Fundstück: Heimatliebe geht durch den Magen

In Winterberg gesehen:Heimatliebe = Schnitzel-Schmiede? (foto: zoom)

In Winterberg gibt es nicht nur das Print-Magazin „Heimatliebe“, sondern auch ein Restaurant gleichen Namens. Hier auf dem Schild wird es als „Schnitzel-Schmiede“ beworben.

Ich sage euch aus Erfahrung: Nichts lieben die Winterberger mehr als ein ordentliches Stück Fleisch. Ich, der sauertöpfige Veganer, habe schon häufig in Runden fröhlicher Carnivoren gesessen und wurde bemitleidet, Tipps zum Ausgleich meiner veganen Mangelernährung (Vitamin-Tabletten oder gleich Spritzen – Oh, der Vitamin B-Mangel!) inklusive.

Winterberg ist die gelebte Metapher, dass Heimatliebe durch den Magen geht, vorzugsweise als Schnitzel.

Ich schmeisse dann heute wieder lustlos und voller Selbsthass Räuchertofu in den Wok. Können Falafeln Sünde sein? Niemals!

Guten Morgen! Sonne, 21 °C

Der Tag beginnt sonnig (foto: zoom)

Meine DWD-Wetter-App sagt für heute sonniges Wetter mit einer Höchstemperatur von 21 °C voraus. Für Winterberg ist das eine hohe Hausnummer, zumal es am Kaiserstuhl kaum wärmer werden soll.

Am Donnerstag erreichen die Temperaturen 25 °C. Die 1. Mai Veranstaltung des DGB Hochsauerland wird somit nicht ins Wasser fallen. Ein sonniger Protest-Morgen erwartet die Gewerkschafter*innen.

Aber jetzt: Noch einmal aus dem Fenster schauen, den blauen Himmel bestaunen und – husch, husch – ans Tagewerk!

Löwenzahnzeit im Hochsauerland

… und der Zilpzalp müht sich unablässig

Wiese mit Löwenzahn (foto: zoom)

Ich weiß nicht, wie es im Ruhrgebiet oder anderen tiefer gelegenen Gebieten aussieht, aber bei uns im Hochsauerland steht der Löwenzahn in voller Blüte. Es gilbt entlang der Landstraßen, auf den Fett-Wiesen und entlang der Wanderwege. Von den Früchten („Pusteblumen“) ist noch nichts zu sehen.

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Besuch vom liebestollen Spiegelkämpfer

Friedliche Bachstelze (motacilla alba) auf Singwarte – Spiekeroog, Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer (Foto: Wikimedia)

Seit ein paar Tagen, gefühlt Wochen, knallt täglich ein Vogel im schrägen Anflug gegen unsere Fensterscheiben. Pock! Wir schrecken hoch. Weg ist er wieder. Ein wenig später erneut: Peng! Es hört sich furchbar an. Das sei eine Bachstelze, meint die Nachbarin. Normalerweise seien sie hier nicht zu finden.

Die Bachstelze sitzt nun auf dem Balkongeländer, fliegt los, knallt gegen die Scheibe, sitzt wieder, fliegt…

Da ist er wieder, leider unscharf, weil der Fokus auf die Landschaft eingestellt ist. (foto: zoom)

Anfangs haben wir gedacht, der Vogel hätte einfach nur einen Dachschaden. Was war zuerst? Die Gehirnerschütterung oder der Zusammenprall mit der Fensterscheibe?

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Osterfeuer: Brunskappel qualmt

Das Osterfeuer in Brunskappel ist gerade entzündet worden (foto: zoom)

Im gestrigen Feinstaub-Artikel habe ich zwar sämtliche Siedlinghäuser Osterfeuer erwähnt, aber völlig vergessen, dass wir auch die Flamme und den Qualm der Brunskappeler sehen können.

Die Fenster bleiben bis morgen geschlossen und die Kamera wird weggepackt.

Gute Nacht!

Frohe Ostern 2025!

Freies Assoziieren

Holzhasen im Zoo (foto: zoom)

Noch einen weiteren Tag ausharren, dann ist Ostern geschafft. Nie habe ich so darauf gewartet wie in diesem Jahr. Am Dienstag geht es dann wieder hinaus in die weite Welt. Nun ja, ins Ruhrgebiet.

Dortmund, Recklinghausen, Essen, Oberhausen, Duisburg, Mühlheim, Bottrop, Herne, Gelsenkirchen, Bochum … das sind die Traumziele meiner Radtouren.

Ich schweife ab. Ostern 2025 – das Jahr als unser Urlaub ins Wasser fiel.

Kirche (kath.) St. Laurentius in Küstelberg (foto: zoom)

Ostern 2025 – der Nahraum kann weit oder eng sein – oder umgekehrt. Ihr seid mitgemeint, liebe Kreuzfahrer*innen und Mallorca-Urlauber*innen.

Zu Hause entdecke ich jeden Tag Musik auf Platte oder CD, die ich bisher nicht gehört habe. Immer nur Frank Zappa – wer hält das auf Dauer aus?! Ich puste den Staub vom Dreierpack Monk’s Casino. Alexander von Schlippenbach, Axel Dörner, Rudi Mahall, Jan Röder und Uli Jennessen spielen 2003/2004 im A-Trane (Berlin) Kompositionen von Thelonious Monk.

Die Intellektuellen
Die hören gerne Blues
Bei denen tanzen die Forellen
Im selbstgemachten Apfelmus

Die Liedzeilen von Stephan Sulke fühlten sich für mich schon immer falsch an. Wer den Rockzipfel der Intellektualität erhaschen will, sollte JAZZ hören oder selbst spielen.

Auf der anderen Seite des Maschendrahtzauns (foto: zoom)

Der Junge muss mal an die frische Luft. Recklinghausen wartet – anders und interessanter als es die Landschaftsszene im Film mit Hape Kerkeling vermuten lässt.

Genießt den Tag!

Feinstaub durch Osterfeuer, aber es gibt noch Schlimmeres

Auf dem Weg zum Röbbeken: eines der drei Osterfeuer, die um Siedlinghausen herum aufgebaut sind (foto:zoom)

Unser kleiner Ortsteil Siedlinghausen baut jedes Jahr drei Osterfeuer auf: Meisterstein, Röbbeken und Krähenstein/Käppelchen. Osterfeuer seien, so das Umwelt Bundesamt, ein traditionelles Brauchtum, das vor allem den Frühling begrüßen und das Vertreiben des Winters symbolisieren solle. Durch Osterfeuer entstehe jedoch auch gesundheitsschädlicher Feinstaub.

Normalerweise halten wir uns über Ostern in einer feuerfreien Zone auf, aber dieses Jahr müssen wir uns mit dem Feinstaub, den die Osterfeuer erzeugen, abfinden.

Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zwischen 10.000 und 20.000 Osterfeuer gezündet werden. Besonders in ländlichen Gebieten wie dem Sauerland und in Regionen mit starken Brauchtumstraditionen sind diese Feuer weit verbreitet. In städtischen Gebieten gibt es hingegen oft größere, zentral organisierte Osterfeuer.

Die Feinstaubbelastung durch Osterfeuer kann je nach Größe und Anzahl der Feuer sowie den verwendeten Materialien erheblich variieren. Im Allgemeinen entstehen bei der Verbrennung von Holz und anderen Materialien hauptsächlich Partikel, die als Feinstaub (PM10 und PM2,5) in die Luft gelangen. Feinstaub schadet unabhängig der vorhandenen Konzentrationshöhe der Gesundheit.

Im Jahr 2023 wurden nach Berechnungen des Umweltbundesamtes rund 77.500 Tonnen Feinstaub PM2,5 in Deutschland freigesetzt. Abrieb- und Auspuffemissionen des Straßenverkehrs trugen dazu rund 16.300 Tonnen bei. 12.500 Tonnen entstehen durch Holzfeuerung, vor allem in den Wintermonaten. Durch Silvesterfeuerwerk wurden innerhalb weniger Stunden circa 1150 Tonnen freigesetzt. Bei Oster- und anderen Brauchtumsfeuern wurden etwa 1200 Tonnen freigesetzt.

In der Grafik des UBA sieht man sehr deutlich, dass der Verkehrssektor und die Holzfeuerung wesentlich mehr Feinstaub erzeugen als die Osterfeuer. Das wäre die Relativierung und Ausrede. Die schlechte Nachricht ist, dass die Holzfeuerung im Hochsauerland eine sehr große Rolle spielt.

Aktuelle Messwerte und Vorhersagen zur Luftschadstoffbelastung gibt es in der UBA-App Luftqualität. Mit der App kann man sich jederzeit über die Messwerte in der Nähe informieren und sich bei erhöhten Werten automatisch warnen lassen. Je nach Höhe der Belastung gibt die App Gesundheitstipps für Aktivitäten im Freien. Die App ist kostenlos und werbefrei und für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich.

Karfreitag, Care-Friday, The-Cure-Friday

Ein schönes Geschenk meiner Kinder: die neue Platte von The Cure, Songs of a lost World (foto: zoom)

Ich habe nicht geglaubt, dass The Cure 45 Jahre nach ihrem Debut-Album Three Imaginary Boys (1979) ein hörenswertes Album herausbrigen könnten.

Seit ein paar Wochen spielt meine liebste Internet-Radio-Station The Current melancholische Songs, die mich stark an die Stimme und Stimmung von Robert Smith erinnern. Die Stücke sind sehr gut. Wohlige Traurigkeit erfüllt unser Haus. Spoiler: Auf dem Display des Radios leuchtet The Cure. Songs of a Lost World.

Alone

this is the end
of every song that we sing
the fire burned out tu ash
and the stars
grown dim with tears

[…]

alone

Dann die Überraschung. Ein Oster-Geschenk. The Cure in Vinyl. Meine Kinder kennen mich inzwischen besser als ich mich selbst.

Glück: der Moment, wenn Euphorie und Melancholie zusammenprallen. Vivaldi With Cannons (Curved Air).

Anspieltipp: die Single-Auskopplung Alone, dann einfach weiter hören.It grows on you. Infinita Tristeza (Manu Chao).

Gründonnerstag 2025

Regen, Tomaten, Karlchen II und das Leben des Brian

Diese junge Pflanze heißt Karlchen II (foto: zoom)

Es gibt einige Deutungsversuche für die Bezeichnung Gründonnerstag, aber keiner von ihnen kann mich 100%ig überzeugen.

Auf Wikipedia ist diese Suche nach Herkunft des Begriffs nachzuvollziehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCndonnerstag

Als säkularer Mensch schaue ich aus dem Fenster und sehe den Regen auf das frische Grün der Gartenpflanzen fallen. Sollten wir Glück haben, ist die lange Dürreperiode mit diesem Nass beendet. Gründonnerstag – passt doch!

Auch Gründonnerstag: die Tomatenpflänzchen, die ich seit zwei Jahren aus den gemeinfreien Sunviva-Samen ziehe, sind gekeimt und inzwischen über zehn Zentimeter hoch. 2024 war ein mieses Tomatenjahr, aber ich hatte es geschafft (kein Hexenwerk!) aus der letzten Frucht einige Samen zu isolieren. Über den Winter wurden sie nach dem ersten Trocknen in einer Kaffeefilter-Tüte aufbewahrt.

Die anderen Pflanzen – es muss nicht immer Tomate sein – , Karlchen I, II (siehe Bild) und III, haben sich nach selbstverschuldeten Anfangsschwierigkeiten endlich entwickelt und ihre Samenschalen gesprengt.

Vorausschau: Morgen ist Karfreitag und nicht, wie einige Testosteron-Junkies das Wort verballhornen Car-Freitag. Lasst eure Penis-Prothesen in der Garage stehen und guckt euch gemeinsam mit Freund*innen in Bochum stattdessen das Leben des Brian an: Freitag, 18. April 2025, Bahnhof Langendreer.

Niedersfeld: Winterreifen – Sommerreifen

Blick auf den Hillebachsee. Im Vordergrund der Abfluss (foto: zoom)

Heute wurden in der Werkstatt unseres Vertrauens die Winter- gegen die eingelagerten Sommerreifen getauscht. Zeit, um zum Hillebachsee zu schlendern und ein paar Fotos zu machen.

Den gestauten See kann man auch in fußkranken Phasen mühelos umrunden. Flach, asphaltiert, keine Hindernisse.

Das abgebildete Haus verdeckt teilweise die Tankstelle rechts. Die Autowerkstatt und eine Bäckerei befinden sich dahinter, etwas tiefer gelegen.

Links vom Gebäude ein Verkaufscontainer, rechts die Tankstelle.(foto: zoom)

Was auf den beiden Fotos nicht zu sehen ist: der unablässige Verkehrsstrom aus PKW und LKW über die B 480 mitten durch den Ort. Seit einiger Zeit gilt aus Lärmschutzgründen Tempo 30. Ich bilde mir ein, dass zumindest heute der Verkehr ruhiger floss als mit Tempo 50. Allerdings ist dies nur eine sehr subjektive Momentaufnahme.

Das nächste Mal mache ich dann wieder Fotos vom fiesen Verkehr, so wie hier im Dezember 2024:

MOVE – Bürgerinitiativen und Mobilitätsverein entlang der Bundesstraßen 480 und 236

Die Verkehrsbelastung entlang der Bundesstraße 480, wie hier in Niedersfeld, ist groß. (archivfoto: zoom)