August 1968: „Every One of Us“-LP von Eric Burdon & The Animals erscheint

Every One of Us ist ein Studioalbum von Eric Burdon & The Animals aus dem Jahr 1968. Es wurde nur in den USA veröffentlicht. Manche Stücke erschienen jedoch später auch auf in Europa produzierten Sampler-LPs.

(Nachfolgender YouTube-Clip startet Playlist des Albums.)
https://www.youtube.com/watch?v=mefFJFZydG4&list=PL64237D957FA046DE&index=1
.
In dem 19-minütigen Stück „New York 1963 – America 1968“ befasst sich Eric Burdon mit den kulturellen, sozialen und politischen Verhältnissen in den USA, die er dort 1963/1964 und später wieder 1967/1968 vorfand und die ihn einerseits faszinierten, andererseits schockierten (wie der Mord an Präsident Kennedy). Zitat aus dem Song:

„And when I got to America, I say, it blew my mind.“

Teil des Stücks ist auch ein Interview, das mit einem schwarzen US-Amerikaner, ehemaliger Kampfpilot, geführt wurde, der über die Verhältnisse in den USA, die Armut, die Diskriminierung der Schwarzen und die Gleichgültigkeit der Behörden ihnen gegenüber berichtet. Dieser beklagt sich auch darüber, dass die Betroffenen zwar schimpfen, aber nicht in der Lage sind, sich gemeinsam zu wehren und die Verhältnisse zu ändern. Der Text dieses Stücks und des Interviews ist auf der Genius-Webseite verfügbar.

Quelle: Wikipedia

DFB-Pokal: Greuther Fürth vs. BvB – Rent a Referee ?

Eben DFB-Pokalspiel Greuther Fürth vs. BvB gesehen. Was bitte kostet ein Schiedsrichter Gräfe pro Minute Nachspielzeit?

Geht das „in Cash“ oder wird das DFB-seitig via obskurer Boni abgewickelt?
Dortmund fliegt in Runde 1 raus? Was nicht sein darf, kann nicht sein (ist dem Geschäftsmodell nicht zuträglich) … – allerdings wundert mich bei der „ehrenwerten Gesellschaft“ namens DFB wirklich nix mehr.

btw:
Sind dem BvB und der rheinischen Borussia zugeneigt. Allerdings hat Schiedsrichter Manuel Gräfe am heutigen Abend Greuther Fürth ob der sehr großzügigen Nachspielzeit eindeutig verpfiffen … – im Klartext: „verarscht“!

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=-0kcet4aPpQ

 

Der Hochsauerlandkreis und seine Ähnlichkeit mit einem bekannten Dorf in Gallien … Teil I und II

HSK-Kreisverwaltung sieht „kein Bedürfnis“ für Errichtung einer Gesamtschule, Lektion I

(Der Artikel ist in ähnlicher Form in zwei Teilen hier und hier auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Alleinstellungsmerkmal

Den Sauerländern wird ja nachgesagt, sie seien traditionsbewusst und störrisch. Wir meinen, da könnte was dran sein. Wie lässt sich sonst die hartnäckige Verweigerung der führenden Einwohner (Landrat und Bürgermeister), endlich wenigstens eine Gesamtschule im Hochsauerlandkreis einzurichten, erklären? Ein Landkreis oder eine Stadt ohne (Gesamtschule) ist ja schließlich auch was ganz Besonderes. Das gibt es in ganz NRW nur einmal und zwar, na klar, im Hochsauerlandkreis!

SchülerInnen on Tour
Offenbar können sich etliche Schülerinnen und Schülern und ihre Eltern mit diesem Alleinstellungsmerkmal des HSK nicht so sehr anfreunden. Warum sonst nehmen sie Kosten, Zeit und Mühe auf, um täglich zu einer der diversen Gesamtschulen in den Nachbarkreisen zu pendeln?

Beispiele:
• Im Jahr 2011 fuhren mehr als 100 Schülerinnen und Schülern aus der Stadt Brilon zur Uplandschule über die hessische Landesgrenze ins benachbarte Willingen.
• Aktuell pendeln auch Hallenberger Schülerinnen und Schüler nach Hessen.
• Aus dem Raum Arnsberg begeben sich täglich Schüler/innen auf den Weg zu Gesamtschulen in die Nachbarkreise, z.B. nach Fröndenberg.
• Und aus Brilon besuchen zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Gesamtschule in Büren. Wen wundert`s? Denn in den angrenzenden Kreisen ist das Angebot an Gesamtschulen groß!

Klickliste
Ein Klick auf „SchulListe.eu“ zeigt, dass es im Märkischen Kreis mindestens sechs Gesamtschulen gibt. Die Standorte: Hemer, Iserlohn, Kierspe, Lüdenscheid, Menden und Werdohl.
http://www.schulliste.eu/type/gesamtschulen/?bundesland=nordrhein-westfalen&kreis=markischer-kreis

Im Nachbarkreis Unna sind es sogar neun. Die Standorte: Bergkamen, Fröndenberg, Kamen, Lünen (mit zwei Gesamtschulen), Schwerte (mit zwei Gesamtschulen), Unna (mit zwei Gesamtschulen)
http://www.kreis-un-na.de/hauptnavigation/kreis_region/leben_im_kreis/bildung/schulwesen/schulverzeichnis/222/gesamtschulen.html

Im Kreis Paderborn sind es sieben. Die Standorte: Bad Lippspringe/Schlangen, Büren, Delbrück, Paderborn (mit 3 Gesamtschulen), Salzkotten
http://www.kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/geoportal/schulen/seiten/

Im Hochsauerlandkreis null!
http://www.schulliste.eu/type/gesamtschulen/?bundesland=nordrhein-westfalen&kreis=hochsauerlandkreis

Seitens der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker im HSK besteht anscheinend weiterhin null Interesse an Gesamtschulen, und das trotz auspendelnder Schülerinnen und Schülern? Offenbar wird niemand aktiv?

Gesetz
An diesem Punkt möchten wir auf § 78 Abs. 4 Satz 4 Schulgesetz NRW eingehen.
Da steht:
“Werden die Voraussetzungen für die Errichtung und Fortführung einer Schule, für die die Träger-schaft der Gemeinde vorgesehen ist, nur durch Zusammenarbeit von Gemeinden gemäß § 80 Abs. 4 erreicht und führt diese Zusammenarbeit nicht zur Errichtung der Schule, so ist der Kreis verpflichtet, die Schule zu errichten und fortzuführen.”
https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/Schulgesetz/Schulgesetz.pdf

(Haus-)Aufgabe des Kreises
Der Kreis kann daher nicht nur auf die Gemeinden verweisen, sondern hat eine eigene Verpflichtung laufend zu prüfen, ob im Kreisgebiet ein Bedarf für allgemeinbildende Schulen besteht, weil die Ge-meinden sie nicht anbieten. Dazu gehört auch auf die Zahlen der Auspendler zu schauen, denn die sind ja ein Anhaltspunkt dafür, dass innerhalb des Kreisgebiets erforderliche Schulangebote nicht vorhanden sind.
Daher haben ja auch in Westfalen drei Kreise eigene Gesamtschulen errichtet. Es handelt sich um die Kreise Ennepe-Ruhr, Gütersloh und Lippe.

Sauerländer Bürgerliste fragt (Anfrage vom 13.03.2018 „Auspendler zu Gesamtschulen in Nachbarkreise“)
Hinsichtlich der auspendelnden Schülerinnen und Schüler:
• Wie viele Schüler/innen besuchen aktuell Gesamtschulen in den Nachbarkreisen?
• Aus welchen Städten und Gemeinden fahren Schüler/innen zu Gesamtschulen in Nachbarkreisen und sogar über die Landesgrenze?
• In welche Nachbarkreise und zu welchen Gesamtschulen pendeln Schüler/innen aus dem HSK?
• Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchen andere allgemeinbildende Schulen außerhalb des Kreisgebiets, und um welche Schulen handelt es sich?
Hinsichtlich der Schulplanung unsere Städte und Gemeinden und des Hochsauerlandkreises:
• Gibt es aktuell Planungen und Überlegungen im Kreisgebiet eine oder mehrere Gesamtschu-len einzurichten?
• Wenn ja, wann ist mit der Realisierung zu rechnen?
• Wenn nein, warum nicht?
• Welche Planungen hat dann der Landrat, um seine Verpflichtung aus § 78 Abs. 4 Satz 4 Schulgesetz NRW zu erfüllen?
• Wenn nein, wie lange soll diese Verweigerungshaltung unserer Städte und Gemeinden und des Hochsauerlandkreises noch auf dem Rücken der Schülerinnen und Schülern und Eltern ausgetragen werden?
• Für welche weiteren Schulformen sieht der Landrat aufgrund der auspendelnden Schülerinnen und Schüler Handlungsbedarf?

—Fortsetzung—

HSK-Kreisverwaltung sieht (immer noch) „kein Bedürfnis“ für Errichtung einer Gesamtschule, Lektion II

Gesamtschule bleibt auf dem Index
Mit Schreiben vom 29.03.2018 wurde die Anfrage der Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW) „Auspendler zu Gesamtschulen in Nachbarkreisen“ von der Kreisverwaltung beantwortet. Für alle, die sie lesen möchten: Siehe weiter unten!

Vorab das Zitat der Kernaussagen von Landrat Dr. Karl Schneider:
• „Mir sind keine Planungen der Städte und Gemeinden im Hochsauerlandkreis zur Errichtung von Gesamtschulen bekannt.
• Ich muss davon ausgehen, dass die Kommunen als Schulträger im Rahmen ihrer Schulentwicklungsplanung das jeweilige lokale Bedürfnis nach Errichtung einer Gesamtschule geprüft haben und damit ihrer Verpflichtung nach § 78 Abs. 4 Satz 2 SchulG nachgekommen sind.
• Angesichts der Tatsache, dass somit für die Errichtung einer Gesamtschule in Trägerschaft einer oder mehrerer Gemeinden oder des Hochsauerlandkreises mindestens etwa weitere 70 – 80 SchülerInnen je Jahrgang aus den übrigen Gemeinden des Hochsauerlandkreises hinzukommen müssten, vermag ich kein Bedürfnis für die Errichtung einer zentralen Gesamtschule in der Trägerschaft des Hochsauerlandkreises und damit keine Verpflichtung aus § 78 Abs. 4 Satz 4 SchulG erkennen.“

Wird nicht umgekehrt ein Schuh daraus?
Der Logik „Keine Schule weil kein Bedarf“ können wir nicht folgen. Wie sollen sich denn SchülerInnen an einer Schule anmelden, die gar nicht existent ist oder für die zumindest die Nachfrage abgefragt wird!? Diesem Dilemma können sie, wenn räumlich und zeitlich möglich, nur durch Pendeln in einen anderen Kreis entgehen. Für viele ist das nicht möglich, weil sie von ihrem Wohnort aus keine Gesamtschule in einem Nachbarkreis erreichen können. Einige pendeln doch aus, wie wir wissen und wie in dieser Antwort des Hochsauerlandkreises (vom 29.03.2018) offiziell bestätigt wird:

„Ihre Anfrage gem. § 11 GeschO für den Kreistag des Hochsauerlandkreises;
Thema: Auspendler zu Gesamtschulen in Nachbarkreisen vom 13.03.2018

Sehr geehrter Herr Loos,

Ihre Anfrage vom 13.03.2018 beantworte ich wie folgt:

Zum ersten Fragenkomplex:

Die dem Hochsauerlandkreis zur Verfügung stehenden anonymisierten Daten von IT NRW geben nur Auskunft über SchülerInnen, die mit Wohnsitz im Hochsauerlandkreis am Ende der Grundschulzeit auf Schulen der Sekundarstufe I außerhalb des Kreisgebietes aber innerhalb von NRW wechseln. Nach den vorliegenden Daten wechselten danach zum Schuljahr 2016/2017 insgesamt 8 Schülerinnen aus dem HSK an Gesamtschulen in NRW, zum Schuljahr 2017/2018 waren es insgesamt 15. Diese verteilen sich wie folgt:

Schuljahr 2016/2017:
Stadt Arnsberg
1 Schülerin Stadt Witten
3 Schülerinnen Stadt Fröndenberg
1 Schülerin Stadt Köln
Gemeinde Bestwig
1 Schülerin Stadt Büren
Stadt Brilon 1 Schülerin Stadt Büren
1 Schülerin Stadt Bochum

Schuljahr 2017/2018:
Stadt Arnsberg 7 SchülerInnen Stadt Fröndenberg
Stadt Brilon 7 SchülerInnen Stadt Büren
Gemeinde Eslohe 1 Schülerln Gemeinde Finnentrop

Daten für weiter zurückliegende Schuljahre liegen hier nicht vor. Die notwendigen Datensätze müssten bei IT NRW kostenpflichtig beschafft werden.

Darüber hinaus hat mir das Land Hessen auf konkrete Nachfrage folgende Gesamtzahlen von SchülerInnen aus Gemeinden im Hochsauerlandkreis an hessischen Gesamtschulen übermittelt:

Schuljahr 2016/2017:
Stadt Brilon 98 SchülerInnen, davon 10 in Klasse 5,
Stadt Hallenberg 23 SchülerInnen, davon 4 in Klasse 5,
Stadt Marsberg 1 Schülerln,
Stadt Medebach 1 Schülerln,
Stadt Olsberg 1 Schülerln,
Stadt Winterberg 1 Schülerln.
(Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)

Schuljahr 2017/2018:
Stadt Arnsberg 1 Schülerln,
Stadt Brilon 88 SchülerInnen, davon 12 in Klasse 5,
Stadt Hallenberg 26 SchülerInnen, davon 3 in Klasse 5,
Stadt Marsberg 4 Schülerln, davon 1 in Klasse 5,
Stadt Medebach 2 Schülerln, davon 1 in Klasse 5,
Stadt Olsberg 1 Schülerln.
(Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)

Laut Mitteilung des Staatlichen Schulamtes Fritzlar, zuständig für den SchwaIm-Eder-Kreis und den Landkreis Waldeck-Frankenberg, besuchten im Schuljahr 2017/2018 insgesamt 526 SchülerInnen mit Wohnsitz im Hochsauerlandkreis eine Schule im Landkreis Waldeck-Frankenberg, und zwar
255 SchülerInnen Berufliche Schulen,
15 SchülerInnen Förderschulen,
120 SchülerInnen Grund-, Haupt-, Realschulen,
15 SchülerInnen Gymnasien,
121 SchülerInnen Schulformbezogene Gesamtschulen.
(Quelle: Staatliches Schulamt Fritzlar, Datenbasis Hessisches Kultusministerium, Referat lI.3)

Die SchülerInnen aus Hallenberg besuchen die Gesamtschule in der Gemeinde Battenberg, die SchülerInnen aus den Städten Brilon, Marsberg, Medebach und Olsberg besuchen die Gesamtschule in Willingen. Der Schüler oder die Schülerin aus Arnsberg ist in der Aufstellung des Staatl. Schulamtes Fritzlar nicht erfasst.

Neben den SchülerInnen, die zu einer Gesamtschule außerhalb des Hochsauerlandkreises pendeln, wechselten zum Schuljahr 2017/2018 SchülerInnen der Klasse 4 auch an andere aIIgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe I in Nachbarkreisen innerhalb von NRW, und zwar
1 Schülerln an eine Hauptschule (Hagen)
1 Schülerln an eine Realschule (Hattingen)
19 Schülerinnen an eine Sekundarschule (Bad Wünnenberg, Anröchte, Soest, Wickede (Ruhr))
21 SchülerInnen an ein Gymnasium (Köln, Münster, Warburg, Büren, Lennestadt, Bönen)

Dabei dürften auch hier einige Wechsel mit einem tatsächlichen Wohnsitzwechsel verbunden sein.

Zum zweiten Fragenkomplex:

Mir sind keine Planungen der Städte und Gemeinden im Hochsauerlandkreis zur Errichtung von Gesamtschulen bekannt. Ich muss davon ausgehen, dass die Kommunen als Schulträger im Rahmen ihrer Schulentwicklungsplanung das jeweilige lokale Bedürfnis nach der Errichtung einer Gesamtschule geprüft haben und damit ihrer Verpflichtung nach § 78 Abs. 4 Satz 2 SchulG nachgekommen sind.

Gem. § 82 Abs. 7 SchulG müssen Gesamtschulen bis Klasse 10 mindestens vier Parallelklassen pro Jahrgang haben. Bei der Errichtung gelten für Gesamtschulen 25 Schüler als eine Klasse (§ 82 Abs. 1 SchulG), d.h. dass pro Jahrgang (Klasse 5) mindestens 100 Schülerinnen vorhanden sein müssten.

Aus den oben für das Schuljahr 2016/2017 dargelegten Zahlen (Übergänge in Klasse 5 innerhalb NRW und Zahl der Schülerlnnen in Hessen in Klasse 5) sind insgesamt 22 Schülerinnen aus dem Hochsauerlandkreis an eine Gesamtschule außerhalb des Kreisgebietes gewechselt. Bei drei dieser SchülerInnen muss aufgrund der Gemeinde der Gesamtschule (Witten, Bochum, Köln) davon ausgegangen werden, dass ein Wohnsitzwechsel vorlag, so dass lediglich 19 Pendler zu Gesamtschulen außerhalb des Kreisgebietes verbleiben.

Im Schuljahr 2017/2018 lag die Gesamtzahl der Pendler in die Klasse 5 einer Gesamtschule außerhalb des Kreisgebietes bei 32 Schülerinnen.

Angesichts der Tatsache, dass somit für die Errichtung einer Gesamtschule in Trägerschaft einer oder mehrerer Gemeinden oder des Hochsauerlandkreises mindestens etwa weitere 70 – 80 SchülerInnen je Jahrgang aus den übrigen Gemeinden des Hochsauerlandkreises hinzukommen müssten, vermag ich kein Bedürfnis für die Errichtung einer zentralen Gesamtschule in Trägerschaft des Hochsauerlandkreises und damit auch keine Verpflichtung aus § 78 Abs. 4 Satz 4 SchulG erkennen.“

Dank an den Sachbearbeiter …
… er hat sich offenbar viel Mühe gegeben, die Fragen der SBL/FW-Kreistagsfraktion zu recherchieren!

Zwei Anmerkungen haben wir aber noch:

• Wieso werden nur die Schülerinnen und Schüler, die derzeit eine der weit entfernt liegenden Gesamtschulen außerhalb des Kreisgebiets besuchen, als potentielle Gesamtschulinteressenten im HSK gezählt? Wie ist das z.B. mit den Schülerinnen und Schülern aus Meschede und Sundern, für die diese Möglichkeit faktisch nicht besteht?
• Sind die Zahlen der Auspendler nach Büren zu niedrig angegeben? Wir wissen nämlich, dass aus dem Briloner Ortsteil Alme und Umgebung zahlreiche SchülerInnen nach Büren pendeln.

Gibt es bald eine neue Folge der Geschichte vom wehrhaften gallischen Dorf? Das sst sicher nur eine Frage der Zeit, warten wir ab ….

Der beste Beruf der Welt

LehrerIn, der beste Beruf der Welt – und das als Mann in der Grundschule? (bild: träbert)

Erst seit 1903 dürfen Frauen in Deutschland studieren. Und erst seit den 50er Jahren darf eine Lehrerin verheiratet sein. Doch schon Ende der 60er Jahre gab es in Deutschland mehr weibliche als männliche Lehrkräfte. Heute (Stand 2014/15) haben sie an den Grundschulen einen Anteil von 89 Prozent. Da fühlt Mann sich im Kollegium durchaus einsam, wenn er niemanden hat, mit dem er über Fußball diskutieren kann. Das ist die Ausgangslage für Martin Beer und sein Buch „Lebenslang Morgenkreis“ *).

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Lektüre beansprucht das Zwerchfell erheblich, denn „Der ultimative Ratgeber für Grundschullehrer/innen“, so der Untertitel, kann durchaus Lachmuskelkater erzeugen. Beer beschreibt das Klassenzimmer in seinem ersten Schulpraktikum als einen „Ort, der so lebendig war wie ein Basar im fernen Orient, ein Freibad im Hochsommer, spannungsgeladen wie die Verhandlungen auf einem osteuropäischen Gebrauchtwagenmarkt“ (S. 22). Er stellt fest: „Die Grundschule ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und nicht immer schauen schöne Menschen in diesen Spiegel“ (S. 73). Oder er philosophiert: „Gemeinhin bedeuten Wörter, die mit der Vorsilbe Un- beginnen, nur selten etwas Gutes. Arbeiten wir gemeinsam daran, dass es dem Unterricht anders ergeht“ (S. 112).

Das letzte Beispiel ist nicht der einzige Beleg dafür, dass dieses Buch bei allem Humor ein ernsthaftes Anliegen vertritt: Es wirbt um einen wachsenden Anteil von Männern in Grundschulkollegien. „Junge Männer, strömt in die Schulen!“, heißt es auf S. 8 zu Beginn des ersten Teils. Kein Wunder bei einem einst traumatischen Start des Autors ins Lehramtsstudium mit drei männlichen unter 110 weiblichen Erstsemestern! Beer erzählt von der eher zufälligen Entscheidung für diesen Weg und von guten Gründen, warum „Mann trotzdem Grundschullehramt studieren sollte“ (S. 25 f.). Die Zeit des Referendariats und der ersten Stelle danach sind mit all ihren kleinen Katastrophen wie auch den positiven Erfahrungen eine überzeugende Begründung für die Berufswahl. Die Beschreibung dreier Anfängerfehler schließt den ersten Teil in der Hoffnung ab, dass die Leser/innen sie vermeiden mögen.

Der zweite Teil von „Lebenslang Morgenkreis“ ist am Alphabet orientiert. Von „A wie Anlauttabelle“ über „E wir Elternabend“ oder „N wie Noten“ führt er bis zu „Z wie Zappelphilip“. Jeder Buchstabe repräsentiert ein Thema, teils hochrelevant wie „Buchstaben“ oder „Sexualkunde“, teils eher der alphabetischen Vollständigkeit geschuldet wie „Comic Sans MS“ oder „Ordnung“. Doch aus all diesen kleinen Kapiteln sprechen Erfahrungen, die nicht nur für Menschen hilfreich sind, die vor der Berufswahl stehen. Auch aktive Lehrkräfte profitieren von Erkenntnissen wie: „Aufgeräumte und saubere Schulranzen scheitern ähnlich dem Weltfrieden an der Natur des Menschen“ (S. 91). Das Buch schließt mit der Aufforderung: „Alle Leserinnen und Leser kommen im Kreis zusammen, fassen sich an den Händen und dann zählen wir noch einmal gemeinsam die Vorteile des besten Berufs der Welt auf“ (S. 126). Diese Vorteile sind „Abwechslung, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Freiheit und Solidarität. Mehr kann man von seinem Beruf wirklich nicht erwarten“ (S. 127).

„Lebenslang Morgenkreis“ ist der originellste Versuch, zum Lehramtsstudium zu motivieren, den ich je gelesen habe. Das Buch geht von der persönlichen Erfahrung mit der Praxis aus. Dazu ist es bewusst subjektiv geschrieben, so humorvoll wie informativ und macht einfach Lust auf Schule – übrigens auch Menschen, die bereits im Schuldienst stehen.

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*) Martin Beer: Lebenslang Morgenkreis. Der ultimative Ratgeber für Grundschullehrer/innen, Weinheim (Beltz) 2018, 128 S., € 16,95 (als eBook € 15,99)

Lasst uns über Kinofilme reden: Wildes Herz am Strand

Die Karten haben wir schon. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. (foto: zoom)

Wir haben gestern in Lübeck so viel erlebt, dass meine Synapsen verstopft sind.

In Erinnerung bleiben werden mir unter anderem die Fotoausstellung mit Bildern von George Bernard Shaw im Günter-Grass-Haus, die bunte CSD-Feier plus Demo, das Kino, das Essen „Im Alten Zoll“, der Blick von der St. Petri-Kirche, die Installationen des westafrikanischen Künstlers Georges Adeagbo in der St.Petri-Kirche sowie die vielen anderen kleinen Erlebnisse und Beobachtungen am Rande.

Das muss erst einmal sacken.

Morgen Abend nun das Open Air Kino am Strand von Travemünde. Die Wettervorhersage ist noch nicht eindeutig.

Nachdem wir uns gestern mit Disneys Christopher Robin auf eher flachem Niveau vergnügt hatten, hoffen wir auf das Wilde Herz.

Spiegel: Der Film der Woche: In „Wildes Herz“ porträtiert der Schauspieler Charly Hübner nicht nur die Punkband Feine Sahne Fischfilet. Er geht auch dem Rechtsruck im Osten auf den Grund – und zeigt, wie wichtig Engagement ist. (foto: zoom)

Eigentlich wollte ich „Feine Sahne Fischfilet“ in Kassel live erleben, aber dort sind sie auch am Nikolaustag schon ausverkauft. Nun denn, shine or rain, morgen am Strand.

20.08.2018: Robert Plant wird 70

Robert Anthony Plant, CBE (* 20. August 1948 in West Bromwich, Staffordshire) ist ein britischer Rockmusiker. Von der Gründung 1968 bis zur Auflösung 1980 war er Leadsänger der britischen Rockband Led Zeppelin.

https://www.youtube.com/watch?v=6_AeMmTE2pc
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Plant begann 1982 eine vielseitige Solokarriere. 2007 lernte Robert Plant bei der Vorbereitung zu einem gemeinsamen Beitrag zu einem „Tribute-to-Leadbelly“-Konzert die US-amerikanische Bluegrass-Musikerin Alison Krauss kennen. Sie nahmen zusammen das Album Raising Sand auf, das im Oktober 2007 veröffentlicht und bei der Grammy-Verleihung 2009 mit fünf Grammys ausgezeichnet wurde.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bxbwumQ1jZE

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Im Oktober 2017 erschien das von der Kritik sehr gelobte Album Carry Fire.
(„Carry Fire“-Titelstück als YouTube-Clip)

» Der „Golden God“ ist geerdet: Robert Plant wird 70 – Deutsche Welle, 19.08.2018

In der Ostsee litte ich lieber Qualen statt Quallen

Zum Glück hat Niendorf noch ein öffentliches Hallenbad (foto: zoom)

Ich hatte mich auf das Langstreckenschwimmen in der Ostsee gefreut, aber leider habe ich eine echte Quallen-Phobie. Ich kann die Dinger zwar anfassen, untersuchen, beobachten, sezieren, aber der Gedanke, dass mich diese Gallert-Ungeheuer beim Schwimmen BERÜHREN, lässt mich schaudern.

Qualle im Wasser – ich draußen.

Heute schwammen wieder besonders viele Exemplare in der Ostsee, und so haben wir uns geeinigt: Ihr die Ostsee – wir das Hallenbad in Niendorf.

Da kann man natürlich nicht so schön schwimmen, Bahnen ziehen, wie in Olsberg oder Siedlinghausen:  28° Celsius, Wärmeschock, Salzwasser, das Becken voller Rheumakranker, aber immerhin KEINE QUALLEN.

Und dann die Preise: 3,20 Euro für mich allein. Da lachen sich doch die Privatbäder entlang der Ostseeküste mit ihren zweistelligen Horrorsummen kaputt.

Na ja, die sehen sich ja auch nicht als Schwimmbäder, sondern als Therme oder Wohlfühloasen.

Ich als Schwimmbadkonservativer arrangiere mich lieber mit den Omas und Opas (werde irgendwann selbst einer sein) und halte den Kopf über Wasser, denn das Salz brennt fürchterlich in den Augen, bevor ich 23 Euro latze.

Das Hallenbad in Niendorf ist eine der großen positiven Ausnahmen an der Ostseeküste, ein Leuchtturm der Schwimmvernunft.

In Memoriam Heiner Pudelko – 18.08.1948 · †11.01.1995

Heiner Pudelko war ein deutscher Rhythm-’n‘-Blues- und Rocksänger, der insbesondere als Kopf der Band Interzone bekannt wurde. Pudelkos Spezialität war sein ausgefeilter Gesangsstil mit dem ansatzlosen Sprung der Stimme ins kreischende Falsett.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=g2ZcBwGmcFI

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Zu Ehren Pudelkos veröffentlichte SPIEGEL Online an dessen 60. Geburtstag 2008 unter dem Titel Der ungezähmte Engel einen (sehr lesenswerten) Artikel über Werk und Wirken Heiner Pudelkos.

» Heiner Pudelko · eine Stimme wie brechendes Glas – Der Tagesspiegel, 16.08.2018

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=GX4n5U4OP9A

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btw:
Auf dem Plattenspieler dreht sich gerade die „Aus Liebe“-LP …

Das Maritim in Travemünde: Brutalismus oder schlichte 70er-Jahre Architektur?

Das Maritim Hotel in Travemünde hat den alten Leuchtturm überwältigt. (foto: zoom)
Ist das Maritim in Travemünde schön oder hässlich?

Anfang der 70er Jahre von Hochtief gebaut, fällt der Klotz in die Epoche des Brutalismus in der Architektur.

Sollte man das Maritim als signifikantes Bauwerk einer architektonischen Ära unter Denkmalschutz stellen oder einfach irgendwann sang- und klanglos platt machen und durch … was eigentlich? … ersetzen?

R.I.P. Aretha Franklin – *25.03.1942 · †16.08.2018

Aretha Louise Franklin (* 25. März 1942 in Memphis, Tennessee; † 16. August 2018 in Detroit, Michigan) war eine US-amerikanische Soul-Sängerin, Songwriterin und Pianistin. Sie wird auch die „First Lady of Soul“ oder „Queen of Soul“ genannt.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6FOUqQt3Kg0

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Ihr musikalisches Spektrum schließt auch R&B, Gospel, Jazz bis hin zu Pop und Dance ein. In ihrer jahrzehntelangen Karriere wurde sie vielfach mit dem wichtigsten amerikanischen Musikpreis Grammy ausgezeichnet. Der Nummer-eins-Hit Respect wurde zur Hymne der afroamerikanischen Befreiungs- und der Frauenbewegung.

1987 wurde Franklin als erste Frau in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Musikzeitschrift Rolling Stone kürte sie 2010 zur besten Sängerin aller Zeiten. Franklin gehört zu den Interpreten mit den meisten verkauften Tonträgern weltweit.
(Quelle: Wikipedia)

» Aretha Franklin, the ‘Queen of Soul,’ Dies at 76 – NYT, 16.08.2018

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Vet6AHmq3_s