Der REWE-Kaufpark in Siedlinghausen heute Abend um kurz nach acht (foto: zoom)REWE verläßt im September 2020 Siedlinghausen. Der Vertrag mit dem Eigentümer wird nicht verlängert.
Bis gestern war es für mich nur eines von vielen Gerüchten, aber heute habe ich aus weiteren Quellen erfahren, dass der REWE-Supermarkt definitiv Schluss macht.
Jeder und jede, den/die ich gefragt habe, hat bekräftigt, dass es schon andere Interessenten wie Markant oder Lidl gebe. Hier weiß ich allerdings noch nichts Genaues und warte ab.
Der REWE in Siedlinghausen ist einer der kleinsten, die ich im weiten Umkreis kenne. Größtes Manko: kein Pfandautomat. Konkurrenz hat er in Winterberg (EDEKA, ALDI, größerer REWE, Lidl) und Olsberg (REWE, NETTO, ALDI, HIT, Lidl).
Ich hoffe für meinen kleinen Wohnort sehr, dass ein Nachfolger gefunden wird. Ohne Lebensmittelmarkt würde Siedlinghausen erheblich an Wohnqualität verlieren.
Der katholische Kreuzberg mit Kapelle und Sendemast in Winterberg (foto: zoom)
Ich habe vor einiger Zeit aufgehört den Reformationstag zu mögen. Dass sich Luther in turbulenten Zeiten auf die Seiten der Fürsten, gegen die aufständischen Bauern gestellt hat, habe ich ihm als „Gustav-Noske-Moment“ durchgehen lassen, denn er kannte Noske noch nicht und immerhin soll er antiautoritär „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ gesagt haben.
Immerhin eine Redewendung, die man heute noch guten Gewissens seinem/seiner Chef*in entgegen schleudern kann: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“
Aber dann der antisemitische, hassende und hetzende Luther:
„Luther will seinen „treuen Rath“ geben und schlägt gegen die „verbösten“ und „vergifteten“ Juden vor, „daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke“, „daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre“, „daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten“, „daß man ihren Rabbinen bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren“, „daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe“, „daß man ihnen den Wucher verbiete, … und nehme ihnen alle Baarschaft und Kleinod an Silber und Gold“, schließlich „daß man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brod verdienen im Schweiß der Nasen“.
Kann man heute noch einen Menschen feiern und verehren, der die hier zitierten – neben vielen anderen, höchst fragwürdigen – Äußerungen von sich gab? Nicht ohne Grund stand Luther bei Hitler in hohem Ansehen. Nach unserem heutigen Verständnis würde Luther heute als Theologe und Politiker gesellschaftlich geächtet und als Volksverhetzer angeklagt werden.“
Ich kann den Reformationstag nicht feiern. Sowieso nicht, weil ich in NRW wohne, aber auch in meiner alten zweiten Heimat Hamburg würde ich mich für Luther schämen. Ich bin immerhin protestantisch getauft und konfirmiert.
Oversum Winterberg: Vorne das Dach des Hallenbads, im Hintergrund das Hotel (foto: zoom)
Die jetzige Woche ist ein Zeitfresser. Darum bleibt mir trotz vieler spannender politischer Entwicklungen nicht viel Zeit fürs Bloggen.
Ein Bild des „Oversum“ in Winterberg, ein paar Zeilen und fertig. Gestern war ich nach der Arbeit noch kurz im Winterberger Schwimmbad.
Während ich meine Bahnen zog, konnte ich aus dem großen Fenster des Schwimmbads sehen, wie das Abendlicht den Dumel rot-gelb aufflammen ließ.
Leider konnte ich aus dem Wasser heraus nicht fotografieren, also schneller schwimmen, noch schneller abtrocknen und draußen gerade noch sehen, wie der Dumel in der grauen Abenddämmerung erloschen war.
Fotografen-Pech.
Ein paar Lichtstrahlen fielen noch auf die Metallmäntel der Schwimmbad-Schornsteine.
Knips!
Dann wurde es dunkel.
Eure Prognose für Thüringen?
Die bürgerliche Mitte wird durch die Linkspartei und Bodo Ramelow repräsentiert. Kein Witz. Die SPD ist nahezu implodiert, Grüne und FDP marginal. Der CDU könnte das Schicksal der SPD drohen. Die AfD ist eine Bedrohung für die Demokratie. Der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehende Flügel mit dem West-Import Björn Höcke an der Spitze, hat fast ein Viertel der Stimmen erhalten.
Einfach schlechte Menschen am Ostseestrand – sollte man vor den Wahlen kennen (foto: zoom)
Ich miste gerade meine Festplatte aus. Drei Bilder aus dem Urlaub an der Lübecker Bucht haben mir spontan gefallen.
Die einfach schlechten Menschen tauchten am Strand bei einer Radtour durch Mecklenburg-Vorpommern auf.
Unter einer Brücke zwischen Travemünde und Lübeck habe ich das große Graffito entdeckt; selbstverständlich mit dem Rad und nicht mit dem Auto.
Graffiti unter einer Brücke zwischen Travemünde und Lübeck. (foto: zoom)
Die Abende sahen meistens so aus wie auf dem folgenden Bild. Die Szene hätte eigentlich ein Stativ und ein lichtstarkes Objektiv erfordert. Das hatte ich nicht dabei.
Abends an der Hafenpromenade in Travemünde (foto: zoom)
Ich höre das vorgestern, gestern, heute und morgen. (foto: zoom)Aus Gründen habe ich vor ein paar Tagen Beethovens Klaviersonaten, eingespielt und interpretiert von Igor Levit, geschenkt bekommen.
Morgens, mittags, abends – Beethoven. Heute habe ich die letzte der neun CDs durchgehört.
CD #4 liegt nun wieder auf. „Moonlight“ und „Pastorale“ – hitmäßig, mein Anspieltipp für Neuhörer.
Cool Germania? – Willy Brandt und die alte SPD. (foto: zoom)
Es ist schon ein Ritual. Wenn ich in Lübeck bin, gehe ich ins Willy-Brandt-Haus.
Mit „Mehr Demokratie wagen“, hüllt mich zuerst eine wohlige Sentimentalität ein, bevor ich mir die Ausstellung genauer anschaue. Das Willy-Brandt-Haus begleitet mich immerhin schon über neun Jahre. Hier der erste Blogeintrag:
Heute wirkt die Präsentation sehr angestaubt, in die Jahre gekommen, und ich habe mich gefragt, woran es liegen könnte.
Ein Gedanke: das antifaschistische Denken und Handeln von Brandt, die Flucht und das Exil in Norwegen und Schweden, müssten mit der heutigen Zeit verknüpft und nicht als Verpuppungsstadium gesehen werden, aus dem er schließlich zum bundesdeutsche SPD-Politiker und Bundeskanzler, von radikalen sozialistischen Idealen geläutert, schlüpfte.
Ein zweiter Gedanke: mögliche Traditionsbrüche zwischen Frahm/Brandt und der Sozialdemokratie sollten offen gelegt werden.
Ein dritter Gedanke: die Widersprüche des Menschen Brandt müssen tiefgründiger nachgezeichnet werden.
Soweit erst einmal.
Willy Brand 1970 am Fenster in Erfurt – an der Wand in Lübeck (foto: zoom)
Klaus Beuermann hatte 1974 hier im Blog 2013 das kommende Ende von Brandt dokumentiert, mit dem Spion Günter Guillaume im Hintergrund.
Es hat einen weiteren trüben Tag mit einigen Regenschauern gedauert, bis die Sonne kurz vor dem Untergang wenigstens einen kleinen Teil des Himmels erhellte.
So wie ich die Sicht interpretiere, ist ein Tiefdruckgebiet nach Osten abgezogen und das schöne Wetter rückt nach – hoffentlich.
Im Trüben habe ich lediglich ein paar Bilder mit schwarz-weiß Kontrasten knipsen können. Der umgestürzte Baum ragt am Brodtener Steilufer zwischen Travemüde und Niendorf in die Luft.
Am Brodtener Steilufer (foto: zoom)
Eigentlich hatte ich schon alle Hoffnung auf Licht und Schatten aufgegeben und mich den Schaufenstern in der Travemünder Vorderreihe zugewandt.
Buenos Dias am Abend im Schaufenster (foto: zoom)
Dieses Bild voller Kunstlicht sollte das letzte des Tages sein, aber dann … siehe oben.