Fundstück: don’t worry, be pink

… und dann noch etwas zur Stadtarchitektur in Kassel sowie einer Buchausleihe

Wandbild im Tunnel unter dem Holländischen Platz in Kassel (foto: zoom)

Die Unterführung am Holländischen Platz besuche ich in regelmäßigen Abständen. Die Graffiti und Wandbilder ändern sich langsam, aber stetig.

Die Straßenkreuzung oberhalb des Tunnels ist weniger attraktiv – ein lauter, stinkender Auto-Moloch, den ich immer wieder zu fotografieren vergesse. Dafür wäre ich beinahe in einen Bilderrahmen hinein gelaufen.

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Kasseler Perspektiven II

Löwe und Mensa

Wandbild („Der König“) von Jackules in der Nähe des Rondells an der Fulda (foto: zoom)

Der Ausflug nach Kassel stand unter keinem Motto, allerhöchstens „raus von zu Haus‘!“. Die hessische Stadt an der Fulda hat vieles, was ich brauche: Bibiothek, Freibad, Grünanlagen und veganes/vergetarisches Essen.

Die beiden Bilder haben indirekt und direkt etwas mit Essen (Speis‘ und Trank) zu tun.

Der Löwe ist Teil eines Wandbildes des Graffiti-Künstlers Jackules. Man findet den zerfließenden König der Tiere in der Nähe des Rondells, wo ich bei Pommes & Ketchup den Blick auf die Fulda genossen habe.

BTW: Ein Bild von Jackules ziert das Starthaus der Wakeboard-Anlage am Hillebachsee in Winterberg/Niedersfeld. Vor fast genau fünf Jahren hatte ich hier im Blog darüber geschrieben.

In der Mensa des AVZ nahe der Dönche gab es leckere vegetarische Lasagne. Die Atmosphäre war sehr entspannt. Der lange leere Tisch erzeugt eine interessante Perspektive und sprachliche Doppelbödigkeit. Mensa ist das lateinische Wort für Tisch/Tafel. Gleichzeitig leitet sich Mensa von „Mensa Academica“ = Universitätsmittagstisch ab. Ein leerer Tisch in einer fast leeren Mensa. Mir hat es geschmeckt.

Die Mensa (lat. Tisch) im AVZ (Naturwissenschaften) nahe der Dönche (foto: zoom)

Ab- und Einbiegen im Hochsauerland: Hypothenuse statt Katheten

Fruges Straße/Ruhrufer in Olsberg. Violette Linie: Ich (Fußgänger), rote Linie: so fahren sie, grüne Linie: so sollten sie fahren (Foto & Kritzelei: zoom)

Nicht jede/r Autofahrer*in im Hochsauerland biegt so merkwürdig ab, wie ich es mit der roten Linie auf dem Bild andeute, aber doch einige von ihnen.

Sie fahren, wie im Beispiel oben, auf der gedachten Hypothenuse (rot), statt einen ungefähren 90°-Bogen um die gedachten Katheten eines Dreiecks zu fahren.

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Brücke oder Berg? Skywalk oder Hohe Pön?

Skywalk links, Kahle Pön rechts. Geschätzte direkte (Luftlinie) Entfernung < 4km (Karte: Openstreetmap, Kringel: zoom)

Eigentlich habe ich schon auf einer dreistufigen Trittleiter Höhenangst. Trotzdem haben wir todesmutig unseren Freund*innen aus dem Flachland am Rhein einen gemeinsamen Spaziergang über den sogenannten Skywalk bei Willingen spendiert.

Das vordergründige Motiv war ein Geburtstag. Meine Angst habe ich durch Neugier überlistet. In ca. vier Kilometer Entfernung (Luftlinie) von der Hängebrücke liegt einer meiner Lieblingsorte zum Wandern oder Spazieren gehen, die Hohe bzw. Kahle Pön (siehe Karte).

Hintergründig wollte ich einen kostenpflichtigen Ausblick (Viewpoint) mit der Umsonst-Landschaft (einige Viewpoints) vergleichen. Bietet mir die Brücke über dem Strycktal irgendeinen Mehrwert, den ich mir am Kassenautomaten erkaufen muss?

Hängebrücke (rechts) und Skischanze (links) (foto: zoom)

Die besten Fotoperspektiven hat man imho von außerhalb des Kassenautomaten, aber ich will ja sehen, was an der Werbesprache der Betreiber-Website dran ist.

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Die Buddenbrooks als Endgegner?

Zum 150. Geburtstag: Thomas Mann als Playmobil-Figur (foto: zoom)

„Haha… an die Buddenbrooks habe ich mich noch nicht getraut, das ist quasi der Endgegner.“

„Mein Endgegner wäre der Zauberberg. Den habe ich schon ein Mal entnervt zur Seite gelegt. Kann mich nicht erinnern, wie weit ich damals gekommen bin.“

Der 150. Geburtstag von Thomas Mann hat uns in den sozialen Medien zu Enthüllungen und Geständnissen getrieben. Die Scham ist vorbei. Endlich kann es raus. Die bürgerliche Bildung ist Jahrzehnte lang nur Fassade gewesen. Buddenbrooks, Zauberberg – nicht geschafft.

„Sie stehlen meine Löffel, meine silbernen Löffel, das ist passiert, Wunderlich, und ich gehe in die Trave!“

Meine Endgegner sind nicht die Buddenbrooks, sondern der Zauberberg, Ulysses (Joyce) und die U.S.A. (Dos Passos); ich will auch Uwe Johnsons Jahrestage nicht unterschlagen.

Wenigstens die Buddenbrooks habe ich gelesen. Lang ist es her und vieles ist vergessen. In ein paar Wochen geht’s nach Lübeck. Dann sollen sie wieder frisch im Gedächtnis sein.

„Zum Sommer, im Mai vielleicht schon, oder im Juni, zog Tony Buddenbrook immer zu den Großeltern vors Burgtor hinaus, und zwar mit heller Freude.“

Und wer ist euer/eure Endgegner*in?

Am heißesten Junitag…

Klavierkonzert von Anna Geniushene auf Zeche Zollern

Aufsteller mit Hinweis zum Aufführungsort (foto: zoom)

Am Sonntag schwankten die Temperaturen in Dortmund um 33 °Celsius. Eigentlich ein Tag, um sich in kühle Kellerräume zu verkriechen. Stattdessen haben wir ein Klavierkonzert im etwas kühleren Magazin der Zeche Zollern genossen. Die Solistin am Flügel: Anna Geniushene.

Zitat aus dem Programmheft:

„Anna Geniushene, geboren am 1. Januar 1991 in Moskau, feierte ihren Durchbruch 2022, als sie die Silbermedaille bei der renommierten Van Cliburn International Piano Competition gewann. Sie ist für ihre kraftvollen und vielschichtigen Interpretationen bekannt, die Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistern.

Geniushene begann ihre musikalische Ausbildung am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium unter der Leitung von Elena Kuznetsova. Später setzte sie ihre Studien an der Royal Academy of Music in London fort und schloss mit Auszeichnung ab. Ihre Karriere führte sie in bedeutende Konzertsäle weltweit, darunter die Berliner Philharmonie und das Wiener Konzerthaus. Neben ihren Soloauftritten ist sie auch eine leidenschaftliche Kammermusikerin und tritt häufig mit ihrem Ehemann, dem Pianisten Lukas Geniušas, auf. Gemeinsam gründeten sie das Musikfestival NikoFest in Moskau.

Zu ihren weiteren Auszeichnungen zählen hohe Platzierungen bei internationalen Wettbewerben wie dem Leeds Wettbewerb, dem Tschaikowsky Wettbewerb
und dem Busoni Wettbewerb.“

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Bank und Bratort. Das Knattern der Kräder.

Ein Dorfspaziergang vor der großen Hitze

Pommes-Bude im Schwimmbad. Da sage mal jemand, die Sauerländer*innen hätten keinen Humor: Tatort – Bratort (foto: zoom)

Steigen die Temperaturen über 24 °C, wird es mir ungemütlich warm. Tagsüber wird man mich irgendwo regungslos im Schatten finden. Aktivitäten verlege ich auf die frühen Morgen- oder Abendstunden. Ich bin doch keine Eidechse.

Die Bank im Wald liegt im Schatten. Speziell diese Bank ist mir ein besonderer Erinnerungsort. Hier habe ich zum letzten Mal unseren Dorf-Bücherwurm getroffen, bevor er in den Lesehimmel aufgestiegen ist.

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Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

Missglückter Besuch einer Ausstellung im Sauerlandmuseum Arnsberg

Das Schicksal von Johann Süß in Bildern, Texten und Dokumenten. (foto: zoom)

Anfang April hatte ich hier im Blog eine Pressemitteilung des Hochsauerlandkreises zur Ausstellung „ ,Was damals Recht war …‘ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ veöffentlicht. Am vergangenen Wochenende konnte ich die Wanderausstellung des Projekts der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas endlich selbst besuchen.

Das Thema der Ausstellung interessiert mich sehr:

„Bis 1945 haben zehntausende Soldaten und Zivilisten ihr Leben durch die Urteile der Wehrmachtgerichte verloren. Die Mehrzahl der Deutschen begegnete den Opfern der Wehrmachtjustiz auch nach 1945 mit Ablehnung und Feindschaft. Diese Sicht verstellt den Blick auf den Unrechtscharakter der deutschen Militärjustiz. Zwischen 1998 und 2009 hob der Deutsche Bundestag die meisten Unrechtsurteile auf. Viele Betroffene waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.

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Pausenbild: Pusteblume …

sowie ein paar Gedanken zu Frühlingsende und Sommerbeginn

Der Frühling neigt sich dem Ende zu, der Löwenzahn verteilt seine letzten Flugfrüchte. (foto: zoom)

Am 1. Juni hat der meteorologische Sommer begonnen und ich gönne mir eine kleine Blogpause.

Der kalendarische Frühling ist noch nicht zu Ende. Der Sommer beginnt laut Kalender am 21. Juni 2025.

Der phänologische Frühsommer hingegen startet mit der Blüte von Holunder, Roggen, Robinie sowie dem Blütehöhepunkt der Wiesen und Getreidefelder; am Ende des Frühsommers erfolgt die erste Heuernte.

Zu diesem Naturkalender siehe: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenwissen/jahreszeiten.html

Dorfspaziergang: Je kürzer, desto mehr Bilder

Die Bank im Schatten, das Tal in der Sonne (foto: zoom)

Mehr als ein klitzekleiner Minispaziergang war nicht drin. Elf Minuten hoch, neun Minuten zurück. Im Dorfjargon heißt es „auf die Ennert“.

Bis hoch zur Bank im Schatten müssen Radfahrer*innen kräftig treten und Jogger*innen heftig schnaufen. Ab der Bank wird es flacher und man kann den Abschnitt durch den Buchenwald genießen, es sei denn, es kürzen wieder zu viele Autofahrer*innen zwischen Silbach und Siedlinghausen ab. Laut Verkehrszeichen ist es verboten bzw. nur für den landwirtschaftlichen Verkehr erlaubt, aber wer kontrolliert hier oben?

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