Evangelische Kirche über Krieg und Frieden

Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse als Sammlung erschienen

Zwei Tauben sitzen auf einer Treppenstufe. Dazwischen ein Kakadu. Die Treppe ist alt und grau, weiß verkotet.

Darunter in weißer Schrift
Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden

Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse - Eine Sammlung

Herausgegeben von Peter Bürger im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Öumenischen Instituts für Friedensforschung

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat Anfang November 2025 der Öffentlichkeit eine Denkschrift über Krieg und Frieden präsentiert. Seitdem will die Kritik einfach nicht mehr verstummen. Die hier angezeigte Sammlung erschließt 35 Stellungnahmen und Originalbeiträge zum neuen militärnahen EKD-Kurs aus kirchlichen Initiativen, Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis.

(Solidarische Kirche im Rheinland / Ökumenisches Institut für Friedenstheologie)

Die Journalistin und Schriftstellerin Bascha Mika schreibt in der Frankfurter Rundschau zum jüngsten Dokument der protestantischen Kirchenleitung: „… die gefährliche Anbiederung an die Macht scheint kein Tabu mehr. Deutlich zeigt sich das in der Haltung zu Atomwaffen. Hier eiert die Denkschrift atemberaubend herum, um irgendwie christlich und dennoch staatsloyal daherzukommen … Statt Bewahrung der Schöpfung die mögliche Vernichtung der Welt als christliche Risikooption? … Wo bleibt die Verantwortung der Kirche als Gegenkraft, die es angesichts der fortschreitenden Militarisierung der Gesellschaft bräuchte? Wo ist der christlich-ideelle Überschuss für eine gewaltfreie Welt? Stattdessen legt der Rat ein Grundsatzpapier mit realpolitischem Visionsverlust vor. Und ein protestantisches Manifest, das die Kirche weiter in den selbstverschuldeten Bedeutungsschwund treibt“ (FR, 12.11.2025).

„Evangelische Kirche über Krieg und Frieden“ weiterlesen

Seniorenbeirat Meschede zu Besuch in Winterberg

Wichtiger  Erfahrungsaustausch – Treffen sollen in Zukunft einmal jährlich stattfinden

Fünf Männer stehen im flachen Halbkreis auf einer Brücke, vor einem Geländer. Im Hintergrund eine grün-weiße hügelige Winterlandschaft. Im Vordergrund (Mitte) ein Stand-Fernrohr in Form einer Schneekanone (gelbgrün), darauf klein zu lesen: Erlebnisberg Kappe. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint dem linken Mann ins Gesicht. Er hebt die flache linke Hand zum Schutz vor die Augen.
Im Anschnitt rechts ist noch das Bein einer sechsten Person zu erahnen.
Nico Brinkmann (Bildmitte) mit den Besuchern auf der „Erlebnis-Brücke“ (Foto: Seniorenbeirat)

Winterberg/Meschede. Zu einem Gedankenaustausch war der Seniorenbeirat Meschede in der vergangenen Woche erstmalig nach Winterberg gekommen. Walter Hoffmann (Winterberg) begrüßte die Delegation bei sonnigem Wetter auf der „Panorama Erlebnis-Brücke“.

(Pressemitteilung Seniorenbeirat Winterberg)

Nico Brinkmann – Geschäftsleitung „Erlebnisberg Kappe“ – zeigte den Seniorinnen und Senioren auf der Brücke die vielen Attraktionen, die in den letzten Jahren auf dem großen Gelände entstanden sind: Sommerrodelbahn, Kletterwald, Kappi`s Spielplatz, Picknickgelände, Abenteuergolf-Anlage, Bikepark, Hostel, Panorama Cafè/Restaurant und die Wintersport-Anlagen.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde im Panorama-Café begrüßte Bürgermeister Michael Beckmann die Gäste. Er berichtete über die wichtigsten Herausforderungen und die aktuellen Entwicklungen in der Stadt. Genannt seien hier die neue Raumgestaltung der Verbundschule Siedlinghausen (demnächst Grundschule mit Ganztagsbetreuung),, der Anbau für das Gymnasium (G8/G9 – erweitern für rd. 100 Schüler – Kosten ca. 19 Millionen Euro), die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum (Projekte in Niedersfeld und in der Kernstadt) sowie die Entwicklung neuer nachhaltiger touristischer Angebote (barrierefreier Ausbau des Schmantelrundwegs).

Ca. 10 Senior*innen sitzen bei Kaffee und Kuchen an niedrigen zusammengeschobenen Tischen. Vorne mit dem Rücken drei Personen auf Stühlen , hinten mit dem Gesicht zur Kamera 7 Personen plus Bürgermeister links auf einer Bank. Im Hintergrund sieht man den weiteren Teil eines Cafés mit Gästen an Tischen.
Entspannte Gesprächsrunde mit Bürgermeister Michael Beckmann (links) im „Panorama-Café“ (Foto: Seniorenbeirat)

Ausführlich wurde über die Veranstaltungen und Projekte der beiden Seniorenbeiräte gesprochen. Dabei zeigten sich viele Gemeinsamkeiten bei der Gestaltung der jeweiligen Angebote. Dazu gehören Vorträge aus dem Gesundheitsbereich, das Senioren-Kino, der „Digitaltreff“ (Unterstützung beim Umgang mit Smartphone und Tablet), gesellige Nachmittage (Klönnachmittage) und die wichtige Kontaktpflege zu den Wohlfahrts- und Sozialverbänden.

Der Mescheder Beirat regte zusätzliche Aktivitäten wie Seniorensprechstunden oder Einladungen zu einem Senioren-Frühstück an.

Über organisatorische Schwierigkeiten und Erlebnisse bei den jeweiligen Veranstaltungen in den beiden Städten tauschten sich die Senior*innen ebenfalls aus. Als ausbaufähig bis schwierig stellten sich die Kommunikation (Pressearbeit) und die Schaffung barrierefreier Zugänge in öffentlichen Gebäuden heraus. Defizite gebe es bei der oft fehlenden Beratung in sozialen und rechtlichen Fragen (Pflege und Behinderung). Auch sei die Zusammenarbeit mit den Behörden (u.a. HSK-Gesundheitsamt) nicht immer zufriedenstellend.

Zum Abschluss der Gespräche waren sich alle Teilnehmer*innen einig: Die Treffen sollen einmal jährlich stattfinden und somit den wichtigen Erfahrungsaustausch fortsetzen.

„Das ist zweckdienlich für alle Mitglieder in den beiden Gremien“, betonte der Vorsitzende Walter Hoffmann (Winterberg). Er bedankte sich bei allen Anwesenden für den konstruktiven Gedankenaustausch an diesem Nachmittag.   


Einblicke in die verschiedenen Aktivitäten der beiden Seniorenbeiräte unter:
www.seniorenbeirat-meschede.de / www.rathaus-winterberg.de/seniorenbeirat

Heute jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz

Impulse für die digitale Bildungsarbeit

Die geöffnete weiß-graue Schublade eines Archivschranks. Darin sind hintereinander viele  braunorangene Karteikarten mit getippten Angaben. Eine weißliche Karteikarte liegt zur Veranschaulichung vornan horizontal über den senkrechten anderen Karten. Man kann noch einzelne Wörter wie "kommunistischer" lesen.
Die Zentrale Namenkartei (ZNK) ist ein wichtiges Archivsystem der Arolsen Archives. Sie umfasst rund 50 Millionen Hinweiskarten, die Informationen zu etwa 17,5 Millionen Menschen enthalten. Die ZNK war über viele Jahrzehnte das wichtigste Arbeitsmittel bei der Suche nach Informationen über NS-Opfer und deren Schicksale. (Bild: ArolsenArchives)

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Mit dem Gedenktag wird an die Verbrechen des Holocaust erinnert. Zugleich stellt sich die Frage, wie Erinnerung heute gestaltet und historisches Lernen gelingen kann.

(Der Artikel beruht auf einem Newsletter der Arolsen Archives)

Junge Menschen eignen sich Wissen zunehmend über digitale Formate und soziale Medien an. Daher ist es wichtig, Erinnerungskultur auch in diesen digitalen Lebenswelten zu verankern und pädagogisch zu begleiten.

Die Arolsen Archives stellen Bildungsangebote vor, die Pädagog*innen konkrete Möglichkeiten bieten, digitale Inhalte zum Thema Shoah im Unterricht einzusetzen – als zeitgemäßen Einstieg und Anlass für vertiefende, kritische Reflexion.

„Heute jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz“ weiterlesen

Polizeibericht: 25-jähriger Algerier aus Winterberg von mindestens sechs bislang unbekannten Tätern angegriffen und geschlagen

In der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01:25 Uhr kam es in einer Diskothek in der Marktstraße in Winterberg zu einer gefährlichen Körperverletzung. Ein 25-jähriger Algerier aus Winterberg befand sich nach eigenen Angaben auf der Tanzfläche, als er unvermittelt von mindestens sechs bislang unbekannten Tätern angegriffen und geschlagen wurde.

(Polizei HSK)

Alle Beteiligten verließen daraufhin die Diskothek. Im Eingangsbereich wurde der 25-jährige Mann erneut von den unbekannten Tätern geschlagen. Ein 26-jähriger Deutscher aus Winterberg versuchte, dazwischenzugehen und dem Geschädigten zu helfen. Hierbei wurde er ebenfalls geschlagen. Die bislang unbekannten Täter entfernten sich anschließend vom Tatort. Die beiden angegriffenen Männer wurden jeweils leicht verletzt. Fahndungsmaßnahmen der Polizei verliefen bislang ohne Ergebnis.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich telefonisch mit der Polizeiwache Winterberg unter der Telefonnummer 02981- 90200 in Verbindung zu setzen.

#everynamecounts-Challenge zum Holocaust-Gedenktag 2026

Freiwillige können an Menschen erinnern, die aus Belgien und Frankreich nach Auschwitz deportiert wurden

Grafik: Arolsen Archives

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Auch 81 Jahre später ist die Aufarbeitung der historischen Quellen und die Dokumentation der Namen der Ermordeten noch nicht abgeschlossen. Um die Erinnerung an jedes einzelne Schicksal zu bewahren, rufen die Arolsen Archives zum kommenden Holocaust-Gedenktag zur Challenge #everynamecounts auf.

Ziel ist es, gemeinsam noch nicht digitalisierte Informationen von rund 58.000 Dokumenten zu erfassen. Im Fokus stehen in diesem Jahr Dokumente vom Archivdienst für Kriegsopfer aus dem Belgischen Staatsarchiv.

„#everynamecounts-Challenge zum Holocaust-Gedenktag 2026“ weiterlesen

Winterkonzert der Mescheder Wind-Band

Von Schlagwerk-Solo bis Filmmusik

Lädt ein zum Winterkonzert 2026 : die Mescheder Windband. (Foto: Musikschule HSK)

Mit einem abwechslungsreichen Programm lädt die Mescheder Wind-Band am Samstag, 7. Februar um 19.00 Uhr zum traditionellen Winterkonzert in die Stadthalle Meschede ein.

(Pressemitteilung HSK)

Das sinfonische Blasorchester der Musikschule des Hochsauerlandkreises unter der Leitung von Markus Hengesbach präsentiert ein facettenreiches Programm zwischen modernen Originalkompositionen und anspruchsvollen Bearbeitungen klassischer Werke.

„Winterkonzert der Mescheder Wind-Band“ weiterlesen

Armut, Reichtum, neoliberale Gier & soziale Gerechtigkeit (neue Oxfam Studie 2026)

Umwelt – Ökologie und soziale Gerechtigkeit: Ohne soziale Gerechtigkeit ist Nachhaltigkeit nicht zu erreichen

Grafik: mitwelt.org

Das Problem ist nicht nur die Gier der Konzerne und Milliardäre. Das Problem sind die „Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien und Medien“. In Deutschland sind dies vor allem CDU, CSU, FDP, AfD und die Springerpresse. Zorn gegen Unrecht entsteht nicht, solange es die Superreichen, die BILD-Zeitung und marktradikale, libertäre und rechte Parteien schaffen, dass die Menschen nach oben buckeln und nach unten treten.

(Übernahme eines Artikels von Axel Mayer: https://www.mitwelt.org/armut-reichtum-gier-neoliberalismus-soziale-gerechtigkeit)

Beginnen wir mit einer schwierigen Aufgabe. Stellen Sie sich eine Milliarde Dollar oder Euro vor. Eine Milliarde sind tausend Millionen. Denken Sie an eine Milliarde Kügelchen mit einem Durchmesser von einem Millimeter. Aneinandergereiht würden die Kügelchen eine Kette von einer Milliarde Millimeter oder 1000 Kilometer ergeben, etwas länger als die Entfernung von München nach Rom.

Öl- & Gas: Die Profite der Klimakatastrophenverantwortlichen

„Einer auf Weltbank-Daten basierenden wissenschaftlichen Studie von 2022 zufolge haben allein die Öl- und Gaskonzerne und die Petrostaaten von 1970 bis 2020 inflationsbereinigt etwa eine Billion US-Dollar pro Jahr Gewinn gemacht. Knapp drei Milliarden Dollar pro Tag. Jeden Tag, fünfzig Jahre lang. Gewinn, nicht Umsatz. Am meisten verdienten die Konzerne in den letzten 20 Jahren. 2022 stellten sie einen neuen Rekord auf.“ schreibt der Spiegel

Armut, Reichtum und die demokratiegefährdende Macht der Konzerne, Milliardäre und West-Oligarchen (Grafik: mitwelt.org)
Ergebnisse des Oxfam Berichts 2026: (Eine Milliarde sind tausend Millionen)
  • Rekord-Reichtum: Im Jahr 2025 ist das Vermögen von Milliardär*innen um 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – auf den Rekordwert von 18,3 Billionen US-Dollar.
  • Die ärmere Hälfte: Dieser Anstieg in nur einem Jahr entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, das sind mehr als vier Milliarden Menschen.
  • +80 Prozent: Seit 2020 ist das Vermögen von Milliardär*innen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gestiegen.
  • 4 Sekunden: In vier Sekunden verdient Elon Musk, der reichste Mann der Welt, so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.
  • Fast die Hälfte der Weltbevölkerung – 3,77 Milliarden Menschen – leben in Armut, also von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag.
  • Rund 2,3 Milliarden Menschen sind von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Diese Zahl stieg zwischen 2015 und 2024 um 42,6 Prozent.
Auch in Deutschland wächst der Superreichtum:
  • 2025 ist die Gesamtzahl der Milliardär*innen um ein Drittel auf 172 gestiegen. Deutschland hat die viertmeisten Milliardär*innen weltweit.
  • Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.
  • Das Gesamtvermögen aller deutschen Milliardär*innen stieg 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Oxfam – Bericht zur sozialen Ungleichheit 2026

Kluge Kaufleute bauen vor

Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf

Blick auf das Forschungsgelände des UFZ am Forschungsstandort in Leipzig. (Bild: André Künzelmann / UFZ)

Der aktuelle Global Risks Report, den das Weltwirtschaftsform am 14. Januar veröffentlicht hat, analysiert globale Risiken anhand verschiedener Zeiträume, um Entscheidungsträgern dabei zu helfen, aktuelle Krisen und längerfristige Prioritäten gegeneinander abzuwägen. Er zeigt, dass „Extremwetter“, „Artensterben“ und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig über die nächsten 10 Jahre als größte Gefahren für die Welt angesehen werden. Doch im Ranking für die nächsten 2 Jahre sind genau diese Umweltgefahren nach hinten gerutscht: „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ um 7 Plätze, „Biodiversitätsverlust“ um 5 Plätze, „Umweltverschmutzung“ um 3 Plätze. Verdrängt wurden sie wenig überraschend von geopolitischen, aber auch wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“. Diese Prioritätensetzung Richtung Wirtschaft ist zu kurzfristig gedacht, scheibt Prof. Katrin Böhning-Gaese in ihrem Statement. Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.

(Pressemitteilung UFZ)

Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Gründe gibt es dafür viele: Ein tiefgreifender Strukturwandel in der Automobilbranche, geopolitische Verschiebungen und neue Zölle – das sind einige der Faktoren, mit denen deutsche Firmen zu kämpfen haben. Entsprechend steht die Wirtschaft derzeit besonders im Fokus. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings dürfen darüber die Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick geraten. Genau diese Gefahr besteht aber, denn es ist verführerisch, in einen „First-things-first“-Modus zu verfallen, das eine als Pflicht, das andere als Kür zu betrachten. Nach dem Motto: Läuft die Wirtschaft erst wieder, dann kümmern wir uns um die Umwelt. Genau diese Haltung scheint sich in wachsenden Teil von Wirtschaft, Politik und, wie aus Umfragen hervorgeht, auch der Gesellschaft festzusetzen. Ist das wirklich klug?

„Kluge Kaufleute bauen vor“ weiterlesen

Ich + Ich – Vielleicht ganz. Ein Porträt innerer Welten

78 großformatige Fotografien von 35 Menschen, die sich offen mit ihrer psychischen Erkrankung auseinandersetzen ab 29. Januar im LenneAtelier Schmallenberg

Die Fotografien stehen für sich. Sie sollen keine Antworten liefern, sondern Wahrnehmung ermöglichen. (Bild: © Esther Posala)

Ein Blick, ein Innehalten – und manchmal dieser Moment, in dem etwas anklingt, das man selbst kennt, ohne es benennen zu müssen. Die Ausstellung „Ich + Ich – Vielleicht ganz. Ein Porträt innerer Welten“ lädt dazu ein, sich auf genau solche Begegnungen einzulassen. Vom 29. Januar bis 25. Februar 2026 ist sie im LenneAtelier in Schmallenberg zu sehen.

(Der Beitrag wurde mit Genehmigung des Sozialwerk St. Georg übernommen: https://www.sozialwerk-st-georg.de/aktuelles/ich-ich-vielleicht-ganz-ein-portraet-innerer-welten.html Dort sind weitere interessante und berührende Porträts zu entdecken.)

Gezeigt werden 78 großformatige Fotografien von 35 Menschen, die sich offen mit ihrer psychischen Erkrankung auseinandersetzen und sich bewusst haben porträtieren lassen. Die Bilder erzählen von Verletzlichkeit und Stärke, von Rückzug und Präsenz – ohne zu erklären, ohne festzuschreiben.

Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Anne Möx, Projektleiterin im Bildungsatelier des Sozialwerks St. Georg. Für die fotografische Umsetzung arbeitete sie mit der externen Fotografin und Künstlerin Esther Posala zusammen, deren Bildsprache die Ausstellung maßgeblich prägt. Anne Möx beschreibt den Ausgangspunkt des Projekts als den Wunsch, „Räume zu schaffen, in denen Menschen sich zeigen können – ohne erklärt zu werden“.

Bilder statt Zuschreibungen

Die Ausstellung verzichtet bewusst auf begleitende Texte, Namen oder Diagnosen. Die Fotografien stehen für sich. Sie sollen keine Antworten liefern, sondern Wahrnehmung ermöglichen. Anne Möx versteht die Bilder als Einladung, eigene Gefühle und Assoziationen zuzulassen. Die Emotionen, die sichtbar werden – Unsicherheit, Offenheit, Stolz oder Zurückhaltung – seien keine besonderen, sondern zutiefst menschliche Erfahrungen.

Die Bildsprache von Esther Posala arbeitet mit Spiegelungen, Unschärfen sowie Licht und Schatten. Sie schafft Nähe, ohne zu vereinnahmen. Immer wieder, so berichtet Anne Möx, entstehe beim Betrachten der Eindruck, Menschen neu zu sehen – auch solche, die man zu kennen glaubt. Genau darin liege eine besondere Kraft der Ausstellung.

Das Projekt hatte eine lange Vorbereitungszeit. Bereits vor anderthalb Jahren begann der offene Aufruf zur Teilnahme. Das Interesse war groß – größer, als es die vorhandenen Ressourcen zuließen. Letztlich entschieden sich 35 Menschen für eine Teilnahme, darunter Menschen mit Assistenzbedarf aus dem Sozialwerk St. Georg ebenso wie externe Teilnehmende.

Vor den Fototerminen standen intensive Gespräche. Es ging um persönliche Geschichten, um Grenzen, um die Frage, wie viel Sichtbarkeit sich gut anfühlt. Für Anne Möx ist dieser Prozess ein zentraler Bestandteil des Projekts. Viele Teilnehmende hätten beim ersten Blick auf die fertigen Fotografien innegehalten, seien berührt oder überrascht gewesen und hätten sich selbst anders wahrgenommen als erwartet.

Kunst als Brücke

Erstmals öffentlich gezeigt wurden die Fotografien im Mai 2025 im Rahmen des Fotofestivals Schmallenberg, verbunden mit einem Gesprächsabend zu psychischer Gesundheit, Kunst und gesellschaftlicher Teilhabe. Nach Einschätzung von Anne Möx nahmen rund 50 Besucher:innen an diesem Abend teil. Der Austausch sei offen und intensiv gewesen – getragen von dem Wunsch, ins Gespräch zu kommen.

Dass die Ausstellung nun erneut in einem öffentlichen Kunstraum gezeigt wird, ist bewusst gewählt. Für Anne Möx gehört es zum Gedanken von Inklusion, bestehende kulturelle Orte zu nutzen und keine Sonderräume zu schaffen. Kunst kann Brücken bauen, weil sie nicht erklärt, sondern berührt.

Möglich wurde das Projekt durch Kooperationen und Förderung, unter anderem durch Aktion Mensch. In Schmallenberg arbeitet das Projekt zudem mit der Stadt Schmallenberg zusammen, die im Rahmen des Programms Dritter OrtRäume für Kunst und Begegnung eröffnet.

Begleitend zur Ausstellung finden mehrere Veranstaltungen statt, die Austausch und Vertiefung ermöglichen:

  • Ausstellungseröffnung
    Donnerstag, 29. Januar 2026, 18:00 Uhr
  • „Für die Seele sorgen – aber wie?“
    Offenes Atelier und Gespräche zur Seelsorge
    Donnerstag, 5. Februar 2026, 18:00 Uhr
    mit Susanne Fabri und Anne Möx
  • Porträtkunst – Offenes Atelier
    Freitag, 20. Februar 2026, 18:00 Uhr
    mit Esther Posala und Sandra Ritter

Öffnungszeiten der Ausstellung:
mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr

Ort:
LenneAtelier
Unter der Stadtmauer 4
57392 Schmallenberg

Weltliteratur live: Salman Rushdie mit neuem Buch bei der lit.COLOGNE

Salman Rushdie (Foto: ©2023 Rachel Eliza Griffiths)

Wenige Wochen vor Festivalbeginn ergänzt die lit.COLOGNE ihre 26. Edition um ein weiteres literarisches Highlight: Salman Rushdie – international gefeierter und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter Weltliterat – präsentiert sein jüngstes und von der Kritik hochgelobtes Werk Die elfte Stunde.

(Pressemitteilung lit.Cologne)

Am 20. März kommt er für einen von nur wenigen exklusiven Deutschlandterminen nach Köln. Es liest Ulrich Noethen. Tickets sind ab heute erhältlich. Für weitere, stark nachgefragte Lesungen wurden Zusatzveranstaltungen eingerichtet.

„Weltliteratur live: Salman Rushdie mit neuem Buch bei der lit.COLOGNE“ weiterlesen