Was vom Tag bleibt

Ein Foto vom Hennesee

Das Elektro-Schiff EMS Hennesee heute Nachmittag bei der Fahrt auf dem gleichnamigen See (foto: zoom)

Alle paar Monate schauen wir am Hennesee vorbei und jedes Mal merke ich, dass mir die Landschaft nicht zusagt. Selbst im Sommer ist mir dort eher düster zumute. Woran es liegt? Keine Ahnung. Normalerweise sind Seen doch ein Selbstgänger.

Vielen unserer Bekannten gefällt der Hennesee hingegen sehr. Man kann spazieren gehen, Rad fahren, schwimmen oder mit dem elektrischen Motorschiff über den See tuckern. Dazu gibt es eine beliebte Restauration an der Berghäuser Bucht, einen Spielplatz und nicht zu vergessen, den mächtige Staudamm mit der eisernen Himmelstreppe.

Die Himmelstreppe am Staudamm des Hennesees in Meschede (archivfoto: zoom)

Also kein Grund, am Hennesee miesepetrig umherzuschleichen. Ab dem Frühjahr werde ich häufiger mit dem Rad den asphaltierten Weg am Ostufer des Stausees nutzen, um von Reiste nach Meschede zu gelangen.

Vielleicht wird mir dann, wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, auch an der Hennetalsperre heiter zumute.

Ich werde schon noch herausfinden, warum der Hennesee und ich noch(?) keine dicken Freunde geworden sind.

Silvesterparty

Zurück in Siedlinghausen. Keine Menschenseele zu sehen (foto: zoom)

Danach haben wir entspannt bei unseren Freunden geklingelt. Die Silvester-Party konnte beginnen.
Was dann geschah, erzähle ich ein anderes Mal.

https://www.schiebener.net/wordpress/der-31-dezember-2025/

Ich bin die Zusammenfassung unserer Kölner Silvesterparty schuldig geblieben. Sie verlief sehr übersichtlich in angenehmer Atmosphäre.

Zwei Mal habe ich fürchterliche Niederlagen beim Kickern erlitten. Es folgte eine Verlustpartie Backgammon, die ich mit Ach und Krach durch einen Sieg ausgleichen konnte.

Gespräche beim Raclette. Daraus erwuchs der stille Vorsatz, mich im Jahr 2026 zumindest oberflächlich mit Arnold Schönberg zu beschäftigen. Hatten wir das Thema nicht in der Schule? Keine Ahnung. Vergessen. Vielleicht hat der Scheibenbeißer in Kassel Schönberg auf Vinyl gepresst. Erst die zwölf Töne hören, dann lesen. Habe schon bei Wikipedia gelünkert.

Knall! Peng! Puff! 2026 erschien am Horizont über den Dächern von Kalk. Prost! Niemand schien Vorsätze zu haben oder wollte sie nicht aussprechen. Magisches Denken.

Im Bücherregal der Gastgeberin schaute mich die Autobiografie von John Peel, Margrave of the Marshes, an. „Darf ich mir das Buch ausleihen?“ „Ja, klar!“

Danke sehr. Ich gebe es spätestens zurück, wenn wir nach Köln zurückkehren, um erstens endlich den Melaten-Friedhof und zweitens das Käthe Kollwitz Museum zu besuchen.

Heute beginne ich unverzüglich mit John Peel.

Der 31. Dezember 2025

Vor der Party ein Spaziergang durch den Kölner Stadtteil Humboldt/Gremberg

Köln Humboldt/Gremberg: Blick in die Nassaustraße (foto: zoom)

Ich wundere mich jedes Jahr zu Silvester aufs Neue, woher ich die geheime Kraft habe, im Kölner Stadtteil Humboldt in kürzester Zeit eine Parklücke zu finden. Es ist schon verrückt, wie viele Autos die Wohngebiete unserer Städte verstopfen. Wenn wir dann ein Mal im Jahr unsere Freunde in Köln besuchen, um das Neue Jahr gemeinsam zu begrüßen, werden wir selbst zum Teil des Problems.

In diesem Jahr waren wir zwei Stunden zu früh in Köln und hatten noch etwas Zeit, durch Humboldt/Gremberg zu streifen.

Hoffnungslos optimistisch haben wir uns auf die Suche nach einem Café begeben. Schwierig. Ein Kiosk hatte geöffnet, aber ohne einen gemütlichen Sitzplatz.

Kiosk in der Rolshover Straße (foto: zoom)

Weiter ging’s. Interessante Aspekte der Kölner Abfallbeseitigung waren links und rechts am Wegesrand zu beobachten.

Volpertusstraße (foto: zoom)

Am Ende der Volpertstraße steht ein sogenannter Offener Bücherschrank.

Offener Bücherschrank am Stadtpark Humboldt-Gremberg (foto: zoom)

Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und die Smartphone-Bilder wurden immer pixeliger. Ich mag den Blick auf eine wild zusammengesetzte Stadtarchitektur.

Kölner Stadtarchitektur: im Vordergrund das Vereinshaus des SV Gremberg Humboldt 60/62 e. V. (foto: zoom)

Den Spielplatz (Parkour) kenne ich noch vom letzten Jahr Silvester. Er ist weder gemütlicher noch einladender geworden.

Park an der Lenzwiese: Spielplatz/Parkour (foto: zoom)

Haben wir ein Café gefunden? Ein eingeschränktes Ja! Am Ende sind wir beim REWE To Go in der Aral-Tankstelle an der Rolshover Straße gelandet, 24/7 geöffnet.

An diesem späten Silvesternachmittag fanden wir es richtig gemütlich, dort auf den hohen Stühlen am Bistro-Tisch zu sitzen, den Geschäftsbetrieb zu beobachten und dabei unseren heißen Kaffee aus Porzellan-Tassen zu trinken.

Danach haben wir entspannt bei unseren Freunden geklingelt. Die Silvester-Party konnte beginnen.

Was dann geschah, erzähle ich ein anderes Mal.

Remblinghausen, Einhaus und eine Scheune

Eine kleine Runde über die Dörfer

Blick auf Remblinghausen (foto: zoom)

Nach Heiligabend ist auch der erste Weihnachtstag vorbei. Er begann mit 1000 Metern im Winterberger Hallenbad und endete bei einem veganen Braten aus Dresden.

Zwischendrin habe ich eine kleine Runde über die Dörfer gemacht. Wie ich es gestern vorhergesagt hatte, schien heute die Sonne, der Himmel war blau und es blies erneut ein kalter Wind.

Drei Bilder habe ich für heute ausgewählt.

Baum, Kreuz, Bank und ein Windrad bei Einhaus (foto: zoom)

In den nächsten Tagen soll es etwas wärmer werden. Ob es um Neujahr herum schneien wird, ist noch nicht sicher.

Bis dahin: geht spazieren und genießt die Sonne.

Scheune hinter Walbecke (foto: zoom)

Kleine Fluchten: Buch und Kaffee in Marburg

Vom Regen in noch mehr Regen, mit einem Blick auf das Stadtbild

Auf dem Weg zur Oberstadt (foto: zoom)

Heute haben wir uns ein wenig in Marburg umgesehen und ein paar Bücher gekauft. Das Wetter wurde von Stunde zu Stunde trüber und so war die Zeit in Buchläden, Teegeschäften und Cafés gut verbracht.

Für unseren Bundeskanzler habe ich ein paar Aspekte des Marburger Stadtbildes fotografiert. Ich glaube, dass ihm das Dampf-Riesenrad am meisten Freude bereiten würde. Was aber wäre ein Stadtbild ohne seine Bewohner*innen? Diese haben fleißig Plakate und Banner aufgehängt bzw. aufgestellt. Wäre Feuer & Flamme dem Patriarchat eine Redewendung, die Friedrich Merz gefallen würde? Vielleicht eher Kein Kaffee für Nazis oder ein Gebet in der Antifaschistischen Kirche.

Weihnachtsmarkt (foto: zoom)

Eigentlich wollte ich nur ein paar Bücher kaufen. Nach zähem Ringen hatte ich gestern die Buchdeckel von Mohamed Mbougar Sarr, Die geheimste Erinnerung der Menschen, zugeklappt. Mir ist es sehr schwer gefallen, bei den Personen, Perspektiven, Geschichten, Briefen und Erzählstücken über drei Kontinente den Überblick zu bewahren. Immerhin habe ich verstanden, dass es dem jungen senegalesischen Autor um (auch) eine Auseinandersetzung mit den Erwartungen an afrikanisches Schreiben geht.

Das Buch war ein hartes Stück Arbeit, und so war mir nach sehr langer Zeit nach einem entspannenden Krimi zumute.

Gut, dass ich im Deutschlandradio aufmerksam einen Beitrag über die diesjährige Krimi-Bestenliste gehört hatte. Empfohlen wurden Lavie Tidhar: Adama sowie Liz Moore: Der Gott des Waldes.

Vor dem Weltladen am Markt (foto: zoom)

Den Einkauf habe ich gerecht zwischen der Buchhandlung „Roter Stern“ und der Lehmanns-Filiale (vormals Elwert) aufgeteilt.

Quiche, Zwiebelkuchen und Cappuccino, gab es in der Nähe von ehemals Elwert im Café Vetter. Schön am Fenster sitzen und durch riesige Fensterscheiben die häßlichen Häuser am anderen Lahnufer betrachten.

Auf dem Weg hinunter zum Fluß kamen wir noch an der Universitätskirche aka Anitifaschistische Kirche vorbei. Gibt es solch eine Kirche auch im Hochsauerland oder gar in Arnsberg?

An der Universitätskirche (foto: zoom)

Steil! Der Rimberg-Schanzen-Steig am Hillebachsee

Hoch komm’se immer, runter nimmer …

Schild am Einstieg zum Schanzen-Steig (foto: zoom)

Am Sonntag haben wir seit längerer Zeit mal wieder den Hillebachsee in Niedersfeld besucht. Eigentlich wolllten wir nach Winterberg, aber dort war es zu nebelig. Am sonnigen See habe ich dann ein Schild entdeckt: Rimberg Schanzen-Steig. Und tatsächlich ging es an dieser Stelle sehr steil nach oben.

Auf dem Schild steht zu lesen:

Hier, wo heute der idyllische Hillebachsee liegt, befand sich einst die größte NaturskisprungschanzeWestdeutschlands. In den 1920er Jahren errichtet und später zweimal ausgebaut, war diese Schanze der Stolz der Region. Der offizielle Schanzenrekord lag bei beeindruckenden 64 Metern – in Trainingsläufen wurden sogar 70 Meter erreicht! Doch im Januar 1968 ereignete sich ein tragischer Unfall, der das Kapitel dieser legendären Schanze leider für immer schloss.

Der Aufstieg zum Rimbergkreuz

Entdecken Sie das Rimbergkreuz auf einem Zickzack-Pfad, der durch dichte Wälder führt und herrliche Aussichten bietet. Der Weg ist steil und lohnend, ideal für Naturfreunde, die eine kurze, aber eindrucksvolle Wanderung suchen.

  • Länge des Pfads: 950 Meter
  • Höhenmeter: 205
  • Geschätzte Dauer: 50 Minuten
  • Aufstieg: Steil

Für einen gemütlichen Sonntagsspaziergang war der Pfad in der Tat zu steil, und so bin ich am Montag zurückgekehrt, um das Gelände der alten Skischanze zu erkunden.

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Mit dem Rad zum Kahlen Asten

Nach acht Kilometern am Großen Bildchen (foto: zoom)

Wenn die Temperatur Ende November am Morgen bei +8 °C liegt, werde ich schon einmal nervös. Soll ich mich warm anziehen und das Rad aus dem Keller holen?

Bis auf den Nebel gab es heute keinen Niederschlag, und da ich sowieso etwas in Winterberg zu erledigen hatte, habe ich schließlich in die Pedalen getreten.

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Siedlinghausen – Spaziergang – heute

Blick über den Allenberg (foto: zoom)

Stimmung trübe, Wetter trübe. aber so ist halt die Lage. Trotzdem habe ich eine kleine Runde zu Fuß absolviert.

Der Schnee hält sich nur noch an Stellen, wo er zusammengeschoben wurde. Typisches Novemberwetter.

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Kassel – Siedlinghausen

Test, Test, Test: neues gebrauchtes Objektiv

Das Café im Fridericianum – eine Art Hundertwasser-Höhle (foto: zoom)

Nun fahre ich schon sehr viele Jahre nach Kassel, kenne die Freibäder, Graffiti und Parks; habe einige Museen besucht, aber im Fridericianum bin ich bislang noch nicht gewesen.

Am Sonnabend haben wir uns dem Museum vorsichtig genähert, wir haben uns ins Museumscafé gesetzt, und dort war es sehr bunt. Das Ambiente ließ mich an eine Art Hundertwasser-Höhle denken, aber es handelt sich um die Installation Mimikry von Kerstin Brätsch: „Die komplexe, raumgreifende Installation wurde von der in Hamburg geborenen Künstlerin eigens für die Rotunde im Zentrum der Kunsthalle entwickelt und bildet den neuen Rahmen des dort befindlichen Cafés.“

Den Rest lest ihr bitte auf der Seite des Museums: https://fridericianum.org/de/interventionx/kerstin-braetsch-mimikry/

Leider blieb uns keine Zeit, die weiteren Ausstellungen von Portia Zvavahera und Robert Grosvenor anzuschauen. Das wird hoffentlich sobald als möglich nachgeholt.

Zurück im Hochsauerland ist es weniger spannend. Auf dem Spaziergang warten die üblichen religiösen Wegmarken. Woran merke ich, dass ich zwischen Hillershausen und Medebach die Grenze von Hessen nach NRW passiere? Der Straßenbelag ändert sich und ein großes hölzernes Kreuz ist links am Wegrand aufgepflanzt.

Die Kreuze wird man dann auch nicht mehr los. Zurück in Winterberg recken sie sich allerorten in die Höhe.

Dieses Kreuz habe ich schon häufiger fotografiert. Links geht es zum Bergsee, rechts hinunter nach Silbach (foto: zoom)

Wie dem auch sei, das Ersatzobjektiv aus Kassel funktioniert anscheinend. Die Kapelle „Oh Maria Hilf“ auf dem Weg hinunter nach Silbach habe ich als heute als letztes Test-Motiv fotografiert. Wackelt nicht, steht fest und leuchtet in der Sonne.

Licht und Schatten auf der Wand der Marienkapelle (foto: zoom)

Der Ausflug nach Kassel hat sich gelohnt.

Der große Polter und der kleine Polter

Bilder von meinen Dorfspaziergängen

Polter in der Schlade/Siedlinghausen gestern, noch hat es nicht geschneit. (foto: zoom)

Es hat lange gedauert, aber gestern habe ich ein neues Wort kennengelernt. Bis dahin wusste ich nicht, dass die riesigen Holzstapel in der Schlade Polter genannt werden.

Ein Nutzer bei Mastodon hatte den Begriff in einer Reaktion auf mein oben Foto verwendet. Ich habe mich bedankt und bei Wikipedia nachgeschlagen:

Als Polter (der Polter, seltener das Polter; regional auch Polder) oder Holzpolter wird in der Forstwirtschaft gesammeltes und sortiertes Rundholz bezeichnet, das nach der Holzernte auf einem Sammelplatz zur Abfuhr bereitliegt, zum Beispiel am Rand von Forststraßen.
Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im polternden Geräusch, das beim Abwurf des Holzes auf dem Polterplatz entsteht. Das Zusammenstellen eines Polters nennt man daher auch poltern.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polter

Beim Spaziergang heute habe ich dann gleich einen kleinen Polter oberhalb des Friedhofs gesehen.

Dies ist eher kein Polter, sondern ein Holzstapel, der wahrscheinlich als Brennholz dienen soll. (foto: zoom)

Auf dem kleinen Holzstoß liegt Neuschnee. In der Tat mussten wir heute zum ersten mal in dieser Wintersaison den Bürgersteig mit dem Schneeschieber von einer dünnen Schneedecke freiräumen.

Ich kann mir vorstellen, dass am Wochenende ein Tourist*innensturm über Winterberg hineinbricht. Schnee! Ich vermeine die Nervösität im Ruhrgebiet, im Rheinland und in den Niederlanden zu spüren.

Ein Detail am Wegesrand: ein sonnenbeschienenes Blatt mit Schneehaube (foto: zoom)

Das Wetter soll kalt und sonnig werden. Mit Staus vor Winterberg wird zu rechnen sein, auch wenn die ersten Skilifte wahrscheinlich erst ab 28. November laufen.

Von meinem Spazierweg oberhalb der Bahn sehe ich auf das neue Wohngebiet „Am Bergsee“. In der Ferne ist der durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer gelichtete Forstwald am Hömberg zu sehen.

Blick auf die Häuser des Neubaugebiets „Am Bergsse“ (foto: zoom)

Zwischen Siedlung und Bergrücken fließt die Neger durch das Tal Richtung Namenlose und Ruhr.

Oberhalb des Friedhofs, also dort wo sich der kleine Holzstoß (s.o.) befindet, überquere ich die Bahngleise und mache ein Foto von der Friedhofskapelle. Das letzte Bild für heute. Ich bin zurück im Ort.

Kreuz, Kapelle und im Hintergrund wieder der Hömberg. (foto: zoom)