Freibad Winterberg: CDU fordert von der SPD Konzepte zur Reaktivierung. Stellungnahme der SPD.

Das Freibad Winterberg heute am frühen Abend. (foto: firley)
Das Freibad Winterberg heute am frühen Abend. Die SPD Ratsmitglieder der Kernstadt Winterberg setzen sich nach dem Oversum-Desaster für einen möglichen Erhalt ein (foto: firley)

Die SPD Ratsmitglieder der Kernstadt Winterberg setzen sich nach dem Oversum-Desaster für einen möglichen Erhalt des Freibads am Buchenweg ein. Die CDU-Fraktion wiederum fordert laut Westfalenpost in einer Pressemitteilung von der SPD konkrete Vorschläge, wie denn dieser Erhalt technisch und finanziell machbar sei.

“Nach allem, was bekannt ist, ist eine Wiedereröffnung des Freibades weder technisch noch finanziell möglich“, äußerte Joachim Reuter, Fraktionsvorsitzender der CDU laut dem oben verlinkten Zeitungsbericht. Zudem sei die Ausschreibung zum Abriss bereits gelaufen und die Auftragsvergabe stünde in Kürze an.

Die SPD hält heute in einer Pressemeldung argumentativ dagegen:

Stellungnahme Reaktivierung Freibad Winterberg

Die vom Rat der Stadt Winterberg in Zusammenhang mit dem Kurpark Projekt Oversum beschlossenen Maßnahmen (Abbruch von Eissporthalle/Kurzentrum, Hallen- & Freibad & Stadthalle) sind bei den Bürgerinnen & Bürgern der Kernstadt immer mit einer gewissen Skepsis betrachtet worden. Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf wurden die SPD Kandidaten der Kernstadt Winterberg in vielen Gesprächen immer wieder auf das geschlossene Waldfreibad am Buchenweg angesprochen. Unsere Bürger bedauern, dass „Ihr Freibad“, welches mit den 50 Meter Bahnen ein Alleinstellungsmerkmal im Sauerland ist, von der Kommunalpolitik aufgegeben wurde, obwohl Winterberg sich doch gerne mit anderen Sportanlagen als die Sportstadt in NRW präsentiert. Den Wunsch unserer Bürgerinnen und Bürger haben die Kandidaten der Kernstadt gerne aufgenommen obwohl dieser nicht im Wahlprogramm der SPD Winterberg stand.

Das komplette Wahlprogramm ist auf unserer Homepage veröffentlicht.
http://www.spd-winterberg.de/politik_partei/programm.php

Der Ratsbeschluss in 2004 das Freibad in der Kernstadt aufzugeben hing eng mit den Planungen des Investors zusammen, im Kurpark das PPP Modell zu installieren. Es sollte die Wirtschaftlichkeit des Betriebes stärken. Nun dieses Projekt ist gescheitert.

Seit April 2014 ist die Stadt Winterberg wieder selbst Betreiber des Hallenbads im Oversum. Betriebs- und Personalkosten trägt die Stadt, auch wenn sie im Hochsommer ein Hallenbad betreibt.

Dieser Umstand eröffnet auch neue Möglichkeiten. So sollte meiner Meinung nach die Entscheidung das Freibad zu schließen, nochmals geprüft werden. Die SPD Ratskollegen der Kernstadt sehen dies genauso.

Genau an dieser Aussage, welche in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, sehen wir keine Wählertäuschung.

Im Gegenteil, wir nehmen die Wünsche und Anregungen aber auch Kritik unserer Mitbürger ernst und wollen sie umsetzen.

Herr Bürgermeister Eickler und auch Herr Reuter von der CDU Fraktion haben die SPD aufgefordert einen Finanzierungsvorschlag zu nennen, was uns ohne eine genaue Summe für die Reaktivierung des Freibads zu kennen schwer möglich ist.

Aber entscheidend ist hier nicht das Geld, sondern der politische Wille.

Zahlen, die wir haben, stammen aus 2011, dem letzten Jahr in dem das Hallen- und Freibad komplett in Betrieb war.

Im Jahr 2011 betrug das Defizit für Hallenbad und Freibad 142.000€ Zu diesem Ergebnis trugen insbesondere Personalkosten in Höhe von 152.000€ bei!

Diese Personalkosten werden wir weiterhin haben, ganz gleich ob das Freibad auf ist oder nicht.

Die Pacht, die die Stadt an die Knappschaft leisten musste und vor der jetzt Herr Reuter warnt betrug 2040,82 € im Jahr! Dies müsste eigentlich aufzubringen sein.

Auch nach der Technik haben wir uns zwischenzeitlich erkundigt. Das Hallenbad und das Freibad haben getrennte Wasserkreisläufe. Gemeinsam ist die Heizung. Das Becken und die anderen Anlagen des Freibades sind in ordentlichem Zustand. Nach dem Abriss des Hallenbades müsste eine neue Heizung her. Doch dies ist auch eine Chance moderne sparsame Technik zu nutzen.

Zur Finanzierung sei noch angemerkt, dass wir seit 2013 einen Fremdenverkehrsbeitrag erheben, der mindestens 450.000€ in die Kasse der WTW spülen soll. Dieser wird von vielen Betrieben der Kernstadt erwirtschaftet. Hinzu kommen Kurbeiträge und Kurorthilfe, die ebenfalls für die touristische Infrastruktur vorgesehen sind, zusammen mehr als 2 Millionen €

Für eine Plastikeisbahn soll 100.000 € ausgegeben werden. Da bin ich sicher dass wir das Freibad am Fichtenweg wieder in Betrieb nehmen können, wenn wir es wollen!

Durch die Berichterstattung in der lokalen Presse haben uns jetzt erneut Bürger angesprochen, die bereit sind, uns bei der Umsetzung zu unterstützen. So hat ein Investor Interesse an dem Gelände signalisiert und regt an mit Hilfe von Stellplätzen für Wohnmobile Einnahmen für das Schwimmbad zu generieren.

Das Freibad in Winterberg sehen wir auch nicht als Konkurrenz zu den anderen Freizeitmöglichkeiten in unserer Stadt.

Die Badeangebote am Hillebachsee in Niedersfeld sowie das Hallen- & Freibad in Siedlinghausen unterstützen wir ausdrücklich, weil diese ein sehr gutes Angebot für unsere Stadt sind.

Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Bädervereins Siedlinghausen, welche ehrenamtlich tätig sind. Nur durch ihren persönlichen Einsatz ist der Betrieb der Bäder in Siedlinghausen möglich, da die Kommunalpolitik diese bereits aufgegeben hatte.

49 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
§reiter
7 Jahre her

Um Gottes Willen! Bitte nicht. Schon die Argumentation ist grandioser Schwachsinn. “Das PPP-Konzept ist wirtschaftlich gescheitert”, ergo keine Kohle in der Kasse. Deswegen hole ich mir ein vorher schon defizitäres Freibad wieder in den Haushalt und torpediere voll den richtigen Zentralisierungsgedanken des Oversums (Personal kann auch nicht an zwei Orten gleichzeitig sein; muss von A -> nach B und verursacht nochmal Kosten). Wie rückwärts gewandt kann man noch denken? Warum braucht der kälteste Ort NRWs ein Freibad? Ich wiederhole mich gerne: Nicht jedes Kuhdorf braucht ein Freibad! Silbach und der Hillebachsee reichen vollkommen aus. Nostalgische Gefühle bezahlen keine Betriebskosten. Viel… Read more »

Johannes von Winter
7 Jahre her

Wie verbort kann man sein?
Man muss doch auch mal einsehen, wenn man sich geirrt hat.
Das erste Konzept des Oversum ist numal gescheitert. Warum kann man da nicht auch mal ander sinnvolle Gedanken wenigsten auffassen, ohne
sofort ,,DAGEGEN” zu krakehlen. Hätte es eine ,,ehrliche” Diskusion
über diese beiden Projekte gegeben, hätte man diese Diskusion im
Vorfeld führen können.
Aber das war ja leider nicht gewollt!Schade!

Leon R.
7 Jahre her

Ich würde mich eher Fragen ob die Kinder “die noch die ehesten Besucher des Freibades wären” nicht unsere Zukunft sind? Sollen die alle weglaufen? Im Übrigen ist das von A–>B kommen wohl kein Argument. Man kann beide Bäder mit dem gleichen Personal fahren, vom Oversum zum Buchenweg sind es 2km, ich denke so sportlich sind unsere Bademeister! Ins Hallenbad geht an heißen Sommertagen ohnehin niemand, da könnte man dann im Wechsel Hallen- und Freibad öffnen. Das verursacht nicht einmal höhere Personalkosten als bisher. Im Übrigen haben sich seit gestern Abend bereits ca. 160 Personen für den Erhalt des Freibades ausgesprochen.… Read more »

Andreas
7 Jahre her

@Leon: Wo kann man sich “seit gestern Abend” für den Erhalt des Freibades aussprechen? Würde ich nämlich auch gerne machen. §reiter: Warum nicht einfach mal die Diskussion zulassen? Was akut zu tun wäre, das wäre nur der Stopp des Abbaus. Und dann könnte man doch mal in aller Ruhe und ergebnisoffen sprechen. Ich finde es absurd, wenn die CDU nach der Oversum-Geschichte von der SPD fordert, dass alle Zahlen auf den Tisch sollen. Das Ziel müsste sein, dass sich alle nun neu gewählten Ratsmitglieder mit dem Thema und dem Status Quo beschäftigen, Informationen transparent eingeholt werden und dann am Ende… Read more »

Leon R.
7 Jahre her

@Andreas

Besser hätte man es nicht ausdrücken können!

Unter https://www.openpetition.de/petition/online/reaktivierung-waldfreibad-winterberg-abbruch-stoppen
kann man seine Unterschrift für den Erhalt abgeben!

Torben Firley
7 Jahre her

Liebe Leser,

es geht mir bei der Petition nicht um eine Kritik an unserem Bürgermeister und/oder der anderen Fraktionen im Stadtrat. Nur gemeinsam kann der Rat der Stadt Winterberg das Projekt “Reaktivierung Waldfreibad” realisieren und alle aufkommenden Probleme aus dem Weg räumen.

In den letzten 5 Jahren habe ich selbst miterleben dürfen was Kommunalpolitik erreichen kann wenn gemeinsam an einem Ziel gearbeitet wird.

Mit der Unterstützung unserer Bürger besteht die historische Change das Waldfreibad am Buchenweg zu reaktivieren.

Heinz A.
7 Jahre her

Jedes Jahr zu Weihnachten schreiben die Kinder ihre Wunschzettel. Nur die wenigsten Eltern sind in der Lage, alle Kinderwünsche zu erfüllen. Da muss der Haushaltsvorstand also entscheiden, welche der Geschenke gekauft werden sollen. Oder? Was soll der Geiz, wir kaufen alles, das Glück der Kinder steht über allem! Außer an Weihnachten gibt es den Rest des Jahres nur noch Nudeln mit Ketchup. Und nächstes Jahr nehmen wir halt einen Kredit auf, die Wünsche müssen erfüllt werden, die Geschenke werden gekauft. Basta! Zurück zu den Fakten: Der Hillebachseee ist eine wunderbare Anlage, kostenfrei kann man hier schwimmen! Mit großer Liegewiese, Badebucht,… Read more »

Leon R.
7 Jahre her

Ich habe heute Bilder vom Waldfreibad aus den (Ende der) 1960-er Jahren angeschaut. Nostalgie pur! Damals noch ohne das heute ungeliebte Hallenbad …

Sollte ich noch Fotos finden auf denen deutlich wird, wie das Freibad solo aussieht, werde ich sie gerne zur Veranschaulichung des SPD-Vorschlages zur Verfügung stellen. Ich suche …

Andreas
7 Jahre her

@Heinz A.:
Bei den genannten Kosten fehlen die Ausgaben, die sich aus dem bekannten PPP-Projekt ergeben haben…

Johanna
7 Jahre her

@Torben Firley
“…es geht mir bei der Petition nicht um eine Kritik an unserem Bürgermeister und/oder der anderen Fraktionen im Stadtrat.”

Warum eigentlich nicht? Davon lebt doch die Demokratie.

§reiter
7 Jahre her

Kein Wunder, wenn die Politik die Wähler nur als Stimmvieh betrachtet… wie einfach sich hier manche mit Gefühlsduselei instrumentalisieren lassen ist wirklich armselig. Nicht nur, dass das einzige Pro-Argument Postkarten von 1960(!) sind, die eine Heile-Welt-Idylle vorgaukeln, nein, nicht einer stellt und beantwortet auch nur ansatzweise die Kostenfrage. Die SPD untermauert die landläufige Meinung, dass sie in Wirtschaftsfragen vollkommen inkompetent ist damit, dass wahllos Zahlen genannt werden, welche für eine tragfähige Entscheidung untauglich sind. Das Kernthema Energie wird komplett ausgeblendet (von möglichen Betriebstagen und Kosten-Nutzen noch gar nicht gesprochen). Vom Parallelbetrieb wird fabuliert (Wann ist eigentlich was geöffnet?) und zweckgebundene… Read more »

ureinwohner
7 Jahre her

Schön wärs schon, mit einem super Freibad in Winterberg. Entscheidend ist nun, wie die CDU-Politiker mit in das Boot genommen werden.

Da kann sich meines Erachtens schnell sehr viel tun, die Winterberger CDU-Politiker haben eine feine Nase wenn es um den Wählerwillen geht. Dann werden auch schnell die zuvor gefassten Beschlüsse über Bord geworfen. Alles dient halt dem Machterhalt.

Deswegen sehe ich gute Chancen für die Wiedereröffnung des Winterberger Freibades. Ureinwohner baden halt auch gerne im Somme in einem wirklichen Freibad und nicht in einem besseren Tretbecken hinter dem Oversum oder gar in Siedlinghausen oder Niedersfeld.

Heinz A.
7 Jahre her

Gebe §reiter absolut Recht. Die Sache ist ein Witz, ca. 3 Jahre nach Schließung des Freibades wird jetzt populistisch-hektisch ein Erhalt von denjenigen gefordert, die für Schließung und Abriss einstimmig votiert haben. Die gleichen Leute, die hier Links posten, in denen die Schwachsinnigkeit eines 4 Sterne plus Hotels in der kältesten Stadt in NRW breit getreten wird, fordern ein Freibad, welches auf einer Höhe von 700 Metern üNN mal 12, mal 16, mal 20 warme und damit besucherintensive Tage hatte. Ein sicher wunderschön gelegenes Freibad welches “dank” Zehnmeterturm extrem tief ist, 3,5 Millionen Liter Wasser passen da rein. Siedlinghausen 750.000… Read more »

Andreas
7 Jahre her

Zu “nach Schließung des Freibades wird jetzt populistisch-hektisch ein Erhalt von denjenigen gefordert, die für Schließung und Abriss einstimmig votiert haben.” stellt sich mir die Frage: Was wäre richtig, wenn Ratsmitglieder eine Entscheidung treffen, die anschließend in der Bevölkerung keine Zustimmung findet? Darauf verweisen, dass man aber nun einmal einstimmig und schon vor längerer Zeit so entschieden hat? Ergo sich nun das Volk eben dann richten muss, was die Volksvertreter entschieden haben? Oder akzeptieren, wenn das Volk dennoch eine andere Position vertritt? Ich für mich halte weiterhin weder die “Einstimmigkeit” noch den lange zurückliegenden “Zeitpunkt der Entscheidung” für ein Argument… Read more »

Heinz A.
7 Jahre her

Mehr Bürgerbeteiligung, mehr Demokratie? Sehr gerne, lieber Andreas. Vor wie vielen Jahren haben die Volksvertreter im Stadtrat damit begonnen, über die Zukunft diverser Gebäudestrukturen zu diskutieren? Es war reichlich Zeit, hat jemand die Bürgerinnen und Bürger beteiligt? Selbst bei der öffentlichen Vorstellung der Konzepte für den Oversum Komplex ist niemand aufgestanden und hat sich für das Freibad stark gemacht. Ich war selbst dabei. Natürlich ist es möglich, offensichtliche Fehlentscheidungen im politischen Raum zu korrigieren, insofern denn sinnvoll. Aber ist es sinnvoll? Heizungstechnik im Hallen- und Freibad ist veraltet, Filtertechnik ebenso. Meines Wissens sind noch brauchbare Teile in benachbarte Bäder gewandert,… Read more »

Leon R.
7 Jahre her

Wenn man hier schon von der defizitären Bobbahn spricht, dann würde ich mich mal fragen was dem durchschnittlichen Winterberger Bürger letztendlich mehr bringt, eine Bobbahn oder ein Freibad (wenn auch nur 60 Öffnungstage im Jahr)? Aber nun gut …

Für die, die “Heile-Welt-Idylle”-Bilder sehen möchten, hier drei Bilder aus 1970 bzw. 1972. https://www.dropbox.com/sh/hpti3wedjjoybvd/AACDZ7jPXCAR9ZzmqIL8xEVPa

Andreas
7 Jahre her

@Heinz A. Mehr Bürgerbeteiligung, mehr Demokratie – dann sind wir uns ja im Grundsatz einig :-) Ich verstehe darunter allerdings etwas anderes als “Selbst bei der öffentlichen Vorstellung der Konzepte für den Oversum Komplex ist niemand aufgestanden und hat sich für das Freibad stark gemacht.” Die Kostendiskussion finde ich, wie geschrieben, richtig. Die Frage nach den Kosten, die Sorgen über finanzielle Belastungen, das Sammeln von Informationen über wirtschaftliche Risiken – alles richtig. Ich wehre mich nur dagegen, dass von einzelnen Ratsmitgliedern die Antworten darauf erwartet werden statt dies als eine gemeinsame Aufgabe des Rates anzusehen hierzu fachkundige Informanten hinzuziehen. Bei… Read more »

Heinz A.
7 Jahre her

Ein Ausstieg der Stadt aus dem Oversum? Wäre mir neu, dass die Verträge so eine Option vorsehen. Denn wer sollte es denn übernehmen, in Zeiten der Krise? Wie immer doch die öffentliche Hand mit den Steuerzahlern als Polster. Ein Schwimmbad ist immer defizitär. Was also wäre die Motivation eines Hotelbetreibers, dort kräftig Gewinn zu erwirtschaften und diesen 50 Meter weiter im Schwimmbad abzugeben? Im Übrigen hat sich die Situation im Oversum für die Schulen und Vereine doch verbessert. Vielleicht mal nachfragen? Natürlich ohne Option auch mal im Freibad zu schwimmen oder zu trainieren. Und die Stadt Winterberg kann sich “nur”… Read more »

Leon R.
7 Jahre her

“Was kostet die Stadt die Ist-Situation rund um das Oversum innerhalb von 20 Jahren und was hätte die Stadt gekostet, wenn sie aus dem Projekt ausgestiegen und sich für die Reaktivierung von Hallen- und Freibad entschieden hätte?”

Das hätte mich seinerzeit auch interessiert! Oder noch besser, was hätte es gekostet, erst garkein Schwimmbad im Oversum mit einzuplanen und Hallen- und Freibad im Buchenweg zu sanieren? Das sind aber wohl alles Fragen die nie wirklich in Betracht gezogen worden sind…

Andreas
7 Jahre her

@Leon R.: Das meinte ich. Wie man es dreht und wendet: Nach den bekannten Zahlen wäre Weiterbetrieb und Sanierung des alten Hallen- und Freibades kostengünstiger gewesen. Das hilft zwar – zugegeben – in der aktuellen Diskussion nicht viel weiter, sollte aber manche Vorwürfe doch erheblich entkräften (Unwirtschaftlichkeit, fehlende Kostensicherheit u.a.). @Heinz A. Viele mir bekannte Hotelbetreiber sind in ähnlichen Fällen “motiviert”, weil nun einmal Hotelgäste in einem bestimmten Preissegment auch eine Bademöglichkeit im Hotel erwarten. Das neue Schwimmbad ist für Hotelgäste sehr reizvoll, aber für Urlaubsgäste rund um den Fichtenweg unattraktiv: zu Fuß zu weit und für die Anfahrt mit… Read more »

Andreas
7 Jahre her

@Leon R.: Das meinte ich. Wie man es dreht und wendet: Nach den bekannten Zahlen wäre Weiterbetrieb und Sanierung des alten Hallen- und Freibades kostengünstiger gewesen. Das hilft zwar – zugegeben – in der aktuellen Diskussion nicht viel weiter, sollte aber manche Vorwürfe doch erheblich entkräften (Unwirtschaftlichkeit, fehlende Kostensicherheit u.a.). @Heinz A. Viele mir bekannte Hotelbetreiber sind in ähnlichen Fällen “motiviert”, weil nun einmal Hotelgäste in einem bestimmten Preissegment auch eine Bademöglichkeit im Hotel erwarten. Das neue Schwimmbad ist für Hotelgäste sehr reizvoll, aber für Urlaubsgäste rund um den Fichtenweg unattraktiv: zu Fuß zu weit und für die Anfahrt mit… Read more »

Reinhard Loos
7 Jahre her

@Heinz A.: “Ich will nicht verhehlen, dass ich Sympathie für dieses Freibad hege. Wenn die öffentliche Diskussion dazu führt, dass die Bobbahn nebenan ihr jährliches Defizit halbiert wäre genug Geld für das Freibad da.” Dafür wäre noch nicht einmal eine Halbierung des Defizits der Bobbahn erforderlich. Wenn man den jährlichen Betriebsverlust und den parallel dazu stattfndenden Schulaufbau addiert, macht die Bahn pro Jahr ca. 1,4 Mio Miese! Die teilen sich je zur Hälfte der HSK und die Stadt Winterberg als Gesellschafter. Im Kreistag gab es immer wieder die Forderung, diese hohe Belastung des HSK deutlich zu reduzieren. Die Geschäftsführung der… Read more »

Reinhard Loos
7 Jahre her

Anstatt
“stattfndenden Schulaufbau”
muss es selbstverständlich heißen
“stattfindenden Schuldenaufbau”

§reiter
7 Jahre her

Egal, welche unwirtschaftlichen “Projekte” hier diskutiert und angeführt werden. Es bleibt Fakt, dass ein Freibad in dieser Stadt mit dieser geringen Anzahl an Öffnungstagen nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Ein Vergleich verbietet sich also, da die Kosten des Freibads “on top” kommen würden und das vorhandene Defizit unsinnigerweise dramatisch erhöhen(!!) würden. Was die SPD sich dabei gedacht hat, das Thema überhaupt wieder hervorzuholen erschließt sich mir nicht. Die Bürgermeinung (pro-Freibad) dürfte sich in den letzten Jahren nicht geändert haben. Vorher hat die SPD jedoch brav für den Abriss gestimmt. Im Wahlkampf wurde das Freibad ebenfalls nicht thematisiert; wahrscheinlich, weil man… Read more »

Johanna
7 Jahre her

§reiter “Es bleibt Fakt, dass ein Freibad in dieser Stadt mit dieser geringen Anzahl an Öffnungstagen nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.” Würden Sie diesen Satz so auch formulieren, wenn anstelle vom “Freibad” von der “Bobbahn” die Rede wäre? Niemand behauptet, ein Freibad sei wirtschaftlich zu betreiben, es geht hier um die Prioritäten Winterberger Politik und damit sind viele Winterberger nicht mehr einverstanden. Politiker, die viel Geld in die Bobbahn stecken oder mit Hilfe eines Kredits eine Sporthalle errichtete, die das hiesige Gymnasium baulich völlig in den Schatten stellt, diese Politiker müssen sich zu Recht fragen lassen, warum sie für ein… Read more »

Heinz A.
7 Jahre her

Diese “Phantomdiskussion” sollte in der Tat beendet werden. Was für einen politischen Preis soll der Abriss des Freibades haben?

Ich darf nochmals auf das Freibad Siedlinghausen und die Badebucht am Hillebachsee hinweisen. Gratis bzw. extrem günstig zu nutzen.

Das Jugendparlament versucht seit Jahren einen Skatepark im Stadtgebiet zu errichten. Wo kann man mal Basketball spielen, außerhalb einer Sporthalle? Die Situation der Spielplätze könnte verbessert werden. Es gibt eine lange Wunschliste, letztlich muss der Rat entscheiden, was kann umgesetzt werden? Vor allem erst mal das Bestehende erhalten und sich nicht weiter zu verschulden.

Andreas
7 Jahre her

@Heinz A.:
Wer schwimmt denn wie oft im Hillebachsee?
Wir reden hier von einer kleinen Fläche, auf der man überall stehen kann. Mein persönlich-subjektiver Eindruck: Maximal 10% der Besucher nutzen diesen, um wirklich zu schwimmen.
Die “Badebucht” (ja auch nicht Schwimmbucht genannt) ist für mich kein Vergleich zu einem Freibad.

Johanna
7 Jahre her

Ich würde niemals auf die Idee kommen, in der Badebucht des Hillebachsees zu schwimmen, weil man in der Bucht nicht schwimmen kann. Das Wasser ist viel zu flach (Vorteil: es erwärmt sich schnell).

Der Badebucht fehlen außerdem Hecken, um den Liegebereich von Fußweg und Cafe optisch zu trennen. Wer mag schon gern im “Freibad” den neugierigen Blicken von Passanten ausgesetzt sein?

Die Bucht ist schön für Kinder zum Planschen und für Erwachsene zum Eintauchen, ein Freibad-Ersatz ist sie niemals, da stimme ich Andreas zu.

Heinz A.
7 Jahre her

Auch im “alten” Freibad ist die Mehrzahl der Besucher nicht ins Wasser gegangen. Im Übrigen schwimmen die allerwenigsten Leute im klassischen Sinn, sie planschen, sie kühlen sich ab, sie toben mit den Kindern. Deshalb heißt es Badebucht und an den Küsten Badestrand. Eine Hecke in Richtung Cafe am Hillebachsee zur Abtrennung der Liegewiese macht durchaus Sinn. Ein weiterer Punkt auf der Wunschliste, Kostenträger Stadt Winterberg. Die Bob WM 2015 wird erst mal Geld kosten, ich kann mir nicht vorstellen, dass Zuschauereinnahmen, Fernsehgelder und Verbandszuschüsse (so es diese beiden Positionen überhaupt gibt) sowie der wohl größte Posten der Sponsorengelder den Etat… Read more »

§reiter
7 Jahre her

@Johanna: Sie haben mich leider nicht verstanden. Ein “Aufrechnen” zwischen den verschiedenen Projekten kommt doch nicht in Frage. Diese Diskussion im Zusammenhang mit Bobbahn und Co. führen zu nichts. Wenn sich mich allerdings isoliert fragen, ob die Bobbahn wirtschaftlich ist, dann ist die Antwort natürlich ebenso “Nein”. Natürlich muss auch im Punkt der Bobbahn nach der WM eine Strategie entwickelt werden, wie man diese wirtschaftlicher nutzen kann. Zumal die Zuschüsse (Land, etc.) eher abnehemen werden. Das hat aber nichts mit dem Freibad zu tun. Natürlich ist der Abriss nicht alternativlos. Die Alternative zum Abriss ist der kostenintensive Erhalt bei fragwürdigem… Read more »

Johanna
7 Jahre her

@§reiter @Heinz A. Sehen Sie, es ist eine Frage von Prioritäten und offenbar haben Sie andere Prioritäten als ich. Mir ist es egal, ob Menschen im Bad schwimmen oder planschen, allerdings sollte ein öffentliches Bad vorhanden sein, welches Schwimmen und Planschen ermöglicht. Bau und Erhalt öffentliche Schwimmbäder sind kommunale Aufgaben, die mit Steuergeldern finanziert werden müssen. Ich zahle dafür gern Steuern, übrigens ebenso wie für öffentliche Büchereien und gut ausgestattete Schulen. Mir persönlich ist eine WM und eine Bobbahn egal. Sollte allerdings für Sportevents, Bobbahn, sowie für überdimensionierte schulische Sporthallen und Subventionen für Liftbetreiber Geld vorhanden sein, während es angeblich… Read more »

Andreas
7 Jahre her

@Heinz A. Also sind wir uns offenbar doch einig, dass der Hillebachsee kein Freibad ist. Es fängt ja schon damit an, dass beim alten Freibad in Winterberg auf der Kostenseite “marode Umkleidekabinen” genannt werden, während es am Hillebachsee gar keine öffentlichen Umkleidekabinen gibt. Bei der schwierigen Finanzlage sind wir uns auch, wie geschrieben, einig. Doch diese gibt es eben zu einem Zeitpunkt, NACHDEM die ganzen Maßnahmen (Stilllegung Schwimmbad, Eissporthalle usw.) umgesetzt wurden und WÄHREND die Gästezahlen (= Einnahmen) Kopfzerberechen bereiten. Daher verstehe ich §reiter nicht, warum beim Freibad immer nur mit dem Eigennutz für Einheimische argumentiert wird. Man kann es… Read more »

Heinz A.
7 Jahre her

Die Diskussionen hier sind hoch interessant, ich wette wir würden hier das ein oder andere engagierte, zukünftige Ratsmitglied -welcher Partei auch immmer- finden können! Jeder vertritt seine Meinung, völlig in Ordnung. Winterberg hat schon jetzt im Sommer ein hervorragende Infrastruktur, geht mal beispielsweise zum Erlebnisberg Kappe. Den Gast juckt es zudem überhaupt nicht, ob er im Urlaub noch 20 km nach Fort Fun fährt oder nach Medebach. Das Problem -und damit kämpfen alle Urlaubsorte- ist, den Gast bei schlechtem Wetter zu beschäftigen. Klar, es gibt große Badelandschaften, aber da geht man nun eher nicht drei Tage am Stück rein. Noch… Read more »

Andreas
7 Jahre her

Heute wird wohl der 1000.Internetuser für das Freibad Winterberg unterschreiben (wahrscheinlich schon geschehen, wenn mein Beitrag freigeschaltet wird). @Johanna: Vielen Dank für deinen Beitrag, der mir aus der Seele gesprochen hat. @Heinz A.: Was für eine “herrvoragende Infrastruktur” hat denn Winterberg für wichtige touristische Zielgruppen wie a) Familien??? Wenn eine Dortmunder Familie mal den Erlebnisberg Kappe besuchen möchte, dann fährt sie am Samstagmorgen hin und am Samstagabend zurück. Wer in Winterberg Urlaub macht, wird sicher auch mal einen halben oder ganzen Tag dort verbringen. Und dann? Für das Schlecht-Wetter fällt mir im Übrigen Schlittschuhlaufen als eine Möglichkeit ein – wenn… Read more »

§reiter
7 Jahre her

@Johanna: Ich wiederhole mich, aber trotzdem: Falls das Freibad nicht abgerissen wird, werden wir (auch Sie) MEHR Geld aufbringen müssen, denn die anderen Einrichtungen bleiben ja. Als öffentliches Bad fungiert das Oversum (neben den genannten Möglichkeiten Hillebachsee und Siedlinghausen). Damit hat die Stadt ihre Pflicht erfüllt. Ein Freibad wäre die Kür. Es ist also schon alles da; Sie hättens aber gerne größer, komfortabler, näher… das kostet aber ZUSÄTZLICH, ohne einen hohen Effekt zu haben. Ein “einfaches” Freibad ist zwar für den Gast ganz nett, besitzt aber kein Alleinstellungsmerkmal (50m hin oder her). Zudem müssen wir die arg eingeschränkten Betriebsmöglichkeiten aufgrund… Read more »

Andreas
7 Jahre her

:
Jetzt nicht mehr:-)

§reiter:
Alle Winterberger, die nicht in dieser kurzen Zeit online unterschrieben haben, sind Gegner einer Reaktivierung des Freibades??? Das kann man doch nicht ernst meinen.
Eine Bürgerbefragung würde jedenfalls Klarheit bringen – und ich wette, dass das Ergebnis nicht 8% zu 92% ausfällt.

Johanna
7 Jahre her

Die Haltung der Winterberger CDU, wie sie in ihrer Presseerklärung vom Anfang Juli und dem darauf basierenden WP-Artikel deutlich wird, ist hochnäsig und dreist. Die Zahlen für das Oversum Desaster sind noch nicht auf dem Tisch, da stellt sich die Mehrheitsfraktion im Rat hin und fordert von der SPD Zahlen und ein Konzept, wie das Freibad zu finanzieren sei. Es ist absurd, dem politischen Gegner sechs Wochen nach der Wahl und sechs Jahre vor der nächsten Wahl “lediglich eine Wahlkampfstrategie” zu unterstellen. Es wird höchste Zeit, dass der Bürgermeister den Winterbergern verrät, was finanziell in den kommenden Jahren auf uns… Read more »

Rüdiger
7 Jahre her

@ Johanna

ich sage nur:

UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS !!!

§reiter
7 Jahre her

Schade, dass insgesamt wenig auf meine Argumente eingegangen wird. Stattdessen wird immer themenfremd abgelenkt. @Andreas: Ich habe bewußt nicht geschrieben, dass alle, die nicht unterschreiben, Gegner des Freibads sind. Bezahlen müssen sie es dennoch. Umgekehrt wird allerdings ein Schuh daraus. Wenn man es trotz Medienkampagne nicht hinbekommt mehr als 1.000 Befürworter zu finden, spricht das nicht dafür, dass man wirklich eine Mehrheitsmeinung vertritt. Im Gegenteil sind die 1000 schon schöngerechnet, wenn davon rd. 400 nicht einmal ihren Klarnamen verwenden und weitere mehrere hundert vollkommen ortsfremd sind. Nehmen Sie doch einfach die letzte Bürgermeisterwahl. Auch da hats “nicht gereicht”, auch wenn… Read more »

Andreas
7 Jahre her

@§reiter: In Ihrem heutigen Beitrag schreiben Sie: “Ich habe bewußt nicht geschrieben, dass alle, die nicht unterschreiben, Gegner des Freibads sind.” In Ihrem Beitrag vom 25.07. schrieben Sie aber (s.o.): “Zusammengefasst: ca. 8% (1000 von 14000) “Winterbergern” wünschen sich ein renovierungsbedürftiges, kostenintensives, nur eingeschränkt nutzbares Freibad” Darauf habe ich mich bezogen. Wenn wir uns einig sind, dass es wohl doch mehr als 8% sind, ist alles ok. Ob es eine Mehrheit für oder gegen das Freibad gibt, weiß ich nicht. Über 1000 Unterschriften innerhalb der kurzen Zeit, für eine 14.000EW-Stadt und eine Online-Petition während der Sommerferien finde ich viel. Ebenso… Read more »

Johanna
7 Jahre her

@reiter “Schade, dass insgesamt wenig auf meine Argumente eingegangen wird. Stattdessen wird immer themenfremd abgelenkt.” Ihr “Argument” bleibt die Behauptung, Winterberg brauche kein Freibad, denn es sei unwirtschaftlich. Nicht jedes Kuhdorf brauche eine Freibad, Silbach (sic!) und Hillebachsee würden genügen, ein Freibad sei eine Kür. Nun, so ihre Schlussfolgerung, sollen wir uns nun den “zukünftigen Problemen Winterbergs” widmen. Ich bedaure sehr, dass Sie den Nutzen eines Freibads für Winterberg (und nicht irgendeines Kuhdorfs) nicht erkennen mögen. Und – auch ich wiederhole mich gern – jedes kommunale Bad ist defizitär, Schwimmbäder gehören jedoch zu den kommunalen Aufgaben. Mir genügt ebenfalls das… Read more »

nofretete
7 Jahre her

Zur Beruhigung der Diskussion hier ein kleine Beispiel aus der Winterberger Lebenswirklichkeit: Als Touristin getarnt mit der SZ unter’m Arm ging ich neulich an den jetzt 35 Jahre alt werdenden “Kurparkstuben” vorbei direkt zum “Oversum”. Ich hatte nicht gefrühstückt, es war kurz vor Mittag. Also Zeit zum Essen. Ich kam an die Rezeption. Das Mädchen vor dem Bildschirm ihres Computers hatte kaum Zeit aufzusehen, obwohl nichts los war dort. Schließlich: Wo befindet sich ihr Restaurant. Treppe runter links. Gesagt-getan. Ein anderes Mädchen aus dem Service ging mir voraus – machte sogar noch die Tür des Restaurants auf, ich warf einen… Read more »