Skitourismus in Winterberg: Blick auf die Kappe

Vor zwei Tagen: Blick vom Hesborner Weg auf das Skigebiet Kappe mit Bobbahn (foto: zoom)

Winterberg hat Glück, dass an diesem Wochenende doch noch etwas Naturschnee fallen soll.

Dann können ausreichend aktuelle Werbebilder für die Marke Skitourismus produziert werden. Bislang mussten für die Illustration der Jubelartikel in den Lokalmedien häufig Archivaufnahmen herhalten.

Die Marke Winterberg wird an diesem Wochende poliert. Nach dem Schnee sollen Sonne und Kälte folgen. Beste Bedingungen für die Maschinenschnee-Produktion mit Schneekanonen und Schneelanzen.

Es kann ja sein, dass ich zu mäkelig bin, aber diese Art von Wintertourismus, der nur mit Hilfe von künstlich erzeugten Eissplittern = Kunstschnee aufrecht erhalten wird, gefällt mir nicht.

Wasserrückhaltebecken (Speicherteiche) entziehen dem natürlichen Kreislauf das Wasser. Rohre transportieren es bei Bedarf zu den Schneeerzeugern, Leitungen liefern den Kanonen die nötige Energie. Es ist ein hochartifizielle Landschaft, die aber für viele Tourist*innen immer noch die perfekte Winter-Illusion vermitteln kann.

Weiter so, Winterberg?

Ich denke, darauf läuft es hinaus, solange der Skitourismus profitabel ist.

Die Klimakrise ist übrigens auch eine Wasserkrise, zu besichtigen aktuell am Gardasee.

Fangt den Vorfrühling, fahrt Rad…

Heute zwischen Altenfeld und Bödefeld (foto: zoom)

Am Sonntagabend hatte ich nach einem nebligen Tag im Blog notiert:

Morgen soll ein Wunder geschehen. Laut Wettervorhersage wird die Sonne mehr als acht Stunden scheinen. 10° Celsius in Siedlinghausen. Kein Nebel, keine Wolken. Ich kann es nicht glauben. Wie soll das gehen?

Seit Montagmorgen scheint tatsächlich tagsüber die Sonne im Hochsauerland, der Himmel ist blau und die Temperaturen liegen um 10° Celsius im Plus, ein perfektes Radfahrwetter. Mit meiner Thermowäsche und den darüber liegenden Zwiebelschichten war ich sogar zu warm angezogen.

Morgen starte ich zur Vorfrühlingsabschiedstour, denn ab Donnerstag soll das Wetter wieder ungemütlich werden: Wind, Regen und 6° – 8° Celsius für Winterberg. Da wird auch für Siedlinghausen und den Rest des Hochsauerlandes keine Sonne übrig bleiben.

Für den Wintertourismus in der Klimakrise hat extra 3, das Satiremagazin des NDR, einen Song zum Schneesport komponiert: „Wir fahr’n Ski“. Siehe auch die Kommentare zu Siedlinghausen heute Abend: um 180° gedreht. Wie grün wird der Winterurlaub der Zukunft? hier im Blog.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=qsH3BwHELeA
Have Fun! 🙂

Siedlinghausen heute Abend: um 180° gedreht. Wie grün wird der Winterurlaub der Zukunft?

16.54 Uhr im Vordergrund: Maisfeld-Monokultur – Hintergrund (Berg): kranke Fichtenmonokultur mit Kahlflächen (foto: zoom)

Wenn man sich vom Maschinenschnee aus Hunderten von Schneekanonen nicht blenden lässt, sieht man schnell die schäbigen Seiten des Hochsauerlandes.

Landwirtschaftliche Monokultur, kranker Fichtenforst, vom Borkenkäfer und Klimawandel dahingerafft, immer weiter wachsende Kahlschläge – die Menschen auf dem Dach von NRW stehen vor schwierigen Aufgaben: Umbau der Forstwirtschaft, Energiewende, Neuausrichtung des Tourismus – das wird schwer, denn es ist immer noch zu leicht, mit dem inzwischen hochmaschinellen und künstlichen Skitourismus Geld zu verdienen.

Nur nicht dran rütteln, es wird schon noch ein paar Jahre gut gehen, nach uns die Sintflut. Die Meckerköppe beschädigen unsere Marke „Winterberg“, da hängen Arbeitsplätze dran. Zu Zehntausenden drängen die Touristen aus allen Teilen Deutschlands und vor allen Dingen den Niederlanden nach Winterberg und seine höher gelegenen Ortsteile Altastenberg und Neuastenberg.

Die Marketingmaschine läuft, die Lokalmedien machen mit. Man will ja nicht als Nestbeschmutzer dastehen. Dann lieber ein Jubelartikel zu viel als zu wenig. Zeit für Gewinne, nicht für Konzepte.

Oder vielleicht doch? Am 16. Februar findet im Oversum Winterberg das Stadtgespräch von WDR 5 statt. Thema: Wie grün wird der Winterurlaub der Zukunft?

Diskutieren werden

  • Michael Beckmann, Bürgermeister in Winterberg
  • Matthias Heise, Wissenschaftler der TU Dortmund und Mitautor einer Studie zum Strukturwandel in Skigebieten der Schweiz
  • Jan Matzoll, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im NRW-Landtag

Moderation: Ralph Erdenberger und Brigitte Krämer

Beginn:20.04 Uhr
Ende:21.00 Uhr
Einlass:19.30 Uhr
Karten:Kostenfrei

Eine Minute nach dem Bild oben habe ich mich um 180° gedreht. Die Sonne ging hinter den Bergen unter. Siedlinghausen lag schon im Schatten.

16.55 Uhr: Siedlinghausen im Schatten der Berge (foto: zoom)

Es gibt doch noch ganz schöne Ecken, habe ich gedacht. Mit Wanderschuhen oder mit dem Fahrrad lassen sie sich leicht finden. Sauerland geht auch ohne Ski-Tourismus.

Winternebel auf dem Kahlen Asten

Einer von vielen interessanten Bäumen (foto: zoom)

Der Kahle Asten ist eine weitläufige Kuppe, auf der man auch bei ungewöhnlichen Wetterlagen interessante Perspektiven entdecken kann; gestern nicht Sonnenuntergang oder Wolkentürme, sondern schneebedeckte und vereiste Bäume.

Die Luft war feucht und kalt, die Wanderwege nur zu erahnen. Dichter Nebel lag auf der Berghöhe.

Eigentlich hätte uns nach dem Spaziergang eine heiße Schokolade gut getan, aber mit der Gastronomie hapert es auf dem bekanntesten Berg Nordrhein-Westfalens.

Beim nächsten Mal dann halt mit Thermoskanne.

Moin! Blick aus dem Fenster…

Ein blaustichiger Blick aus dem Fenster. Ja, es ist Schnee. (foto: zoom)

Der Winter hat sich im neuen Jahr Zeit gelassen, doch seit gestern ist er im Hochsauerland angekommen. Das Außentemperatur zeigt Minusgrade, eine dünne Wolkendecke verdeckt die Sonne.

Ich richte mich darauf ein, die Kernstadt Winterberg und alle höher gelegenen Ortsteile am Wochenende großräumig zu umfahren. Die Touristenströme werden fließen.

Wenn man nicht am Tourismus verdient, bleiben Spaziergänge in abseitigen Gebieten des Hochsauerlandes und gemütliche Lesestunden am Esszimmertisch. Ich empfehle Sarah Kendzior, They Knew, als einen möglichen Einstieg in die Gegenwartspolitik der USA. Mir hatte schon Hiding in Plain Sight sehr gut gefallen.

Cetero censo, dass der Frühling kommen möge, weil ich gerne wieder mit dem Rad unterwegs sein möchte, denn an mir ist kein Skisportler verloren gegangen.

Letzte Abfahrt 2022

Kurz vor vier am Rauhen Busch (foto: zoom)

Es war eine ganz schlechte Idee, mal eben noch nach Winterberg hochzufahren, um ein paar Fotos im Skigebiet zu knipsen.

Kaum hatte ich das Auto an den Wasserwerken geparkt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Am Skilift Rauher Busch war die Kamera nach kurzem Fußweg nass geregnet und ich hatte Angst um die Elektronik. Kurz ausgelöst, umgedreht und nach Hause gefahren.

Erstaunlich: trotz schlechten Wetters schoben sich die Autokolonnen nach und durch Winterberg. Überwiegend gelbe Nummernschilder, aber auch Hessen, Rheinland, Niedersachsen. Den geplanten Einkauf bei Lidl habe ich kurzentschlossen gecancelt.

Nach Schnee sieht es für die Jahresendzeiturlauber*innen nicht aus. 14° Celsius in Siedlinghausen. Wintermantel gegen Sommerregenjacke getauscht. Sturmwarnung.

Kommt gut rüber. Ich bin dann mal weg.

Pausenbild: Schnee und Nebel in Winterberg – ein kleiner Spaziergang

Eine Gruppe von Bäumen auf einem Feld in Winterberg. Die Landschaft ist mit Schnee bedeckt. Die ganze Szene liegt im Nebel.
Eines war deutlich zu sehen: Nebel (foto: zoom)

Einerseits gibt es viel zu tun, andererseits hält mich einiges vom Tun ab. Die Lage ist unübersichtlich und darunter leidet auch die Arbeit am Blog.

Zwar hat mich Corona bislang noch nicht erwischt (klopf, klopf, klopf), aber dafür eine nickelige, nervige Erkältung. Nichts Halbes und nichts Ganzes, aber ausreichend um zu hüsteln, schniefen und schlapp in der Ecke zu hängen. Ohne Fieber. Schnelltest negativ.

Kein Brain Fog, und so kann ich wenigstens lesen und spazieren gehen, heute aus einem traurigen Anlass in Winterberg; und dann auch noch bei der Rückfahrt ein Interview mit „Madendoktor“ Mark Benecke im Radio über den Tod. „Hello Flies” könne auf seinem Grabstein stehen.

Wenn es im Hochsauerland Nebel gibt, dann zieht er als erstes in Altastenberg und Winterberg auf, kriecht dann durch das Tal der Namenlose Richtung Silbach, bleibt aber oft am Bahnübergang hängen. In Siedlinghausen behalten wir aus diesem Grund häufig den Durchblick.

Aber Nebel kann ja auch schön sein, und deshalb habe ich mich doch noch auf den Hügel oberhalb des Fußballplatzes des VfR Winterberg geschleppt. Ich mag Bäume im Nebel. Hello Fog, Hello Trees.

Baum, Bank und Spuren in der dünnen Schneedecke (foto: zoom)

Morgen ist schon der zweite Advent, und wie ich es im Blog angekündigt hatte, mache ich bislang unverzagt bei Mathe im Advent mit. Statt mich beim Frühstück über die Lage in der Welt zu grämen, löse ich zwei Matheaufgaben, wenn ich sie denn verstehen kann.

Gute Nacht! Morgen geht’s weiter.

Radfahren im Hochsauerland: Höhen und Tiefen. Bislang schlechte Beteiligung beim Fahrradklima-Test des ADFC.

Auf der Höhe zwischen Altastenberg und Großem Bildchen. Klein im Hintergrund Siedlinghausen. (foto: zoom)

Heute war noch einmal wunderbares Fahrradwetter. Raus mit dem Rad – hier im Hochsauerland ist es meist das E-Bike – und auf zur Abschlussfahrt zum Fledermaustunnel bei Bromskirchen, dem ersten hessischen Ort hinter der Grenze zu Hallenberg (NRW).

Da ich der Einfachheit halber hin und zurück den gleichen Weg genommen habe, in Stichworten den Hinweg: Siedlinghausen, Großes Bildchen, Altastenberg, Winterberg, Züschen, Hallenberg, Fledermaustunnel. 2 x 35 km = 70 km.

Bis Winterberg geht es über die Straße, danach über den Bahntrassenweg bis Hallenberg und den Radweg von Hallenberg bis zum Fledermaustunnel. Der Bahntrassenradweg ist die Sahnestrecke.

Schönes Wetter, schöne Strecke – es hat Spaß gemacht.

Vom 10. August bis zum 30. August hatte ich mich zusammen mit 154 Radler*innen an der Aktion Stadtradeln – Winterberg beteiligt. Wir 155 Radelnde haben in den drei Wochen in 19 Teams insgesamt 31.654 km auf dem Rad zurückgelegt. Ich selbst habe auf 30 Radtouren insgesamt 1094 km beigesteuert und alle meine Lieblingsstrecken rund um Siedlinghausen befahren. Mein persönliches Ziel war es, sämtliche Höhen und Tiefen auf diesen Strecken auszuloten, wobei sich die beiden Qualitäten sowohl auf die Geographie als auch auf das Fahrvergnügen beziehen.

Beispiel: Geographische Höhen wären der Kahle Asten oder die Windräder bei Einhaus, zu den schönsten Strecken zähle ich den oben genannten Bahntrassenweg, den Ederradweg, den Möhneradweg sowie die Bahntrassen des Sauerlandradrings. Geographische Tiefen findet man in den Flusstälern und an den Stauseeen, die Tiefen des Fahrvergnügens liegen direkt unter den Reifen. Es sind Straßen, die sich durch Schlaglöcher, Spalten, Aufrisse in einem Zustand befinden, die ich früher in Deutschland nicht für möglich gehalten hätte. Hierzu gehören die Landstraßen zwischen Siedlinghausen und Großem Bildchen, sowie die Straße zwischen Mollseifen und Züschen. Hier wächst sogar schon Gras in den Asphaltaufbrüchen. Was ich weiterhin nicht mag, sind die grob geschotterten Forst- und Wirtschaftswege, die als Radtourenwege ausgezeichnet sind. Hierzu gehört die Verbindung zwischen Siedlinghausen und Winterberg parallel zur L 740 und der Teil des Ruhrtalradwegs zwiab B 480 bis Anfang Niedersfeld und dann wieder Ende Niedersfeld bis Haus Wildenstein (Überquerung B 480).

Für das Alltagsradeln gibt es nur wenige, eigentlich keine vernünftigen Radwege. Die Straße nach Olsberg hat weder Radweg noch einen abgeteilten Radstreifen. Kürzlich ist bei Brilon auf der B 251 ein 26-jähriger Radfahrer von einem LKW getötet worden. Nun – der LKW hat das nicht alleine gemacht. Er wurde von einem Fahrer oder Fahrerin gesteuert. Diese Radfahrerschutzstreifen können sehr leicht zu Unfall- bzw. Todesstreifen werden. Sie sind oft schmal und die Autofahrer*innen halten oft nicht mehr genügend Abstand. Zwischen Siedlinghausen und Winterberg gibt es wenigstens den geschotterten, aber unangenehm zu befahrenden, Wirtschaftsweg, der darüber hinaus viele Schlaglöcher aufweist.

Am 30. August hatte ich eine Pressemitteilung des Hochsauerlandkreises über den ADFC-Fahrradklima-Test 2022 im Blog veröffentlicht. Vom 1. September bis 30. November 2022 könnten Radfahrerinnen und Radfahrer erneut das Fahrradklima vor ihrer Haustür bewerten. Dabei werde dieses Mal ein besonderer Fokus auf den ländlichen Raum gelegt, denn auch dort wünschten sich die Menschen die Möglichkeit, ihren Alltag mit dem Rad sicher und komfortabel zu gestalten.

Der Radverkehrsbeauftragte des Hochsauerlandkreises, Christoph Hester, rief die Bürger auf, zahlreich an der Abstimmung teilzunehmen.

Bis zum 29. September haben sich gerade einmal 7 Winterberger*innen an der Umfrage beteiligt. Ich denke, dass die Stadt Winterberg eine große Verantwortung für diese bislang miese Beteiligung hat, denn es wäre doch naheliegend, wenn die Stadt die Beteiligten am Stadtradeln mobilisierte, entweder durch einen Hinweis an alle in der Stadtradeln-APP oder durch direktes Anschreiben, sowie Pressemitteilung und Veröffentlichung in den stadteigenen Medien. Da ginge bestimmt mehr.

Ich kehre um und sehe das Licht am Ende des Fledermaustunnels. (foto: zoom)

Ich hoffe jedenfalls, dass der Ruf des Radverkehrsbeauftragten Hochsauerlandkreis bei den Bürgermeister*innen nicht ungehört verhallt.

Hier geht es übrigens auch ohne Aufforderung des Bürgermeisters zur Fahrradklima-Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs:
https://fahrradklima-test.adfc.de/teilnahme




… aber die Windräder: die Klimakrise auf dem „Erlebnisberg Kappe“ in Winterberg

Lifte, Räder, Rampen, Rodeln, Bike-Arena, Bobbahn, Brücken – es ist viele los auf der Kappe (foto: zoom)

Am letzten Samstag haben wir die Kappe in Winterberg besucht, ein 776 Meter hoher Berg in Winterberg, der im Marketing-Sprech der Touristiker:innen zum „Erlebnisberg Kappe“ umgetauft wurde.

Die Kappe ist so eine Art riesiger Open-Air Zirkus bei dem die Akrobat:innen (Tourist:innen) dafür bezahlen, kleinen und großen Thrill zu erleben. Das Motto der Veranstalter könnte lauten: „Sie lieben das Risiko? Wir verkaufen es Ihnen!“

Wir waren gerade angekommen und gingen die Straße Richtung Bobhaus hoch als auch schon der erste Rettungswagen des Tages an uns vorbeijagte. Wenig später landetet ein ADAC-Hubschrauber und das erste von zwei Unfallopfern der Mountainbike-Arena wurde in ein Krankenhaus ausgeflogen. Das Krankenhaus Winterberg selbst kann diese Art von Unfällen nicht behandeln.

Zu den Unfällen siehe auch hier im Blog: https://www.schiebener.net/wordpress/rettungshubschrauber-in-den-bikeparks-winterberg-und-gellinghausen-drei-mountainbike-fahrer-bei-unfaellen-verletzt/

Während das Unfallopfer aus der Bike-Arena in den Rettungswagen und dann später in den Hubschrauber verladen wurde, ging das normale Treiben auf der Kappe weiter: MTB-ler:innen jeglichen Alters stürzten sich in Scharen auf die Trails, Tourist:innen bestiegen die Panoramabrücke oder rutschten die Sommerrodelbahn hinunter. Kaum jemand nahm Notiz. Zwei Paralleluniversen.

Was uns zusätzlich erschüttert hat, war das Fahrgeschäft durch den toten Wald, die sogenannte Fly-Line. Der tote Wald, das sind die übriggebliebenen abgestorbenen Bäume des Waldsterbens auf der Kappe. Als der Wald, wie so viele Wälder im Hochsauerland, gerodet werden musste, blieben diese letzten Bäume aus einem besonderen Grund stehen: die Fly-Line ist an ihnen befestigt.

Die präparierten Tragebäume mit den Befestigungsseilen für die Fly-Line (foto: zoom)

Ohne diese Bäume hätte das Fahrgeschäft wohl nicht überlebt und um die Fly-Line abzubauen, ist es anscheinend zu profitabel. Die übrigen toten Bäume wurden nicht wie sonst üblich einfach mit dem Harvester herausgezogen, sondern sorgsam mit Hubschraubern herausgehoben, um die tragenden Bäume der Anlage nicht zu beschädigen.

Die Tragbäume ragen nun in den Himmel und werden im Laufe der Zeit verrotten. Allerdings wurden sie abgedeckelt, wahrscheinlich damit die Feuchtigkeit und die Zersetzer (Bakterien, Pilze) nicht so schnell ihr Werk verrichten können.

Blickrichtung Start, die Fly-Line ist gut zu erkennen. (foto: zoom)

Für 14,50 Euro kann man also noch einige Jahre (Preisveränderungen nicht ausgeschlossen) durch den toten Wald am Seil hängend 1000 Meter bis zur Talstation des Kappelifts hinunterschweben und sich die gerodeten Hänge des Sauerlandes samt sterbender Fichtenmonokulturen (meist braune tote Bäume) anschauen.

Hier schwebt gerade jemand die Fly-Line hinunter. (foto: zoom)

Für mich persönlich wird es ein Rätsel bleiben, wie man viel Geld dafür bezahlen kann, um dann durch eine sterbende Landschaft zu schweben. Aber vielleicht ist das nur für mich viel Geld und für die Tourist:innen Peanuts? Die Szenerie auf der Kappe hat etwas Verstörendes, gerade auch wenn man weiß, dass Winterberg die Klimakrise bislang auf die leichte Schulter genommen und die Energiewende verschlafen hat; dabei ist das noch mild und beschönigend ausgedrückt.

Sehen prima aus, eure Wälder ohne Windräder!

Fortsetzung folgt, denn die Klimakrise ist real.

Winterberg: Rettungshubschrauber im Bikepark. Zwei Schwerverletzte.

In unserem Briefkasten

Erneut gab es an diesem Wochenende im Bikepark Winterberg schwere Unfälle, diesmal mit zwei Schwerverletzten, einem Kind und einem jungen Erwachsenen.

(Pressemitteilung der Polizei HSK)

Nach einem Sturz mit seinem Fahrrad am Samstagmorgen gegen 10.15 Uhr wurde ein 7-jähriger Junge aus Relsberg in eine Spezialklinik geflogen. Er wurde schwer verletzt.

Ein 19-jähriger aus Calden kam Sonntagnachmittag gegen 14.50 Uhr mit seinem Fahrrad auf einer Down-Hill-Strecke zu Fall. Er wurde schwer verletzt in eine Spezialklinik geflogen.