Vor 50 Jahren in Sasbach: Der hoffnungsvolle Aufbruch der Erneuerbaren Energien

Ein regionaler Traum wird zum weltweiten Erfolg

Ein alternatives kleines Messegelände auf grauem Schotter. Kleine Stände mit Anlagen der erneuerbaren Energien. Details sind nicht zu erkennen. Kinder und Erwachsene verteilt auf dem Gelände. Links eine große Halle, rechts und im Hintergrund Wiesen, Häuser und Wald. Im Vordergrund gehen zwei Frauen an PKW (VW-Käfer, und ein anderes) vorbei.
Sonnentage Sasbach 1976 (Foto Erhard Schulz)

Ende Mai 1976 veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegründeten Bund für Umwelt und Naturschutz und die badisch-elsässischen Bürgerinitiativen die weltweit erste und größte Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das berühmte „Nai hämmer gsait“ war den Aktiven nicht genug. Es galt nicht nur „dagegen zu sein“, sondern auch die Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen. Die Ausstellung fand 3 Jahre nach der großen Ölkrise 1973 mit ihren vier Sonntagsfahrverboten statt, ein Ölpreisschock der heute wieder Erinnerungen weckt.

(Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein)

Aus heutiger Sicht waren die Sasbacher Sonnentage eine kleine, ja geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien, doch wir sagten selbstbewusst und durchaus auch verwegen: „Das ist die Zukunft! Das sind die Alternativen zur Atomenergie“. Aber gerade dieses „aus heutiger Sicht“ zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision. 

Aus den Hoffnungen und Visionen von 1976 ist Realität geworden
Der Preis für Solarmodule ist seit 1976 um 99 % gesunken. Der immer noch aggressiv bekämpfte Strom aus Wind & Sonne ist schon lange viel kostengünstiger als Gefahrstrom aus Kohle, Öl, Gas und Atom.

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Comedy mit Marc-Uwe Kling: Wie die CDU zwischen Gaslobby und Klimazielen versagt

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Video-Link: https://tube.funfacts.de/w/bH7AcBRjkcSiKj35bUBi1W

In dieser Folge mit Marc-Uwe Kling geht es um den aktuellen Iran-Konflikt, Fragen des Völkerrechts und die internationale Reaktion auf militärische Eskalationen im Nahen Osten. Thematisiert werden Proteste im Iran, geopolitische Interessen und die Rolle der USA.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die deutsche Energiepolitik. Analysiert werden die Änderungen am Heizungsgesetz, die Einführung einer Grüngasquote, die Beimischung von Biomethan und Wasserstoff zu Erdgas sowie die möglichen Folgen für Gaspreise, Netzentgelte, Wärmepumpen, Mieter und Vermieter. Außerdem geht es um Kritik von Energieverbänden, Umweltorganisationen und wirtschaftspolitischen Akteuren.

Diskutiert wird die Rolle von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Jens Spahn im Kontext der Energie- und Wirtschaftspolitik. Dabei werden auch frühere energiepolitische Entscheidungen, Entwicklungen in der Solarindustrie und die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich erneuerbare Energien eingeordnet.

Darüber hinaus behandelt die Folge Fragen digitaler Souveränität in Europa, Abhängigkeiten von US-Technologiekonzernen, Sanktionen im Zusammenhang mit dem Internationalen Strafgerichtshof sowie die Nutzung amerikanischer Software in deutschen Behörden.

Vortrag im Rathaus Winterberg: „Erfordernisse an Waldbau und Jagd im Klimawandel“

Dr. Ralf Petercord, Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW am 12. März ab 18 Uhr im Betriebsausschuss Forst und Umwelt

Dem Winterberger Wald, hier 2024, geht es nicht gut (foto: zoom)

Am kommenden Donnerstag hält Dr. Ralf Petercord im öffentlichen Teil des Betriebsausschusses Forst und Umwelt einen Vortrag zum Thema „Erfordernisse an Waldbau und Jagd im Klimawandel“.

Angesichts der teilweise erschreckenden Meldungen über die Zukunft unserer Wälder ist es vielleicht ganz gut, zu hören, was ein Fachmann zum Thema zu sagen hat.

Zur Erinnerung: Waldschäden in Europa durch Brände, Stürme und Borkenkäfer werden im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten unter allen analysierten Klimaszenarien zunehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen internationalen Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde.

Selbst wenn die Erderwärmung auf etwa 2°C begrenzt werde, könnte die jährlich geschädigte Waldfläche bis zum Ende des Jahrhunderts von rund 180.000 Hektar auf etwa 216.000 Hektar pro Jahr steigen – und damit höher liegen als in den ohnehin schon stark betroffenen Jahren 1986 bis 2020. In einem Szenario, in dem die Nutzung fossiler Energieträger weiter zunehme, könnten sich die Waldschäden mehr als verdoppeln und bis zum Ende des Jahrhunderts nahezu 370.000 Hektar pro Jahr erreichen.

Quelle: https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/waldschaeden-in-europa-koennten-bis-2100-um-rund-20-steigen-selbst-wenn-erwaermung-auf-2degc-begrenzt-wird

Momentaufnahme: Technologieoffenheit oder der Fluch fossiler Ressourcen

Preise für die Fossilkraftstoffe heute Nachmittag in Olsberg (foto: zoom)

Vielleicht könnte man in Abwandlung einer älteren Redewendung sagen: Wer Technologieoffenheit predigt ist nicht ganz dicht.

Diesel-Dieter hat sich heute im Baumarkt einen Vorschlaghammer gekauft. Wenn die Fossilenergiepreise noch weiter steigen, wird er seine alte Kiste zertrümmern und sich ein E-Bike kaufen. Für ein E-Auto reicht sein Erspartes leider nicht. Da geht es ihm genau so wie mir.

Vielleicht wäre es die bessere Idee, die Energiewende voranzutreiben, statt sie, wie unsere Fossilministerin Katharina Reiche, abzuwürgen.

Technologieoffenheit war von Anfang an ein Lobby-Kampfbegriff, um die Profite der Fossilindustrie zu schützen.

Erneuerbare – Sonne, Wind, Geothermie,… – müssen nicht importiert werden. Um Erneuerbare muss kein Krieg in der Ukraine, im Nahen Osten oder im Vorhof der USA (Venezuela) geführt werden. Für Erneuerbare müssen keine Gasleitungen oder LNG-Terminals gebaut werden.

Oder wie es Dr. Michael Blume, CDU-Mitglied und Antisemitismusbeauftrager des Landes Baden-Württemberg, nicht müde wird zu betonen:

Erneuerbare sind Friedensenergien – fossile Energien sind Kriegsenergien. Der Fluch fossiler Ressourcen muss gebannt werden.

Guten Morgen, genießt den Tag so gut es geht

Eine Tour über den Kahlen Asten (foto: zoom)

Das Wetter ist seit vielen Tagen ungewöhnlich warm und trocken. Heute Morgen hat mich zum ersten Mal die Amsel mit ihrem Gesang geweckt. Sie beginnt ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang zu trällern. Singdrossel und Rotkehlchen stimmten ebenfalls mit ein.

Apropos Temperaturen: der Niedergang des Skitourismus hat an der Peripherie Winterbergs begonnen: Züschen, Küstelberg, Gellinghausen …

Seit einiger Zeit steht auch der sogenannte Sahnehang am Kahlen Asten zum Verkauf. Wenn ich das Geld hätte, ich würde es anders anlegen.

Nun ja, ich bin kein Unternehmer. Wer weiß, was man aus dem Sahnehang noch machen kann …

Skihang zu verkaufen (foto: zoom)

Signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung seit 2015

Globale Erwärmungsrate (in °C pro Jahrzehnt) laut den globalen Temperaturdaten von Berkeley Earth: Die blaue Linie zeigt die linearen Trends für die Zeit vor und nach 2015 (hellblau der Unsicherheitsbereich). Die rote Linie zeigt den linearen Trend für 10-Jahres-Fenster der Daten, in jährlichen Abständen. (Abbildung: PIK)

Die globale Erwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt, zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forschungsteam berücksichtigt in der Untersuchung bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur und weist die Beschleunigung des Erwärmungstrends erstmals statistisch signifikant nach.

(Pressemitteilung PIK)

Die ermittelte Erwärmungsrate lag in den vergangenen 10 Jahren je nach Datensatz um rund 0,35 Grad Celsius pro Jahrzehnt, verglichen mit knapp 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt im Durchschnitt der Jahre 1970 bis 2015. Damit ist das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.

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BODIUM4Farmers als Entscheidungshilfe für die Landwirtschaft

Bodenmodell ermöglicht Vorhersage von Erträgen und Bodengesundheit in Abhängigkeit von Klimaszenario und Bewirtschaftung

Schematische Darstellung des BODIUM-Modells mit Komponenten (farbige Kästchen), Prozessen und Wechselwirkungen (Pfeile) sowie externen Faktoren (graue Kreise) innerhalb jedes Bodens. (Grafik: UFZ)

Die Landwirtschaft steht vor vielen Herausforderungen: Klimawandel, neue Anforderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und steigende Erwartungen an Umwelt- und Ressourcenschutz treffen auf den Anspruch, wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler:innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aus dem am UFZ entwickelten Bodenmodell BODIUM die Webanwendung BODIUM4Farmers erstellt und jetzt zur Nutzung freigeschaltet. Das Praxistool will Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen, langfristige Bodennutzung, gesunde Böden und stabile Erträge miteinander in Einklang zu bringen.

(Pressemitteilung UFZ)

Der Boden ist ein wichtiger Teil des Ökosystems und erfüllt viele Funktionen. Er produziert beispielsweise Biomasse, speichert und filtert Wasser, bindet Kohlenstoff und bildet den Lebensraum für Bodenorganismen. „Die Böden sind komplexe Systeme, in denen eine Vielzahl physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen ablaufen“, sagt die UFZ-Bodenforscherin Dr. Ute Wollschläger. Wie sich Böden bei veränderter Bewirtschaftung oder unter dem Einfluss des Klimawandels entwickeln, lässt sich mit wissenschaftlichen Experimenten jedoch nur eingeschränkt untersuchen, da Böden nur langsam auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren.

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Kommunale Wärmeplanung in Winterberg und seinen Ortsteilen

Ein Kurzbericht von der Info-Veranstaltung am Montag im Rathaus

Joel Porten (Projektbearbeitung Zukunft Quartier / Klima / Energie) erläutert den Stand der kommunalen Wärmeplanung (KWP) für die Stadt Winterberg. (foto: zoom)

Am vergangenen Montagabend fand im bis zum letzten Platz gefüllten Rathaussaal die zweite Informationsveranstaltung über den Stand der kommunalen Wärmeplanung (KWP) für die Stadt Winterberg statt.

Nach einer kurzen Einführung durch Bürgermeister Michael Beckmann stellte Volker Broekmans, Leiter des externen Dienstleisters DSK Stadtentwicklung (Düsseldorf), zusammen mit seinem Mitarbeiter Joel Porten die bisherigen Untersuchungen und vorläufigen Schlussfolgerungen seines Büros vor.

Auf dem Podium saßen ebenfalls die Fachfrauen für die Winterberger Klimapolitik Kim Peis (Klimamanagerin) und Rabea Kappen (Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste, Bildung und Digitalisierung).

Eingeladen waren die Bürger*innen derjenigen Ortsteile, die das Potential für den Aufbau und Betrieb eines Nahwärmenetzes haben, und das sind lediglich Teile Siedlinghausens sowie der Kernstadt Winterbergs (Fokusgebiete s.u.).

In allen anderen Ortsteilen und außerhalb der Fokusgebiete müssen sich die Hausbesitzer*innen selbst bzw. gemeinsam mit dem Fachbetrieb ihres Vertrauens darum kümmern, wie ihre Immobilie bis 2045 CO2-frei beheizt wird.

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Lesehinweis: „Ministerin Reiche will die Gewinne der fossilen Konzerne sichern“

Bei einem verschleppten Ausbau der Erneuerbaren bis 2045 müssen Bürger und Unternehmen mit insgesamt 320 Milliarden Euro an Mehrkosten rechnen

Windräder in einer Reihe auf einem teilweise bewaldeten Bergrücken. Dahinter grau-dunkle Wolken am bedeckten Himmel.
Windräder auf dem Mannstein, von der Anhöhe zwischen Brunskappel und Wiemeringhausen gesehen (archivfoto: zoom)

Heimische erneuerbare Energien seien die Lösung gerade in Zeiten von Krisen und Kriegen, sagt Hans-Josef Fell in einem Interview mit der Online-Zeitschrift Klimareporter°. Fell, Miterfinder des EEG, kritisiert die aktuellen Pläne der schwarz-roten Koalition für Solardächer, Netzausbau, Bioenergie und Heizungen.

Erneuerbare Energien seien selbst mit Speichern heute die kostengünstigste Art der Stromerzeugung.

Fossile und atomare Energien würden immer wieder als Erpressung und Kriegswaffe eingesetzt, wie man aktuell im Iran-Krieg an der Sperrung der Straße von Hormus sehen könne.

Ausschnitt Interview:

Klimareporter°: Herr Fell, im Jahr 2000 waren Sie als Grünen-Bundestagsabgeordneter einer der Miterfinder des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das der Solar- und der Windenergie zum Durchbruch verholfen hat. Nun arbeitet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an einem neuen EEG, das – Zitat – „konsequent auf Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit“ ausgerichtet sein soll. Klingt gut. Was halten Sie von den Plänen?“

„Hans-Josef Fell: Wenn es Katherina Reiche damit ernst meinen würde, müsste sie sofort das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien bis spätestens 2035 ausgeben. Bei einem verschleppten Ausbau der Erneuerbaren bis 2045 müssen Bürger und Unternehmen mit insgesamt 320 Milliarden Euro an Mehrkosten rechnen, weil viel zu lange auf die teuren fossilen Energien gesetzt würde.“

Wie kommt diese Zahl zustande?

[…]

Alles lesen bei Klimareporter: https://klimareporter.de/finanzen-wirtschaft/ministerin-reiche-will-die-gewinne-der-fossilen-konzerne-sichern

Gebäudemodernisierungsgesetz: Ein neuer Heizhammer

Größere Klimaschutzlücke und Kostenfalle

Joachim Wille schätzt in einem Beitrag auf der Website Klimareporter die Veränderungen am Gebäudeenergiegesetz ein. Mit Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes der Vorgängerregierung (Ampel) erfülle die Koalition einen Herzenswunsch der CDU. Die Folgen seien fatal – sowohl für das Klima als auch für viele Haushalte.

Das Beste, was man über das neue Heizungsgesetz sagen könne: „Die Regierung hat Wort gehalten. Im Koalitionsvertrag steht: Die Ampel-Regelungen werden abgeschafft. Und das passiert nun.“

Das geänderte Gebäudeenergiegesetz sei inhaltlich viel schlechter als das wahrscheinlich noch bis Mitte des Jahres geltende Habecksche Gesetz. Die ohnehin noch große Klimaschutzlücke im Gebäudesektor werde weiter wachsen, und den Menschen, die im Vertrauen auf die Bundesregierung nun weiter Gas- und Ölheizungen einbauen lassen, drohe eine Kostenfalle.

Den ganzen Artikel bei Klimareporter lesen: https://klimareporter.de/gebaeude/ein-neuer-heizhammer