Gleich fangen sie an … das Weimarer Jazz Trio im Forum des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Winterberg. (medien: zoom)
Der Kulturverein der Stadt Winterberg „KuKuK!“ hat am Freitag den Geschmack der kulturwilligen Winterberger getroffen.
Das Forum des Geschwister-Scholl-Gymnasiums war gut gefüllt, als die Bielefelder Swing-Jazz Combo (Klavier, Bass, Schlagzeug) „Weimarer Jazz Trio“ pünktlich um 20 Uhr hochwertigen Easy-Listening-Jazz auf die Bühne zauberte.
Angereichert wurde der musikalische Teil durch zwei kleine Lesungen des Winterberger Gymnasiallehrers und Buchautoren Hans-Georg Klemm, der überzeugend traurig-komische Geschichten von Busch bis Brecht vortrug.
Normalerweise laufe ich ja vor Easy-Listening Musik davon, aber am Freitag gefiel mir die unbedingte Professionalität der drei Musiker um den Pianisten Bernhard Auge.
Egal, ob sie Bach verswingten oder Pop verjazzten, die Musik hörte und fühlte sich nach einer anstrengenden Arbeitswoche einfach nur nett an.
Die Zeiten als Jazz kulturelle und politische Sprengkraft besaß, sind eh lange vorbei. Heute ist Jazz nicht weit vom Mainstream entfernt und zu großen Teilen im Pop angekommen.
Mein allererstes Filmchen habe ich ganz entspannt mit meiner Pocket-Knipps-Kamera gedreht, und danach roh, unbearbeitet und unbedarft auf Youtube hochgeladen.
Hier die Musik aus dem Hochsauerland für die Mitte der deutschen Gesellschaft:
Café ‚Anno 1900‘ , ideal zum Essen, Klönen und entspannt Abhängen… (foto: chris)
Das Wochenende ist in Sicht, das Wetter wird schön. Jetzt endlich kann man sich vor ein städtisches Cafe setzen, irgendwo mitten im Trubel, Leuten zusehen, reden, essen, trinken und einfach das Leben zu genießen.
Ein schöner Ort ist das Anno 1900 in Weimar. Es liegt zentral. Hier lässt sich herrlich die Zeit verbringen, entweder im Schatten der Bäume oder in der Sonne.
Freitags und samstags lädt das Café und Restaurant zudem ab 21.00 Uhr zu „Piano-Abenden“ ein. Uns hat es gefallen.
Wem Weimar zu weit ist, der versuche es mit der Kneipe um die Ecke.
Teletubby-Land Winterberg. Eine großartig-morbide Atmosphäre. (fotos: zoom)
Heute ein wenig um das Oversum herumgegammelt. Hat mir gefallen. Das ganze Gebäude strömt zur Zeit einen morbiden Charme aus. Fasziniert haben mich die Liegen im Klee. Es muss toll sein, dort zu liegen und an nichts zu denken.
Liegen im Klee. Die Besucher des Bewegungsbades könnten dort herumgammeln.
Niemand hat je, wenn ich dort am Oversum war, die Liegen genutzt. So auch heute nicht. Dabei liegt man dort so sicher wie in Fort Knox. Die einen sind eingesperrt, die anderen ausgesperrt.
Noch ein paar Wochen, und die Feuerwehrzufahrt ist zugewuchert. Aber wo soll da schon ein Feuer ausbrechen?
Mal einen Blick von außen ins geschlossene Schwimmbad werfen? Keine Chance! Absicht?
Viel Platz, wenige Besucher: der Workout-Bereich des Oversum hat noch Kapazitäten (archiv: zoom)
Ich frage mich schon seit mehreren Monaten, aus welchen Gründen die niederländische Optisport-Gruppe noch nicht aus dem Oversum-Zirkus ausgestiegen ist. Das Fitness-Center mit den vielen Fahrrädern war und ist, wenn mich der Augenschein nicht täuscht, kein Profit-Center.
Trotzdem ist Optisport, Anfang April umbenannt in „Health Club Winterberg GmbH“, immer noch dabei. Das Stammkapital von 25.000 Euro müsste ohne Quersubventionierung schon leidlich aufgezehrt sein.
Urlaub in der Großstadt? Elbstrand in Hamburg (archiv: chris)
Seit vergangenem Wochenende haben in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Sommerferien begonnen. Ab Donnerstag geht es auch in Bremen und Niedersachsen los und bereits in der zweiten Woche urlauben die Berliner und die Brandenburger.
In Winterberg gibt es eine sehr umtriebige „Initiative 60plus“, die eine große personelle Nähe zur hiesigen CDU aufweist. Die Initiative organisiert u.a. Computerkurse von Jung für Alt oder Kochkurse von Senioren für junge Menschen.
Auch Hollywood hat seit einiger Zeit Senioren als Zielgruppe erkannt und reagiert: Quirlige Senioren toben durch ein Altenheim in Indien, Chor singen bringt Lebensfreude zurück usw usf.
Beides, Filme mit lebenslustigen Senioren und die Initiative 60plus gehen nun in Winterberg eine Symbiose ein – Filme „Nur für Senioren – ohne ALTERSbeschränkung“. Das Winterberger Filmtheater wirbt:
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Initiative 60plus'“ der Stadt Winterberg starten wir am Donnerstag, 27.06. um 15:00 Uhr eine neue Filmreihe. „Nur für Senioren – ohne ALTERSbeschränkung“. … Weitere Filmangebote sollen in lockerer Folge, aber immer am Nachmittag, folgen.
Auf mich wirkt das befremdlich. Zum einen freue ich mich, dass ich den Kinderfilmen entwachsen bin, Altersbeschränkungen für mich nicht mehr gelten und ich im Kino jeden Film zu jeder Uhrzeit sehen kann – wenn er denn läuft. Nun soll das Ziel meiner Kinoerfahrung also darin bestehen, in Nachmittagsvorstellungen Seniorenfilme zu sehen? Ich glaube nicht. Selbst wenn mich der Film interessiert, in eine derart angekündigte Vorstellung würde ich nicht gehen.
Die Westfalenpost umschreibt: „So wird der weitere Festverlauf, so wie auch schon der Freitag Abend zum ersten Mal im Kurpark gefeiert. Das sind einschneidende Veränderungen, die keinem leicht gefallen sind, aber nötig waren, um dem Lauf der Zeit gerecht zu werden“.
Mein Rad, mein Arbeitsweg, ausnahmsweise ohne PKW und Lastwagen (archiv: zoom)
Jedesmal, wenn ich durch die Niederlande oder Dänemark toure, fühle ich mich mit meinem Fahrradhelm wie ein Alien.
Die dortigen Einheimischen tragen „so etwas“ nicht. Sie radeln mit ungeschütztem Haupt auf rostigen Rädern zum Strand, ihre Kleinkinder abenteuerlich irgendwo zwischen Gepäckträger und Lenker verstaut.
Trotzdem liegen die Dänen und Niederländer nicht zuhauf mit Schädelfrakturen im Straßengraben. Sie haben ganz im im Gegenteil weniger schwere Unfälle und Kopfverletzungen als Radler in anderen Ländern.
Sollte ich also in den kommenden heißen Sommertagen unbeschwert, ohne lästigen Helm, die Haare im Wind gen Olsberg und retour radeln?
Leider Alltag. Jeden Tag ein kleiner Horror. Die Landstraße 742 zwischen Steinhelle und Wulmeringhausen (archiv: zoom)
Ganz so einfach ist es nicht, wie Jan Osterkamp im neuen Spektrum anhand einer vergleichenden Studie über die Helmpflicht in Kananda erklärt. Neue Statistiken legten nahe, dass gesetzliche Vorgaben zum Tragen von Fahrradhelmen nicht den gewünschten Effekt hätten: Die Zahl unfallbedingter Kopfverletzungen sei nach der Einführung der Helmpflicht in Kanada augenscheinlich nicht merklich gesunken.
Auf der anderen Seite vermindere ein korrekt getragener Helm zweifelsohne und auch statistisch nachweisbar die Schwere von Kopfverletzungen.
Ein Paradox?
Kein Paradox, denn für das Risiko des Radfahrers und der Radfahrerin spielen mehr Faktoren eine Rolle als ein einfacher „Helm auf – Helm ab“ Gegensatz.
Die Dänen und Niederländer verfügten beispielsweise, so Osterkamp, über eine gut ausgebaute Infrastruktur und radfahrerfreundliche Legislatur. Diese fördere eine „risikoarme und akzeptierte Velokultur“.
Weitere interessante Faktoren, die der Autor nennt:
Die gesetzliche Pflicht zum Tragen des Helms führe bei einigen RadfahrInnen dazu, den Helm nicht ordnungsgemäß festgezurrt, sondern nur pro forma aufzusetzen, so dass ein Unfall trotz Helm zu Verletzungen führe.
Weil sie sich besser geschützt wähnten, gingen RadfahrerInnen mit Helm größere Risiken im Straßenverkehr ein und hätten dann statistisch häufiger Unfälle.
Es gäbe Hinweise darauf, dass Autofahrer behelmte Radfahrer unvorsichtiger überholten.
Da wir im Hochsauerland über keine Fahrradtradition und Infrastruktur verfügen, ziehe ich persönlich den Schluss:
Helm ordentlich aufsetzen, festzurren, defensiv fahren und für eine bessere Fahrradkultur eintreten.
Ach noch was, liebe Autofahrer: überholt mich nicht in uneinsehbaren Kurven und haltet ein wenig Abstand. Ich bin der mit den roten Satteltaschen und will noch ein bisschen am Leben bleiben. Wenn ihr mich im Rückspiegel auf dem Sattel toben seht, habe ich mich bedrängt gefühlt, winke ich mit der Hand zum Gruß, fand ich euch richtig nett und rücksichtsvoll. Ich habe halt kein Blech um mich herum.