Dieser Tage wartete ich auf einen Zug Richtung Dortmund. Ich stand also auf dem Bahnsteig des Bahnhofs in Bestwig wie ich auch schon am Bahnhof in Siedlinghausen gestanden hatte.
Bahnhof Bestwig: Warten auf den Zug
Ich bin kein Sauberkeitsfanatiker, aber was ich sah, gefiel mir anfangs nicht.
Der Wartesaal geschlossen. Das Ambiente von zweifelhafter Ästhetik.
Als ich dann aber genauer hinschaute fiel mir der morbide Charme des ein oder anderen Details ins Auge:
Wie aus dem Verlagsumfeld zu erfahren ist, soll der Herausgeberrat der Süddeutschen am Dienstag Sparmaßnahmen beschließen. Für das Wochenende danach ist eine Klausur der Führungskräfte geplant. Grund für die Maßnahmen sind die Verluste, die die SZ in diesem Jahr dem Vernehmen nach erstmals in ihrer Geschichte schreiben könnte. Von im schlimmsten Fall zehn Millionen Euro ist die Rede.
Die Redakteure der SZ müssten mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.
Die Ursachen für die Verluste seien vielfältig:
Zum einen sind im Zuge der Finanzkrise die Erlöse eingebrochen. Die Süddeutsche, mit 442.159 verkauften Exemplaren die führende überregionale Qualitätszeitung in Deutschland, wird 2009 erstmals höhere Vertriebs- als Anzeigenumsätze erwirtschaften. Der zweite Grund sind die hohen Mietpreise für den Anfang des Jahres bezogenen Neubau am Stadtrand Münchens. Bevor die früheren Gesellschafter des Süddeutschen Verlags 2008 ihre Anteile an die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) verkauft haben, wurde dieser Neubau veräußert. Nun muss der Verlag die Mieten zahlen und sitzt auf einem langfristigen Mietvertrag.
Sollte die Qualität der Zeitung unter den Beschlüssen von morgen und vom kommenden Wochenende leiden, würde ich das Abonnement kündigen.
Ich will es vorher gesagt haben und nicht erst im Nachhinein herummaulen.
Vorsichtshalber werde ich in den nächsten Wochen die Alternativen auf dem Zeitungsmarkt begutachten.
Da ziehen sich zwei gescheiterte Ministerpräsidenten an den eigenen schwarzen Haaren aus dem Schopf und schaffen es, eine derbe Niederlage in einen Sieg zu verwandeln.
In Thüringen hält sich eine vom Wähler bestrafte Partei(CDU) mit Hilfe der SPD an der Macht, im Saarland rettet sich die CDU auf den schwachen fünfkommawenig Schultern der Grünen.
Die klassische Umfaller-Partei FDP hat mit den Grünen eine ernsthafte Mitbewerberin.
Hamburg, nur ein Kohlekraftwerk, war kein Einzelfall. Hamburg ist Programm, selbst wenn Trittin vom Sonderfall Saarland spricht.
Die Grünen arbeiten mit den Parteien zusammen, die uns die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken „versprochen“ haben.
Nach dem Kriegseintritt durch Fischer und Co ist dies die nächste Räumung einer urgrünen Position.
Und an allem soll Oskar Lafontaine Schuld sein.
Was der schon alles angerichtet hat: Hingeschmisssen, die SPD fertig gemacht, die Grünen im Saarland erschreckt und fast alle Politiker in Talkshows durch seine Eloquenz desavouiert.
Glück hat der Oskar, dass er nicht noch ein Jude ist, denn dann hätten wir’s perfekt: Hier wir Deutschen und da der Lafontaine, geisternd und Unheil stiftend in der teutschen arglosen politischen Landschaft.
Grüne, SPD und CDU suchen gemeinsam nach einem neuen Kandidaten.
Soweit die Tatsachen.
Vom Schreibtisch aus kann ich alle weiteren Spekulationen über die Wiemeringhäuser Ortspolitik nicht nachvollziehen.
Was mich besonders interessiert:
Wie konnte es technisch passieren, dass vermutlich 168 Stimmzettel falsch gedruckt wurden? Wer ist verantwortlich? Wie konnte es zu diesem Desaster kommen?
Wer hat Was an Welchem Ort Wie getan, damit falsche Stimmzettel hinten heraus kommen konnten?
300 Gäste aus nah und fern begrüßte NRW-Landwirtschaftsminister Uhlenberg am Freitag auf dem Mescheder Klosterberg anlässlich des „Empfangs zum Erntedankfest“.
Uhlenberg wies darauf hin, dass es seit seinem Amtsantritt 2005 jedes Jahr aus diesem Anlaß in ein Kloster eingeladen habe. Am gestrigen Freitag fand zunächst ein Ökumenischer Gottesdienst in der Abteikirche statt. Die Predigt hielt die Mescheder evangelische Parrerin Dorothea Goudefroy.
Ihre Worte könnten einige Politiker, die störungsfreies Regieren gewohnt sind, wachgerüttelt haben: Sie forderte, dass es viel mehr „Narren“ geben sollte, die Mut haben, die den Mächtigen die Wahrheit sagen, die die Mängel des Wirtschafts- und Finanzsystems kritisieren, die sich für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen, die „Unmögliches denken“ und vertreten.
Auch der Minister erklärte in seiner Ansprache in der Abteikirche am Ende des Gottesdienstes, man müsse die Schöpfung bewahren. Er erinnerte an die Mühen des Ordensgründers Benedikt, der erfahren habe, dass man mit Reformen „mehr Blockaden als Begeisterung“ auslöse. Interpretationsfähig war Uhlenbergs Formulierung, dass „die ökologische Betrachtung der Welt immer mehr durch die ökologische ergänzt wird“. An einer Stelle sollte es bestimmt „ökonomisch“ statt „ökologisch“ heißen, aber wo?
Breiten Raum nahm die Kritik an zu niedrigen Preisen in der Landwirtschaft ein. Uhlenberg bedankte sich bei allen, die in der Politik Frustrationstoleranz benötigten.
Abschließend gab es – wie bei solchen Empfängen üblich – genug zu essen und zu trinken…
Matthias Schulte-Huermann führt drei bemerkenswerte Beispiele an, die, falls sie zuträfen, die Redaktion der WR in ein schlechtes Licht rückten.
Es soll vorkommen, dass Leser ihr Abo kündigen, weil ein Info-Kästchen von Seite 3 nach Seite 5 gerückt wurde, oder weil der Bericht über den eigenen Betrieb keine Jubel-Arie war.
Die Vorwürfe von Schulte-Huermann gehen weit darüber hinaus und würden bedeuten, dass die Lokalzeitung manipuliert, verschweigt, lügt und einzelne ihrer Redakteure durch persönliche geschäftliche Interessen korrumpiert sein könnten.
Starker Tobak. Ich bin gespannt, ob die WR auf die Vorwürfe Erklärungen anbieten kann und wird.
Auszug:
Es war in unserem Dorf Stockum Schützenfest 2006. Damals hatte sich meine Frau einen Scherz erlaubt und T- Shirts drucken lassen mit der Aufschrift: *Frauen schießt den Vogel ab*. Dass offensichtlich der ein oder andere mit solchen Scherzen nicht gut umgehen konnte merkten wir in den darauf folgenden Tagen ziemlich deutlich:
Am Tag danach kamen eine Reihe Jugendlicher mit Blasmusik frohgelaunt vor unsere Haustür, schickten ihre Mädels vor, die anklingelten und sich die T-shirts holten. Nachdem sie wieder bei ihren Jungs waren, nahmen die die Tshirt und verbrannten sie vor unserer Haustür. Wir waren zunächst schockiert (wir hatten noch Besuch der auch sichtlich erschrocken war), machten dann aber gute Miene zum bösen Spiel um nichts anzuheizen. Einer der Jugendlichen meinte zu mir: Das setzt du doch bestimmt morgen in die Zeitung (ich bin für die Pressearbeit im Dorf bekannt ). Nachdem die Jugendlichen abgezogen waren , beratschlagte ich mich mit meiner Frau, was wir machen sollten und wir kamen zum Ergebnis, nichts zu machen.
Als ich dann am nächsten Morgen die WR aufschlug war ich geschockt. Dort fand sich ein Artikel mit einem offensichtlich nachgestellten Foto (bei uns wurde gar kein Foto gemacht) mit zwei Jugendlichen, die mit ausgestreckter Hand T- shirts an einem Stock hängend verbrannten. In der Symbolik des Bildes hatte es was Naziähnliches. Der ganze Artikel war erstunken und erlogen. Ich bin damals in die WR Redaktion gefahren um Sabine Metzler zu fragen wieso sie den Artikel gebracht hätte.
Ich werde daran arbeiten, Politik, Kultur und Leben in Wiemeringhausen zu verstehen, heute abend allerdings staune ich über die Zahlengrafik der Kommunalwahlen.
Nachbarschaft: das Tal nebenan – eine Schlangengrube? Schweige, gehorche und arbeite! in … wiemeringhausen
Müller zu Boni: reichen aus, um Parteien gleich mehrfach zu kaufen … telepolis
PZ Myers is watching Germany: Gaaaah! Homeopaths on a poll – Homeopaths. <spit>. Worthless frauds and snake-oil salesmen who don’t even have the guts to squeeze a snake … pharyngula
Minister Eckhard Uhlenberg (Pressearchiv des Ministeriums)
Im Terminkalender der Abtei Königmünster in Meschede wird für den morgigen Freitag der Besuch von NRW-Minister Eckhard Uhlenberg angekündigt.
„Aus Anlass des Empfangs zum Erntedankfest des Ministers für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, findet am 9. Oktober 2009 um 17.30 ein ökumenischer Gottesdienst in unserer Abteikirche statt.“
Einer unserer anonymen Leser bemerkt dazu:
„Wer möchte mal `nen echten Minister sehen,
der muss morgen in`s Kloster gehen!
Meschede erwartet am Freitag hohen Besuch. Minister Uhlenberg feiert in der Benediktiner Abtei Königsmünster mit einigen geladenen Honoratioren und Lokalgrößen das Erntedankfest (incl. Messe und Imbiss).“
Wir werden nicht berichten können, da sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Blogs keine Einladung erhalten haben.
In der Redaktion fühlt sich, einer Blitzumfrage zufolge, niemand in seiner Ehre verletzt, da wir uns bislang nicht zu den Honoratioren und Lokalgrößen rund um Meschede rechneten.
Wer sich im Gegensatz zu uns bis heute der privilegierten Schicht des Hochsauerlandes angehörig gefühlt hat, sollte pronto, pronto seine Sekretärin beauftragen, nochmals den Post-Eingangskorb zu scannen.
„Frau Ilse! Sind Sie absolut sicher, dass da keine Einladung für Königsmünster dabei war?“
Schade, Sie Ärmster, nutzen Sie doch morgen die freie Zeit und bloggen Sie sich ihren Frust vom Leibe.
Wir suchen immer engagierte Mitschreiber, die für Gotteslohn arbeiten.
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