Umleitung: Laschet, AfD, der Aufstand der Dummheit, Filterblasen, Quantenmechanik, Kultur in Dortmund und mehr.

Neulich an der Schleuse in Henrichenburg. (foto: zoom)

Laschet auf dem Schleudersitz: CDU-Wahlsieger mit vielen Problemen … postvonhorn

AfD: Eher Erleichterung als Jubel … blicknachrechts

Wo die AfD in Hagen abgesahnt hat: Von wegen Bulgaren und Rumänen … doppelwacholder

Trump und Co: „Der Aufstand der Dummheit“ … misik

Kleine Filterblasen-Systematik: Populismus, Haterkommentare und politische Wirklichkeitsaneignung … endoplast

Wie skurril darf’s denn sein? Das Einstein-Podolsky-Rosen-Experiment (EPR-Experiment) ist erneut zugunsten der Quantenmechanik ausgegangen … scilogs

Zwischendurch mal was ganz anderes: Island – Eine kurze Reisenotiz … harbuch

Fotografien und besetzte Städte: Fotografische Darstellungen von Geschichte sind bevorzugte Instrumente von Public Historians, besonders im Kontext von Ausstellungen. Sie rufen Emotionen hervor und erzeugen narrative Dimensionen … publicHistory

Journalismus: mobiler Journalismus mit dem Smartphone … ruhrnalist

Kultur in Dortmund: Fünf Sparten des Dortmunder Theaters präsentieren für 2017/18 ein üppiges Programm – Personalkarussell dreht sich … revierpassagen

Schlechtes Zeugnis: „Bildungs- und Teilhabepaket“ ist wohl kein Renner … sbl

Kleine Fluchten: fast erledigt!

Ich habe keinen Ehrgeiz, die ganze Strecke aus dem Sauerland hinauszuradeln. (fotos: zoom)

Wenn ich raus muss, muss ich raus. Das Blog habe ich zu Hause gelassen und eine Fahrkarte nach Dortmund gelöst.

Diesmal habe ich mich vom Hauptbahnhof durch die Nordstadt zum Hafen treiben lassen. Es radelte sich wie von selbst. Eine neue Strecke ist wie ein neues kleines geschenktes Leben.

Blauer Himmel, bunte Wandbilder an der Strecke. Emscher-Weg – ich komme wieder.

Die Emscher war teils renaturiert und teils in ihrer alten Rinne. Wer sich ein halbes Jahrhundert zurückversetzen lassen will, bleibt an den alten Abschnitten des Emscher-Wegs stehen. Dort riecht es noch so wie früher: faulig, stechend, süßlich, unbeschreiblich schrecklich-schön. Ein Jungbrunnen.

Der Geruch der Emscher als Pfad in die Kindheit.

Am alten Schiffshebewerk Henrichenburg wusste ich nicht, welche Entenart in der Schleuse umher schwamm.

Hat irgendwer eine Idee?

Enten im Schiffshebewerk Henrichenburg.

Warum schreibe ich das alles? Weil ich auf der Flucht war. Kleine Fluchten eröffnen große Perspektiven. Enten? Emscher?

Ok, in Wahrheit war ich auf dem Weg zu den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Dort haben wir uns den Sandmann von E.T.A. Hoffmann in der Inszenierung von … nein, das kommt später … angesehen.

Eine Rezension folgt, aber auch nur vielleicht, weil ich mich auf der Flucht befinde. Sobald ich in Sicherheit bin, schreibe ich los.

Versprochen.

Und bevor gp es kommentiert, poste ich das Folgende lieber unverzüglich:

Polyamorie: die Neue heißt Leipzig

Coole Stadt – heiße Liebe: Leipzig, nah & frisch (foto: zoom)

Mein ganzes Leben lang hatte ich diese Stadt noch nicht gesehen, aber jetzt habe ich mich Hals über Kopf in Leipzig verliebt.

In den wenigen Stunden, die ich hier verbracht habe, stolperte ich durch die Karl-Liebknecht-Straße mit ihrem bunten Kneipen- und Gaststättengemisch, schwebte durch Museen und Parks, sah Straßenkunst und Installationen, lief entlang der Bücher- und Plattenläden, verzehrte ein Konzert im Gewandhaus, habe eine Currywurst mit einem großen Bier hinunter gespült und bin immer noch nicht satt.

Gleich bin ich weg, aber ich weiß, dass ich zurückkommen werde. Cambridge, Hamburg, Dortmund, Bonn, Dublin, Bochum, Duisburg, Kassel, Bamberg, Washington, New York, Budapest, Prag, Wien …

Ich habe eine Neue, und die heißt Leipzig. Die anderen liebe ich aber trotzdem noch. Ganz doll, ehrlich!

Husum -> HSK. Zwischenstopp Planetarium Hamburg: ganz oben und auch unten.

Auf dem Weg von Husum in den HSK: Blick vom Planetarium im Hamburger Stadtpark auf die Stadtsilhouette mit Fernsehturm. (foto: zoom)

Der Rückweg von Husum in Nordfriesland bis ins „Hohe Hochsauerland“ kostet mich mit gemütlicher Autobahngeschwindigkeit von 120 km/h -die beiden Fahrräder auf dem Heckträger machten uns bei starken Winden vorsichtig- einen halben Tag, gut sechs Stunden.

Wir haben das Ende des Urlaubs durch eine Zwischenstopp in Hamburg hinausgezögert.

Prokrastination, ich komme schon.

Im Stadtpark herrschte Aprilwetter: Regen, Sonne, Hagel. Himmel grau, Himmel blau.

Das Planetarium ist vom Stadtparksee aus im Hintergrund zu sehen. (foto: zoom)

Den Rest erzähle ich vielleicht später. Da würde es dann, wie bei der Hinfahrt, um Autobahnstaus, Google-Maps und die Fähigkeit gehen, einen Stau in seiner ganzen Dynamik einzuschätzen.

Vor dem Abschied aus Hamburg habe ich die Regentropfen von der Brille gewischt, das Narzissenbeet geknipst und das Fahrtziel „Winterberg“ ins Tablet gehackt.

Keine Rosen, keine Tulpen, nur Narzissen – das Leben ist schön. (foto: zoom)

Der letzte Tag: Pellworm

Auf der Fähre von Nordstrand nach Pellworm war der Himmel noch voller Blau. (fotos: zoom)

Am letzten Urlaubstag in Nordfriesland haben wir die kleine Insel ohne Dünen -Pellworm-  besucht.

Pellworm ist rundum von einem Deich eingeschlossen. Ohne den völligen Abschluss zur und von der Nordsee gäbe es die Insel wahrscheinlich nicht mehr, denn sie liegt mehr als einen Meter unter dem mittleren Hochwasser.

Die Fähre kostete hin- und zurück 12 Euro pro Person und benötigte ca. 40 Minuten zwischen Strucklahnungshörn auf Nordstrand und dem Anlieger auf Pellworm, der zwei Kilometer vom alten Hafen entfernt in die Fahrrinne ragt.

Mit dem Shuttle-Bus wird man zum „Zentrum“ gefahren.

Mit dem Bus (kostenlos) wurden wir zum Hafen gefahren. Fischbrötchen und dann zwei Stunden auf dem Deich Richtung Leuchtturm und zurück gegangen, gewandert, geschlendert – je nach Wind und Laune.

Gegenwind – Rückenwind. Das übliche Nordsee-Muster.

Schafen beim Fressen zugucken.

Seele baumeln lassen.

Entspannt am Deich. Blick Richtung Nordstrand. Die Flut kommt.

Zum Abschluss ein Pott Kaffee mit Himbeerkuchen. Bus. Fähre. Flut.

Ein runder Tag.

Moin! Husum, Piraten, Schaufensterpuppen und der Strand von Sylt.

Das Morgenlicht scheint im Husumer Binnenhafen. (fotos: zoom)

Das „Moin!“ in Nordfriesland ist eine Art Rundumsorglosbegrüßung. Morgens, mittags, abends – mit „Moin!“ liegt man anscheinend immer richtig.

Der Doppelvokal „oi“ wird dabei nicht kurz und knapp gesprochen wie in „Moin, Moin“, sondern beide Selbstlaute klingen lang und gut voneinander unterscheidbar. Für mich hört es sich wie „Mooh-hiihn“ an. Gewöhnungsbedürftig.

Für 31 Euro sind wir heute mit dem Zug von Husum nach Westerland auf Sylt und zurück gefahren. Mit diesem Schleswig-Holstein-Ticket hätten wir einen Tag lang von 9 bis 3 Uhr des Folgetages flexibel durch ganz Schleswig-Holstein fahren können. Das Ticket gilt in allen Nahverkehrszügen in der 2. Klasse in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Busse ausgenommen) sowie in Hamburg in allen Verkehrsmitteln der HVV-Ringe A und B (Schnellbusse ausgenommen).

Am Bahnhof von Westerland fiel mir ein ironisches Wahlplakat der Piraten zu den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein am 7. Mai 2017 auf.

Sarkasmus, Selbstironie oder Galgenhumor? Wahlplakat der Piraten auf Sylt. 2012 hatte die Piraten noch 8,2% der Stimmen erhalten.

Unser Ziel war der Strand. Über der Friedrichstraße auf dem Café Leysieffer wurden drei bemalte männliche Schaufensterpuppen (oder etwa nicht?) von der Sonne beschienen.

Was will mir Westerland sagen?

Blau, grün, rot und schwarz bemalte Gesellen ohne primäre Geschlechtsmerkmale. Schaufensterpuppen?

Auf den Strand kamen wir erst nach Zahlung der Kurtaxe von 2 Euro pro Person am Kassenhäuschen. Aber dann wurde es ein schöner Spaziergang entlang der Meereslinie bei auflaufender Flut.

Alles richtig gemacht. Timing, Wetter – es passte.

Es war noch nicht viel los, und das war gut so.

„Rüm hart – klaar kiming“

Am Dockkoog bei Husum wird das Herz weit und der Horizont klar. (foto: zoom)

Rüm hart – klaar kiming”, wenn nur dieser verflixte Gegenwind nicht wäre. Rechtzeitig ist uns heute eingefallen, dass man das Rad einfach umdrehen und sich vom Rückenwind treiben lassen kann.

Die Frühlingsstürme hoch im Norden haben an unseren Nerven gezerrt, aber schön war es trotzdem – bis auf den Wind.

St. Peter Ording hat mich an unser Ferienhaus an der Küste von Louisiana erinnert. Lang ist es her, und ich weiß nicht, ob Hurricane Katrina 2005 noch etwas von den Hütten auf Stelzen an der Golfküste übrig gelassen hat.

In der Zeit vor Ostern ist der Strand bei St. Peter Ording unaufgeregt leer. Hier ein Toilettenhäuschen auf Stelzen.

In St. Peter Ording standen jedenfalls noch alle Häuser auf ihren Holzbeinen, was mich angesichts der Naturgewalten am Meer immer wieder auf’s Neue erstaunt.

Wenn man in der Gegend ist, lohnt es sich das Eidersperrwerk zu besichtigen. Ich frage mich, wie Menschen derartige Bauwerke auf die Reihe bekommen, wo ich doch nur mit Ach und Krach einen Nagel in die Wand schlagen kann.

Das Eidersperrwerk von der Südseite aus gesehen
Das Eidersperrwerk von der Südseite aus gesehen.

Frühlingsausbruch: alle raus, keine Zeit … Diemelradweg

Am Diemelradweg mit der Blickrichtung nach Liebenau. (foto: zoom)
Vor zwei Tagen noch im Winterberger Skigebiet und dann am Wochenende vom Frühling überrascht.

Gestern Abschnitte des Ruhrtalradwegs, heute der Diemelradweg.

Den Diemelradweg bin ich schon häufiger gefahren. Er gefällt mir allerdings erst ab Warburg Richtung Bad Karlshafen oder auch umgekehrt.

Der gemütliche und bequeme Weg passt gut in eine kleine Runde Diemel, Weser, Fulda mit Start in Warburg und Ziel in Kassel. Von dort mit dem Zug zurück ins Hochsauerland. Dauert zwei Tage und fühlt sich wie vier Tage an.

Mehr bei Gelegenheit. Heute ist es zu spät.

Paderborn/Lippstadt: Flughafen weiterhin in Sinkflug

Flughafen Paderborn/Lippstadt (archiv: camera)

Der HSK ist nicht nur Eigentümer vieler Straßen im Kreisgebiet, er ist auch Mitgesellschafter eines Flughafens. Der Kreis ist am “Heimathafen” Paderborn/Lippstadt in Büren-Ahden beteiligt, wie auch die Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Höxter und die kreisfreie Stadt Bielefeld.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Doch leider ist “unser” Flughafen keine Erfolgsgeschichte. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2016 hatte er im Vergleich zum Vorjahr die ungünstigste Entwicklung aller 6 NRW-Flughäfen:

PassagSept

Es zeigt sich eine 2-Klassen-Gesellschaft: Die beiden Großflughäfen am Rhein verzeichnen deutliche Zuwächse, bei den Regionalfughäfen ergeben sich deutliche Rückgänge, besonders drastisch am Flughafen des HSK.

Bereits in den Jahren 2005 bis 2015 waren die Passagierzahlen in Ahden um 43% zurückgegangen, wie wir aus der Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der SBL/FW-Fraktion wissen:

http://sbl-fraktion.de/?p=6880

Und jetzt noch einmal mehr als -10 Prozent?

Wer sich am Mittwoch Vormittag (11.01.) anlässlich einer Tagung nach Büren-Ahden verirrte, fand im Flughafengebäude viele Reisebüros und Läden ohne einen einzigen Kunden vor und eine Abflugtafel, die für den Rest des Tages noch einen einzigen Abflug nannte (zwei weitere waren schon gestartet), und für den nächsten Tag ebenfalls genau drei Abflüge. Das erinnert fast an Kassel-Calden… Die Parkplätze, mittlerweile wesentliche Einnahmequelle für die Flughafen-Finanzen, boten eine riesige Auswahl an freien Stellplätzen. Und der stündlich verkehrende Linienbus nach Paderborn fuhr ohne einen einzigen Fahrgast ab.

Abfluege

Auch die wirtschaftlichen Ergebnisse der letzten Jahre waren nicht erfreulich. 2013: -1,9 Mio Euro; 2014: -2,2 Mio Euro; 2015: -2,5 Mio Euro, 2016: Prognose -3,3 Mio Euro (alle Daten laut Beteiligungsbericht 2015 des HSK). Und das, obwohl die Gesellschafter seit 2008 ca. 20 Mio zusätzliche Investitionen ermöglich haben.

Was ist die Perspektive?
Es gibt offensichtlich zu viele Regionalflughäfen. Im heimischen Raum wetteifern Dortmund-Wickede, Greven (bei Münster), Ahden (bei Paderborn) und Calden (bei Kassel) um die zu wenigen Passagiere. Inlandsflüge sind ökologisch und ökonomisch fragwürdig und werden wahrscheinlich weiter an Bedeutung verlieren. Von Paderborn aus fährt die S-Bahn-Linie 5 stündlich direkt zum Flughafen Hannover, der ein viel größeres Angebot an Fernflügen bietet. Und mit schnellen Regionalzügen der Linie RE 11 kann man ebenfalls stündlich und ohne Umsteigen ab Paderborn und ab Lippstadt bis zum Bahnhof Düsseldorf-Flughafen fahren. Sicher ist es bequem, mit einem Flieger aus der Nähe starten zu können. Aber wie oft braucht man dies, und ist der eigene Airport auf Dauer ökonomisch und ökologisch vertretbar?

Ich müsste mal auf dieses Seminar, dann wären meine Fotos nicht so grottig.

Als ich kürzlich in Hamburg flanierte, sah ich die Krippe der guten FotografInnen. (foto: zoom)

Kurz vor dem Jahresende 2016 bin ich abends mit lieben Menschen durch Hamburg geschlendert und habe ein Schaufenster entdeckt, welches mir alles versprach.

Leica, Erfolg, das Sehen, das Auge, das Bild.

Leider war es schon spät und die Läden hatten geschlossen.

Mir blieb nur noch Zeit, die Badewanne in einem Einrichtungshaus „way above my means“ zu knipsen.

Es muss Menschen geben, die sich in solchen Behältern suhlen.

Wir hatten als Kinder nur eine Zinkwanne, aber viel Spaß.

Wer Geld hat, will auch komische Sachen kaufen, die viel Geld kosten. (foto: zoom)