Umleitung: Vom verärzteten Juncker über den Nahen Osten zum Zeitungsmarkt, mit Kultur und klammen Kommunen.

Ganz kurz: Die Schnelligkeit des Aufstehens nach dem tiefen Fall … endoplast

Arno Schmidt: ein Nachkriegsautor der besonderen Art … nachdenkseiten

Warum ISIS ein Hype ist: Im Oktober war Kobane, die Grenzstadt zwischen Syrien und der Türkei, noch in aller Munde gewesen. Man befürchtete fast stündlich deren Eroberung durch ISIS … wiesaussieht

Frieden im Nahen Osten – eine Utopie? DIG-Veranstaltung mit Dr. Gil Yaron … jurga

Die SPD – wie Schalke: Wer heute 20 ist, kennt die SPD nur als 25-Prozent-Partei … postvonhorn

Guter Markt, böser Markt: Erst kommt das Fressen, dann die Moral? Marktwirtschaft hat mit Moral nichts zu tun? Vergessen Sie’s! … misik

Ruhrgebiet: soll selbstständig werden, meint … ruhrnalist

Letzter Tag für Münstersche Zeitung: Weniger lokale Vielfalt … wdr

Verleger des Jahres: … and the winners are … charly&friends

Weihnachtsmärchen in Dortmund: Mit Sumsemann zu Darth Vader … revierpassagen

Schach WM Presse-Club: Zwei Patzer ohne Folgen … schach-ticker

Eben ausgelesen: “The Story of Pop” von Karl Bruckmaier … neheimsnetz

Wenn die Arbeitskollegen helfen: Die meis­ten von uns haben Schick­sals­schläge erfah­ren müs­sen. So etwas reißt einem kom­plett aus dem Leben. Gut, wenn man sich auch auf seine Arbeits­kol­le­gen ver­las­sen kann, so auch ein Bus­fah­rer aus Frankreich … rebrob

Klamme Kommunen I: Hilfeschrei aus Städten und Gemeinden … doppelwacholder

Klamme Kommunen II: Neubau der Sporthalle in Winterberg wird teurer … derwesten

Umleitung: Schleudertrauma, Sexualität und reaktionäre Misanthropen, Unrechtsstaat, NSU-Skandal, Streikrecht in Gefahr und ein Abend mit Udo Jürgens.

Neulich am Bahnhof Winterberg: das Alte geht ... (foto: zoom)
Neulich am Bahnhof Winterberg: das Alte geht … (foto: zoom)

Schleudertrauma: Scheu hatte ich ihr meine Träume entgegen geschleudert. Aber sie hatte sich rechtzeitig geduckt gehabt. So bin ich Realist geworden … endoplast

Sexualpädagogik der Vielfalt – kostenloser Volltext: Ermöglichte Sexualkunde es reaktionären Misanthropen, mit ihren Ideen einer “organischen Ordnung” unter Ausnutzung von Ängsten und Unsicherheiten breiter Schichten bis in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen, so macht ebendies die öffentliche Befassung mit Sexualität – und der Vielfalt ihrer tatsächlichen Praxis – dringend erforderlich … erbloggtes

Schwere Zeiten für Kabarettisten: Dieter Nuhr verlor vor einiger Zeit ein paar Worte über den Islam. Ein Moslem zeigte den Kleinkünstler an … postvonhorn

25. Mauerfall-Jubiläum: Wolf Biermann, Rosamunde Pilcher und die Rolle der KP … wiesaussieht

Unrechtsstaat DDR: Es gibt Überschriften in Medien, die man nach einer gewissen Zeit nicht mehr lesen mag. “War die DDR ein Unrechtsstaat?” ist eine solche Überschrift … nesselsetzer

Drei Jahre NSU-Skandal: Der Ausländer ist immer verdächtig, der Deutsche allenfalls ein Einzeltäter … misik

Tarif- und Streikrecht praktisch abgeschafft? Gefordert wird Einheitlichkeit vor allem von Managern, die tagtäglich jede Chance nutzen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Solidarität zu vermiesen, Keile zwischen sie zu treiben und ihnen die Tarife zu nehmen. Gefordert wird dies aber auch vom DGB, eingebracht wird das Gesetz von Arbeitgeber-Ministerin Andrea Nahles von der ehemaligen Arbeiterpartei SPD. Eine groteske Koalition … charly&friends

Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr: „Parteiloser“ Schulz Mitglied der CDU-Fraktion … doppelwacholder

Udo Jürgens in Oberhausen: Chapeau für einen der Großen im Musikgeschäft … revierpassagen

Meschede-Eversberg und „Kokolores“: Nachdem am letzten Donnerstag die Poetry Slammer die Kleinkunstbühne Kokolores stürmten und uns allen einen wirklich fantastischen Abend bereiteten, geht es am Samstag, 15.11.2014, schon wieder in die nächste Runde … neheimsnetz

R.I.P. Manitas de Plata (* 7. August 1921 in Sète; † 6. November 2014 in Montpellier)


Manitas de Plata ist vor zwei Tagen gestorben.


Wikipedia:
„Manitas de Plata (* 7. August 1921 in Sète; † 6. November 2014 in Montpellier; eigentlich Ricardo Baliardo) war ein französischer Gitarrist, der durch sein virtuoses Gitarrenspiel Ende der 1950er Jahre weltberühmt wurde. Der spanische Künstlername bedeutet „Silberhändchen“, eine Würdigung seiner Gitarrenkunst. Er stammte aus einer Familie von Gitans, französischer Roma.“

Unser Autor tino hat ein Interview mit dem Musiker vom Juli 2013, zitiert im Nachruf der l’Humanite, übersetzt.

Mein Leben lang habe ich von Tag zu Tag gelebt. Ich dachte nicht daran, dass eines Tages alles vorbei sein könnte. Heute habe ich keine Verträge mehr und mein Leben ist durch das Kranksein sehr kompliziert. Meine Einkünfte aus Autorenrechten sind blockiert, um Steuerschulden auszugleichen, und meine Familie hat nicht die Mittel, mich zu unterstützen, wenn auch mein Sohn Fernando alles unternimmt, was ihm möglich ist. Das Geld, was ich verdient habe, habe ich ausgegeben, um mich zu amüsieren, und außerdem ist viel draufgegangen für mein Umfeld, für Zigeuner[1] wie mich, die arm waren. Ich sorgte für mehrere Familien, und oft habe ich eine Hochzeit bezahlt oder eine Beerdigung von entfernten Cousins oder anderen Zigeunern, die ich kaum kannte. Ich bedaure das nicht. Wenn ich wieder Geld hätte, ich würde es genauso ausgeben. Geld ist dafür da. Was wirklich schwer fällt, ist zu sehen, das wenn alles gut läuft du jede Menge Freunde hast und wenn du ruiniert bist alle dich im Stich lassen.

[1] Anmerkung tino: Gitane heißt Zigeuner, da er selber sich so nennt, werde ich ihm den Begriff nicht nehmen.

Umleitung: Sexualkunde, Goldenes Brett 2014, Klimawandel, Islamischer Staat, Adolphe Sax, Pogromnacht und mehr.

Radtour nach Meschede am vergangenen Wochenende. Menschenmassen - Fehlanzeige. (foto: zoom)
Radtour nach Meschede am vergangenen Wochenende. Menschenmassen – Fehlanzeige. (foto: zoom)

Sexualkunde für Hassprediger III: Wenn eine Behauptung den Angstphantasien breiter Bevölkerungsschichten entgegenkommt, und rund um Sexualität gibt es das häufig, eignet sie sich zu gut für Propaganda, als dass man sie unbesehen glauben dürfte … erbloggtes

Das Goldene Brett 2014: Esoterik und Pseudowissenschaft werden “ausgezeichnet” … scienceblogs

Klimawandel – gefährlich oder harmlos? Der Weltklimarat IPCC (International Panel on Climate Change) hat seinen neuen Synthesebericht vorgestellt. Darin steht eigentlich nicht viel neues, aber prompt schreiben einige Journalisten wie z.B. Axel Bojanowski in Spiegel Online wieder von Alarmismus … scilogs

Islamic State: In an exclusive series of diary instalments, residents describe what life is like in Mosul since IS took over … bbc

Leistungsschutzrecht: Google bekommt Vorzugsbehandlung von Axel Springer … niggemeier

Neues aus dem Schavanisten-Stadl: Gegendarstellung – vom Nachdrücklichen und vom Selbstverständlichen … causaschavan

Geschichtslehrerverband #FAIL: fragwürdige Bildnutzung in der Historiana … geschichtsunterricht

Youth, Resistance, and Public Uses of History in Mexico: Conventional wisdom on the teaching of history in Mexico holds that the problem of learning is that today’s young people only think about the present and that they are incapable of assessing the past and the future … public history

Schamlose Selbstbeweihräucherung[Ironie] – Fragen zu Planet History: Interview mit Michael Schmalenstroer über Planet History (Blogaggregator für geschichtswissenschaftliche Blogs) … schmalenstroer

Printkrise: Münstersche Zeitung wird Zombie-Blatt aus dem Hause Aschendorff … dju

Deutsche Bahn AG: Was der Streik der GDL mit Sozialpartnerschaft zu tun hat … wiesaussieht

Hin und Weg — der wohl emotionalste Film den ich je gesehen habe: Was würde jeder von uns machen, wenn er ganz genau wüsste, wann sein Leben endet? Es jedem Erzäh­len? Es für sich behalten? … rebrob

Erfinder des Saxophons Adolphe Sax vor 200 Jahren geboren: Ein Glück, dass die Welt in diesem Fall nicht auf den Papst gehört hat … revierpassagen

Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 in Hagen: Schweigemarsch von der Synagoge zur Gedenkveranstaltung im Rathaus … doppelwacholder

“Scherz, Satire, Ironie” – Humor als Ausdruck jüdischen Denkens: Das Gedenken des Novemberpogroms 9.11.1938 n der ehemaligen Synagoge in Neheim … neheimsnetz

Kulturtipp für Kurzentschlossene: Kriminal Tango auf Deutsch vom Kemnader See

Anne Behrenbeck und Maik Hester laden zum Kriminal Tango an den Kemnader See (foto: hester)
Anne Behrenbeck und Maik Hester laden zum Kriminal-Tango an den Kemnader See (foto: hester)
Am Freitag, 31. Oktober 2014 um 19.15 Uhr zeigt Haus Oveney (Tel.: 0234/799 888) am Kemnader See den Liederabend „Kriminal Tango – auf Deutsch“ mit Anne Behrenbeck (Gesang) und Maik Hester (Akkordeon).

Mit kriminellen Inhalten erzählen die beiden Künstler vom puren Leben in gefühlvollen und trotzdem sehr witzigen Liedtexten. Der „Kriminal Tango“ ist ebenso dabei, wie Interpretationen zu Werken von Astor Piazzolla, Meister des Tango Argentino.

Vielfach ist das Ruhrtal Protagonist oder Schauplatz der Lieder.

Der Eintritt kostet 9,- €. In der Pause oder vor dem Programm kann im Restaurant am selben Platz gegessen werden.

Schauen Sie rein:

Die Künstler Maik Hester und Anne Behrenbeck (Inhaberin des Hauses) stehen oft gemeinsam auf der kleinen Bühne im Oveney. Erst im Frühjahr 2014 haben sie „Das Weiße Rössl am Wolfgangsee“ mit Schauspiellaien sehr erfolgreich realisiert.

Mehr Informationen erhalten Sie unter 0234/799 888 oder www.oveney.de

Kurze Unterbrechung: R.I.P. Jack Bruce

„Cream bassist Jack Bruce dies, aged 71. Jack Bruce was said to be one of the best bass guitarists in rock history.

Jack Bruce, bassist from 1960s band Cream, has died aged 71, his publicist confirms.

Legendary supergroup Cream, which also included Eric Clapton and Ginger Baker, are now considered one of the most important bands in rock history.

They sold 35 million albums in just over two years and were given the first ever platinum disc for Wheels of Fire.

Bruce wrote and sang most of the songs, including „I Feel Free“ and „Sunshine Of Your Love“.“ … alles lesen

Jetzt ist er „in a White Room“:

Vive la France! Herbst der Blockflöte?

„Was hat die Blockflöte verbrochen, dass ihr dies geschieht? Dass sie ohnehin schon durchweg durchlöchert ist? Dass sie manches Geblase in schräge Töne verwandelt?" (foto: joe neve)
„Was hat die Blockflöte verbrochen, dass ihr dies geschieht? Dass sie ohnehin schon durchweg durchlöchert ist? Dass sie manches Geblase in schräge Töne verwandelt?“ (foto: joe neve)

Seit zwei Jahren wohne ich wieder in dem Haus, in dem ich meine ersten 18 Jahre verbracht habe – wie das Leben so spielt.

(Gastbeitrag von Joe Neve)

Aus den Schränken fallen mir meine eigenen Spielsachen entgegen, das alte Versteck hat die Shell-Münzen mit der DFB-Elf Mexico 1970 sicher verwahrt, der Kinderpost-Stempel in meinen vergilbten Büchern gibt jetzt erneut die gültige Adresse an. Seltsame Gefühle.

Da sägt nebenan die kleine Tochter der neuen Nachbarn meine Nerven mit ihrer Blockflöte an. Tütü, tütütü, nee! Auf ein Neues: Tütü, tütütü, nee! Wie vor Jahrzehnten mein Bruder im Nebenzimmer, wie ich selbst wenig später als Grundschüler, und dann, welch Horror, ein weiteres Mal in der sechsten Klasse, weil unser evangelikaler Klassenlehrer und Sado-Posaunist den unzurechnungsfähigen Elternabend hierzu überreden konnte. Geschichte wiederholt sich nicht? In Deutschland doch! Mehrfach!

Aber andere Länder, andere Sitten. Im Urlaub fand ich im „Montagnard“, der Tageszeitung des französischen Zentralmassivs, den folgenden Kommentar (18. 9. 2014):

„Was hat die Blockflöte verbrochen, dass ihr dies geschieht? Dass sie ohnehin schon durchweg durchlöchert ist? Dass sie manches Geblase in schräge Töne verwandelt? Dass sie gehasst wird von allen, die aufs Gymnasium wollen? Jedenfalls hat das Erziehungsministerium sie aus dem Lehrplan geworfen.

Vorbei also die Flötenschlachten der Schulkinder in der Abendruhe, die Tröterei garantiert unmusikalischer Pennälerhorden, vorbei der in der Schultasche gebunkerte Starkkleber, mit dem zerborstene Flötenreste notdürftig geflickt wurden. Ihr bleiben die Schöngeister, die Flötenkurse im Konservatorium belegen. Aber auch hier heißt es aufgepasst: Ist doch mit dem Rückzieher des Staates die Flöte auch in der angesehenen Musikschule unseres Departements bereit verschwunden.

Die Flöte hat wirklich ihr Schicksal zu beklagen. Spielt sie das Götz-Zitat, es sollte uns nicht wundern.“

Wie hatte Lenin die Sozialdemokratie charakterisiert? „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück.“ In diesem Fall, so treffend das Bonmot den französischen Präsidenten Francois Hollande kennzeichnen mag – dieser Blockflötenschritt vorwärts ist ein großer Schritt für die Menschheit.

Surrogate Cities Ruhr – unvorbereitet in die Kraftzentrale

Zwanzig Minuten vor Beginn. Das Orchester übte, die Ränge waren noch leer. (fotos: zoom)
Zwanzig Minuten bleiben bis zur Vorstellung. Das Orchesterrund füllt sich, die Zuschauerränge sind noch leer. (fotos: zoom)

Es gibt eine lange und eine kurze Geschichte. Die kurze Geschichte geht so: Eigentlich hatten wir gestern ein kleines Nachbarschaftsfest in unserem Sauerländer Dorf. Uneigentlich entdeckte ich einen Tag vorher die Eintrittskarte zur Ruhrtriennale an unserer Pinnwand. Surrogate Cities Ruhr, 30 Euro, Tribüne B, Reihe 14, Platz 24.

Um 19.09 Uhr saß ich auf meinem Platz, das kleine Notizbuch auf dem Schoß. Wenn schon keine Ahnung, dann ordentlich mitschreiben. Das war die Idee. In Wirklichkeit habe ich die Zuschauerränge gezählt. Zwei Tribünen mit je ungefähr 40 x 18 Plätzen. Das Buch blieb zugeklappt, der Stift in der Brusttasche.

In der Langversion war ich vorher mit dem Fahrrad im westlichen Ruhrgebiet unterwegs. Rhein, Kohlekraftwerk Möllen, Emschermündung, Wohnungswald, Döner, Friedhof, Grablichter und schließlich der alte Hochofen im Landschaftspark Duisburg Nord, 50 Meter von der Kraftzentrale entfernt.

Zwei Mal hochgeklettert. Um 19 Uhr  waren auf der obersten Plattform zum Sonnenuntergang Fotografen mit Ausrüstungen unterwegs, die gefühlt eine halbe Millionen Euro wert waren. Die Sonnenuntergangsspanner.

Ich habe mit meiner Canon-Pocketkamera auch geknipst. Ich knipse ja immer nur. Gestern flogen ein paar Heißluftballons herum. Ich habe dann einen von denen geknipst und mir vorgestellt, wie grandios das Bild werden würde, hätte ich eine dieser 5200 Euro Ausrüstungen, statt der 250 Euro PowerShot.

Immer wieder Vollkitsch. Der Hochofen enttäuscht auch eine schlechten Fotografen niemals.
Immer wieder Vollkitsch. Der Hochofen enttäuscht auch einen schlechten Fotografen niemals.

Ich schweife ab. Um 19.09 saß ich auf meinem Platz und zählte. Natürlich hatte ich einen Plan B im Hinterkopf. Der ging so: Wenn ich das alles ohne Vorwissen nicht verstünde -in der Halle hing der Geruch des Bildungsbürgertums- könnte ich immer noch bei den „Revierpassagen“ nachlesen, was ich zu verstehen hätte.

Die schlechte Nachricht zuerst. Die Revierpassagen haben mir nicht weitergeholfen, denn der Artikel dort geht nicht auf die kleinen und großen Details der Aufführung ein. Mehr so ein Rundumschlag.

Die gute Nachricht für mich. Die Aufführung dauerte kompakte 90 Minuten und entsprach damit meiner Aufmerksamkeits-Spanne. Mehr schaffe ich bei Kultur auf keinen Fall.

Die zweite gute Nachricht. Keine Pause. Kein blödes Herumstehen zwischen den Sätzen, den Szenen.

Die dritte gute Nachricht. Ich habe etwas verstanden. Noch besser. Ich habe einfach beschlossen, dass ich die Musik und die Sänger und die Schulkinder und die Laien und Profis in der Choreographie einfach für mich so verstehe, wie ich es verstehen will.

Die Musik -ich habe keine Ahnung von Musik- erinnerte mich an Smetana, Programmmusik, nur nicht Moldau und Natur, sondern Maloche und urbanes Leben gewürzt mit Döblins „Berlin, Alexanderplatz“.

Am Anfang dachte ich noch darüber nach, ob das Ganze ein Kinderkram werden würde. Mitnichten.
Am Anfang dachte ich noch darüber nach, ob das Ganze ein Kinderkram werden würde. Mitnichten. Kindliche Naivität professionell choreographiert.

Als zu Beginn die Kinder den Theaterraum stürmten und die Flächen mit Kreide bemalten, war ich skeptisch. Dann bauten sie ihre kleinen Kaufläden auf, die Jugendlichen und Erwachsenen zeichneten ihre Bewegungen auf Druckpapier nach, umtanzten die Rollen leer oder beschrieben, kämpften, liebten, rasten und …

… die Musik und die Choreographie wuchsen zusammen und entwickelten eine mitreißende Dynamik.

Ja, es gab eine großartige Sängerin (Jocelyn B. Smith)  und einen unglaublichen  Sänger (David Moss), die auf Englisch eine kleine Geschichte entwickelten. Er – das Intro. Sie – den Schluss. Zwischendurch Stimmakrobatik.

Den Anfang habe ich behalten, nur sinngemäß:

Wenn du in der Stadt etwas beginnst, weißt du nicht, ob du es noch einmal schaffst. Wenn du in der Stadt nichts beginnst, wirst du nichts schaffen.

Ein großartiger Abend in der Kraftzentrale.

Um 23:15 war ich wieder im Dorf. Auf der B 42 konnte ich mit dem Nachdenken beginnen, zu Hause alles erzählen, und erst dann habe ich nachgelesen:

http://www.revierpassagen.de/27046/metropolensound-triennale-zeigt-surrogate-cities-als-choreographie-fuer-das-ruhrgebiet/20140922_1710

http://www.ruhrtriennale.de/de/programm/produktionen/heiner-goebbels-mathilde-monnier-surrogate-cities-ruhr/

Fast vergessen habe ich, dass die Zuschauerränge schließlich proppenvoll waren.

Euch fehlte etwas? Jetzt nicht mehr: Erste Kneipennacht mit Livemusik in Siedlinghausen am 8. November. Vorverkauf läuft.

Der 8. November wird ziemlich heiß in Siedlinghausen: Der Programm-Flyer
Der 8. November wird ziemlich heiß in Siedlinghausen: Der Programm-Flyer

Siedlinghausen. (partysanen_pm) Am 8. November 2014 findet die erste Siedlinghauser Kneipennacht statt. In sieben Lokalen können die Gäste ab 20:00 Uhr die lange Nacht mit Livemusik genießen. Dabei kommen Rockfans genauso auf ihre Kosten wie die Schlagerfreunde. In folgenden Locations findet ihr diese Bands:

  • Die Sperre / Mac McAnally (Rock, Folk, Pop, Oldies, Irish-Songs)
  • Grüner Apfel / Sturmfrei – Sleepless-Nights (Rock-Pop Cover, Unplugged, eigene Songs)
  • Hummel´s Bistro / Die Ruhrtalmusikanten (Blasmusik)
  • Kolpinghaus / No Porridge (Mainstream-Rock, Pop, 80er Jahre)
  • Eck-Bistro / Matthias Dicke (Charts, Klassiker der Musikgeschichte, Partymusik)
  • Gasthof Lingenauber / Die Schröders (Fetenhits, Schlager, aktuelle Charts)
  • Zum Anker / Terry Le Burns (Soul, Rock, Balladen)

Wer einmal Eintritt bezahlt hat, kommt überall rein und kann zwischen den verschiedenen Lokalen wechseln. Zur Sperre und zum Anker wird ein Shuttle-Bus eingerichtet, damit die Nachtschwärmer auch hier bequem und sicher ankommen und die Partynacht genießen können.

Ab 24:00 Uhr steigen dann im Kolpinghaus und im Gasthof Lingenauber zwei After-Show-Partys mit DJ Andy und Jörg.

Ein Teil des Eintrittspreises und ein Teil vom Getränkeverkauf werden an den Bäderverein Siedlinghausen gespendet.

Der Heimat- und Verkehrsverein und der Stammtisch die „Partysanen“, die die Siedlinghauser Kneipennacht ausrichten, freuen sich auf zahlreiche Besucher.

Ab sofort läuft der Vorverkauf. Karten gibt es für 7,50 Euro (Abendkasse 9,50 Euro) bei Kräling 1000, Sparkasse Siedlinghausen, Volksbank Siedlinghausen, Ute´s Getränkestar, Ihr Platz, der Touristinformation Winterberg sowie allen teilnehmenden Veranstaltern.

Hier geht's lang. Für Ortskundige geht es auch ohne Shuttle auf Nebenwegen zur Sperre und Hotel Marleen.
Hier geht’s lang. Für Ortskundige auch ohne Shuttle auf Nebenwegen zur Sperre und zum Anker. Klick = größer.

Danke Leonard Cohen … und … Happy 80th Birthday


gp schreibt in seinem Blog Neheims-Netz:

Am 21.09.2014 wird Leonard Cohen “80″.

Als ich diese merkwürdige Stimme erstmalig auf dem phänomenalen Sampler “That’s Underground” (“Suzanne”, CBS 1968, buntes Vinyl) hörte, war nicht absehbar, dass daraus eine – temporär durchaus mal mehr und mal weniger starke – bis heute andauernde “Fanschaft” entstehen würde.

Von “Songs of Leonard Cohen” (1968) bis “Popular Problems” (2014) ist bis auf einige Kompilationen alles greifbar. Leider L.C. nur dreimal “on stage” erlebt: erstmalig Anfang der 1970er (1973?), während der vergangenen 8 Jahre dann zweimal den “Grandseigneur” Cohen.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir sind älter geworden, nicht so alt wie Leonard Cohen. Noch nicht. Seit meiner Schulzeit war er immer irgendwie musikalisch in meinem Hintergrund. Like a bird on a wire, So long Marianne, Suzanne. Großartig. Richtig schlecht sein Album Death of a Ladies‘ Man, von Phil Spector produziert. Gerade dieses miese Album besitze ich. Aber ich verzeihe Leonard Cohen alles für Suzanne und den Vogel auf dem Draht.

Leonard Cohen wurde in eine wohlhabende jüdische Familie geboren, die in Westmount, einem Vorort von Montreal lebte. Sein Vater Nathan, ein Ingenieur, besaß ein großes Textilkaufhaus.[1] Er starb, als Leonard neun Jahre alt war. Seine musisch interessierte Mutter Marsha (Masha) war die Tochter eines aus Russland eingewanderten Talmudgelehrten, Rabbi Solomon Klonitsky-Kline.[2] Im Alter von 13 Jahren erlernte Leonard das Gitarrenspiel (um ein Mädchen zu beeindrucken), wenig später hatte er kleinere Auftritte in Cafés. Mit 17 Jahren spielte er als Student an der McGill University in einer dreiköpfigen Country-Folk-Band namens Buckskin Boys …

https://de.wikipedia.org/wiki/Leonard_Cohen