Winterberg und das Bergfreibad – Utopie und eine Dystopie: ein Blick zurück, zwei Blicke nach vorn.

Hinter Stacheldraht: das Freibad Winterberg für immer perdu. (foto: zoom)
Hinter Stacheldraht: das Freibad Winterberg für immer perdu? (archivfoto: zoom)

Blick zurück:
Es war einmal vor vielen vielen Jahren, als ich als Gymnasiast mit meinen Klassenkameraden/innen regelmässig den Sportunterricht im Winterberger Freibad absolvieren konnte, damals unter Leitung von Klaus Adamek, unserem Sportlehrer (R.I.P. !), der uns bei Wind und Wetter zum Fichtenweg trieb: in die Sportschuhe und los, Dauerlauf bis zum Freibad, Badehose an und ab ins Wasser, das nicht immer komfortabel aufgeheizt war. Einige Runden Kraulen, Delphin, Brust oder Rücken. Dann Turmspringen. Mensch, hatte ich einen Schiss, vom Fünfmeterturm zu springen, mußte aber, ob ich wollte oder nicht. Adamek selbst machte sogar ganz easy einen “Köpper” vom Zehner*.

Hier eine alte Ansicht: http://img4web.com/view/AX1SN2

Zwei alte Ansichtskarten, freundlich zur Verfügung gestellt vom Besitzer der Ansichtskarten, Rüdiger Schauerte (Bearbeitung: zoom)
Zwei alte Ansichtskarten, freundlich zur Verfügung gestellt vom Besitzer der Ansichtskarten, Rüdiger Schauerte (Bearbeitung: zoom)

Schöne Zeiten waren das da oben am Schneil. Sommer-Feeling pur. Mit großem Handtuch auf leicht hügeliger Liegewiese, nicht weit von Schmeling’s Bude, wo es leckere heiße Würstchen und andere Gaumenfreuden gab. Die “harten” Jungs legten sich auch gern ohne Handtuch auf die nackten Betonplatten direkt am Becken, dort wo die braungebrannten Girls flanierten und man am besten Eindruck schinden konnte.

Tja, das war einmal … schade, schade!

*Apropos “Zehner”:
in dem kleinen Einspieler aus der Lokalzeitreportage konnte ich erkennen, daß sich der Zehnmeterturm garnicht mehr an bekannter Stelle befindet.
Wann ist der Turm demontiert/abgerissen worden? Gerade der Zehner war doch immer DIE Attraktion schlechthin … welches kommunale Freibad kann schon mit einem Zehnmetersprungturm aufwarten?

Was die laufende Diskussion um die Reaktivierung des Freibades betrifft: ich gehöre zu den Befürwortern und habe mich an der Petition beteiligt, dennoch habe ich ehrlich gesagt erhebliche Zweifel, daß der Abriss des Bades noch verhindert werden kann.

Das “Ei” ($$$) steht schlichtweg im Wege – und das ist bittere Realität. Die fatale Fehlentscheidung der Kommunalpolitik, ein PPP-Objekt wie das Oversum in Winterberg zu installieren, hat bereits in der Gegenwart und wird auch in der Zukunft zwangsläufige Fehlentwicklungen im Tourismusort Winterberg verantworten und nach sich ziehen – denn “ohne Moos nix los”!

Sehr schmerzlich für die Stadt wären weitere aufeinanderfolgende frost- und schneefreie Winter mit folgenschwerem Einbruch des Wintertourismus (angesichts der globalen Klimaveränderung eine durchaus legitime Betrachtungsweise) und parallel der bekannte Mangel an alternativen Freizeitangeboten für den Nicht-Skifahrer.

Blick nach vorn:
Also müßte alles dafür getan werden, sinkende Übernachtungs- bzw. Besucherzahlen im Winter in der warmen Jahreszeit zu kompensieren.

Nicht zuletzt ein derart traumhaft gelegenes Bergfreibad wäre da schon eine attraktive Freizeiteinrichtung, die nicht nur bei den Gästen (vor allem den jungen Familien mit Kindern) ganz sicher auf großes Wohlgefallen treffen würde. Und geschuldet der Tatsache, daß die Sommer auch im Sauerland immer länger und wärmer werden, ließe sich das Bad natürlich ausgedehnter öffnen als zu früheren Zeiten, von Mai bis Mitte September müßte doch drin sein, und zwar von 8.oo bis 20.oo Uhr, für Berufler und andere Frühschwimmer auch wöchentliche Extrazeiten schon ab 7.oo Uhr.

In den heißesten Wochen des Jahres würde gar eine Öffnung bis 22.oo auf positive Resonanz stoßen (in grösseren Städten werden bisweilen Nachtschwimmzeiten angeboten, sozusagen “Kraulen bei Laternenlicht” (kann sehr romantisch sein).

Die Liegewiese am Freibad Winterberg bietet de facto genug Platz, um ein Kinderparadies für die ganz Kleinen einzurichten: Sandkasten, Rutsche, Kletter- und Krabbelgeräte.

Der sportiven Jugend könnte man beispielsweise ein Areal zur Verfügung stellen, wo man Beach-Volleyball spielen kann: etwas Sand, ein Netz, ein paar Bälle – das war’s schon. Beach-Volleyball ist immer auch Party, und Parties ziehen Mädels und Jungs magisch an. Und wenn das alles auf einer so herrlichen Location wie dem Bergfreibad und seiner grossen Rasenfläche stattfinden kann – cool!

Warum nicht mal einen DJ mit zwei Turntables engagieren, der einmal im Monat die Scheiben dreht, nach dem Motto „splash & scratch!“

Sponsoren aus der Getränkebranche oder dem Sportbereich dürften sich als Geldgeber finden lassen, ist ja gutes Marketing. Hauptsache die Hütte, pardon, die Wiese wird voll.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, man darf das Freibad nicht nur als Schwimmbecken betrachten. Es sollte auch Event-Location sein, Ort der Kommunikation, Party-Area oder Plattform für künstlerische Darbietungen. Ein Lichterabend am Wasser mit Life-Musik, von Chanson bis Jazz, von Pop bis Klassik. Oder vielleicht eine Original Samba-Truppe mit heißblütigen Tänzerinnen in einer tropischen Juli-Nacht? Dazu einen gut gemixten, kühlen Caipirinha – hmmh! Überhaupt kein Problem, eine entsprechende Band in NRW zu finden. Eine kleine Bühne ist rasch aufgebaut, ein weißes Zelt, in dem sich Hunger und Durst befriedigen lassen, sollte machbar sein, beispielsweise gesponsert vom lokal ansässigen Einzelhandel, von der Winterberger Gastronomie oder einem bekannten Sauerländer Bierbrauer.

Zwei, drei Dixi-Klöchen hinten vor die Büsche, fertig.

Der Standort “Bergfreibad” bietet vielerlei Optionen: gefragt sind Kreativität und Ideenreichtum, sorgfältige Planung und professionelle Durchführung, dabei sollten sich Politik UND Bewohner gegenseitig unterstützen und hilfreich zur Seite stehen.

Fruchtbare Eigeninitiative und Support durch alle ortsansässigen Freibadbefürworter (Vereine, Clubs etc.) sollte selbstverständlich sein. Wie wär’s  mit der Einrichtung eines Hilfsfonds “zur Erhaltung und für den Betrieb des Freibades Winterberg”, jeder Bürger/jede Bürgerin könnte doch mal ein paar Euros dafür abzwacken, man gönnt sich ja sonst nichts.

Dennoch sehe ich schwarz, aber mit einem kleinen Fünkchen verbleibender Hoffnung.

Liebe Verantwortliche, denkt bitte an die Zukunft des Ortes, und ich meine nicht nur die nächsten zwei, drei Jahre, sondern ich spreche hier von Jahrzehnten. Visionen haben und diese realisieren! Sich nicht nur mit Gegebenheiten arrangieren und auf der Stelle treten. Sich nicht mit scheinbar unlösbaren Problemen abfinden, sondern Optionen erkennen und Alternativen entwickeln.

Ohne Prophet sein zu wollen (wie sollte ich auch) behaupte ich, dass nach einer Insolvenz und der daraus resultierenden Schließung des Oversum-Hotels (eine durchaus realistische Prognose), nach und nach die einzelnen Module kollabieren werden. Wenn das Hotel leer steht, ebbt der Besucherverkehr am Oversum ab. Die Touristikzentrale wird in den Innenstadtbereich zurückkehren und sich irgendwo zwischen Hauptstraße und Pforte ein kleines, bezahlbares Refugium suchen müssen.

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) St. Franziskus wird aufgelöst, da aufgrund schlechter Winter (orthopädisch-chirurgische Einbußen) die Patientenzahlen im Winterberger Krankenhaus signifikant sinken werden, und auch die allgemeine negative Entwicklung im Gesundheitswesen wird diese Maßnahme notwendig machen.

Die Kunstoffbahn wird verrotten, da sie keine Alternative zur Kunsteisfläche sein kann und dementsprechend von Eisläufern gemieden wird. Einmal mehr verschenktes Geld. Das Hallenbad im Souterrain des Oversum, der ganze Stolz von Eickler & Co., wird nicht genügend frequentiert und niemals eine echte Alternative für Freiluftschwimmen im aufgegebenen Bad am Fichtenweg sein. Die Betriebskosten werden nicht länger aus dem Stadtsäckel getilgt werden können, das Hallenbad wird geschlossen.

Hotel leer, Doktoren weg, Touristikzentrale in ein ehemaliges Ladenlokal geflüchtet, Hallenbad nebst Spa-Bereich zunehmend verkommen aufgrund mangelnder Pflege und Instandsetzung … ein zweites Claassen und ein zweites Kurmittelhaus … und dann aber noch 30 lange Jahre dafür berappen.

Keine Angst, ist halt nur eine Zustandsbeschreibung, die ein vielleicht zu pessimistischer Autor als worst case vor Augen hat.

Umleitung: kurz vor Mitternacht kommen Schavan, der DFB, die Hamas und mehr …

Industriemusealer Kitsch im Landschaftspark Nord/DU - immer wieder gern. (foto: zoom)
Blick vom Hochofen: Industriemusealer Kitsch im und vom  Landschaftspark Nord/DU aus gesehen – immer wieder gern. (foto: zoom)

Causa Schavan: Bericht des Dekans der Philosophischen Fakultät der HHU an den Senat … erbloggtes

Hinweise aus dem Jahr 1963: Wahrheit und Lüge in der Politik … wiesaussieht

Der DFB wird Weltmacht: Der eingetragene Verein, der wie der ADAC viele Millionen bewegt, geht daran, die Bundesrepublik zu übernehmen … postvonhorn

Pro-Hamas-Demonstrationen: Redlich und sehr sensibel. Vorsicht Ironie bei … jurga

Ruhrtriennale doch nicht ohne Gregor Schneider: Bochum springt für Duisburg ein … revierpassagen

Kein Sanierungsfall – Deal geplatzt: Das Bundeskartellamt hat den geplanten Verkauf von sieben angeblich Verluste einfahrenden WAZ- und WR-Lokalausgaben der Funke-Mediengruppe im Großraum Dortmund – samt Titel-Rechten – an den Konkurrenten Ruhr Nachrichten nicht genehmigen wollen … revierpassagen

“Günstiger?”:  Anmerkungen von Reinhard Loos (SBL) zu Änderung der Fahrpreise im Ruhr-Lippe-Tarif ab August … neheimsnetz

Wahlprogramm und Massentierhaltung: Kreistagsfraktion Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW) stellt dem Landrat diverse Fragen zur geplanten Putenmastanlage in Meschede-Schederberge … sbl

Manchmal finde ich Graffiti spießermäßig richtig Scheiße …

hoag2014072501Der Emscherradweg ist an manchen Stellen ziemlich schlecht beschildert. Viele Ausschilderungen sind für einen Fernreise-Radler völlig sinnlos. Was sollte mir beispielsweise „Alt-Oberhausen 3,2 km“ sagen, wenn ich zum Gasometer, zum Landschaftspark Nord oder einfach nach Bochum Stadtmitte will?

Dann gibt es im Ruhrgebiet ein weiteres Problem. Du kannst niemanden nach dem Weg zu einem entfernteren Ziel fragen und erwarten, dass du eine eindeutige Antwort bekommst. In seinem Flickenteppich von Städten und Ortsteilen blickt der Ruhrgebietler selber nicht mehr durch.

Da stand ich also gestern an der schlecht ausgeschilderten Ecke und wollte mich auf der Karte informieren, wie ich den nun weiterradeln müsste. Ich kann Karten lesen. Ich bin ein Mensch des analogen Zeitalters. Ich bin da richtig gut drin.

Aber die Graffiti auf der sehr detaillierten Karte hatte aus der HOAG-Tafel (siehe Bild) einen für mich unleserlichen Datenmüll gemacht.

Mensch, war ich sauer!

Zum Glück saß da noch ein älteres Ehepaar, selber Radler, auf einer Bank. Die beiden waren sehr nett, sie konnten mir auch nicht weiterhelfen, der Landschaftspark wäre sehr wahrscheinlich nicht leicht zu erreichen. Sie waren halt Einheimische.

In einem sokratischen Dialog konnte ich die Frau davon überzeugen, dass mein Gefühl, geradeaus weiterzuradeln, durchaus nicht völlig abwegig wäre.

In diesem Sinne positiv bestärkt, radelte ich geradeaus, um sofort nach 20 Metern links abzubiegen. Nach Gefühl und … angekommen 🙂

Vielleicht wollte mir der Graffiti-Künstler sagen, dass ich mich nicht auf schnödes Kartenwerk, sondern auf meine Gefühle verlassen sollte – und auf die Kommunikation mit netten Ehepaaren oder anderen ahnungslosen „Ruhris“.

Kommunikation statt Information!
Gefühl statt Gewissheit!

Hätte er oder sie diese Parole auf die Tafel geschmiert, ich hätte alles verstanden.

Schicke Fahne vor unserer Hütte, oder?

Die Fahne weht ziemlich schick vor unserem Haus, aber ich war's nicht (foto: zoom)
Die Fahne weht ziemlich schick vor unserem Haus, aber ich war’s nicht (foto: zoom)

Ich gebe zu, ein Schützenbruder bin ich nicht. Als wir allerdings heute nach 13 Stunden Autofahrt in unseren Ort Siedlinghausen zurückkehrten, wehte diese hübsche Fahne vor dem Haus.

Schützenfest in Siedlinghausen; so ist es halt bei uns im Sauerland – mit den Fahnen.

In der Waschmaschine dreht sich die Urlaubswäsche, aus dem Ort schallt die Musik vom Auto-Scooter hinauf, das Juchzen der Festbesucher steht in der warmen Sommerluft.

Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich … aber so muss das Krombacher aus dem Kühlschrank reichen.

Die Motten flattern um die Terrassenlampe, der Auto-Scooter juchzt und stampft. Das Schützenfest 2014 in Siedlinghausen wird ein tolles Fest.

Update: Prost!

Umleitung: vom Schavan-Dossier über Spionage und Antisemitismus zum Flugzeugabsturz in Elpe.

Heute gesehen, geknippst - Graffiti (foto: zoom)
Heute gesehen, geknippst – Graffiti (foto: zoom)

Das Schavan-Dossier: „Unter dem Hashtag-Titel #schavangate werden wir ab sofort in rascher Folge eine Reihe von ca. zehn relativ kurzen Texten bringen, die insgesamt einen umfassenden Hintergrundbericht zur Affäre Schavan ergeben sollen“ … causaschavan und hier Teil 1, Teil 2 sowie Teil 3.

Erläuterungen zum Dossier: Was bringt das #schavangate ans Licht? … erbloggtes

Wenn Unsinn zu Sinn wird, wird Lesen zur Pflicht: Das Seitenschreiten als Ausdruck seitenscheiterhäufiger Asymmetrie … endoplast

Kriegsspiel mit Herz? Computer Games zum Ersten Weltkrieg … phw

Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt: Bombenangriffe auf Zivilbevölkerungen gehören zu den schrecklichsten Begebenheiten moderner Kriege. Zum Schutz vor dieser mächtigen Bedrohung wurde auch in Hagen eine Vielzahl von Luftschutzeinrichtungen erbaut … doppelwacholder

NSA und so: Liebe Amerikaner, wir müssen reden … nesselsetzer

Die einstige Schutzmacht USA spioniert: Obama, Merkel und die gleiche Augenhöhe … postvonhorn

„Hass und Hetze“: Antisemitische Beschimpfungen und Attacken bei pro-palästinensischen Kundgebungen. Zentralratspräsident Graumann ist schockiert … juedischeallgemeine

Schlagzeilen mit Schlagseite: Wie deutsche Zeitungsüberschriften im Gaza-Konflikt semantisch Partei ergreifen … juedischeallgemeine

Essen: Die Linksjugend bekommt Ihre Teilnehmer nicht in den Griff … ruhrbarone

Nach der Siegesfeier: Die Party ist vorbei … wiesaussieht

Kommentarregeln, nicht schlecht: „Alle Kommentare werden moderiert; die Frage der Freischaltung liegt ausschliesslich bei mir. Damit Sie nicht Ihre Zeit verschwenden, hier ein Abriss über meine Kriterien“ … scilogs

Das Binnen-I ist der Demokratie ihr Tod: Wenn ich mit Büchern, Spielen und Fernsehsendungen zur deutschen Sprache berühmt geworden wäre, ohne besonders viel von der deutschen Sprache zu verstehen … sprachlog

Aus alten Zeitungszeiten: Was Rapunzel mit der Rundschau zu tun hatte … revierpassagen

Einzelhandel im HSK und Soest: Startschuss zur Umsetzung des regionalen Einzelhandelkonzeptes … neheimsnetz

Qualitätsbericht Schienenpersonennahverkehr: Verspätungsquote immer noch viel zu hoch … sbl

Flugzeugabsturz in Elpe: Kritik am Krisenmanagement … derwesten

Umleitung: Always Oline, Funke entlässt, Fracking und ein Nachtrag zum brasilianischen Fußball.

Like a bird on a wire - always " Oline" - nur ein Yacht-Name ;-) (foto-zoom)
Like a bird on a wire – always “ Oline“ – nur ein Yacht-Name 😉 (foto-zoom)

Bildgeschichte: Die Ehe des Scheidungsanwaltes … endoplast

Zeitungskrise I: Funke-Sprecher Fessen bestätigt: Betriebsbedingte Kündigungen in Bathey – 116 Arbeitsplätze werden gestrichen … newsroom

Zeitungskrise II: Funke entlässt etliche Mitarbeiter in Druckzentrum … dwdl

WPP: Die im Dunkeln sieht man nicht … nachdenkseiten

Naher Osten: Wie Akteure in einem Stück von Dario Fo … wiesaussieht

Umwelt: Fracking-Abwasser und richtige Erdbeben … scilogs

Kunst: Ja, das war Mist – Der Duisburger Kunstskandal … jurga

Sport: Aus der Traum vom brasilianischen Fußball … revierpassagen

Meschede: Musikalische Premiere an der Hennestiege in Meschede … neheimsnetz

Opposition und Personen: Wer gehört zur SBL/FW-Fraktion? … sbl

Freibad Winterberg: CDU fordert von der SPD Konzepte zur Reaktivierung. Stellungnahme der SPD.

Das Freibad Winterberg heute am frühen Abend. (foto: firley)
Das Freibad Winterberg heute am frühen Abend. Die SPD Ratsmitglieder der Kernstadt Winterberg setzen sich nach dem Oversum-Desaster für einen möglichen Erhalt ein (foto: firley)

Die SPD Ratsmitglieder der Kernstadt Winterberg setzen sich nach dem Oversum-Desaster für einen möglichen Erhalt des Freibads am Buchenweg ein. Die CDU-Fraktion wiederum fordert laut Westfalenpost in einer Pressemitteilung von der SPD konkrete Vorschläge, wie denn dieser Erhalt technisch und finanziell machbar sei.

„Nach allem, was bekannt ist, ist eine Wiedereröffnung des Freibades weder technisch noch finanziell möglich“, äußerte Joachim Reuter, Fraktionsvorsitzender der CDU laut dem oben verlinkten Zeitungsbericht. Zudem sei die Ausschreibung zum Abriss bereits gelaufen und die Auftragsvergabe stünde in Kürze an.

Die SPD hält heute in einer Pressemeldung argumentativ dagegen:

Stellungnahme Reaktivierung Freibad Winterberg

Die vom Rat der Stadt Winterberg in Zusammenhang mit dem Kurpark Projekt Oversum beschlossenen Maßnahmen (Abbruch von Eissporthalle/Kurzentrum, Hallen- & Freibad & Stadthalle) sind bei den Bürgerinnen & Bürgern der Kernstadt immer mit einer gewissen Skepsis betrachtet worden. Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf wurden die SPD Kandidaten der Kernstadt Winterberg in vielen Gesprächen immer wieder auf das geschlossene Waldfreibad am Buchenweg angesprochen. Unsere Bürger bedauern, dass „Ihr Freibad“, welches mit den 50 Meter Bahnen ein Alleinstellungsmerkmal im Sauerland ist, von der Kommunalpolitik aufgegeben wurde, obwohl Winterberg sich doch gerne mit anderen Sportanlagen als die Sportstadt in NRW präsentiert. Den Wunsch unserer Bürgerinnen und Bürger haben die Kandidaten der Kernstadt gerne aufgenommen obwohl dieser nicht im Wahlprogramm der SPD Winterberg stand.

Das komplette Wahlprogramm ist auf unserer Homepage veröffentlicht.
http://www.spd-winterberg.de/politik_partei/programm.php

Der Ratsbeschluss in 2004 das Freibad in der Kernstadt aufzugeben hing eng mit den Planungen des Investors zusammen, im Kurpark das PPP Modell zu installieren. Es sollte die Wirtschaftlichkeit des Betriebes stärken. Nun dieses Projekt ist gescheitert.

Seit April 2014 ist die Stadt Winterberg wieder selbst Betreiber des Hallenbads im Oversum. Betriebs- und Personalkosten trägt die Stadt, auch wenn sie im Hochsommer ein Hallenbad betreibt.

Dieser Umstand eröffnet auch neue Möglichkeiten. So sollte meiner Meinung nach die Entscheidung das Freibad zu schließen, nochmals geprüft werden. Die SPD Ratskollegen der Kernstadt sehen dies genauso.

Genau an dieser Aussage, welche in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, sehen wir keine Wählertäuschung.

Im Gegenteil, wir nehmen die Wünsche und Anregungen aber auch Kritik unserer Mitbürger ernst und wollen sie umsetzen.

Herr Bürgermeister Eickler und auch Herr Reuter von der CDU Fraktion haben die SPD aufgefordert einen Finanzierungsvorschlag zu nennen, was uns ohne eine genaue Summe für die Reaktivierung des Freibads zu kennen schwer möglich ist.

Aber entscheidend ist hier nicht das Geld, sondern der politische Wille.

Zahlen, die wir haben, stammen aus 2011, dem letzten Jahr in dem das Hallen- und Freibad komplett in Betrieb war.

Im Jahr 2011 betrug das Defizit für Hallenbad und Freibad 142.000€ Zu diesem Ergebnis trugen insbesondere Personalkosten in Höhe von 152.000€ bei!

Diese Personalkosten werden wir weiterhin haben, ganz gleich ob das Freibad auf ist oder nicht.

Die Pacht, die die Stadt an die Knappschaft leisten musste und vor der jetzt Herr Reuter warnt betrug 2040,82 € im Jahr! Dies müsste eigentlich aufzubringen sein.

Auch nach der Technik haben wir uns zwischenzeitlich erkundigt. Das Hallenbad und das Freibad haben getrennte Wasserkreisläufe. Gemeinsam ist die Heizung. Das Becken und die anderen Anlagen des Freibades sind in ordentlichem Zustand. Nach dem Abriss des Hallenbades müsste eine neue Heizung her. Doch dies ist auch eine Chance moderne sparsame Technik zu nutzen.

Zur Finanzierung sei noch angemerkt, dass wir seit 2013 einen Fremdenverkehrsbeitrag erheben, der mindestens 450.000€ in die Kasse der WTW spülen soll. Dieser wird von vielen Betrieben der Kernstadt erwirtschaftet. Hinzu kommen Kurbeiträge und Kurorthilfe, die ebenfalls für die touristische Infrastruktur vorgesehen sind, zusammen mehr als 2 Millionen €

Für eine Plastikeisbahn soll 100.000 € ausgegeben werden. Da bin ich sicher dass wir das Freibad am Fichtenweg wieder in Betrieb nehmen können, wenn wir es wollen!

Durch die Berichterstattung in der lokalen Presse haben uns jetzt erneut Bürger angesprochen, die bereit sind, uns bei der Umsetzung zu unterstützen. So hat ein Investor Interesse an dem Gelände signalisiert und regt an mit Hilfe von Stellplätzen für Wohnmobile Einnahmen für das Schwimmbad zu generieren.

Das Freibad in Winterberg sehen wir auch nicht als Konkurrenz zu den anderen Freizeitmöglichkeiten in unserer Stadt.

Die Badeangebote am Hillebachsee in Niedersfeld sowie das Hallen- & Freibad in Siedlinghausen unterstützen wir ausdrücklich, weil diese ein sehr gutes Angebot für unsere Stadt sind.

Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Bädervereins Siedlinghausen, welche ehrenamtlich tätig sind. Nur durch ihren persönlichen Einsatz ist der Betrieb der Bäder in Siedlinghausen möglich, da die Kommunalpolitik diese bereits aufgegeben hatte.

Urlaub ist da, wo du der Herrscher über die Waschmaschinen bist.

Zehn Waschmaschinen, fünf Tümmler und zwei Schleudern (fotos: zoom)
Zehn Waschmaschinen, fünf Tümmler und zwei Schleudern (fotos: zoom)

Urlaub ist da, wo du in Ruhe über eine Armada von Waschmaschinen, Tümmlern und Schleudern verfügen kannst. „Ich muss mal eben die Wäsche machen!“, eine exquisite Ausrede, um dem Ferienhausterror zu entkommen.

Zwei Satteltaschen vollgestopft, Kleingeld in die Vordertasche und gemächlich Richtung Waschsalon radeln. Unterwegs die Süddeutsche kaufen. Dann läuft die Zeit.

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Selfie im Tumble Dryer

Alle Wäsche, ob weiß, bunt oder schwarz in die 10 kg Maschine: 30 Minuten bei 40°, vier Minuten Schleudern, 40 Minuten tümmeln und zehn Minuten zusammenlegen, in die Satteltaschen stopfen und als Held der Arbeit zurück zum Ferienhaus radeln.

Hier Jammern und Wehklagen nicht vergessen.

Nicht verraten, dass du die 70 Minuten „Waschen & Tümmeln“ ganz für dich und deine Zeitung hattest. Bei Bedarf minus zehn Minuten für den Eissalon: Softeis, mittlere Portion, zum Mitnehmen.

Der Waschsalon im Urlaub – das ist harte Hausmännerarbeit.

Aber wie ist das eigentlich mit dem Kochen und Spülen? Da gibt es auch ein paar Tricks. Verrate ich jetzt aber nicht – harte Hausmännerarbeit!

Und ihr so?

Depressed Mode: Genital Jesus – always look on the white side of life …

Genital Jesus - always look on the white side of life (foto: zoom)
Genital Jesus – always look on the white side of life (foto: zoom)
Das kann kein Zufall sein. Der Genagelte an der weißen Wand neben der Bibliothek, in der wir uns das Leben des Brian samt einem Depeche Mode Remix ausgeliehen hatten.

Der „Personal Jesus“ wummert als Ohrwurm durch die Hütte. Vom Plasmabildschirm pfeift das „Always look on the bright side of life“.
Es besteht kein Zusammenhang. Pure Koinzidenz. Am Wegesrand.

Umleitung: Bitte nicht mehr vor dem Spiel lesen … von SAQ bis Troll-Alarm …

Yesterday, all my troubles seemed so far away Now it looks as though they're here to stay oh, I believe in yesterday ... (foto: zoom)
Yesterday, all my troubles seemed so far away, Now it looks as though they’re here to stay, oh, I believe in yesterday … (foto: zoom)

SAQ: Schavanly Asked Questions … erbloggtes

Das fotografische Gedächtnis des Internets: Mit dem Internet wird der gesamte Alltag archiviert, worauf die Kultur mit Gerichtsurteilen antwortet, die das Vergessen sichern sollen, und auch mit Vergessenstechnologien wie Snapchat … PublicHistory

Bevormundungen aus dem konservativen Bunker: Die moralischen Blockierer von Modernität, Freizügigkeit und sexueller Selbstbestimmung zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass sie dem Trugschluss unterliegen, sie wüssten, was moralisch für Menschen in einer Gesellschaft vertretbar ist und was nicht … nesselsetzer

Krieg und Frieden: Deutsche Eliten setzen auf aggressivere Außenpolitik, Militarisierung und Krieg … nachdenkseiten

Wem gehört Berlin? Privatisierungskritiker laden zur Entdeckungstour durch die Hauptstadt … gib

WM-Spielkultur: Wer schlimme Verhältnisse beklagt, ist meist im Irrtum. Sie sind oft schlimmer, wie die Fußball-WM zeigt … postvonhorn

Phantasielosigkeit der Geheimdienste I: Spionage ist bekanntlich das zweitälteste Gewerbe und daher nicht das Erstaunliche an den Enthüllungen von Edward Snowden … wiesaussieht

Geheimdienste II: Das muss man sich nur mal vorstellen! Diese Amerikaner schrecken nicht einmal davor zurück, unseren NSA-Untersuchungsausschuss auszuspionieren … jurga

Ruhrtriennale: Duisburg sagt Gregor Schneiders Installation „Totlast“ ab … revierpassagen

Hagen: „Minderleister“-Debatte bei Enervie … doppelwacholder

HSK/Soest – Preistreiber RLG: Im Durchschnitt der 9 Preisgruppen beträgt die Anhebung für Einzelfahrscheine 5,9%. Für die 4er-Karten sind es durchschnittlich sogar 6,4% … sbl

Zu guter Letzt der Troll-Alarm in Leser-Foren: Manche dachten: Man braucht nur das Internet, also die breite Vernetzungsmöglichkeit untereinander, und schon wird die Welt besser … charly&friends