Do what you love … keine schlechte Maxime, wenn sie denn zur Maxime aller werden könnte. (foto: zoom)
Ich wünsche allen ein Frohes Fest, ob mit oder ohne Glühwein. Die Hauptsache ist, dass ihr gesund bleibt oder werdet, falls es euch erwischt haben sollte.
Der kleine Immanuel prüft gerade noch, ob Do what you love einer Maxime folgt, deren Gültigkeit für alle, jederzeit und ohne Ausnahme akzeptabel wäre, und ob alle betroffenen Personen nicht als bloßes Mittel zu einem anderen Zweck behandelt werden, sondern auch als Zweck an sich.
Im Bild auf lila Hintergrund sieht dies Motto eher unmoralisch aus, aber der kleine Immanuel …
Lasst euch den Weihnachtsbraten/das Weihnachtstofu/die Falafeln/Whatsoever schmecken.
Spaziergang in Winterberg am kürzesten Tag des Jahres (foto: zoom)
Nach vielen nebligen Tagen hat sich zum kalendarischen Winterbeginn trocken-kaltes Sonnenwetter eingestellt.
Absolute Spaziergangspflicht. In der Höhe am Schmantel in Winterberg hat man einen weiten Blick Richtung Hessen. Dort oben lasse ich gern meinem Fernweh freien Lauf.
Werden wir 2022 wieder unbeschwert reisen können? Ich bin eher skeptisch.
Reisen ja, aber wohl eher in Büchern, Filmen und Musik als in fremden Ländern.
Zur Zeit bin ich mit Trevor Noah in Südafrika. Born a Crime heißen seine politischen, mit viel Humor geschriebenen Memoiren.
Die Sonne ist untergegangen, der kürzeste Tag des Jahres geht zu Ende. Ab in den Lesesessel.
Man muss die Tage nehmen wie sie kommen. Kein Wetter zum Radfahren? Ab in den Wald und die zehn Kilometer zum Kahlen Asten wandern, 90 Meter runter, 400 Meter hoch.
Bis zum Fuß des Kahlen Astens habe ich insgesamt einen Menschen getroffen. Infektionstechnisch problemlos. Erst ab dem Nordhang sah man hier und da einzelne Menschengruppen. Keine Risikobegnungen.
Gefühle habe ich bei den Bäumen entdeckt. Nicht erschrecken. Ich meine das metaphorisch und nicht esoterisch.
Ich stelle kurz meine Freunde die Bäume vor.
Ein sehr nervöser Baum.
Der erste Baum, den ich traf, machte einen hypernervösen Eindruck. Die vielen dünnen Ärmchen strebten in alle Richtungen. Voller Unruhe. Meine Augen fingen an zu zucken, die Haut kribbelte. Ich ging weiter. Warte doch, warte doch, riefen tausende schwächliche Fistelstimmen. Ich ging trotzdem weiter.
Nach dem letzten Tanz um fünf Uhr morgens
Der nächste Baum war völlig erschlagen, ermattet und erschöpft. Ein Tänzer am Ende der Nacht. Er schaut mich mit Trauer und Verzweiflung an. Ich konnte ihm nicht helfen und ging weiter.
Selbstbewusst voran. Leader of the Pack.
Selbstbewusst und arrogant schritt mir der letzte Baum mit seinen beiden Kumpanen auf der Heide entgegen. Aus dem Weg Menschlein, rief er mir zu.
Diese überheblichen Typen sind mir zuwider und ich habe mich beeilt, den Bildern zu entkommen.
Die Stimmung war heute grau und feucht, weder Licht noch Schatten. Immerhin bilden die fast weißen rund-flächigen Flechten einen interessanten Kontrast.
Welche Flechte ist es? Phlyctis argena = der gewöhliche Silberfleck?
Heute am Rande des Plackwegs zwischen Stimmstamm und Lörmecke-Turm (foto: zoom)
Als ich heute aus dem Fenster schaute, sah ich Sonne, Wolken und ganz viel blauen Himmel bei klarer Sicht.
Ein Tag, um auf dem Lörmecke-Turm die Aussicht über Haarstrang, Westfälische Bucht, Teutoburger Wald, Eggegebirge, Hochsauerland und das Lennebergland. Nichts wie los und hin.
Schon bei Bödefeld war die Sonne hinter Hochnebeln verschwunden. Auf dem Lörmecke-Parkplatz hinter dem Stimmstamm wurde klar, dass der Spaziergang zum Aussichtsturm ein Wandern im Nebel werden würde.
Der Turm selbst tauchte urplötzlich aus den grauen Wolken auf. Die 35 Meter Wendeltreppe aus Gitterrosten hochgestapft, oben ein leichter, aber kalt-feuchter Wind.
Keine Aussicht, kein Blick. Mit klammen Händen den einzig interessanten Blick fotografiert: die Treppe hinunter.
Der Blick von der Turmspitze in die Tiefe (foto: zoom)
Gehen Sie zurück, es gibt hier nichts zu sehen. Allerdings sind sechs Kilometer Fußweg zusammengekommen. Gesund.
Dafür esse ich jetzt Marzipan und Schokoladenherzen. Ungesund.
Wie oft ich schon die Schuhe waschen musste! Wandern im Sauerland im November. (foto: zoom)
Man darf den Matsch nicht hassen. Wer in diesen Tagen im Hochsauerland auf den Wanderwegen unterwegs ist, muss am Ende des Tages die verdreckte Hose und die verschlammten Schuhe reinigen.
Die Alternative hieße zu Hause hocken. Da bleibt man zwar äußerlich sauber, aber das pandemische Nichtstun schlägt auf’s Gemüt.
Also raus und den Gedanken nachhängen.
Wenn ich dabei nicht gerade der Weltformel auf der Spur bin oder über braun-trübe Pfützen hüpfe, geht mir häufig Musik durch den Kopf. Strawinsky, Zappa oder Ton, Steine, Scherben – egal, irgendwas summt immer.
Auf der Suche nach dem November-Sound bin ich über Max Richter gestolpert. Normalerweise nicht mein Ding, aber die Geige (?) zu Beginn erinnerte mich dann wieder an ein anders Stück.
Max Richter, November:
https://www.youtube.com/watch?v=2Bb0k9HgQxc
November
Wem ist die Ähnlichkeit mit Curved Air ebenfalls aufgefallen?
Hier hat es noch geregnet. Die Hochheide Kahle Pön mit Bänken, Kreuz und Blick Richtung Usseln (im Tal). (foto: zoom)
Das nass-trübe Wetter war eigentlich ideal für einen Museumsbesuch. Aber leider meide ich zur Zeit soweit es geht Innenräume, auch wenn ich gestehen muss, dass ich noch in der letzten Woche im Museum für Sepulchralkultur eine Sonderausstellung angesehen habe: „Suizid – Let’s talk about it!„
Aber jetzt ist wieder Schluss mit lustig. Zum Kasseler Museumsbesuch verliere ich eventuell demnächst ein paar Worte. Heute nur: Empfehlenswert!
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Der oder die Kahle Pön ist einerseits die Hochheide auf der hessischen Seite (Usseln), andererseits ein Gipfel (775,6 m ü. NN) auf der nordrheinwestfälischen Seite (Titmaringhausen, Düdinghausen) derselben Hochfläche. Ein wenig weiter östlich gibt es noch den Hohe Pön, einen Gipfel (793 m ü. NN) auf hessischer Seite.
Verwirrend diese ganzen Pöns. Die Bedeutung des Wortes habe ich noch nicht herausgefunden. Das naheliegendste wäre die Pön = Strafe, Buße aus dem Lateinischen als Rechtsbegriff. Vielleicht ein alter Richtplatz?
Also die Kahle Pön befindet sich auf hessischer Seite mit Gipfel in NRW. So viel scheint festzustehen.
Das ist der Gipfel. (foto: zoom)
Es gibt auf dem Rundwanderweg noch eine Nebenkuppe der Kahle Pön, die sogenannte Kalied oder auch Ka-Lied, von der aus man einen wunderbare Sicht Richtung Medebach und Winterberg hat.
Kalied mit Blick Richtung Medebach (foto: zoom)
Insgesamt komme ich mit geschickter Abkürzung eines imo uninteressanten Waldgebiets auf knapp fünf Kilometer Wegstrecke.
Erkenntnis: wenn man trübe Gedanken hat, lohnt es sich in trüb-nebligen Landschaften spazieren zu gehen. Habe jetzt beste Laune und freue mich auf ein gutes Buch. Kafkas Schloß. Der Mann hat Humor.
Ich habe lange vor dem Strauch gestanden; es war ein ungeheurer Krach im Gebüsch, und doch habe ich lange gebraucht, bis ich den ersten Vogel entdeckte.
Dann zwei und noch den dritten, mehr nicht, obwohl es ein großer Schwarm gewesen sein muss.
Gut getarnt. Die Art ist selten geworden. Dabei ist er ein Allerweltsvogel, der Passer domesticus.