzten Jahr eingekauft hatte, schmiert nach neuesten IVW-Online Zahlen bei den einst noch üppigen visits gerade ordentlich ab … medienmoral

Wolfgang Blau: Die Zukunft des Journalismus … wwwagner

G-20-Verfahren: überfordert ein junger Italiener die Hamburger Justiz? … ndr

Der Geschmack von Migration: Der nigerianische Künstler Emeka Ogboh nimmt die deutsche Leitkultur aufs Korn. Mit Lederhosen, Dirndl – und Schwarzbier[!] … dfkultur

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“: Erkleckliches über die deutsche Wissenschaft, Angela Merkel und Annette Schavan stand kurz vor der Bundestagswahl – und begründet mit der anstehenden Bundestagswahl – in der Zeitschrift „Nature“ … erbloggtes

Stuttgart heute: Betonbratzen, Bordellbesitzer und Bürgermeisterversagen … welchering

Scheitert der Aufbau islamischer Verbände in Deutschland? Vortrag von Michael Blume vor der IGBD – Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland … scilogs

Make It Strange: Geschichte als Mythos, nicht als Reflexion … publicHistory

Warum Lehrer mehr über Bildung diskutieren sollten: „Immer wieder höre ich: Diskussionen darüber, was Bildung ist, seien Zeitverschwendung. Statt zu reden, solle man doch lieber aktiv etwas verändern. Dabei ist es genau anders herum: Wer im Schulsystem etwas verändern will, muss über Bildung diskutieren. Vier gute Gründe für mehr statt weniger Debatten“ … bildungslücken

Aktionsbündnis dämmert langsam vor sich hin: Das Aktionsbündnis klammer Kommunen „Für die Würde unserer Städte“ stirbt offenbar einen langsamen Tod. Das 2008 gegründete Bündnis – Hagen ist seitdem Mitglied – hatte von Anfang an auf die zentrale Ursache der Verschuldung der Städte hingewiesen: Das Abwälzen von Ausgaben, für die eigentlich der Bund zuständig ist, auf die Gemeinden … doppelwacholder

Was kosten Abschiebungen und Abschiebeversuche? Die SBL/FW auf der Suche nach Antworten … sbl

Helles Malz, Aroma-Hopfen, weiches Wasser: Vor 175 Jahren erfand der Bayer Josef Groll in Böhmen das Pilsener Bier … revierpassagen

Zu guter Letzt: Als der Dehydrogenasen-Hase einmal den Dehydratasen-Rasen betreten hatte … endoplast