Die Sonne geht unter. Blick über einen Teil von Kassel. Die Windräder drehen sich, die Müllverbrennung qualmt. (foto: zoom)
Heute herrscht Blogpause.
In der Wolfsschlucht habe ich beim Nikon-Fotogeschäft ein gebrauchtes 18-105 mm Zoomobjektiv für meine Nikon D 7200 erworben. Das alte Objektiv hatte eine Macke, das neue scheint (siehe Stadtbild oben) zu funktionieren.
Polter in der Schlade/Siedlinghausen gestern, noch hat es nicht geschneit. (foto: zoom)
Es hat lange gedauert, aber gestern habe ich ein neues Wort kennengelernt. Bis dahin wusste ich nicht, dass die riesigen Holzstapel in der Schlade Polter genannt werden.
Ein Nutzer bei Mastodon hatte den Begriff in einer Reaktion auf mein oben Foto verwendet. Ich habe mich bedankt und bei Wikipedia nachgeschlagen:
Als Polter (der Polter, seltener das Polter; regional auch Polder) oder Holzpolter wird in der Forstwirtschaft gesammeltes und sortiertes Rundholz bezeichnet, das nach der Holzernte auf einem Sammelplatz zur Abfuhr bereitliegt, zum Beispiel am Rand von Forststraßen. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im polternden Geräusch, das beim Abwurf des Holzes auf dem Polterplatz entsteht. Das Zusammenstellen eines Polters nennt man daher auch poltern. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polter
Beim Spaziergang heute habe ich dann gleich einen kleinen Polter oberhalb des Friedhofs gesehen.
Dies ist eher kein Polter, sondern ein Holzstapel, der wahrscheinlich als Brennholz dienen soll. (foto: zoom)
Auf dem kleinen Holzstoß liegt Neuschnee. In der Tat mussten wir heute zum ersten mal in dieser Wintersaison den Bürgersteig mit dem Schneeschieber von einer dünnen Schneedecke freiräumen.
Ich kann mir vorstellen, dass am Wochenende ein Tourist*innensturm über Winterberg hineinbricht. Schnee! Ich vermeine die Nervösität im Ruhrgebiet, im Rheinland und in den Niederlanden zu spüren.
Ein Detail am Wegesrand: ein sonnenbeschienenes Blatt mit Schneehaube (foto: zoom)
Das Wetter soll kalt und sonnig werden. Mit Staus vor Winterberg wird zu rechnen sein, auch wenn die ersten Skilifte wahrscheinlich erst ab 28. November laufen.
Von meinem Spazierweg oberhalb der Bahn sehe ich auf das neue Wohngebiet „Am Bergsee“. In der Ferne ist der durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer gelichtete Forstwald am Hömberg zu sehen.
Blick auf die Häuser des Neubaugebiets „Am Bergsse“ (foto: zoom)
Zwischen Siedlung und Bergrücken fließt die Neger durch das Tal Richtung Namenlose und Ruhr.
Oberhalb des Friedhofs, also dort wo sich der kleine Holzstoß (s.o.) befindet, überquere ich die Bahngleise und mache ein Foto von der Friedhofskapelle. Das letzte Bild für heute. Ich bin zurück im Ort.
Kreuz, Kapelle und im Hintergrund wieder der Hömberg. (foto: zoom)
Von der Zweistaatenlösung zur Schweiz im Nahen Osten. Ein Vortrag von Dr. Aref Hajjaj im Bürgerzentrum Alte Synagoge in Meschede
Stephanie Jordans (VHS), Aref Hajjaj (Referent) und Elmar Schulte (Bündnis für Demokratie) (foto: zoom)
Am Montag, dem 11. November referierte Dr. Aref Hajjaj im Bürgerzentrum Alte Synagoge in Meschede zum Thema Zukunftsperspektiven für Frieden im Nahen Osten. Eingeladen hatte die Volkshochschule Hochsauerlandkreis unterstützt vom Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität.
Dr. Aref Hajjaj, gebürtiger Palästinenser aus Jaffa mit deutscher und schweizerischer Staatsbürgerschaft, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Universität Heidelberg und war im Deutschen Auswärtigen Amt sowie für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik tätig. Er arbeitet als Publizist und Journalist und ist regelmäßig als Nahost-Experte und Interviewpartner für deutsche und internationale Fernsehstationen gefragt.
Den Weg zum Frieden sah der Referent am vergangenen Montag in einer Zweistaatenlösung, die dann eventuell in einen föderalen Staat, ähnlich der Schweiz, übergehen könne.
Das Scheitern aller vergangenen Friedensbemühungen sieht er verursacht durch einerseits den Messianismus Israels (Judaea, Samaria, statt Westbank) und den Heroismus (politischer Islam) der islamischen Seite.
Irgendwann müsse man dieses kriegerische Verhältnis beenden. Das Massaker vom 7. Oktober 2023 habe ihn entsetzt. Aber auch Gaza habe unermessliches Leid erfahren: 70.000 Tote, davon 20.000 Kinder, 260.000 Verwundete und Verstümmelte.
Heute Morgen sind wir vor dem Einkaufen kurz zum Kahlen Asten hinauf gefahren. Ich hatte mir vorgestellt, gemütlich im ersten Schnee des Jahres spazieren zu gehen.
Der Schnee war da, aber es war leider windig, kalt und ungemütlich. Mit klammen Händen konnte ich gerade einmal ein paar Bilder machen, bevor uns der Windchill hinunter in die schneefreien und weniger stürmischen Lagen trieb.
Die Schneedecke ist noch sehr dünn. (foto: zoom)
Die Aktion war keinesfalls vergnügungssteuerpflichtig. Die übliche Runde zu Fuß ließen wir ausfallen. Es kommen auch wieder andere, ruhige und sonnige Schnee-Tage.
Einer der letzten bunten Spaziergänge vor den trüben und tristen Novembertagen
Hütte auf einer Wiese am Kreuzberg (foto: zoom)
Bevor das Wetter endgültig ins neblig-feuchte Novembergrau kippte, sind wir noch einmal um den Schmantel und über die Bergwiesen oberhalb von Winterberg gegangen.
Die Holzhütte unterhalb des Kreuzbergs muss man sich in Schwarz-Weiß ausmalen. Bunte Tupfer wären ein Stilbruch.
Das Schottische Hochlandrind auf den Bergwiesen ist hingegen erst in Farbe hübsch anzuschauen.
Auf den Bergwiesen: Ist das ein Schottisches Hochlandrind? (foto: zoom)
Die Bergwiesen und der Schmantelrundweg eignen sich für gemütliche Spaziergänge, anschließend geht es manchmal zu Kaffee & Kuchen in ein Winterberger Café. Welches? Häufig landen wir bei Café Krämer. Dort wird auch ganz gutes Körner-Brot gebacken, also keine Pappe mit Alibi-Körnern auf der Kruste.
Die Helferinnen und Helfer beim Beladen des 40-Tonnen-LKW in Siedlinghausen (Foto: Kipepeo)
Am 5. November ist zum elften Mal ein LKW voller Hilfsgüter aus Winterberg in die Ukraine gefahren. Der soziale und integrative Verein Kipepeo hatte gesammelt und viele Unterstützer*innen leisteten tatkräftige Hilfe.
(Pressemitteilung Kipepeo e.V. Winterberg)
„Besonders gefreut haben wir uns über den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Siedlinghausen, die uns nicht nur das benötigte Licht brachte, sondern auch beim Beladen kräftig mit anpackte“, so Vereinsvorstand Jan van Egmond. Mit vereinten Kräften wurden ca. 700 Kartons und viele Säcke voller Spenden in den 40-Tonner LKW gewuchtet.
Verteilaktion am Straßenrand in der Ukraine. (Foto: Kipepeo)
Inzwischen hat Kipepeo aus der Ukraine Bilder von dankbaren Menschen erreicht. Sie haben die dringend benötigten Sachspenden des LKW-Transports erhalten.
Vor allem die Kinder freuen sich aus vollem Herzen. (Foto. Kipepeo)
Darüber hinaus hat Kipepeo ein Projekt des Vereins Humanitäre Hilfe Korbach mit einer Geldspende unterstützt. Ein Tanklöschfahrzeug, das lange Zeit im Waldecker Land eingesetzt war, wurde in die Region Poltawa überführt. Poltawa liegt südöstlich der Hauptstadt Kiew, 70 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und wird häufig durch russische Drohnen angegriffen.
In einem sehr großen Gebiet von fast 400 Quadratkilometern mit 20 Dörfern waren bislang lediglich zwei ältere Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz. Das neue Fahrzeug ist eine große Unterstützung und bedeutet zusätzliche Sicherheit für die Menschen in der Ukraine.
Die Zusammenarbeit mit dem Korbacher Verein, auch bei diesem Transport in die Ukraine, verlaufe, so Jan van Egmond, problemlos und solidarisch.
Die Aktionen zur Unterstützung der Ukraine gehen weiter. Sachspenden können jeden Montag zwischen 10.00 und 13.00 Uhr bei Kipepeo in Winterberg abgegeben werden. Besonders die alten und kranken Menschen bedürfen unserer Unterstützung.
Für die Projekte und die Transportfahrten der LKW werden darüber hinaus Geldspenden benötigt.
Folgende Konten stehen zur Verfügung: IBAN DE94 4606 2817 5191 0311 00 Volksbank Sauerland eG oder IBAN DE44 4665 0005 0000 0042 75 Sparkasse Mitten im Sauerland
Was heißt „Wahnsinn“, in Zeiten, in denen politische (Rechts-)Extreme immer lauter werden?
Veranstaltungsplakat / Bühne (foto: zoom)
Am Sonntag unterhielten sich Mithu Sanyal und Michel Friedman (Moderation Stephan Muschick) im ausverkauften Hirschlandsaal des Folkwang-Museums (Essen) zwei Stunden lang über das Thema „Wahnsinn & Widerstand“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 21. Literaturdistrikt-Festivals statt. Das Festival wird seit ebenfalls 21 Jahren von Semra Uzun und ihrer Schwester Fatma Uzun organisiert und kuratiert.
An diesem Nachmittag in Essen sollte danach gefragt werden, was „Wahnsinn“ heiße, in Zeiten, in denen politische Extreme immer lauter werden, Grenzen des Sagbaren verschoben werden und demokratische Grundwerte ins Wanken geraten. Wie solle die Gesellschaft auf den globalen Rechtsruck, die neuen Brüche zwischen Demokratie und autoritären Versuchungen, reagieren?
Michel Friedman, Mithu Sanyal und Stephan Muschick (Moderation) (foto: zoom)
„Wahnsinn“ bedeute auch, nach den Gegenkräften zu suchen und zu zeigen, dass Widerstand gegen den Wahnsinn möglich bleibe.
Ein Bild muss sein, auch wenn ich vom Tage nichts berichten kann. Grund ist nicht die Ereignislosigkeit, sondern der Zeitmangel.
Das Bild habe ich gestern Abend in der Tiefgarage des Folkwang-Museums aufgenommen. Dort hatten zuvor im Hirschlandsaal (!) Mithu Sanyal und Michel Friedman ein zweistündiges Gespräch über Wahnsinn & Widerstand geführt.
Sobald ich Zeit und Ruhe finde, werde ich ein paar Worte über die Veranstaltung verlieren. Morgen, übermorgen, überübermorgen … wir werden sehen.
Eine Nebensächlichkeit sei schon verraten. Es war nicht leicht, wie gewohnt mit Papier und Bleistift zu protokollieren, denn mir wurde vom Sicherheitsdienst der Bleistift weggenommen. Dabei hatte ich ihn kurz zuvor für 1,80 Euro im Museumsshop erworben.
Ich habe es mit Fassung ertragen und aus der Not eine Tugend gemacht: Einfingersystem auf der Notiz-App des Smartphones. Jetzt muss ich zwar meine krickelige Handschrift nicht mehr mühsam entziffern, aber die ASCII-Notizen verstehe ich ebenfalls nur teilweise.
Buchhalterisch habe ich den Bleistift nicht „abschreiben“ müssen. Nach der Veranstaltung lag er auf dem Boden hinter der Theke der ungenutzten Garderobe rechts vom Saaleingang. „Fifty-fifty Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihn wiederbekommen“, hatte mich der Sicherheitsmann ermutigt, als er mir den Stift abnahm.
Unwichtiges Zeug zu schreiben – dafür habe ich anscheinend Zeit, aber mal eben eine Mitschrift zu bloggen, dafür fehlen mir heute Abend Kraft, Ausdauer und Fertigkeiten.
Spaziergang im November in Siedlinghausen (foto: zoom)
Endlich sind die nebligen und trüb-feuchten Novembertage ins Land gezogen, kein Grund zur Verzeifelung. „Take it easy baby, Take it as it comes …Time to walk, Time to run, Time to aim your arrows, At the sun“ (The Doors). Oder, wie es bei Salomo (Prediger, 3) heißt: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel seine Stunde.“
Die kurzen Tage laden zum Lesen ein. Travellers von Helon Habila (siehe auch die Besprechung von 2023 hier im Blog) habe ich beendet. Weiter geht es mit Doktor Faustus von Thomas Mann.
Im Winterberger Kino lief gestern AMRUM von Fatih Akin. Der Film hat mich positiv überrascht. Eine sehr ruhige Erzählweise, lange Kameraeinstellungen, Natur und Politik am Ende des Nationalsozialismus auf einer Nordseeinsel, basierend auf den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm aus dem Jahr 1945, den letzten Tagen der Nazi-Herrschaft.
Gleich beginnt Amrum und ich trinke afri-cola – ist das nun „postkolonialer Warenrassismus“ oder doch etwas anderes? Siehe dazu hsozkult (foto. zoom)
„Amrum erzählt von einem 12-jährigen Jungen namens Nanning Bohm, der gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern auf der Insel Amrum wohnt, nachdem die Familie vor dem Krieg geflohen war. ‚Nanning ist innerlich zerrissen zwischen der Liebe zu seiner führertreuen Mutter und seinem moralischen Gewissen.'“ (SWR)
Heute sind Mithu Sanyal und Michel Friedman im Gespräch mit Stephan Muschick im Essener Folkwang Museum. Falls unsere Fahrt klappt, sind wir dabei. Die letzten beiden Bücher von Friedman, FREMD und MENSCH! habe ich jeweils in einem Rutsch gelesen. Ich bin auf den Nachmittag im Museum gespannt.
Ihr seht, das Wetter im November bietet kein Alibi, um Trübsal zu blasen.
Tanzende Quallen auf dem Wolkenstrahl (foto: zoom)
Die Sonne ist heute laut DWD-Kalender um 16.51 Uhr untergegangen. Hinter den Bergen verschwindet sie immer noch ein wenig früher. Die letzten Sonnenstrahlen erwischt man oberhalb der Täler.
Während Siedlinghausen schon im Schatten liegt, eilen wir hinauf zur SGV-Hütte „Am Röbbeken“, wo uns der alternde Pan erwartet.
Es ist das Holz, welches altert, der Pan bleibt sich gleich. (foto:zoom)
Auf einer kleinen Hochfläche wächst ein fotogener Baum. Noch halten sich die herbstlich gefärbten Blätter an seinen Zweigen, die Farben wechseln mit dem Lauf der Sonne.
Ich werde wiederkommen, wenn die Blätter gefalllen sind. (foto: zoom)
Schnell werden die Schatten länger, es wird kühler und die Sonne verschwindet dramatisch hinter dem Bergrücken.
Sonnenuntergang – ein bisschen Drama muss sein … (foto: zoom)
Am Röbbeken endet der Kreuzweg. Trotz schöner Aussichten und faszinierender Sonnenuntergänge, ist es meist sehr ruhig. Obwohl sehr viele Bänke auf der Hochfläche zum Verweilen einladen, herrscht wohltuende Einsamkeit.
Nichts für ungut, aber von mir aus kann es so bleiben.