An Tagen wie diesen…

gehe ich gern auf dem Kahlen Asten spazieren

Kahle-Asten-Stimmung am 22. Oktober 2025 (fotos: zoom)

Trübes Herbstwetter muss kein Grund für Depressionen sein. Bei Nebel und Trübsal zieht es mich häufig auf den Kahlen Asten.

Wie ein Mantra schleicht sich jedesmal die erste Zeile eines Gedichts von Hermann Hesse in meine Synapsen. Es ist nicht zu verhindern. Seltsam im Nebel zu wandern!

Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Hesse zu lesen war damals, lang ist es her, quasi Pflicht, Teil unserer Jugendkultur. Mindestens Siddhartha und den Steppenwolf. Das Glasperlenspiel habe ich ebenfalls geschafft. Wir haben Bücher gefressen. Ich war eher ein Dostojewsky-Fan. Schuld und Sühne, heute neu übersetzt mit Verbrechen und Strafe. Die Zeit der Ironie und Satire begann, als mir die zehnbändige Tucholsky-Augabe in die Hände fiel. Danke, liebe Stadtbücherei.

Hesse ist eine Randnotiz geworden.

Eigentlich wollte ich die Bäume zeigen. Der nächste erinnert mich an einen raffgierigen, verbrecherischen und großmäuligen US-amerikanischen Politiker. Seht ihr es auch?

Bei den unteren beiden habe ich noch keine deutlichen Assoziationen.

Seltsam im Nebel zu wandern!

Eine Bank an der Namenlose zwischen Siedlinghausen und Silbach

Eine Bank im Herbstlaub. Von Weitem sieht sie einladend aus. (foto: zoom)

Am Wanderweg entlang der Namenlose (Lahmelofe) zwischen Siedlinghausen und Silbach steht eine Bank. Von Weitem sieht sie sehr einladend aus.

Tatsächlich habe ich dort vor vielen Jahren häufiger Rast gemacht, auf das fließende Wasser geschaut und dem ein oder anderen Gedanken nachgehangen.

Das ist lange vorbei. Schaut mal, wie es dort heute aussieht. Eine Zierde für das Wanderparadies Winterberg.

Die Schrottimmobilie Wanderbank einmal vom Weg und einmal zum Weg hin fotografiert. (foto: zoom)

Olsberg: Herbst in der Ruhraue

Spaziergang in der Ruhraue/Olsberg (foto: zoom)

Laut DWD-Wetter-App soll die Sonne heute sieben Stunden lang scheinen. Der Himmel ist blau und die Luft ist klar. Raus! Denn morgen soll sich die Sonne nicht mehr sehen lassen.

Wenn ich einfach nur entspannt ein paar Schritte gehen und meinen Gedanken nachhängen will, drehe ich gerne eine Runde in der Olsberger Ruhraue.

Die einzige Steigung ist die Fußgängerbrücke über die Ruhr. Diese kann man auch im Faulenzer-Modus bewältigen.

Carpe Diem, bevor die Herbststürme das Laub von den Bäumen wehen.

Die Zeit läuft im Kreis oder in einer Spirale: Abwärts und Travemünde

Blick vom Priwall I (foto: zoom)

Wie sich die Zeiten ähneln, aber doch nicht gleichen. Vor fast genau zehn Jahren habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben. Eine Fähre gleitet die Trave hinunter, im Vordergrund spreizen sich zwei Angeln, eine grau-neblige Atmosphäre. Abwärts: Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahren …

Ich erinnere mich noch an die Aufnahmesituation. Ungeduldig wartete ich darauf, dass der Angler im richtigen Moment seinen Platz verlässt.

Das Lied der Gruppe Abwärts ist mein ständiger Begleiter geworden. Ein Fluss, ein Schiff und schon höre ich das Echo in meinen Erinnerungen.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit und vergehen doch wie im Fluge. Viele Freund*innen, Bekannte und Verwandte von damals sind nicht mehr da, neue sind hinzu gekommen.

Ich habe beschlossen, diejenigen, die gegangen sind, nicht mehr (nur) zu betrauern. Wie im magischem Realismus leben sie weiterhin in meiner Welt, die damit skurriler, aber auch größer geworden ist.

Blick vom Priwall II (foto: zoom)

Was vom gestrigen Abend blieb: Hafen und Mond

Die Sonne scheint hinter dem Horizont und die blaue Stunde beginnt (foto: zoom)

Gestern Abend bin ich während des Sonnenuntergangs die Strand-Promenade in Travemünde entlanggeschlendert. Meine Simmung melancholisch, die Fotos auf der dunklen Seite.

Die Mondphase bewegte sich auf Vollmond zu. Es fehlte lediglich ein halber Tag.

Nicht wackeln. ISO 1000 und kurz die Luft anhalten (foto: zoom)

Als sich Schiff und Mond am Leuchtturm trafen, habe ich ein letztes Foto geknipst.

Danach ging es zurück zur Ferienlektüre: Scott Alexander Howard, Das andere Tal. Ich bin zur Hälfte der über 400 Seiten durch, mein Urteil steht noch aus.

Ob ich heute den Vollmond zu sehen bekomme? Meine DWD-Wetter-App sagt: Wolken, keine Sonne, 3 mm Niederschlag. Meine Erfahrung: am Meer kann es immer anders kommen.

Guten Morgen! Steg und Mövenstein

Blick über den Steg nach Mecklenburg-Vorpommern (foto: zoom)

Keine Sonne, viele Wolken, Wind und sporadische Regenschauer. Ungemütliches Wetter, und doch macht es Spaß am Meer entlang zu laufen.

Den Mövenstein (auch Möwenstein), in dessen Nähe sich in Thomas Manns Roman Buddenbrooks Tony und Morten die Ehe versprachen, gibt es auch in der Wirklichkeit. Ein kleiner Spaziergang und schon sehe ich den Findling aus Hammergranit am Übergang der Travemünder Strandpromenade zum Brodtener Ufer.

Das Versprechen von Tony ist flüchtig wie die Gischt und sie wird nach der Reise nicht Morten, sondern den ungeliebten Herrn Grünlich heiraten.

Ein großer Teil des Mövensteins liegt bereits unter dem Strand. In 30 Jahren könnte der Koloss komplett versunken sein. (foto: zoom)

Der Charakter von Tony Buddenbrooks, später Grünlich und Permaneder, ändert sich im Verlaufe des Romans nicht. Sie stolziert durch die Seiten und bleibt stets von hochnäsiger Oberflächlichkeit geprägt.

Wenn ich mich recht erinnere, sind auch die zahlreichen anderen Figuren der Erzählung recht statisch. Sie bleiben sich im Guten wie im Schlechten treu. Die Dynamik erhält der Roman durch den wirtschaftlichen Niedergang der Familie vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts.

Nehmt meine Gedanken nicht für bare Münze, sie sind mir spontan beim Anblick des Möwensteins in den Sinn gekommen. Ein Buddenbrooks-Kenner bin ich nicht.

Am Straßenrand: Ein paar Bilder vom Kassel-Marathon 2025

Die Spitze des Kassel Marathon auf der ersten von zwei Runden. Der spätere Sieger trägt die Startnummer 6. Von links: Mamiyo Nuguse, Dickson Kurui, Patrick Ereng und Philip Liprono Tarus (foto: zoom)

In der Nähe der Kasseler Querallee stand ich letzten Sonntag am Straßenrand, um einer guten Bekannten bei ihrem ersten Halbmarathon Beifall zu spenden. Es war kein schlechter Platz zum Fotografieren, weil die Läufer*innen dort aus dem Schatten ins Licht wechselten.

Normalerweise knipse ich ich ruhige Objekte wie Pflanzen oder Gebäude und war mir deshalb nicht sicher, ob die Bilder einigermaßen brauchbar sein würden.

Die vier Spitzenläufer kamen ziemlich schnell von der Friedenskirche die Friedrich-Ebert-Straße hinunter gerannt.

Endzeiten und Platzierungen habe ich in den Ergebnislisten gesucht. Ob die vier am Ende, also nach 42,195 Kilometern, auch als erste die Ziellinie überquerten?

„Am Straßenrand: Ein paar Bilder vom Kassel-Marathon 2025“ weiterlesen

Zu Besuch: Großes Grünes Heupferd

Das Grüne Heupferd verweilte lange an der Fensterscheibe (foto: zoom)

Gestern hat uns das Große Grüne Heupferd besucht.

Das Tier verharrte sehr lange an unserer Fensterscheibe. Vielleicht hat es die Wärme gesucht. Jedenfalls ist es mir nach einigen Versuchen gelungen, die Heuschrecke einigermaßen scharf abzubilden. Auf den ersten Bildern war immer nur das Glas fokussiert, die Heuschrecke verschwommen. Autofokus raus, Tettigonia viridissima rein.

Das Große Grüne Heupferd ist eine der häufigsten Heuschreckenarten. Sie kommt überall in Deutschland vor. Also kein Grund zur Aufregung.

Lesen: https://www.deutschlands-natur.de/tierarten/heuschrecken/grosses-gruenes-heupferd/

Winterberg: Ratssitzung fällt aus (Update)

Auch heute Morgen ist aus dem Ratsinformationsinformationssystem nicht zu ersehen, dass die Ratssitzung heute Abend ausfällt. (Screenshot)

Gestern hatte ich berichtet, dass die Ratssitzung am heutigen Donnerstag zwar im Ratsinformationssystem angekündigt wird, jedoch ohne Tagesordnung oder sonstige Unterlagen.

Ich hatte auch bei der Pressestelle nachgefragt:


können Sie mir sagen, aus welchem Grund zur morgigen Sitzung des Rates keine Tagesordnung und andere Vorlagen im Ratsinformationssystem eingestellt worden sind?

Mit freundlichen Grüßen

Die Pressestelle hat sehr rasch geantwortet:



die geplante Ratssitzung für den heutigen Tag findet nicht statt.

Die nächste Ratssitzung findet am  25.09.2025 um 18.00 Uhr statt.

Sollten Sie noch Rückfragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Rückfragen habe ich und sie sind auch schon gestellt:

vielen Dank für die rasche Antwort.

Allerdings habe ich dann noch drei weitere Fragen:

Seit wann steht fest, dass die Ratssitzung nicht stattfindet?

Aus welchem Grund wird die Sitzung dann noch im Ratsinformationssystem aufgeführt?

Bzw.: Aus welchem Grund wird der Ausfall nicht im Ratsinformationssystem beim Termin angemerkt?

Update (9:25)

Ebenfalls sehr schnell habe ich die Antwort auf meine Fragen erhalten:

der Ausfall der Ratssitzung wurde den Ratsmitgliedern Mitte August bekanntgegeben.

Durch den krankheitsbedingten Ausfall meiner Kollegin wurde die Angabe des Ausfalls der Ratssitzung,  in unserem Ratsinformationssystem leider übersehen.

Ich darf Sie bitten dies zu entschuldigen.

Damit wäre dies geklärt.

Ein Nachgedanke: Wäre es nicht sinnvoll, die Betreuung des Ratsinformationssystems auf mehrere Personen aufzuteilen? Es müsste doch nur ein lapidarer Satz in die Maske/auf die Seite geschrieben werden: „Die Ratssitzung fällt leider aus“