Die Sonne scheint hinter dem Horizont und die blaue Stunde beginnt (foto: zoom)
Gestern Abend bin ich während des Sonnenuntergangs die Strand-Promenade in Travemünde entlanggeschlendert. Meine Simmung melancholisch, die Fotos auf der dunklen Seite.
Die Mondphase bewegte sich auf Vollmond zu. Es fehlte lediglich ein halber Tag.
Nicht wackeln. ISO 1000 und kurz die Luft anhalten (foto: zoom)
Als sich Schiff und Mond am Leuchtturm trafen, habe ich ein letztes Foto geknipst.
Danach ging es zurück zur Ferienlektüre: Scott Alexander Howard, Das andere Tal. Ich bin zur Hälfte der über 400 Seiten durch, mein Urteil steht noch aus.
Ob ich heute den Vollmond zu sehen bekomme? Meine DWD-Wetter-App sagt: Wolken, keine Sonne, 3 mm Niederschlag. Meine Erfahrung: am Meer kann es immer anders kommen.
Blick über den Steg nach Mecklenburg-Vorpommern (foto: zoom)
Keine Sonne, viele Wolken, Wind und sporadische Regenschauer. Ungemütliches Wetter, und doch macht es Spaß am Meer entlang zu laufen.
Den Mövenstein (auch Möwenstein), in dessen Nähe sich in Thomas Manns Roman Buddenbrooks Tony und Morten die Ehe versprachen, gibt es auch in der Wirklichkeit. Ein kleiner Spaziergang und schon sehe ich den Findling aus Hammergranit am Übergang der Travemünder Strandpromenade zum Brodtener Ufer.
Das Versprechen von Tony ist flüchtig wie die Gischt und sie wird nach der Reise nicht Morten, sondern den ungeliebten Herrn Grünlich heiraten.
Ein großer Teil des Mövensteins liegt bereits unter dem Strand. In 30 Jahren könnte der Koloss komplett versunken sein. (foto: zoom)
Der Charakter von Tony Buddenbrooks, später Grünlich und Permaneder, ändert sich im Verlaufe des Romans nicht. Sie stolziert durch die Seiten und bleibt stets von hochnäsiger Oberflächlichkeit geprägt.
Wenn ich mich recht erinnere, sind auch die zahlreichen anderen Figuren der Erzählung recht statisch. Sie bleiben sich im Guten wie im Schlechten treu. Die Dynamik erhält der Roman durch den wirtschaftlichen Niedergang der Familie vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts.
Nehmt meine Gedanken nicht für bare Münze, sie sind mir spontan beim Anblick des Möwensteins in den Sinn gekommen. Ein Buddenbrooks-Kenner bin ich nicht.
Der Mannstein mit seinen sieben WEA im Morgenlicht (foto: zoom)
Die Nacht war kalt, aber jetzt steigen die Temperaturen wieder an. Der Oktober zeigt sich heute Morgen von seiner sonnigen Seite. Die DWD-Warnwetter-App verspricht, dass das Thermometer von 4 °C auf 13 °C steigen wird.
Eine Woche lang habe ich das Blog nicht angerührt. Die schlechten Nachrichten aus Deutschland und aller Welt haben mich schier überwältigt und ich habe mich gefragt, wie und ob ich eine Schneise durch das Dickicht der gefühlten Dystopien schlagen kann.
Die Antwort ist wahrscheinlich: Es geht nicht.
Gestern hat mir ein Bekannter gesagt, dass man sich auch einfach mal abkoppeln muss. Ich hatte gerade zuvor die furchtbaren Reden von Hegseth und Trump vor den zusammengerufenen Generälen (nur männlich?) in der Live-Kommentierung beim Guardian verfolgt.
Warum sich das alles antuen? Du kannst sowieso nichts ändern. Achte auf deine mentale Gesundheit!
Was hilft? Lesen. Bücher. Wenn ich die bedruckten Seiten umblättere, findet sich vielleicht das Maß zwischen Nähe und Distanz. Zeitliche und räumliche Perspektiven können sich verändern.
Michel Friedmans Schrift namens Mensch! zwischendurch in einem Rutsch gelesen. Vor ein paar Tagen habe ich die Autobiographie von Robert Reich, Coming Up Short, A Memoir of my America beendet. Nachdem ich schon vor einiger Zeit Christian Stöckers Männer, die die Welt verbrennen gelesen hatte, habe ich die Neuauflage überflogen. Für drei Euro gab es bei der Bundeszentrale für politische Bildung das gut 70-seitige Büchlein Machttechnik Populismus von Robert Müller versandkostenfrei zu erwerben. Sehr komprimiert, aber jeder Satz sitzt.
Thomas Manns Buddenbrooks habe ich gern zum wiederholten Mal gelesen. Gerade die ironischen Stellen funktionieren immer noch sehr gut. Dazu hat es unter dem Beitrag Die Buddenbrooks als Endgegner? ein paar Kommentare gehagelt. Diesen ist zu entnehmen, dass ich darüber hinaus – um den politischen Thomas Mann zu verstehen – Kai Sina, Was gut ist und was böse, sowie die Neuauflage von Thomas Manns Deutsche Hörer! mit Gewinn gelesen habe. Erwähnen möchte ich noch den Besuch der Ausstellung „Meine Zeit. Thomas Mann und die Demokratie“ im Lübecker St. Annen-Museum. Bis Mitte Januar 2026 hat sie noch geöffnet. Lohnt sich.
Momentan wandern noch drei unvollendete Werke vom Sofa- auf den Nachtisch und zurück: Marcel Lewandowsky, Was Populisten wollen, Otto Waalkes, Ganz große Kunst und Marcus Weidner, Die Toten von Meschede.
Während ich die Bücher aufzähle, vermisse ich die Belletristik. Ein guter Roman täte gut, um noch mehr Abstand vom aktuellen politischen Elend zu gewinnen.
Welche Autor*in könnte helfen?
P.S. Die oben aufgeführten Autoren(!) – nur Männer! Ich gehe dann mal in mich.
Die Spitze des Kassel Marathon auf der ersten von zwei Runden. Der spätere Sieger trägt die Startnummer 6. Von links: Mamiyo Nuguse, Dickson Kurui, Patrick Ereng und Philip Liprono Tarus (foto: zoom)
In der Nähe der Kasseler Querallee stand ich letzten Sonntag am Straßenrand, um einer guten Bekannten bei ihrem ersten Halbmarathon Beifall zu spenden. Es war kein schlechter Platz zum Fotografieren, weil die Läufer*innen dort aus dem Schatten ins Licht wechselten.
Normalerweise knipse ich ich ruhige Objekte wie Pflanzen oder Gebäude und war mir deshalb nicht sicher, ob die Bilder einigermaßen brauchbar sein würden.
Die vier Spitzenläufer kamen ziemlich schnell von der Friedenskirche die Friedrich-Ebert-Straße hinunter gerannt.
Endzeiten und Platzierungen habe ich in den Ergebnislisten gesucht. Ob die vier am Ende, also nach 42,195 Kilometern, auch als erste die Ziellinie überquerten?
„AfD-Wähler sagen mir: Ich bin überrascht, dass du noch alle Tassen im Schrank hast!“
Gut angelegte 3.- Euro. Das Buch von Robert Müller, könnt ihr bei der Bundeszentrale für politische Bildung versandkostenfrei bestellen. (foto: zoom)
Vor ein paar Tagen habe ich das gut 70-seitige Büchlein von Robert Müller, Machttechnik Populismus, von der Bundeszentrale für politische Bildung zugeschickt bekommen.
Populismus, so die Inhaltsbeschreibung, sei ein Instrument zur Machterlangung oder zum Machterhalt. Er setze, gestützt auf eine angebliche Mehrheitsmeinung, auf Emotionen und vermeintliche Kränkungen, unzulässige Vereinfachung, inszenierte Antagonismen, suggerierte Zugehörigkeit oder bewusste Exklusion.
Engineering meets Art, Tango Westfalico und Gioachino Rossini
Jedesmal, wenn mir mein alter (Musik-)Bekannter Maik Hester eine Einladung zu seinen Konzerten und Veranstaltungen schickt, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich schaue meine verstaubte Gitarre in der Wohnzimmerecke an und frage mich, ob ich nicht wieder mit dem Musizieren anfangen sollte. Wenigstens einfache Melodien und Griffe, leichte Etuden. Noch heute beginne ich – unverzüglich.
Leichter ist es eines der interessanten Konzerte zu besuchen, zumal wenn frau/man/maus in Dortmund, Menden oder Herborn wohnt. Los geht’s!
Das Grüne Heupferd verweilte lange an der Fensterscheibe (foto: zoom)
Gestern hat uns das Große Grüne Heupferd besucht.
Das Tier verharrte sehr lange an unserer Fensterscheibe. Vielleicht hat es die Wärme gesucht. Jedenfalls ist es mir nach einigen Versuchen gelungen, die Heuschrecke einigermaßen scharf abzubilden. Auf den ersten Bildern war immer nur das Glas fokussiert, die Heuschrecke verschwommen. Autofokus raus, Tettigonia viridissima rein.
Das Große Grüne Heupferd ist eine der häufigsten Heuschreckenarten. Sie kommt überall in Deutschland vor. Also kein Grund zur Aufregung.
Samstag, dem 30. August, in der Ruhrstraße 26, Raum 6a der Volkshochschule in Meschede, von 14 – 16.15 Uhr
Das offizielle Linux-Maskottchen ist der Pinguin. (Bild: Wikimedia)
Ich hatte viele Jahre lang Linux auf meinen Rechnern installiert. Mit dem Kauf eines Netbooks inklusive vorinstalliertem Windows 10 und der Installation einer Fotosoftware, die nur unter Windows bzw. auf Apple-Computern läuft, habe ich mich dann wieder von Windows abhängig gemacht.
Obwohl das Netbook nur ein paar Jahre alt ist, wunderbar läuft und bislang über ausreichende Rechnerkapazitäten verfügt, schafft es kein Update auf Windows 11. Die neue Windows-Version will einfach noch mehr Ressourcen, die ich trotz umfangreicher Löschaktionen nicht bereitstellen kann.
Das relativ neue Netbook will ich nicht auf den Elektroschrott geben. Windows 11 – Nein Danke!
Am Samstag, dem 30. August besteht nun in der Ruhrstraße 26, Raum 6a der Volkshochschule in Meschede, von 14 – 16.15 Uhr die Möglichkeit, Linux ganz praktisch auf eigenen, mitgebrachten Computern auszuprobieren. Entweder als Live-System oder – wie das Motto des Tages vorschlägt – als feste Installation. Da der Support für Windows 10 in diesem Jahr ausläuft und auch gute Hardware, die erst wenige Jahre alt ist, nicht mehr von Windows 11 unterstützt wird, bietet sich Linux als alternatives Betriebssystem an. Da Linux weniger Systemressourcen benötigt, werden auch ältere Computer noch lange damit laufen können.
Geleitet wird der Kurs von der Linux User Group (LUG) Sauerland. Die LUG ist ein Zusammenschluss von Interessierten, die sich mit dem freien und offenen Betriebssystem Linux sowie mit freier Software beschäftigen.
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