Guten Morgen! Steg und Mövenstein

Blick über den Steg nach Mecklenburg-Vorpommern (foto: zoom)

Keine Sonne, viele Wolken, Wind und sporadische Regenschauer. Ungemütliches Wetter, und doch macht es Spaß am Meer entlang zu laufen.

Den Mövenstein (auch Möwenstein), in dessen Nähe sich in Thomas Manns Roman Buddenbrooks Tony und Morten die Ehe versprachen, gibt es auch in der Wirklichkeit. Ein kleiner Spaziergang und schon sehe ich den Findling aus Hammergranit am Übergang der Travemünder Strandpromenade zum Brodtener Ufer.

Das Versprechen von Tony ist flüchtig wie die Gischt und sie wird nach der Reise nicht Morten, sondern den ungeliebten Herrn Grünlich heiraten.

Ein großer Teil des Mövensteins liegt bereits unter dem Strand. In 30 Jahren könnte der Koloss komplett versunken sein. (foto: zoom)

Der Charakter von Tony Buddenbrooks, später Grünlich und Permaneder, ändert sich im Verlaufe des Romans nicht. Sie stolziert durch die Seiten und bleibt stets von hochnäsiger Oberflächlichkeit geprägt.

Wenn ich mich recht erinnere, sind auch die zahlreichen anderen Figuren der Erzählung recht statisch. Sie bleiben sich im Guten wie im Schlechten treu. Die Dynamik erhält der Roman durch den wirtschaftlichen Niedergang der Familie vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts.

Nehmt meine Gedanken nicht für bare Münze, sie sind mir spontan beim Anblick des Möwensteins in den Sinn gekommen. Ein Buddenbrooks-Kenner bin ich nicht.

Bremen: Grüngürtel, Weserburg und Lauschorte

13 Tage unterwegs – was ist geblieben?

Hashtag im Bremer Grüngürtel (foto: zoom)

Ich springe an den Beginn unserer kleinen Reise durch das nördliche Deutschland. Bremen hatte ich schon mehrmals mit dem Fahrrad besucht und hatte dann in der Jugendherberge an der Weser übernachtet. Diesmal aus Gründen mit dem Auto, nicht optimal, aber es ging nicht anders.

Man kann sich auf dem Markt bei den Bremer Stadtmusikanten in einem schlechten Café mit teurem Kaffee und schlechtem Kuchen aufhalten, während Staßenmusiker*innnen von morgens bis abend unentwegt Bella Ciao fideln, flöten, schrammeln und aus dem Akkordeon quetschen. Allein der Dudelsackspieler bleibt beim Wild Rover.

Bessser gefallen hat mir ein Spaziergang durch den Grüngürtel der Stadt. Entspannend, wenn man auf die vielen Radfahrer*innen, die sich oft unbemerkt von hinten nähern, achtet.

Skulptur im Grüngürtel (foto: zoom)

Vor über acht Jahren hatte ich eine Austellung im Museum Weserburg gesehen:
https://www.schiebener.net/wordpress/bevor-ihr-denkt-dass-ich-mich-aus-dem-bloggen-verabschiedete/

Jetzt waren wir erneut in der Weserburg. Damals hatte ich geschrieben: „Mir hat sie sehr viel Spaß(!) bereitet. Kunst muss unterhalten und zum Denken anregen.“ Auch für den aktuellen Besuch kann der Satz so stehen bleiben.

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13 Tage unterwegs – was ist geblieben?

Ganz am Ende ein Dänischkurs

Ein Ruderboot am Kellersee bei Malente (foto: zoom)

Ganze 13 Tage sind wir im nördlichen Deutschland gereist. Bremen, Bremerhaven, Hamburg, Lübeck und Malente. Es war eine gute Entscheidung, denn so wurden wir von der großen Hitzewelle, die im Rest der Republik herrschte, weitgehend verschont.

Ich beginne mit dem Ende, einem fünftägigen Dänischkurs bei Malente, in der Gustav Heinemann Bildungsstätte (GHB) am Kellersee.

Hier muss man hinein, um klüger wieder hinauszugehen (foto: zoom)

Eine knappe Woche sind nun keine Zeit, um eine Sprache „von Null auf Hundert“ zu lernen. Selbst in vier Wochen oder vier Monaten, so jedenfalls mein erster Eindruck, hätte ich mir das Dänische nur rudimentär aneignen können.

Die Grammatik? Geschenkt! Aber die Aussprache!!! Die Aussprache ist imho nicht vom Blatt zu erlernen. Dazu müsste man in die dänischen Kultur und Arbeitswelt für geschätzt ein Jahr abtauchen. Es reicht nicht, sich eine heiße Kartoffel in den Mund zu schieben.

Wir stoßen mit unseren Freunden und Bekannten an, auch mit denen, die wir nicht kennen, stoßen wir an! Prost!

Morgens wurde mit Hilfe eines dänischen Mutterspachlers Dansk gepaukt, nachmittags gab es Infos über die Kultur des nördlichen Nachbarlandes.

Wer abends noch Kraft und Durst hatte, konnte mit oder ohne Alkohol anstoßen und dänische Trinklieder schallern.

Die GHB hat einen direkten Zugang zum Kellersee. Wasser- und Lufttemperatur waren ideal zum Schwimmen. Morgens, mittags, abends – wann immer man sich erfrischen wollte.

Nach Abschluss des Kurses stellt sich die Frage, wie wir weiter lernen wollen. Ein Lehrbuch ist bestellt. Bei der Volkshochschule Hochsauerland gibt es leider keinen Dänisch-Kurs, bei der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg nur Online auf zu hohem Niveau.

Sonnenuntergang, drückende Wärme und deshalb ein Bier an der Fischbude mit Blick auf See und Ausflugsboot (foto: zoom)

Die Gustav Heinemann Bildungsstätte eignet sich sehr gut für einen entspannten und lehrreichen Bildungsurlaub. Die Kurse sind schnell ausgebucht. Falls ihr interessiert seid, sputet euch. Das Programm 2026 müsste im November diesen Jahres herauskommen.

Kultur, Natur und neuer Freundschaften in Schottland

51. Internationaler Jugendaustausch vom 28. Juli bis zum 03. August

51. Internationaler Jugendaustausch zwischen West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis.
(Pressefoto)

Vom 28. Juli bis zum 03. August fand der 51. Internationale Jugendaustausch zwischen dem West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis statt.

(Pressemitteilung HSK)

Nachdem im Sommer 2024 zwölf Jugendliche aus Schottland im Rahmen des Austauschprogramms im Hochsauerlandkreis zu Gast waren, reiste diese Gruppe aus dem Hochsauerlandkreis nun nach Schottland, begleitet von zwei Kolleginnen des Jugendamtes.

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Abgetaucht – aufgetaucht: von der Kunst der Fuge über das gähnende Alpaka zur ver.di-Demo

Die Kunst der Fuge in der Kirche St. Martin (alle Bilder: zoom)

Eine Woche lang habe ich das Blog aus Zeitmangel nicht bearbeiten können. Lesen (Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland), lernen (Climate Action: Tackling the Climate Crisis for a Better World) und reisen (Kassel).

Auf dem oberen Bild seht ihr die Orgel von St. Martin, der größten Kirche in Kassel, großzügig renoviert und mit einer grandiosen Orgel ausgestattet. Am Wochenende durften wir dort die Kunst der Fuge, gespielt vom Organisten Ludger Lohmann, hören und erleben. Fantastisch, und es ist noch nicht das Ende des Orgelsommers 2025. Das ist der grobe Plan:

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Frohe Ostern 2025!

Freies Assoziieren

Holzhasen im Zoo (foto: zoom)

Noch einen weiteren Tag ausharren, dann ist Ostern geschafft. Nie habe ich so darauf gewartet wie in diesem Jahr. Am Dienstag geht es dann wieder hinaus in die weite Welt. Nun ja, ins Ruhrgebiet.

Dortmund, Recklinghausen, Essen, Oberhausen, Duisburg, Mühlheim, Bottrop, Herne, Gelsenkirchen, Bochum … das sind die Traumziele meiner Radtouren.

Ich schweife ab. Ostern 2025 – das Jahr als unser Urlaub ins Wasser fiel.

Kirche (kath.) St. Laurentius in Küstelberg (foto: zoom)

Ostern 2025 – der Nahraum kann weit oder eng sein – oder umgekehrt. Ihr seid mitgemeint, liebe Kreuzfahrer*innen und Mallorca-Urlauber*innen.

Zu Hause entdecke ich jeden Tag Musik auf Platte oder CD, die ich bisher nicht gehört habe. Immer nur Frank Zappa – wer hält das auf Dauer aus?! Ich puste den Staub vom Dreierpack Monk’s Casino. Alexander von Schlippenbach, Axel Dörner, Rudi Mahall, Jan Röder und Uli Jennessen spielen 2003/2004 im A-Trane (Berlin) Kompositionen von Thelonious Monk.

Die Intellektuellen
Die hören gerne Blues
Bei denen tanzen die Forellen
Im selbstgemachten Apfelmus

Die Liedzeilen von Stephan Sulke fühlten sich für mich schon immer falsch an. Wer den Rockzipfel der Intellektualität erhaschen will, sollte JAZZ hören oder selbst spielen.

Auf der anderen Seite des Maschendrahtzauns (foto: zoom)

Der Junge muss mal an die frische Luft. Recklinghausen wartet – anders und interessanter als es die Landschaftsszene im Film mit Hape Kerkeling vermuten lässt.

Genießt den Tag!

Müscheder Wandergruppe in der Serra de Tramuntana unterwegs

Die Wandergruppe vor der atemberaubend schönen mallorquinischen Landschaft aus Bergen und Meer: v.l. Christian Keil, Gerd Stüttgen, Matthias Prachtel, Meinolf Brune (Foto: privat)

Müschede. Die „Wandergruppe Prachtel“, ein Zusammenschluss von wanderfreudigen Männern aus Müschede, Herdringen und Hüsten, war kürzlich eine Woche auf Mallorca unterwegs, um die  Schönheiten dieser Baleareninsel zu erwandern. Dort ging es ausschließlich in die von der UNESCO 2011 zum Weltkulturerbe ernannten Gebirgskette Serra de Tramuntana, die jedes Jahr im Frühling für Hunderttausende von Wanderern und Radfahrern aus Europa zum Mekka ihrer Outdooraktivitäten wird.

(Pressemitteilung Wandergruppe Prachtel)

Unter der Leitung von Wanderführer Matthias Prachtel zog es Christian Keil, Meinolf Brune und Gerd Stüttgen dabei auf die Strecken von St. Elm nach La Trappa, vom Cuber-Stausee nach Port des Soller, wo die Gruppe auch ihr Quartier genommen hatte, rund um Soller, von Cala Tuent nach Sa Calobra, den Reiterweg Valdemossa und die Küstenwanderung von Soller nach Deià und zurück.

Auf diese Weise wurden auf den sechs bis zu sieben Stunden dauernden Wanderungen nahezu 100 km Strecke und zusammen fast 3.300  Höhenmeter in der mallorquinischen Bergwelt erwandert. Hier reihten sich bei weitgehend gutem Wetter die landschaftlichen Höhepunkte aneinander. Auch ein Besuch im bekannten Kloster Lluc durfte nicht fehlen.

Die Wanderer erlebten einen wunderschönen Aufenthalt in einem Teil Mallorcas, der vielen Touristen sicherlich noch immer weitgehend unbekannt sein dürfte.

Gedanken verloren – Vom Analysten, der ging, um die Welt zu sehen

Abendveranstaltung der vhs Hochsauerlandkreis am 5. März in Meschede

Sammelt wertvolle Momente und gibt sie weiter: Christof Jauernig (Pressefoto)

Es ist eine Aufbruchsgeschichte – in Worten, Fotografien und Pianoklängen und erlebt, erzählt, fotografiert und eingespielt von Christof Jauernig.  In einer Abendveranstaltung der vhs Hochsauerlandkreis am 5. März in Meschede erzählt der frühere Betriebswirt Jauernig, der viele Jahre in Frankfurt am Main als Analyst in einer Unternehmensberatung für Banken arbeitete, vom Mut, sich von seinem ihm fremd gewordenen Beruf und dem täglichen Lauf im Hamsterrad zu verabschieden.

(Pressemitteilung HSK)

Christof Jauernig bricht zu einer sechsmonatigen Rucksackreise durch Südostasien auf – ohne Plan für danach. Die Reise führt ihn, entlang zauberhafter Natur und eindrucksvoller Begegnungen, in eine neue Verbindung mit der Welt, zurück zu sich selbst, und immer weiter hinaus aus dem Gedankenkarussell, hinein in die Fülle des jetzigen Augenblicks.

Der Abend verspricht eine Collage aus Reisefotografien, Texten und Pianoimprovistionen, hier der Fluss Nam Ou, Laos. (Pressefoto)

Nachdem der Referent vor zweieinhalb Jahren bereits mit seinem Programm „Eintausendmal Lebensglück“ in der Alten Synagoge in Meschede zu Gast war, kehrt er nun für einen Abend zurück, um seine Gäste mit auf diese Rucksacktour zu nehmen, aber auch auf seinen inneren Weg, heraus aus der Sinnkrise.

Zu einer großen Auswahl projizierter Reisefotografien rezitiert er Texte, die unterwegs entstanden sind. Sie erzählen von seiner Reise, aber ebenso vom Hören auf die innere Stimme, dem Ausbrechen aus ungesunden Routinen, der Entmachtung von Intellekt und Wertung, der Wiederentdeckung der von Analyse und Bewertung ungetrübten Schönheit der Welt, und davon, jeden Moment zu würdigen. Es entfaltet sich ein Mix aus Fotografien, erzählten Reiseszenen und lyrischen Stimmungsbildern, untermalt von seinen eigens hierfür eingespielten Piano-Improvisationen: ein stimmungsvoller, höchstpersönlicher Abend, der zum Innehalten einlädt und von einer ausführlichen Fragerunde abgerundet wird.

Zeit: Mittwoch, 5. März 2025, um 19:00 Uhr
Ort: Bürgerzentrum / Alte Synagoge Meschede
Gebühr: 8,00 Euro

Anmeldung bei der Volkshochschule Hochsauerlandkreis telefonisch unter 0291 94-1100 oder über www.vhs-hsk.de

Neujahr in Lindenthal

und schon wieder nur Gebäude

Gedenktafel am Wohnhaus von August Sander, Dürenerstraße 201 in Köln-Lindenthal: „Sehen, Beobachten und Denken“ (foto: zoom)

Ein weiterer bescheidener Vorsatz für 2025 wäre es, mehr Menschen auf meine Fotos zu bugsieren. Ich finde das angesichts der persönlichkeitrechtlichen Rahmenbedingungen, die ich übrigens für richtig halte, nicht einfach.

So bleiben von unserem Spaziergang in Köln Lindenthal am Neujahrstag eine Gedenktafel und ein paar Häuser, die zufällig am Rande standen.

Nicht polititisch, nicht originell, kein Tiefgang – eine flache Erinnerung an den ersten Tag im neuen Jahr.

Wenn ich in Köln wohnen würde, hätte ich gerne so viel Grün hinterm Haus. (foto: zoom)

Wir hatte uns vom migrantisch geprägten Kalk auf die bürgerliche Seite der Stadt nach Lindenthal begeben. Mit Freund*innen einmal die Dürener Straße hinunter und durch den Grüngürtel wieder zurück. Stellt euch das als philosophisches Flanieren oder kultur-politisches Schlendern mit Einsprengseln von persönlichen Anekdoten vor.

Oben grau, unten himmelblau (foto: zoom)

Die Häuser fielen mir vor die Füße und die Graffiti troff von den Wänden.

Ich gestehe, dass ich das Tier zuerst nicht erkannt habe. (foto:zoom)

Das Tier auf dem Wandbild habe ich zuerst nicht erkannt, tippe aber auf Jaguar. Vielleicht seht ihr mehr.

Plastikstühle als Farbtupfer auf der Terasse eines Hauses am Kanalufer, das Plastik kein Zeichen von Armut.

Die Häuser in dieser Lage strahlen Reichtum aus. (foto: zoom)

Der Reichtum am Grüngürtel ist jedenfalls nicht barock oder anders verschnörkelt.

Das letzte Haus in dieser Serie hat keine Farbe.

Praktisch, kubisch, gut und vermutlich teuer (foto: zoom)

Ach, auf das letzte Haus folgt nun noch das allerletzte Haus. Ich mag Hochhäuser.

Nicht zu übersehen. Die Balkons/Balkone gefallen mir. (foto: zoom)

Soweit der 1. Januar 2025. Der Rest waren Rückfahrt ins Sauerland, Dunkelheit, aufkommender Sturm und Regen.

Blog-Doku 1. Januar 2025 beendet.