Blick aus dem Eingang der Hamburger Zentralbibliothek , ehemals Hauptpostamt (foto: zoom)
Der Flâneur oder die Flâneuse können sich in der Hamburger Kaufrauschzone zwischen Mönckebergstraße und Jungfernstieg leicht der allgemeinen Erregung entziehen.
Diese öffentliche Bücherei ist im ehemaligen historischen Hauptpostamt gegenüber vom Hauptbahnhof untergebracht. Das Café bietet für die Leserin und den Leser Getränke und Snacks zu ehrlichen Preisen an.
Direkt neben dem kleinen Café-Bereich befindet sich der sogenannte „Themenraum“ mit Präsenzliteratur und Informationen zu aktuellen politischen und kulturellen Fragen.
Vom 9. Dezember bis 19. Januar erfährt man mehr über die Hintergründe des Wikileaks-Skandals und die Schlagworte „Vorratsdatenspeicherung“, „Internet-Sicherheit“ sowie „informationelle Selbstbestimmung“.
Tipp: Kaffee und Baguette gemeinsam mit einem Buch aus dem Themenraum ergeben mindestens 2 Stunden Flucht aus der Großstadt-Hektik hinein in die ruhige Atmosphäre einer Bibliothek.
Die Elbphilharmonie soll noch vor dem Berliner Flughafen fertig sein. (foto: zoom)
Exakter als das Hamburger Abendblatt vom 27.12.2014 hätte auch Nostradamus das Datum für die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie nicht vorhersagen können:
12. Januar 2017 oder von heute an zwei Jahre und ein Keks.
Die Eröffnung an justamente diesem 12. Januar wird für unser Blog ein Tag des Abschieds, der Trauer und des Neuanfangs werden, hat doch die Elbphilharmonie -gerade als PPP-Projekt- viele Gedanken, Überlegungen und Artikel inspiriert.
Auf der Westseite des Flughafens Richtung Niendorf. (fotos: zoom)
Zwischen den Jahren macht das Blog eine kleine Kreativ-Pause. Die Herausgeberschaft ist entweder in aller Herren Länder verstreut oder liegt faul lesend auf dem Sofa herum. Wir wissen es nicht so genau.
Die Unrast hatte mich nach Hamburg verschlagen, wo es zum Pflichtprogramm gehört, um den Flughafen (neudeutsch: Airport) zu laufen. Es ist dort nicht so viel Betrieb wie an der Außen-Alster, irgendwie entspannter.
Die Strecke um den Flughafen kenne ich inzwischen so gut, dass ich sie selbst bei einbrechender Dunkelheit (und danach) stolperfrei absolviere.
Hochsicherheit an der Lufthansa-Werft.
Wenn man aus den Kleingärten in Richtung „Weg beim Jäger“ läuft, passiert man die Lufthansa-Werft. Das Gelände ist sehr stark gesichert. Fahles Licht, die paarigen Überwachungskameras, Stacheldrahtrollen, die den Zaun abschließen – eine interessante Atmosphäre.
Auf der Ostseite zurück zum Start.
Im Hintergrund sind die Flughafengebäude zu erkennen. Hier überquert man die Stadtautobahn.
Da ich meine Läufe nicht exakt protokolliere, kein Navi, keine Uhr, kann ich die Länge der Flughafenrunde nur schätzen: irgendetwas zwischen 15 und 16 km. Bei Dunkelheit kürzer als am hellichten Tag.
Geschichten-Erfinder. Kartenspielerei für kreative Köpfe.Büchergilde. (foto: zoom)
„Geschichten-Erfinder – Kartenspielerei für kreative Köpfe“ aus der Collection Büchergilde hat uns heute gleich den ersten Weihnachtsstreit beschert:
Ob fünf Waldarbeiter an der Schleuse, zwei Streithähne unter einem Baum oder ein Mann mit zwei Katzen in einer Bar mit seltsamen Plots (eine Verwechslung findet statt) und Specials (Schuhe passen plötzlich nicht mehr) zu einer sinnvollen Geschichte verwoben werden können, ist keine Frage.
Es geht, jedenfalls, wenn man alleine spielt. Zu zweit ist es dann schon spannender, denn es soll sich eine einzige Geschichte entwickeln. Welche Annahme ist sinnvoll? Welche Abzweig in der Story ist plausibel?
Wenn sich da einer durchsetzen will, kann man auch gleich alleine bleiben. Ansonsten dient das Spiel erstens der Erfindung spannender Geschichten und zweitens der Entwicklung einer gepflegten Streit- , Argumentations- und Diskussionskultur.
„Geschichten-Erfinder“ – das sind „Black Stories“ (kennt ihr?) verkehrt herum. Während man bei den Black Stories aus merkwürdigen Vorgaben den Plot fragend erraten muss, kann man hier mit vier merkwürdigen Vorgaben eine ganz eigene Geschichte entwickeln.
Was das da oben (siehe Bild) ergeben wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir diskutieren noch.
Der Weihnachtsbaum leuchtet, die Geschenke sind ausgepackt, die Familie spielt.
Teilstück des neuen Autobahnabschnitts der A 46 bei Bestwig-Velmede. (foto: zoom)Manche Bilder entstehen mehr en passant als mit Absicht, hier auf dem Weg nach Föckinghausen oberhalb von Bestwig-Velmede am vergangenen Sonntag.
Es wird spannend sein, zu sehen, wie die Autobahn nach Fertigstellung das Ortsbild von Bestwig verändern wird.
Bestwig ist heute das Nadelöhr auf dem Weg zur und von der Autobahn, viele Ampeln, viel Verkehr, aber auch viele Geschäfte.
Was wird aus den lokalen Läden? Wird Bestwig, „halbtot“ unterhalb der Autobahn gelegen, vom Geschäftsverkehr abgehängt oder wird es verkehrsberuhigt attraktiv eine neue Anziehungskraft entwickeln können?
Die Westfalenpost hat heute meinen Sonntagsausflug gerettet, und das kam so:
Am Freitag Abend hatte ich einen Bericht in der Westfalenpost über die Stellungnahme des Olsberger Rats zur Windenergie gelesen. Leider wurde dem Bericht ein Bild ohne Beschreibung beigefügt. So etwas macht mich in der Regel nervös und ich fragte bei der Westfalenpost in Brilon nach.
Ich würde gerne wissen, wo in Olsberg die WKAs fotografiert worden
sind, da ich sie mir gerne vor Ort anschauen würde.
Falls nicht in Olsberg – wo stehen diese WKAs?
Mit freundlichen Grüßen
Heute Mittag bekam ich die gewünschte Antwort:
Sehr geehrter Herr Schiebener
Die zur Illustration des angegebenen Beitrags benutzten Fotos zeigen Windräder im Bereich Bestwig-Berlar.
Mit freundlichem Gruß
Jürgen Hendrichs
WESTFALENPOST Brilon
Redaktion
Derkere Straße 4
59929 Brilon
Damit waren bei unfreundlichen 3° Celsius Aktion und Ziel für den heutigen Sonntagnachmittag klar: einfach mal nach Bestwig-Berlar fahren, Windräder suchen.
Die fünf Windräder bei Bestwig-Berlar auf dem Geoserver des HSK (screenshot)
Die Windräder haben wir gesucht, ohne uns vorher die Karten auf dem Geoserver des HSK anzugucken (siehe auch den Bericht hier im Blog). Berlar, so die Idee, ist ja klein genug. Da können sich Windräder kaum verstecken.
Und so war es denn auch. Die WKAs waren schnell gefunden. Einige Minuten dauerte die Suche nach dem Aufnahme-Standort des WP-Fotografen. Hier eine Ansicht mit allen fünf Windrädern.
Berlar liegt rechts im Rücken. Windkraftanlagen scheinen, mit Weitwinkel fotografiert, stets zu kippen. (fotos: zoom)
Die Angaben über die Windräder kann man sich durch Klicken auf die grünen Kreise der Geoserver-Karte anzeigen lassen. Alle fünf WKAs haben eine Nabenhöhe von 100 Metern. Der Rotorradius beträgt 33,5 (3) bzw. 38,5 Meter (2). Also sind die Windräder bis zur obersten Spitze 138,5 bzw. 133,5 Meter hoch.
Was uns ansonsten aufgefallen ist: die Anlagen sind sehr imposant, die Warnung vor dem „Eiswurf“ hemmte unsere Schritte, unter der Anlage waren die Geräusche der Rotoren zu hören. Die Zufahrtswege waren einspurig, teils asphaltiert.
Wie ist das mit der „Eiswurfgefahr“? Ab wann muss man damit rechnen? Einspuriger Zufahrtsweg zur WKA.
Im Oversum wurde Rosenmontag 2014 eine Schlittschuh-Kunstoffbahn getestet. (archiv: zoom)Nach dem Studium der Berichte aus den städtischen Gremien müssen wir annehmen, dass der Wintersportort Winterberg in naher und mittlerer Zukunft keine Eislaufbahn erhalten wird.
Ein Ersatz für die abgerissene Eislaufhalle scheint sich weder für die Stadt Winterberg noch für irgendwelche Investoren zu rechnen.
So werden die Winterberger Gäste zum Eislaufen ins hessische Willingen fahren (müssen).
Auch die Aufstellung einer Kunststofffläche erscheint sehr unsicher. Wobei sich die Frage stellt, wer überhaupt eine Plastiklauffläche haben oder betreiben will.
Bevor wir gleich die Einlassungen von Tourismusdirektor Michael Beckmann auf der Ratssitzung im November zitieren, eine Vorbemerkung: Beckmann spricht euphemistisch von „Synthetikeis“, dabei handelt es sich mitnichten um Eis, sondern um Plastik.
Zitat Mitteilungsblatt 12. Dezember, S. 58:
Tourismusdirektor Beckmann berichtet, dass die WTW, wie in der letzten Ratssitzung vorgestellt, eine Ausschreibung geschaltet habe, um einen Pächter für die evtl. geplante Outdoor-Eisfläche zu finden. Hierauf hätten sich zwei Interessenten gemeldet. In den geführten Gesprächen sei seitens der Interessenten klar gemacht worden, dass aufgrund der Betriebskosten, insbesondere der Stromkosten, plus Pacht- und Personalkosten eine Kunsteisbahn mit gefrorenem Eis nicht weiterverfolgt werden könne.
Nach wie vor könne aber über eine Outdoor-Bahn mit Synthetikeis nachgedacht werden. Schon die kleine Testfläche, die die WTW im März im Oversum ausgelegt habe, hätten 80% der befragten Personen für gut befunden. Beckmann führt weiter aus, dass in den Gesprächen mit den Interessenten viele Bedenken, z. B. zur Räumung der schneebedeckten oder gefrorenen Eisfläche oder der Lagerung u. a. der Schlittschuhe, angesprochen worden seien. Daher habe man sich in Abstimmung mit dem Pachtinteressenten entschieden, eine 4-wöchige Testphase einer Synthetikeisbahn im Februar oder zum Winterberger Wintermarkt durchzuführen. Die Bahn soll dann zunächst gemietet werden. Über den Kauf würde dann nach der Testphase entschieden. Mit diesem Miet-Kauf-Modell werde man das Risiko einer von verschiedenen Anbietern bei Nichterwerb erhobenen möglichen Konventionalstrafe minimieren. Nach Abschluss dieser Testphase werde er in den städtischen Gremien über die Ergebnisse und Erfahrungen berichten. Er müsse allerdings betonen, dass es zu einer Testphase nur kommen könne, wenn man mit dem Pachtinteressenten eine Einigung über die Kostentragung erzielen werde.
tl; dr Keine Kunsteisbahn für Winterberg; Plastikbahn eher unwahrscheinlich.
<Polemik on> Ist das schon Zensur oder ist das in Winterberg üblich? <Polemik off>
Aus dem Mitteilungsblatt der Stadt Winterberg vom 12. Dezember 2014:
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion weist die Kritik, dass seine Partei das Projekt Oversum nicht mehr unterstütze, entschieden zurück. Er habe lediglich angemerkt, dass der Rat bei der Umsetzung der Pläne zu blauäugig reagiert habe und er nur Kritik an der Umsetzung des Projektes geübt habe.
Abschließend sensibilisiert [sic!] Bürgermeister Eickler noch einmal [sic!] die gewählten politischen Vertreter dahingehend, dass der Bürger Äußerungen im öffentlichen Raum eine besondere Bedeutung beimesse und er deshalb anrege, egal um welches Thema es sich handle, immer sorgfältig Äußerungen in der Öffentlichkeit abzuwägen. Das gelte auch zu Äußerungen zum Oversum.
Welche Methode wendet ein Bürgermeister bei einer derartigen „Sensibilisierung“ an? Leichtes Streicheln? Schläge auf den Hinterkopf? Folter im Rathauskeller? „Isch mach Disch Oversum“?
Wir wissen es nicht.
Was wir wohl annehmen dürfen: seit der Sensibilisierung durch den Bürgermeister wägen die Ratsmitglieder ihre Äußerungen im Gespräch mit dem Bürger sorgfältig ab.
Das war die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht ist, dass die Sensibilisierung anscheinend nur für die „Äußerungen in der Öffentlichkeit“ gilt. Am Stammtisch machen wir weiter wie bisher, und da hört man Sachen … oho!
Demnächst in diesem Blog …
*** „Neusprech“ bezeichnet die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte Sprache. Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation des Volkes [hier: des Rates, zoom] in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech