Will die Deutsche Bahn den Fahrkartenverkauf im ländlichen Raum verhindern?

Vergittert – hier die Deutsche Bahn in Meschede (archiv: zoom)

Für viele Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn (DB) sind digitale Angebote für den Erwerb von Fahrkarten gut geeignet. Aber es gibt auch viele Fahrgäste, die lieber eine persönliche Beratung haben möchten. Für sie sind die Agenturen in Bahnhöfen und die Reisebüros mit DB-Lizenz die richtige Adresse.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Noch ist das so, aber zum Jahresende könnte diese Möglichkeit weitgehend wegfallen. Dann könnte es Fahrkartenschalter fast nur noch in den “Reisecentern” in den Bahnhöfen der großen Städte geben; dort werden sie von der DB selbst betrieben.

Denn nachdem die DB die Konditionen für die Agenturen und Reisebüros in den letzten Jahren stetig verschlechtert hat, wurde nun zum nächsten Jahreswechsel ein weiterer radikaler Schnitt angekündigt. Die DB Vertrieb GmbH beendet die bisherigen Verträge und führt 2023 ein neues Agenturmodell ein. Reisebüros mit DB-Lizenz “ohne Vertriebspflichten” erhalten ab 2023 keine Provisionszahlungen mehr. Reisebüros mit DB-Lizenz, die eine Verpflichtung aus einem Verkehrsvertrag erfüllen, d.h. an einem Standort eine von einem Aufgabenträger geforderte Leistung im personenbedienten Vertrieb erbringen, erhalten danach künftig eine Provision von nur noch fünf Prozent auf Fernverkehrsangebote.

Bisher erhalten die verbliebenen Agenturen ohne Verkehrsvertrag noch bis zu sechs Prozent Provision, künftig wird der Vertrieb nicht mehr bezahlt.

Vom Deutschen Reiseverband hagelt es Kritik. “Mit dem ab Januar 2023 beabsichtigten neuen Agenturmodell wolle der Staatskonzern einem Großteil der Reisebüros, die noch eine DB-Lizenz zum Verkauf von Fahrkarten haben, die komplette Vergütung streichen, kritisiert der Deutsche Reiseverband (DRV). Das sei “insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz beim Reisen eine strategisch komplett falsche Entscheidung”.

Die Bahn werbe intensiv damit, im Fernverkehr klimaneutral unterwegs zu sein und könnte insbesondere bei Urlaubsreisen nach Österreich, Italien und Frankreich eine sehr große Rolle spielen, betont der DRV, der als größter Tourismusverband viele tausend Reisebüros, Veranstalter und Dienstleister vertritt.”

https://www.countervor9.de/vertrieb/bahn-streicht-die-provision-fuer-reisebueros-komplett

“Dass die DB ausgerechnet jetzt, wo auch Urlaubsreisen mit der Bahn aufgrund von Klimaschutz-Überlegungen stärker nachgefragt werden, den Zugang zu den Reisebüros versperrt, „ist nicht nachvollziehbar und falsch”. Der DRV fordert, dass die aufsichtführenden Bundesministerien Finanzen, Verkehr und Wirtschaft im Dialog mit der Tourismuskoordinatorin Claudia Müller prüfen sollten, ob das Management der Bahn hier eine richtige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen hat”.

Siehe: https://www.tn-deutschland.com/entscheidung-gegen-den-klimaschutz-bahn-fuehrt-null-provision-ein/

Seit 1. Juli gibt es im Bahnhof Marsberg keinen Fahrkartenverkauf mehr. Eine andere Bahnagentur, die bereit war, das Angebot in Marsberg aufrecht zu erhalten, wird das unter diesen Bedingungen nicht tun. Auch die anderen Verkaufsstellen im Kreisgebiet sind nun stark gefährdet.

Die Sauerländer Bürgerliste (SBL) will daher die politischen Gremien im Kreisgebiet auffordern, sich für den Erhalt des persönlichen Fahrkartenverkaufs einzusetzen. Dieser sei ein wichtiger Teil der Verkehrsinfrastruktur.

Winterberg: Rettungshubschrauber im Bikepark. Zwei Schwerverletzte.

In unserem Briefkasten

Erneut gab es an diesem Wochenende im Bikepark Winterberg schwere Unfälle, diesmal mit zwei Schwerverletzten, einem Kind und einem jungen Erwachsenen.

(Pressemitteilung der Polizei HSK)

Nach einem Sturz mit seinem Fahrrad am Samstagmorgen gegen 10.15 Uhr wurde ein 7-jähriger Junge aus Relsberg in eine Spezialklinik geflogen. Er wurde schwer verletzt.

Ein 19-jähriger aus Calden kam Sonntagnachmittag gegen 14.50 Uhr mit seinem Fahrrad auf einer Down-Hill-Strecke zu Fall. Er wurde schwer verletzt in eine Spezialklinik geflogen.

Intakte Natur: Niedersfelder Hochheide

Ein Kreuz allein reicht schon lange nicht mehr, um der Landschaft einen Sinn zu geben. Hier der Gipfel des Clemensbergs. (foto: zoom)

Intakte Landschaften oder intakte Natur gibt es nicht, schon lange nicht mehr, nirgendwo auf dieser Erde, zu Wasser, zu Lande oder in der Luft. Wenn ihr ins Sauerland kommt, findet ihr keine unberührten (intakt wörtlich übersetzt) Orte. Jedes Stück Land gehört jemandem, jedes Fleckchen Erde ist in irgendeiner Form gestaltet oder „berührt“.

Die Panoramabrücke in Winterberg ist genauso gestaltet wie es die Autobahnbrücke bei Nuttlar ist. Wälder? Vom Menschen als Rohstoffquelle angebaut. Wiesen und Felder? Von den Landwirt:innen geformt. Das Straßennetz des Hochsauerlandes? Auch nicht gerade urwüchsig. Gülle? Ein Produkt der Tierzucht, sorgt u. a. für Nitratbelastungen des Trinkwassers und Feinstaub in der Luft.

Ich denke, ihr merkt worauf ich hinaus will.

Dann gibt es aber noch diese Art von Landschaft in der mittendrin die Stadtbewohner:innen tief durchatmend einen Seufzer ausstoßen:

„Ach herrlich, diese unberührte Natur, diese Luft, dieses Grün, diese Weite, dieser Ausblick. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

„Matthias guck mal, wie idyllisch!“

So nenne ich diese Orte provisorisch idyllisch und fasse darunter bspw. die Heide, den Berggipfel, das grüne Tal, den See, den Wald.

Die Niedersfelder Hochheide wäre ein derartiger Ort. Natur pur. Heide soweit das Auge blickt und dann im Herbst die Früchte der Natur: Heidelbeeren, Blaubeeren. Das Bild des einfachen Lebens: Idyll.

Aber selbst das einfache Leben muss der gestressten Städter:in erklärt werden oder wie wir Deutschen sagen: Achtung!

Für Menschen mit dem Hang zum Veganismus, also Vegetarier:innen, die sich auf dem Weg befinden, heißt es heute: Achtsamkeit.

Berührte Natur. Startpunkt des „Goldenen Pfads“. (foto: zoom)

Damit wir nicht orientierungslos über die Hochheide stolpern und nichts mit uns anzufangen wissen, haben uns die Sauerland-Touristiker:innen den Goldenen Pfad installiert.

Der Goldene Pfad bringt Dich zurück auf den Boden der Natur. Hier ist „Doktor Natur“ am Werk, wenn Du die zehn Stationen des Goldenen Pfads erwanderst, erlebst und verinnerlicht hast.

Rund fünf Kilometer führt dieser Rundwanderweg über die Niedersfelder Hochheide, die am Fuße des Langenberges liegt.

Die Begegnung mit der Natur wirkt oft wie eine Reise ins eigene Ich. Voraussetzung dafür ist, sich mit Zeit und Achtsamkeit auf die Landschaft einzulassen. Um Dir diese Fokussierung auf sich selbst und die Natur zu erleichtern, sind die Stationen so angelegt, dass sie, das Landschaftsbild und die Natur möglichst wenig zerstört werden.

Jede Station hat ein eigenes Erlebnisthema, das mit dem Namen der Station eingeleitet wird. Unterschiedliche, gegenständliche und verbale Anregungen regen an, eine interaktive Beziehung zum Landschaftsbild aufzunehmen.

https://www.winterberg.de/tour/goldener-pfad-landschaftstherapiepfad-auf-der-niedersfelder-hochheide/
Erlebniswelten, Landschaftstherapie, psychophysische Gesundheit (foto: zoom)

Gleich zu Beginn des Pfades wird der Elefant im Raum, der Steinbruch nebenan, rosa angemalt und dem Goldenen Pfad einverleibt. Die Wanderer:in lenkt ihren achtsamen Blick auf den rotbraun-rostigen Sprengschutzunterstand, erschauert und kann sich dann den restlichen Stationen widmen.

Sprengung. Gleich knallt es! (foto: zoom)

Dass der Steinbruch eine hässliche Narbe an der Flanke der Niedersfelder Hochheide sein könnte, kommt uns nicht mehr in den Sinn, denn der Diabas ist versteinerte Lava. „Bildhauer schätzen den edlen Glanz polierter Flächen.“

Der edle Glanz des Diabas I (foto: zoom)

Außerdem wird der Diabas noch zu „Splitt, Schotter und Betonzusatz“ im Straßen- und Wegebau verarbeitet. Mit diesem Wissen im Hinterkopf sieht die Abraumhalde des Steinbruchs ganz hübsch aus.

Wie viele Windräder passten eigentlich auf den Platz dieser Halde? Aber halt: Windräder verspargeln und verschandeln unsere intakte Natur, unsere unberührte Landschaft.

Der edle Glanz des Diabas II (foto: zoom)

Wer den fünf Kilometer langen Goldenen Pfad mit allen Sinnen und der gehörigen Portion Achtsamkeit bewältigt, gleichsam durchschwebt hat, kann sich am Ende Speis und Trank in der Hochheidehütte gönnen.

Außer Achtsamkeit, Diabas und Blaubeeren gibt es Speis und Trank in der Hochheidehütte. (foto: zoom)

Hinab geht es dann mit dem Auto über einen unangenehmen Schotterweg – der Diabas grüßt eure Reifen – mit tiefen Schrägrillen Richtung Niedersfeld. Irgendwie muss man ja in die Nähe der intakten Landschaft kommen.

Apropos intakt fällt mir noch die Station Nummer 10 des Goldenen Pfades ein: an einem Mast die Windharfe unterhalb des Gipfels vom Clemensberg.

Dort hört man schon seit Wochen lediglich das Scheppern der defekten und losen Saiten, vulgo Drähte, der ansonsten lieblich klingenen Installation.

Was scheppert im Wind? Angewandte Achtsamkeit: Windharfe kaputt (foto: zoom)

Dieser Artikel ist noch nicht ganz fertig. Dort oben auf der Hochheide sind mir an einem sonnigen Freitag Abend viele Geschichten eingefallen. Die Schafherde, die die Heide kurz hält, habe ich ebenfalls entdeckt. Hoch oben umzäunt wie der Steinbruch.

Schluss jetzt!



… aber die Windräder: Brilon – Stadt des Waldes

Der Wald stirbt, aber nicht wegen der Windräder. Hier auf der Radstrecke zwischen Altenbüren und Brilon. (foto: zoom)

Die Gewöhnung hat eingesetzt. Inzwischen verblüffen mich die gerodeten Waldflächen im Hochsauerland überhaupt nicht mehr. Der Klimawandel stört sich nicht an den gebetsmühlenartig vorgetragenen schiefen Argumenten der Windkraftgegner:innen.

Ich frage mich nur, was passieren muss, damit die Windkraftgegner:innen ihren überproportionalen Einfluss auf und in der Politik verlieren.

Ein paar Punkte, die mir beim Radfahren durch den Kopf gegangen sind:

1. Katzen, Autoverkehr und Glasscheiben töten den größten Teil der Vögel, nicht die Windräder.

2. Windräder senden wie jede technische Anlage Infraschall aus, aber der macht in der Dosis nicht krank. Wenn ihr in eurem PKW sitzt, seid ihr wesentlich mehr Infraschall ausgesetzt als ihn eine WKA aussendet.

3. Windräder „verschandeln“ nicht die Landschaft. „Verschandeln“ ist ein hoch emotionalisierender Begriff, der je nach Interesse auf beliebige Objekte gelenkt werden kann. Das Windrad „verschandelt“, aber die Autobahnbrücke bei Nuttlar ist ein faszinierendes Werk der Technik. Straßen, Autos, Firmengelände, Bauwerke, Skilifte, etc. „verschandeln“ selbstverständlich nicht, sondern tragen zu unserer Lebensqualität bei.

4. Der Klimawandel ist real und kann nur gestoppt werden, wenn wir schleunigst aus den fossilen Energien aussteigen.

5. Windräder sind ein Teil der Energiewende.

6. Ich mag Windräder, Skilifte verschandeln die Landschaft. (Ironie)

Ein Priester als NSDAP-Parteiorganisator im katholischen Landschaftsgefüge

Einblicke in ein Publikationsprojekt über Lorenz Pieper (1875-1951)

Buchumschlag „Am Anfang war der Hass“

Werner Neuhaus (Sundern) und ich haben in diesem Sommer ein umfangreiches Werk veröffentlicht über den Lebensweg eines sauerländischen Geistlichen aus dem Gefüge des Sozialkatholizismus, der sich ab Ende des 1. Weltkrieges ganz dem völkischen Nationalismus und Judenhass verschrieben hat: Dr. Lorenz Pieper (1875-1951), geboren in Meschede-Eversberg, trat schon 1922 als Kaplan von Hüsten der NSDAP bei. Er wurde 1923 sogar für einige Monate Mitarbeiter Adolf Hitlers und hielt von München aus im schwarzen Priesterrock zahlreiche NS-Propagandavorträge.

(Ein Gastbeitrag von Peter Bürger)

Kein anderer römisch-katholischer Kleriker in Deutschland hat so früh ein Parteibuch der Nationalsozialisten erhalten. Kurz vor der sogenannten Machtergreifung 1933 bekannte der gewaltbereite Antisemit: „Und naturgemäß wurde ich ein Soldat Hitlers. Es ist mein Stolz, dass ich gleich zu Anfang der Bewegung zu ihr stieß!“ „Das Wort ‚Das ist der Sieg, der die Welt überwindet: unser Glaube!‘ gilt auch von unserer Bewegung. Der Sieg steht felsenfest!“

Das „Evangelium“ Hitlers wurde für Lorenz Pieper anstelle der christlichen Botschaft zur zentralen Sinngebung seines Lebens. Bis hin zum Schluss wird er seinem „Führer“ die Treue halten. Zu den Widersprüchen dieses Fanatikers gehört allerdings auch sein Widerstand gegen die planmäßig betriebene Ermordung von Kranken während der Zeit als Anstaltsgeistlicher in Warstein.

Die nationalsozialistischen Kleriker Joseph Roth (1897-1941) aus München, links, und Lorenz Pieper (1875-1951) aus dem Sauerland, in der Mitte, bei einem Treffen „brauner Priester“, vermutlich im Jahr 1933. (Foto-Reproduktion: Peter Bürger (Original im Pieper-Nachlass, Abtei Königsmünster).)

Ohne Lorenz Pieper wären viele NSDAP-Aktivitäten zur Zeit der Weimarer Republik im katholischen ‚Zentrums-Sauerland‘ wohl kaum möglich gewesen. Schon im Mai 1922 plant er eine nationalsozialistische Gründung in Hüsten und meldet in einem Eintrag vom 8.10.1922: „Vor 14 Tagen habe ich es ermöglicht, dass von Hagen aus auch hier ein nationalsozialistischer Redner sprach; es war eine vorläufige kleine Versammlung, bei der ca. 15 Mitglieder beitraten; aber immerhin haben wir nun eine kleine Ortsgruppe hier, die weiter arbeitet und den Völkischen Beobachter hält.“ (Nach Ausweis der NSDAP-Mitgliederkartei ist Pieper im Laufe der Jahre bis 1945 noch für folgende lokale Gliederungen der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei eingetragen gewesen: Wehrden – Höxter, Halingen – Menden – Langschede, Eversberg, Münster, Warstein – Suttrop und zuletzt Meschede.)

NSDAP-Gründerzeit an der Weser

In der nächsten Pfarrstelle, die seinem Münchener Einsatz bei Hitler ab dem 23. Oktober 1923 folgt, führt er die Parteiagitation fort. Dazu vermerkt sein Parteigenosse Eduard Schulte: „An der Weser setzte sofort Pieper altes Ringen um Deutschlands Zukunft wieder ein, als er dort Pfarrvikar in Wehrden bei Höxter wurde. Für die NSDAP und den Jungdo [Jungdeutschen Orden] war er aufs intensivste tätig, privat und öffentlich, rednerisch und journalistisch, bei Bannerweihen und Aufmärschen. … Die Ausbreitung des Hitler-Gedankens an der mittleren Weser und im Paderborner Lande ist wesentlich ihm mit zu verdanken; dabei diente Pieper dem unermüdlichen Wegbereiter der NSDAP in Norddeutschland, dem allzu früh verstorbenen ‚Rucksack-Major‘ Dinklage (Hannover)“.

Kreisleiter Dr. Heinrich Trost schreibt in seinem Beitrag „Die Entwicklung des Nationalsozialismus in Stadt und Kreis Höxter“ für die Festausgabe ‚50 Jahre Huxaria‘ im November 1933 rückblickend: „Nach einem verheißungsvollen Anfang, der in einigen gut besuchten Versammlungen, in denen u.a. auch der Bergmann Heinrich Dolle sprach, zum Ausdruck kam, begann ein ebenso schneller Abstieg, an dessen Ende unsere kleine Gruppe und einige Vertreter des Blocks, darunter der verdienstvolle Vorkämpfer in unserem Gebiete, der Vikar Dr. Pieper, als verlorener Haufen übrig blieb. Damit schloss das Jahr 1924; Ende Dezember war der Führer aus der Festungshaft in Landsberg entlassen worden. … Die Mitglieder mussten wir persönlich werben und an dem Defizit einer Versammlung hatten wir monatelang zu tragen. Wir verlegten unsere Versammlungstätigkeit daher auf die Dörfer, wo die Säle nichts kosteten und handgeschriebene Versammlungsplakate genügten. Vor allem waren es die Dörfer Boffzen, Amelunxen und Wehrden, die schon frühzeitig bearbeitet wurden.“ Christoph Reichardt und Wolfgang Schäfer resümieren in ihrem Buch ‚Nationalsozialismus im Weserbergland‘: „Am 23. Oktober 1923 trat Pieper zunächst stellvertretend die Stelle des Pfarrvikars in Wehrden an der Weser an, die er im September 1928 wieder verließ, um nach Halingen bei Menden versetzt zu werden. In diesen wenigen Jahren wurde Pieper zum glühenden Vorkämpfer der NS-Bewegung im Weserbergland“.

In „bewusster Anspielung auf das jungdeutsche Credo Lorenz Piepers“ – so Wieland Vogel – hat der Breslauer Ortsbischof Kardinal Adolf Bertram übrigens am 10. Januar 1924 seine Absage an den völkischen Jungdeutschen Orden formuliert: „Der Umstand, daß sich in einzelnen Gegenden Deutschlands Katholiken vereinzelt und selbst katholische Geistliche von dieser Bewegung ergreifen lassen, beweist nichts. Es gibt bei solchen Bewegungen stets Männer von wenig Lebenserfahrung, die nicht merken, wohin eigentlich die Fahrt geht. … Ich werde unter keinen Umständen dulden, dass ein Priester meiner Diözese dieselbe fördert oder ihr beitritt.“

Von Wehrden aus war Dr. Lorenz Pieper in der Frühzeit der Weimarer Republik beteiligt an überregionalen Bestrebungen zur Vernetzung der Rechtskatholiken in einem zu gründenden „Ring“, wobei auch seine Münchener Verbindungen zum Zuge kommen sollten. Federführend bei den Paderborner Vernetzungsaktivitäten war der Rechtskatholik Ferdinand Freiherr von Lüninck aus Ostwig.

Brauner Partei-Aktivismus im Raum Menden

Im nächsten Seelsorgeort Halingen ist Lorenz Pieper nach dem 1. September 1928 alsbald Organisator einer eigenen NSDAP-Sektion am Ort. Seine dortigen ‚Predigten‘ für den Nationalsozialismus wirken sich bei Wahlen zugunsten der Partei aus, und die Dekanatskonferenz Menden sieht „die Gefahr eines nationalsozialistischen Einbruchs in die katholische Zentrumsfront“. Nicht nur im Vergleich zu anderen Orten des Amtes Menden sind die Wahlergebnisse der NSDAP in Halingen geradezu spektakulär (Reichstagswahl 1930: über 27 %; Reichstagswahl März 1933: 44,3 %). Anton Schulte hat die Stimmenzuwächse 1995 in einer Ortschronik für Halingen differenziert dargestellt und kommt zu folgenden Schlüssen:

„Die prozentualen Stimmenanteile des Halinger Zentrums gingen zwischen 1919 und 1933 von 82 % auf 35,3 % zurück, für eine alte Zentrumshochburg bedeutete dies einen ungewöhnlich großen Wählerverlust. Er erfolgte allerdings während der vierzehn Jahre nicht gleichermaßen kontinuierlich. … In keiner der übrigen Gemeinden des Amtes Menden und auch nicht in der Stadt Menden war der Rückgang der Zentrumsstimmen derart groß wie in Halingen. … Hier wirkte sich – keine andere Erklärung liegt näher – der Einfluss eines Mannes aus, der zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Verfügung der erzbischöflichen Behörde vom 30. Dezember 1932 Halingen schon hatte verlassen müssen – des Pfarrvikars Dr. Lorenz Pieper. – In den vier Jahren seiner Halinger Tätigkeit hatte Pieper nicht nur als Seelsorger, sondern auch aufgrund der Ausstrahlungskraft seiner Persönlichkeit, die andere für sich einzunehmen verstand, an Ansehen und Einfluss gewonnen. … In seinen Ansprachen anlässlich nationaler Feiertage betonte er den Wert vaterländisch-nationaler Gesinnung. – Pieper machte nie ein Hehl aus seiner Sympathie für Hitler und die NS-Ideologie. Zu den führenden Köpfen des (Partei-) Gaues Westfalen-Süd oder der Mendener NSDAP-Ortsgruppe um Wilhelm Pferdekämper hielt er enge Verbindung. Der NSDAP galt er als eine Art Aushängeschild, als Beweis für die angebliche Vereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus. … Die Entfernung Piepers aus seiner Halinger Pfarrvikarstelle war für die NS-Presse ein Anlass zu heftigen Vorwürfen und Angriffen gegen die kirchlichen Behörden. Dabei hob sie die zweifelsohne bemerkenswerte persönliche Anspruchslosigkeit des Pfarrvikars sowie seine nationale Gesinnung hervor und feierte ihn als einen ihrer Märtyrer. Sie konnte in ihrer Argumentation auf die Zustimmung großer Teile der Halinger Bevölkerung rechnen, die Pieper am Abend vor seinem Weggang mit einem Fackelzug ehrte. … Seit den Kulturkampftagen hatten katholische Geistliche ihren seelsorgerischen Einfluss zugunsten der Zentrumspartei einzusetzen verstanden. Der kirchliche ‚Außenseiter‘ Pieper dagegen arbeitete nicht ohne Erfolg gegen die überkommene Vorherrschaft des Zentrums in Halingen. Auch wenn nicht auszuschließen ist, dass wegen der Weltwirtschaftskrise und der damit einhergehenden politischen Staatskrise die NSDAP für manchen bisherigen Zentrumswähler als eine hoffnungsvolle Alternative erscheinen mochte, darf Piepers Einfluss auf das Wahlverhalten vieler Halinger zwischen 1930 und 1933 nicht unterschätzt werden. Seine Gedanken und Anregungen … entsprachen in ihrer politischen Tendenz auch den nationalen und ‚völkischen‘ Grundströmungen in den Jahren der Endkrise der Weimarer Republik.“

In seinem Buch über die politische Geschichte Mendens (1989) bezieht Anton Schulte auch noch einen zweiten Priester in seine Überlegungen mit ein: „Eine lokale Sonderrolle bei der wachsenden Verschiebung der Wählerschaft zu Lasten jener Parteien, die den demokratischen Staat bejahten, spielten die beiden katholischen Geistlichen Dr. Lorenz Pieper, Pfarrvikar in Halingen, und Dr. Ferdinand Heimes, von 1924 bis 1938 Religionslehrer am damaligen Walburgis-Lyceum. Sie setzten sich z.T. massiv im Sinne der nationalsozialistischen Welt­anschauung ein und verunsicherten damit die bisher relativ ge­schlossene Front des katholischen Bevölkerungsteils. Die Gefahr eines nationalsozialistischen Einbruchs in die katholische Zentrumsfront wurde von den Dekanatskonferenzen nicht unterschätzt. Das bestätigt eine der Öffentlichkeit übergebene Erklärung zur Septemberwahl 1930, in der es heißt: ‚Die Nationalsozialisten benutzen im Wahlkampf vereinzelt ihnen nahestehende katholische Geistliche als Aushängeschild … Ihre politischen Ansichten lehnen wir als verhängnisvollen Irrweg ab‘.“

Späte Amtsenthebung

Lange ließ man Lorenz Pieper einfach gewähren. Doch 1930 und 1931 muss das Paderborner Generalvikariat den Priester dazu aufgefordert haben, seine NSDAP-Mitgliedschaft aufzugeben. Wegen anhaltender politischer Agitation folgt Ende Dezember 1932 die Mitteilung, dass er zum 15. Januar 1933 seines Amtes enthoben wird. Das entsprechende, von Erzbischof Caspar Klein und Vertretern des Generalvikariats am 30.12.1932 unterzeichnete Verwaltungsdokument vermerkt über den Priester Dr. Lorenz Pieper: „Eine andere Seelsorgestelle wird ihm nicht wieder übertragen. … Jede öffentliche politische Tätigkeit in der Politik wird ihm untersagt. … Über seine Pension wird eine besondere Verordnung erlassen. … Die Personalakten dieses Priesters füllen 2 starke Aktenbände …. Die Eigenart dieses Priesters ist gekennzeichnet durch Eigensinn und unbelehrbare Starrköpfigkeit … und einen Hochmut, der ihn zu immer neuen Konflikten führte und selbst zu Frechheiten gegenüber seiner [Bischofs-]Behörde verleitete …. Durch diese von ihm nie hinreichend unterdrückten Charakterfehler haben seine anerkennenswerten Gaben des Geistes und des Gemütes für die Seelsorge nie zur segensreichen Geltung kommen lassen [sic]. Wo immer er in der Seelsorge tätig gewesen ist, mußten seine Pfarrer … bei der Behörde über ihn Beschwerde führen. Die Gemeinden sind durch … seine öffentliche nichtseelsorgerische Betätigung in Verwirrung und Gegensätze mancherlei Art hineingetrieben worden. Aus keiner seiner Stellen ist er in Frieden geschieden“. Lokale Sympathisanten und die NSDAP-Presse nutzten diesen Bescheid für eine Kampagne. Die Rückkehr L. Piepers in seine Heimatstadt gab Anlass zu einer wirkungsvollen Inszenierung.

Im Altkreis Meschede

Die sechstälteste NSDAP-Ortsgruppe des Kreises Meschede war nun die lokale Parteigliederung in Piepers Geburtsort Eversberg, gegründet im Oktober 1931. In deren Chronik von 1938 heißt es für die ‚Zeit der ersten Anfeindungen‘: „Unser Landsmann, Pfarrvikar Dr. Lorenz Pieper (Halingen), der uns stets mit Parteizeitungen und sonstigem Werbematerial versah, war den Eversbergern ein leuchtendes Vorbild, so dass trotz allem die Stimmenzahl von Wahl zu Wahl anstieg, und zwar derartig, dass noch bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 ein Zuwachs gegenüber dem Juli 1932 von 15 Prozent zu verzeichnen war“. – Über das RAD-Nebenlager Eversberg schreibt Rudolf Franzen: „Ein besonderer Förderer dieses kleinen Lagers war … Pieper.“

Ulrich Hillebrand hat auf der Grundlage von Zeitzeugenberichten der 1980er Jahre mitgeteilt: „Ältere Mitbürger erinnern sich noch, dass Pieper Nationalsozialisten in Parteiuniform kirchlich traute. So führte Pieper im Jahre 1932 die kirchliche Trauung des Briloner Kreisleiters durch, nachdem die katholische Geistlichkeit dieses abgelehnt hatte. Pieper zelebrierte im Januar 1934 auch das Brautamt für den damaligen Standartenführer Schulte-Mimberg in der Mescheder Walburga-Kirche. Es war damals die erste ‚braune Hochzeit‘ im Kreis Meschede.“

Im ‚Entnazifizierungsverfahren Lorenz Pieper‘ vermerkt der Ausschuss für die Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon in seinem Beschluss vom 6. Oktober 1948 zu Piepers Wegbereiterfunktion in der Landschaft: „Der Berufungsausschuss konnte nicht außer Acht lassen, dass die Beurteilung des Dr. Pieper, der im Sauerlande allenthalben bekannt ist und bei der Durchdringung des Sauerlandes durch den Nazismus wesentlichen Anteil hat, in sämtlichen Bevölkerungskreisen ein lebhaftes Echo zur Folge haben muß.“

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Neuerscheinung (Buch):
Peter Bürger – Werner Neuhaus (Hg.): Am Anfang war der Hass. Der Weg des katholischen Priesters und Nationalsozialisten Lorenz Pieper (1875-1951): Erster Teil. Schmallenberg: Woll-Verlag 2022.
(Forschung & Quellen; ISBN: 978-3-948496-49-4 ; 652 Seiten; Fester Einband; 29,90 Euro; www.woll-verlag.de) – Im nahen Buchhandel bestellbar. Ein zweiter Teil mit den Schwerpunkten „Euthanasie-Morde“ und „Entnazifizierung“ soll 2023 erscheinen.

Inhaltsverzeichnis des neuen Buches (PDF-Leseprobe):

Dritte Hallenberger Musical Night: Internationale Musical-Stars präsentiert von Kunst und Kump

Veranstaltungsplakat Kunst & Kump

Am 30. Juli 2022 ab 19.30 Uhr heißt es zum dritten Mal: Hallo Hallenberg! Willkommen zur HALLENBERGER MUSICAL NIGHT.

(Pressemitteilung Kunst & Kump Hallenberg)

Der Förderverein Hallenberg, Kunst & Kump hat mit Unterstützung der Stadt Hallenberg, der Freilichtbühne Hallenberg und der Sparkasse Hochsauerland zum dritten Mal ein hochklassiges Musical organisiert.

Tickets gibt es für 39 Euro bei der Touristik Hallenberg, Petrusstraße 2, in 59969
Hallenberg zu kaufen oder einfach online unter: www.stadt-hallenberg.de/musical-night. Telefonische Bestellungen sind unter Tickethotline 02984/303-777 möglich.

Wie auch in den Jahren zuvor gibt es eine freie Platzwahl und der Einlass erfolgt ab 18.00 Uhr bevor es dann um 19.30 Uhr losgeht.

„Ich freue mich, dass erneut die Creme de la Creme der Musical Szene nach Hallenberg kommt. Stars, die sonst am Broadway, im Londoner West End und auf den großen Musical-Bühnen dieser Welt auftreten. Gänsehautmomente und großartige Stimmen sind vorprogrammiert“, betont Michael Kronauge vom Veranstalter Förderverein Kunst & Kump.

Initiator und Ideengeber ist erneut der ehemalige Hallenberger Freilichtbühnenregisseur Florian Hinxlage. Das Publikum darf sich auf einen Musical-Abend auf hohem Niveau freuen.

LIVE ON STAGE auf der Bühne der Freilichtbühne Hallenberg sind die folgende ninternationalen Musical-Stars zu erleben.

YNGVE GASOY-ROMDAL, verzauberte bereits 2018 das Hallenberger Publikum beim Flo & Friends Weihnachtskonzert. Seinen „Durchbruch“ hatte der Norweger im deutschsprachigen Raum als Wolfgang Mozart in „Mozart! Das Musical“ in Wien und Hamburg. Das umfangreiche Repertoire von Yngve lässt sich hier kaum aufzählen.

YNGVE GASOY-ROMDAL (Foto: Karim Khawatmi)

Sämtliche große Musical-Rollen durfte er mit seiner prägnanten Stimme und
seinem unnachahmlichen Charme gestalten: Jekyll & Hyde, Jesus Christ, „Joe Gillis“ in Sunset Boulevard, „Raoul“ in Liebe stirbt nie – Phantom II, Luther, Van Gogh, Dr. Schiwago, Evita, 3 Musketiere, Cats, Les Miserables, Marie-Antoinette, Into the Woods, Die Schöne und das Biest…kaum eine Rolle blieb ihm verwehrt, in diesem Sommer tritt YNGVE GASOY-ROMDAL in Hallenberg auf.

MIRIAM NEUMAIER, ist ein noch junger Stern am derzeitigen Musical-Himmel. Nach großen Erfolgen als Roxie in Chicago, Uschi in Der Schuh des Manitu und Lucy in Jekyll & Hyde, steht ihre Karriere gerade erst am Anfang.

Miriam Neumaier (Foto: Kunst und Kump)

Kunst & Kump: „Merken Sie sich ihren Namen, denn Sie werden ihn an den ganz großen Theatern der Republik lesen – garantiert! Umso glücklicher sind wir, dass Miriam bei unserer dritten Musical Night dabei sein kann und Sie in die verruchte Welt von Chicago entführen wird. Genießen Sie dieses Ausnahmetalent.“

SIDONIE SMITH – Die gebürtige Amerikanerin steht seit 2009 auf zahlreichen internationalen Bühnen: Köln, Hamburg, Wien, London, New York und Los Angeles zählen zu ihren Stationen. Sie ist nicht nur eine gefragte Musicaldarstellerin; auch als Instrumentalistin stand die klassisch ausgebildete Violinistin und Bratschistin in ausverkauften Häusern.

SIDONIE SMITH (Foto: Karla Newton)

Einige Karriere-Highlights ihrer bisherigen Musical-Laufbahn: West Side Story (Anita), Sweeney Todd (Johanna), Sister Act (Deloris Van Cartier), Bodyguard – Das Musical (Rachel Marron und Nicki Marron), Jesus Christ Superstar (Maria Magdalena), Aida (Aida), Cabaret (Sally Bowles), Jekyll & Hyde (Lucy), Rent (Maureen), Die Brücken am Fluss (Marian), Der kleine Horrorladen (Chiffon),
Knockin on Heavens Door (Frankie) und zur Zeit in der Hauptpartie der Felicia Farrell im Musical Memphis.

FEMKE SOETENGA – was Yngve in den männlichen Partien gelang, steht auf Femkes Vita im weiblichen Fach des Musicals: Nahezu jede große Musical-Partie der Literatur!

FEMKE SOETENGA (Foto: Julian Freyberg)

Femkes Stimme und ihre unfassbare Ausstrahlung wird Sie garantiert in ihren
Bann ziehen. Mit Leichtigkeit jongliert sie jeden Ton und erzählt die Geschichte eines jeden Songs auf ihre ganz eigene Art. Nur um ein paar Werke zu nennen, in denen sie die Hauptrolle geben durfte: 3 Musketiere, Evita, Jekyll & Hyde, Jesus Christ Superstar, Chess, Cabaret, Cats, Rebecca, Der Schuh des Manitu, Rocky Horror Show, Die Päpstin, Oliver!, Dr. Schiwago, Titanic… Es könnte ewig so weitergehen. Freuen Sie sich auf Soli, Duette und Terzette, in denen Femke den Songs ihren ganz eigenen Glanz verleihen wird.

Organisator und Ideengeber der Musical-Night ist FLORIAN HINXLAGE. Ehemaliger Regisseur der Freilichtbühne-Hallenberg, der die Erfolgsproduktionen My Fair Lady, Kohlhiesels Töchter – Das Musical und Die 3 von der Tankstelle überaus erfolgreich in Hallenberg inszeniert hat. Die Passion musste wegen der Pandemie leider entfallen.

FLORIAN HINXLAGE (Foto: Fotowerk Vechta)

Florian ist selbst als Sänger und Musicaldarsteller seit über 20 Jahren auf den deutschsprachigen Bühnen unterwegs. In populären Musicals wie Jesus Christ Superstar, Mozart, Hair, Evita, Blues Brothers, Cabaret, My Fair Lady, Die letzten 5 Jahre, 42nd Street und einigen mehr war Florian in Hauptrollen zu erleben und die Liste wird sich auch in den nächsten Jahren weiter fortführen. Doch auch die Regie ist kein unbekanntes Terrain für ihn. Neben Hallenberg zeichnete Florian sich für Inszenierungen in Tecklenburg, Coesfeld, Kloster Oesede, Stuttgart, Wien, Hannover und Bregenz verantwortlich. Als Agent und Produktionsleiter für Musiktheater vermittelt er Künstlerinnen und Künstler an Theater im gesamten deutschsprachigen Raum und mit seiner Firma „hinx + kunst“ ist er als Eventmanager und Produzent in ganz Europa tätig.

Begleitet wird das ausgezeichnete Ensemble von Mario Stork und seiner Band. Seit vielen Jahren zählt Mario zu den gefragtesten musikalischen Leitern im Musical-Konzertbusiness.

Mario Stork (Foto: Kunst & Kump)

Als Musiker, Komponist, Chorleiter und Dozent gibt es keinerlei Grenzen die
er in der Musik nicht überschreitet, denn Mario verkörpert Musik. Jahrelang war er hauptverantwortlich für Konzertprogramme von Alexander Klaws, Andreas Bieber, Mark Seibert, Patrick Stanke, Jan Ammann undde n Musical Tenors. Neben Konzerten und Galas ist er als Komponist eigener Musicals tätig. Seine unnachahmliche Art der musikalischen Leitung wird auch das Publikum in Hallenberg verzaubern.

Moin! Ich überlege noch…

Si tacuisses, …! Aber wenn man (noch) kein Philosoph ist? (foto: zoom)

Immer die gleiche Situation. Mein Fahrrad wartet vor der Tür und ich rätsle, wohin die Reise gehen soll.

Vielleicht zur Radwerkstatt in Brilon? Oder doch nach Bad Berleburg? Lennestadt? Dortmund? Korbach?

Ich werde mich an der Straßenecke, 500 Meter weiter, entscheiden. So bleibt noch Zeit zum Nachdenken.

Auf jeden Fall zwei Nussecken beim Bäcker kaufen. Der Hunger-Ast wäre der ungemütlichste Ort.




Umleitung: Scheinblüte SPD, Landnahme von Verschwörungsgläubigen, Krieg in Europa, Windkraft-Akzeptanz im Sauerland und sechs Lesetipps

Keine Scheinblüten in Battenberg. Den kleinen Flieger habe ich erst im Nachhinein bemerkt. (foto: zoom)

Schwindende Scheinblüte: Was denken sich die Wähler? Vor einem Jahr gaben sie der SPD bei Forsa 14 Prozent. Drei Monate später, bei der Bundestagswahl, machten sie die Partei mit 25,7 Prozent zur stärksten Kraft. Heute, neun Monate nach der Wahl, befindet sich seine Partei auf dem Abstieg … postvonhorn

Landnahme-Objekt Immenhof: Ein Anwesen in der Lüneburger Heide steht vor der Versteigerung. Corona-Leugner und Verschwörungsgläubige treffen sich auf dem Gelände um ihr visionäres Dorf zu planen … endstationrechts

Krieg in Europa? Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht: Ein großer Krieg in Europa ist nicht ausgeschlossen, auch wenn ihn niemand will. Die Gründe liegen eher in der Psychologie als in der Politik … scilogs

Windkraft-Akzeptanzstudie: Gäste und Tagesausflügler akzeptieren Windkraft-Ausbau im Sauerland … ihkarnsberg

Zwischen Seelentrost und Menschheitsdämmerung: sechs Bücher über beinahe alles … revierpassagen

Wanderausstellung und Vortrag zum Thema „Preußen in NRW“ – Station am Sauerland-Museum Arnsberg

Die Wanderausstellung „Modellierte Tradition. Was NRW mit Preußen zu tun hat“ gastiert bis Ende Juli im Museumshof. Eine Arnsberger Schulklasse „unter der Pickelhaube“. (Foto: Sauerland-Museum)

Das Sauerland-Museum in Arnsberg ist stellvertretend für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg Ausstellungsort der Wanderausstellung „Modellierte Tradition. Was NRW mit Preußen zu tun hat“, die in Form einer transportablen Litfaßsäule auf dem Museumshof bis Ende Juli zu sehen ist.

(Pressemitteilung Hochsauerlandkreis)

75 Jahre Nordrhein-Westfalen – unser Bundesland feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Das LWL-Preußenmuseum Minden, die Landeszentrale für politische Bildung NRW und die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen machen ihm aus diesem Anlass ein besonderes Geschenk: Eine Litfaßsäule, die eine kleine, aber feine und transportierbare Wanderausstellung zeigt. Eine historische Ausstellung, in der es entgegen möglicher Erwartungen aber nicht um die letzten 75 Jahre geht, sondern um Preußen.

Preußen? Da denkt man vermutlich an Pickelhaube, Kaiser, Obrigkeitsstaat und Militärparaden, aber nicht an Nordrhein-Westfalen. Und doch ist unser heutiges NRW ohne Preußen nicht denkbar. Denn entgegen des Mythos, dass die Briten das neue Bundesland 1946 auf dem Reißbrett erschufen, zeigt sich: die engen Verbindungen des (Nord-)Rheinlands und Westfalens gehen bis ins Jahr 1815 zurück, als Preußen begann, den beiden Provinzen feste administrative Strukturen zu geben und damit Grundlagen für Vieles schuf, was uns bis heute prägt. Die Ausstellung zeigt die preußische Vorgeschichte NRWs in einer außergewöhnlichen Form und mit einem leichten Augenzwinkern – und doch seriös und zuverlässig.

Die Wanderausstellung ist während der Öffnungszeiten des Museums kostenfrei zugänglich.

(V.r.n.l.): Dr. Guido Hitze, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Doris Wermelt vom LWL-Preußenmuseum Minden und Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt eröffnen die Wanderausstellung. (Foto: Sauerland-Museum)

Passend zur Wanderausstellung lädt das Sauerland-Museum zu einem Vortrag in das Blaue Haus des Museums ein: Dr. Guido Hitze, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, referiert über die Motive, Ursachen, Hintergründe und Ziele der Bestrebungen, Anfang der 1920er Jahre im Zuge der Reichsreformdebatte eine „Wirtschaftsprovinz Rheinland-Westfalen“ nahezu exakt in den Grenzen des heutigen Nordrhein-Westfalen zu schaffen.

Der Vortrag findet am Dienstag, den 28. Juni um 18 Uhr im Blauen Haus des Sauerland-Museums statt. Der Eintritt ist frei.

… aber die Windräder.

Am Großen Bildchen, Blickrichtung Siedlinghausen. Der Wald wird abgefahren (foto: zoom)

Gestern bin ich über das Große Bildchen nach Winterberg gefahren. Die L 740 am Ortsausgang von Siedlinghausen ist wegen der Straßenrenovierung gesperrt. Auf die Umleitung über die Ennert samt ihrer Ampelanlage hatte ich keine Lust.

Durch Stürme, Klimawandel und Borkenkäfer, haben sich viele „Bilder“ der Landschaft des Hochsauerlandes inzwischen radikal verändert.

Blickrichtung Großes Bildchen. Links hinter den Holzstößen verläuft die L 742. (foto: zoom)

Das Waldsterben im Hochsauerlandkreis ist sehr real. Wie es weitergehen wird, kann ich mir zur Zeit kaum vorstellen. Den Wald sich selbst überlassen, wird wahrscheinlich nur für ausgewählte Flächen mit Zuschüssen (Ausgleichszahlungen) für die Waldbesitzer:innen funktionieren.

Noch mehr Weihnachtsbaumflächen? Bewahre uns vor diesen Monokulturen!

Neue Baumarten? Das ist die große Preisfrage, denn der Vorteil der Fichte war und ist ihre kurze Generationsfolge.

Will man den Wald erhalten, werden Mischwälder das Mittel der Vernunft sein. Wer wird sie anbauen?