Rot, Grün, Blau – nicht nur die Bestuhling macht die „AiRlebniskirche“ bund. (Foto: Norbert Kremser)
Es war eine Zufallsbegegnung. Bei einer Fahrt zum Sorpesee kamen wir vom Parkplatz her an der katholischen Kirche St. Hubertus in Amecke vorbei.
(Gastbeitrag Norbert Kremser)
Das Schild draußen „AiRlebniskirche“ machte neugierig. Also führte der Weg direkt ins Innere. Welch eine Überraschung! Die Bestuhlung – statt der üblichen Kirchenbänke – nicht im einheitlichen Grau oder Schwarz, sondern in bunten Farben. Das macht Eindruck. So kann oder so soll es sein. Dass – typisch für eine Lichterkirche – auch die Beleuchtung über ein mediales System bunt gesteuert werden kann, sei ehrlicherweise auch noch erwähnt. Also: Nicht nur die Bestuhlung macht die Kirche bunt.
Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer, Theodor Ziegler und viele Unterstützer:innen (Organisationen, Einzelpersonen) haben eine „Ökumenische Friedensschrift – 2026“ vorgelegt. In Kooperation mit dem Ökumenischen Institut für Friedentheologie wird sie als Buchband in der Reihe „edition pace“ herausgegeben; die zuerst erschienene Internetfassung kann frei aufgerufen und verbreitet werden (siehe unten am Schluss dieses Textes).
(Gastbeitrag edition pace)
Orientierung an der Bergpredigt
Kann man sich heute noch an der Bergpredigt orientieren? Ja, sagen die Autor:innen dieser Friedensschrift. Denn die Bergpredigt ist kompatibel mit der modernen Friedensforschung. Besonders das Konzept der Friedenslogik zeigt Wege auf, wie Konflikte mit Mitteln der Diplomatie und der zivilen Konfliktlösung gelöst und Kriege verhindert werden könnten. Eine kenntnisreiche Analyse der negativen Rolle des Westens bei der Eskalation im Ukrainekrieg macht exemplarisch deutlich, dass der „Balken im eigenen Auge“ auf politischer Ebene zu oft die Sicht verstellt. Diese ökumenische Friedensschrift gibt Christ:innen und Humanist:innen eine klare friedensethische Orientierung. Sie fordert dazu auf, in Zeiten massiver Aufrüstung unmissverständlich für militärische Abrüstung und für den Beitritt aller Staaten zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag einzutreten. Gerade die Kirchen können eine starke, klare Stimme für Frieden sein und am Aufbau einer Kultur des Friedens mitwirken.
Ein überdimensionaler Fussball bedeckt mt bzw. genäht aus sechseckigen Dollarscheinen. (Grafik: Mitwelt)
Fußball kann eine wunderbare Sportart sein, und er begeistert Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Das Spiel verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, fördert Teamgeist, Fairness und Bewegung. Durch seine einfachen Regeln kann es fast überall gespielt werden und schafft gemeinsame Erlebnisse, die Grenzen von Sprache, Kultur und Alter überwinden. Gerade deshalb gilt Fußball als eine der beliebtesten Sportarten der Welt.
Wirtschaftliche Interessen und Gier Auch 2026 stellt die FIFA (wieder einmal) wirtschaftliche Interessen und Gier über die sportlichen und gesellschaftlichen Aspekte. Sie prognostiziert für den Vierjahreszyklus (2023–2026) Einnahmen von über 13 Milliarden US-Dollar und peilt damit erneut einen historischen Rekordgewinn an. Die Eintrittspreise liegen deutlich höher als bei früheren Weltmeisterschaften. Grund ist ein höchst profitables dynamisches Preissystem („Dynamic Pricing“), das sich an der Nachfrage orientiert.
Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen Bibel Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek – Mit Texten von Peter Bürger (Hg.), Friedrich Erich Dobberahn, Jürgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel und Jochen Vollmer. (edition pace: Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 16). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-9675-6; Paperback; 400 Seiten; 16,99 Euro). https://buchshop.bod.de/gewalt-und-kriegstheologie-in-der-hebraeischen-bibel-9783696396756
Buchcover: Menorah in Jerusalem, David mit dem Kopf Goliaths
Die Hebräische Bibel, eine Sammlung höchst unterschiedlicher, z.T. geradezu gegensätzlicher Bücher aus dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, gehört für mehr als zwei Milliarden Menschen zum anerkannten Kanon „Heiliger Schriften“. Sie enthält eine zivilisatorische Friedensperspektive für den Erdkreis, die angesichts der Möglichkeit eines selbstmörderischen Weltkriegs der Gattung „Homo sapiens“ mehr denn je höchste Beachtung verdient.
(Von: Redaktion ‚Schalom-Bibliothek.org‘)
Zugleich überliefert die Bibel (https://schalom-bibliothek.org/biblische-fiktionen-zu-krieg-und-genozid/) einen Fundus an Ausrottungsbefehlen und Gewaltszenarien, der zum Abgründigsten in der Weltliteratur gehört. Ein humanistischer Kritiker listet beispielhaft allein mehr als eine Millionen Opfer bei angeblich gottwohlgefälligen Massakern und militärischen Massenmorden auf. Einige biblische Autoren waren offenbar bemüht um geradezu phantastische Angaben zu Tötungsquoten. Das Skandalöse an den betreffenden Texten ist nicht etwa eine ausgesprochene Einzigartigkeit, sondern im Gegenteil der Umstand, dass sie sich trotz mancher Eigentümlichkeiten einreihen in den Bilderbogen der bronze- und eisenzeitlichen Kriegsideologie bzw. Kriegspropaganda Westasiens. Eine lange Wirkungsgeschichte ließ die Staats- und Kriegsgottheiten nie aussterben.
AKW Buschehr: Am Anfang des iranischen Atomprogramms stand „Made in Germany“. Die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima zeigen die Gefahren der Atomkraft. Eine noch größere Gefahr und Katastrophe für die Menschheit ist jedes Land, das mithilfe der „friedlichen“ Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Politik und Medien beklagen, dass der Iran über die Nutzung der Atomkraft an Atomwaffen kommen könnte. Häufig „vergessen“ wird in der Berichterstattung der Baubeginn des ersten iranischen AKW durch die deutsche Kraftwerksunion, durch Siemens und AEG. Auch der Zusammenhang zwischen dem Irankrieg, der Idee weltweit viele kleine AKW zu bauen und der Gefahr von Proliferation wird gerne „übersehen“.
40 Jahre Tschernobyl & neue AKW: Radioaktivität in Pilzen & Wildschweinen / Pilze haben ein längeres Gedächtnis als Politiker: https://www.mitwelt.org/tschernobyl.html
Ein Fall zwischen Kinderschutz, Datenschutz – und offenen Fragen
Hochsauerlandkreis. Was als Hinweis auf mögliche Kinderarbeit begann, hat sich zu einem komplexen Streitfall entwickelt. Im Mittelpunkt: eine Familie, ein anonymer Hinweisgeber – und die Frage, wie transparent Behörden arbeiten müssen, wenn sich ein Verdacht nicht bestätigt.
(Ein Gastbeitrag von Silke Nieder, Brilon)
Ein schwerer Vorwurf – und schnelle Entwarnung
Ende Juli 2024 erreichen das Kreisjugendamt in Meschede zwei telefonische Meldungen. Der Vorwurf: Ein zwölfjähriger Junge soll täglich bis zu zwölf Stunden auf einer Baustelle arbeiten. Zunächst wird der Unternehmer benannt, am Folgetag auch das Kind selbst.
Die Behörde reagiert, prüft – und entwarnt. Es gebe keine Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung, heißt es. Das Verfahren wird Anfang August abgeschlossen.
Doch für die betroffene Familie ist der Fall damit nicht erledigt. Im Gegenteil: Für sie beginnt an diesem Punkt erst die eigentliche Auseinandersetzung.
Verlegung der Stolpersteine am 12. März 2026 für Rosa und Paul Winterberger in der Sierichstraße 98, Hamburg. (Fotos: Sabine Brunotte)
Am 12.3. wurden die Stolpersteine für Rosa und Paul Winterberger vor dem Haus Sierichstraße 98 in Hamburg-Eppendorf verlegt. Rosa Winterberger, geb. Spangenthal, kam am 2. Oktober 1888 als Tochter von Aron Spangenthal und Jeanette, geb. Goldschmidt in Spangenberg zur Welt. Sie hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. Vermutlich machte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. 1912 heiratete sie Paul Winterberger (*11. Oktober 1881) aus Winterberg, 1913 wurde der gemeinsame Sohn Horst Albrecht in Winterberg geboren.
(Gastbeitrag von Sabine Brunotte, Hamburg)
Paul betrieb seit 1909 zusammen mit seinem Bruder Julius die Gesellschaft „S&M Winterberger Branntwein- und Liquörfabrik mit Dampfbetrieb – Getreide en gros“. Schon die vorige Generation war wirtschaftlich erfolgreich, so dass die Familie auch über Häuser und Grundbesitz verfügte.
Leben wir in einer düsteren Welt voller Manipulationen? (Grafik AI-generiert: Chris Köster)
Das erste Mal
“Der Teleschirm empfing und sendete gleichzeitig.” (George Orwell, 1984)
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Berührung mit dem Internet. Vor etwa 30 Jahren saß ich vor meinem Computer und hatte gerade das von einem Freund gebraucht gekaufte 9600baud-Modem an die serielle Schnittstelle angeschlossen. Die AOL-Software, die damals fast jeder Ausgabe der PC-Welt-Zeitschrift als Diskette beilag, war auf dem Windows 95 System installiert.
(Ein Gastbeitrag von Chris Köster, Olsberg – rzgierskopp)
Nun stand ich vor der Qual der (Ein-)Wahl: Ist Dortmund der günstigere Einwahlknoten, den ich mein Modem wählen lassen soll, oder Paderborn? Egal – beides war ein Ferngespräch.
Die Verbindungskosten in den Einwahlknoten wurden als Telefongespräch über die Telekom-Rechnung bezahlt und betrugen ca. 9,- DM/Stunde.
Die Nutzung des “Providers” AOL (America online) kostete zusätzlich 9,- DM monatliche Grundgebühr UND etwa 6,- DM pro Stunde (Hauptzeit)/etwa 3,- DM pro Stunde (Nebenzeit/Nacht).
Das Modem spielte seine dissonante Melodie und – die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als ich merkte: „Ich bin drin!„.
Was jetzt? Was macht man im Internet denn eigentlich? Dieser Moment war alles andere als entspannt, denn das Bewusstsein über die nun tickende Gebührenuhr (etwa 25 Pfennig pro Minute) sorgte bei einem Schüler, der den Eltern die Ausgaben für diesen Anruf würde erklären müssen, für ein unterschwelliges Unwohlsein.
Die unterbewusste Hektik wurde jedoch von Neugierde vertrieben, als ich mich unbeholfen durch die AOL-Software klickte.
Bei Chat blieb ich hängen – Der Klick auf den Menüpunkt öffnete eine Übersicht einiger Chatrooms von denen ich wahllos einen öffnete.
Ende Mai 1976 veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegründeten Bund für Umwelt und Naturschutz und die badisch-elsässischen Bürgerinitiativen die weltweit erste und größte Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das berühmte „Nai hämmer gsait“ war den Aktiven nicht genug. Es galt nicht nur „dagegen zu sein“, sondern auch die Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen. Die Ausstellung fand 3 Jahre nach der großen Ölkrise 1973 mit ihren vier Sonntagsfahrverboten statt, ein Ölpreisschock der heute wieder Erinnerungen weckt.
Aus heutiger Sicht waren die Sasbacher Sonnentage eine kleine, ja geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien, doch wir sagten selbstbewusst und durchaus auch verwegen: „Das ist die Zukunft! Das sind die Alternativen zur Atomenergie“. Aber gerade dieses „aus heutiger Sicht“ zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision.
Aus den Hoffnungen und Visionen von 1976 ist Realität geworden Der Preis für Solarmodule ist seit 1976 um 99 % gesunken. Der immer noch aggressiv bekämpfte Strom aus Wind & Sonne ist schon lange viel kostengünstiger als Gefahrstrom aus Kohle, Öl, Gas und Atom.
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