Nummer 11 von 15: Grönebach an diesem Sonntag

Am Ortseingang kann man Baumaschienen mieten (foto: zoom)

Das Wetter blieb sonnig und so konnte das Projekt 1235Winterberg am Sonntag weitergehen. Gestern war Grönebach an der Reihe.

Übrig sind jetzt noch Niedersfeld, Neuastenberg, Langewiese und Lenneplätze.

Ein kleines Problem stellte die Überquerung der B 480 dar. Die lange Autoschlange der Tagestouristen – alle wollten den Schnee sehen – wälzten sich durch Niedersfeld. Da musste ich durch. Selbst das Rechtsabbiegen auf dem Rückweg gestaltete sich zur Geduldsprobe.

Aber ich habe es geschafft und in Grönebach war und blieb es ruhig.

Gleich vor dem hölzernen Ortseingangsschild kann man eine große Anzahl von Baumaschinen bewundern. Wer will, kann sie mieten.

Ortseingang, Bushaltestelle, Hauptstraße (foto: zoom)

Obwohl ich fast 27 Jahre in Winterberg wohne, bin ich noch nie bewusst in Grönebach spazieren gegangen, allerdings mit dem Rad oder Auto schnell in oder aus Richtung Küstelberg bzw. Kernstadt-Winterberg durch den Ort hindurch, kurz den Kopf gehoben, aber kaum angehalten.

Altes Firmengebäude (foto: zoom)

Es gibt einige sehr große Gebäude, deren Existenz und Funktion mir bislang nicht bewußt war.

Mehr als bei den anderen Winterberger Ortsteilen bleibt mir nach Abschluss des Fotoprojekts noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen.

Bis dahin: Si tacuisses, philosophus mansisses („Wenn du geschwiegen hättest, so wärest du ein Philosoph geblieben.“)

Die Freiwillige Feuerwehr (foto: zoom)

Auf dem Friedhof die verstorbenen Pfarrer und Seelsorger (foto: zoom)
Links schließt sich ein riesiger Gebäudekomplex an, rechts Garagen mit aufgesetztem Kleinfußballfeld (foto: zoom)
Gartenhütte mit Liebe zum Detail (foto: zoom)
Hier lugt die Kirche bescheiden hinter einem Hügel hervor. (foto: zoom)
Gasthof – Pension (foto: zoom)
Groß und klein mit Tempolimit im Schnee (foto: zoom)
Wohnen am Hang (foto: zoom)
Blick in die Kapelle am Ortsausgang (foto: zoom)

Nach Klima-Urteil gegen die Bundesregierung: VCD fordert Tempolimits und den Abbau klimaschädlicher Subventionen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat Ende November entschieden, dass die Bundesregierung gegen das Klimaschutzgesetz verstößt. Das Urteil verpflichtet die Regierung, schnellstmöglich wirksame Klimaschutz-Sofortprogramme für die Sektoren Verkehr und Gebäude vorzulegen. Für Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, ist klar: Minister Wissing muss schleunigst effektive Maßnahmen vorlegen.

(Pressemitteilung VCD)

„Bundeskanzler Scholz besucht die Weltklimakonferenz in Dubai, während ihm zuhause ein Gericht das Versagen seiner eigenen Klimapolitik attestiert. Vor allem im Verkehr muss die Regierung handeln. Das von Minister Wissing im letzten Jahr vorgelegte Sofortprogramm ist weder dazu geeignet, die Klimalücke im Verkehr zu verringern, noch erfüllt es die Anforderungen des Klimaschutzgesetzes. 

Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, Herr Wissing muss endlich liefern. Was nötig ist, liegt seit Jahren auf dem Tisch: Unumgänglich ist der Abbau der Steuerprivilegien im Verkehr. Rund 30 Milliarden Euro entgehen dem Staat jährlich durch Dienstwagenprivileg und ermäßigte Dieselsteuer, durch Entfernungspauschale und Steuerbefreiungen in der Luftfahrt. Auch Kfz-Steuer und Luftverkehrsteuer bedürfen dringend einer Reform nach ökologischen Maßstäben.

Subventionsabbau und Steuerreform zusammen schaffen Spielräume im Haushalt für eine nachhaltige und sozial gerechte Transformation. Dies gilt umso mehr nach dem Verfassungsgerichts-Urteil zum Klima- und Transformationsfonds.

Als Sofortmaßnahme darf auch das Tempolimit nicht länger tabu sein. Tempo 120 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen entlasten das Klima jährlich um mindestens sieben Millionen Tonnen CO2, gleichzeitig machen sie die Straßen sicherer. Auch innerorts dient Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einem besseren Klima, schützt Rad- und Fußverkehr und verringert Lärm und Luftverschmutzung.

All das ist bekannt und belegt. Nun muss Herr Wissing es umsetzen – die Zeit des Aussitzens ist vorbei.“

„Intensität, Farbe, Form“: August Macke-Preisträgerin Toulu Hassani vermittelt die Stärke des Kunstwerks

„And So On To Infinity“ noch bis zum 14. Januar 2024 im Sauerlandmuseum Arnsberg

„So On To Infinity“ ist Titel der Sonderausstellung der aktuellen August-Macke Preisträgerin Toulu Hassani, die seit dem 01. Dezember 2023 im Sauerland-Museum in Arnsberg gezeigt wird (bis 14. Januar 2024). (Foto: HSK)

Kurz nachdem die Reden auf die aktuelle August-Macke-Preisträgerin verklungen sind, tritt Toulu Hassani ans Pult. Bescheiden, leise und so überaus freundlich wirken ihre Worte. In knappen Sätzen spricht die 39-jährige weniger über ihre Kunst. Das hat sie den Laudatoren zuvor überlassen.

Ihr Schwerpunkt ist eindeutig das fokussierte Aufgehen im künstlerischen Schaffensprozess: „Hier im Sauerland-Museum habe ich alle Möglichkeiten dazu gehabt“, strahlt sie glücklich über den ihr gerade im Zuge der Ausstellungseröffnung „And So On To Infinity“ zuerkannten Preis, einem der bedeutendsten Kunstpreise Deutschlands.  Noch glücklicher aber scheint sie über den besonderen Umstand zu sein, der aktuellen Ausstellung einen eigenen, großformatigen Beitrag beizusteuern. Seit dem 13. November hält sie sich dafür täglich im großen Ausstellungsraum des Sauerland-Museums auf, wendet für die großen Flächen verschiedenste Techniken an, arbeitet bis tief in die Nacht – das Museum wird zum Atelier, gibt ihr diese Freiheiten, daher ihr Dank.

Das neue Werk hat wohl auch die zahlreichen Studentinnen und Studenten neugierig gemacht, die Toulu Hassani, zurzeit Interimsprofessorin für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München, an diesem Abend der Preisverleihung und gleichzeitigen Ausstellungseröffnung begleiten. 

Hassanis Dank für ihre Möglichkeiten, die ihr der Hochsauerlandkreis lässt, findet Resonanz im Grußwort von Dr. Karl Schneider, Landrat und auch beratendes Mitglied im August Macke-Kuratorium: „Seien Sie sicher, dass wir äußerst dankbar für Ihr künstlerisches Engagement sind und Sie gern in diesen Tagen im Hochsauerlandkreis beherbergen. Ich finde es herausragend und einmalig, dass das Trennende zwischen der Arbeit im Atelier und der Ausstellung als Werkschau für die Betrachtenden verschwindet. Sie verknüpfen Ihre neue Arbeit zur bezugnehmenden Ausstellung“, so der Landrat, der übrigens besonders darauf abhob, dass das Sauerland-Museum eben auch ein temporäres Kunstmuseum ist – „so, wie wir es uns bei der REGIONALE 2013 auch schlussendlich erdacht und auch umgesetzt haben: ein Museum für alle Generationen mit Strahlkraft in die Region.“

Toulu Hassani bei der Verleihung des August-Macke-Preises im Sauerland-Museum Arnsberg am Donnerstag, 30.11.2023. (Foto: HSK)

Dass Arnsberg, der Hochsauerlandkreis und auch Südwestfalen sich eben mit diesem Museum diese Strahlkraft erworben hat, unterstrich Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert, die aus dem NRW-Kulturministerium aus Düsseldorf angereist war: „Nordrhein-Westfalen ist ein starker Ort für Experimente, dafür stehen die Museen in Krefeld, Aachen, Bielefeld, Münster oder auch das Sauerland-Museum in Arnsberg. Das Land NRW verfügt über die in der Fläche dichteste Museenlandschaft Europas und ist auch stolz, dass das Sauerland seit mehr als 60 Jahren in der Tradition steht, mit dem August-Macke-Preis einen bedeutenden Kunstpreis zu verleihen – ein Grund zum Feiern!“

Auch bei so viel Kulturpolitischem geriet die Künstlerin und aktuelle Preisträgerin an diesem Abend nie aus dem Blick: In seiner Laudatio bediente sich Dr. Roland Mönig, Direktor des von der Heydt-Museums Wuppertal, einem Appell der US-amerikanischen Kulturkritikerin Susan Sontag: „Offen sein für die Sinnlichkeit der Kunst!“ Toulu Hassanis Werke seien „Denken mit der Farbe, denken mit dem Strich, denken mit der Form, Malerei am äußersten Maximum, im äußersten Minimum, Denkfiguren für das Unfassbare“, kurzum: „August Macke wäre zufrieden gewesen.“ Und Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Car-Peter Buschkühle erkannte im Werk Hassanis die Stärke des individuellen Kunstwerks im Gegensatz zum Kollektiv: Toulu Hassani vermittelt uns wieder die Intensität von Farbe und Form – konzentriert und fokussiert: „Mich begeistert ihre Art und Weise des Machens.“

Toulu Hassani: „And So On To Infinity“, vom 01. Dezember 2023 bis zum 14. Januar Januar 2024, Sauerland-Museum Arnsberg, www.sauerlandmuseum-arnsberg.de

Von ISO 100 bis 2200: Altastenberg verschneit im Nebel

An der Loipe (foto: zoom)

Das Wetter, viele Termine und die kurzen Tage haben das Projekt 1235Winterberg ein paar Tage ins Stocken gebracht. Heute ging es nach dem Großeinkauf am Samstag hoch nach Altastenberg.

Wenn ich richtig mitgezählt habe, ist Altastenberg der zehnte Ortsteil, einschließlich der Kernstadt Winterberg, der hiermit abgehakt werden kann.

Am Ortseingang aus Richtung Großes Bildchen kommend (foto: zoom)

Altastenberg ist für seine Nebeltage berühmt-berüchtigt. Die Einwohner*innen selbst sagen: „Was für andere Nebel ist, ist für uns Champagner“, und haben auf diese Weise aus der Not eine Tugend gemacht. Trübe Tage als touristischer Markenkern.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein

(Hermann Hesse, 1905)

Wohnqualität I auf 800 Metern (foto: zoom)

Den Rest der insgesamt zwölf Bilder, alle mit der Festbrennweite 35 mm aufgenommen, lasse ich jetzt einfach durchlaufen.

Am Astenkick wird man in ein Seil eingehängt und rauscht ins Tal hininter. (foto: zoom)
Der Kinderspielplatz hinter der Dorfhalle (foto: zoom)
Astenberg macht Schnee, auch wenn die Lifte heute noch nicht laufen. (foto: zoom)
Skitourismus ist wichtig für Altastenberg (foto: zoom)
Wohnqualität II (foto: zoom)
Der Ortsmittelpunkt. Sport Wemhoff hat Tradition.
Kirche und Garage mit Qualität (foto: zoom)
Geradeaus geht es zum Kahlen Asten, links für mich gleich nach Hause (foto:zoom)
Idyll am Rande des Ortes (foto: zoom)

Damit ihr Altastenberg größenmäßig in die Winterberger Ortsteile einsortieren könnt, hier die Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2022:

Gesamtes Stadtgebiet: 12.637

Winterberg (Kernstadt): 4.209 (erledigt)

Altastenberg: 315 (erledigt)

Altenfeld: 194 (erledigt)

Elkeringhausen: 360 (erledigt)

Grönebach: 592

Hildfeld: 497 (erledigt)

Hoheleye: 21 (erledigt)

Langewiese: 374

Lenneplätze: 50

Mollseifen: 47 (erledigt)

Neuastenberg: 374

Niedersfeld: 1.358

Siedlinghausen: 1.920 (erledigt)

Silbach: 697 (erledigt)

Züschen: 1.629 (erledigt)

Quelle:
https://www.rathaus-winterberg.de/wohnen-leben/stadt-winterberg/daten-fakten/

Umleitung: Antisemitismus, Terrorismus, Holocaust-Leugnung, Christinnen & Kirchen gegen Hetze, faule Deutsche, Paul Auster

„Unser Kreuz hat keine Haken“. Auch Christ*innen können gegen Rechts aktiv werden. (archivfoto: zoom)

Laut, leise, landesweit: Diejenigen am rechten Rand, die zu Antisemitismus stets leise waren, sind nun laut, wenn sie ihn als importiertes Problem darstellen können. Andere, von denen man nach dem 7. Oktober eine klare Haltung erwartet hätte, sind auffällig leise … belltower

Krieg gegen die Hamas: Mit Terroristen kann man nicht verhandeln … tagesschau

Holocaust-Leugnung und NS-Verherrlichung: Milde Strafe für antisemitischen QAnon-Propagandisten … endstationrechts

Gegen Hass und Hetze: Was Christinnen & Kirchen gegen Hetze und für den Frieden tun können … scilogs

Palästinensische Gruppen setzen Solidarität mit Rassismus gleich: Beratungsstelle ADIRA bewertet Kundgebung gegen Solidaritätskonzert als antisemitisch … nordstadtblogger

Die faulen Deutschen (Satire): Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten … zynaesthesie

Dem Tod gefasst entgegensehen: Paul Austers Roman „Baumgartner“ … revierpassagen

Auferstehungskirche Arnsberg: Akkordeon aktuell – von Klassik bis Klezmer

Auch die Spielerinnen und Spieler des Nachwuchsorchesters wirken mit. (Foto: Musikschule HSK)

Unter dem Titel „Akkordeon aktuell – Solo, Ensemble, Orchester“ stellt die Musikschule Hochsauerlandkreis am Sonntag, 10. Dezember 2023, 17 Uhr, in der Auferstehungskirche in Arnsberg die stilistische Vielseitigkeit des Akkordeons konzertant in den Vordergrund. 

(Pressemitteilung)

Gemeinsam mit Studentinnen der Akkordeonklasse der TU Dortmund musizieren Schülerinnen und Schüler der Musikschule Hochsauerlandkreis solistisch, im Ensemble oder in der Orchesterbesetzung.

Im ersten Teil des Konzerts werden die jungen Musikerinnen gemeinsam mit ihrem Dozenten Dr. Maik Hester Transkriptionen und Originalkompositionen zu Gehör bringen. Der stilistische Bogen reicht dabei von Werken aus Barock und Klassik bis zum „Tango de Roxanne“ aus dem Jahre 2001.

Der zweite Teil des Konzertes gehört den Akkordeonschülerinnen und -schülern der Musikschule Hochsauerlandkreis. In Orchesterbesetzung spielen sie zwei der in den letzten Jahren entstandenen Werke des britischen Komponisten Ian Watson, Leiter des Londoner Akkordeonorchesters. Darüber hinaus enthält auch das Programm der HSK-Musikschüler Kompositionen im Stile der geistlichen Musik des 18. Jahrhunderts. Das Genre des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des klassischen Tango Argentino ist durch Kompositionen des berühmten argentinischen Bandoneonvirtuosen Astor Piazzolla vertreten.

Das Musikschulorchester steht unter der Leitung von Ulrich Papencordt. Der Eintritt zum Konzert ist frei.

Wasserkrise: Wichtigste Kontrollbehörde für Kohletagebau in Brandenburg überfordert

Essen, 30. November 2023. Der Braunkohlekonzern Leag, größter Wassernutzer Brandenburgs, kann nicht ausreichend geprüft werden. Die entscheidende Behörde, die den Bergbaukonzern und seine Wassernutzung prüfen und genehmigen soll, sieht sich dazu außerstande. Der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) in Cottbus, Sebastian Fritze, räumt gegenüber CORRECTIV ein: „Die Modelle der Leag für das Grund- und Oberflächenwasser können wir nicht prüfen.“ Aktuell fehlten dafür Fachpersonal und Stellen. 

(Pressemitteilung)

Das Amt muss wichtige Entscheidungen treffen: Die Leag hat beantragt, bis 2044 noch einmal 1,4 Milliarden Kubikmeter Grundwasser alleine am Kraftwerk bei Jänschwalde zu nutzen. Auch über die Füllung der zahlreichen Bergbaufolgeseen, wie etwa dem Ostsee bei Cottbus, entscheidet das LBGR. Diese Planungen sind auch entscheidend für die Wasserversorgung Berlins, die in großen Teilen über die Spree aus der Lausitz erfolgt. LBGR-Chef Fritze drückt seine Ohnmacht gegenüber dem Kohlekonzern, der auch wichtigster Arbeitgeber der Region ist, so aus: „Man muss ein gewisses Vertrauen haben.“ 

Ungeahndete Rechtsbrüche 

Selbst bei konkreten Versäumnissen der Leag kann die staatliche Behörde kaum eingreifen. So hat die Firma laut Zahlen des LBGR beispielsweise am Tagebau Jänschwalde bei Cottbus jahrelang viermal so viel Wasser entnommen, wie ursprünglich genehmigt. Durch die übermäßige Grundwassernutzung sinken die Wasserpegel der Seen in der Umgebung. Aber auch hier schafft die Leag Tatsachen – und das Bergbauamt kann nur zusehen. „Wir haben keine Wahl: Wir können die aktuelle Wasserentnahme nicht stoppen. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Grube zusammenfällt“, sagt LBGR-Leiter Fritze. 

Die Leag wiederum schreibt auf CORRECTIV-Anfrage lediglich, die jährlichen Sümpfungsmengen, die für einen sicheren Tagebaubetrieb notwendig seien, würden regelmäßig den Behörden berichtet. 

Auch für den Pinnower See bei Jänschwalde wurde die Leag dazu verpflichtet, die Wasserstände wieder anzuheben. Doch die gesteckten Ziele sind nie erreicht worden, ebenso wie die Füllung des Cottbuser Ostsees um Jahre verschoben wurde und nun erst 2030 beendet sein soll. 

Trinkwasserversorgung von Berlin nicht genug berücksichtigt

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) sind direkt von den Genehmigungen für die Leag betroffen. Sie beziehen einen Teil ihres Wassers für die Hauptstadt und Umgebung aus der Spree, die wiederum in der Lausitz entspringt. Die Leiterin des Bereichs Wasserversorgung bei den Berliner Wasserbetrieben, Gesche Grützmacher sagt, dass bei der Planung der Bergbaufolgelandschaft nicht ausreichend berücksichtigt werde, wie sie sich auf Menge und Güte des Trinkwassers in der Hauptstadt auswirken könnte. Grützmacher fordert: „Das muss jetzt nachgeholt werden.“
 
————

Die Recherche ist seit heute online unter diesem Link zu lesen: „Alles für die Kohle: Wie ein Konzern unser Wasser abgräbt

Was vom Tag bleibt… ein Baum, ein Apfel und ein Anhänger

Der Friedhof in Siedlinghausen (foto: zoom)

Wenn du im Dorf spazieren gehst, viele interessante Menschen triffst, Gespräche führst, Dinge erfährst, Hintergründe aufhellst und trotzdem abends aus Gründen nichts ins Blog schreiben kannst, dann bleiben ein paar Fotos vom Tag.

Der Siedlinghäuser Friedhof taucht häufiger auf der Website auf, weil er mir bei vielen Routen durch den Ort immer wieder vor die Füße fällt. Hier kann man, aber darf es nicht, auf die andere Seite der Bahngleise wechseln, um sich dann in den Weiten der Felder und Aussiedlerhöfe zu verlieren.

An der evangelischen Kirche, weiter unten im Ort, hängen noch Früchte am Baum. Ich habe die Äpfel hängen gelassen. Mit Adam, Eva und dem Apfel hat die ganze Geschichte angefangen. Nach der Vertreibung aus dem Paradies möchte ich nicht, dass alles in Siedlinghausen endet, bloß weil ich fremdes Obst nasche.

Einer von vielen roten Äpfeln am Baum neben der evangelischen Kirche (foto: zoom)

Oberhalb der Bahn steht seit Jahren ein grüner Anhänger mit roten Radkappen. Ich weiß nicht, ob er in der langen Zeit, die ich ihn kenne, schon einmal bewegt wurde.

Der grüne Anhänger – eines von vielen Dingen im Ort, die einfach da sind. (foto: zoom)

Der Anhänger gehört zum Ortsbild. Er ist einfach nur da – schräger Stand, ein grünes Ding. Wenn er weg ist, werde ich ihn vermissen.

Hochsauerlandkreis: Neues Impfangebot für Kinder im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen

Ärztin Anne Schüttke und MFA Myriem Hofmann vom Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis (Foto: HSK)

Kinder, die im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung im Gesundheitsamt HSK vorstellig werden, können sich dabei ab dem 05. Dezember gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lassen.

(Pressemitteilung HSK)

Während die Masernschutzimpfung für den Besuch einer KiTa oder der Schule Pflicht ist, folgt das Gesundheitsamt mit der Dreifachschutzimpfung MMR der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

„Die Eltern bringen den Impfausweis des Kindes zum Termin mit. Die medizinische Fachangestellte prüft dann, ob ein ausreichender Impfschutz besteht“, erklärt Andrea Gerbracht, Sachgebietsleiterin für Kinder-, Jugend- und Zahngesundheit. Wird ein fehlender Masernimpfschutz festgestellt, können die Eltern für ihre Kinder spontan Gebrauch von dem neuen Impfangebot machen, sofern keine medizinischen Gründe wie beispielsweise Fieber, schwere Einschränkungen des Immunsystems oder bekannte Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs dagegensprechen. „Gern können Eltern aber auch bereits im Vorfeld ihr Interesse melden“, so Andrea Gerbracht. Für die Impfung stehen Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsamtes bereit.

Das niederschwellige Impfangebot kann außerdem von Kindern aus Zuwandererfamilien genutzt werden, die zur sogenannten Seiteneinsteigeruntersuchung ins Kreishaus kommen.

Chaotische erste Bauphase für die Sanierung des Elleringhauser Bahntunnels

Drastische Kritik an der Kommunikation der Deutschen Bahn. DB-Mitarbeiter geloben Besserung.

Keine Problem bei den Siedlinghäuser Eisenbahnfreund*innen: Der Tunnel verbindet die Gleise mit dem Nachbarraum. Symbolbild. (archivfoto: zoom)

Sie verlief chaotisch, die erste Bauphase für die Sanierung des Elleringhauser Bahntunnels zwischen Olsberg und Brilon-Wald. Ursprünglich war für die Phase eine dreimonatige Streckensperrung angekündigt worden, und nun wurden es sechseinhalb Monate.

(Der Artikel ist gestern in ähnlicher Form auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Viermal wurde das Ende der Sperrung verschoben, mit extrem kurzen Ankündigungsfristen zwischen drei und minus eins (!) Tagen. Anfang November wurde die weitere Verschiebung der Streckenwiedereröffnung tatsächlich erst dann angekündigt, als die Züge schon wieder fahren sollten. An diesem Tag gab es dann gar keinen Schienenersatzverkehr (SEV), und in der anderen Zeit funktionierte der SEV teils sehr schlecht. Viele SchülerInnen und Schüler brauchten an jedem Schultag mehrere Stunden zusätzlich, um zur Schule bzw. von dort nach Hause zu kommen.

Am 27.11. stand das Thema erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaft und Struktur, nachdem es die SBL-Kreistagsfraktion bereits für die Sitzung im September hatte aufnehmen lassen. Dieses Mal hatten zwei Vertreter der “DB Netz” und ein leitender Mitarbeiter des für den Schienenpersonenverkehr zuständigen Zweckverbandes NWL den Weg ins Mescheder Kreishaus gefunden.

Von allen Seiten gab es drastische Kritik an der Kommunikation seitens der DB. Die DB-Mitarbeiter versuchten gar nicht das Geschehen zu beschönigen, sondern gelobten Besserung. Dies sei “nicht gut gelaufen”. Es habe diverse Mängel in den Abläufen gegeben; zum Schluss fehlten bautechnische Abnahmen. Während dieser Bauphase waren die beiden alten Gleise ausgebaut worden, die Tunnelsohle wurde einen Meter tiefer gelegt (was mit einer Fräse nur eine Woche dauerte), und schließlich wurde ein Gleis neu in der Tunnelmitte verlegt. Danach musste noch die Leit- und Sicherungstechnik angepasst werden.

Die weitere Sanierung dieses etwa 1,4 km langen Tunnels verläuft nach der “Tunnel-in-Tunnel-Methode”. Dabei wird jeweils auf etwa 40 Meter Länge die alte Tunnelschale saniert, durch Betonfertigteile. Das Baufeld wird durch eine verschiebbare Einhausung geschützt, und durch diesen kleineren Tunnel läuft eingleisig der Bahnverkehr weiter. Diese Phase wird etwa zwei Jahre lang dauern. Durch diese Methode kann die Dauer der Streckensperrung erheblich verkürzt werden. Der Vorschlag für die Anwendung der Tunnel-im-Tunnel-Methode kam übrigens von der SBL-Kreistagsfraktion zusammen mit dem VCD Hochsauerland, denen bekannt war, dass dieses Verfahren bereits bei einer Tunnelsanierung im Lahntal genutzt worden war. Hier nachzulesen: https://sbl-fraktion.de/?p=2375 und https://sbl-fraktion.de/?p=8023. Erst am Ende der Sanierung soll es dann eine weitere Totalsperrung von (hoffentlich nur?) drei Monaten Dauer geben.

Insgesamt soll die Sanierung dieses Tunnels, so war in der Ausschusssitzung zu erfahren, etwa 138 Mio Euro kosten. Diese Zahl lässt aufhorchen. Denn die Maßnahme wird nun teurer als der Bau einer parallelen zweiten Tunnelröhre. Das hatte die SBL auch vorgeschlagen, wurde aber abgelehnt. Nun gibt es sehr hohen logistischen Aufwand, und fast auf der halben Länge wird ein Rettungsstollen parallel gebaut, mit einem Wendeplatz am Ende, mitten im Berg. Künftig wird der Tunnel nur einspurig befahrbar sein, weil bei Tunneln mit einer Länge von mehr als 1 km nur eingleisige Röhren zulässig sind. Die einspurige Strecke wäre durch den Bau einer zweiten Röhre vermieden worden.

Was auch auffiel: Die letzte Verlängerung der Sperre vom 3. auf den 20. November war unnötig lange. Denn bereits am 9. November war die Strecke wieder befahrbar, wurde aber nicht genutzt. Wie soll man verstehen, dass Verlängerungen von Streckensperrungen ganz kurzfristig erfolgen, das aber bei Verkürzungen nicht möglich sein soll?

Alle Bahnkunden können nur hoffen, dass der Ablauf in den nächsten Jahren besser wird. Bis 2026 wird es im Kreisgebiet noch den Abschluss der Sanierung des Elleringhauser Tunnels (s.o.) geben, und es werden in dieser Zeit die beiden Tunnel zwischen Oeventrop und Freienohl saniert. Die DB hat also noch fünf Gelegenheiten (drei Abschlussphasen und zwei Startphasen) um zu zeigen, dass sie es besser kann.