Bildungs- und Teilhabepaket im Hochsauerlandkreis: Mehr Geld als Anträge

Reinhard Loos, Kreistagsmitglied der Sauerländer Bürgerliste (SBL), fragte Mitte Juli 2012 bei der Kreisverwaltung nach, wie der aktuelle Stand bei der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets ist.

Das Jobcenter des Hochsauerlandkreises antwortete am 03.08.2012, es wären insgesamt 16 durch Bundesmittel finanzierte zusätzliche SchulsozialarbeiterInnen eingestellt worden.

Zu deren Aufgaben gehöre es, den Anspruchsberechtigten die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket näher zu bringen, um eine verstärkte Inanspruchnahme zu erreichen.

Damit im schulischen Bereich die Förderung an den tatsächlichen Bedarfen ausgerichtet werden kann, solle der Schwerpunkt auf örtliche Problemzonen gesetzt werden, heißt es u.a. im Schreiben der Verwaltung.

Die Zahl der Anträge im 1. Halbjahr 2012 wurde laut Antwort des HSK im Vergleich zum Vorjahr um 19% gesteigert. Im ersten Halbjahr 2012 wurden insgesamt 4.834 Anträge gestellt. Bis zum 30.06.2012 seien 3.578 Anträge bewilligt und 195 abgelehnt worden. Über 1.061 Anträge war laut Antwort des Jobcenters zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen worden.

Die Höhe der Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket betrug demnach im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 482.000 Euro. Da sich die entsprechenden Bundesmittel aber auf 736.000 Euro belaufen, kamen demzufolge 254.000 Euro, also fast ein Drittel der verfügbaren Gelder, bei den potentiellen Leistungsberechtigten nicht an.

Der Hochsauerlandkreis antwortete auf die Frage der SBL nach der voraussichtlichen Höhe der ungenutzten Bundeszuweisungen in diesem Jahr, es sei mit einem Betrag zwischen 300.000 Euro und 350.000 Euro zu rechnen. Es sei, so schreibt die Verwaltung, noch nicht geklärt, ob der Bund unverbrauchte Mittel für das Jahr 2012 zurückfordert.

Die Information über das Bildungs- und Teilhabepaket erfolge per Pressemitteilungen, gezielte Anschreiben, Merkblätter, direkte Ansprache potentiell Anspruchsberechtigter durch die Städte und Gemeinden, so die Antwort der Kreisverwaltung auf die letzte Frage der SBL zu diesem Themen-Komplex.

Das Bildungs- und Teilhabepaket beinhaltet eine Schulpauschale für den persönlichen Schulbedarf in Höhe von 70 Euro im August und von 30 Euro im Februar.

Der Kreis Soest empfahl daher in einer Pressemitteilung vom 12.07.2012 allen bis zu 25 Jahren alten Schülerinnen und Schülern, die einen Anspruch auf Wohngeld oder Kinderzuschlag haben, rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Die Kreisverwaltung Soest wies in ihrer Veröffentlichung auch daraufhin, dass Eltern von Kindergartenanfängern frühzeitig den Zuschuss zur Mittagsverpflegung beantragen sollten und, dass sowohl Schulpauschale als auch Mittagsverpflegung zum neuen Schul- bzw. Kindergartenjahr neu zu beantragen sind.

Der Hochsauerlandkreis plant offenbar nicht, eine ähnliche Pressemitteilung wie der Kreis Soest herauszugeben. Die Information der Anspruchsberechtigten bleibt im HSK also den Städten und Gemeinden vorbehalten. Bleibt die Hoffnung, dass die Infos auch in allen Winkeln des Sauerlandes ankommen. Ansonsten berichten wir vielleicht bald wieder:

„Bildungs- und Teilhabepaket – Mehr Geld als Anträge“

Umleitung: Liebesschlösser, Beschneidung, Bildjournalismus, Rechtsextremismus, die Europäische Krise, Esperanto und mehr.

Die neuen Ritzel glänzen, aber die Sauberkeit des Restrades ist noch optimierbar. (foto: zoom)
(foto: zoom)

Wie schwer sind Liebesschlösser? Damit verbunden ist nämlich die existenzielle Frage, ob die Schlösser so schwer werden können, dass die Brücke deren Gewicht nicht mehr aushält … dunkelmunkel

Najem Wali: „Ein Ort namens Kumait – die Geschichte einer Beschneidung“ … hpd

InstaHip und Co: Zukunft des Bildjournalismus? … heikerost

Andreas Molau – Ausstieg und/oder geschmeidige Anpassung? „… zeigen sich doch einige Konstanten. Dazu zählt vor allem der geradezu anbiedernde Umgang mit Interviewpartnern, besonders, wenn sie für sein Vorankommen von Bedeutung sein könnten“ … nrwrechtsaussen

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2008 mit einem Vergleich von 2002 bis 2008 … fes(PDF)

Europäische Krise: “Wir befinden uns in einer vorrevolutionären Situation” … wiesaussieht

Sozialstaat ist mehr als Sozialtransfer: Das Versprechen des Grundgesetzes zur Sozialstaatlichkeit meint neben der erwähnten Hilfe für Menschen in Not und für solche, die nicht selbst für sich sorgen können, vieles und vieles vernünftiges mehr … nachdenkseiten

Hagener Friedenszeichen: Deutsche Banken finanzieren Atomwaffen … doppelwacholder

Samstags in Duisburg: Olympia – schneller, höher, weiter … jurga

Rum Diary mit Johnny Depp: Puerto Rico versoffen … pottblog

Vundo pasas, vorto restas: „Wer Esperanto sprechen will, soll es tun ohne Angst zu haben, dass ich mich über ihn oder sie lustig mache. Aber wenn das Esperanto morgen verschwände, wäre weder die Menschheit, noch die Sprachwissenschaft auch nur ein Stück ärmer“ …wissenslogs

Zeugnis – Was tun bei schlechten Noten?

„Zeugnis – Was tun bei schlechten Noten?“, fragt Anja Schimanke auf der Website des Schulministeriums NRW den Pädagogen Detlef Träbert*** sowie den Schulpsychologen Andreas Heidecke.

Alle Eltern, die mit den Zeugnisnoten ihrer Kinder unzufrieden sind, sollten sich die Zeit nehmen, die Antworten der beiden Experten zumindest durchzulesen, bevor sie falsche oder unsinnige Maßnahmen  androhen oder ergreifen.

Ärger wirke beispielsweise demotivierend, das Kind erlebe sich als Auslöser dieser elterlichen Reaktion, habe Schuldgefühle und in der Konsequenz keine Hoffnung auf Erfolge in der Schule.

„Druck erzeugt Angst und Angst blockiert das Gehirn. Wenn Eltern ihren Ärger über schlechte Noten kundtun und Druck ausüben, bringen sie ihr Kind in eine ausweglose Situation, denn es hat keine Strategie, wie es da wieder herauskommt. Dadurch werden die Noten nicht besser. Und die Beziehung zwischen Eltern und Kind leidet!“, so Detlef Träbert.

Die Eltern sollten sich vielmehr als Unterstützer und Helfer ihrer Kinder sehen.

Andreas Heidecke: „Eltern können ihr Kind begleiten, indem sie sich beispielsweise die Klassenarbeiten zeigen lassen und konkret fragen: „Wie kann ich dir helfen?“ Erst wenn das Kind keine Idee hat, sollten Eltern einen Vorschlag machen.“

Wie das gehen soll, wird ausführlich und anregend erklärt. Wem das nicht reicht, der findet am Ende des Interviews sowohl die Beratungsstellen des schulpsychologischen Dienstes als auch die Beratungstelefone der Bezirksregierungen:

Arnsberg: 02931 82 3330, Mo. bis Do. 8:30 – 16:30 Uhr, Fr. 13:30 – 15:30 Uhr

Detmold: 05231 71 48 48, 13. bis 16. Juli, Mo. bis Fr. 8:00 – 16:00 Uhr

Düsseldorf: 0211 475 4880, 9. Juli, 12. bis 14. Juli, 8:00 – 16:00 Uhr

Köln: 0221 147 2000, 12. bis 16. Juli, 9:00 – 15:00 Uhr

Münster: 0251 411 4113, Mo. bis Fr. 8:00 – 16:00 Uhr
Zum Schluss die gute Nachricht zu Ferienbeginn: „Schulprobleme löst man in der Schulzeit! Und Ferien sind Ferien!“

*** Detlef Träbert dürfte aufmerksamen Leserinnen und Lesern unseres Blogs kein Unbekannter sein. Er ist Autor einiger pädagogischer Artikel und Aphorismensammlungen zu kulturpolitischen Themen.

Umleitung: Kindle-Spitzel, Pseudo-Wissenschaften und die lokalen Blogs zu allen möglichen Themen.

Alles Super in Winterberg (foto: zoom)
Alles Super in Winterberg (foto: zoom)

Amazon, Barnes & Noble: Kindle und NOOK bespitzeln ihre Leser … gulli

Hallo, Herr Bundespräsident: wo bleibt Ihre Intervention gegen die erkennbare Zusammenarbeit des Verfassungsschutzes mit rechtsextremen Mördern? … nachdenkseiten

Homöopathie-Lobby im Netz: Schmutzige Methoden der sanften Medizin … sueddeutsche

Pseudowissenschaft: Astrometeorologie und Wettermanipulation … scienceblogs

Die Handschrift stirbt aus: na und? … wissenslogs

Das Ruhrgebiet soll Museum werden: Das Ruhrgebiet war 2010 Kulturhauptstadt Europas. Was blieb davon übrig? Man will es gar nicht wissen … postvonhorn

Was vom Monat übrig blieb: Das war der Juni im Ruhrgebiet … revierpassagen

Manifest für ökonomische Vernunft! Paul Krugman hat es schon unterschrieben, Richard Layard auch – und viele viele andere: Das „Manifest for Economic Sense“. Darin heißt es … misik

Jans EM Fazit: Bis auf drei Spiele habe ich bisher alle gesehen, und ich muss sagen, dass mich diese EM absolut nicht vom Hocker gehauen hat … jahobri

Europameisterschaft: Fußballflucht quer durchs Revier – Ein Protokoll … ruhrbarone

Die Ärzte – beste Band der Welt: Bemerkenswert, wie fit die Jungs waren. Ganze 29 Titel nacheinander ohne eine echte Pause. Das habe ich so noch bei keiner anderen Band erlebt … schwenke

Brilon: Schlägerei auf dem Schützenfest … polizeibericht

Sundern – Hachen: kein Platz für Radfahrer in Hachen … gruenesundern

Umleitung: Ein Kessel Buntes ;-)

Nicht zu übersehen: das Hundegrab auf der Hunau (foto: zoom)
Auf der Hunau. Nicht zu übersehen: das Grab der Schweißhündin Isolde v.d. Hunau (foto: zoom)

Neulich im Buchladen: Schreibt man das mit „ö“? Böbelplatz? … heikerost

Ansichten eines Hörbuch-Junkies: „Schmitz‘ Katze“ … revierpassagen

Gestaltentreffen in der Rotunde Bochum: eröffnete die 6. Ausstellung 13 bildschaffender Künstler aus ganz Deutschland und darüber hinaus … ruhrbarone

Die „Sponsoren“ von „BILD für alle!“: Die NachDenkSeiten hatten bereits im April darauf hingewiesen, dass die am Samstag verteilte „Gratisausgabe“ der BILD kein Geschenk des Springer-Verlags ist … spiegelfechter

Medien – LRS = LSR? „Lustig ist natürlich, dass die Jungen, Dynamischen vor Jahren noch Google & Co. als die großen Heilsbringer gefeiert haben und ihre eigene Karriere auf einem Wissensvorsprung gegenüber älteren, verdienten Mitarbeitern aufgebaut haben“, so ein Kommentar bei … medienmoral

Gütersloh: Bürgerhaushalt ohne „Haushalt“? … blickpunkt-gt

Duisburger Piraten: Trotz Streit geht es voran … xtranews

Bildung statt Betreuungsgeld: hier geht es nicht um die gesellschaftliche Honorierung von Erziehungsleistung, sondern darum, bereits privilegierte Familien zu bedienen … doppelwacholder

Schulausschussitzung in Sundern wird ein Nachspiel haben: So langsam nimmt es skurrile Züge an, wie die Rechte von Rats- und Ausschussmitgliedern in einer öffentlichen Diskussion beschnitten werden … gruenesundern

Hochsauerlandkreis: Wenig Chancen für alte Kfz-Kennzeichen … sbl

Nach dem Spiel: ist vor dem Spiel gegen die griechische Mannschaft. Fußballwahn, meint das … sauerlandblog

Konzerttipp: CARMINA BURANA in Hamburg, Laeizshalle am 23.06.2012, 17.00 Uhr

carminaburanawebUnter der Leitung des umtriebigen japanischen Dirigenten Kasuo Kanemaki bietet die Laeizhalle am Samstag, dem 23. Juni 2012 ein sehr hochkarätiges Konzert mit professionellen Musikern und erfahrenen Laien.

Es singen und spielen die Hamburger Kammerphilharmonie, der Kinderchor der Japanischen Schule Hamburg e.V., der Kanemaki-Chor Hamburg, das Chorensemble Goethe Hamburg, der Philharmonische Chor Essen und der Johannes-Brahms-Chor Hamburg.

Drei dieser Chöre leitet der in Tokio geborene Kasuo Kanemaki. Eine erfahrene Chorsängerin nennt Kanemaki „den besten Chorleiter, den ich bisher hatte“. Er verbinde „japanische Sanftheit mit konsequenter Probenarbeit“.

Die Solisten sind die in New York wohnhafte Pianistin Klara Min, Shihoko Higashida Sopran, Hendrik Lücke Tenor und Kei Kondo Bassbariton.

Carmina Burana

Carmina Burana ist eine der erfolgreichsten klassischen Kompositionen des 20. Jahrhunderts.  Carl Orff schuf bombastische Musik voller Emotionalität, Erotik, Leidenschaft und Traurigkeit. Es kommt somit all das vor, was das Leben bereithält.

Der Text, der eine grandiose Harmonie mit der Musik eingeht, stammt aus der gleichnamigen lateinischen und mittelhochdeutschen Liedersammlung des 11. und 12. Jahrhunderts. In diesem Konzert werden die Lieder gleich von mehreren Chören vorgetragen.

Carl Orff

Carl Orff war ein sehr anpassungsfähiger Künstler. Die Uraufführung der szenischen Kantate fand 1937 in Frankfurt statt. Orff wirkte unangefochten die gesamte NS-Zeit hindurch in Deutschland, während andere bekannte Komponisten, Dirigenten und Musiker das Land verlassen mussten. Nach 1945 wiederum fügte sich Orff nahtlos in den Kulturbetrieb der Bundesrepublik ein.

Johannes Brahms und Frédérick Chopin

Neben Carmina Burana stehen zwei weitere Stücke auf dem Programm des Konzertabends:

Die Chöre singen das Schicksalslied des in Hamburg geborenen Johannes Brahms und die Musiker spielen das 1. Klavierkonzert E-Moll des polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin.

Wir empfehlen einen Besuch dieses Konzertes, denn es wird einfach gut werden. Zudem findet es am ersten Wochenende der Hamburger Schulferien statt. Somit könnte es ein schöner Ferieneinstieg für die ganze Familie sein.

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HÖRTIPP mit Verfallsdatum: Zeitzeichen bei WDR5 über Entstehung, Wirkungsgeschichte und Inhalt von Carmina Burana.

Podiumsdiskussion zur Gesamtschule im HSK. Viele Informationen und hohes Diskussionsniveau, aber geringes Elterninteresse.

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Kenntnisreiches Podiumsbesetzung bei der Veranstaltung der SBL/ MbZ zur Gesamtschule (foto: Johanna)

Der Hochsauerlandkreis ist der letzte Kreis in Nordrhein-Westfalen ohne Gesamtschule. Ein Mangel? Die CDU-Fraktion im Mescheder Kreistag sieht es als Erfolg. Diese Begeisterung teilt jedoch nicht jeder.

Daher lud die Sauerländer Bürgerliste (SBL) und die Fraktion „Meschede braucht Zukunft“ (MbZ) am vergangenen Mittwoch zu einer Podiumsdiskussion in den großen Kreistagssaal in Meschede ein. Thema: GESAMTSCHULE im HSK? Information, Diskussion, Fragen und Antworten

Es kamen rund 35 ZuhörerInnen, Mitglieder des Jugendparlaments Meschede, LehrerInnen, politisch Aktive und interessierte BürgerInnen aus dem Hochsauerlandkreis. Ob betroffene Eltern unter den Zuhörern waren, ließ sich nicht ausmachen.

Das Podium war sehr kompetent besetzt. Zunächst stellte Kerstin Haferkemper, Lehrerin an der Hannah-Ahrendt Gesamtschule Soest, die Schulorganisation und die pädagogische Arbeit in groben Zügen vor. Sie betonte, dass an ihrer Schule das Kind im Mittelpunkt stehe. Eine heterogene Schülerschaft sei gewollt. Die Schule biete einen rhythmisierten Ganztag, Mittagspausen von 45 Minuten für alle Schüler, Förderkonzepte, ein AG-Angebot am Nachmittag und offene Angebote in der Mittagspause. Die Schüler würden nicht nur fachlich gefördert, sondern auch methodisch, sie sollten soziale Fähigkeiten erlernen und ihr Lernen selber organisieren. Daher gebe es Wochenplanarbeit, Sozialräte und Klassenräte.

Als Vertreter der Elternpflegschaft der Soester Gesamtschule betonte Herr Michel, dass es eine gute Einbeziehung der Eltern an der Hannah-Arndt Schule gebe.

Dr. Michael Fink, Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW e.V., wies darauf hin, dass an den neu geschaffenen Sekundarschulen Kinder mit Haupt- und Realschulempfehlung aufgenommen würden. An den Gesamtschulen hingegen meldeten Eltern auch Kinder mit Gymnasialempfehlung an. Gesamtschüler hätten 13 Jahre Zeit bis zum Abitur und 70% der SchülerInnen, die an der Gesamtschule das Abitur schafften, hätten nach der 4. Klasse keine Gymnasialempfehlung gehabt.

Von den beiden anwesenden ehemaligen Schülerinnen der auf der Veranstaltung sehr engagiert und kompetent vertretenen Soester Schule wurde in diesem Zusammenhang folgende Tatsache hervorgehoben:

Gesamtschüler schreiben dieselben Abiturarbeiten wie Gymnasiasten. In NRW gibt es ein Zentralabitur und das ist für beide Schulformen identisch. Die Abiturprüfung an einer Gesamtschule ist somit genauso schwierig wie an einem Gymnasium.

Volker Esch-Alsen, Sozialdemokrat und stellvertretender Schulleiter, erläuterte, dass in Soest die Anmeldungszahlen die Kapazitäten der Schule deutlich übersteigen würden. Das bedeute leider, dass viele Schüler abgewiesen werden müssten.

Eine neue gegründete Gesamtschule müsse sich ihren guten Ruf allerdings erst erkämpfen. Herr Esch-Alsen bedauerte zudem, dass es in der Diskussion um die Schulform häufig nicht um Pädagogik gehe. So bezeichnete er die Sekundarschule als Kopfgeburt und die Ablehnung dieser Schulform in Arnsberg hätte gezeigt, dass Eltern verstünden, dass es sich hierbei lediglich um die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule handele. Die Gesamtschule hingegen verfüge über eine gymnasiale Oberstufe und biete somit alle Abschlüsse bis zum Abitur.

Reinhard Loos von der SBL betonte, dass nach dem Schulgesetz der Kreis in der Pflicht sei und dieser die Verantwortung nicht einfach an die Kommunen weitergeben könne. Er veranschaulichte die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Schülerzahlen im HSK. Schon jetzt wanderten Schüler ab. Zahlreiche Briloner Schüler besuchten z.Z. die Mittelpunktschule in Willingen. In der Altersgruppe der 19-25 Jährigen verliere der HSK jährlich rund 500 Personen. Loos ließ die Frage offen, ob dies vielleicht auch an der fehlenden Pluralität des Schulsystems liege.

Am Schluss der angeregten Diskussion ging es um die Frage, wie eine Gesamtschule politisch durchgesetzt werden könne. Meschede sei in der glücklichen Situation, dass es bereits einen Ratsbeschluss für eine Elternbefragung gebe, erklärte Herr Fink. Nun komme es auf den richtigen Stimmzettel an: Es gebe einen, auf dem lediglich die Sekundarschule stehe. Die zweite Option sehe vor, dass Eltern für eine integrierte Schulform stimmen können und dann die Wahl zwischen Sekundarschule und Gesamtschule haben. Möglichst viele Eltern sollten beteiligt werden, damit das Ergebnis tatsächlich repräsentativ sei.

Moderatorin Christa Hudyma, Ratsmitglied der FW in Medebach, hob die Bedeutung des Elternengagements hervor. Hier wurde sie von Herrn Michel unterstützt. Zur Beurteilung einer Schule sollten Eltern von der Schulleitung den Bericht der Qualitätsanalyse einfordern und sich hier insbesondere den Berichtsteil zum Thema Unterricht ansehen. Wenn der Schulleiter diesen Bericht nicht zeigen wolle, sei dies bereits ein Hinweis.

Die im Saal Anwesenden waren sich weitgehend einig, dass dem Hochsauerlandkreis eine Gesamtschule als weitere Schulform fehle. Sie solle nicht die vorhandenen Gymnasien ersetzen oder gar zu einer Einheitsschule führen. Ein weiter Schulform würde die Vielfalt vergrößern und somit Eltern und Schülern mehr Möglichkeiten bieten.

Ob die Gründung einer Gesamtschule im Hochsauerlandkreis politisch durchsetzbar ist, wird sich demnächst zeigen. Das fehlende Interesse von Elternseite war jedoch kein positiver Indikator.

Hit – verdächtig? Kinder als Werbeträger!

hitkinderweb
Foto aus Winterberg-Totallokal, welches den Besuch einiger Kinder des St. Nikolaus Kindergarten Olsberg im örtlichen Hit-Markt illustriert. (Ausgabe vom 30. Mai 2012, S.21)

In der heutigen Ausgabe von Winterberg-Totallokal, einem kostenlosen Anzeigenblatt, stoße ich auf dieses Foto. Darunter steht eine kurze Beschreibung des Besuchs des Hit-Supermarkts durch Kinder des Olsberger Kindergartens.

Ich finde das Bild blöd. Ist es meine Empfindlichkeit, oder werden hier Kinder zu Werbezwecken missbraucht? Wie würde ich reagieren, wenn mein Kind auf diesem Foto abgebildet wäre,  wenn es nach einem Kindergartenausflug als kleiner Hit-Werbeträger nach Hause käme? Nein, ich finde es blöd, Kinder so vorzuführen.

Und die beteiligten Erzieherinnen scheinen sich auch nicht ganz wohl dabei zu fühlen, sonst hätten sie ebenfalls die beschrifteten Kappen und T-Shirts angezogen. Das war ihnen aber vermutlich  zu albern.

Warum gehen Erwachsene mit Kindern so um, wie sie es  für sich selber nicht akzeptieren würden? Oder bin ich da nur zu empfindlich?

Gesamtschule in Meschede – befürchtet die Stadt zu wenige oder zu viele Anmeldungen?

Meschede im Hochsauerland (foto: archiv)
Meschede im Hochsauerland (foto: archiv)

Auf Anfrage der Fraktion „Meschede braucht Zukunft“ (MbZ) vom 14.04.2012 stellte die Stadt Meschede am 27.04.2012 eine längere Aufzählung von Argumenten zusammen, die nach Meinung der Verwaltung gegen die Einführung einer Gesamtschule in Meschede sprechen. Wir geben sie hier etwas verkürzt wieder.

Die Verwaltung befürchtet, für die Gesamtschule gebe es nicht genügend Schülerinnen und Schüler.

Argument der Stadt: Abweichend von der Mindestzügigkeit (mindestens vier Parallelklassen pro Jahrgang) kann die Bezirksregierung Arnsberg Ausnahmen genehmigen. Jedoch müsste aber bei einem Teilstandort mindestens eine Dreizügigkeit nachgewiesen werden. Dies ist für Freienohl nicht realisierbar.

Die Verwaltung misstraut der Finanzierung.

Sie hält das Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) und die Regelung für die Schlüsselzuweisungen pro Schüler für nicht kalkulierbar. Zwar würden vom Land nach dem GFG 2012 für Ganztagsschüler höhere Zuweisungen als für Halbtagsschüler gezahlt, doch die Schulstatistik fände erst 2 Jahre später im jeweiligen GFG Berücksichtigung. Auf einen Halbtagsschüler entfallen demnach 40,75 Euro, auf einen Ganztagsschüler 193,87 Euro, und bei einem Wechsel einer Schule vom Halbtag zum Ganztag würden 1.500 Euro zusätzlich gezahlt.

Doch letztlich, so schreibt die Stadt Meschede, hänge die Höhe der Schlüsselzuweisungen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Höhe der vom Land zur Verfügung gestellten Gesamtsumme und der Gewichtung einzelner Faktoren. Die Faktoren und deren Gewichtung würden sich immer wieder ändern und daher ließe sich nicht vorhersagen, ob die Unterscheidung nach Ganz- und Halbtagsschülern bliebe.

Die Verwaltung befürchtet einen Ansturm auf die Gesamtschule und hohe Fahrkosten.

Im nächsten Absatz des Schreibens bezieht sich die Stadtverwaltung Meschede auf die Schülerfahrkostenverordnung und darauf, dass grundsätzlich gelte, dass die nächstgelegene Schule die Schule der „gewählten Schulform“ ist, die mit dem geringsten Kostenaufwand und einem zumutbaren Zeitaufwand erreichbar ist. Weiter heißt es, eine Gesamtschule in Meschede wäre nicht nur für Mescheder Schülerinnen und Schüler die nächstgelegene Schule der „gewählten Schulform“. Darum äußert die Stadt die Befürchtung, auch viele andere Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Gemeinden, für die dann ja in Meschede die nächstgelegene Schule der „gewählten Schulform“ wäre, zög es zu der Gesamtschule nach Meschede. Der Höchstbetrag für die Übernahme der Schülerfahrkosten betrage gemäß der Schülerfahrkostenverordnung 100,- Euro monatlich.

Die Verwaltung macht sich Sorgen, dass Mescheder Schülerinnen und Schüler keinen Platz in der Gesamtschule bekommen.

Dabei geht es um die Aufnahmekriterien und wieder um die Befürchtung, die Zahl der Anmeldungen könnte die Aufnahmekapazität der Schule überschreiten. Der Kriterienkatalog zum Aufnahme- und Auswahlverfahren ziehe dann verschiedene Kriterien heran, z.B. ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen und letztlich ein Losverfahren. Somit hätten Mescheder Schülerinnen und Schüler keinen Vorrang gegenüber auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern, deren Gemeinde keine Gesamtschule anbietet.

Das zu den neuesten Bedenken der Stadt Meschede.

Anmerkung: Zur Festsetzung der Schlüsselzuweisung, Schul- und Bildungspauschalen kann man alles im Gesetzentwurf des Gemeindefinanzierungsgesetzes (GFG) nachlesen.

Siehe: http://www.gruene.landtag.nrw.de/sites/www.gruene.landtag.nrw.de/files/mmd15-3402.pdf

Da heißt es: „Im GFG 2012 wird bei der Ermittlung des fiktiven Bedarfes der Schüleransatz nach der Empfehlung des ifo-Gutachters und mit einer neuen regressionsanalytisch ermittelten Gewichtung berücksichtigt. Demnach wird der fiktive Bedarf im GFG 2012 für Ganztagsschüler mit 3,33 und Halbtagsschüler mit 0,70 gewichtet.

Auf den ersten Blick ist für uns die Berechnung der Stadt Meschede mit der Angabe der festen Beträge 193,87 Euro für Ganztagsschüler und 40,75 Euro für Halbtagsschüler nicht ganz nachvollziehbar. Letztlich ist es für die Gewichtung des Bedarfs auch gleichgültig, ob der Schüler ganztags eine Sekundarschule oder ganztags eine Gesamtschule besucht.

Umleitung: Von BYOD über eine desorientierte Kanzlerin zur Satire aus dem Hochsauerland

Endlich wieder mit dem MTB auf Tour im HSK (foto: zoom)
Endlich wieder mit dem MTB auf Tour im HSK (foto: zoom)

BYOD in der Schule: Lehrer, ihr iPad und der Datenschutz … dunkelmunkel

Die Grünen und die Piraten: Holzkeule oder Wattebäuschchen? … taz

Katholikentag: Ein Pastor lässt das Frömmeln nicht? … hpd

Sarrazin und Steinbrück bei Jauch: Muss so eine Diskussion wirklich möglich sein? … nachdenkseiten

CDU und der Flurschaden eines Einzelkämpfers: Die CDU geht schweren Zeiten entgegen. Norbert Röttgen, ihr stellvertretender Vorsitzender, Umweltminister a.D. und Ex-Landeschef, will weiter machen … postvonhorn

Desorientierte Kanzlerin Merkel: Schon mehrfach hat Bundeskanzlerin Merkel bei Interviews und bei Auftritten in der “Provinz” bewiesen, dass sie eine Vorliebe für peinliche Patzer hat. So im letzten Bundestagswahlkampf als sie Brutto- und Nettoeinkommen verwechselte … sbl

David Schraven in eigener Sache: Seit ein paar Tagen werde ich immer wieder gefragt, warum ich nicht mit einem Rechtsanwalt gegen Falschbehauptungen des Wir-in-NRW-Blogs vorgehe. Dort beleidigen mich einige der anonymen Autoren, die für Alfons Pieper, den Ex-Vize-Chef der WAZ, arbeiten … wazrechercheblog

„NRW rechtsaußen“ – Blog: Nach knapp drei Jahren „NRW rechtsaußen“ wechselt heute die redaktionell-inhaltliche Verantwortung für diese Internetseite. Nach rund 2300 Beiträgen, die in den verschiedenen Rubriken dieser Seite erschienen sind (siehe rechte Außenspalte), verabschiedet sich die alte Crew und eine neue übernimmt … nrwrechtsaussen

Grenzgänge zwischen Kunst und Musik: Ruhrtriennale-Chef Heiner Goebbels arbeitet für eine Ausstellung in Darmstadt … revierpassagen

Billy Bragg: Dienstag, 22. Mai, 20.00 Uhr, Zeche, Bochum … ruhrbarone

Henrichshütte Hattingen – auf den Spuren einer blauen Ratte:
„Gestern haben wir die Ruhrtopcard im LWL Industriemuseum der Henrichshütte Hattingen eingesetzt. Im Einsatz inklusive ist die Rattenrunde, eine speziell für Kinder angebotenen Tour durch das Gelände mit vielen, vielen kindgerechten Erklärungen“ … geewing

Swaps – WestLB unterliegt Ennepetal: Hagen zog seinerzeit den Schwanz ein – die Stadt Ennepetal hat aber jetzt gegen die WestLB im Rechtsstreit (Az.: 8 O 77/11) um umstrittene Geschäfte mit Zinszahlungs- und Währungswetten, so genannte „Swaps“, einen möglicherweise wegweisenden Sieg errungen … doppelwacholder

Grundschulschließung: Wer darf abstimmen? … gruenesundern

Satire aus dem Hochsauerland:
Hauptmann stillgestanden – Major weggetreten! … sauerlandblog