Wegen der großen Nachfrage weitere Vorstellungen von „Phänomen FAUST“ am 18., 19., 20. und 21. Mai 2016 in der Kulturschmiede Arnsberg

Die beste Theatergruppe im HSK - nur meine Meinung. (Plakat: teatron, Daniel Almagor)
Die beste Theatergruppe im HSK – nur meine Meinung. (Plakat: teatron, Daniel Almagor)

Phänomen FAUST

Nach Johann Wolfgang Goethe. Faust. Teil 1

Kartenvorbestellung:
Stadtbüro Arnsberg, 02931 893 1143

„Auch ich hatte mich in allem Wissen umhergetrieben und war früh genug auf die Eitelkeit desselben hingewiesen worden. Ich hatte es auch im Leben auf allerlei Weise versucht, und war immer unbefriedigter und gequälter zurückgekommen.“

(Aus J.W.Goethe: Dichtung und Wahrheit)

Die Parabel des wissensdurstigen Wissenschaftlers und Gelehrten Faust, der den berühmten Pakt mit dem Teufel Mephisto eingeht, um endlich Erkenntnis und Ruhe zu finden – „werd ich zum Augenblicke sagen, verweile doch du bist so schön“ – in einer genreübergreifenden TEATRON Bearbeitung.

Die Inszenierungen des TEATRON THEATERs zeichnen sich durch einen immer wieder wechselnden Einsatz von Elementen aus verschiedenen Kunstrichtungen aus. In dieser Inszenierung werden Schauspiel und Figurenspiel mit choreographischen und musikalischen Elementen kombiniert. Der klassische Faust-Text wird zwar in gekürzter, aber stilistisch authentischer Form dargeboten. Das Publikum erwartet eine unkonventionelle, theatralische Reise durch Fausts Gedankenwelten.

Mit: Oliver El-Fayoumy, Maik Evers, Fabian Sattler, Pia Wagner

Regie: Yehuda Almagor, Dramaturgie, Textfassung: Ursula Almagor, Choreographie: Manuel Quero, Figurenbau- und spiel: Maik Evers, Musikalische Leitung: Gunther Tiedemann, Illustration und Plakatdesign: Daniel Almagor

www.teatron-theater.de

Der Waldorf-Werber: Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

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+++ weltweit tätiger Waldorf-Pädagogik-Konzern sucht neues Image +++

+++ briefing: präsentieren Sie bizarre Pädagogik so, daß sie völlig normal erscheint, und in einem nächsten Schritt für Eltern wünschenswert +++

+++ Jost Schieren stellt Kampagne seiner Waldorf-Werbeagentur ‘Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft’ vor +++

Von Andreas Lichte

Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“, Leiter des „Fachbereichs Bildungswissenschaft“, und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung.

Dem „Waldorfblog“ gab Jost Schieren ein ausführliches Interview1, in dem er immer wieder das buzzword „Freiheit“ verwendet – in einer einzigen Antwort erstaunliche 7 mal:

„Die Anthroposophie ist im Kern auf das Ideal des freien Menschen ausgerichtet.“
„Freiheitsentwicklung als Teil des Weltgeschehens“
„Freiheitsentfaltung unseres Menschseins“
„Position der Freiheit“
„Begriff der Freiheit“
„Entwicklungsraum der Freiheit“
„freien Persönlichkeitsentwicklung“

Für Schieren macht einfach alles frei, was Anthroposophie ist. Wie die Waldorfpädagogik, die auf der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861 – 1925) basiert.

Über einen Vortrag Rudolf Steiners sagt Kurt Tucholsky: „Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.“

„Freiheit“: mit diesem Riesenbegriff macht Jost Schieren Werbung für die Waldorfpädagogik.

 

Reinkarnation macht frei

Beim Werber Jost Schieren ist „Reinkarnation“ normal, wird zu einer weiteren „Sichtweise auf den Menschen“, die – Verkaufsargument! – von „Fremdbestimmung“ befreit:

Der Gedanke der Reinkarnation erlaube es, so Jost Schieren, „den Menschen nicht als irgendwie allein fremdbestimmtes Wesen (Gene, Sozialisation, Gehirnprägungen usw.) zu denken.“ Das Kind sei nicht das alleinige Resultat von Vererbung und Umgebung, sondern trage in sich „eine eigene auf sich selbst begründete Persönlichkeit“, die nicht zufällig entstanden sei, da „der Mensch sein eigenes Wesen selbstverantwortlich durch eine Reihe von Verkörperungen selbst bildet.“

Schon gekauft! oder?

Was bedeutet „Reinkarnation“ überhaupt? Reinkarnation bei Rudolf Steiner.

Weit verbreitet ist die Idee im asiatischen Kulturkreis, im Hinduismus und den verschiedenen Erscheinungsformen des Buddhismus. Gemeinsam ist ihnen, daß das Ziel ist, dem „endlosen Kreislauf der Wiedergeburten“ zu entkommen, sich von der Fessel des „Karma“ zu befreien.

Helena Petrovna Blavatsky und in ihrer Nachfolge Rudolf Steiner kehren die Idee in ihr Gegenteil um: Der Mensch soll im Kreislauf der Wiedergeburten bleiben, so kann er sich – und damit die Menschheit – perfektionieren. Pflichterfüllung.2 Von „Freiheit“ keine Spur.

Rudolf Steiner verspricht eine Form der (geistigen) Unsterblichkeit und befriedigt zugleich das Bedürfnis seiner – zur Zeit der Begründung der Anthroposophie – aristokratischen und großbürgerlichen Klientel nach „Elite“: „WIR bringen die Menschheit (-sentwicklung) voran!“

Und natürlich kann die Menschheit auch nicht an einem Tag an Ihrem Bestimmungsort, dem Planeten „Vulkan“, ankommen – dann wäre Steiners Geschäftsmodell sofort erledigt …:

Ich gebe einem Freund eine Inhaltsangabe von Rudolf Steiners Buch „Aus der Akasha-Chronik“:

„Es ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich dem Eingeweihten zeigt. So eine Art ‘Evolutionsgeschichte’, nur dass der Eingeweihte auch in die Zukunft schauen kann. Die Menschheit entwickelt sich laut Steiner auf sieben Planeten. Von Planet zu Planet steigt das Menschengeschlecht höher in der Entwicklung. Dabei helfen ihm Führer, die selber schon auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Es geht los auf dem Saturn, dann kommt die Sonne, der Mond und schließlich die Erde …”

„Wieso Sonne und Mond – das sind doch keine Planeten?!”

„Für den Esoteriker Steiner schon. Die Erde formt sich im nächsten Entwicklungsschritt in den Jupiter um, dann kommt die Venus und zuletzt der Vulkan. Sieben Planeten, und auf jedem Planeten durchleben die Menschen sieben mal sieben Entwicklungsstufen … Ja, ich weiß, das klingt nach Science Fiction … ich habe mich an die Perry Rhodan-Hefte erinnert, du weißt schon, diese Groschenromane …“

 

Anthroposophie: Seine Eltern sucht man sich selber aus …

Rudolf Steiners Vorstellung der Reinkarnation kann man natürlich auch aus der Schüler-Perspektive betrachten:

„Leute, ich hab mir Eltern ausgesucht, die mir was bieten können. Meint ihr, ich würde hier sonst mit meiner Mum in einem Porsche Cayenne in der zweiten Reihe vor der Rudolf Steiner Schule in Berlin Dahlem chillen? Wenn’s mal mit den Noten nicht so dolle ist, steht mein privater Nachhilfelehrer schon auf der Matte, über die paar Euros redet bei uns keiner. Portokasse. Eigentlich bin ich ganz zufrieden, könnte höchstens ’nen bißchen langweilig werden, mein Leben …

Aber, Alter, Abenteuer doch nur was für Idioten: stell dir vor, du suchst dir Eltern in Syrien aus, und findest dich plötzlich auf ’nem Schlauchboot im Mittelmeer wieder … wie beknackt muß man da eigentlich sein … und jetzt kommt‘s noch dicker: du hast es grad so überlebt, und schon bist du in ’ner Flüchtlingsklasse in der Waldorfschule, die versuchen mit dir ihr Image aufzupolieren, wegen ‘ausländerfrei3 und so …“

 

Wenn Schule Schicksal wird …

In einem kritischen Artikel antwortet der Pädagoge André Sebastiani4 auf Jost Schierens Interview mit dem Waldorfblog, und schreibt: „Es macht für einen Pädagogen doch wohl keinen Unterschied, ob der Mensch nun als Produkt vorangegangener Inkarnationen, oder als Produkt seiner Gene und seiner Umwelt vor ihm steht.“

Wenn der Pädagoge kein Anthroposoph wie Jost Schieren wäre, gäbe es im Ergebnis vielleicht keinen Unterschied.

Für einen Anthroposophen wie Jost Schieren könnte der Unterschied nicht größer sein – Anthroposophie bedeutet hier:

Das Kind hat den Lehrer gewählt, das Aufeinandertreffen von Schüler und Lehrer ist „Karma“ – die Schulklasse wird zur Schicksalsgemeinschaft, deswegen ja auch der Verzicht auf das „Sitzenbleiben“ in der Waldorfschule.

Wenn Schule Schicksal wird, woher soll die von Schieren gebetsmühlenartig wiederholte „Freiheit“ kommen?

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Artikel über andere „Verkäufer“ der Anthroposophie und Waldorfschule:

Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners’ (SKA): Des Steiners neue Kleider

Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

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2 siehe den Kommentar zu Jost Schieren auf dem „Waldorfblog“ von „Roland Brummer  |  26. März 2016 um 3:03 nachmittags“, Zitat:

„(…) In der Anthroposophie ist Reinkarnation, Karmagesetze, Rassentheorie und Evolution eng verbunden. Eine moralische Verfehlung, die zu einer Behinderung oder körperlichen Merkmal führt, kann ich nichts dagegen machen, es geschieht mit mir als Gesetz, nicht was ich möchte oder wünsche. Ich kann da nichts entscheiden. Das Karmagesetz greift bei unserer seelischen Fehlbarkeit. Unmoralisches Handeln heißt Abstieg z.B. in eine degenerierte Rasse oder körperliche Behinderung und Belohnung heißt Aufstieg für ein Leben in der zukünftigen Kulturepoche. Das seelische Verhalten hat immer eine körperliche Konsequenz zur Folge. Es gibt einen ganzen Katalog für Verfehlungen und Belohnungen und ihre körperlichen Folgen.?Ich weiß nicht, wo ich hier das freie selbstbestimmte Individuum finden kann, wenn es nur in Gesetz und Bestimmung gefangen ist ?“

 

3 der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist in regulären Waldorfschulen extrem niedrig, siehe den Artikel: „Drei Gründe für die Waldorfschule“

Da kommen die „Flüchtlings“-Kinder wie gerufen – man kann vorführen, wie „sozial“ und „ausländerfreundlich“ Waldorfschulen sind, siehe den Artikel der anthroposophischen „Erziehungkunst“: „Berliner Waldorfschulen jetzt mit drei Flüchtlingsklassen“

 

 

Sauerländer Bürgerliste und Freie Wähler wollen das Schülerticket im Hochsauerlandkreis.

Schuelerticket20160315Die im Kreistag vertretene Liste SBL/FW will das Schülerticket im Hochsauerland. In einer Anfrage an den Landrat fragt die SBL/FW, ob der Hochsauerlandkreis ein Schülerticket, analog zu dem Ticket in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein, einführen könne und wolle.

In anderen Landkreisen und Städten in NRW, so die SBL/FW, seien Schülertickets bereits Realität, so beispielsweise in den Nachbarkreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein.

Das Schülerticket ermögliche dort den Schülerinnen und Schülern in allen Bussen und Bahnen rund um die Uhr freie Fahrt, und das an 365 Tagen im Jahr, unabhängig von der Entfernung zwischen Wohnung und Schule.

Näheres über die Bedingungen: http://vgws.de/tarife/tickets/schuelerticket-azubiticket/.

Eine erste Bilanz findet sich hier: http://www.kreis-olpe.de/Quicknavigation/Startseite/Sch%C3%BClerticket-Bilanz.php?object=tx|2041.1&ModID=7&FID=2041.2806.1&NavID=2041.1

Nach Meinung der SBL/FW sei das „FUN-Ticket“ kein gleichwertiger Ersatz für ein kostenfreies Schülerticket; denn das „Fun-Ticket“ gilt nicht für Fahrten zur Schule und zu Ausbildungs- und Praktikumsstellen. Außerdem sei es für viele Kinder und Jugendliche zu teuer.

Ursula von der Leyen verteidigt Titel – ein guter Tag für die Ministerin, ein schlechter Tag für meinen Hausarzt.

VonDerLeyen
Auf die Grafik klicken, um zur Untersuchung zu gelangen. (screenshot: zoom)

Seit heute ist es gewissermaßen amtlich, dass medizinische Dissertationen nicht unbedingt wissenschaftlichen Kriterien genügen müssen. Ursula von der Leyen darf weiterhin ihren Dr.-Titel führen, obwohl sie in ihrem schmalen Werk großflächig plagiiert hat.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) belässt von der Leyen den Titel, obwohl „die Prüfungskommission der Uni gravierende Fehler an der Dissertation festgestellt hat.“[1]

Die Ministerin habe zwar plagiiert, aber es handele sich nicht um „ein „Fehlverhalten“, das von einer „Täuschungsabsicht getragen“ worden wäre.“[2]

Die Verbindungen Ursula von der Leyens zur (MHH) sind ein offenes Geheimnis:

Die Leidtragenden der Affäre von der Leyen sind diejenigen DoktorandInnen der Medizin, die zur Erlangung des Dr.-Titels eine wissenschaftliche Arbeit abgeliefert haben (bitte melden!).

Die Verteidigungsministerin hat wahrscheinlich dazu beigetragen, den medizinischen Dr. weiter ins Lächerliche zu ziehen.

Den Vorgang selbst kommentierte Erbloggtes gestern folgendermaßen:

„Auf der Ebene der öffentlich nachprüfbaren Kriterien für eine Doktor-Entziehung hatte Gerhard Dannemann schon im Herbst 2015 festgestellt, dass von der Leyens Promotion alle Kriterien erfüllte, die von Gerichten zur Bestätigung von früheren Doktorentziehungen wegen Täuschung verlangt worden waren.“[3]

(Update: Link zu einem Account gelöscht.)

Die Plagiatsuntersuchung[4] von VroniPlag kann man hier nachvollziehen: http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Ugv

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[1] http://www.taz.de/Kommentar-Von-der-Leyens-Doktortitel/!5285935/

[2] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-entscheidung-in-der-plagiatsaffaere-als-karrierevorteil-a-1081525.html

[3] https://erbloggtes.wordpress.com/2016/03/09/ursula-von-der-leyens-doktor-nicht-entzogen/

[4] http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Ugv

„Was sind gute Schulen?“ – Themenausgabe von Schulpädagogik-heute im Open Access

schulpaedagogik20160305In meinem Briefkasten liegt seit ein paar Tagen ein Hinweis auf die neue Themenausgabe von Schulpädagogik-heute zur Frage ‚Was sind gute Schulen?‘.

Die schulpädagogische Online-Zeitschrift ist –im open access– soeben erschienen:

http://www.schulpaedagogik-heute.de/

„120 Autorinnen und Autoren haben ca. 80 Beiträge zur zentralen Frage nach der Qualität von Schule verfasst“, heißt es auf der Website des Prolog-Verlages, und weiter:

„Die Frage nach den ‚guten Schulen‘ wird zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Kulturkreisen sicherlich verschieden beantwortet werden. Dementsprechend besteht kein Konsens über Ergebnisse, auf die schulisches Wirken abzielen soll und über Wege, die die Umsetzung der Ziele fördern sollen. Folglich müssen bei der Bestimmung von Schulqualität, die als ein mehrdimensionales Konstrukt verstanden wird, die Wechselbeziehungen zwischen Faktoren des Kontextes, des Unterrichts und der Zielgruppen beachtet werden (Ditton/ Müller, 2011). Aber auch die eigene gesellschaftliche, politische und ökonomische Interessenslage wird einen Einfluss auf die Beantwortung der Frage nach der guten Schule haben. Entsprechend wird insbesondere das Verhältnis von Erziehung und Bildung für schulische Ziele unterschiedlich gesetzt werden – in den Extremen zwischen auf Anpassung ausgerichteter Dressur und an Mündigkeit orientierter Partizipation verortet.“

Auch, wenn mich der letzte Satz etwas irritiert, denn mit dem Leitbild des mündigen Bürgers/der mündigen Bürgerin bin ich aufgewachsen und habe es nie als Extrem gesehen, werde ich mich in den nächsten Tagen in die Artikelsammlung einlesen.

Mich persönlich interessiert zur Zeit besonders die Frage, zu welchem Zwecke und Ende wir eigentlich in Deutschland „Schule veranstalten“. Die Diskussion darüber habe ich schon lange nicht mehr geführt, denn spricht man mit Lehrerinnen und Lehrern über ihr Arbeitsfeld, geht es meist um Alltagsprobleme wie beispielsweise Disziplin, Hausaufgaben und Klassengröße, aber selten bis nie um „das große Ganze“.

„Schulpädagogik-heute“ spannt den inhaltlichen Rahmen demgegenüber sehr weit:

„Es scheint, als müsste eine Theorie der Weltgesellschaft als neuer Referenzrahmen auch für eine Theorie der Schule gewählt werden. Während im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert die Schule ein Motor für die Herstellung der Nationen war, übernimmt sie gegenwärtig eine gewisse Rolle bei der Evolution zur Weltgesellschaft; sie bereitet funktional für die Weltgesellschaft vor und stellt Strukturen eines Weltbildungssystems mit her.“

Die Themen sind folgerichtig breit gefächert:

  • Historische und kulturelle Relativität von Schule;
  • Rolle der Schule bei Erziehung und Wertevermittlung;
  • Schule von den Kindern und Jugendlichen her denken;
  • Funktionen der Schule und Konsequenzen für das Lernen;
  • Partizipation, Schulaufsicht und Schulentwicklung;
  • Kompetenzorientierung und Prüfungsformate in der ‚guten Schule‘;
  • Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen;
  • Rhythmisierung von Ganztagsschulen;
  • ‚Gute Schulen‘ und Inklusion;
  • Lehrerbildung und Schulqualität;
  • Zum Verhältnis von Schulatmosphäre, Unterrichtsklima und Lernerfolg;
  • Lernökologische Gestaltung von Schule;
  • Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien kommen in die Schulen;
  • Schulen der Zukunft;
  • Weltgesellschaft, Globalisierung und Schulentwicklung;
  • Zur Frage religiöser und ethischer Bildung an ‚guten Schulen‘;
  • Digitale Lerngemeinschaften;
  • Gesunde Schule – Wann stärken Schulen die Ressourcen der Lernenden?
  • Erfolgreiche Schulmodelle aus anderen Kulturkreisen;
  • Verhältnis und Vergleich von privaten und öffentlichen Schulen;
  • Schulfunktion und Schulstruktur;
  • Best Practice-Beispiele gelungener Schulentwicklung.

Die Federführung der Ausgabe hatten Swantje Hadeler, Gabriel Hund-Göschel und Klaus Moegling. Die Beiträge zur Ganztagsschule wurden von Natalie Fischer, Hans-Peter Kuhn und Carina Tillack betreut.

Selber stöbern und lesen: http://www.schulpaedagogik-heute.de/

Kurz gebloggt: Refugee Guide

Der Refugee Guide macht einen soliden Eindruck. (screenshot: zoom)
Der Refugee Guide macht einen soliden Eindruck. (screenshot: zoom)
Durch einen Tweet von Antje Schrupp bin ich heute auf den Refugee Guide gestoßen.


Ich habe mir die Website kurz durchgeschaut und gedacht, dass mir die Sache lohnenswert erscheint, auch wenn ich selbst den Guide noch nicht praktisch erprobt habe.

„Diese Orientierungshilfe enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland.“

Die Broschüre ist in folgenden Sprachen als PDF erhältlich:

deutsch
deutsch, einfache Sprache
englisch
französisch
arabisch
kurdisch
türkisch
pashto
dari
farsi
urdu
tigrinya
russisch
serbisch
serbisch
albanisch
mazedonisch

Außerdem liegt ein Plakat in zwei Formaten samt QR-Code bei:

http://www.refugeeguide.de/dl/RefugeeGuide_Poster_A4.pdf

http://www.refugeeguide.de/dl/RefugeeGuide_Poster_A3.pdf

Könnte man ausdrucken und da an die Tür hängen, wo immer mensch vor sich hin werkelt und mit Flüchtlingen/Neuankömmlingen zu tun hat.

Erfahrungen mit dem Refugee Guide bitte in die Kommentare schreiben.

Nachtrag: Mein Drucker hat die Sonderzeichen im Plakat nicht ausgeben können. Ich habe dann einfach einen Screenshot (Druck-Taste) erstellt und diesen mit Umweg über meine Bildbearbeitung (IrfanView)ausgedruckt. Funktioniert.

Umleitung: Fünf Jahre Guttenberg, Rassismus, Geschichte, Gravitationswellen und Verhöhnung eines Feuerwehreinsatzes.

Wenn ich nur noch wüsste, wo das war ... (foto: zoom)
Wenn ich nur noch wüsste, wo das war … (foto: zoom)

Plagiate, Presse, Politik: Fünf Jahre Guttenberg … erbloggtes

Deutschland ist noch immer ein Land der Demokraten und Humanisten: Es ist auch an der Zeit, all jenen Normalbürgern, die angesichts von Flüchtlingsproblematik und EU-Krise tatsächlich verunsichert, beunruhigt, besorgt sind, deutlich vor Augen zu führen: Sich auf diesen faschistischen Sumpf einzulassen, ist keine Alternative zu was auch immer … pecht

Clausnitz und Bautzen: Werden wir uns bald an Tote gewöhnen? … störungsmelder

Die Leyen-Spieltruppe: Dienst an der Waffel … zynaesthesie

Carl Blohm 1886 – 1946: Maler der Marschen … harbuch

Zurück zum Nationalismus. Keine Zukunft für die Geschichte? In Europa sprießen seit einiger Zeit allenthalben Nationalismen aus dem Boden, so als hätte es Jahrzehnte europäischen Zusammenlebens nie gegeben. Der Geschichtsunterricht steht dem hilflos gegenüber … publicHistory

Einsteins Vollender: Wissenschaftler bestätigen die Theorie der Gravitationswellen – einer von ihnen ist Rainer Weiss … juedischeallgemeine

RWE-Krise treibt Revierstädte tiefer in den Sumpf: Der Wille zur Kurskorrektur fehlt im Ruhrgebiet … postvonhorn

Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab … revierpassagen

Hagen: Verunsicherung und Tränen in Douglas-Belegschaft … doppelwacholder

DFV-Präsident Ziebs verurteilt Verhöhnung von Feuerwehreinsatz: Die Feuerwehr wurde im sächsischen Bautzen durch Gaffer bei der Brandbekämpfung an einem geplanten Asylheim behindert. Gleichzeitig bejubelte eine grölende Menge die brennende Flüchtlingsunterkunft. „Die Feuerwehrleute in Deutschland stehen uneingeschränkt zum Recht auf Leben und Unverletzlichkeit der Person. Und dies, ohne Ansehen der Person, der Herkunft, der Hautfarbe oder der Religion“ … neheimsnetz

Wie Lobbyismus in die Schule kommt: Bildungsmesse didacta in Köln

Das Umspannungswerk an der Ruhr im Süden von Olsberg 2010 (Symbolfoto: zoom)
Energieriesen als Lobbyisten? Das Umspannungswerk an der Ruhr im Süden von Olsberg 2010 (Symbolfoto: zoom)

Berlin/Köln. Wie kommen die PR-Botschaften von Unternehmen in die Köpfe der Schülerinnen und Schüler.  Eine gute Gelegenheit, sich darüber schlau zu machen, sei die Bildungsmesse didacta, die noch bis  Samstag in Köln stattfindet, meint der Verein LobbyControl e.V. in seinem Newsletter vom 18. Februar 2016.

Auf der didacta werde an vielen Ständen und Materialien erfahrbar und nachvollziehbar, wie Lobbyismus an Schulen funktioniere.

LobbyControl fordert die BesucherInnen der didacta auf, beim Besuch der Bildungsmesse kritisch hinzuschauen und befreundete LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen über die Problematik zu informieren.

Gebündelte Informationen stehen im Online-Lexikon Lobbypedia:

http://lobbypedia.de/wiki/Lobbyismus_an_Schulen

Beispielsweise hätte die Recherchen zu den Schulaktivitäten von RWE im November 2015 gezeigt, dass Lobbyismus an Schulen zu einem großen Problem geworden sei. Der Energiekonzern würde Schülerinnen und Schüler für seine Geschäftsinteressen instrumentalisieren.

„Meinungsmache“ im Klassenzimmer könne nur wirksam eingedämmt werden, wenn sich alle Betroffenen an der Aufklärung beteiligten.

Umleitung: Von Fritz Stern über den totalen Rausch zum Phänomen Faust in Arnsberg.

Am Sonntag schien die Welt wieder in Ordung: Null-Grad-Schnee am Großen Bildchen (foto: zoom)
Am Sonntag schien die Welt wieder in Ordung: Null-Grad-Neuschnee am Großen Bildchen (foto: zoom)

Historiker Fritz Stern“: Ein neues Zeitalter der Angst“ … dradiokultur

“Die Schüler der Madame Anne” – Geschichtsunterricht im Kinofilm und Holocaust Education: Er[der Film] inszeniert vielmehr – sicherlich in guter Absicht – einen didaktischen Missgriff unangemessener Übertragungen … publicHistory

Das schlechte Gedächtnis des Internets: Wider den Cyber-Analphabetismus … nzz

Gemeinfreitag #2: Rosie the Riveter … schmalenstroer

„Der totale Rausch“: Erhellendes Buch über Drogenkonsum in der NS-Zeit … revierpassagen

Dortmund – Kunst und Architektur erradeln: Mit dem Fahrrad am 4. Februar nordwärts … nordstadtblogger

Hagen nicht ganz koscher?: Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde macht sich mit der AfD gemein … doppelwacholder

Duisburg rüstet auf: Reine Selbstverteidigung. Waffen für Alle! … jurga

Diskriminierung für Dummys: „Tappten die nordafrikanischen Banden in die Fußball-Falle?“ … operationharakiri

Arnsberg mit neuer TEATRON-Produktion in 2016: “Phänomen FAUST” … neheimsnetz

Dinslakens Menschen bewegte in meiner alten Heimat: Schatzkammer, Wohnungsbau, Bahnhofsvorplatz, Flüchtlingseinrichtungen, Sicherheitsgefühl … andreashaab

Gefunden: Pisa und Co – die „perversen Effekte der Steuerung in Schulen“

standard20160121In einem Interview mit dem österreichischen Standard spricht Malte Brinkmann,  Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, über „perverse Effekte der Steuerung in Schulen“.

Durch Pisa und Co gebe es keineswegs besseren Unterricht. LehrerInnen würden deprofessionalisiert, der eigentliche Unterricht würde zu technisch gesehen und in eine kurzatmige Abfolge von Sozialformen und Methoden zerlegt.

(Ich habe im Folgenden die für mich wichtigen Gedanken des Interviews paraphrasiert. „Aus Gründen“, wie man heute neudeutsch sagt. Das Thema interessiert mich und ich will es mir hier im Blog merken, um vielleicht später noch einmal darauf zurückzukommen.)

Sein Team, so Brinkmann im Interview mit dem Standard, untersuche in Berlin Unterricht mit Hilfe von Videoaufzeichnungen.

Im Rahmen der aktuellen Bildungsreform werde die Umstellung auf Bildungsstandards, Kompetenzen und Tests wie Pisa oder wie die in Österreich kürzlich angelaufene Überprüfung der Bildungsstandards mit dem Versprechen verbunden, dass damit mehr Qualität und mehr Gerechtigkeit erzeugt würden.

Dieses Versprechen von mehr Qualität und Gerechtigkeit werde aber nicht eingelöst. Ganz im Gegenteil würden perverse oder umgekehrte Effekte für Schüler und Lehrer erzeugt.

Der Unterricht werde nicht besser, denn durch eine technokratische Vorstellung vom Unterricht werde regelrecht Unaufmerksamkeit erzeugt. Gleichzeitig fände eine Deprofessionalisierung der Lehrer statt.

Es könne inzwischen auch empirisch nachgewiesen werden, dass der Unterricht in vielen Fällen nicht besser werde.  Lehrerinnen und Lehrer verfügten nur noch über wenig pädagogische Urteilskraft und könnten die Ursachen für schlechten Unterricht nicht erklären.

Das sei allerdings nicht die Schuld der Lehrerinnen und Lehrer. Ihre Aufgabe werde „im aktuellen Evaluationssystem und in der Ausbildung vielfach darauf reduziert, aufgrund der sogenannten „objektiven“ „Datenrückmeldungen“ „Datennutzung“ zu betreiben.“

Diagnostische Datennutzung, so Professor Brinkmann, ergebe nicht unbedingt guten Unterricht.

Zwei Aspekte seien für guten Unterricht wichtig.

Im Unterricht werde zum einen das lebensweltliche Wissen und Können der Schüler in symbolisches Wissen und Können transformiert. Sie sollten den Umgang mit Symbolsystemen wie Zahlen, Schriftzeichen oder dem Periodensystem lernen, aber auch den Umgang mit Anderen und Fremdem. Dieser Transformationsprozess müsse didaktisch inszeniert werden.

Dafür seien Fragen und Zeigen die wichtigsten pädagogischen Handlungsformen.

Weiterhin seien Zeit, Ruhe und Muße zentrale Bedingungen für guten Unterricht. Aufgrund der Beschleunigung, die die Schulen in der Dauerreform erfasst habe, sei ein Unterricht, in dem sich die Schüler über eine längere Zeit konzentriert und fokussiert mit einer Sache beschäftigen, kaum noch möglich.

Unterricht bestehe heute vielfach aus einer sehr kurzatmigen Sequentialisierung mit schnellem Wechsel von Sozialformen und Methoden. Diese Abfolge wirke wiederum pervers: Die Schüler lernten auf diese Weise Unaufmerksamkeit.

Aus internationalen Leistungsstudien, aber auch aus nationalen Tests, ließen sich keine kausalen Erklärungen ableiten, warum ein Wert besser oder schlechter gerankt werde. Es gebe keinen direkten Bezug zur Praxis.

Vielmehr funktioniere Pisa in Medien und Politik als „Legitimationsinstrument für unterschiedliche bildungspolitische Reform- und Strukturmaßnahmen“.

Die Grenzen der Aussagefähigkeit der Tests müssten gesehen werden. Der Unterricht dürfe nicht von Testaufgaben dominiert werden.

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Das ganze Interview lesen:
http://derstandard.at/2000029219680/Erziehungswissenschafter-Die-Schueler-lernen-so-Unaufmerksamkeit