„Abstrakt“, so lautet der Titel der 1. Kunstausstellung dieses Jahres in Hallenberg.
Der gebürtige Hallenberger Thomas Pöllmann wird seine oft großformatigen und farbenfrohen Bilder im Kump und im Rathaus ausstellen.

Thomas Pöllmann (Pressefoto)

Thomas Pöllmann, 1969 in Bigge-Olsberg geboren, wuchs in Hallenberg auf. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt vom Leben in der Gärtnerei seiner Eltern, der heimischen Natur, dem Schauspiel auf der Freilichtbühne und dem Sport auf dem Tennisplatz.

(Pressemitteilung Stadt Hallenberg)

Nach Abschluss der Höheren Handelsschule in Brilon und der Ausbildung zum Industriekaufmann sowie einigen Jahren im Einkauf bei Kusch+Co, zog es ihn 1995 nach Berlin.

Es folgten ein Abendstudium zum Betriebswirt und bis heute erfolgreiche Vertriebs- und Projektarbeit für Kusch+Co im Berliner Büro.

Thomas Pöllmann setzte und setzt sich intensiv mit Räumen und deren Gestaltung auseinander. Dabei hat er immer den Raum als Ganzes im Blick. Neben Farben und Formen haben Energien und deren Qualitäten eine wichtige Bedeutung.

Irgendwann entstand der große Wunsch, etwas Eigenes „mit den Händen“ zu schaffen. Die ersten Werke auf Papier entstanden und schnell kamen neue Malgründe wie Leinwände, Holz und Alu Dibond hinzu. Was anfänglich nur als Ausgleich und zur Entspannung gedacht war, entwickelte sich und die ersten kleinen Ausstellungen folgten. Ein wichtiger Zeitpunkt, denn „Ich konnte meine Bilder erst dann anderen Menschen zeigen, als ich mit mir und meinen Werken ganz im Reinen war“, so Pöllmann.

Die Formate wuchsen schnell auf große und dann auf sehr große Leinwände. Das aktuell größte Werk misst stolze 390 x 260 cm und hängt im Foyer des Gemeinsamen Bundesauschusses in Berlin.

Künstler und Werk (Pressefoto)

Bei seiner Arbeit spielt Intuition die zentrale und der Zufall eine große Rolle und es ist ihm wichtig, dass ein Bild entsteht und nicht gewollt ist. Bis ein Werk vollendet ist, können Monate vergehen.

Eine wichtige Quelle für Inspirationen liefern seine Reisen. Im Zusammenhang mit der Einrichtung der deutschen Auslandsvertretungen führten ihn diese im Auftrag des Auswärtigen Amtes in zahlreiche Länder auf sechs Kontinenten. Viele Eindrücke von Kulturen, Menschen, Farben und Licht, die in seinem Berliner Atelier zu den abstrakten Ölbildern verarbeitet werden.

Seine Bilder hängen in Privat-, Büro- und Konferenzräumen, Foyerbereichen und auch im Bundeskanzleramt in Berlin.

Daten und Termine der Doppelausstellung. (Foto: Stadt Hallenberg)

Nach Ausstellungen in Wien, Innsbruck, Cannes und Berlin sowie der Nominierung zur Finalrunde in der Royal Academy of Arts zur Summer Exhibition 2019 in London sind seine Bilder jetzt auch mit der ersten Doppelausstellung im Ausstellungszentrum Kump und im Rathaus zu sehen.

Homecoming in Hallenberg: Marita Mogensen stellt für ein Jahr im Rathaus aus – eXpressiv!

Drei Ausstellungen, drei Jahre im Rathaus vereint: Marlit Peikert (3. Jahr), Bürgermeister Michael Kronauge, Marita Mogensen (4. Jahr) und Margret Jakobi (2.Jahr). Nicht anwesend war Paul Stipp (1. Jahr). (foto: zoom)

Die Ausstellungseröffnung am Sonntagmorgen im Rathaus Hallenberg war ein „Homecoming“ für Marita Mogensen.

Als geborene Schöttler hatte sie vor vielen Jahren Hallenberg verlassen, ist in der Welt herum gekommen und wohnt nun am Starnberger See. Dort hat sie sich neben ihrer Tätigkeit in der Biotechnologie-Branche dem Malen verschrieben.

Wie kommt jemand wie sie, die ihr berufliches Leben dem kaufmännischen und Personalbereich einer Technologie-Firma widmet, zur Kunst?

Die Liebe zur Kunst sei eher spontan, neben den professionellen Anforderungen im Betrieb entstanden. Bei ihrer Malerei gehe es letztendlich genau wie in ihrem Beruf um Strukturen und Prozesse, erklärt Marita Mogensen auf der Vernissage im Gespräch mit Bürgermeister Michael Kronauge. Am Ende habe sie mit einem Bild etwas Gegenständliches geschaffen.

Der künstlerische Prozesse beginne bei ihr mit der Bilder-, der Motivsuche. Dann grundiere sie die Leinwand mit verschiedenen Farben, alles noch ohne sichtbare Ordnung. In einem dritten Schritt zeichne sie das Motiv, woraufhin sie dann die Farben auftrage. Strukturen und Prozesse. Und dann „kommt hoffentlich ein gutes Bild heraus“, erklärt Marita Mogensen ihre Technik.

Wer erkennt das Motiv? Nicht schwer, oder doch? (foto: zoom)

Den Starnberger See, Ort ihrer Inspirationen, wird Marita Mogensen Ende des Jahres/Anfang nächsten Jahres verlassen und nach Hallenberg zurückkehren. Einen Bauplatz am Sonnenhang habe sie schon erworben und wenn das Haus stehe, werde sie ihre Liebe zur Malerei mitbringen und „irgendetwas in Richtung Malschule“ machen.

Ihre Bilder, so Bürgermeister Michael Kronauge, blieben nun für ein Jahr hängen und werden dem Rathaus ein neues Gesicht geben. Marita Mogensen ist nach Paul Stipp, Margret Jakobi und Marlit Peikert die vierte Künstlerin, deren Bilder nach dem Brand und Wiederaufbau des Gebäudes, ein Jahr lang während der Publikumszeiten zu besichtigen und auch zu erwerben sind.

Hallenberg: Kunst im Rathaus „eXpressiv“ – Vernissage und Ausstellung mit Werken von Marita Mogensen

Marita Mogensen „eXpressiv!“ ab kommenden Sonntag im Rathaus Hallenberg (foto: mogensen/kump)

Kunst im Rathaus
Marita Mogensen
eXpressiv
Vernissage am Sonntag, 21. Januar 2018 um 11.30 Uhr im Rathaus Hallenberg
Ausstellung vom 21.1.18 bis Januar 2019

Die meisten wissen es wahrscheinlich nicht: Marita Mogensen ist Hallenbergerin. Nach langer Zeit auf unterschiedlichen Stationen im In- und Ausland, lebt sie schon viele Jahre in Bayern.

Was vermutlich auch nur wenige wissen: Marita´s Leidenschaft gilt seit einigen Jahren der Malerei.

Ab dem 21. Januar 2018 werden nicht nur ihre Bilder im Rathaus zu sehen sein, 2018 ist auch das Jahr, in dem sie wieder nach Hallenberg zurückkehren wird.

Marita Mogensens Bilder sind vorzugsweise großformatig. Porträts, Objekte oder Landschaften sind zwar gegenständlich, aber Ausdruck und Farbe überschreiten die Grenzen der Realität. Ob pinke Landschaften oder ein Porträt in ungewohnt knalligen Farben – die Künstlerin liebt die Expressivität.

Folgerichtig lautet der Titel ihrer Ausstellung im und für das Hallenberger Rathaus: eXpressiv!

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Der Beitrag folgt einer Pressemitteilung des Hallenberger Rathauses. Wenn wir nicht einschneien, werde ich bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag dabei sein.

CDU-Hochburg Hallenberg: „Ausgewählt“ – ein lokales Happening.

Von links: Künstlerin Marlit Peikert „mit Motiv“ und dann die Politik (Michael Schult, SPD und Michael Kronauge, CDU). (fotos: zoom)

Wegen des Ski-Tourismus, elende Staus in Winterberg,  kamen wir am Sonntag zu spät zur Ausstellungseröffnung von Marlit Peikerts „Ausgewählt“ in Hallenberg. Ich konnte gerade noch die letzten Worte von Bürgermeister Michael Kronauge hören, dann verstreute sich die Menge über die drei Etagen des letzten Rathauses vor der Grenze zu Hessen.

„Verrückt war ihr Malgrund“, so Bürgermeister Kronauge. „Sie hat nicht etwa auf eine weiße Leinwand gemalt, sondern auf alte, ausgediente Wahlplakate. Ein Friedrich Merz ist zu sehen, ein Günter Langen, ein Jürgen Rüttgers und sogar alte Plakate von mir – rank und schlank und mit fast vollem Haar.“

Wer erkennt wen? Zwei übermalte CDU-Wahlplakate.

Marlit Peikert lebt und arbeitet in Battenberg-Frohnhausen. Sie hat schon in den vergangenen Jahren in Hallenberg ausgestellt, daher die Beziehung zum Rathaus.

Für das Projekt „Ausgewählt“ hat sie alte Hallenberger Wahlplakate zur Bearbeitung bekommen. Auf diese Plakate hat die Künstlerin Rathausmitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Lokalpolitiker gemalt.

Alles Leute, so der Bürgermeister, „die den lokalen und politischen Job vor Ort machen.“

Small Talk nach der Eröffungsrede des Bürgermeisters.

Mich hat schon bei der Pressemitteilung hier im Blog verwundert, dass es sich bei den Plakaten fast ausschließlich um CDU-Material handelte. Ich war mir nicht so sicher, was ich davon halten sollte.

Es sei, so Michael Kronauge, gar nicht so einfach gewesen, alte Plakate finden.

„Die CDU hatte sie alle noch auf Sperrholzplatten im Keller stehen, bei der SPD und der BfA[Bürger für Hallenberg] waren auch nach Bemühung der örtlichen Fraktionsvorsitzenden keine Plakate mehr zu bekommen.“

Die vielen CDU-Plakate also nur ein Zufall.

Als ich dieses Plakat betrachtete, sah ich eine Quelle der AfD: Angst- und Panikmache.

Als ich das oben abgebildete Plakat sah, überlegte ich, ob ich selbst gerne auf einem Kunstwerk abgebildet sein möchte, welches mich mit einer politischen Aussage verbindet, deren Wirkung man heute in ihrer vollen Wucht erlebt.

Am Sonntag war dies aber nicht die Frage, das Hallenberger Rathaus glich eine großen Familientreffen. Viele aus dem Ort und Umland waren gekommen, um zu sehen, welche Bekannten auf den Plakaten dargestellt waren.

„Ist das nicht der?“ „Ist das nicht die?“ waren die am meisten gestellten Fragen. Ich selbst bin sicher, dass ich spontan zwei vorbei gehende Mitarbeiterinnen erkannt hatte, die auch auf den Plakaten zu sehen waren.

Über die schwarzen Balken muss ich nachdenken.

Im Gespräch beschrieb Marlit Peikert, wie sie mit Staffel, Plakat und Farben in den Büros der Mitarbeiter, ganz eng arbeitend, die Zeichnungen und Farben auftrug.  Einige Bilder seien vor Ort fertig geworden, andere hätte sie in ihrem Atelier weiter bearbeitet und gestaltet. Zwei bis drei Portraits wären so pro Arbeitstag entstanden.

Kein schlechter Platz: Die „Bürgermeister Michael Kronauge Ecke“

Der Bürgermeister habe sie, so die Künstlerin, in Ruhe arbeiten lassen. Keine Anweisungen, keine Vorschläge. Sie sei völlig frei gewesen.

Merz und Rüttgers, aber wer ist dazwischen? Der Neue?

Offene Widersprüche zeige sie nicht und auch keine politischen Aussagen, aber das ein oder andere Detail würde man schon entdecken. Hinschauen solle ich.

Am Rande der Austellung. Das Hallenberger Rathaus hat viele Perspektiven.

Da mir selbst der persönliche Bezug zu den abgebildeten Menschen fehlt, hatte ich nicht das „Ah! und Oh!“-Erlebnis anderer Besucherinnen und Besucher.

Ich bin kein „gelernter Kunstkritiker“ und brauche manchmal länger, um Kunst zu kapieren.

Wenn ich das nächste Mal in Hallenberg bin, werde ich auf jeden Fall ins Rathaus gehen.

Zu sehen ist die Ausstellung von Marlit Peikert: montags von 8.30 bis 12 sowie von 14 bis 17.30 Uhr; dienstags bis donnerstags von 8.30 bis 12 und von 14 bis 15.30 Uhr; freitags von 8.30 bis 12 Uhr.

P.S. Wenn jemand weiß, wer die abgebildeten Personen sind, bitte Bescheid sagen.

P.P.S. Rita Maurer, die für die Westfalenpost berichtet hat, kennt als Einheimische jeden und jede. Ihren Bericht kann ich nur empfehlen.