Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Stadtbibliothek Brilon: „In diesem Land…“ – Deutschland 1923 – Das Krisenjahr

Musikalische Lesung mit dem Bläserquintett Ensemble OPUS 45 und dem Schauspieler Roman Knižka in Brilon

Collage und Bilder: Landeszentrale für politische Bildung NRW

Die Weimarer Republik erlebte 1923 das schwerste Jahr seit ihrer Gründung. Die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen und der als Gegenmaßnahme verhängte passive Widerstand treiben die ohnehin schon davon galoppierende Inflation in astronomische Höhen. Separatistische Abenteurer und extremistische Parteien stellen die Reichseinheit vor eine Zerreißprobe, immer wieder drohen bürgerkriegsähnliche Zustände.

So dramatisch das Jahr 1923 in politischer Hinsicht ist, so reich ist es aber auch an kulturellen Schlagzeilen: Rilkes „Duineser Elegien“ erscheinen. Brecht sorgt für Theaterskandale. Der deutsche Film floriert, ebenso der Schlager. Fritzi Massary feiert Triumphe in Operetten. Chaplins „The Kid“ begeistert das Berliner Publikum. In Weimar findet die erste Bauhaus-Ausstellung statt und im Oktober 1923 nimmt der erste öffentliche Rundfunksender im Deutschen Reich seinen Betrieb auf, was eine regelrechte Rundfunkeuphorie auslöst.

Die Lesung entführt in die politisch dramatische und kulturell faszinierende Welt des Jahres 1923 – anhand von Texten u.a. von Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht oder Rainer Maria Rilke sowie Musik für Bläserquintett von Carl Nielsen, Paul Hindemith und Hanns Eisler. Mit dem ein oder anderen zeitgenössischen Schlager ist zu rechnen.

Die Veranstaltung dauert mit Pause ca. 110 Minuten.

Datum:

20. September 2023, 19:00 bis ca. 21:00 Uhr

Ort:

Bürgerzentrum Brilon
Probst-Meyer-Str. 7
59929 Brilon

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Kostenfreie Tickets können über die Brilon Wirtschaft und Touristik im Vorfeld bestellt werden: BWT Brilon Wirtschaft & Tourismus, Derkere Straße 10,  59929 Brilon, Telefon: 02961 – 9699-0. Die Kapazitäten sind begrenzt. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind dem Flyer (PDF) zu entnehmen:

Flyer zur Lesereise 2023 mit dem Ensemble Opus 45 (PDF 2 MB)

Infos zu den bisherigen Lesereisen von 2012-2021

Zusammen der Angst das Gewicht nehmen – Woche der seelischen Gesundheit im HSK

Katrin Mette-Coolen, Netzwerk-Koordinatorin Gemeindepsychiatrischer Verbund im HSK, plant gemeinsam mit den GPV-Akteuren die Aktionswoche Seelische Gesundheit für den Hochsauerlandkreis. (Foto: HSK)

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Aus diesem Grund steht in diesem Jahr die Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober unter dem Schwerpunktthema „Zusammen der Angst das Gewicht nehmen“. Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) im HSK schließt sich für den Hochsauerlandkreis mit unterschiedlichen Angeboten der bundesweiten Woche des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit an.

(Pressemitteilung HSK)

Vorträge, Filmvorführungen, Workshops, offene Sprechstunden oder Informationsveranstaltung zu den Themen rund um mentale Gesundheit und Angst sind mögliche Programmformate, die im Rahmen der Aktionswoche für interessierte Bürgerinnen und Bürger angeboten werden. Aktuell werden mögliche Aktionen durch die zahlreichen GPV-Akteure aus dem gesamten HSK geplant. „Die Veranstaltungen können an verschiedenen Orten im gesamten Hochsauerlandkreises stattfinden. Wir unterstützen gerne bei der Raumsuche, falls keine eigenen Raumkapazitäten vorhanden sind“, erklärt GPV-Netzwerkkoordinatorin Katrin Mette-Coolen.

Wünschenswert ist, dass die Angebote möglichst zwischen dem 10. bis 20. Oktober stattfinden. Auch Akteure außerhalb des GPV können sich mit Angeboten gerne an der Aktionswoche beteiligen. Angebote können unter Telefon: 0291/941231 oder per Email gpv@hochsauerlandkreis.de gemeldet werden.

Info-Veranstaltung des Seniorenbeirats Winterberg: Sind wir noch zu retten? Die Klimakrise und unser zerbrechliches Paradies

Montag, 11. September 2023, von 15.00-16.30 Uhr

Der Wald verschwindet, wie hier am Lörmecketurm 2020 (archivfoto: zoom)

Der Seniorenbeirat möchte sich auch in die Diskussion um die Klimakrise einschalten und mit dem „Klimabündnis“ der Stadt eine konstruktive Zusammenarbeit suchen.  

(Info Seniorenbeirat)

Die Folgen menschlichen Handelns bringen unsere Welt, unser zerbrechliches Paradies in akute Gefahr. Dringender Handlungsbedarf ist notwendig, um diese Gefahr noch abzuwenden bzw. abzumildern. Viele Fragen stellen sich beispielsweise: Wie sprechen wir über die Klimakrise, in welche Fallen tappen wir dabei? Aus welcher inneren Haltung heraus kann dieser Krise begegnet werden? Welche Wege, welche konstruktiven Möglichkeiten gibt es zwischen „frustriert aufgeben“ und „radikalen Maßnahmen“? Welche persönlichen Schritte können dazu beitragen?

Die Informationsveranstaltung bietet zunächst in einem Kurzreferat eine persönliche und informative Bestandsaufnahme mit anschließender Diskussion. Dabei sollen Ideen gesammelt werden zur Gründung eines Arbeitskreises. Eingeladen sind alle Altersgruppen.

Termin: Montag, 11. September 2023, von 15.00-16.30 Uhr – bei Kaffee und Kuchen oder Kaltgetränken.

Ort: Rathaus, Fichtenweg 10, Versammlungsraum: Ratssaal

Referent: Norbert Kremser – Winterberg

Info/Anmeldungen bei Walter Hoffmann – Telefon: 02981-9255814 oder bei E-Mail: klimafuture(at)web.de

Das Deutschlandwetter im Sommer 2023

Seit 27 Jahren war jeder Sommer in Deutschland zu warm

Sommer und Sonnenblumen. (archivfoto: zoom)

Offenbach, 30. August 2023 – Die Temperatur des Sommers 2023 liegt in Deutschland deutlich über dem vieljährigen Mittel. „Seit nun 27 Jahren werden in Deutschland zu warme Sommer gemessen. Wieder können wir den Klimawandel live erleben,“ kommentiert Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die aktuelle Sommerbilanz des nationalen Wetterdienstes.

(Pressemitteilung DWD)

Einem außerordentlich sonnenverwöhnten Juni folgte ein Juli mit extremen Hitzepeaks und ein frühherbstlicher Auftakt im August. Begleitet wurde der Witterungsverlauf von zunehmenden Niederschlägen und einer leicht überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Von tropischer Hitze und frühherbstlicher Frische – Sommer mit großen Schwankungen
Das Temperaturmittel lag im Sommer 2023 mit 18,6 Grad Celsius (°C) um 2,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,3 °C) – der 27. zu warme Sommer in Folge. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (17,6 °C) betrug die Abweichung 1,0 Grad. Nach dem am 3.6. in Sohland an der Spree mit -0,7 °C der bundesweite Sommer-Tiefstwert ermittelt wurde, herrschte im weiteren Juniverlauf im Südwesten des Landes eine außergewöhnlich warme Witterung. Im Juli gesellten sich extreme Hitzepeaks hinzu, die am 15.7. bei 38,8 °C in Möhrendorf-Kleinseebach (Bayern) gipfelten. Daraufhin gab uns die erste Augustdekade einen Vorgeschmack auf den Herbst. Mitte August drehte das Thermostat wieder auf und in feuchter Luft wurde die Wärme zu einer großen Bürde. Mit Abschluss des Sommers kehrte die von Vielen ersehnte Abkühlung zurück.

Nasser Juli und August verschafften dem Sommer ein Niederschlagsplus
Im Sommer 2023 fiel mit rund 270 Litern pro Quadratmeter (l/m²) ein gutes Zehntel mehr Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (239 l/m²). Das Mittel der Periode 1991 bis 2020 liegt bei 241 l/m². Im Laufe des Sommers gab es Niederschläge im ganzen Land. Sie erreichten ihr Maximum im August. Es kam zu teils heftigen Starkregen- und Hagelgewittern, zum Sommerfinale aber auch zu Dauerregen mit steigender Hochwassergefahr im Südosten. Direkt an den Alpen wurden im Laufe der drei Monate bis zu 600 l/m² gemessen. Im Fichtelgebirge (Station Bad Berneck) wurde während eines Unwetters am 22.6. mit 120,7 l/m² der höchste Tagesniederschlag erfasst. Vergleichbare Mengen fielen während der Sommermonate örtlich im Oberrheinischen Tiefland und im Nordosten.

Heiterer Sommer mit dem zweitsonnigsten Juni seit Messbeginn
Mit 720 Stunden übertraf der Sonnenschein ihr Soll von 614 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um etwa 17 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (654 Stunden) betrug das Plus rund 10 Prozent. Aufsehen erregte vor allem der Juni als Zweitsonnigster seit Messbeginn. Am meisten schien die Sonne mit über 800 Stunden im Alpenvorland und an der Grenze zur Schweiz.

Das Wetter in den Bundesländern im Sommer 2023
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

Nordrhein-Westfalen: Als Sommerauftakt verkündete NRW den zweitwärmsten und sonnigsten Juni. In den darauffolgenden Monaten Juli und August fielen reichlich Niederschläge, die das Gesamtvolumen des Sommers auf knapp 320 l/m² (240 l/m²) hoben. Die Sonne schien 670 Stunden (554 Stunden). Damit war NRW im Ländervergleich die schattigste Region der Republik. Die Sommertemperatur lag bei durchschnittlich 18,4 °C (16,3 °C).

„Das Deutschlandwetter im Sommer 2023“ weiterlesen

NRW: Im ersten Halbjahr 2023 wurden fast ein Drittel weniger Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt

17 146 Wohnungen sollen in neuen Wohngebäuden und 3 725 durch Baumaßnahmen an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden entstehen.

Grafik IT.NRW

Düsseldorf (IT.NRW). Im ersten Halbjahr 2023 erteilten die nordrhein-westfälischen Bauämter Baugenehmigungen für 21 211 Wohnungen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 32,6 Prozent weniger als von Januar bis Juni 2022 (damals: 31 484 Wohnungen).

17 146 Wohnungen (-36,3 Prozent) sollen in neuen Wohngebäuden und 3 725 (-3,5 Prozent) durch Baumaßnahmen an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden (z. B. Ausbau von Dachgeschossen) entstehen. In neuen Nichtwohngebäuden (gemischt genutzte Gebäude, die überwiegend nicht Wohnzwecken dienen) sind weitere 340 Wohnungen geplant.

In allen fünf Regierungsbezirken des Landes war die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen niedriger als im ersten Halbjahr 2022. Den höchsten prozentualen Rückgang ermittelten die Statistiker für den Regierungsbezirk Arnsberg (2 803 genehmigte Wohnungen; -47,7 Prozent), gefolgt von Münster (4 038; -33,6 Prozent), Detmold (2 966; -31,6 Prozent), Köln (6 201; -27,5 Prozent) und Düsseldorf (5 203; -27,3 Prozent).

Die Zahlen für den Hochsauerlandkreis:

Screenshot aus der PDF (Link s.u.)

Baugenehmigungen für Wohnungen in Nordrhein-Westfalen im 1. Halbjahr 2022 und 2023 (Kreisergebnisse)(PDF, 215,84 KB)

Sir Karl Jenkins „The Armed Man: A Mass for Peace“

Freitag 1. September 2023, 19:00–21:00 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, ehem. Klinkerwerk

Das Veranstaltungsplakat

Das Konzert des Johannes-Brahms-Chors Hamburg mit dem Kanemaki-Chor mit Gästen, begleitet von der Hamburger Kammerphilharmonie unter Leitung von Kazuo Kanemaki wird am 1. September um 19 Uhr im Klinkerwerk der KZ-Gedenkstätte Neuengamme aufgeführt.

The Armed Man ist eine Messe für den Frieden des walisischen Komponisten Sir Karl Jenkins. Er verknüpft in seinem Werk religiöse und historische Quellen. Die Messe stellt den Schrecken des Krieges dar und endet mit der Hoffnung auf Frieden, wenn Leid, Schmerz und Tod überwunden werden können.

Karl Jenkins hat die Friedensmesse zur Jahrtausendwende geschrieben und den Opfern des Kosovokriegs gewidmet.

Schon vor Jahren zur Erinnerung an die Opfer des 2. Weltkriegs und den Atombombenabwurf auf Hiroshima geplant, hat die Friedensmesse heute eine erschreckende Aktualität, doch endet sie versöhnlich mit einem „Better is peace“.

Der Veranstaltungsort ist folgendermaßen zu erreichen:

  • S-Bahnhof Bergedorf (S2/S21), anschließend Bus 127, 227 (bis KZ-Gedenkstätte, Ausstellung)oder
  • Autobahn A 25, Ausfahrt Curslack, dann Ausschilderung folgen.

Tickets über Eventim, die Konzertkasse Gerdes oder an der Abendkasse am 1.9.2023 zu 25 € (erm. 15 €)

Mehr Infos? Kontakt: info@jbc-hamburg.de

Wer eine Eindruck gewinnen möchte, hier der Jerusalem Oratorio Choir vor fünf Jahren:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=NOf4aqIPSyU
The Armed Man: A Mass for Peace – Sir Karl Jenkins

Umleitung: zwei Prozent retten doch die Welt, Wasserkrise, Schwurbel-resistente Uni-Lehre, Clankriminalität, Christnationalsozial und mehr…

Taunusblick (foto: zoom)

Und zwei Prozent retten doch die Welt: Auf das bisschen Kohlendioxid, das wir Deutschen in die Atmosphäre pusten, kommt es doch nicht an, oder? Doch. Das populärste Argument gegen mehr Klimaschutz – und seine Entkräftung … spektrum

Die Atlanktikzirkulation: Kippt sie schon in diesem Jahrhundert, oder nicht? … scilogs

Expertenrat kritisiert Klimapolitik der Ampel: Reichen die Bemühungen der Bundesregierung im Kampf gegen die Erderwärmung aus? Ein Expertenrat hat nun seine Einschätzung dazu abgegeben – und kommt dabei zu einem kritischen Urteil … tagesschau

Die Wasserkrise kartieren – Durchblick per Karte schaffen: Zum ersten Mal wird die Klimakrise auch bei uns und vor allem in Süd-Europa spürbar: als Wasserkrise. Wetterlagen setzen sich langanhaltend fest. Es gibt lange Dürrephasen oder heiße Hochdruck-Wetterlagen. So bleibt Starkregen stundenlang ortsfest liegen und entlädt unglaubliche Wassermengen … ruhrnalist

Plädoyer für eine Schwurbel-resistente Uni-Lehre: Die COVID-19-Pandemie strotzte vor irreführenden Aussagen, Pseudowissenschaft und falschen Therapieversprechen. Die universitäre Ausbildung muss sich auf Wissenschaftlichkeit zurückbesinnen – zu unser aller Wohl … laborjournal

Über die sogenannte Clankriminalität: Kurze Kritik eines (Kampf-)Begriffs … verfassungsblog

Die dunkle Seite der Macht: Von Süßkram und Süßwahn … unkreativ

Christnationalsozial (Satire): „Ja Sieg… Grüß Heil äääh… Hallo, ich wollte nur mal fragen, ob Sie okay sind. Wir haben ja noch ein paar Termine vor uns, der Wahlkampf ist ja diesmal eher Wahlkampf, und da dachte ich, ich frage mal, ob Sie eventuell Hilfe brauchen könnten. Weil wir uns ja überlegen müssten, was da passiert ist, damit wir uns etwas einfallen lassen können, was jetzt passieren sollte … zynaesthesie

FH Dortmund präsentiert neues Forschungsprojekt: „Kann man ohne Vater ein richtiger Mann werden?“ … nordstadtblogger

60 Jahre Bundesliga: und der zwecklose Versuch, online eine BVB-Karte zu kaufen … revierpassagen

„Fortschreitendes Siechtum“ – Hagener Lokalblättchen schießt sich auf Haspe ein: Waren bisher Wehringhausen und in etwas geringeren Ausmaß Altenhagen für die WPWR die Inkarnation des Verfalls der Sitten und des allgemeinen Niedergangs einer (nur vermeintlich) früheren heilen Welt, hat das Blättchen inzwischen seinen Aktionsradius auch auf Haspe ausgedehnt … doppelwacholder

Am Mittwoch, 30. August, trifft sich der Kreistag des HSK zu einer zusätzlichen Sitzung: Diese 3. Sitzung im laufenden Jahr war zunächst nicht geplant; daher auch der ungewöhnliche Sitzungstag statt wie sonst am Freitag. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung ist die Einführung des Deutschlandtickets für Schülerinnen und Schüler der kommunalen Schulträgersbl

Rückblick auf Host Town-Programm im Rahmen der Special Olympics World Games 2023

Gastgeberstädte Meschede, Olsberg und Winterberg ziehen positive Bilanz

Der Arbeitskreis Host Town im Rahmen der Special Olympics World Games zieht eine positive Bilanz v. links: Kreisdirektor Dr. Klaus Drathen, Jürgen Mies, Ferdi Lenze, ehrenamtlicher Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung des HSK, Gisela Bartsch, Stadt Meschede, Dennis Struck, Stadt Olsberg, Heinz Arenhövel, stellvertr. ehrenamtlicher Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung des HSK, Marius Tampier, Stadt Winterberg, Christian Rademacher, Hochsauerlandkreis, Katrin Mette-Coolen, Hochsauerlandkreis, Maria Boskamp, KreisSportBund, Michael Kaiser, KreisSportBund. (Foto: Pressestelle HSK)

Nach knapp zweijähriger Vorbereitung, Planung und Umsetzung zieht der Arbeitskreis Host Town im Rahmen der Special Olympics World Games positive Bilanz: zahlreiche Aktivitäten mit Kindergärten, Schulen, Vereinen und ein vielfältiges Programm für die Delegationen aus Hongkong, Andorra und Burundi mit vielen schönen Begegnungen in Winterberg, Olsberg und Meschede zählen zu den Highlights.

(Pressemitteilung HSK)

Mit dem Fackellauf als unvergleichliches, interkommunales Event im Kreisgebiet ist bereits im Mai der Startschuss für die Host Town-Tage gefallen. Rund 120 Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung unterschiedlichen Alters, zahlreiche Akteure, engagierte und freiwillige Helfer und viele Besucherinnen und Besucher haben dazu beigetragen, dass der Leitgedanke „Vielfalt im HSK“ und das Special Olympics-Motto „Zusammen unschlagbar“ gelebt wurden.

Während der Besuchstage der Delegationen aus Burundi, Andorra und Hongkong wurde das gehalten, was versprochen wurde: vielfältige Möglichkeiten, Land und Leute kennenzulernen und zu trainieren. Durchweg zufriedene Gesichter war das Fazit dieser besonderen Tage. Während der olympischen Spiele waren einige HSK-Vertreterinnen und Vertreter vor Ort in Berlin. So haben beispielsweise Olsbergs Bürgermeister, Winterbergs Wirtschaftsförderer und CDU-Fraktionsvorsitzender, der ehrenamtliche Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung des HSK, Arnsbergs Inklusionsbeaftragte, mehrere Volonteers, ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger oder Zuschauerinnen und Zuschauer die Spiele live mitverfolg und die Athletinnen und Athleten aus aller Welt kräftig angefeuert. Bis heute stehen alle Host Town-Verantwortlichen mit ihren Delegationen in Austausch; zumeist über Online-Messanger-Dienste.

Das längste Sport-Banner des HSK

Zur Begrüßung der olympischen Delegationen wurde das 60 Banner starke „Das längste Sport-Banner des HSK“ erstmalig in den Städten Winterberg, Olsberg und Meschede präsentiert. Zum Rad-Rennen „Deutschland-Tour“, die am 25. August durch den Hochsauerlandkreis geführt wurde, wurde das HSK-Sport-Banner erstmalig zusammenhängend am höchsten Punkt, in Winterberg, präsentiert. Das Rad-Rennen wurde durch alle drei ehemalige Host Towns geführt.

In Meschede werden die gestalteten Banner, die keine weitere Verwendung bei den Gestaltern finden, nachhaltig weiterverwertet und in den Caritas Werkstätten zu Taschen verarbeitet.

Kino-Veranstaltung

Am 23. Oktober findet ab 18:00 Uhr im Josef-Prior-Saal des Josefsheims Bigge die „Vielfalt bewegt den HSK….sagt DANKESCHÖN“-Veranstaltung statt. Eingeladen sind alle, die am Host Town-Projekt beteiligt waren oder sich verbunden fühlen oder beim Fackellauf mitgemacht haben.

Nachhaltige Projekte

Durch das Host Town-Programm sind vor Ort in den HSK-Kommunen zahlreiche Ideen entstanden, die weiterentwickelt werden: so legt die Stadt Winterberg den Fokus auf inklusive Veranstaltungen, in Meschede bestehen auch über das Host Town-Programm hinaus inklusive Projekte mit den Schulen und ein inklusives Sportfest soll fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt werden und das Josefsheim Bigge nimmt weiter an zahlreichen sportlichen Wettkämpfen von Special Olympics teil und plant ein größeres Sport-Inklusions Projekt im Sozialraum Olsberg.

Gewinnspiel

Unter allen Einsendungen verlosen wir tolle Preise: ein Special Olympics-Sport-Trikot, eine Kappe der Mescheder Torfabrik und ein „Vielfalt bewegt den HSK“-Turnbeutel. Dazu muss folgende Frage beantwortet werden: In welcher deutschen Stadt fanden die Special Olympics World Games statt?

Einsendungen möglich bis zum 8. September 2023 per Email an: katrin.mette-coolen(at)hochsauerlandkreis.de

Fotos zum HSK-Projekt gibt es auf dem Instagram-Kanal von „Vielfalt bewegt den HSK“: https://www.instagram.com/p/Cr742taNK28/

Zurück im Hochsauerland: Ausgeblendet/Eingeblendet

Sonntagmorgen: Blick aus dem Fenster (foto: zoom)

Drei Tage war ich aus dem Hochsauerland verschwunden und habe mich mit einer Reisegruppe im Südwesten Deutschlands herumgetrieben. Das Notebook hatte ich zwar mitgenommen, aber das Programm war so dicht, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin.

Schreiben sollte man mit einer gewissen Distanz. Der Abstand zu den vielen kleinen und großen Eindrücken fehlt mir und ich habe momentan auch keinen Ehrgeiz ihn herzustellen.

Darum beginne ich am Ende. Die letzte Rast auf der Heimfahrt war Frankfurt am Main. Gut drei Stunden hatten wir zur freien Verfügung. Mein Plan war es, auf einen Kirchturm zu klettern (Aussicht auf die Bankenhochhäuser), im Anschluss am Main die Seele baumeln zu lassen und noch fix etwas Kleines zu essen.

In Frankfurt feierte man an diesem Sonntag das Museumsuferfest 2023. Das gemütlich Bummeln habe ich beim Anblick der vielen Menschen augenblicklich gestrichen und mich in eine Sonderausstellung im jüdischen Museum verkrochen: Ausgeblendet / Eingeblendet – Eine jüdische Filmgeschichte der Bundesrepublik.

Der Eingang zur Austellung (foto: zoom)

Zitat aus der Pressemitteilung des Museums:

Die Geschichte der jüdischen Filmschaffenden in der Bundesrepublik Deutschland wurde bislang weder zusammenhängend untersucht noch dargestellt. Die Ausstellung „Ausgeblendet / Eingeblendet“ möchte das ändern. Sie setzt den Ausblendungen jüdischer Biografien das Einblenden der jüdischen Erfahrung im Werk und Wirken jüdischer Filmschaffender entgegen. „Ausgeblendet / Eingeblendet. Eine jüdische Filmgeschichte der Bundesrepublik“ präsentiert erstmalig die Lebenswege und Karrieren von jüdischen Produzentinnen und Produzenten, Regisseurinnen und Regisseuren sowie Schauspielerinnen und Schauspielern, die mal am Rande mal im Zentrum der bundesdeutschen Filmproduktion von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung stehen.

Diese kleine Ausstellung hat mich so sehr gefesselt, dass ich am Ende kaum mehr Zeit hatte, mir etwas Wegzehrung zu kaufen.

Mein Tipp: Hingegehen. Angucken. Nachdenken.

Da ich mit dem Nachdenken noch nicht fertig bin (s.o.), höre ich an dieser Stelle auf und versuche, mich in die Routinen des Hochsauerlandes einzufädeln.

An der Stadtbefestigung: (M)ein Revier oder wie könnte die Bildunterschrift lauten? (foto: zoom)

Zusammenleben von Mensch und Wolf erreichen

Am 17.03. 1839 wurde bei Herbern im Münsterland der letzte Wolf in Westfalen geschossen (Reiner Feldmann). Es gibt in Deutschland 161 bestätigte Rudel (Stand 25.11. 2022), 43 Paare und 21 territoriale Einzeltiere. Die Anzahl der Totfunde war im Vergleich zum Vorjahr angestiegen . (Foto: Archiv Nationalpark Berchtesgaden) – mit freundlicher Genehmigung

Wir alle, die gesamte Bevölkerung, einschließlich Schaf- und Viehzüchter sowie andere Nutztierhalter, sollten ehemals durch den Menschen ausgerottete Beutegreifer hier bei uns vorbehaltlos willkommen heißen und uns davor hüten, die Wiederbesiedelung der Mittel- und Hochgebirge durch den Wolf und anderes „Großraubwild“ als Schreckgespenst an die Wand zu malen.

Jedermann hat zur Kenntnis zu nehmen, daß der Wolf im Rahmen von internationalen Artenschutzabkommen, wie z. B. der FFH-Richtlinie, oder der Berner Konvention, streng geschützt ist. Daraus ergibt sich wiederum die Verpflichtung,, bestehende Gesetze strikt zu achten und einwandernde Individuen, ob es sich nun um Braunbär, Wolf oder Luchs handelt, als ausdrücklich erwünschte Bereicherung unserer heimischen Fauna anzusehen.

Weidetiere machen gerade mal ein Prozent des Beutespektrums von Wölfen aus. Deren Hauptbeutetiere sind Rehe, Hirsche und Wildschweine, wobei in erster Linie kranke, schwache und lebensuntüchtige Exemplare in den Fängen des Wolfes landen. Er trägt daher zur Gesunderhaltung des Wildtierbestandes bei. Aus der Schweiz wird berichtet, daß der Wolf positiven Einfluß auf die Entwicklung naturnaher Wälder hat. Ein bekanntes Sprichwort besagt: „Wo der Wolf geht, wächst der Wald.“ Der selektive Verbiß durch Schalenwild (Rot-, Reh- und Gamswild) nahm deutlich ab, so daß die wichtigen Mischbaumarten (Laubbäume und Weißtanne) ungestört aufwachsen können. Manchmal stehen auch kleinere Tierarten auf dem Speisezettel des Beutegreifers.

Seit über 8.000 Jahren leben Menschen mit großen „Raubtieren“ zusammen. Bis heute hat es nachweislich keinen Fall von tödlichen Übergriffen auf Passanten gegeben; aber neun Menschen wurden vom Weidevieh attackiert – mit Todesfolge.

Bei dem durch eine Bärin im italienischen Trentino getöteten Wanderer blieb bis heute ungeklärt, wie es dazu kam. Es war die Rede davon, daß die Bärin Junge mit sich führte.

Artenschutz auf bayerisch – Nach 170 Jahren tauchte im Mai 2006 zum ersten Mal wieder ein Braunbär in Bayern auf. Das Tier sorgte für viel Aufregung und wurde schließlich zum „Problembären“ gemacht. Am 24.06. 06 erhielt ein Spezialteam den Auftrag, „Bruno“ zu erschießen. Damals regierte Ministerpräsident Stoiber den Freistaat (Quelle: Deutschlandfunk 24.06. 2016) Foto: Georg Pauluhn – mit freundlicher Genehmigung Nationalpark Berchtesgaden

Tatsache ist doch, daß der wirtschaftende Mensch (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Freizeitindustrie, sportliches Privatvergnügen) immer weiter in die Natur und damit in das Reich der Wildtiere vordringt, so daß Konfliktsituationen zwischen Bauern, Jägern und Touristen auf der einen und großen Beutegreifern auf der anderen Seite unausweichlich sind. Das Problem ist: Es gibt zu viele Nutztiere, „Räuber“ sind nämlich Opportunisten. D. h. je weniger Mühe der Wolf aufwenden muß, um an ein Schaf, ein Kalb oder eine Ziege heranzukommen, desto leichteres Spiel hat er, diese zu überwältigen.

So besteht permanent die Gefahr, daß man im Fall eines plötzlichen Auftauchens des Wolfes oder anderer Beutegreifer der Versuchung erliegt, die in jahrelanger mühsamer Kleinarbeit abgebauten Vorurteile wiederzubeleben und irrationale Ängste zu schüren.

Nach dem Vorbild anderer Staaten läßt sich auch in unserer dicht erschlossenen Kulturlandschaft durch gezielte Information der Bevölkerung und ein umfassendes Wildtiermanagement ein Zusammenleben von Mensch und früher heimischem, aus purer Mordlust und Habgier ausgerottetem „Raubwild“ erreichen. Das ist bei gutem Willen aller Beteiligten sehr wohl möglich.

Das Thema Wolf wird nämlich sehr emotional und wenig sachlich geführt – im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarländern. Was wir brauchen, sind pragmatische und auch regionale Lösungen sowie eine angemessene Unterstützung für Weidehalter. Nur mithilfe von konkreten Regelungen und Strukturen kann ein Leben mit dem Wolf ermöglicht werden.

Im Fall des seinerzeit widerrechtlich abgeschossenen Braunbären „Bruno“ im bayerischen Alpenraum stellte ich mir schon im Jahre 2006 die Frage, wer sich eigentlich über die potenzielle Gefährlichkeit beziehungsweise Unberechenbarkeit von Millionen Hunden hierzulande aufregt, die „dank“ lascher gesetzlicher Handhabung mehr oder weniger frei herumlaufen dürfen? Allein diese stellen ein permanentes Sicherheitsrisiko dar. Nicht jedoch Wolf, Braunbär oder gar Luchs, sofern man ihnen genügend Lebensraum zugesteht und der weiteren hemmungslosen Erschließung und Verbauung der Landschaft endlich Einhalt gebietet, im Sauerland wie anderswo.

Politiker, Behörden und selbst ernannte Umweltschützer sollten nicht den rapiden Verlust an biologischer Vielfalt, an Tier- und Pflanzenarten in der so genannten „Dritten Welt“ bejammern und einfordern, sondern den hohen moralischen Anspruch des Biodiversitätsschutzes und der Arterhaltung endlich auch für uns Mitteleuropäer gelten lassen!

Karl Josef Knoppik, 24. August 2023