Pausenbild: Landwirtschaft

Es liegt was in der Luft – ein ganz besonderer Duft. (foto: zoom)

Das Wetter ist zu schön, um vor dem Computer zu sitzen. Zur Zeit fahren die Traktoren kreuz und quer über die Felder. An den Gülle-Geruch habe ich mich gewöhnt. Was soll ich auch machen? Nur nicht die Wäsche in den Garten hängen.

Die Blütenpflanzen an meinen Spazierwegen lassen sich trotz Sonne und Wärme Zeit. Huflattich, Gänseblümchen und Scharbockskraut. Viel mehr ist hier noch nicht los. Es fehlt der Magerrasen. Die gedüngten Fettwiesen sind nicht für ihre Artenvielfalt bekannt. Warten auf Wiesenschaumkraut und Löwenzahn.

In den nächsten Wochen werde ich mich noch ein wenig mit der Programmiersprache „R“ beschäftigen. Vielleicht wird daraus ein Datenprojekt oder es bleibt bei weiterem unnützen Zusatzwissen. Aber das weiß man vorher nie.

Gestern Nacht hatte ich einen Alptraum mit dem Thema „Ukraine-Krieg“. Beunruhigend.

Auf dem Nachttisch liegen jetzt „Amerikas Gotteskrieger“ von Annika Brockschmidt. Auch kein Thema für ruhige Nächte. Irgendwann lande ich noch bei Ludwig Ganghofer.

Holt mich hier raus! Und wie geht es euch?

Da isser wieder, der Huflattich

Huflattich an der Namenlose in Siedlinghausen (foto: zoom)

Nach den Schneeglöckchen, Krokussen und Winterlingen kommt jetzt auch der Huflattich aus dem Boden.

Als klassischer Frühblüher, bildet er zuerst den Blütenstand aus, erst später kommen dann die grünen Blätter. Pfiffig nutzt er die gespeicherte Energie der Photsynthese des Vorjahres. Bald sollte ich auch die Kollegin Pestwurz finden. Die macht es nämlich genauso.

Der Frühling manifestiert sich in der Pflanzenwelt. Er könnte von mir aus ewig dauern.

Pausenbild: kleine Fluchten

Auf dem Kahlen Asten. Sonnig und fast mild. (foto: zoom)

Man muss ja mal raus. Links und rechts, vorne und hinten holen sich die Leute ihre Corona-Erkrankung. In meinem Bekanntenkreis waren die Verläufe bislang nicht schwerwiegend.

Repräsentativ ist das nicht, denn wegen Corona treffe ich nur wenige Menschen. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich trotz meiner Vorsicht einige Infizierte, die es erst einen Tag später wussten, getroffen habe. Zum Glück mit Abstand und fast immer draußen. Omikron hätte mich also erwischen können.

Ich hatte mir fest vorgenommen, dem Virus ein Schnippchen zu schlagen. Den Vorsatz habe ich immer noch, allerdings kann ich mich auch nicht im Kohlenkeller einschließen.

Also raus und auf’s Rad. Die Entscheidung, wohin es geht, treffe ich meist spontan am Ende unserer Straße.

Heute fiel die Wahl auf den Kahlen Asten. Mit dem neuen E-Bike ist das ein Klacks. Die knapp 30 Kilometer sind in 80 Minuten erledigt, trotz mehr als 500 Höhenmetern. Die Stromkosten für den Akku kratze ich leicht zusammen.

Die unerfreulichen Ereignisse des Tages habe ich beim Pedalieren vergessen, und das sollte auch so sein.

Morgen geht es dann weiter mit Krieg, Klimakatastrophe, Pandemie und sozialer Ungerechtigkeit. Leider.

Oder ich mache Mathematik, da gibt es häufiger eine Lösung als im echten Leben. Oder?

Gute Nacht!

Ukraine, Klimakatastrophe, Pandemie … und ab ins Mauseloch

Gerade noch frische Disteln genascht und jetzt ab ins Mauseloch (foto: zoom)

Den heutigen Tag werde ich erst vom Abend her betrachten. Ukraine, Klimakatastrophe, Pandemie – entweder jede Minute am Nachrichtenstrom hängen oder raus bzw. rein ins Mauseloch.

Heute Abend werde ich dann lesen,

was bei den Gesprächen an der Grenze zwischen Belarus und der Ukraine herausgekommen ist.

welche Katastrophen der neue ICPP-Klimabericht voraussagt.

ob wir die Pandemie mit neuen Impfstoffen, Corona-Varianten und Subtypen in den Griff bekommen werden.

Bis dann …

Pausenbild: Frühling

Heller Krokus auf dunklem Boden (foto: zoom)

Der Schnee schmilzt, die Sonne scheint. Ich erkläre den Frühling für eröffnet. Klar, die Vögel könnten noch ein bisschen lauter singen, die Pflanzen zahlreicher blühen, aber es liegt was in der Luft.

Ich treffe zwar immer mehr Bekannte, die gerade ein Corona-Infektion durchgemacht haben, aber die Zahlen gehen anscheinend herunter, auch wenn Omikron noch den Subtyp BA.2 in der Hinterhand hat. Hoffentlich fallen uns die niedrigen Impfquoten nach einem zu erwartenden Sommer der Euphorie nicht im Herbst/Winter 2022/23 auf die Füße.

Ich glaube es zwar nicht, hoffe aber dennoch (magisches Denken), dass dem Putin-Regime die Luft ausgeht. Vielleicht hat die Geschichte einen unerwarteten Hackentrick drauf.

Meinen Online-Medienkonsum habe ich stark reduziert. NYT, Guardian und Tagesschau reichen mir im Wesentlichen. Ist auch alles bezahlt.

Radio hat schon immer eine große Rolle gespielt, Fernsehen weniger, eigentlich gar nicht. Ausnahme: Extra 3 oder Böhmermann gehen immer.

Und vergesst die Bücher nicht. Sarah Kendzior hat mich zuletzt sehr begeistert oder die dystopische Margaret Atwood.

Die Sonne scheint. Vielleicht wartet irgendwo da draußen eine wunderschöne Blütenpflanze.

Raus hier.

Grabstein für einen Bücherwurm

Grabstein für einen Bücherwurm (foto: zoom)

Ich lebe schon so lange in Winterberg, dass ich fast mehr Menschen unter der Erde als über der Erde kenne.

Einer meiner Standardspaziergänge kreuzt den Siedlinghäuser Friedhof. Oft bummele ich ohne bestimmtes Ziel durch die Reihen, entdecke Namen und finde verloren gegangene Geschichten wieder.

Ein Essen bei Lingenauber, die epische Radtour an einem „Vater“tag, die Diskussion über Journalismus, die Fahrt mit dem Kirchenchor – ich als Anhängsel – in den Harz und ein Gespräch über der geöffneten Toilettenspülung. Klempnertechnik. Alles hat irgendwo seinen Platz.

Der Stein mit den drei Büchern ist neu- nun ja, im Sinne von: erst war dort ein Urnengrab mit welkenden Blumen und Kränzen, dann ein Holzkreuz und dann plötzlich die steinernen Bücher.

D., der diesen Ort unter der Erde belegt, war ein Bücherwurm. Seine Wohnung habe ich nie gesehen, aber den Dorferzählungen folgend, war der Bestand an Büchern legendär. In meiner Phantasie bogen sich die Balken und Böden unter der Last.

In unserem Freibad habe ich das erste Mal mit D. gesprochen. 1500 m schwimmen, am Schluss ein Cappuccino vor dem Verkauf am Eingang. D. saß zufällig am selben Tisch wie ich und entpuppte sich als Gegenteil aller Sauerländer Männer. Nicht mundfaul, nicht knapp angebunden. Er ließ seinen Sätzen die lange Leine. Er sprach gern, er sprach viel und er sprach über ein Thema: Bücher.

Mir, der ich einige Jahre in den USA gelebt hatte, erklärte D. die US-Amerikanische Gesellschaft. Klug und kritisch. Ihm war nicht zu widersprechen. Seine Kenntnisse bezog er dabei vor allem aus Krimis.

Ich müsse unbedingt Don Winslow lesen, dann würde ich die USA verstehen. Es folgte Exposé und Interpretation des letzten Don Winslow Thrillers. Kein dummes Gerede, alles sehr vernünftig und durchdacht.

D. hatte, wenn man bei diesem freundlichen Mann überhaupt von Macken sprechen kann, einen kleinen Fehler. Er lebte allein und hatte soviel mitzuteilen, dass er deshalb kaum Zeit zum Zuhören fand.

Wenn man das wusste und dazu Bücher liebte, kam man wunderbar mit ihm klar.

Das letzte Mal habe ich ihn auf einer Bank am Waldweg unterhalb des Kriegerdenkmals getroffen. Er war ein wenig müder als sonst, wir unterhielten uns – über Bücher.

Als ich hörte, dass D. gestorben sei, betagt und fast unspektakulär, war ich traurig.

Ab und zu gehe ich am Grabstein mit den drei Büchern vorbei. Wenn ich Glück habe, fällt mir dann eine verloren gegangene Geschichte mit D. ein.

Don Winslow habe ich inzwischen gelesen und ich weiß, dass er lebt, denn ich folge ihm auf Twitter. Er ist ein leidenschaftlicher Kritiker von Trump & Co, aber auch der Trägheit der Demokraten.



Sturm – und jetzt?

Am Wegrand (foto: zoom)

Es stürmt, der Himmel ist abwechselnd schwarz, grau und blau. Reihenfolge beliebig. Die Fahrt zum Schwimmbad erspare ich mir heute, auch das Fahrrad bleibt im Keller.

Es wäre der Tag, um The Handmaid’s Tale zu beenden. Ein Drittel des Buches bleibt noch. Irgendwo in der Mitte erfährt man, dass der Präsident und der Kongress mit Maschinengewehren niedergemäht wurden. Die Beschreibung erinnert mich an den 6. Januar. Der heraufkriechende Faschismus.

Das Buch ist von 1985. Margaret Atwood ist genial.

Blickrichtung Olsberg ist der Himmel blau, noch wehen keine Dachpfannen von den Dächern. Vielleicht sieht das Wetter von drinnen fürcherlicher aus als es draußen ist.

Los geht’s.

Hochsauerland: Wandern ohne Gott?

Allerwegen religiöse Symbole und Wegmarken (foto: zoom)

Es regnet und stürmt, heute ist kein Wetter, um einen Hund vor die Tür zu jagen. Mein Spaziergang fällt aus. Kopfkino.

Bin ich während meiner 25 Jahre im Hochsauerland je einen Weg ohne religiöse Symbole am Wegrand gegangen, sei es ein Spaziergang oder eine längere Wanderung?

Ortskirchen schließe ich aus. Ich meine Kapellen, Kreuze, Bildstöcke, Sinntafeln direkt am Wegrand. Kreuze in Sichtweite schließe ich folglich ebenfalls aus, sonst hätte sich die Überlegung schon vor dem Verlassen des Hauses erledigt, schaue ich doch direkt auf das Kreuz auf dem Käppelchen.

Ich verlasse jetzt auf meiner Phantasiereise das Haus und schlage mich bis zur Schnickemühle durch. Von dort über die Straße, entlang des Viadukts, den SH5 hinauf Richtung Bergsee. Sehr steil durch den Buchenwald hinauf. Den Kreuzweg zum Röbecken habe ich auf diese Weise ausgespart.

Ist oben am Bergsee ein Kreuz? Ich kann mich nicht erinnern. Es ginge jetzt weiter Richtung Blasius, aber vorher Richtung Silbach abbiegen. Wird es mir gelingen, ohne Kreuz und Kapelle durch Silbach zu wandern. Wie komme ich von dort aus weiter? Der dicke Mönch wacht am Viadukt und versperrt mir den Weg zum Silbacher Sportplatz.

Es ist nicht leicht. Vorher Richtung Tretbecken abbiegen? Dann auf der anderen Seite der Himmelskrone zurück zum Ort, das Kreuz auf der Ennert elegant umgangen.

Irgendeine religiöse Wegmarke übersehen?

Nach dem Sauwetter wird die Probe aufs Exempel gemacht. Es wird nicht leicht.

„Ick bin all‘ dor“ (foto: zoom)

Seit vier Tagen down: der virtuelle Studienplatz an der Fernuni Hagen

Seit dem 9. Februar ist in Hagen an der Fernuni Hängen im Schacht (screenshot: zoom)

Ich weiß nicht, wer von euch versucht, an der Fernuni-Hagen ein bisschen schlauer zu werden oder gar ein ordentliches Studium zu absolvieren.

Meine Bemühungen sind eher eklektisch und nicht zielgerichtet. Akademiestudium nennt sich das. An einer Präsenzuni vergleichbar mit dem Gasthörer:innen Status.

Mal Philosphie, mal Kulturgeschichte, ein paar Brocken Informatik, aber auch Mathe.

Seit vier Tagen versuche ich vergeblich, meine grauen Zellen im Moodle mit dem Vorkurs Mathe zu quälen.

Immer wieder die Meldung:


Wartungsarbeiten am System des Lernraums Virtuelle Universität!Aus Wartungsgründen steht die VU aktuell nicht zur Verfügung.

https://vu.fernuni-hagen.de/lvuweb/lvu

Auf dem Blog der Uni finden sich keine genaueren Angaben.

Am 9.2. kam es zu einer technischen Störung in einem zentralen Speichersystem, welches normalerweise sehr ausfallsicher ist. In der Folge waren einige Anwendungen der FernUniversität betroffen und nicht mehr erreichbar. Die meisten Anwendungen konnten innerhalb kurzer Zeit wieder in Betrieb genommen werden. Leider ist die Virtuelle Universität (VU) weiterhin von den Folgen dieser Störung betroffen und kann aktuell nicht genutzt werden. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung dieses Problems. An dieser Stelle werden wir über die Störung weiter informieren und bitten die entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

https://blog.fernuni-hagen.de/zmi/2022/02/10/technische-stoerung-2/

Schade, schade! Zum Glück habe ich mir an einer anderen Uni mehrere hervorragende Mathe-Bücher ausgeliehen. Die sollten mich für mindestens die nächsten zwei Jahre beschäftigt halten.



Pausenbild: Schloss Neuhaus

Ein sonniger Tag – Schloss Neuhaus (foto: zoom)

Heute war wieder ein Tag für kleine Fluchten aus dem Hochsauerland.

In Paderborn und Schloss Neuhaus haben wir viele Menschen auf dem Rad gesehen. Blauer Himmel, Sonnenschein. Vielleicht kann ich es ihnen morgen nachmachen.

Jetzt ist Lesezeit: Margaret Atwood, The Handmaid’s Tale. Die Erzählung ist „strange“, aber so langsam finde ich mich in das Buch hinein.

PC OFF.