„… Die SPD verliert indes nicht nur Wähler, sondern auch aktive Mitglieder. Zwar haben noch knapp über 6000 Kölner ein SPD-Parteibuch, aber viele der 46 Ortsvereine sind überaltert, einige existieren praktisch nur noch auf dem Papier. Den Grund weiss wiederum Ott: „Jeder, der normal im Kopf und halbwegs erfolgreich ist, macht was anderes. Warum sollte jemand, der seine Kinder groß werden sieht, sich abends auf irgendwelchen Ortsvereinsversammlungen rumschlagen?“ Und: „In den Parteien sammeln sich auch viele Leute, die keine Freunde haben.“ Für neues bürgerschaftliches Engagement, das sich nicht in das Korsett einer zentralistisch geführten Partei zwängen lässt, ist die KölnSPD wohl kaum eine Anlaufstelle.
Dass die Grünen mit ihren 900 Mitgliedern sowohl gesamtstädtisch als auch den Stadtvierteln besser aufgestellt sind als die KölnSPD, bestätigt ein Blick auf ihre Internet-Seiten. Die des SPD-Unterbezirks wirkt ungepflegt, von vielen Funktionsträgern gibt es nur ein Kopffoto, aber keine Telefonnummer und Mail-Adresse. Wer sie erreichen will, muss über die Zentrale gehen. Die grünen Aktivisten hingegen sind praktisch alle auch persönlich ansprechbar …“
Integration und das Gerede von Werten: Verfassungsrechtler Prof. Dr. Ernst-Wolfgang Böckenförde warnt in der Integrationsdebatte vor zu weit reichenden Forderungen an Muslime. „Das aufgeblasene Gerede von Werten führt nicht weiter“, sagte er am Dienstagabend auf einem Symposium des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) … hpd
Posse um Christoph Meinerz: flieht vor Beförderung aus dem WAZ-Konzern … HattingenEins
Suppi – Rauchen für die Öko-Steuer: Die Bundesregierung kommt der Industrie in Sachen Ökosteuer erheblich entgegen – auf Kosten der Raucher. Die Tabaksteuer soll steigen, dafür bleiben die finanziellen Privilegien für energiefressende Unternehmen erhalten. Damit weicht Schwarz-Gelb das eigene Sparpaket auf Druck der Wirtschaft massiv auf … ntv
Gemeindefinanzbericht 2010: Viele Städte in Nordrhein-Westfalen drohen handlungsunfähig zu werden. Ein Teil der Kommunen steht vor der Überschuldung, einige sind bereits überschuldet. Wichtigste Ursachen für die katastrophale Finanzlage der NRW-Kommunen sind überproportional hohe und weiter steigende Sozialausgaben, die die Haushalte der Kommunen sprengen. Das belegt der Gemeindefinanzbericht 2010 des Städtetages Nordrhein-Westfalen, den der kommunale Spitzenverband heute unter dem Titel „Kommunale Handlungsfähigkeit wieder herstellen!“ veröffentlicht hat … doppelwacholder
Wie wird die SPD wieder sexy? Und hier nun Antwort auf die Frage: Die SPD wird nie wieder sexy sein. Und wenn sie das auch nur versucht, macht sie sich lächerlich. Ein paar Anläufe der Reerotisierung der Partei gab es ja: In den 90ern die Anzeigenkampagne mit einem schwulen „Love-Juso“ auf Rollerskates. Und dann noch den Techno tanzenden Oscar Lafontaine auf irgendeinem Juso-Kongress. Das Video suche ich regelmäßig auf Youtube, um die Anhänger der Linkspartei auf den Ruhrbaronen demütigen zu können – bislang leider vergebens … Ein großes Problem sind die Ortsverbände. Sie schrecken Neueinsteiger ab, die sich engagieren wollen. Vorträge von Handwerkern, Streuselkuchengelage und ab und an eine halbverbrannte Bratwurst auf einem Sommerfest – damit begeistert man niemanden. Da muss man sich etwas einfallen lassen: Mehr Arbeitskreise, in denen Politik zumindest auf lokaler Ebene direkt mitbestimmt werden kann, wären eine Lösung. Mitgliederbefragungen, Vorwahlen, Online-Foren, virtuelle Ortsverbände und vieles mehr müssen verstärkt genutzt werden. Nicht alles wird klappen. Die Menschen, die wissen wie das geht, hat die SPD, meint Stefan Laurin … ruhrbarone
Hagen: SPD und Grüne kritisieren Privatisierung … doppelwacholder
In einem Monat Journalistentag in Recklinghausen:Gibt es eine Renaissance des Lokalen? Diese Frage diskutieren Urs Gossweiler, Oliver Auster, Martin Krigar und Carsten Heil beim diesjährigen Journalistentag des DJV-NRW am 20. November in Recklinghausen … djv
Ausstellung: Migration in der Wuppertaler Nordstadt. Noch bis Ende Oktober … migrationwuppertal
Weltuntergang: Das Ende von Wachstum und Geschichte … endoplast
Groteske Politwelt Bochum: oder Dialektik der Miniaturen. Zwei Stuttgart 21 Demos … westen
Pinkwart I: der hölzerne Parteisoldat geht in den Osten … ruhrbarone
Pinkwart II: Mit den Papkes Rumpftruppe ist wohl kein Staat zu machen; die “Privat vor Staat†Ideologen mit der Krawallrhetorik taugen mal gerade als Wadenbeißeropposition … WirInNRW
Dorfladen Wiemeringhausen: Ergebnisse der 1. Umfrage werden am 30 Oktober bei Schöttes präsentiert … dorfladen
Heimat, Kirche & Glaube: „Müllers Kreuz“ gesegnet … wpWinterberg
In eigener Sache: Unsere MitarbeiterInnen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Daher ist diese Umleitung in letzter Zeit des öfteren ausgefallen. Wir wollen nicht gleich von Streik reden und französische Verhältnisse beschwören, müssen aber überlegen, wie wir die Bezahlung verbessern können. Die Kosten dieses werbefreien Blogs werden durch Motivation gedeckt. Unser Betriebspsychologe denkt über Lösungen nach, ist aber aus seiner tiefen Kontemplationsphase noch nicht wieder aufgetaucht. Bis dahin …
NRW-Regierung – 100 Tage mindere Macht: Macht korrumpiert. Herrschaft verbiegt und verwandelt sympathische Personen in überhebliche Alleingänger. Warum die unsicheren Machtverhältnisse der rot-grünen Minderheitsregierung Parteien und ihre Politiker in NRW schon nach 100 Tagen verändert haben, schreibt Annika Joeres bei den … ruhrbaronen
Washington-Post-Journalisten: dürfen nicht mit ihren Lesern auf Twitter debattieren … guardian
Pressefreiheit: auch in Deutschland bedroht … sueddeutsche
Komödie, Satire oder Drama:Hat Konstantin Neven DuMont im Internet Hunderte Blog-Kommentare unter falschem Namen verfasst? Der Verleger dementiert: Unbefugte hätten seinen Rechner benutzt … ftd
Rote Karte für Anton Schlecker? Die Betriebsräte der Drogeriemarktkette Schlecker aus den Bezirken Mayen und Fürth/Herzogenaurach wurden am Mittwoch, 20.10.2010, in Bonn mit dem „Deutschen Betriebsräte-Preis 2010“ in Gold ausgezeichnet … finanznachrichten
Dortmunder Flughafen: Jusos werfen Fraktionschef Prusse Alleingang vor … pottblog
Während ich den Kahlenberg kurz vor dem großen Regen besuchte, hatte anscheind der Cow-Blogger im Nachbartal seine Tastatur scharfgeschaltet. Mit seinem Alter-Ego „Elektra“ macht sich der ehemalige Ortsvorsteher des Olsberger Stadtteils Wiemeringhausen Gedanken zum Dorfgeschehen und drüber hinaus.
Eine Leseanweisung: „Elektra“ liebt keine Absätze. Der Besucher sieht sich folglich einer sogenannten Bleiwüste gegenüber, die sich aber mit etwas Geduld und mentaler Anstrengung zergliedern lässt.
Sobald dieses Problem behoben ist, muss sich der Leser tief in die Dorfgeschehnisse im Hochsauerland eindenken, um die zahlreichen Anspielungen zu verstehen.
Dann aber …
Hier der Einstieg:
„Die Tage werden ungemütlicher, grauer und vor allem kürzer, was meine Beobachtungsgabe natürlich hier von meinem derzeitigen Standpunkt auf der Böhl seitigen Hudeweide aus etwas einschränkt. Und die Nächte werden auch spürbar kälter – bis Minus 3 Grad waren es letzte Woche schon und ab morgen soll’s Schnee geben.
Wir Roten und Weißen und Braunen Rindviecher sind aber nicht aus Zucker und deshalb machen wir’s wie es die Leute „auf der Elpe“ schon früher getan haben und wohl auch heute noch tun: „Wir lassen’s einfach regnen oder schneien!“ Da gibt es doch schließlich ganz andere Dinge, an denen sich so ein Bieseveih erwärmen kann oder auch nicht – z. B. an der globalen Erwärmung.
Da bin ich aber froh, dass ich hier in Wiemeringhausen auf der Weide stehen darf und nicht hinter den hohen Bergen ….in Bruchhausen. Da findet der Klimawandel nämlich (eigentlich) gar nicht statt – das hätte jedenfalls ein sich auf Geheiß des dortigen CDU-Ortsverbands ins steinige Tal verirrter Wissenschafts-Apostel behauptet, wie mir mein Herr und mein Meister berichtete.
Die ohnehin für ihre besondere Art der Gut-Gläubigkeit bekannten Bewohner des Nachbartals hätten sich verdutzt die Augen gerieben und ob der fundierten wissenschaftlichen Aufklärung erstaunt und dankbar gezeigt, endlich einmal einen realistischen Gegenentwurf zur globalen Irrfahrt der Klimapolitiker aufgezeigt bekommen zu haben. „Erwachet!“ – so könnte es auch geheißen haben, dass Motto der christdemokratischen Ortsparteifunktionäre, die sich diesen erbaulichen Abend mit dem wahren Zeugen Jehova’s der wissenschaftlichen Klima-Erkenntnis ausgedacht haben …“
In der FAZ legt FDP-Generalsekretär Christian Lindner anscheinend die alten Bürgerrechtswurzeln der FDP frei. Er beklagt, dass
„… in der Integrationsdebatte „religiöse Werte bedeutsamer scheinen als republikanische.“ In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Montagsausgabe) schreibt Lindner: „Das Christentum ist nicht die deutsche Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger.“ Tatsächlich reichten die Wurzeln unserer Verfassungsidee bis zurück nach Athen und Rom, ihre Prinzipien seien seit der Französischen Revolution erkämpft worden – „oft genug gegen den Widerstand der Kirchen.“ …“ alles lesen
Ein guter Text von Wolfgang Lieb auf den Nachdenkseiten:
„Die CDU-Vorsitzende erklärte auf einer CDU-Regionalkonferenz in Berlin-Brandenburg: “Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.†Wer das nicht akzeptiere, “der ist bei uns fehl am Platz“.
Nein, Frau Kanzlerin, ich fühle mich dem Menschenbild des Humanismus verbunden und als „Verfassungspatriot“ dem Menschenbild des Grundgesetzes und nicht dem christlichen Menschbild verpflichtet. Bin ich also „bei uns fehl am Platze“? …
Zur Erinnerung Frau Merkel: das Menschbild des Grundgesetzes ergibt sich aus:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. I Abs. 1, Satz 1 GG)
„Sie (die unantastbare Würde des Menschen) zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (I 1, 2 GG)
„Die Freiheit der Person ist unverletzlich“ (II 2, 2 GG)
„Jeder hat das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit“ (II 2, 1 GG)
„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt“ (II 1 GG)
„Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu den unverletzlichen und veräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“ (I 2 GG).
Nach unserem Grundgesetz bekennt sich das Deutsche Volk also zu einem universalistischen Verständnis von Menschenrechten. Wenn das Grundgesetz von der Untastbarkeit der Würde „des Menschen“ spricht, so gilt das nicht nur für die Würde des Deutschen, sondern für die Würde aller Menschen, die unter dem Grundgesetz leben …“
Maybrit Illner: Ein Atheist zwischen Kopftuch und Kruzifix … hpd
Rot-Grün in NRW: Ab jetzt wird es spannender … ruhrbarone
We thought the internet was killing print. But it isn’t: There is no clear correlation between a rise in internet traffic and a fall in newspaper circulation. Some papers are growing in both formats, others are succeeding in neither, according to new research … guardian
Afrika: Fünfzig Jahre Entkolonisierung. Gibt es wirklich irgend etwas feierlich zu gedenken, oder muss im Gegenteil alles neu angepackt werden? … spiegelfechter
Ikarus Guttenberg: Fasziniert verfolgen Politiker, Journalisten und Millionen Wähler den Höhenflug Karl Theodor zu Guttenbergs. Wann kommt Ikarus Guttenberg der Sonne so nahe, dass er abstürzt? Ist mit dem “Spiegelâ€-Titel (“Die fabelhaften Guttenbergs – Paarlauf ins Kanzleramtâ€) der Punkt erreicht, an dem das Wachs seiner Flügel zu schmelzen beginnt? … sprengsatz
Unter jüdischer Flagge: Initiatorin eines Hilfsschiffs im Zwielicht … jüdischeallgemeine
Herbst 2010 – Ökonomie in einer Phantomwelt: Die anderen Länder sollen am deutschen Wesen genesen und, wenn sie es nicht freiwillig tun, dann sollen sie halt bankrott gehen. So könnte man die Empfehlungen [PDF – 4.7 MB] der „fünf führenden Wirtschaftsinstitute“ in die Alltagssprache übersetzen … nachdenkseiten
Wallraff: Aufklärer oder Unternehmer in eigener Sache? … ruhrbarone