… mal schauen, was der eigentlich mit Scherzen eingeleitete Monat in 2020 noch für „Überraschungen“ in petto hat?!
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=toonXjN2wTM
April is a cruel time
Even though the sun may shine …
das Sauerland und mehr
… mal schauen, was der eigentlich mit Scherzen eingeleitete Monat in 2020 noch für „Überraschungen“ in petto hat?!
April is a cruel time
Even though the sun may shine …
Heute vor 50 Jahren veröffentlichte Miles Davis sein Album „Bitches Brew“.
„Es wird zum Schlüsselwerk eines Genres, das Elemente von klassischem Jazz, Rock und Funk zu einer neuen Einheit, zu einer „Jazz Fusion“ zusammenführt.“
Michael Rüsenberg erinnert auf SWR 2 an das einflussreiche Album.
„Mit einem einzigen neuen Song beerdigt Bob Dylan die USA. Das 17-minütige „Murder Most Foul“ könnte den letzten großen Moment des ultimativen Popkünstlers markieren“, so Daniel Gerhardt am 27. März in der Zeit.
Der Künstler rufe nach Charlie Parker und Etta James, Nina Simone und John Lee Hooker, den Beatles, Miss Marple und all den anderen guten Geistern seiner eigenen Entwicklungsjahre.
Eine weitere Rezension:
„As with pretty much anything Bob Dylan does these days, you can only speculate at his reasons for unexpectedly releasing a 17-minute song, ostensibly about the assassination of John F Kennedy, that gradually turns into a litany of cultural references taking in everything from Shakespeare to Stevie Nicks to silent-movie comedians, from the Moonlight Sonata to Jelly Roll Morton to A Nightmare on Elm Street.“, bemerkt Alexis Petridis im Guardian.
Den Songtext selbst findet man vorerst unter den Kommentaren zum YouTube-Video.
Bringing It All Back Home ist das fünfte Studioalbum des amerikanischen Singer/Songwriters Bob Dylan. Es gilt als eines der ersten Folk-Rock-Alben. In Europa wurde es unter dem Titel „Subterranean Homesick Blues“ verkauft.
Vorstehende Playlist enthält leider nicht alle Songs des Albums.
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Auf der ersten Seite der Langspielplatte(!) wird Dylan von einer Band mit elektrisch verstärkten Instrumenten begleitet. Die zweite Seite wurde akustisch eingespielt und enthält u.a. die Songs „Mr. Tambourine Man“ und „It’s All Over Now, Baby Blue“, die durch die Coverversionen von The Byrds beziehungsweise Them zu Welthits wurden.
btw:
Dylans Song „Subterranean Homesick Blues“ wird oftmals als Vorläufer des Rap-Sounds gehandelt.
Allerdings sollte in diesem Zusammenhang nicht „Too Much Monkey Business“ von Chuck Berry unterschlagen werden.
https://www.youtube.com/watch?v=5b2w_nJLuvw
Rubycon ist das sechste Studioalbum von Tangerine Dream. Es wird allgemein als eines ihrer besten Alben angesehen. Rubycon entwickelt den Sequenzer-basierten Sound der Berlin School weiter, den sie mit dem Titeltrack von Phaedra eingeläutet haben.
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Mmmh, irgendwie ist „Rubycon“ der passende Soundtrack zum „Leben in den Zeiten von Corona“ …
Déjà Vu ist das erste Musikalbum der US-amerikanischen Rockband Crosby, Stills, Nash & Young bzw. das zweite der Formation Crosby, Stills and Nash. Es trug wesentlich dazu bei, CSNY als eine der führenden Rockbands ihrer Zeit zu etablieren und erreichte Platz 1 der Billboard-Charts.
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Die Wirkung des Albums war enorm: Nicht nur, dass Déjà Vu die Spitze der Charts erreichte und zu erfolgreichen Soloalben aller vier Mitglieder führte, die Zeitschrift Der Spiegel nannte es gar den „Soundtrack der sogenannten Woodstock-Generation“. Auch der Allmusic-Guide beurteilt das Album als Meilenstein der populären Musik.
Dem Erfolg von Déjà Vu folgte eine ebenfalls sehr erfolgreiche Tournee, die auf dem Livealbum 4 Way Street dokumentiert ist.
» Interview mit Crosby, Stills & Young
Der Spiegel, 01.11.1999

Am letzten Freitag, aka Valentinstag, haben wir nun auch diesen Kulturpunkt erledigt. Hamlet begleitet mich als Buch, Film und Theaterstück seit der Schulzeit, aber wirklich verstanden hatte ich ihn nie.
Diesmal haben wir nichts dem Zufall überlassen und zwei Wochen vor dem Theaterbesuch den Hamlet Film von Franco Zeffirelli angeschaut, Englisch mit deutschen Untertiteln (englische gab’s nicht).
Im Nachhinein weiß ich, dass es eine gute Vorbereitung war. Zeffirelli konzentriert sich auf einen wesentlichen Konflikt und hält sich weitgehend an die Dialoge des Originals. Wobei … was ist eigentlich das Original?
Vom Jugend[sic!]gästehaus Bermuda3Eck sind es nur ein paar hundert Meter zum Schauspielhaus. Bochum ist keine Großstadt und im Zentrum ist alles fußläufig zu erreichen.

Im Programmheft (S. 15) erklärt Johan Simons, warum heute eine gute Zeit für Hamlet ist.
Es sei ein desperates Stück und er fühle sich im Moment ebenfalls desperat. Die Zeit sei aus den Fugen („The time is out of joint …“), mehr als je zuvor.
„Über die Umwelt und die anstehende Klimakatastrophe brauchen wir gar nicht zu reden. Auch die menschliche Natur ist in einem miserablen Zustand. Die Lüge regiert, auch die Selbstlüge. Mir scheint es manchmal so, als ob der Mensch dazu geschaffen sei, sich mit offenen Augen in den Abgrund zu stürzen. Ich bin im Moment nicht sehr optimistisch. […] Es gibt keine ehrliche, direkte Kommunikation. Die Älteren haben keinen Zugang zu den Jüngeren, wissen nicht, was sie bewegt und wie sie sie erreichen können“
Die Bühne ist stark reduziert. Der Bühnenbildner Johannes Schütz (S. 21/22)):
„Ich fand es interessant, über eine offene Bühne nachzudenken, an Stelle eines schwarzen Sockels für Einen, ein weißes Grab für Alle. Die weiße Farbe hat etwas Unbelastetes. Sie führt zu einer Klarheit der gesprochenen Sprache. Mein Lieblingssatz im Stück ist ‚Er ist allein’… Der Ball und die Fläche, die Beweglichkeit der beiden schwebenden Objekte, stiftet eine Ambivalenz, ein Rätsel ohne spezielle Lösung … Eine Bühne sollte sich durch die Handlungen der Schauspielerinnen verformen und nicht von vornherein eine Behauptung mit sich bringen.“

Hamlet, Prinz von Dänemark, wird von Sandra Hüller mit einer unglaublichen Präsenz gespielt. Kein Schnickschnack, keine Kostümierung, schwarzer Pulli, graue Hose, schwarze Schuhe; die Stimme variabel im Ausdruck. Schreien, Flüstern, Zorn, Enttäuschung, Verzweiflung …
Sandra Hüller:
„Es ist ein Wagnis und unheimlich schwierig, dieser Welt nicht zynisch zu begegnen. Man macht sich verletzlich, man wird vielleicht als Gutmensch beschimpft … Mir ist nicht alles egal. Daher der Versuch, den Zynismus zu unterbinden und Hamlet zu einer Figur zu machen, die trotz aller erlebten Enttäuschungen nach Ehrlichkeit, Nähe und Sinn strebt.“ (S. 11/12)
Die schlechte Nachricht: Die restlichen vier Aufführungen von Hamlet in der Inszenierung von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum sind anscheinend ausverkauft.
Für Enthusiasten und Unverzagte gibt es Hoffnung:
+++ Berlin, Berlin … Wir fahren nach Berlin! +++
HAMLET BEIM BERLINER THEATERTREFFEN 2020
Johan Simons‘ Hamlet wird beim diesjährigen Berliner Theatertreffen gezeigt. Das gab die Jury des renommierten Festivals am Dienstag, 28. Januar, bei einer Pressekonferenz bekannt. Die diesjährige Einladung zum Berliner Theatertreffen ist für das Schauspielhaus Bochum die erste seit dem Jahr 2000. Insgesamt wurde das Schauspielhaus damit zum 30. Mal zu dem Festival eingeladen. Für Intendant Johan Simons ist es bereits die siebte Einladung.
Das Theatertreffen 2020 findet vom 1. bis 17. Mai statt.
Das Programm erscheint im April 2020.
Viel Glück beim Kartenkauf!
Ach, noch etwas; die Valentyne Suite, die dem Tag ihren Namen gegeben hat:
Black Sabbath ist das Debütalbum der britischen Heavy-Metal-Band Black Sabbath. Es wurde am Freitag, dem 13. Februar 1970 im Vereinigten Königreich veröffentlicht.
https://www.youtube.com/watch?v=MTHBEbivfZI
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Die komplette Platte wurde in nur 12 Stunden am 16.10.1969 in den Regent Studios (London) aufgenommen.
Der wirtschaftliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. So schoss die Debütplatte bis auf Platz 8 der UK-Charts und Platz 23 der US Billboard 200.
Ganz anders sahen das die Musikkritiker der Zeit. Lester Bangs vom Rolling Stone beschrieb die unerprobten Rocker als „genau wie Cream, nur schlechter“ und Robert Christgau feuerte im The Village Voice aus allen Rohren, indem er die Musik der Briten als „Bullshit Totenbeschwörung“ und „das Schlimmste an der ganzen Gegenkultur“ bezeichnete.
Heute gilt der Black Sabbath Erstling als Geburtshelfer des Heavy-Metal.
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» Remasters of reality: How Black Sabbath killed the hippy dream
The Guardian, 18.11.2009
Jalacy Hawkins, besser bekannt unter dem Namen Screamin‘ Jay Hawkins war ein US-amerikanischer Blues-Sänger, der für seine ausgefallenen Auftritte und Songs wie I Put a Spell on You und Constipation Blues bekannt ist.
https://www.youtube.com/watch?v=6md-P35BGM8
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Seine erfolgreichste Veröffentlichung war I Put a Spell on You. Hawkins spielte das von ihm selbst geschriebene Lied mehrfach ein. Die erste Aufnahme entstand Ende 1955 für Grand Records; sie verkaufte sich nur mäßig. Im Laufe des Jahres 1956 wechselte Hawkins zu OKeh Records, einem Tochterunternehmen von Columbia. In seiner ersten OKeh-Session, am 12. September 1956, entstand eine weitere Version des Liedes, die schließlich weltbekannt wurde. Hawkins berichtete später, er und seine Musiker seien bei der Aufnahme vollständig betrunken gewesen. Durch das „Schreien, Rufen und Grunzen“ (Hawkins) der Betrunkenen sei die Aufnahme „etwas Besonderes“ geworden.
Der Song wurde von zahlreichen namhaften Künstlern gecovert, darunter The Animals, Creedence Clearwater Revival, Nina Simone, Them, The Who, Joe Cocker, Marilyn Manson, Katie Melua, Annie Lennox sowie von Shane MacGowan and Friends (unter anderem Nick Cave, Bobby Gillespie, Mick Jones, Johnny Depp, Glen Matlock und Chrissie Hynde) als Benefiz-Download-Single im März 2010 für die Opfer des Erdbebens in Haiti.
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Bevor Manu Théron, Rodin Kaufmann, Benjamin Novarino Giana, Denis Sampieri und Sébastien Spessa à la „Lo Còr de la Plana“ im Bürgerzentrum „Alte Synagoge“ in der Kampstraße ihren polyphonen Gesang anstimmten, hatten sie noch einen Auftritt beim Siedlerkarneval in der Stadthalle gleich nebenan. Daher rührten sowohl die zehn Minuten Verspätung als auch die Schals.
Pünktlich zur närrischen Saison hat der WKM-WERKKREIS KULTUR MESCHEDE im Rahmen des Klangkosmos Weltmusik in NRW die fünf Sänger der Formation „Lo Còr de la Plana“ mit ihrem Programm „Carnaval Occitian“ aus Südfrankreich eingeladen.
Anfang Januar hatte ich die Pressemitteilung des Werkkreises Kultur Meschede hier im Blog veröffentlicht und war auf Grund der Ankündigung neugierig geworden: Karten bestellt und gestern, einen knappen Monat später, das Bürgerzentrum Alte Synagoge besucht.
Ich bin nun wahrlich kein Experte für „A Capella Gesänge in der okzitanischen Tradition“, aber es war ein musikalisch überraschender, mitreißender, kurzweiliger Abend. Mit viel Humor und auch augenzwinkernden Einführungen in die einzelnen Lieder mit dem Bogen von populärer Spiritualität zu musikalischen Protestformen.
Weil ich es nicht besser schreiben kann, zitiere ich den Pressetext vom 8. Januar:
Im Herzen von Marseille liegt der Platz „La Plaine“. Er ist Namensgeber des Ensembles: Lo Còr de la Plana. „La Plana“ heißt auf Französisch „La Plaine“ was „Plateau“ oder „Fläche“ bedeutet. Dieser große Platz wurde im 13. Jahrhundert angelegt und ist aktuell im Zuge eines Stadtumbaus hoch umstritten.
In dem neuen Programm der okzitanischen Sänger nennen sie, als musikalisch-künstlerisches Sprachrohr, unverblümt soziale und politische Missstände beim Namen.
Lo Còr De La Plana haben sich den A Capella Gesängen der okzitanischen Tradition verschrieben. Auf ihrer Spurensuche entdecken sie auch ganz moderne Klangwelten. Was die fünf Sänger auf der traditionellen Spurensuchen ausgraben ist alles andere als verstaubt. Da trifft die Chortradition des westlichen Mittelmeerraums auf das Selbstverständnis einer okzitanischen Eigenständigkeit und die Weltoffenheit des internationalen Hafens: Marseille hatte schon immer ein farbigeres Kulturverständnis, auch schon vor dem Titel der Kulturhauptstadt Europas 2013.
Dazu kommt die hohe Professionalität der fünf Sänger des Chors. Anleihen an Melodien aus dem Mittelalter sind zu hören, die Verwandtschaft zu Gesängen der großen Inseln Korsika und Sardinien wird deutlich. Vielfältiger Groove und eine ausgefeilte Gesangstechnik mit Elementen Sprechtechniken der Popmusik und Beatboxing, vor allem aber eine hörbare Freude an verschlungenen Melodien und Harmonien machen dieses Konzert zu einem ansteckenden Hörerlebnis.
Der Chor spielt in folgender Besetzung: Der künstlerische Leiter Manu Théron, Rodin Kaufmann, Benjamin Novarino-Giana, Denis Sampieri, Sébastien Spessa. Alle fünf begleiten sich neben dem Gesang auch am Tamburin.
Einziger Kritikpunkt: Ein wenig Beleuchtungstechnik hätte dem Ambiente nicht geschadet.
Lange Rede kurzer Sinn. Damit die vielen Sauerländer, die gestern nicht dabei waren, einen Eindruck von der Gruppe bekommen, hier ihr Auftritt beim Weltmusik-Festival 2012 in Kroatien: