Das Scharbockskraut blüht schon vereinzelt entlang der Namenlose. (foto: zoom)
Der Frühling hat sich in diesem Jahr Zeit gelassen. Meine Vermutung für das späte Auftauchen der ersten Frühblüher wie Huflattich, Buschwindröschen, Primeln und Scharbockskraut im hohen Hochsauerland ist, dass es bislang insgesamt zu trocken und in den Nächten zu kalt war.
Aber wie in jedem Jahr kommt mit Sicherheit der Frühling. Gestern Nachmittag warfen die Staubblätter des Buschwindröschens Schatten auf die weißen Kronblätter.
Buschwindröschen – die Staubblätter werfen Schatten. (foto: zoom)
Der Huflattich präsentierte sich leidlich zerrupft, was aber ganz interessant aussah. Es muss nicht immer perfekte Regelmäßigkeit sein.
Huflattich – warum nicht den unregelmäßigen Blütenstand als Motiv nehmen? (foto: zoom)
Die Fotos habe ich mit dem 105 mm Makroobjektiv ohne Stativ aufgenommen. Die Scharfeinstellung aus der Hand ist mit dieser Ausrüstung bei mir immer Glückssache.
Auf dem letzten Foto ist die Hohe Schlüsselblume zu sehen.
Die Hohe Schlüsselblume mit ihren länglichen Kelch- und Kronblättern. (foto: zoom)
Normalerweise bin ich ein Gegner von Schnittblumen. Pflanzen gehören in die Erde. Manchmal mache ich eine Ausnahme.
Der Blumenstrauß hat mir, weil er jetzt schon einmal auf dem Tisch stand, als Testmotiv für das neue Objektiv – Festbrennweite 35 mm – gedient. Der Autofokus funktioniert.
Der rotrandige Baumschwamm (foto: zoom)
Baumschwämme sind dankbare Motive. Sie bewegen sich nicht. Deshalb konnte ich diesen hier noch mit dem alten, defekten Autofokus einfangen. Zwei Sekunden knarzendes Scharfstellen – kein Problem für den Pilz. Er hat nicht gewackelt.
In kaum einer Stadt kann man zur Zeit der Zierkirschenblüte entkommen. (foto: zoom)
Vom Sauerland in die Rüttenscheider Straße: Die Gentrifizierung eines Stadtteils ist erst dann abgeschlossen, wenn japanische Zierkirschen in langen Reihen an einer Fahrradstraße, auf der abends die Poser ihre Schicki-Micki-Karren mit mächtigen Fehlzündungen teita führen, blühen.
Der obere Einstieg in den Single-Trail wurde wahrscheinlich gestern zugeschüttet. (foto: zoom)
Vor acht Tage hatte ich hier im Blog unter der Überschrift „Spazieren gehen in Siedlinghausen: von naturschön zu asphalt-hässlich“ über die Verlegung eines Teilstücks des Wanderwegs Sh5 vom Wald an die Straße berichtet:
Wie in dem Artikel ebenfalls zu lesen ist, hatte ich beim Forstamt der Stadt Winterberg nachgefragt, ob man die alte Strecke noch betreten dürfe.
Darüber, so in der vergangenen Woche, könne man mir noch nichts sagen, ich solle in dieser Woche noch einmal anrufen.
Das habe ich heute getan.
Am Telefon erfuhr ich, dass man mir immer noch nichts sagen könne. Die letzte Woche sei sehr arbeitsintensiv gewesen. Um die Sache zu klären, müsse man vor Ort fahren. Das ginge nicht mal eben so nebenbei.
Ich solle doch in der nächsten Woche wieder anrufen.
Ich habe mich nach dem Telefonat an den gestrigen Krach im Wald erinnert. Und tatsächlich war heute der obere Einstieg in den Single-Trail, der dann weiter zum Viadukt führt, zugeschüttet (siehe Bild).
Wer auch immer hat Fakten geschaffen.
Hat das Winterberger Forstamt mich lediglich vertröstet und mehr gewusst als es mir verraten wollte?
Der erste Huflattich (Tussilago farfara) an der Namenlose zwischen Siedlinghausen und Silbach (foto: zoom)
Heute habe ich den ersten Huflattich des Jahres 2025 im hohen Hochsauerland gefunden; ich zitiere mich der Einfachheit halber selbst:
Der Huflattich ist einer der ersten Frühlingsboten. Momentan [Bald] kann man das Korbblütengewächs mit den endständig auf einem dicken Schaft sitzenden Körbchen an den Wegrändern im Hochsauerland blühen sehen.
Laubblätter sucht man zur Zeit vergeblich, denn sie erscheinen erst gegen Ende der Blütezeit. Sie sind anfangs filzig behaart und entwickeln sich zu großen, bis zu 35 cm messenden Riesenblättern.
Der Huflattich ist eine alte Heilpflanze. Viele Hustenmittel enthalten Huflattichextrakte. „Tussis“ ist lateinisch und bedeutet Husten, daher der botanische Name des Huflattichs (Tussilago).
Bruchhauser Steine, Georg-Viktor-Turm und der Kahle Asten
Bruchhauser Steine: zwischen Bornstein und Goldstein auf dem Weg zum Feldstein (foto: zoom)
Als wir am Samstagmittag die Bruchhauser Steine besuchten, schien anfangs noch die Sonne (siehe Bild). Später zog sich der Himmel zu und es wurde bitterkalt.
Der Feldstein ist mit 45 m der kleinste der Steine, aber er liegt an der höchsten Stelle (756 m) und man kann auf Felsstufen bis hinauf zum Gipfelkreuz klettern.
Der Abstecher zum Georg-Viktor-Turm bei Goldhausen fand am Sonntag bei sonnigem Wetter statt. Bei guter Sicht ist der Turm immer einen Umweg auf der Strecke nach Korbach wert.
Der Georg-Viktor-Turm in Goldhausen
Der Turm ist in der Regel vom 1. März bis zum 31. Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
Der nächste Abstecher führte heute Mittag zum Kahlen Asten, wo ich das Weitwinkelobjektiv ausprobiert habe.
Hartes Licht: der Kahle Asten am Mittag (foto: zoom)
Den Sonnenstern erhält man bei stark geschlossener Blende, in diesem Fall 14.
Falls jemand den Eindruck haben sollte, ich wäre das ganze Wochenende auf den Gipfeln des Hochsauerlandes herumgekraxelt, so ist das eine Täuschung. Für die Bruchhauser Steine rechne ich ab Parkplatz Feuereiche zwei Stunden, für den Georg-Viktor-Turm und den Kahlen Asten jeweils eine Stunde.
Baumstümpfe, Skipisten, weite Blicke und Dramawolken
Blick zum Sendemast auf dem Kreuzberg (foto: zoom)
Heute Abend belasse ich es bei ein paar Bildern vom Spaziergang um den Schmantel in Winterberg.
Die Tage werden länger, die Tagestemperaturen steigen nur allmählich. Sonnentage wechseln sich mit diesigen, bewölkten Perioden ab. Nachts sinken die Temperaturen unter Null. Es fällt kaum Niederschlag.
Die Frühblüher lassen sich Zeit. Während die gelben Zungenblüten des Huflattich im letzten Jahr am 6. März erschienen, sind sie in diesem Jahr, zumindest im hohen Hochsauerland, noch nicht zu sehen.
Gehen Sie weiter. Suchen Sie den Frühling.
Blick auf die Ski-Abfahrt an der Kappe (foto: zoom)
Einstieg zum Siebentäler-Weg und Blick Richtung Hessen (foto: zoom)
Den höheren Nachbarn der Alten Grimme habe ich erst jetzt entdeckt
Am Schilderbaum in Küstelberg. Zum Rösberg 2,8 Kilometer rechts (foto: zoom)
Nun lebe ich fast 28 Jahre in Winterberg und seinen Dörfern – kurz in der Kernstadt und später in Siedlinghausen – und habe erst am letzten Wochenende den Rösberg mit seiner wunderbaren Aussicht kennengelernt.
Seinen spektakulären Nachbarn, die Alte Grimme, habe ich dabei schon häufiger vom Orketal aus erwandert (siehe hier im Blog), bin aber nie auf die Idee gekommen den 30 Meter höheren Rösberg zu besuchen.
Am Samstag war mir nach einer kurzen, leichten Wanderung ohne große Anstiege zumute. Am Wanderparkplatz in Küstelberg ging es los.
Das Waldteilstück des Wanderwegs Sh 5 von der Schnickemühle zum Viadukt wird an die Straße verlegt
So schön war der Sh5 bislang: Beschilderung und Single-Trail. Das Sh5-Schild wurde heute entfernt. (foto: zoom)
Es war seit längerer Zeit für mich nur ein Gerücht, aber heute wurde es zur Gewissheit: Ein Teilstück des lokalen Wanderwegs Sh 5 wird vom Wald zwischen Schnickemühle und Viadukt an die Durchgangsstraße L 740 verlegt.
Kein Blatt, keine Blüte, keine Menschen – Starting from Scratch. Alles löschen und von vorn beginnen? (foto: zoom)
Seit einiger Zeit habe ich keinen eigenen Blogbeitrag mehr geschrieben. Nach der Bundestagswahl hat mich eine große Erschöpfung erfasst.
Angesichts der vielen Krisen und großen Verschiebungen in der globalen und deutschen Politik, bin ich damit beschäftigt, den Anschluss an die Diskussionen zu behalten.
Der Fachausdruck für das sich gegenseitig bedingende Krisengeflecht lautet: Polykrise.
Trump, Ukraine, Russland, Krieg, Attentate, Friedrich Merz, Infrastrukturkrise, soziale Krise, Klimakrise, erstarkender fossiler Faschismus, Medienkrise, Petromaskulinismus: Männer, die die Welt verbrennen (Christian Stöcker) …
Habe ich etwas ausgelassen?
Um zu verstehen, lesen und diskutieren wir: Zeitungen (Papier und digital), Bücher (Papier), Familie, Freundeskreis, politische Gruppen, soziale Medien (Mastodon) …
Habe ich etwas vergessen?
Der meteorologische Frühlingsbeginn ist eine gute Gelegenheit, den Kopf aufzuräumen und dann wieder von vorn zu beginnen. Starting from Scratch.
Obwohl die letzten Tage warm und sonnig waren, ist mein „Naturbeobachtungsweg“ entlang der Namenlose völlig kahl. Weder Blätter, Blüten noch Insekten sind zu sehen. Im letzten Jahr blühte am 6. März an einigen Stellen schon der Huflattich. Vielleicht waren die Nächte zu kalt. Die Frühblüher sind nicht dumm.
Immerhin sind aus den Gärten die Schneeglöckchen, Krokusse und Gänseblümchen entflohen.
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