Mittwoch, den 11. Februar 2026 15.00 – 16.30 Uhr Rathaus Stadt Winterberg, Fichtenweg 10, 59955 Winterberg
Wie ist das Leben momentan in der Ukraine? Wie geht es den Menschen? Was ist aus den vielen Sach- und Geldspenden der letzten Jahre geworden, die in Winterberg und Umgebung gesammelt wurden? Ist die Hilfe dort angekommen, wo sie benötigt wurde?
(Pressemitteilung Kipepeo)
Um diese und weitere Fragen zu beantworten, organisieren wir diese Veranstaltung.
Zur Gast ist Tanya Emelyanenko von Charity Fund Gora Dobra U.A. aus Lviv, Ukraine.
Kipepeo-fair-und-sozial e.V. arbeitet seit 3 ½ Jahre gemeinsam mit Gora Dobra bei der Ukraine Hilfe.
Schon 15 LKW Transporte und acht Hilfsreisen sind auf diese Weise zustande gekommen.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Tag 2: Grenz-Erlebnisse und Lviv, Stadt mit Flair und Leid
„Das Wichtigste wäre allerdings das Gefühl, nicht vergessen zu werden“
Gräber der Gefallenen auf dem Ehrenfeld („Mars Field“) (Foto: Jan van Egmond)
Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
Die letzten Kilometer sind wir von Rzeszów über eine fast leere Autobahn gefahren. Was wir noch nie erlebt haben: keine Warteschlangen an der Grenze. Man konnte bemerken, dass der Zollbeamte wegen der Kälte draußen alles schnell abwickeln wollte.
(Jan van Egmond & Andrew Joy)
Aber ja, ein bisschen dauerte es doch, weil für die polnischen Zollbeamten ein Australier, der in die Ukraine einreisen wollte, sehr ungewöhnlich war. Mit einem extra Foto und Fingerabdrücken waren sie dann doch zufrieden.
Unterwegs auf der leeren Autobahn (Foto: Andrew Joy)
Aber dann: Tja, wir hatten den Motor ausgemacht, aber die Heizung laufen lassen und leider war die Batterie schon etwas älter …
„Das Wichtigste wäre allerdings, das Gefühl nicht vergessen zu werden“
Tag 1: Die ungefähre Reiseroute als Screenshot von Openstreetmap (Grafik: zoom)
Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
Wir haben uns entschieden, am ersten Tag, kurz vor der Ukrainischen Grenze einen Zwischenstopp zu machen, weil das eigentliche Programm erst ab Montag beginnt.
(Jan van Egmond)
In Winterberg sind wir bei bei plus 1 °C früh gestartet, denn vor uns lagen 1.126 Kilometer. Alle 100 Kilometer Richtung Osten wurde es ungefähr 1 Grad kälter. In Rzeszów, im Osten von Polen, bei unserem ersten Stopp herrschten minus 10 °C.
Jan vor einem Reitermonument (Josef Pilsudski) in Rzeszów. (Foto: Andrew Joy)
Der eisige Wind sorgte dafür, dass wir nur einen sehr kurzen Rundgang durch das Zentrum diese schönen Kleinstadt unternommen haben und dann wieder schnell die Wärme in unserem Hotel aufsuchten.
Wie kalt wird es dann erst in Ukraine sein? Für dort zeigt uns unsere Wetter App eine Temperatur von minus 17 bis 22 °C an. Wir werden es morgen erfahren, wenn wir die letzten 200 Kilometer bis zu unserem Ziel in Lviv zurückgelegt haben.
„Das Wichtigste wäre allerdings, das Gefühl nicht vergessen zu werden“
Es kann losgehen. Der Caddy ist vollgepackt mit Spendenkisten. (Foto: Jan van Egmond)
Ab heute wird Jan van Egmond vom Winterberger Verein Kippepeo regelmäßig über seine Reise gemeinsam mit Andrew Joy in die Ukraine berichten. Ich bin schon sehr gespannt. Heute erscheint dieser Artikel Nr. 0, morgen soll es los gehen.
Ist die Ukraine weit weg oder liegt sie nahebei? Morgen fahre ich nach Lviv, der westlichsten Stadt in der Ukraine. Die Luftlinie von Winterberg sind 1.104,23 Kilometer. So jedenfalls zeigt es mir das Internet an. Die Fahrstrecke beträgt 1.280 km, also weit weg, aber doch auch so nahebei.
(Jan van Egmond)
Mit meiner Frau und mit weiteren Mitreisenden habe ich seit dem russischen Angriff schon sieben Mal die Ukraine besucht.
Warum wir da immer hin fahren? Weil es uns nicht loslässt, wenn wir häufig daran denken, wie es wäre, wenn unsere eigenes Land so angegriffen werden sollte und weil der Krieg in der Ukraine gar nicht weit weg ist von unserem Wohnort und weil wir da so viel Leid gesehen haben und liebe Menschen kennengelernt haben.
Heute packen wir der letzte Sachen in unseren Caddy. Es wird sehr kalt werden, nächste Woche in der Ukraine.
Was heißt „Wahnsinn“, in Zeiten, in denen politische (Rechts-)Extreme immer lauter werden?
Veranstaltungsplakat / Bühne (foto: zoom)
Am Sonntag unterhielten sich Mithu Sanyal und Michel Friedman (Moderation Stephan Muschick) im ausverkauften Hirschlandsaal des Folkwang-Museums (Essen) zwei Stunden lang über das Thema „Wahnsinn & Widerstand“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 21. Literaturdistrikt-Festivals statt. Das Festival wird seit ebenfalls 21 Jahren von Semra Uzun und ihrer Schwester Fatma Uzun organisiert und kuratiert.
An diesem Nachmittag in Essen sollte danach gefragt werden, was „Wahnsinn“ heiße, in Zeiten, in denen politische Extreme immer lauter werden, Grenzen des Sagbaren verschoben werden und demokratische Grundwerte ins Wanken geraten. Wie solle die Gesellschaft auf den globalen Rechtsruck, die neuen Brüche zwischen Demokratie und autoritären Versuchungen, reagieren?
Michel Friedman, Mithu Sanyal und Stephan Muschick (Moderation) (foto: zoom)
„Wahnsinn“ bedeute auch, nach den Gegenkräften zu suchen und zu zeigen, dass Widerstand gegen den Wahnsinn möglich bleibe.
51. Internationaler Jugendaustausch vom 28. Juli bis zum 03. August
51. Internationaler Jugendaustausch zwischen West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis. (Pressefoto)
Vom 28. Juli bis zum 03. August fand der 51. Internationale Jugendaustausch zwischen dem West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis statt.
(Pressemitteilung HSK)
Nachdem im Sommer 2024 zwölf Jugendliche aus Schottland im Rahmen des Austauschprogramms im Hochsauerlandkreis zu Gast waren, reiste diese Gruppe aus dem Hochsauerlandkreis nun nach Schottland, begleitet von zwei Kolleginnen des Jugendamtes.
In seiner anarchistischen „Zeitschrift für Menschlichkeit“ (Kain) veröffentlichte der antimilitaristische Dichter Erich Mühsam (1878-1934, im KZ ermordet) im Mai 1914 den Text „Das große Morden“. Der nachfolgende Auszug zur Hochrüstung in Deutschland hat – abgesehen von den Zahlen – leider nichts von seiner Aktualität und Dringlichkeit verloren.
(Redaktion Schalom-Bibliothek | pb)
„Mit zwei Milliarden Mark muss jährlich die Henne gefüttert werden, die unter dem Namen ‚Deutsche Wehrmacht’ im bedrohten Vaterlande herumgackert. Jetzt ist sie mit einer Extramilliarde noch fetter aufgeplustert worden und beansprucht infolgedessen fortan noch erheblich mehr Getreidekörner aus den Ackern des deutschen Volkes als bisher. Der Geflügelzüchter Michel ist ein Schafskopf, denn er merkt nicht, dass das meschuggene Huhn ihm nichts als Kuckuckseier in den Stall legt. Eines guten Tages aber wird es ihm schmerzlich fühlbar werden, wenn nämlich der zärtlich gepflegte ‚bewaffnete Friede’ an Überfütterung krepiert, seine Küken aber auskriechen und sich die missgestalteten Kreaturen als Krieg, Hunger und Pestilenz über das Land ergießen.
Die Erbpächter der deutschen Ehre und der deutschen Phrase möchten das 43jährige Friedensvieh schon längst zum Platzen bringen. Sie ängstigen deshalb den dummen Michel heute mit diesem, morgen mit jenem Bauernschreck und heißen ihn zur Abwehr immer größere Mengen seiner schwitzend erarbeiteten Profite in die Armee hineinstopfen. Fehlt bloß noch ein geeigneter Anlass – und der Krieg gegen den Erbfeind ist fertig. Aber es hat sich herausgestellt, dass es bei den schauderhaften Formen, in denen sich heutzutage ein europäischer Krieg abspielen würde, nicht mehr ganz so leicht ist, die Volksseele zum Kochen zu bringen. Weder die marokkanischen Diplomatenkünste noch die Bemühungen, die Folgen der Balkanwirren friedlich zu überwinden, haben der Schwerindustrie und ihren Hintermännern genützt, den Massenmord in Szene zu setzen. So ein Krieg muss schon aus den Tiefen des europäischen Volksgemüts selbst heraussprudeln.
In diesem Zeitalter raffiniertester technischer Zivilisation gibt es für den Erfindergeist immer noch keine höheren Aufgaben als die Vervollkommnung der kriegerischen Mordinstrumente. Wessen Gewehre und Kanonen am weitesten schießen, am schnellsten laden, am sichersten treffen, der hat den Kranz. Das Scheußliche und Groteske gehen Hand in Hand durchs zwanzigste Jahrhundert und rufen die Völker auf zur Bewunderung der Weltvollkommenheit.“
Volltext | Erich Mühsam: Das große Morden. In: Kain – Zeitschrift für Menschlichkeit (München, Hg. Erich Mühsam), Jahrgang IV, Nr. 2 (Mitte Mai) 1914, S. 17-24.
Ausgewählt für das Internetportal zu „Pazifisten und Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien“ | www.schalom-bibliothek.org
Der Militarismus ist endgültig rehabilitiert und bläst zum Angriff auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – eine Relektüre alter Texte könnte dem Widerstand vielleicht dienlich sein
Symbolbild: Universum, Welt und Friedenstaube
Gegen Gewalt von innen und von außen können Gemeinschaften nur auf einem einzigen Wege Widerstandskraft entwickeln: indem sie nämlich ihr soziales Gefüge menschlich, gerecht und kooperativ gestalten, die Kinder – und also auch die „Bildung“ – stark machen, die Bedürftigen nicht allein lassen, den Kranken ohne Ansehen der Person (und des Kontos) ein gutes Gesundheitswesen bereiten, die Werktätigen nicht ausbeuten, den neu Hinzukommenden Unterstützung geben, die Alten nicht „abschreiben“, Wohnungen für Menschen statt für Profite bauen, den öffentlichen Raum mit seinen allen dienenden Einrichtungen pflegen … Ein Blick auf die Sparpolitik zeigt, dass diese einzig rationale, erprobte Politikrichtung wider Gewalt von innen und außen nicht hoch in Kurs steht, vielmehr sabotiert werden soll.
(Ein Gastbeitrag von Peter Bürger)
Stattdessen bereitet die „Politik“ (samt ihrer Sprachrohre) die Menschen bezüglich der genannten Felder auf bittere Zeiten, Schwachmachen, Kürzungen und Entbehrungen vor. Denn sie möchte lieber den erfolgversprechendsten Weg beschreiten, auf dem man Unsicherheit (innere Gewalt) produziert und einen kommenden Weltkrieg wahrscheinlicher macht: sie will eine astronomische Hochrüstungsoffensivehttps://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ueberfallartig-wollen-union-und-spd-deutschland-kriegstuechtig-machen/ einleiten, die von keinerlei Hemmung und keiner Grenze mehr gebremst werden kann. Die gesellschaftlichen Vermögen sollen den Totmach-Industrien in den Rachen gespült werden. Akteure, die nicht einmal in der Lage sind zur Gewährleistung eines funktionierenden öffentlichen Verkehrswesens, faseln von Notfallkonzepten für den Fall militärischer Konflikte, den sie selbst nach Ausweis einer konfrontativen Politik aber gar nicht für das Allerschlimmste zu halten scheinen. Die sehr sehr bescheidenen Friedensbudgets in den Haushalten früherer Tage sind ohnehin schon abgewickelt.
Offenbach, 8. November 2024 – Das Klima ist bereits deutlich wärmer als in vorindustrieller Zeit, in Österreich um 2,9 Grad, in der Schweiz um 2,8 Grad. In Deutschland waren die vergangenen zehn Jahre 2,3 Grad wärmer als zu Beginn der Messungen.
Auch 2024 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima und ist in Österreich und Deutschland sogar auf Rekordkurs.
Auswertungen von GeoSphere Austria, dem Deutschen Wetterdienst und MeteoSchweiz zeigen, dass die Erwärmung bereits deutliche negative Auswirkungen gebracht hat, wie zum Beispiel eine massive Zunahme der Hitzebelastung, weniger Schnee in tiefen Lagen, mehr Ereignisse mit Starkregen und ein höheres Risiko für Dürreperioden.
Mit konsequentem Klimaschutz könnten weitere negative Auswirkungen in den nächsten Jahrzehnten deutlich abgemildert werden. Ohne Klimaschutz ist eine weitere Beschleunigung der bisherigen Entwicklung zu erwarten.
Anlässlich der UN-Klimakonferenz COP-29 in Baku (Aserbaidschan) fassen GeoSphere Austria, der Deutsche Wetterdienst und MeteoSchweiz einige zentrale Themen zu Vergangenheit und Zukunft des Klimas in Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen:
Die zehn wärmsten Jahre der Messgeschichte waren in der jüngsten Vergangenheit Seit vorindustrieller Zeit (Vergleich mit Zeitraum 1881-1910) hat sich die Jahresmitteltemperatur in Österreich um 2,9 Grad erhöht, in der Schweiz um 2,8 Grad, auch in Deutschland waren die vergangenen zehn Jahre schon 2,3 Grad wärmer als im Zeitraum 1881-1910.
Seit dem Jahr 2000 gehören in Österreich, Deutschland und der Schweiz fast alle Jahre zu den wärmsten Jahren der Messgeschichte. Auch 2024 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima und wird in Österreich, Deutschland und der Schweiz wieder eines der wärmsten Jahre der Messgeschichte werden.
Der pazifistische Klassiker des Erasmus von Rotterdam liegt als Neuausgabe vor – nebst einem aktuellen Vorwort von Eugen Drewermann
Umschlagbild edition pace
„Alle müssen sich gegen den Krieg verschwören und ihn gemeinsam verlästern“, so ruft uns der Christ und Humanist Erasmus von Rotterdam (gest. 1536) in seiner pazifistischen Hauptschrift „Die Klage des Friedens“ (1517) zu. Der antimilitaristische Schweizer Pfarrer, Theologe und religiöse Sozialist Rudolf Liechtenhan (1875-1947) legte fünf Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in banger Sorge seine jetzt neu edierte Übersetzung der „Querela Pacis“ vor.
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