In unserem Briefkasten lag heute folgende Pressemitteilung der AfA-HSK:
Die Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider (CDU) und Johannes Vogel (FDP) ließen bei einem Diskussionsabend in Olpe verlauten, dass Zeitarbeit notwendig sei, damit die Unternehmen in Südwestfalen flexibel und wettbewerbsfähig bleiben können.
Unser Autor Reinhard Wiesemann ist 53 Jahre alt und hat eigentlich Elektrotechnik studiert. Dann aber als 19-jähriger eine sehr erfolgreiche Computerfirma gegründet, danach www.linuxhotel.de, dann www.unperfekthaus.de, dann www.generationenkult.de/haus gegründet und „zwischendurch noch ein paar kleinere Sachen“.
Kreativität ist KEIN Vorteil, den Deutschland im internationalen Konkurrenzkampf hat. Das haben andere Länder auch.
(von Reinhard Wiesemann)
Reinhard Wiesemann (foto: rw)Unsere freie, offene Gesellschaft im Westen ist der wahre Konkurrenzvorteil, und die Megaerfolge „Google“, „Facebook“, „Twitter“ sind die ersten Produkte, die nicht mehr auf Rohstoffen, Wissenschaft oder Technologie basieren, sondern darauf, dass wir frei und offen im Westen leben können, und dass freier Umgang miteinander ein Vorteil ist.
In China und vielen anderen Ländern sieht man das ganz anders, da sind Produkte dieser Art, die im Westen entstehen und Megaerfolg haben, über mindestens eine Generation nicht möglich. Schön, dass wir weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal im Westen haben – auch wenn dieses bisher völlig unerkannt ist.
Kreativ.Quartiere (wie die City-Nord in Essen) sind für die Kreativwirtschaft, was Fabriken für industrielle Arbeitsweisen sind: Räumlich konzentrierte Ansammlungen von all‘ den Faktoren, die zur Erzeugung der jeweiligen Produkte notwendig sind.
Bei industriellen Produktionen geschieht dies zentral gesteuert innerhalb einer Fabrik. Doch in der Kreativwirtschaft herrscht viel mehr Individualität, deshalb erfolgt dort genau die gleiche Ansammlung der notwendigen Akteure in einem offenen Stadtquartier „Kreativ.Quartier“.
Dort sollten nicht nur Kreative angesiedelt werden, sondern auch Communities, Steuerberater, Patentanwälte, Gründungsberater, Handwerker … oder zumindest sollten Kooperationen mit diesen Teil eines Kreativ.Quartiers werden.
Kreativ.Quartiere sollten mit Wirtschaft und Stadtgesellschaft vernetzt werden – Kreative brauchen Geld und Anregungen.
Das Unperfekthaus ist ein 4000 Quadratmeter großes Haus in der City Essen, das einen neuen Ansatz der Kreativen- und Gründerförderung verfolgt. Aktive sollen möglichst viel kostenlos bekommen, um ihre Projekte risikolos verfolgen zu können, Besucher finanzieren das Haus durch Gastronomie oder indem sie Geburtstage, Hochzeiten, Firmenevents oder Seminare dort veranstalten.
Die nächsten Projekte und Veranstaltungen:
Wir zählen gerade, wieviele Nationen im UpH sind, bisher sind wir bei 11, aber das wird noch mehr
Unsere Dependance „GenerationenKult-Haus“ ist wohnmäßig fast voll. Nur noch 1 Wohnung und 3 WG-Zimmer sind frei (16 Wohnungen und 21 WG-Zimmer sind belegt). Schreibtische für CoWorker sind aber noch viele frei.
Geburtstagsfeiern, Hochzeiten,… ohne, dass man wegen des Wetters Angst haben muss. Bei schönem Wetter ist’s auf unserer Dachterrasse ein Bißchen wie in New York 😉 und bei schlechtem Wetter ist das riesige Haus eine vollwertige Attraktion für die unterschiedlichsten Gäste. Übernachtung jetzt schon a la WG-Für-Eine-Nacht möglich, in Kürze auch im Luxus-Hotel nebenan 😉
Ende September gibt’s unser erstes „Gründer-Barcamp„, ein Zusammenkommen von Gründern im Unperfekthaus, bei dem ich (Reinhard Wiesemann) auch ein paar seltsame Standpunkte vertreten werde (z.B. „Ideen klein klopfen, damit man sie mit eigenen Mitteln ausprobieren kann“).
Ab Anfang September probieren wir die berühmten Barcamps auch im Bereich Partnersuche aus. Wenn 50% der Beziehungen scheitern, dann ist’s doch Zeit, ‚mal alternative Methoden auszuprobieren!
Der September wird auch durch das erste TEDx in Essen spannend: Schlaue Leute reden je max. 18 Minuten über ein Thema, mit dem sie sich auskennen. Eine hochrangige Veranstaltung, wir sind stolz, die im Unperfekthaus zu haben.
Im unserer Dependance „Konsumreform“,Viehofer Str. 31, kann man all‘ das verkaufen lassen, was zu schade zum Wegwerfen, aber zu lästig für Verkauf über das Internet ist. Dauerhafter Kunst- und Trödelmarkt.
Das Kreativ.Quartier Innenstadt, in dem auch das Unperfekthaus liegt, entwickelt sich bald schneller. Mitmachen!
Am Freitag, 6. September um 11.00 Uhr am Generationenkulthaus Essen, Viehofer Str. 31 wird die „Respektmeile Essen 2013“ u.a. von OB Reinhard Paß eröffnet. „Rassismus entsteht im Kopf. Offenheit auch“ ist das Motto. Es wäre schön, wenn viele Menschen dazu kämen. Ein interreligiöses Projekt von Christen, Juden und Moslems.
En passant: Edward Snowden in der Hamburger U-Bahn. (foto: zoom)
Rot-Rot-Grün als einzige Alternative: Ex-Wahlkampfmanager von Willy Brandt hat für die Stigmatisierung der Linken kein Verständnis … dradio
Datenweitergabe an NSA: „Der Steinmeier war’s“ … winfuture
Auf dem Weg zum „tiefen Staat“? Die Bundesrepublik und die Übermacht der Dienste … blaetter
Medien: Axel Springer’s New Focus on Digital Draws Cries of Betrayal … nyt
„Und alle haben was davon“: Fit für Journalismus … charly&friends
Medien und Steinbrück: Das Untote unserer Kultur. Gestern wieder. Dieses Mal Maischberger. Ich kann es fast nicht mehr sehen. Die immer gleichen Fragen … wiesaussieht
Peer Steinbrück im ZDF-Porträt: Auf der Suche nach der wahren Empfindung … revierpassagen
Merkel ohne Wirtschaftsplan: Die Spur des Geldes … spon via jurga
Doping: Wann beginnen die Blutkontrollen in der Bundesliga? … fussballdoping
Plagiate: Wie die Universität Bochum mit Norbert Lammert verfährt … erbloggtes
Nachtrag zu „Mollath und die Medien“: Die „Nürnberger Nachrichten“ haben eine sehr gute Rolle gespielt. Von Anfang an. Respekt. … nachdenkseiten
Die Patriarchen stoßen an Grenzen: Was Beitz und der Papst uns lehren … postvonhorn
Österreich: Die reichtsten 10 Prozent haben mehr als doppelt so viel wie die restlichen 90 Prozent … misik
LINUX: Stadt München hat fast vollständig umgestellt – GONICUS GmbH aus Neheim federführend mit dabei … neheimsnetz
Ausbau der Bürokratie: und keiner will’s gewesen sein … sbl
Würden Sie einen Vertrag unterschreiben, der Ihnen ‚Null Stunden‘ Arbeitszeit garantiert, der aber gleichzeitig von Ihnen verlangt, jederzeit dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stehen?
Offiziell haben in Großbritannien 250.000 Menschen einen solchen Vertrag. Wie die britischen Medien unter Berufung auf eine Untersuchung des Chartered Institute of Personnel and Development berichten, ist die Zahl der Betroffenen jedoch wesentlich höher. Tatsächlich schlagen sich vermutlich mehr als eine Millionen Briten mit Zero-Hours Contracts durchs Leben.
Beschäftigte arbeiten beispielsweise in einer Woche 16 Stunden, in der nächsten 40 Stunden und dann eine Woche gar nicht. Sie bieten dem Arbeitgeber ihre permanente Bereitschaft, ohne jedoch dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Lohn wird erst gezahlt, wenn die Arbeitskraft angefordert wurde. Krankengeld gibt es nicht, Urlaubsgeld eher selten.
Die meisten Zero-Hours Arbeiter sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, sie arbeiten in Hotels, der Gastronomie, im Bildungs- und Freizeitbereich sowie im Gesundheitssystem.
Die Beschäftigten wissen am Anfang des Monats nicht, wie hoch ihr Einkommen am Ende sein wird.
Zahlreiche Unternehmer begrüßen Zero-Hours Contracts, da ohne sie die Zahl der Arbeitslosen angeblich höher wäre. Zudem ermöglichen die Verträge den Firmen eine große Flexibilität im Umgang mit den Beschäftigten. So arbeiten bei McDonald’s allein 82.000 Mitarbeiter auf der Basis von Null-Stunden Verträgen, auch Subway, die Drogeriekette Boots und selbst der Buckingham Palace nutzen diese Art der Verträge.
Andere Arbeitgeber verzichten hingegen ganz auf den Einsatz von Null-Stunden Beschäftigten, denn sie fürchten einen Imageschaden für das Unternehmen. Außerdem sei gerade im Dienstleistungsbereich ein motivierter Beschäftigter häufig profitabler als ein Mitarbeiter, dessen Einkommen kaum den Lebensunterhalt sichert.
Kommentator Larry Elliott fragt im Guardian voller Sarkasmus, warum man den eingeschlagenen Weg nicht konsequent weitergehe und alte Arbeitsschutzrechte gänzlich abschaffe. Warum solle Kindern unter 10 Jahren verboten sein, in Fabriken oder im Bergbau unter Tage zu arbeiten? Denn, so Elliott, auch die Child Labour Laws aus dem 19. Jahrhundert stellen im Kern eine Regulierung des Arbeitsmarktes dar und behindern somit dessen Flexibilisierung.
Die Badebucht-Baustelle am Hillebachsee gestern, 14. Juli 2013. (foto: zoom)
Drei Mittel, um Journalisten gefügig zu machen: Bei einem Expertengespräch auf der diesjährigen Journalistenkonferenz von Netzwerk Recherche zum Thema Korruption in den Medien wurden die drei Hauptmittel genannt, um Journalisten gefügig zu machen … Pressefreiheit
Zeitungssterben I: späte ddvg-Hilfe für die geschasste Rundschau-Belegschaft … medienmoral
Zeitungssterben II: Der Kampf um die Westfälische Rundschau kommt ins Museum … charly&friends
Edward Snowden in Düsseldorf: Politischer Sh(l)owdown als Anti-Schwafel-Statement … endoplast
Was ist ein Whistleblower? Definitionen, Schutzgesetze, Massenmedien … erbloggtes
„Gefangener X“ wohl kein Einzelfall: Ein zweiter geheim Inhaftierter soll sich im Hochsicherheitsgefängnis in Ramle befinden … jüdischezeitung
Netzwerke in Luxemburg: ist das kleine Großherzogtum in der europäischen Politik immer eine große Nummer gewesen … wiesaussieht
Ein Skandal nach dem anderen – und niemand regt sich auf: und dann zeigen Umfragen an, dass dies den Hauptverantwortlichen nicht schadet; Sanktionen bleiben aus, statt Empörung Zustimmung … nachdenkseiten
Die SPD kommt nicht vom Fleck: Steinbrücks absurder Wahlkampf … postvonhorn
Schulnoten nicht mehr ausschlaggebend:Deutsche Bahn stellt Bewerberauswahl für Schulabgänger um … DBPresseinfo
Oh Schreck – was ist denn da in unseren Körpern? BUND findet Pestizide im Urin von Großstädtern … wissenslogs
Duisburger Jobcenter: Frank Knott, aktiver „Mitläufer“ über „fast unglaubliche Zustände“ im Jobcenter … jurga
Filz in Sundern? CDU beschließt für CDU Mitglied Ausweisung einer Baulandfläche „In der Rieke“ … gruenesundern
Sauerland – Windkraft mit Gegenwind: die SBL sieht manches anders als die erwähnten Bürgerinitiativen … sbl
Fußballkrimi vor brisantem Hintergrund: „Nach Abpfiff Mord“ von Heinrich Peuckmann … revierpassagen
Das Teil war ja e(h)-Schrott: PARKSIDE Heißluftgebläse PHLG 2000 B1 für nur sage und schreibe 9,99 Euro … schwenke
Ich hab’s geschafft. 20 Tage mit dem Rad zur Arbeit. 560 Kilometer. (screenshot)
Irgendwie fand ich die Aktion ja blöde, weil ich sowieso so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit fahre. Aber weil mich jemand ganz nett ums Mitmachen gebeten hatte, habe ich mich registriert, jeden Tag meinen Computer aufgeklappt und immer fein die gefahrenen Tage und Kilometer eingetragen.
Finale: Einkehr beim Café/Bistro Deimel in Olsberg (besser: Bigge, fotos: zoom))
Heute war ja Sonntag und ich hatte gerade nur 19 Tage im Logbuch. Tja, habe ich mir gedacht. Machst du mal eine Urlaubstour auf die Arbeit, bekommst den ganzen Papierkram erledigt und gönnst dir noch ohne Hektik ein Arbeitsessen im Café und Bistro Deimel.
Arbeitsessen mit Tablet, Teller und Kaffee.
Jetzt habe ich „die 20“ voll, werde ich an einer Verlosung teilnehmen und habe gleich eine Bitte an das Los:
Auf keinen Fall ein „BIRDY-JobRad in Straßenausstattung mit dem genialem Klappmechanismus im Wert von ca. 2.100 Euro“. Das kann ich hier im Hochsauerland überhaupt nicht gebrauchen.
Einen der „Ergonomische[n] Spezialsättel von COMFORT LINE im Wert von bis zu 219,90 Euro“ brauche ich auch nicht, weil meine Erfahrung mich gelehrt hat: der beste Spezialsattel ist die Po-Muskulatur. Gegen Fett auf Knochen hilft auch kein noch so teurer Sattel.
„Städtereisen von DERTOUR in viele deutsche Metropolen im Wert von ca. 250 Euro“ könnt ihr behalten. Ich radel sowieso nach Dortmund, oder Hamburg oder …
Das allerdings könne was werden: „ORTLIEB Office-Bags QL3 mit Quick-Lock3-System im Wert von 129,95 Euro“. Meine eine rote Satteltasche von Ortlieb hat nämlich mit den Jahren ein Loch bekommen. Vielleicht war es ja der Schraubendreher, oder eine Ersatzspeiche. Wie dem auch sei, die will ich in ROT, wegen der Sicherheit im HSK.
Fazit: mir sind solche Aktionen schnurzpiep-egal. Ich fahre so oder so mit dem Rad zur Arbeit. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mit der Rippenprellung im Juni nicht doch mit dem Auto gefahren wäre oder mich gar hätte krank schreiben lassen müssen.
Bescheuert. Den Arbeitgeber kann es freuen. Ich freue mich auch. Win-Win?
In grauer Vorzeit war das Beamtenheimstättenwerk, kurz BHW, ein einigermaßen zuverlässiger Partner für spar- oder bauwillige Mitmenschen. So manches Häuschen wurde per BHW-Bausparvertrag finanziert und nach und nach abgestottert. Schön war die Zeit!
Dann kam die Zeitenwende. Die früher mal gute, alte Postbank erhielt eine Order. Sie hieß: „wachse!“ Sie verleibte sich daraufhin gehorsam das gute, alte BHW ein. Daraufhin mutierte die gute, alte Postbank mitsamt ihren vielen guten, alten Privatkunden zu einem exquisiten Leckerbissen für die gefräßige Deutsche Bank. Was für eine unangenehme Zeit! „Wütend! Bausparkasse BHW nervt seine (Alt-)Kunden. Deswegen …“ weiterlesen
Besuch im Krankenhaus: Maria Klein-Schmeink (3. v.l.) mit Geschäftsführer Bernd Schulte (1.v.l.), Mitarbeitern und Reinhard Loos (BBL, 4.v.l.)
Brilon. (bbl_pm) Maria Klein-Schmeink, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Münster und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags, informierte sich einen Tag lang über das Gesundheitswesen in Brilon.
Zunächst stellten im Städtischen Krankenhaus Geschäftsführer Schulte, Pflegedienstleiter Pape und der Leiter der Unternehmens- und Projektentwicklung Siebers die Zukunftsplanungen des Hauses und die aktuellen Probleme, mit denen viele Krankenhäuser im ländlichen Raum sich auseinandersetzen müssen, dar.
Besonders beeindruckt war Maria Klein-Schmeink von den zahlreichen Fachdisziplinen, die am und im Briloner Krankenhaus vertreten sind. Der Besuch wurde abgerundet durch die Besichtigung mehrerer Einrichtungen im Krankenhaus.
Hausärztliche Gemeinschaftspraxis: (v.l.) Maria Klein-Schmeink, Annette Loos, Gregor Schmidt
Danach standen Besichtigung und Gespräch in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis auf dem Programm. In dieser Praxis hat sich vor kurzem ein Arzt neu niedergelassen, die erste Niederlassung eines Hausarztes in Brilon seit mehr als 10 Jahren. Die Praxis konnte über die Ausweitung ihrer Sprechstundenzeiten berichten, und viel über aktuelle Erfahrungen mit bürokratischen Hürden.
Christophorus-Haus in Gudenhagen: Maria Klein-Schmeink (1. v.l.), Geschäftsführer Uwe Makschin (1.v.r.), Patienten, Angehörige und Mitarbeiter
Zum Abschluss war das Christophorus-Haus in Brilon-Gudenhagen das Ziel. Dort gab es eine Gesprächsrunde mit Geschäftsführung, Hausleitung, Patienten und Angehörigen. Alle Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen ausführlich ein. Im Vordergrund steht das Bemühen, trotz personeller Restriktionen eine fürsorgliche und aktivierende Betreuung der Hausbewohner zu gewährleisten.
Maria Klein-Schmeink ist in der Grünen Bundestagsfraktion auch Sprecherin für Prävention und Patientenrechte und interessierte sich daher in allen drei Stationen ihres Besuchs besonders für diesen Themenbereich.
Kumpel vor Kohle 1938/39 (archiv: zoom)Irgendwann muss man auch die letzten Kisten des Nachlasses auspacken. Ein paar Bilder, alte Rechenschieber, Schuhputzzeug, Heimwerkernadeln, Scheren, Messer, Uhren, vier funktionsfähige AAA Batterien und zwei Anstecknadeln der Mannesmann Werke.
Das Bild des Kumpels mit Presslufthammer vor Kohle hatte mein alter Herr mit kleinen Nägelchen, Rückwandpappe und Kleber ziemlich unzugänglich im Bilderrahmen verbarrikadiert. Ich erinnere mich, dass es in den letzten Jahren über seinem Bett hing. Aus dem Zimmer konnte man den Förderturm der Zeche Lohberg sehen.
Ich hatte Vater immer im Verdacht, dass er das Bild vor nicht allzu langer Zeit in einem Anfall von Alterssentimentalität aus irgendeinem Magazin wie dem Stern ausgeschnitten hatte, denn obwohl er ein ziemlich guter Hobby-Fotograf war, habe ich ihm dieses Bild nicht zugetraut.
Heute Abend habe ich die Fotografie mühsam aus dem Rahmen gepult. Kein Zeitungspapier. Solider Karton, etwas dicker als normales Fotopapier. Hinten drauf hatte er in seiner kleinen, runden Schrift „1938-39“ notiert. Kein Autor, kein Ort. Nichts.
Irgendeine Verpackung? Plakat? Buch-Einband? Mit neun Jahren war er bestimmt nicht unter Tage gefahren, um den Kumpel vor Kohle zu fotografieren.
Ich hätte ihn ja mal fragen können. Zeit war genug. Die „1938-39“ wird stimmen, denn penibel war mein Vater immer, in solchen Dingen.