Heute kurz herum gespielt: Naviki, der Fahrradroutenplaner

Heute habe ich ein wenig mit dem Fahrradroutenplaner Naviki herumgespielt. Da ich bislang stets nach (Papier-)Karte, Erfahrung, Befragung von Ortskundigen und Gefühl durch die Welt geradelt bin, wollte ich wissen, auf welchen Wegen mich Naviki zu Zielen führen würde, die ich bereits jetzt „beradele“ oder „beradelt“ habe.

Hier das Naviki-Formular zum Ausprobieren:

Meine eigene Erfahrung kurz und knapp:

Mit Naviki käme ich zwar auch zur Arbeit, aber meine eigene Route gefällt mir an den entscheidenden Stellen besser. Wenn ich den ersten Tag der Urlaubsradtour Naviki gefolgt wäre, hätte ich mich streckenweise auf unangenehmen Straßen, statt auf ruhigen Waldwegen wiedergefunden.

Naviki scheint allerdings auch von der Kollaboration mit den Nutzern zu profitieren. Man kann eigene Strecken auf Naviki hochladen. Diese werden dann mit dem wachsenden Streckennetz verknüpft.

Die wichtigsten Fakten und Hintergründe über Naviki in Kürze:

  • Naviki ist ein Routenplaner für den Fahrradverkehr in Alltag und Freizeit.
  • Darüber hinaus bietet Naviki die Möglichkeit zur einfachen Dokumentation individueller Fahrrad-Aktivitäten durch einfaches Hochladen von GPS-Dateien.
  • Eine einzigartige technische Innovation ist das „Wege-verbinden-Prinzip“: Naviki fusioniert alle von verschiedenen Nutzern eingespeisten Wege zu einem zusammenhängenden, routingfähigen Netz.
  • Durch verschiedene automatisierte und manuelle Mechanismen zur Qualitätssicherung wächst das Radwegenetz bei Naviki quantitativ und qualitativ.
  • Seit Ende 2009 ist eine Beta-Version von Naviki im Internet verfügbar. Diese wird kontinuierlich verbessert und mit zusätzlichen Funktionen versehen.
  • Für verschiedene GPS-Handys bzw. Smartphones bietet Naviki kostenlose Software zum Routing und zur Aufzeichnung von Wegen. Motto: das GPS-Handy zum Fahrrad-Navi machen.
  • Mit der Entwicklung und Optimierung eines nutzerfreundlichen Internetportals will das Naviki-Team den Radverkehr insgesamt noch attraktiver machen.
  • Nicht zufällig spielt der Name „Naviki“ auf den Begriff „Wiki“ an – auch im Internet-Lexikon Wikipedia fließen Inhalte verschiedener Nutzer zusammen. Auch hier bringt die gegenseitige Ergänzung ein ständiges quantitatives und qualitatives Wachstum.
  • Naviki wurde vom Naviki vom Labor für Software Engineering der Fachhochschule Münster initiiert und realisiert. Hauptakteure sind Prof. Dr. Gernot Bauer (Projektleitung) und Sven Luzar (Leiter Entwicklung).
  • Die Entwicklung der Naviki-Basistechnologie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Herausfinden möchte ich noch, wie Naviki es verhindert oder verhindern will, dass ein  Anwender einen schrottigen Radwege-Vorschlag macht. Sprich: Wie läuft die Qualitätssicherung ab?

Vielleicht hilft hier die F.A.Q.?

Offline war auch was los …

So muss es sein: 50m-Becken im Trierer Nordbad (foto: zoom)
So muss es sein: 50m-Becken im Trierer Nordbad (foto: zoom)

Unsere Absicht war es, von der Haustür aus auf kinderfreundlichen Wegen entspannt bis nach Trier zu radeln.

Der Plan ist aufgegangen.

Kein Urlaubsstau, keine quengelnden Kinder auf der Rückbank. Kein Internet, kein Blog, kein Twitter. Wenn es uns beim Pedalieren zu langweilig wurde, haben wir „Ich sehe was, was Du nicht siehst“, „Stadt-Land-Fluß“, „Zahlen raten“ oder „Wortketten“ gespielt, während die Landschaft an uns vorbei zog.

Wir hatten weder Kilometerzähler noch GPS. Entfernungen schätzten wir Pi mal Daumen nach Karte.

In unseren Satteltaschen steckten Tischtennis-Schläger, in den Jugendherbergen warteten die Tischtennisplatten, meist auch ein Kicker und manchmal ein Flipper. Die Supermärkte am Wegesrand plünderten wir um kalorienreiche, garantiert ungesunde Süßigkeiten. An der Eder bewunderten wir die Ufervegetation, an der Lahn errieten wir die Getreidesorten und an der Mosel baumelten über dem Flammkuchen in der Mittagsgaststube grüne Weinreben.

Wir erreichten Jugendherbergen am Flußufer und auf hohen Bergen. Wir trafen viele nette Menschen, die ebenfalls mit dem Rad unterwegs waren. Autofahrer kaum, denn die waren hermetisch von uns abgeschlossen. Wir ertrugen die Sonne und genossen den Regen und manchmal war es umgekehrt.

Als wir nach Trier kamen, fotografierten wir die Porta Nigra, das Karl Marx Haus, die Thermen, die Basilika und den Dom. Am schönsten fand ich das olle Freibad, 800 Meter neben der Jugendherberge am Moselufer.

Die Lokal-Politik ließen wir weit hinter uns und das war gut, denn mein Blutdruck sank hinter Allendorf an der Eder um gefühlte 30, mein Puls um 40 Prozent. Und dabei hatte ich „sooooo einen Hals“ ob der lokalpolitischen Merkwürdigkeiten, die mich vor meinem Jakobsweg in’s Offline beschäftigt hatten.

Bei meiner Rückkehr habe ich leider bemerkt, dass sich die politischen Probleme nicht in Luft aufgelöst haben. Was also tun? Wir warten noch ein wenig, bis wir die Themen aufgreifen und benennen sie, um den Blutdruck zu schonen, vorläufig als Arbeitsplan:

  • Bildungspolitik in Winterberg und Umgebung
  • Landal Ferienpark
  • Oversum PPP Projekt
  • Politik der SPD Winterberg
  • Berichterstattung der Westfalenpost
  • Einkauf eines SZ-Journalisten, der regelmäßig über die WAZ berichtet hatte, durch die WAZ

und alles Weitere, was mich im Moment nur auf die Palme bringen würde.

Berlin mit dem Rad ist ein Traum, meint eine Engländerin.

Helen Pidd begeistert sich im Fahrrad-Blog des Guardian für das Radeln in Berlin. Wir begeistern uns heute über den Artikel von Helen. Denn sie hat recht:

Having found myself enjoying an unexpectedly long sojourn in Berlin this past week – courtesy of the Iceland volcano – I decided to make the most of it by hiring a bike to pootle around one of my favourite places in the whole world.

Berlin is not, on the surface of it, a classic cycling city. The public transport system actually works, so you don’t need to saddle up to be sure of reaching your destination on time. A portmanteau of two capitals, it is also huge, and so getting from one side of it to the other by bike can really test your legs. Plus there are cobbles all over the shop. Despite all this, it is a really marvellous place to cycle. Here are 10 completely subjective reasons why.

1. The streets are crazily wide

Thanks to a combination of Allied bombing and the Communists‘ insatiable appetite for tearing down lovely old buildings and replacing them with brutal new ones, many of Berlin’s streets are incredibly wide. Yesterday I pedalled from Alexanderplatz (site of the 1989 protests) down Karl Marx Allee, the archetypal example of East German roadbuilding. Constructed to show off Communist town planning after WWII, this imposing boulevard is almost 90m wide. Even the pavements are broad enough for tanks to drive down two abreast.

2. You can cycle on the pavement

Well, you usually, can, anyway. All but the narrowest pavements have bike paths built into them.

3. No one tells you off for not wearing a helmet

Helmet use is on the up in Berlin. When I was a student here seven years ago, I don’t remember anyone wearing a helmet, but I’ve noticed the odd one this past few days. At least once a week in London a friend or colleague will ask: „Where’s your helmet?“ Not here.

Alle zehn Gründe kann man hier nachlesen.

Ruhrtalradweg am Rosenmontag bei Steinhelle

Der Ruhrtalradweg am Rosenmontag bei Steinhelle(foto: zoom)
Der Ruhrtal Radweg am Rosenmontag bei Steinhelle(foto: zoom)

Harte Bedingungen herrschen zur Zeit für die Radfahrer im Hochsauerlandkreis. Auf dem Bild ist der Ruhrtal Radweg bei Steinhelle in Richtung Olsberger Stausee zu sehen.

Selbst das Fahrrad zu schieben, wäre bei der dicken Schneeauflage unmöglich. Die Ausweichstrecke führt durch die Baustelle für die Ortsumgehung an der B480 und ist auf keinen Fall zu empfehlen. Zu viele Autos und eine enge Verschwenkung im Baustellenbereich machen das Radeln dort lebensgefährlich.

Fazit: Das Fahrrad bleibt bleibt im Keller bis der Schnee geräumt und/oder geschmolzen ist.

Die Vermarkter des Ruhrtal Radweges befinden sich zur Zeit anscheinend im Winterschlaf, denn die letzten News stammen vom 2. November 2009.

Umleitung: Wiemeringhausen, Boni, Homöopathen, User tot und Fahrradunfall in Medebach

Nachbarschaft: das Tal nebenan – eine Schlangengrube? Schweige, gehorche und arbeite! in … wiemeringhausen

Müller zu Boni: reichen aus, um Parteien gleich mehrfach zu kaufen … telepolis

PZ Myers is watching Germany: Gaaaah! Homeopaths on a poll – Homeopaths. <spit>. Worthless frauds and snake-oil salesmen who don’t even have the guts to squeeze a snake … pharyngula

Schluss iss: User tot – Account lebt … ruhrtalcruising

Fahrrad fahren im Sauerland: schwer verletzt in Medebach … wpmedebach

Mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück

Bauarbeiten an der künftigen Umgehungsstraße Olsberg

Bauarbeiten an der künftigen Umgehungsstraße Olsberg

Mein Arbeitsweg führt ein Stück an der Riesenbaustelle für die Ortsumgehung Olsberg-Bigge entlang. Vor einem halben Jahr hatte ich schon einmal ein paar Zeilen zum Bau geschrieben. Zur Zeit werden Erdmassen bewegt, um den Tunnel am Ortsausgang Bigge und die Brücke zur B480 zu verbinden.

Das Fahrradfahren auf den Straßen des Hochsauerlandes kann ziemlich ätzend sein. Die L742 ist zwar erst kürzlich auf dem Abschnitt zwischen Steinhelle und Siedlinghausen komplett erneuert worden, doch ein Radweg ist nicht gebaut worden.

Die Straße ist sehr schmal und schon um 6 Uhr morgens fahren sehr viele schwere Lastwagen zum Steinbruch in Silbach oder zu den Baustellen im Kreisgebiet. Sehr unangenehm sind die Langholz-Transporter, die beim Überholen kein Ende zu nehmen scheinen.

Auf dem Weg zur Arbeit
Auf dem Weg zur Arbeit

Laut dem Radwegenetz-Portal Naviki, sollte ich für meine Strecke mit dem Rad 59 Minuten benötigen

Zur Arbeit hin radele ich gemütlich in  35 bis 40 Minuten tendenziell hinunter. Zurück schufte ich, um nach 50 Minuten schweißüberströmt die letzten Höhenmeter zu keulen.

Das Hochsauerland umwirbt die Touristen zwar mit Radfahrangeboten, doch kann man diese nur mit dem Mountainbike fernab der öffentlichen Straßen genießen.

Was nützen die E-Bikes in Winterberg, wenn es keine Infrastruktur für das Straßenfahrrad gibt. Das Fortbewegungsmittel der Wahl ist im Hochsauerlandkreis das Auto, und dann kommt lange nichts.

Nach Hause hoch hinauf
Nach Hause hoch hinauf

Der öffentliche Nah- und Personenverkehr ist im Vergleich zu den Städten sehr teuer und schlecht entwickelt.

Wir Radler sind keine Macht, sondern werden als skurrile Geschöpfe betrachtet, die ihr Leben sinnlos aufs Spiel setzen.

Wir haben keine Lobby, sondern erhalten günstigstenfalls Mitleid oder blöde Sprüche.

Trotzdem werde ich morgen wieder meine rote Warnweste überstreifen, den Nabendynamo rollen lassen und den Baggern beim Bau der Umgehungsstraße zuschauen, vielleicht absteigen, mal mit jemandem sprechen und auf dem Rückweg einen Kaffee beim REWE trinken.

Radeln durch Willibalds Welt
Radeln durch Willibalds Welt

Is‘ was?

Auch der heutige Tag sollte nicht unkommentiert bleiben. Aber er wird es wohl, oder auch nicht.

So sei denn gesagt, dass es im Hochsauerland recht kalt geworden ist. Allerdings kann ich noch trefflich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, denn es ist trocken. Die Straße zwischen Siedlinghausen und Steinhelle/Olsberg ist komplett erneuert worden – ohne Radweg.

Zwischen Wulmeringhausen und Brunskappel.

Auf der glatten Asphaltdecke brettern nun manche Zeitgenossen mit Geschwindigkeiten an mir vorbei, die eher an 150 als an 100 km/h liegen.

Ich hätte euch und Ihnen gerne einen informativen Link auf Siedlinghausen gegönnt, aber leider gibt es nur sowas. Die Termine sind auf jeden Fall sehr übersichtlich. Ich bleibe trotzdem hier wohnen oder auch nicht. ;-)

Wenn ich schon plaudere – kennt jemand noch Alexander Mitscherlich? Hier das Zitat aus dem FREITAG: „In ‚Die Unfähigkeit zu trauern‘ deuten Mitscherlich und seine Frau Margarete Mitscherlich-Nielsen die Bereitschaft der meisten Deutschen, den NS-Staat zu unterstützen, psychologisch als „Verliebtheit in den Führer“. Nach 1945 wird das Scheitern des geliebten Führers nicht betrauert, sondern durch „Ungeschehenmachen im Wirtschaftswunder“ abgewehrt. So können die Deutschen in den fünfziger Jahren den Nationalsozialismus wie eine „Infektionskrankheit in Kinderjahren“ betrachten.“