Sauerländer Bürgerliste und Freie Wähler wollen das Schülerticket im Hochsauerlandkreis.

Schuelerticket20160315Die im Kreistag vertretene Liste SBL/FW will das Schülerticket im Hochsauerland. In einer Anfrage an den Landrat fragt die SBL/FW, ob der Hochsauerlandkreis ein Schülerticket, analog zu dem Ticket in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein, einführen könne und wolle.

In anderen Landkreisen und Städten in NRW, so die SBL/FW, seien Schülertickets bereits Realität, so beispielsweise in den Nachbarkreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein.

Das Schülerticket ermögliche dort den Schülerinnen und Schülern in allen Bussen und Bahnen rund um die Uhr freie Fahrt, und das an 365 Tagen im Jahr, unabhängig von der Entfernung zwischen Wohnung und Schule.

Näheres über die Bedingungen: http://vgws.de/tarife/tickets/schuelerticket-azubiticket/.

Eine erste Bilanz findet sich hier: http://www.kreis-olpe.de/Quicknavigation/Startseite/Sch%C3%BClerticket-Bilanz.php?object=tx|2041.1&ModID=7&FID=2041.2806.1&NavID=2041.1

Nach Meinung der SBL/FW sei das „FUN-Ticket“ kein gleichwertiger Ersatz für ein kostenfreies Schülerticket; denn das „Fun-Ticket“ gilt nicht für Fahrten zur Schule und zu Ausbildungs- und Praktikumsstellen. Außerdem sei es für viele Kinder und Jugendliche zu teuer.

Ursula von der Leyen verteidigt Titel – ein guter Tag für die Ministerin, ein schlechter Tag für meinen Hausarzt.

VonDerLeyen
Auf die Grafik klicken, um zur Untersuchung zu gelangen. (screenshot: zoom)

Seit heute ist es gewissermaßen amtlich, dass medizinische Dissertationen nicht unbedingt wissenschaftlichen Kriterien genügen müssen. Ursula von der Leyen darf weiterhin ihren Dr.-Titel führen, obwohl sie in ihrem schmalen Werk großflächig plagiiert hat.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) belässt von der Leyen den Titel, obwohl „die Prüfungskommission der Uni gravierende Fehler an der Dissertation festgestellt hat.“[1]

Die Ministerin habe zwar plagiiert, aber es handele sich nicht um „ein „Fehlverhalten“, das von einer „Täuschungsabsicht getragen“ worden wäre.“[2]

Die Verbindungen Ursula von der Leyens zur (MHH) sind ein offenes Geheimnis:

Die Leidtragenden der Affäre von der Leyen sind diejenigen DoktorandInnen der Medizin, die zur Erlangung des Dr.-Titels eine wissenschaftliche Arbeit abgeliefert haben (bitte melden!).

Die Verteidigungsministerin hat wahrscheinlich dazu beigetragen, den medizinischen Dr. weiter ins Lächerliche zu ziehen.

Den Vorgang selbst kommentierte Erbloggtes gestern folgendermaßen:

„Auf der Ebene der öffentlich nachprüfbaren Kriterien für eine Doktor-Entziehung hatte Gerhard Dannemann schon im Herbst 2015 festgestellt, dass von der Leyens Promotion alle Kriterien erfüllte, die von Gerichten zur Bestätigung von früheren Doktorentziehungen wegen Täuschung verlangt worden waren.“[3]

(Update: Link zu einem Account gelöscht.)

Die Plagiatsuntersuchung[4] von VroniPlag kann man hier nachvollziehen: http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Ugv

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[1] http://www.taz.de/Kommentar-Von-der-Leyens-Doktortitel/!5285935/

[2] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-entscheidung-in-der-plagiatsaffaere-als-karrierevorteil-a-1081525.html

[3] https://erbloggtes.wordpress.com/2016/03/09/ursula-von-der-leyens-doktor-nicht-entzogen/

[4] http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Ugv

„Was sind gute Schulen?“ – Themenausgabe von Schulpädagogik-heute im Open Access

schulpaedagogik20160305In meinem Briefkasten liegt seit ein paar Tagen ein Hinweis auf die neue Themenausgabe von Schulpädagogik-heute zur Frage ‚Was sind gute Schulen?‘.

Die schulpädagogische Online-Zeitschrift ist –im open access– soeben erschienen:

http://www.schulpaedagogik-heute.de/

„120 Autorinnen und Autoren haben ca. 80 Beiträge zur zentralen Frage nach der Qualität von Schule verfasst“, heißt es auf der Website des Prolog-Verlages, und weiter:

„Die Frage nach den ‚guten Schulen‘ wird zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Kulturkreisen sicherlich verschieden beantwortet werden. Dementsprechend besteht kein Konsens über Ergebnisse, auf die schulisches Wirken abzielen soll und über Wege, die die Umsetzung der Ziele fördern sollen. Folglich müssen bei der Bestimmung von Schulqualität, die als ein mehrdimensionales Konstrukt verstanden wird, die Wechselbeziehungen zwischen Faktoren des Kontextes, des Unterrichts und der Zielgruppen beachtet werden (Ditton/ Müller, 2011). Aber auch die eigene gesellschaftliche, politische und ökonomische Interessenslage wird einen Einfluss auf die Beantwortung der Frage nach der guten Schule haben. Entsprechend wird insbesondere das Verhältnis von Erziehung und Bildung für schulische Ziele unterschiedlich gesetzt werden – in den Extremen zwischen auf Anpassung ausgerichteter Dressur und an Mündigkeit orientierter Partizipation verortet.“

Auch, wenn mich der letzte Satz etwas irritiert, denn mit dem Leitbild des mündigen Bürgers/der mündigen Bürgerin bin ich aufgewachsen und habe es nie als Extrem gesehen, werde ich mich in den nächsten Tagen in die Artikelsammlung einlesen.

Mich persönlich interessiert zur Zeit besonders die Frage, zu welchem Zwecke und Ende wir eigentlich in Deutschland „Schule veranstalten“. Die Diskussion darüber habe ich schon lange nicht mehr geführt, denn spricht man mit Lehrerinnen und Lehrern über ihr Arbeitsfeld, geht es meist um Alltagsprobleme wie beispielsweise Disziplin, Hausaufgaben und Klassengröße, aber selten bis nie um „das große Ganze“.

„Schulpädagogik-heute“ spannt den inhaltlichen Rahmen demgegenüber sehr weit:

„Es scheint, als müsste eine Theorie der Weltgesellschaft als neuer Referenzrahmen auch für eine Theorie der Schule gewählt werden. Während im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert die Schule ein Motor für die Herstellung der Nationen war, übernimmt sie gegenwärtig eine gewisse Rolle bei der Evolution zur Weltgesellschaft; sie bereitet funktional für die Weltgesellschaft vor und stellt Strukturen eines Weltbildungssystems mit her.“

Die Themen sind folgerichtig breit gefächert:

  • Historische und kulturelle Relativität von Schule;
  • Rolle der Schule bei Erziehung und Wertevermittlung;
  • Schule von den Kindern und Jugendlichen her denken;
  • Funktionen der Schule und Konsequenzen für das Lernen;
  • Partizipation, Schulaufsicht und Schulentwicklung;
  • Kompetenzorientierung und Prüfungsformate in der ‚guten Schule‘;
  • Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen;
  • Rhythmisierung von Ganztagsschulen;
  • ‚Gute Schulen‘ und Inklusion;
  • Lehrerbildung und Schulqualität;
  • Zum Verhältnis von Schulatmosphäre, Unterrichtsklima und Lernerfolg;
  • Lernökologische Gestaltung von Schule;
  • Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien kommen in die Schulen;
  • Schulen der Zukunft;
  • Weltgesellschaft, Globalisierung und Schulentwicklung;
  • Zur Frage religiöser und ethischer Bildung an ‚guten Schulen‘;
  • Digitale Lerngemeinschaften;
  • Gesunde Schule – Wann stärken Schulen die Ressourcen der Lernenden?
  • Erfolgreiche Schulmodelle aus anderen Kulturkreisen;
  • Verhältnis und Vergleich von privaten und öffentlichen Schulen;
  • Schulfunktion und Schulstruktur;
  • Best Practice-Beispiele gelungener Schulentwicklung.

Die Federführung der Ausgabe hatten Swantje Hadeler, Gabriel Hund-Göschel und Klaus Moegling. Die Beiträge zur Ganztagsschule wurden von Natalie Fischer, Hans-Peter Kuhn und Carina Tillack betreut.

Selber stöbern und lesen: http://www.schulpaedagogik-heute.de/

Kurz gebloggt: Refugee Guide

Der Refugee Guide macht einen soliden Eindruck. (screenshot: zoom)
Der Refugee Guide macht einen soliden Eindruck. (screenshot: zoom)
Durch einen Tweet von Antje Schrupp bin ich heute auf den Refugee Guide gestoßen.


Ich habe mir die Website kurz durchgeschaut und gedacht, dass mir die Sache lohnenswert erscheint, auch wenn ich selbst den Guide noch nicht praktisch erprobt habe.

„Diese Orientierungshilfe enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland.“

Die Broschüre ist in folgenden Sprachen als PDF erhältlich:

deutsch
deutsch, einfache Sprache
englisch
französisch
arabisch
kurdisch
türkisch
pashto
dari
farsi
urdu
tigrinya
russisch
serbisch
serbisch
albanisch
mazedonisch

Außerdem liegt ein Plakat in zwei Formaten samt QR-Code bei:

http://www.refugeeguide.de/dl/RefugeeGuide_Poster_A4.pdf

http://www.refugeeguide.de/dl/RefugeeGuide_Poster_A3.pdf

Könnte man ausdrucken und da an die Tür hängen, wo immer mensch vor sich hin werkelt und mit Flüchtlingen/Neuankömmlingen zu tun hat.

Erfahrungen mit dem Refugee Guide bitte in die Kommentare schreiben.

Nachtrag: Mein Drucker hat die Sonderzeichen im Plakat nicht ausgeben können. Ich habe dann einfach einen Screenshot (Druck-Taste) erstellt und diesen mit Umweg über meine Bildbearbeitung (IrfanView)ausgedruckt. Funktioniert.

Umleitung: Fünf Jahre Guttenberg, Rassismus, Geschichte, Gravitationswellen und Verhöhnung eines Feuerwehreinsatzes.

Wenn ich nur noch wüsste, wo das war ... (foto: zoom)
Wenn ich nur noch wüsste, wo das war … (foto: zoom)

Plagiate, Presse, Politik: Fünf Jahre Guttenberg … erbloggtes

Deutschland ist noch immer ein Land der Demokraten und Humanisten: Es ist auch an der Zeit, all jenen Normalbürgern, die angesichts von Flüchtlingsproblematik und EU-Krise tatsächlich verunsichert, beunruhigt, besorgt sind, deutlich vor Augen zu führen: Sich auf diesen faschistischen Sumpf einzulassen, ist keine Alternative zu was auch immer … pecht

Clausnitz und Bautzen: Werden wir uns bald an Tote gewöhnen? … störungsmelder

Die Leyen-Spieltruppe: Dienst an der Waffel … zynaesthesie

Carl Blohm 1886 – 1946: Maler der Marschen … harbuch

Zurück zum Nationalismus. Keine Zukunft für die Geschichte? In Europa sprießen seit einiger Zeit allenthalben Nationalismen aus dem Boden, so als hätte es Jahrzehnte europäischen Zusammenlebens nie gegeben. Der Geschichtsunterricht steht dem hilflos gegenüber … publicHistory

Einsteins Vollender: Wissenschaftler bestätigen die Theorie der Gravitationswellen – einer von ihnen ist Rainer Weiss … juedischeallgemeine

RWE-Krise treibt Revierstädte tiefer in den Sumpf: Der Wille zur Kurskorrektur fehlt im Ruhrgebiet … postvonhorn

Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab … revierpassagen

Hagen: Verunsicherung und Tränen in Douglas-Belegschaft … doppelwacholder

DFV-Präsident Ziebs verurteilt Verhöhnung von Feuerwehreinsatz: Die Feuerwehr wurde im sächsischen Bautzen durch Gaffer bei der Brandbekämpfung an einem geplanten Asylheim behindert. Gleichzeitig bejubelte eine grölende Menge die brennende Flüchtlingsunterkunft. „Die Feuerwehrleute in Deutschland stehen uneingeschränkt zum Recht auf Leben und Unverletzlichkeit der Person. Und dies, ohne Ansehen der Person, der Herkunft, der Hautfarbe oder der Religion“ … neheimsnetz

Wie Lobbyismus in die Schule kommt: Bildungsmesse didacta in Köln

Das Umspannungswerk an der Ruhr im Süden von Olsberg 2010 (Symbolfoto: zoom)
Energieriesen als Lobbyisten? Das Umspannungswerk an der Ruhr im Süden von Olsberg 2010 (Symbolfoto: zoom)

Berlin/Köln. Wie kommen die PR-Botschaften von Unternehmen in die Köpfe der Schülerinnen und Schüler.  Eine gute Gelegenheit, sich darüber schlau zu machen, sei die Bildungsmesse didacta, die noch bis  Samstag in Köln stattfindet, meint der Verein LobbyControl e.V. in seinem Newsletter vom 18. Februar 2016.

Auf der didacta werde an vielen Ständen und Materialien erfahrbar und nachvollziehbar, wie Lobbyismus an Schulen funktioniere.

LobbyControl fordert die BesucherInnen der didacta auf, beim Besuch der Bildungsmesse kritisch hinzuschauen und befreundete LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen über die Problematik zu informieren.

Gebündelte Informationen stehen im Online-Lexikon Lobbypedia:

http://lobbypedia.de/wiki/Lobbyismus_an_Schulen

Beispielsweise hätte die Recherchen zu den Schulaktivitäten von RWE im November 2015 gezeigt, dass Lobbyismus an Schulen zu einem großen Problem geworden sei. Der Energiekonzern würde Schülerinnen und Schüler für seine Geschäftsinteressen instrumentalisieren.

„Meinungsmache“ im Klassenzimmer könne nur wirksam eingedämmt werden, wenn sich alle Betroffenen an der Aufklärung beteiligten.

Umleitung: Von Fritz Stern über den totalen Rausch zum Phänomen Faust in Arnsberg.

Am Sonntag schien die Welt wieder in Ordung: Null-Grad-Schnee am Großen Bildchen (foto: zoom)
Am Sonntag schien die Welt wieder in Ordung: Null-Grad-Neuschnee am Großen Bildchen (foto: zoom)

Historiker Fritz Stern“: Ein neues Zeitalter der Angst“ … dradiokultur

“Die Schüler der Madame Anne” – Geschichtsunterricht im Kinofilm und Holocaust Education: Er[der Film] inszeniert vielmehr – sicherlich in guter Absicht – einen didaktischen Missgriff unangemessener Übertragungen … publicHistory

Das schlechte Gedächtnis des Internets: Wider den Cyber-Analphabetismus … nzz

Gemeinfreitag #2: Rosie the Riveter … schmalenstroer

„Der totale Rausch“: Erhellendes Buch über Drogenkonsum in der NS-Zeit … revierpassagen

Dortmund – Kunst und Architektur erradeln: Mit dem Fahrrad am 4. Februar nordwärts … nordstadtblogger

Hagen nicht ganz koscher?: Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde macht sich mit der AfD gemein … doppelwacholder

Duisburg rüstet auf: Reine Selbstverteidigung. Waffen für Alle! … jurga

Diskriminierung für Dummys: „Tappten die nordafrikanischen Banden in die Fußball-Falle?“ … operationharakiri

Arnsberg mit neuer TEATRON-Produktion in 2016: “Phänomen FAUST” … neheimsnetz

Dinslakens Menschen bewegte in meiner alten Heimat: Schatzkammer, Wohnungsbau, Bahnhofsvorplatz, Flüchtlingseinrichtungen, Sicherheitsgefühl … andreashaab

Gefunden: Pisa und Co – die „perversen Effekte der Steuerung in Schulen“

standard20160121In einem Interview mit dem österreichischen Standard spricht Malte Brinkmann,  Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, über „perverse Effekte der Steuerung in Schulen“.

Durch Pisa und Co gebe es keineswegs besseren Unterricht. LehrerInnen würden deprofessionalisiert, der eigentliche Unterricht würde zu technisch gesehen und in eine kurzatmige Abfolge von Sozialformen und Methoden zerlegt.

(Ich habe im Folgenden die für mich wichtigen Gedanken des Interviews paraphrasiert. „Aus Gründen“, wie man heute neudeutsch sagt. Das Thema interessiert mich und ich will es mir hier im Blog merken, um vielleicht später noch einmal darauf zurückzukommen.)

Sein Team, so Brinkmann im Interview mit dem Standard, untersuche in Berlin Unterricht mit Hilfe von Videoaufzeichnungen.

Im Rahmen der aktuellen Bildungsreform werde die Umstellung auf Bildungsstandards, Kompetenzen und Tests wie Pisa oder wie die in Österreich kürzlich angelaufene Überprüfung der Bildungsstandards mit dem Versprechen verbunden, dass damit mehr Qualität und mehr Gerechtigkeit erzeugt würden.

Dieses Versprechen von mehr Qualität und Gerechtigkeit werde aber nicht eingelöst. Ganz im Gegenteil würden perverse oder umgekehrte Effekte für Schüler und Lehrer erzeugt.

Der Unterricht werde nicht besser, denn durch eine technokratische Vorstellung vom Unterricht werde regelrecht Unaufmerksamkeit erzeugt. Gleichzeitig fände eine Deprofessionalisierung der Lehrer statt.

Es könne inzwischen auch empirisch nachgewiesen werden, dass der Unterricht in vielen Fällen nicht besser werde.  Lehrerinnen und Lehrer verfügten nur noch über wenig pädagogische Urteilskraft und könnten die Ursachen für schlechten Unterricht nicht erklären.

Das sei allerdings nicht die Schuld der Lehrerinnen und Lehrer. Ihre Aufgabe werde „im aktuellen Evaluationssystem und in der Ausbildung vielfach darauf reduziert, aufgrund der sogenannten „objektiven“ „Datenrückmeldungen“ „Datennutzung“ zu betreiben.“

Diagnostische Datennutzung, so Professor Brinkmann, ergebe nicht unbedingt guten Unterricht.

Zwei Aspekte seien für guten Unterricht wichtig.

Im Unterricht werde zum einen das lebensweltliche Wissen und Können der Schüler in symbolisches Wissen und Können transformiert. Sie sollten den Umgang mit Symbolsystemen wie Zahlen, Schriftzeichen oder dem Periodensystem lernen, aber auch den Umgang mit Anderen und Fremdem. Dieser Transformationsprozess müsse didaktisch inszeniert werden.

Dafür seien Fragen und Zeigen die wichtigsten pädagogischen Handlungsformen.

Weiterhin seien Zeit, Ruhe und Muße zentrale Bedingungen für guten Unterricht. Aufgrund der Beschleunigung, die die Schulen in der Dauerreform erfasst habe, sei ein Unterricht, in dem sich die Schüler über eine längere Zeit konzentriert und fokussiert mit einer Sache beschäftigen, kaum noch möglich.

Unterricht bestehe heute vielfach aus einer sehr kurzatmigen Sequentialisierung mit schnellem Wechsel von Sozialformen und Methoden. Diese Abfolge wirke wiederum pervers: Die Schüler lernten auf diese Weise Unaufmerksamkeit.

Aus internationalen Leistungsstudien, aber auch aus nationalen Tests, ließen sich keine kausalen Erklärungen ableiten, warum ein Wert besser oder schlechter gerankt werde. Es gebe keinen direkten Bezug zur Praxis.

Vielmehr funktioniere Pisa in Medien und Politik als „Legitimationsinstrument für unterschiedliche bildungspolitische Reform- und Strukturmaßnahmen“.

Die Grenzen der Aussagefähigkeit der Tests müssten gesehen werden. Der Unterricht dürfe nicht von Testaufgaben dominiert werden.

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Das ganze Interview lesen:
http://derstandard.at/2000029219680/Erziehungswissenschafter-Die-Schueler-lernen-so-Unaufmerksamkeit

Pressemitteilung der SBL: Wie läuft es mit dem Bildungs- und Teilhabepaket?

SBLWordle20160119Meschede. (sbl_pm) 2011 führte die Bundesregierung das „Bildungs- und Teilhabepaket“ (BuT) ein. Die Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW) sah das BuT von Anfang an kritisch, zum einen aufgrund der offenbar viel zu geringen finanziellen Leistungen, aber auch wegen des hohen Verwaltungsaufwands.

Nach wie vor ist die SBL der Meinung, dass das BuT viele bedürftige Kinder und Jugendliche nicht oder nicht im genügenden Maße erreicht.

Diese Ansicht unterstreicht z.B. auch eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland, wonach in Niedersachsen die tatsächlichen Kosten des Schulbedarfes die im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes erstatteten Schulbedarfe bei weitem übersteigen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der notwendige Betrag bei allen Schulformen und Jahrgängen deutlich über 200 Euro liegt. Besonders groß sei die Unterdeckung bei der Einschulung und beim Schulwechsel in die Klasse 5 mit Kosten von rund 350 Euro.

Die SBL-Fraktion stellte am 19.01.2016 eine Anfrage an den Landrat mit der Bitte – bezogen auf die Jahre 2013, 2014 und 2015 – folgendes zu beantworten:

  1. Schulausflüge – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten eine finanzielle Förderung aus dem BuT für Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr?
  2. Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten eine finanzielle Förderung aus dem BuT für ihren persönlichen Schulbedarf? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr?
  3. Schülerbeförderung – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten für diesen Zweck eine finanzielle Förderung aus dem BuT? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr?
  4. Schulische Angebote für ergänzende Lernförderung – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten aus diesem Grund eine finanzielle Förderung aus dem BuT? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr?
  5. Teilnahme an gemeinschaftlicher Mittagsverpflegung – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten dafür eine finanzielle Förderung aus dem BuT? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr?
  6. Bedarfe zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft wie Vereinsmitgliedschaften und Musikunterricht – Wie viele Kinder und Jugendliche im HSK erhielten aus diesem Anlass eine finanzielle Förderung aus dem BuT? Wie hoch waren die aus dem BuT dafür verausgabten Beträge in diesem Zeitraum pro Jahr? Für welche Leistungen flossen diese Mittel im Einzelnen?
  7. Wie groß ist der Verwaltungsaufwand für die Umsetzung des BuT in Ihrem Hause (Anzahl Mitarbeiter/innen/monatliche Arbeitszeit)?
  8. Ist Ihre Behörde der Ansicht, dass das Bildungs- und Teilhabepaket ein Erfolg ist und dass die tatsächlichen Kosten durch die zur Verfügung stehenden Mittel gedeckt sind?
  9. Wünschen Sie bzw. Ihre Mitarbeiter/innen Änderungen oder Reformen? Wenn ja, welche?

Burghofbühne Dinslaken: Zwei Tage bleiben noch zum Unterzeichnen …

Ende November hatte ich den Blogeintrag „Burghofbühne Dinslaken vor dem Aus? Ich habe dann mal die Petition unterzeichnet“ veröffentlicht.

Die Gründe, die mich zum Zeichnen der Petition bewegt haben, sind in dem verlinkten Artikel beschrieben.

Das Ziel von 4000 Dinslakener Unterschriften wird wohl in den letzten zwei Tagen der Petition nicht erreicht werden. Ich denke aber trotzdem, dass jede Stimme derer, die mit Dinslaken und der Burghofbühne verbunden sind, zählt.