Sommerzeit? Nein Danke!

Der Herbst hat sich in das Frühjahr gerettet. (foto: zoom)
Voller Erschrecken habe ich festgestellt, dass morgen Nacht die Uhr umgestellt wird. Nach vorn, eine Stunde geklaut.

Ich muss jetzt statt um 5:15 Uhr um 4:15 Uhr aufstehen. Ich will das nicht. Welchen Vorteil soll das haben?

Nach einer Woche werde ich mich daran gewöhnt haben, dass es plötzlich morgens wieder dunkler ist, und ich übermüdet zur Arbeit fahren muss.

Eine Woche Quälerei.

Sagst du: „Ja aber – im Herbst gibt es doch die Stunde wieder zurück.“

Sage ich: „Das interessiert mich nicht.“

Die geschenkte Stunde im Herbst schleicht sich fast unbemerkt ins Leben, während die gestohlene Zeit im Frühjahr richtig weh tut.

Wo ist der Sinn? Übersehe ich etwas?

Abgelenkt: Kein Bock auf Nix

Auf dem Weg zum spektakulären Steinbruch wurde ich abgelenkt. (foto: zoom)

Es sind nervöse Zeiten. Links und Rechts von mir verfallen die Menschen in derwischartige politische Zuckungen. Einige sind schon im braunen Malstrom „AfD“ geendet. Sie werden dann gemeinsam mit der „AfD“ untergehen oder sich nicht mehr erinnern können.

Der heutige Tag war ein Fahrradfahrtag. Sonne. Blauer Himmel. Angenehme Kühle.

Soweit die guten Nachrichten.

Leider musste ich „indoor“ arbeiten. Das Fahrrad rostete vor sich hin. <- Übertreibung als Metapher oder umgekehrt!

Abends dann ein Ausflug ins Winterberger Hallenbad und ein Spaziergang hinauf zum Bergsee am Meisterstein, im Kampf gegen die untergehende Sonne.

Kennt ihr alles? Macht man, wenn man keinen Bock mehr auf Nix hat.

Statt spektakulärer Bilder vom Steinbruch, habe ich einen Haken fotografiert.

Ihm tropft die Nase, und er verzieht seinen Mund so komisch.

Der Bergsee war langweilig.

Immer mit der Ruhe

Nicht gerade der Goldene Schnitt, aber trotzdem Ruhe und Ausblick auf dem Kahlen Asten. (foto: zoom)

Ich habe momentan sehr wenig Zeit, mich um das Blog zu kümmern. Insbesondere die Kommentare habe ich zuletzt wenig gepflegt.

Ich werde, auch um mich selbst zu entlasten, die Netiquette mehr im Hinterkopf haben.

Bitte keine persönlichen Unterstellungen. Die Informationen und Argumente gehören in den Text, nicht in einen Link. Haltet euch/halten Sie sich kurz.

Bitte sachlich bleiben.

Ironie ist keine Einbahnstraße und kann leicht missverstanden werden.

Soweit erst einmal. Ich versuche mein bestes, im Sinne der Netiquette Zensur auszuüben.

Pressemitteilungen, wenn auch nicht alle, werde ich selbstverständlich weiterhin veröffentlichen.

Ein Hoch auf das Kachelmann Wetter

Am Schluss fielen ein paar Tropfen am Stausee zwischen Brunskappel und Siedlinghausen. (foto: zoom)

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, aber leider ist zur Zeit auch der Regen fast unberechenbar.

Bei aller Liebe zum Fahrrad habe ich keine Lust, 14 Kilometer im strömenden Regen zur Arbeit hin und dann die gleiche Strecke im strömenden Regen zurück zu radeln.

Ich mixe Auto und Rad. Ziemlich gut hilft mir die Wettervorhersage bei Kachelmann. Die Dreistunden-Spalten sind ziemlich exakt.

Heute meldete die Vorhersage ab 7 Uhr kaum noch Regen, dann um die Mittagszeit viel Regen, danach wieder abnehmenden Regen. Ich habe die Kachelmann-Info mit meinem Tagesplan abgeglichen und festgestellt, dass ich genau in die trockenen Tagesabschnitte meinen Arbeitsweg legen konnte. Der Regen sollte fallen, wenn ich im Trockenen sitzen würde.

Ich fuhr mit dem Fahrrad um 7:30 los und blieb trocken. Als ich im Trockenen saß, öffnete der Himmel seine Schleusen. Der Rückweg war wieder angenehm regenlos.

Ich werde mir auch in den nächsten Tagen das Wetter bei Kachelmann angucken und dann entscheiden, ob ich das Rad oder das Auto nehme.

Hat jemand eine bessere Vorhersage-Website?

Mistwetter in Kassel – trotzdem ein Bild von oben und unten

Düstere Wolken und Regen über Kassel – kein Fotowetter. (foto: zoom)

So mistig wie das Wetter in Kassel heute auch war, es war nicht so katastrophal wie der Sturm und Regen im Hochsauerland.

In Winterberg findet heute und morgen der „FIS Snowboard World Cup 2017“ statt – schade. Aus dem Wetter gefallen.

Ich werde nicht meckern, denn Winterberg lebt von seinem Image als Wintersportmetropole und irgendwie werden die Profis auch bei 10°C, Regen und Sturm die entsprechenden Bilder liefern.

Paradox.

Ich liebe die Konräder, bin heute im Regen aber lieber mit der Tram gefahren. (foto: zoom)

Kassel hingegen ist kein Wintersportort, sondern lebt auch von seiner Rüstungsindustrie. Trotzdem mag ich Kassel, denn es hat Straßenbahnen, das Grimmhaus, Konrad-Fahrräder, eine moderne Universität und viele hässliche Gebäude.

Die hässlichen Gebäude kann ich hoch klettern, um Kassel anzugucken. So ist das Bild oben entstanden, in einer zehnminütigen Regenpause in Kassel am 18. März 2017.

„The Current“ has arrived … hören wir mal wieder Internet-Radio aus Minneapolis/Minnesota.

Gerade erhalten: The Current – das Vademecum gegen den Schlager-Wahn. (foto: zoom)

Schön, wenn Freunde mit ähnlichem Musikgeschmack ab und zu eine Scheibe Musik-Vademecum gegen „die neue Schlager-Welle in Deutschland“ rüberschieben.

Gestern mit der Post erhalten und schon drei Mal abgenudelt: „The Current“ – Public Radio from Minneapolis/Minnesota (2015/2016)“.

Was gibt es Schöneres als in der Schlagerhochburg Hochsauerland die Musik einer „Public Radio Station“ aus dem weit entfernten Minneapolis zu hören.

Danke liebe Freunde für die flotte Silberscheibe, statt Florian Silbereisen. Ich habe euren Brief zum Anlass genommen, das Internetradio im Regal neben dem Plattenspieler wieder flott zu machen.

„The Current“ mit ein paar Klicks angesteuert und jetzt laufen auch schon The Cure und The Loving Spoonful. Ziemlich retro, aber für einen Samstagabend im Sessel fast perfekt. Hoffentlich bringen sie noch „Sugar, Helpless“.

Muchas Gracias ins Rheinland!

Spaziergang um den Schmantel

Endlich wieder ein Spaziergang. Blick Richtung Hessen. (foto: zoom)
Ab demnächst sollte es hier wieder weitergehen.

Der Schnupfen ist weg. Die Lebensgeister regen sich. Die Neugierde auf die Welt wächst. Noch leicht hüstelnd heute um den Schmantel spaziert. Frische Luft. Endlich.

In eigener Sache: A Million Miles Away

Seit August 2008 existiert dieses Blog. Heute ist die Besucher-Anzeige auf über 1.000.000 geklettert, und ich höre eines meiner Lieblingssstücke von Rory Gallagher.

Während die Million auf der Anzeige prangt, muss ich gestehen, dass mich bislang meine Blog-Statistiken nicht wesentlich interessierten.

Update: Andreas hat tatsächlich den Moment gebannt. Danke sehr für den Screenshot!

Wenn die täglichen Besucherzahlen um die 300 oszillieren, ist es gemütlich für den Herausgeber. Dann ist nichts Aufregendes passiert, und ich muss nicht noch eine halbe Stunde meiner Freizeit für die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Blogs abzwacken.

Dann gibt es diese Tage, an denen die BesucherInnenzahl auf 1000, 2000, oder gar 3000 in die Höhe schießt. Das gefällt mir nur teilweise, weil ich ein werbefreies, ehrenamtliches Blog betreibe. Die Klicks generieren keine Einnahmen. Sie zeigen dann nur an, dass irgendein Artikel ein Volltreffer war.

Das bedeutet im Ernstfall: Kommentare müssen moderiert werden, Politiker rufen an und beschweren/bedanken sich, Anwälte schreiben Schreiben.

Ich wollte schon oft „in den Sack hauen“, aber wie es das Schicksal es wollte, sprach mich dann just in diesem Augenblick auf der Straße jemand an, von dem/der ich es nicht erwartet hatte, und sagte: „Gut, dass du das machst. Lass dich nicht unterkriegen.“

Eines will ich klar stellen. Das Blog ist kein umfassendes alternatives Medienangebot für den Hochsauerlandkreis. Es lebt von meinen Launen und von den Launen und Kommentaren der LeserInnen.

Darüber hinaus profitiert es in den letzten Jahren von den Artikeln, die andere Leserinnen und Leser beisteuern.

Der Qualitätsmaßstab ist, auch wenn das im Widerspruch zur gerade postulierten Subjektivität, zu stehen scheint, Journalismus.

Es gibt noch viele offene Baustellen und Fragen, über die ich ab und zu nachdenke. Vielleicht sind sie zum 10-jährigen Blogjubiläum bearbeitet und beantwortet.

Ein Blog ist ein Blog ist ein Blog.

Danke für die Geduld.

Düsseldorf: Streik im öffentlichen Dienst. Polizei, LehrerInnen, FinanzbeamtInnen, Uni, Krankenhäuser und mehr.

ver.di, GEW und GdP sammeln sich hier auf der anderen Rheinseite, während die Beamten aus der Stadtmitte Richtung Landtag ziehen. (fotos: zoom)

Gestern streikten die Angestellten des öffentlichen Dienstes und demonstrierten vor dem Düsseldorfer Landtag unter anderem für ein Gehaltsplus von 6%. Die Forderungen von ver.di, GEW. GdP und IG BAU in Kurzform hier:

  • 6 Prozent Gesamtvolumen inklusive eines Sockel- oder Mindestbetrags als soziale Komponente
  • Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15
  • Angleichung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und in der Pflege an die der Kommunen
  • 90 Euro mehr für Auszubildende
  • Ausschluss sachgrundloser Befristungen

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften des öffentlichen Dienstes erwarten zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die 1,285 Millionen Beamtinnen und Beamten und 815.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger der Länder und Kommunen.

Meine persönlichen Eindrücke:

Es waren mehr Streikende nach Düsseldorf gekommen als ich eigentlich gedacht hatte, denn die Mobilisierung in meinem Wahrnehmungsbereich (Bildung, Hochsauerland) war sehr schlecht. Ich war bereit, Flugblätter und Informationsmaterialien zu verteilen, aber es gab sie nicht. Schwamm (halb) drüber.

Geschätzt waren 20 KollegInnen aus dem Bildungssektor im HSK in der Bahn nach Düsseldorf unterwegs. Davon geht zwar kein Betrieb in die Knie, aber wer da war, hat seinen kleinen Teil zur  doch großen Menge der anderen Streikenden beigetragen.

Meine Bezugsgruppe auf dem Weg von der Rheinkniebrücke zum Landtag.

Hinter der Rheinknieebrücke stieß der Demonstrationszug des deutschen Beamtenbundes vom Hofgarten zum DGB-Block, daraufhin sah die ganze Veranstaltung schon einigermaßen imposant aus.

Als alter Anti-AKW und Friedensdemo-Teilnehmer finde ich es einen geschickten Schachzug der Geschichte, dass ich seit Jahren gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für bessere Arbeitsbedingungen streike.

Das Engagement der Polizei konnte sich sehen und hören lassen. Die Vuvuzelas dröhnen mir noch heute in den Ohren.

Eine „Polizei-Szene“ fand ich aus soziologischer/psychologischer Sicht ganz interessant. Zwei demonstrierende Polizisten ruhten sich auf der Bank nahe der Büste von Karl Arnold aus. Es dauerte nicht lange, bis ein Kollege sie mit lautem Vuvuzela-Getröte wieder in die Menge der Demonstranten zurückblasen wollte.

Meine Lieblingspolizisten of the day: Wer sich aus der Menge entfernt, ist verdächtig.

„Es ist schon merkwürdig“, sagte mir einer der beiden. Kaum sei man in einer gewissen Distanz, schon werde man nicht mehr als dazugehörig, sondern als Abweichler gesehen.

Ich kehrte mein Innerstes nach außen: „Darum gehe ich auch immer mit Kamera auf Massenveranstaltungen. Ich habe dann wenigstens ein Alibi.“

Schade, dass ich dann schnell weiter musste, um meine Bezugsgruppe zu suchen. Ich hätte das Pläuschchen gerne ausgedehnt.

Am Landtag angekommen, empfing uns der böse Teil der Staatsgewalt. Schwarz gekleidet wiesen uns die dortigen Polizisten im Dienst aus der Bannmeile in die Absperrung für den Kundgebungsplatz.

Der Landtag, die Bannmeile und die Widersprüche.

An dieser Stelle unterbreche ich den Bericht. Die Rede von Frank Bsirske war ok. Für mich war die Veranstaltung vor dem Landtag beendet. Ich hatte zwar noch die „geniale“ Idee auf das oberste Parkhausdeck neben dem Kundgebungsplatz zu klettern, um das ultimative Demo-Bild zu schießen, aber die Sicherheitsmenschen hatten meine Gedanken schon längst antizipiert und den Zugang gesperrt. Kein Eingang ohne Hummer und Parkschein.

Falls gewünscht, alles weitere in den Kommentaren.