Daten und Fakten zu Wetter und Klima im Sauerland vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung.

Kahler Asten
Kalt oder heiß? Erwärmung: nichts ist so kompliziert wie das Wetter und das Klima (archiv: zoom)

Um die Frage zufriedenstellend zu beantworten, ob und in welche Richtung sich unser Klima verändert, muß stets ein längerer Zeitraum herangezogen werden.

Gastbeitrag von Karl Josef Knoppik

Wenn so einfach behauptet wird, daß es hier bei uns bzw. in Europa während der vergangenen 10-15 Jahre nicht wärmer geworden ist, so kommt darin die landläufige Meinung der so genannten Klimaskeptiker zum Ausdruck. Deren undifferenzierte Betrachtung der realen Klimasituation läßt jedoch wichtige Fakten außer Acht und steht deshalb im Widerspruch zu den als gesichert geltenden Erkenntnissen der Wissenschaft.

Ein Beispiel verdeutlicht die Dimension der auch im Sauerland spürbar gewordenen Klimaänderung. So nahm die Jahresmitteltemperatur im Raum Meschede-Arnsberg im Zeitraum 1980-2010 um 1,1 Grad Celsius exorbitant zu. Und natürlich haben auch Trockenperioden deutlich zugenommen. Stand das Sauerland noch bis vor nicht allzu langer Zeit in dem Ruf, als besonders niederschlagsreich zu gelten, haben sich diesbezüglich auch hier wesentliche Veränderungen ergeben.

Nicht nur, daß die Vegetationsperiode immer früher im Jahr beginnt und später endet; es regnet auch tendenziell weniger, was insbesondere für die Frühjahrsmonate März und April gilt. Diese Entwicklung zeichnet sich seit ein paar Jahren ab. Also sind gerade diejenigen Monate betroffen, in denen die Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit benötigen.

Das ist aber beileibe kein Problem nur des Sauerlandes, sondern wird in ganz Deutschland beobachtet. Andererseits treten Starkregenereignisse – so genannte Jahrhundertniederschläge – seit vielen Jahren europaweit immer öfter in Erscheinung. Dennoch stagniert die Gesamt-Niederschlagsmenge, oder sie geht kurioserweise sogar zurück. Da sich die Niederschlagsverteilung durch solche, meist nur lokal auftretenden Unwetter-Exzesse sowohl räumlich als auch zeitlich sehr divergent ausnimmt, führt dies dazu, daß auch die Abstände zwischen den sommerlichen Starkregen immer größer werden. Trockenperioden, vermehrt begleitet von extremer Hitze, nehmen also zu. Diese Situation wird sich langfristig weiter verschärfen.

Nimmt man einmal die Jahre 2005, 2010, 2011 und 2012 in den Blick, so gehören alle vier – global gesehen – zu den wärmsten seit Beginn der amtlichen Messungen. Es gibt aber trotz menschengemachtem Treibhauseffekt nach wie vor auch noch natürliche Schwankungen, die den anthropogenen Einfluß kurzfristig überlagern (verursacht u.a. durch El nino, Ozeanzirkulationsschwankungen und Sonnenaktivität). Die können von Jahr zu Jahr regional sehr groß sein, nämlich bis zu 10 Grad Celsius.

Entscheidendes Kriterium für die Klimaänderung ist jedoch der Langzeittrend bei den Temperaturen. Und dieser weist eindeutig nach oben. Ein immer größerer Teil der Erdoberfläche wird von beispiellosen Hitzewellen betroffen. 80 Prozent der Spitzenwerte wären laut Wissenschaftlern ohne den Einfluß des Menschen nicht zustande gekommen. Daß es hierzulande aber auch noch kalte Winter gibt, ist keineswegs als Widerspruch zu der weltweit im Gang befindlichen Klimaerwärmung anzusehen, sondern bestätigt diese Entwicklung.

Verantwortlich dafür zeichnet paradoxerweise eine sich stark erwärmende Arktis, wodurch infolge einer veränderten Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten Luftmassen und damit Wärme umverteilt wird. Der Luftdruckgegensatz zwischen dem Polargebiet und dem europäischen Kontinent verringert sich (Arktische und Nordatlantische Oszillation) Und statt der milden Westdrift vom Atlantik, die das Wetter hierzulande maßgeblich bestimmt, strömt nun polare Kaltluft aus NO über die immer öfter eisfreie Ostsee zu uns, nimmt Feuchtigkeit auf und verursacht nicht selten ergiebige Schneefälle. Diese, durch den Klimawandel herbeigeführte Situation, mit der wir es jüngst den gesamten März zu tun hatten, könnte noch auf viele Jahre hinaus für echte Winter sorgen, ist aber in Bezug auf die Zeiträume, in welcher der Klimawandel vonstattengeht, lediglich als Verschnaufpause zu werten.

Denn langfristig wird laut Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Institut für Klimafolgenforschung an der Universität Potsdam der menschliche Einfluß die Oberhand gewinnen und die natürlichen Schwankungen weit in den Schatten stellen, was er im globalen Mittel schon längst tut.

Zurück zur Situation bei uns im Sauerland: Betrachtet man einmal die Witterung in den Frühjahrsmonaten der vergangenen Jahre, so bestätigt sich der Trend zu weniger Niederschlag. Unter dem Begriff Klima versteht man ja bekanntlich das Wetter in seinem durchschnittlichen Verhalten. Und daher ist nur der Blick in die Statistik aussagekräftig genug, um verlässlich darüber Aufschluß zu geben, in welche Richtung das Klima tendiert.

Fest steht, daß der diesjährige Monat März als einer der kältesten in die Statistik eingeht, nur noch übertroffen vom März 1917. Und er war wohl auch einer der trockensten. Auch der März 2012 brachte lediglich 1/5 des Sollwerts an Niederschlag. Ebenso wurde im April des gleichen Jahres das Niederschlagssoll wiederum verfehlt (Arnsberg). 51 Liter Niederschlag fielen – gegenüber gewöhnlich 79 Litern. Allerdings waren die Niederschläge über 20 Tage verteilt; und wegen der relativ geringen Verdunstungsrate wurde der Regen von den Böden gut aufgenommen.

März, April und Mai des Jahres 2011 ergaben das trockenste Frühjahr seit 1893. Der März brachte beispielsweise nur 10 Liter/m². Nur derjenige von 1928 unterschritt diesen Wert mit 7 Litern noch. Der April 2010 war zwar warm, aber auch viel zu trocken. Im Gegensatz dazu fiel im März 2010 10 Prozent mehr Niederschlag als sonst, = 90 Liter. Allerdings präsentierte sich dieser März außerhalb des Sauerlandes viel zu trocken. Der April 2009 wies ebenfalls zu wenig Niederschlag auf, nämlich nur knapp die Hälfte des Normalwerts. Der Mai 2008 war insgesamt zu trocken. Und schließlich weit heraus ragte der „Jahrhundert-April“ 2007 als bekanntlich sonnigster und trockenster Frühjahrsmonat seit mindestens 140 Jahren, wobei in Arnsberg nur 2,9 Liter Regen fielen.

In früheren Jahrzehnten glich der April im Sauerland von seinem Charakter oft mehr einem Winter- als einem Frühlingsmonat. Der Schnee blieb erst mal eine Weile liegen, wenn die weiße Pracht auch infolge der jahreszeitlich bedingten Kraft der Sonne auch bis zum Mittag meist wieder verschwunden war. Aber wir hatten i. d. R. das gewohnte typische April-Wetter in Form von wiederholten Schnee-, Schneeregen und Graupelschauern, die sich mit heiteren Phasen abwechselten. Im Sauerländer Jargon heißt das „Schlackerwetter“. Bisweilen kam es auch zu länger andauernden Schneefällen. Doch das war einmal. Abrupte und extreme Temperatursprünge, quasi vom Winter in den Sommer, kamen meines Wissens damals extrem selten vor.

Auf der Hochebene von Winterberg währte die kalte Jahreszeit oft bis zum Mai, und im sehr rauhen Klima des Bayerischen Waldes zog der Frühling erst Anfang Juni ein. Seit den 80er Jahren hat aber auch dort die Anzahl der Sommertage (also ab 25 Grad C) signifikant zugenommen. Was ebenfalls eine auffallende Abweichung von früheren Verhältnissen darstellt, sind die seinerzeit häufigeren und vor allem stärker ausgeprägten NW- und Nord-Wetterlagen. Letztere beeinflußten auch unsere Mittelgebirgsregion mit Arktikluft, die – ausgehend von einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über Skandinavien – auf direktem Wege nach Deutschland gelangte und dem Sauerland massive Schneefälle brachte. Im Schlepptau hatte diese häufig kontinentale Kaltluft mit extremen Minusgraden, die mitunter wochenlang das Wettergeschehen beherrschten.

Karl Josef Knoppik, Meschede-Stockhausen, im Mai 2013

Fundstücke: Verfassungsschutz und Neonazis waren im Sauerland eng verzahnt.

Wie DerWesten gestern Abend meldete, hätte  Andree Z. , einer der Anführer der Neonazi-Truppe „Sauerländer Aktionsfront“ als V-Mann des Verfassungsschutzes gearbeitet.

Die „Sauerländer Aktionsfront“ war in den 90ern die wichtigste neonazistische Gruppe in NRW gewesen.

Alles lesen …

Weihnachtsbäume im Doppelpack oder hier lesen Sie zwei Artikel in einem: Widerstand gegen Weihnachtsbaum(un)kulturen & Weihnachtsbaum und Meinungsmache

Widerstand gegen Weihnachtsbaum(un)kulturen

Fichtenkultur mit Ausblick. Kahler Asten (foto: zoom)
Fichtenkultur mit Ausblick. Kahler Asten (foto: zoom)

Nicht nur im Sauerland wehren sich Anwohner gegen den ausufernden, Mensch und Natur belastenden Weihnachtsbaumanbau. Auch im Spessart fragen sich die Menschen. „Wie viele Weihnachtsbäume vertragen wir noch?“

Das „Portal für den Grünen Markt, TASPO.de“ berichtete im Mai 2011 über die „Stimmungsmache“ gegen Nordmanntannen-Kulturen in Sinngrund im Spessart:

„Die Anwohner klagen über Kopfschmerzen und führen dies auf die ausgebrachten Pflanzenschutzmittel und ihre Zusätze zurück. Namentlich das Herbizid Roundup, vor allem aber das beigemischte Netzmittel POEA, das im Verdacht steht Krebs auszulösen und wesentlich langsamer abgebaut wird, sind in der Kritik …“.

Diese und weitere Vorwürfe sind für die dortigen Weihnachtsbaumproduzenten aber wohl harter Tobak. Sie hätten ihrerseits die Initiative ergriffen. Um wieder auf die sachliche Ebene zurück zu kommen, schreibt das „Grüne Portal TASPO.de“, organisierte ein Weihnachtsbaumanbauer einen Informationsabend. Das sei bundesweit eine Premiere; denn nie zuvor hätten in der Kritik stehende Tannenbaumproduzenten Bürgerinnen und Bürger zu solch einem Gespräch eingeladen. Laut dem Bericht folgten der Einladung weit über 300 Gäste, unter ihnen auch Amtsvertreter und Vertreter der meisten politischen Parteien, die den drei eingeladenen Referenten diszipliniert zuhörten. Dem Bericht kann man entnehmen, dass eine lebhafte Diskussion folgte, trotz der geschickten Auswahl der Referenten.

Die waren übrigens Bernd Oelkers Vorsitzende des Verbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremens, Peter Uehre, Versuchsleiter Weihnachtsbäume am Gartenbauzentrum Münster-Wolbeck sowie Notker Wolf, Verkaufsleiter von Baywa Agrar (Vertrieb für Pflanzenschutzmittel, Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Saatgut etc.).

Das Resümee laut „TASPO.de“:

„Am Ende der sehr gut besuchten Veranstaltung blieb die Empfehlung, nicht via Zeitung Dinge übereinander zu verbreiten, sondern sich an einen Tisch zu setzen, um zu klären, wo der Landschaftsschutzplan nicht beachtet worden sei und wo Kulturflächen zu reduzieren sind. Um die Spitzmittelproblematik sollten sich die Abgeordneten kümmern, man könne den Anbauern nicht vorwerfen, dass sie zugelassene Mittel einsetzen. Nach diesem Abend der ersten Kontaktaufnahme und gegenseitigen Anhörung bleiben also noch einige Dinge aufzuarbeiten. Der Initiator Uwe Klug ist überzeugt, dass die Gäste nun mehr Verständnis für die Weihnachtsbaumanbauer haben und dass diese von der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der Flächen überzeugt sind. Bei Führungen durch den Betrieb und im Einzelgespräch habe er und wird er weiterhin in diese Richtung arbeiten.“

Der Bericht schließt mit der Empfehlung des Initiators, Weihnachtsbaumproduzenten, die ähnliche Probleme mit der öffentlichen Wahrnehmung haben, sollten ähnliche Initiativen ergreifen.

Ob dieser Tipp geradewegs vom Spessart nach Bestwig ins Sauerland gelangt ist, wissen wir nicht. Jedenfalls wird das Thema „Gift und Weihnachtbäume“ am

09.11.2011 um 19.30 Uhr im Rathaus in Bestwig: „Gift und Weihnachtbäume“

nun auch im Sauerland diskutiert, und zwar nicht nur mit der CDU und gewissen Referenten und Vertretern der einschlägigen Branche, sondern auch mit dem Landesumweltminister Remmel!

Vielleicht berichtet „TASPO.de“ in Kürze auch über den Abend in Bestwig!?

Veranstaltung in Bestwig siehe:
http://www.giftfreies-sauerland.de/termine/

Bericht von TASPO.de siehe:
http://taspo.de/aktuell/alle-news/detail/beitrag/20537-wie-viele-weihnachtsbaumkulturen-vertraegt-sinngrund-im-spessart.html

Und als vorweihnachtliche Hintergrund-Beleuchtung noch das: Weihnachtsbaum und Meinungsmache

Die großen Brummer für die Weihnachtsmärkte kommen aus dem Wald (archiv: zoom)
Die großen Brummer für die Weihnachtsmärkte kommen aus dem Wald (archiv: zoom)

Lobby-Arbeit scheint – naturgegeben – ein Anliegen von dem „Portal für den grünen Markt TASPO.de“ zu sein.

Zur gezielteren Verbreitung gewisser Informationen wurde am 25. November 2010 das Portal „Zentralstelle natürlicher Weihnachtsbaum“ freigeschaltet und bis Ende des Jahres 2010 rund 500-mal besucht, berichtet „TASPO.de“ und erläutert dazu:
„Angesichts des noch nicht so großen Bekanntheitsgrades dieser Domain für Verbraucher und Journalisten sei das eine ganz ordentliche Resonanz, mehr als erwartet, urteilte Dr. Hans-Georg Dreßler von der Produkt+Markt Agribusiness Consulting GmbH, der diese Seite betreut, auf der Jahreshauptversammlung der Weihnachtsbaumanbauer in Kassel.“

Siehe: http://taspo.de/aktuell/alle-news/detail/beitrag/19831-erste-saison-mit-einem-positiven-resuemee.html

Das schlechte Image der Weihnachtsbäume soll so wohl aktiv angegangen werden. Gerade bei Journalisten sieht das Portal anscheinend Informationsbedarf. „TASPO.de“ schreibt dazu am 09.04.11:

„Dass es mit dem Image des Weihnachtsbaums noch nicht zum Besten steht, machte Dr. Dreßler daran fest, dass rund 30 Prozent der Journalisten vor allem die Themen „Öko-Baum“ und FSC-Zertifizierung interessierte.

Hohe Informationsdefizite auf Seiten der Journalisten zur Produktionsweise und auch negative Meinungen über die Branche waren an Begriffen wie Monokulturen und Pestizideinsätze festzustellen, die von der Zentralstelle angebotenen Beiträge und Artikel wurden aber positiv aufgenommen.“

Hin und wieder wird das Ziel aber verfehlt; denn (weiter im Text):
„Nicht verhindern könne man, dass die Journalisten trotz der angebotenen Positiv-Informationen Negatives aufgriffen. Beispiel: Ein Beitrag der Sendung ‚WDR-Markt‘ Mitte Dezember, dessen erster Teil um „markt-scanner: Weihnachtsbäume“ ging und die von der Zentralstelle gegebenen Informationen auch weitgehend korrekt wiedergaben.

Der zweite Teil handelte allerdings von der Weihnachtsbaum-Produktion auf PFT-verseuchten Flächen im Sauerland. Das Thema wurde gegenüber der „Zentralestelle natürlicher Weihnachtsbaum“ zuvor aber nicht erwähnt.“

Mea Culpa, an dem erwähnten Negativ-Beitrag der Sendung ‚WDR-Markt‘ war die Sauerländer Bürgerliste (SBL) nicht ganz unbeteiligt. Das WDR-Team hatte wegen „Tannen und PFT“ einige Monate zuvor mit der SBL Kontakt aufgenommen. Wir konnten den Redakteuren ein paar Hinweise geben und Kontakte vermitteln. Zustande kam eine sehr eindrucksvolle Reportage auch über das Weihnachtsbaumproblem in Bestwig. Vielleicht hat dieser Bericht auch zur Gründung der Bestwiger Bürgerinitiative „Giftfreies Sauerland“ beigetragen?

Wir wünschen uns, dass die unabhängige Redakteure von „Markt“ und anderen Sendern und Sendungen unbequeme und heiße Themen, wie Weihnachtsbäume und Pflanzen“schutz“mittel, allen Lobbyisten zum trotz, immer wieder anpacken und so den ein oder anderen Stein ins Rollen bringen!

Schiefergas – Sauerland im Visier der Großkonzerne?

In unserem BriefkastenMeschede. (sbl) Die Schiefervorkommen im Sauerland werden schon seit Jahrzehnten genutzt. Viele blau-graue Hausdächer und -fassaden in Dörfern und Städtchen zeugen davon und sind charakteristisch für diese Region Westfalens.

Doch jetzt bricht vielleicht eine neue, ganz andere „Schiefer-Aera“ an. Große Konzerne vermuten tief unten im Schiefergestein eine Art Goldgrube. „Schiefergas“ nennen sie die Energiereserven in der Erde, und sie träumen vielleicht schon vom deutschen Erdgaswunder.

In manchen Regionen der Welt, wie beispielsweise in den USA, wurde das „Wunder“ aber nicht zu einem Segen, sondern zum Fluch; denn dort wurden und werden durch die Bohrungen große Umweltzerstörungen verursacht, bedingt durch hoch giftige Abwässer, die bei der Schiefergasgewinnung anfallen.

Zeitungsberichten zufolge haben große Ölkonzerne wie Exxon und Shell auch in Nordrhein-Westfalen mit Probebohrungen begonnen. Wenn dem so ist, dann müssten die Multis auch das Sauerland im Visier haben.

Die Sauerländer Bürgerliste (SBL) schickte Ende November 2010 ein Schreiben an den Landrat, mit der Bitte, das Thema „Schiefergasbohrungen“ auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung zu setzen.

Zitat aus dem Antrag der SBL:

„In der Samstags-Ausgabe der Westfälischen Rundschau vom 20.11.2010 wurde ein Bericht über „Schiefergas“ als wachsende Energiequelle veröffentlicht. Auch in Nordrhein-Westfalen werden demnach Lagerstätten erschlossen. Der US-Ölmulti Exxon-Mobil sowie neun weitere Energieunternehmen hätten bereits die Genehmigung für Erdgas-Probebohrungen erhalten. „Der Schwerpunkt liegt im nördlichen Münsterland, an den nördlichen und südlichen Rändern des Ruhrgebiets sowie im Sauerland“, berichtete die WR.

Nur für den Fall, dass der beantragte TOP keine Berücksichtigung finden sollte, bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Ist Ihnen offiziell bekannt, ob im Hochsauerlandkreis Genehmigungen für „Schiefergas-Probebohrungen“ erteilt worden sind oder erteilt werden sollen?
2. Wenn ja, wo genau sollen die Bohrungen erfolgen?
3. Wer sind die Antragsteller?

Der Antrag zum Schiefergas als PDF.

Umleitung: Winters Sarrazin Parabel, Medienwolf, klamme Kommunen, Kopfgeburten, Schwulsein im Sauerland und mehr …

Wenn ich heute nur einen Text empfehlen dürfte, so würde ich meine Leserinnen und Leser unbedingt auf das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung verweisen. Ich würde ihnen sagen: „Wenn euch das Thema Sarrazin zum Hals heraushängt, dann lest bitte zum Schluß noch diese Parabel von Leon de Winter: „Der Tag, an dem ich Thilo Sarrazin das Geheimnis der jüdischen Intelligenz verriet“.

Wer die Süddeutsche Zeitung nicht abonniert hat, muss leider online lesen … sueddeutsche

Dortmund, Haltern, Greven, Rheine: Der Wolf kommt. Endlich mal so richtig Personal loszuwerden. In dem märchenhaften Straßentheater des DJV-NRW besuchen der böse Wolf, Chef irgendeines Medienunternehmens, und der Maulwurf (mit einem höchst speziellen Auftrag) ein Seminar bei der Schlange, um das mit dem Loswerden endlich zu lernen … medienmoral

Kein Licht am Ende des Tunnels: Die deutschen Städte sehen bei den Kommunalfinanzen kein Licht am Ende des Tunnels und erwarten in diesem Jahr das höchste Defizit der Nachkriegsgeschichte. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung geht 2010 keine Stabilisierung der kommunalen Haushalte einher … doppelwacholder

Kopfgeburten: Die Rente mit 67 … nachdenkseiten

Keinen Gott: nur Alkohol gibt es bei den …  ruhrbaronen

Sundern: Gutachten zu Trinkwasserschutzzone offenlegen! meinen … gruenesundern

Wiemeringhausen: Hallo Herr Ortsvorsteher … wiemeringhauser

Winterberg: Schwulsein im Sauerland – ein Spießroutenlauf? … derwesten Update: Leider funktioniert der Link nicht mehr. Schade 🙁 – für DerWesten 😉 Werde mir in Zukunft zwei Mal überlegen, ob ich noch auf Artikel aus DerWesten aufmerksam machen soll.

Wahlkampf am Wegesrand: Wehe NRW – das Sauerland kommt über dich.

Karsten Rudolph will mehr Sauerland für NRW (foto: zoom)
Karsten Rudolph will mehr Sauerland für NRW (foto: zoom)

Diese Aussage von Karsten Rudolph habe ich  noch nicht verstanden: „Mehr Sauerland für NRW“ hat die SPD mit dem Bild ihres Spitzenkandidaten plakatiert.

Um den Spruch zu verstehen, habe ich auf der Website des SPD-Politikers nachgeschaut.

Dort bildet der Slogan die Überschrift der „Wahlkampf- 2010“ Seite. Einen  Bezug zum Inhalt oder eine Herleitung aus dem Politikkatalog konnte ich nicht finden:

  • Beste Bildung für alle. Ohne Kindergarten- und Studiengebühren. Damit kein Kind zurück bleibt.
  • Beschäftigung sichern und gute Arbeit schaffen. Damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt.
  • Mehr Mobilität. Auch mit Bus und Bahn. Damit jeder mitfahren kann.
  • Soziale Gerechtigkeit. Damit unsere Gesellschaft wieder zusammenfindet.
  • Solide Finanzen. Damit unsere Kommunen lebenswert bleiben.
  • Mehr Mitsprache. Damit der Bürger zu seinem Wort kommt.

Was hat das mit der plakativen Forderung „Mehr Sauerland für NRW“ zu tun?

„Schwule Sau“ – Der neue Hass auf Homosexuelle jetzt als podcast.

Aller LeserInnen, die die Sendung „Schwule Sau“ im Fernsehen nicht sehen konnten und lediglich die Gespräche, Gerüchte und Urteile aus zweiter Hand kennen, haben die Möglichkeit, sich die gesamte Sendung als podcast auf der Website des WDR herunterzuladen. Wie war das noch in  Niedersfeld, Winterberg und Siedlinghausen. Was hatte der Schulleiter gesagt? Was der Schützenvorstand? Wie hat der Pfarrer reagiert?

Hier gibt es den podcast. (137 MB)

Aktuell: Um 22 Uhr – WDR-Fernseh-Sendung „Schwule Sau“ – der neue Hass auf Homosexuelle

Heute Abend wird von 22.00 bis 22.45 der Film von Christina Zühlke „“Schwule Sau“ – der neue Hass auf Homosexuelle“ gezeigt. Unter anderem wird ein junger Mann namens Kevin, der in Niedersfeld, einem Ortsteil von Winterberg, im Hochsauerland aufgewachsen ist, über sich und seine Erfahrungen erzählen. Für die Sendung ist er in seinen alten Heimatort Niedersfeld zurückgekehrt.

Das gedruckte Interview mit Kevin ist  auf der Website des WDR nachzulesen:

Kevin: Irgendwann hat man selber schon geahnt, dass mit einem etwas nicht stimmt, aber man wollte es nicht wahrhaben. Ich habe versucht, mich so zu verhalten, dass ich auf keinen Fall auffalle. Das war damals schon eine schwere Zeit, sich immer verstecken zu müssen. Immer Angst zu haben, dass Mitschüler einen fertig machen, das war schon hart. … das ganze Interview

Auf der Website des WDR heißt es dazu unter anderem:

Die ganze Geschichte von Kevin, den Besuchen bei seinem ehemaligen Schuldirektor, dem Schützenverein, seiner Mutter und seinem Pfarrer heute Abend im WDR Fernsehen: „die story: Schwule Sau! Der neue Hass auf Homosexuelle„, 22.00 – 22.45 Uhr.

Ich vermute mal, dass heute viele Menschen hier oben im Ruhrtal von den Privaten zum öffentlich-rechtlichen WDR schalten.

DerWesten hat ein ähnliches  Interview unter der Überschrift „Im Sauerland ist wenig Platz für Schwule“ ebenfalls auf seine Website gehoben.

Umleitung: Uhlenberg, Reuter, Copy and Paste und Ärztemangel im Sauerland

umleitungUhlenberg-Ausschuss: „Hat Frau Delphino die Ermittlungen geführt?“ … ruhrbarone

Kreistag Meschede: Vermisst jemand Niederschriften? … sbl

Elmar Reuter: Der Lotse geht von Bord … cowblog

Copy and Paste: taz-Autorin vs. Blogger … freitag

Ärztemangel: Verein will medizinische Versorgung im Sauerland vor dem Kollaps retten … wp

Umleitung: SPD – Immer lustig immer munter bis der …

SPD I: Muammar al-Gaddafi – Man muss die SPD sofort auflösen und an die umliegenden Parteien verteilen … spon

SPD II: wie erwartet, nur noch schlimmer … nachdenkseiten

SPD III: Ruhrgebiet blassrot … pottblog

SPD IV: Keine Ideen, keine Köpfe, keine Wähler … ruhrbarone

SPD V: Quo Vadis? … ruhrtalcruising

SPD VI: Rücktritt …weissgarnix

SPD VII: Nur noch ein Schatten … freitag

FDP: Eure Armut kotzt uns an … spiegelfechter

And now to something completely different: Ferienparks im Sauerland – ein Leserbrief … sbl