Berlin, 17.04.2019 – LobbyControl begrüßt die Strafbescheide der Bundestagsverwaltung an die AfD und fordert Jörg Meuthen und Guido Reil auf, als AfD-Bundessprecher bzw. AfD-Vorstandsmitglied zurückzutreten.
Beide haben sich auf verdeckte Unterstützung im Wahlkampf eingelassen. Es handelt sich klar um illegale Parteispenden. LobbyControl analysiert in einem heute veröffentlichten Briefing zum Fall Meuthen, wie der AfD-Chef seine illegalen Spenden vertuschen wollte und gleichzeitig gegen das Transparenzgebot des Parteiengesetzes kämpft.
Ulrich Müller von LobbyControl kommentiert:
„Jörg Meuthen und Guido Reil sind nicht länger tragbar. Sie haben illegale Spenden angenommen und dieses Fehlverhalten verheimlicht und vertuscht. Dass sie nun auch noch ankündigen, juristisch gegen die Strafbescheide vorzugehen, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Statt aufzuklären, welche Strippenzieher hinter den illegalen Spenden stecken, tun sie das genaue Gegenteil und versuchen, diese verdeckten Geldflüsse nachträglich zu legitimieren. Das ist Gift für unsere Demokratie. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, wer unsere Politiker/innen mit Geld unterstützt und wem die Parteien zum Dank verpflichtet sind.“
Müller weiter: „Jörg Meuthen und Guido Reil tragen persönlich Verantwortung für diese verdeckte Einflussnahme. Sie haben der Unterstützung ausdrücklich zugestimmt. Deshalb müssen sie jetzt die Konsequenz ziehen und als AfD-Bundessprecher und AfD-Vorstandsmitglied zurücktreten.“
Die Position der AfD, dass es sich nicht um Parteispenden handele, ist unhaltbar. Ohne Mitwirkung von Meuthen und Reil hätten die über die Schweizer Werbeagentur Goal AG organisierten, verdeckten Kampagnen so nicht stattfinden können. Deshalb muss sich die AfD das als Spende zurechnen lassen. Weil die wahren Geldgeber verheimlicht wurden, sind die Spenden illegal. „Statt das Fehlverhalten führender Parteifunktionäre zu schützen, sollte die AfD die Strafen akzeptieren, endlich Konsequenzen ziehen und den Skandal umfassend aufklären“, so Müller.
Der neue Vorstand der Freunde der Völkerbegegnung, vorn von links nach rechts: Hans Endreß, Mechthild Westerbarkey,Ulrike Mann, Huberta Eickhoff, Alfons Dünnebacke, Werner Steinberg; hinten von links nach rechts: Angelika Thurn, Christiane Gröning, Antonia Henke, Elmar Hehemann. Es fehlt: Angelika Schäfer (Foto: FdV)
Nach zwölf überaus ereignisreichen Jahren, in denen das 40- und das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden konnten und in denen viele Begegnungen mit französischen, englischen und amerikanischen Freunden stattfanden, trat Maria Hüser bei der Jahreshauptversammlung am 26.3.2019 als Vorsitzende des Vereins „Freunde der Völkerbegegnung e.V.“ zurück.
(Pressemitteilung der FdV)
Gleichzeitig schieden auch die Beisitzenden Maria Walters und Ulrich Henke aus. Am Ende der Versammlung wurde das Jahresheft 2019, das von den Mitgliedern wieder mit Spannung erwartet wurde, ausgeteilt. Es lässt die Ereignisse des Jubiläumjahres 2018 Revue passieren und gibt eine Vorschau auf die Begegnungen im laufenden Jahr.
Zunächst eröffnete Maria Hüser noch in ihrer bisherigen Funktion die Sitzung. Antonia Henke verlas das Protokoll der Jahreshauptversammlung 2018, Maria Hüser berichtete über die Tätigkeiten des Vorjahres und Elmar Hehemann trug den Kassenbericht vor. Die beiden ausscheidenden Beisitzenden wurden durch Maria Hüser verabschiedet.
Bei den folgenden Wahlen für die frei werdenden Positionen war es relativ einfach, neue BeisitzerInnen zu finden. Angelika Thurn, Ulrike Mann, Hans Endreß und Angelika Schäfer (in Abwesenheit, aber mit vorheriger Einverständniserklärung) wurden einstimmig gewählt.
Schwierig gestaltete sich die Suche nach einer Person, die bereit wäre, den Posten der/ des Vorsitzenden zu übernehmen. Nachdem mehrere vorgeschlagene Mitglieder eine Kandidatur abgelehnt hatten, erklärte sich schließlich Mechthild Westerbarkey bereit, die Funktion für ein Jahr als Interimsvorsitzende zu übernehmen. Andernfalls wäre die Handlungsfähigkeit des Vereins gefährdet gewesen. Mit großer Erleichterung wurde auch sie einstimmig gewählt.
Nun ist es die Aufgabe des neuen Vorstandes, eine Lösung für die Organisation und das Fortbestehen des Vereins zu finden.
Die stellvertretende Vorsitzende Huberta Eickhoff verabschiedete die scheidende 1. Vorsitzende mit einem langen Gedicht, in dem sie mit treffendem Humor deren Tätigkeit würdigte. Das Abschiedsgeschenk an Maria Hüser ist ein gemeinsamer Ausflug mit Führung auf dem Diamantenpfad in Suttrop, einer anschließenden Wanderung rund um Kallenhardt und einem gemeinsamen Abendessen, woran der Vereinsvorstand mit seinen ehemaligen und neuen Mitgliedern teilnimmt. Vielleicht können dabei schon erste Weichen in die Zukunft gestellt werden.
Barrierefreiheit im Friedrichstadt-Palast++ November 2017 in Berlin (Berlin). (c) Friedrichstadt-Palast, Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Vor zehn Jahren trat in Deutschland am 26. März 2009 die Behindertenrechtskonvention, die die Rechte von Menschen mit Behinderung verankert, in Kraft. Barrierefreie Zugänglichkeit zu schaffen ist darin eine wichtige Verpflichtung der unterzeichnenden Vertragsstaaten.
Die Berliner Sozialhelden, Betreiber der Online-Karte Wheelmap.org, haben verglichen, ob und wie sich die Rollstuhlgerechtigkeit der Orte auf Wheelmap.org in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt hat. Sie wollten untersuchen, ob tatsächlich Verbesserungen eingetreten sind. Die Datenbasis dazu stellten die ca. 490.000 Bewertungen dar, die in Deutschland auf Wheelmap.org mithilfe der Community über die letzten Jahre zusammengekommen und stetig mehr geworden sind.
Wie schneiden die einzelnen Bundesländer ab? (Grafik: Sozialhelden)
Auch die Stadt Olsberg-Bigge ist in der Online-Karte von Wheelmap.org mit einigen mehr oder weniger behindertengerechten Geschäften, Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen usw. verzeichnet. Das Josefsheim Bigge beherbergt eine große Zahl von behinderten Menschen, die hier zum Stadtbild gehören.
„Willst du dich für mehr Barrierefreiheit engagieren? Dann werde Wheelmap Botschafter oder Botschafterin! Hier findest du einige Vorschläge, was du als Botschafter*in tun kannst. Wir freuen uns aber natürlich auch, wenn du andere Ideen hast, wie du dich engagieren kannst. Melde dich einfach bei uns!“
Die Sozialhelden haben sich den aktuellen Stand in den Bundesländern und in den Landeshauptstädten angeschaut und verglichen, was es in den letzten fünf Jahren für eine Entwicklung auf Landesebene gab.
Der Anteil der rollstuhlgerechten Orte ist dabei nur leicht gestiegen.
Raul Krauthausen, Aktivist und Wheelmap.org-Gründer:
“Es ist schön, dass wir in den meisten Bundesländern einen positiven Trend sehen, aber Verbesserungen von durchschnittlich 6 Prozent innerhalb von 5 Jahren ist noch ausbaufähig. Hier müssen öffentliche Hand und Privatwirtschaft mehr Verantwortung übernehmen, um auch der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden.”
Dass auch im Sauerland Freitagsdemonstrationen „Fridays for Future“ von Schülerinnen und Schülern organisiert werden, wird von den Mitgliedern der SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus im HSK begrüßt und soll in den einzelnen Städten im HSK unterstützt werden.
(Pressemitteilung der SPD-AG 60+ im HSK)
Der Vorstand habe sich in seiner letzten Sitzung einstimmig für die Unterstützung der Schüler entschieden.
Klar sei, dass die Demonstrationen nur erfolgreich sein können, wenn sie während der Schulzeit stattfinden.
Die Forderung, die Demonstrationen in der schulfreien Zeit abzuhalten, hält die AG 60plus für völlig überzogen. Sie würde möglicherweise in der Hoffnung vorgetragen, den Protest der Schülerinnen und Schüler totlaufen zu lassen. Denn, so die AG 60+, „wieviel Öffentlichkeit erreicht man mit einer Demo für den Klimaschutz an Freitagsnachmittagen nach der Schule?“
Wer das fordere, könnte ebenso fordern, dass alle Streiks der Gewerkschaften und Ihrer Mitglieder nur nach der regulären Arbeitszeit stattfinden dürfen. Das sei „einfach nur unsinnig“.
Viele, die heute so argumentierten, hätten in den 60er Jahren während der Pflichtvorlesungen an den Universitäten der BRD demonstriert und die Vorlesungen über einen längeren Zeitraum bestreikt. Die AG 60+ fragt: „Schon vergessen?“
Die Mitglieder der AG 60+ wollen sich an den Demonstrationen beteiligen. Dabei werde allerdings ausschließlich die parteipolitisch neutrale Unterstützung der Anliegen und Forderungen der Schülerinnen und Schüler durch Seniorinnen und Senioren im Vordergrund stehen.
Am 19.02.2019 tagte der neue Vorstand des jungen Ortsvereins SPD-Winterberg in seiner konstituierenden Sitzung in Altenfeld im Gasthof Wüllner.
(Pressemitteilung der SPD Winterberg)
Die Sozialdemokraten werden künftig ihre Sitzungen abwechselnd in den verschiedenen Ortsteilen von Winterberg durchführen, um vor Ort die Möglichkeit zu haben, mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog zu kommen. Neben verschiedenen Punkten zur zukünftigen Vorstandsarbeit ging es zunächst um die bevorstehende Europawahl am 26. Mai.
„Die Europäische Union ist mehr als nur eine Handels- und Wirtschaftsunion der Mitgliedsländer. Die Europäische Union ist seit über 70 Jahren der Garant für Frieden und wir wollen, dass das so bleibt“, so die neue Doppelspitze in der SPD, Anja Licher-Stahlschmidt und Jörg Burmann.
Sozialdemokraten starten Themenreihe mit Werkstattgesprächen
„Wir wollen die Meinung der Bürgerinnen und Bürger aus Winterberg erfahren. Uns interessiert vor allem, wo der Schuh drückt und was aus ihrer Sicht im gesamten Stadtgebiet besser werden müsste“, so die einhellige Meinung des neuen Vorstands.
Der Vorstand stellte zudem auf der Sitzung erste Überlegungen zur Kommunalwahl im nächsten Jahr an. Die SPD Winterberg wird ihr Programm „Unsere Stadt 2020“ weiterentwickeln und konkretisieren. Hierzu sind in den kommenden Monaten verschiedene Themenwerkstätten zu den Schwerpunktthemen „Mobilität“, „Soziales“, „Wirtschaft“ und „Wohnen“ geplant.
Die Werkstattgespräche starten am Freitag, den 5. April 2019, um 18:00 Uhr in Züschen im „Gasthof Lumme“ mit verschiedenen Diskussionsrunden rund um das Thema Mobilität. Hier ist die Meinung der Winterberger Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet gefragt.
Uns interessiert zum Beispiel die Sicht der Winterberger Bevölkerung zur aktuellen Situation im ÖPNV oder was würde die persönliche Mobiltät verbessern und wo bestehen Barrieren zur Teilhabe am täglichen Leben im Quartier. Wir könnten darüber reden, wie E-Bikes einen Anteil zur neuen Beweglichkeit leisten können. Ebenso möchten wir die Meinungen zum Zustand und zum Erhalt unserer städtischen Straßen besprechen und wie aus Sicht der Einwohner die Verkehrssituation im gesamten Stadtgebiet verbessert werden könnte. Wo gibt es Potenzial bei der Lenkung der Verkehrsströme? Wir möchten einfach über alles reden, was die Winterberger Bürgerinnen und Bürger zu den Themen bewegt.
Die Werkstattgespräche werden unterstützt durch Expertenwissen von Ideen- und Impulsgebern aus der Wirtschaft, von Verbänden und Interessenvertretungen. Die Winterberger Sozialdemokraten erwarten interessante Diskussionsrunden und freuen sich auf möglichst viele Meinungen aus der Winterberger Bevölkerung.
Sie können uns aber auch schon im Vorfeld Ihre Meinung mitteilen oder Anregungen für weitere Themen geben. Schreiben Sie uns einfach eine EMail mit dem Betreff „Mobilität“ an kontakt@spd-winterberg.de. Weitere Einzelheiten zu den Veranstaltungen werden im Vorfeld in der lokalen Presse und den Sozialen Medien bekannt gegeben.
Deutsche heben 1945, bewacht von der US-Armee, Gräber für die ermordeten Zwangsarbeiter in Suttrop aus. (Foto: National Archives and Records Administration, Washington)
Warstein/Meschede (lwl). Im März 1945 – kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges – verübten Angehörige von Waffen-SS und Wehrmacht zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Verbrechen in der Endphase des Krieges in Deutschland – außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. Exekutions-Kommandos ermordeten an drei Stellen im Arnsberger Wald insgesamt 208 polnische und russische Zwangsarbeiter.
Auf der Grundlage langjähriger Forschungen von Historikern des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben LWL-Archäologen 2018 und Anfang 2019 Ausgrabungen an allen drei Tatorten durchgeführt. Die Funde zeugen nicht nur von den letzten Stunden im Leben der Ermordeten, sondern geben auch Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten. Die Forschungsergebnisse hat der LWL am Freitag (8.3.) in Warstein vorgestellt.
Insgesamt haben die Fachleute über 400 Funde ausgegraben und in Verbindung mit den historischen Akten den Tathergang rekonstruiert, der an den drei Plätzen ganz unterschiedlich verlief.
In gleichmäßigen Reihen untersuchen Sondengänger die Fundstelle Meschede. (Foto: LWL/Manuel Zeiler)
Die meisten Funde stammen vom Tatort der ersten Mordaktion, dem Langenbachtal bei Warstein. Unter einem Vorwand wurden Zwangsarbeiterinnen in den Wald gebracht. Dort mussten sie ihre Habseligkeiten und Kleidung am Straßenrand ablegen. Man wollte sie vermutlich glauben machen, sie könnten ihre Sachen wieder abholen, bevor es zurück in die versprochene neue Unterkunft ginge. Tatsächlich sollte die Kleidung der 71 Toten (60 Frauen, zehn Männer und ein Kind) später an Bedürftige des Orts weiterverteilt werden. Das Geld der Opfer raubte die Einheit für ihre Divisionskasse.
Die Reste dieser persönlichen Besitztümer, die von den Erschießungskommandos nicht mitgenommen wurden, entdeckten die Archäologen in der Erde verscharrt. Darunter finden sich ein Gebets- und ein Wörterbuch auf Polnisch, Schuhe und Teile der Kleidung wie bunte Knöpfe und Perlen zum Aufnähen. Das Fundgut enthält aber auch Gebrauchsgegenstände wie Geschirr und Besteck. Das, was den Opfern vor der Erschießung abgenommen wurde, war zu dem Zeitpunkt ihr einziger verbliebener Besitz.
Ausschnitt des Fundensembles aus Geschirr, Schuhen, Textilien und anderen persönlichen Gegenständen in einer der Versteckgruben. Fundstelle Warstein. (Foto: LWL/Manuel Zeiler)
Die Forscher stießen auch auf die Spuren der Täter. Die gefundenen Patronenhülsen belegen, dass die Zwangsarbeiterinnen bis zu einer Bachböschung geführt und dort erschossen wurden. Einige Projektile fanden sich jedoch auch weit verstreut im umliegenden Wald, was bedeutet, dass manche der Zwangsarbeiterinnen offenbar zu fliehen versuchten und verfolgt wurden. Die Mörder ließen auch Schaufeln zurück, mit denen sie Leichen und Habseligkeiten vergraben hatten.
An den anderen Erschießungsplätzen bei Warstein-Suttrop (Waldgemarkung „Im Stein“) und Meschede-Eversberg konnten die Archäologen weniger Funde bergen. Die Mörder hatten ihre Taten hier genauer vorbereitet und so weniger Spuren hinterlassen.
Dennoch blieben auch in Meschede-Eversberg zirka 50 Objekte liegen, die vom Alltag der Zwangsarbeiter zeugen. Angesichts deren katastrophalen Lebensbedingungen wirken manche Funde überraschend wie Teile einer Mundharmonika. Ein Brillenetui und ein Kamm stehen als zusammengehörige Habe schlaglichtartig für den kleinsten Besitz der Zwangsarbeiter.
In Meschede-Eversberg sprengte die Einheit mit Granaten eine Grube in den harten Boden, in der sie die 80 Opfer erschoss. Auch dieses Verbrechen spiegelt sich in den archäologischen Funden in Form eines Gewehrteils und zahlreicher Munition.
Die Fundsituation am dritten Tatort in Warstein-Suttrop ist ähnlich. Zahlreiche Projektile lassen auch hier den genauen Standort der Erschießungen erkennen. Anstatt erneut eine Grube anzulegen, wurden die Arbeiter gezwungen, einen vermutlich zickzackförmigen Schützengraben auszuheben – in dem die Mörder später die 57 Leichen vergruben. Die Alliierten ließen die Toten kurze Zeit später exhumieren, aufreihen und versammelten die Bevölkerung vor Ort. Zeitgenössische Filmaufnahmen geben einen ungefähren Anhaltspunkt für die Stelle der Aufbahrung.
Die archäologische Grabung konnte diesen Platz anhand vieler Kleinfunde genau identifizieren. Darunter sind vor allem sowjetische Münzen. Auch ein Löffel verweist wegen seiner Prägung auf die Herkunft der Ermordeten aus der Sowjetunion. Männer der SS und Wehrmacht hatten diese für sie nutzlosen Objekte nicht eingesammelt. Für die Zwangsarbeiter dagegen stellten diese Stücke wahrscheinlich wertvolle Erinnerungen an ihre Heimat dar.
„Die Ergebnisse“, so der LWL-Historiker Dr. Marcus Weidner, „sollen nicht nur die Ereignisse und die Aufarbeitung durch die Justiz nach 1945 dokumentieren, sondern sollen auch für erinnerungskulturelle Projekte eingesetzt werden, etwa der Neugestaltung des Mescheder Friedhofs ‚Fulmecke‘, auf dem die Mordopfer heute ruhen.“ Ziel könne sein, die Orte, die im Zusammenhang mit den Mordaktionen stehen, durch Tafeln zu kennzeichnen und im Rahmen eines „Erinnerungspfads“ als zusammenhängende Orte der Zeitgeschichte erfahrbar zu machen. Weidner: „Dies jedoch setzte voraus, die Tatorte mit Unterstützung der Archäologie zu verifizieren und die dort vermuteten Hinterlassenschaften der Opfer für die Nachwelt zu bergen.“
„Begehungen mit Metallsonden und die daran anschließenden archäologischen Ausgrabungen erbrachten nicht nur weiterführende Erkenntnisse zu den Tatorten mit einer Vielzahl an Funden“, so der LWL-Archäologe Dr. Manuel Zeiler. „Diese interdisziplinären und systematischen Forschungen sind bislang bei NS-Tatorten in Deutschland einzigartig.“
„Der LWL nimmt mit seinen Forschungen ganz bewusst eine gesellschaftliche Verantwortung an“, betonte LWL-Direktor Matthias Löb. Nach über 70 Jahren gelinge es, dieses Verbrechen des Nationalsozialismus in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in Deutschland weiter aufzuhellen. Die Forschungsergebnisse seien darüber hinaus substantiell für eine Erinnerungskultur. „Wir erleben seit einigen Jahren die Verharmlosung und zunehmende Leugnung der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur. Gerade aber die Mordaktionen sind beispielhaft für diesen Bestandteil unserer Geschichte, dem wir uns stellen müssen“, sagte der LWL-Direktor.
„Die Forschungen, die Wissenschaftler hier leisten, verdanken ihren Erfolg einer engen Kooperation verschiedener Einrichtungen des LWL“, so Löb weiter. „Das wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne das große Engagement vieler ehrenamtlicher Bürger.“
Löb dankte den Städten Warstein und Meschede für ihre Kooperationsbereitschaft. „Wir begrüßen sehr, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus, die vor fast 75 Jahren hier bei uns im Sauerland geschehen sind, weiter aufgeklärt werden“, bestätigte Dr. Thomas Schöne, Bürgermeister der Stadt Warstein, und ergänzte: „Wir stellen uns gezielt der heutigen Verantwortung, dass so etwas unfassbar Schreckliches nie wieder passiert.“
Die Opfer liegen seit 1947 bzw. 1964 auf dem Waldfriedhof „Fulmecke“ in Meschede. „Die aktuellen Untersuchungen bilden eine wichtige Grundlage, um die Neugestaltung des Friedhofs planen zu können“, erklärte Christoph Weber, Bürgermeister der Stadt Meschede.
Nur wenige Namen der Mordopfer von März 1945 sind bekannt. Im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Forschungen im In- und Ausland ist es nach Auskunft von Weidner gelungen, bislang 14 Namen ausfindig zu machen und den anonym bestatteten Opfern eine Identität zu geben. Die Arbeit eröffne die Chance, Kontakt zu ihren Nachfahren aufzunehmen.
„An einem Ort wie diesem wird deutlich, wie nah uns unsere Geschichte noch ist“, erklärte der Russlandbeauftragte der Bundesregierung Dirk Wiese. „Das muss uns gerade in unseren Beziehungen zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bewusst sein. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen berührt dort oft unmittelbar die Familiengeschichten. Kinder und Enkelkinder haben ein Recht darauf zu erfahren, warum Familienmitglieder nicht aus Deutschland zurückkehrten.“
Hintergrund Zwischen dem 20. und 23. März 1945 – kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs – verübte die „Division zur Vergeltung“, die aus Angehörigen von Waffen-SS und Wehrmacht bestand, zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen.
Hans Kammler, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter ermorden. Bei Eversberg erschoss und verscharrte das Exekutionskommando auf einer Wiese 80 Zwangsarbeiter. Im Langenbachtal bei Warstein wurden weitere 71 Menschen umgebracht. In der Waldgemarkung „Im Stein“ bei Suttrop erschoss ein Kommando 57 Zwangsarbeiter. Seit 2015 erforscht der Historiker Dr. Marcus Weidner vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte auch in ausländischen Archiven die Hintergründe der Verbrechen.
Die Erschießungen auf der Eversberger Kuhweide blieben zunächst geheim. Im November 1946 erhielt die englische Militärbehörde einen anonymen Hinweis. Die Toten wurden unter Aufsicht der Alliierten Ende März 1947 exhumiert und auf dem Waldfriedhof „Fulmecke“ in Meschede beigesetzt.
Von den Morden bei Suttrop und Warstein hatten die amerikanischen Truppen schon kurz nach der Befreiung erfahren. Der US-Kommandant befahl daraufhin ehemaligen NSDAP-Mitgliedern aus beiden Orten, die Leichen zu exhumieren. Die gesamte Bevölkerung einschließlich der Kinder musste an den Toten vorbeiziehen. Danach wurden die Leichen wiederum von den ehemaligen „Parteigenossen“ nahe der Erschießungsstellen bestattet. Um das Verbrechen für die Nachwelt zu dokumentieren, fotografierten und filmten die Amerikaner den gesamten Vorgang.
Im Jahr 1964 bettete man die ermordeten Zwangsarbeiter aus Suttrop und Warstein auf den Waldfriedhof „Fulmecke“ in Meschede um – bis auf sieben Leichen, die man in Suttrop nicht mehr finden konnte. Hierbei konnten, wie schon 1947, einige Leichen durch den Umbetter anhand ihrer Papiere identifiziert werden, dennoch setzte man diese – ungeachtet gesetzlicher Regelungen – am neuen Grabort anonym bei. Irreführende Inschriften auf den Erinnerungssteinen verschleierten den Bezug zur Mordtat.
Auf dem Waldfriedhof „Fulmecke“ wurden bereits im Ersten Weltkrieg vor allem Franzosen, Italiener und Belgier aus dem nahegelegenen Gefangenenlager, in dem neben Kriegsgefangenen auch Zwangsarbeiter untergebracht waren, beerdigt. Die Kriegsgräberstätte hieß in der Bevölkerung „Franzosenfriedhof“. Die meisten Toten wurden später exhumiert und in die jeweiligen Heimatorte überführt. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Friedhof auch als Begräbnisstätte für die in Meschede verstorbenen Zwangsarbeiter, die die katastrophalen Arbeitsbedingungen nicht überlebten.
Das Plakat zur Ausstellung „Kunst im Rathaus“ (Pressematerial der Stadt Hallenberg)
Hallenberg. (pm) Schon zum fünften Mal wird eine Jahresausstellung von „Kunst im Rathaus“ eröffnet. Nach den Werken von Paul Stipp, Margret Jakobi, Marlit Peikert und zuletzt Marita Mogensen werden ab Sonntag, dem 17. März Photographien und Skulpturen der Künstler Boris und Raphael Sprenger ausgestellt. Die beiden Madfelder Brüder präsentieren zum zweiten Mal gemeinsam ihre Werke.
(Pressemitteilung der Stadt Hallenberg)
Boris Sprenger (Jahrgang 1970) studierte von 1993 bis 1999 Produktdesign, Bildhauerei und Kulturpädagogik in Kassel und in Bonn. Seit 2004 arbeitet er als freischaffender Bildhauer in Madfeld. Bisher schuf er mehrere Plastiken und Skulpturen für den öffentlichen Raum.
Auch im Rathaus Hallenberg hängen und stehen drei seiner Werke, die an die ehemalige Nutzung des Rathauses als Schule erinnern.
Sein Bruder Raphael (Jahrgang 1972) betreibt seit 2002 ein Studio für professionelle Photographie in Madfeld. Er präsentierte seine Ausstellungen und seine Fotos bereits in mehreren Einzelausstellungen im Hochsauerlandkreis.
Darüber hinaus wurde er 2010 und 2011 mit seinen Konzertphotographien namhafter Jazz-Größen zur Teilnahme an der Art-Show des weltgrößten Jazz-Festivals in Rotterdam eingeladen.
Zur Vernissage am Sonntag, 17.03.2019 um 11:30 Uhr lädt die Stadt Hallenberg herzlich ein.
Die Ausstellung ist für ca. ein Jahr während der offiziellen Öffnungszeiten im Rathaus zu besichtigen.
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Anmerkung des Blog-Herausgebers: Schon im Jahr 2013(!) ist eine ähnliche Meldung in der Westfalenpost erschienen, mit dem Unterschied, dass eine Ausstellung im Rathaus Brilon angekündigt wurde. Auch damals hieß es: „Die beiden Madfelder Brüder präsentieren zum zweiten Mal zusammen in einer Ausstellung ihre Arbeiten.“
Nach Adam Ries müsste es sechs Jahre später in Hallenberg mindestens 2 + 1 = „zum dritten Mal“ heißen.
Dr.-Ing. Bernhard Thies (pressefoto: vde[1])Zu einem Vortrag über das Thema „Energiewende – Technische Grundlagen“ lädt die Briloner Bürger-Liste (BBL) alle Interessierten für Freitag, 15. März, um 19:30 Uhr in das Hotel Rech ein. Referent ist Dr.-Ing. Bernhard Thies. Er wohnt in Brilon und ist u.a. Lehrbeauftragter am Institut für Hochspannungstechnik der RWTH Aachen.
Thies war Sprecher der Geschäftsführung der vom VDE getragenen Normungsorganisation DHE (VDE|DKE). Drei Jahre war er zudem Präsident von CENELEC, des europäischen Komitees für elektrotechnische Normung. Ab Januar 2019 wählten die Delegierten Thies zum stellvertretenden CENELEC-Präsidenten, so dass er weiterhin in der Spitze dieser wichtigen internationalen Organisation tätig ist.
Im Vortrag geht es u.a. um die Grundlagen der Stromerzeugung, die Möglichkeiten zur Speicherung und Übertragung von Elektrizität, um Energieeffizienz und um die regionalen Optionen in Brilon. Weitere Themen sind Digitale Transformation, Energiewende und Klimaschutz.
Nach dem Referat besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Arnsberg. Auf Initiative des heimischen Bundestagsabgeordneten, Dirk Wiese, präsentiert sich der Deutsche Bundestag in der Zeit vom 25. März bis 28. März 2019 mit seiner Wanderausstellung im Foyer des Rathauses der Stadt Arnsberg (Rathausplatz 1, 59759 Arnsberg).
(Pressemitteilung der SPD HSK/Dirk Wiese)
Auf einundzwanzig Schautafeln werden die wesentlichen Informationen über die Aufgaben und die Arbeit des Parlaments sowie der Abgeordneten anschaulich präsentiert.
Ein Multifunktionstisch und ein Computerterminal laden zusätzlich ein, Filme, multimediale Anwendungen und den Internetauftritt des Bundestages anzuschauen. Außerdem liegt Informationsmaterial zur Mitnahme bereit.
Zum Besuch dieser Ausstellung während der Rathausöffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.
Besonders geeignet ist die Ausstellung als außerschulischer Lernort für Schulklassen etwa ab der 8. Klasse. Ergänzend zur Ausstellung werden für Gruppen von maximal 30 Personen Vorträge mit Diskussionsrunden angeboten. Diese werden von einer Honorarkraft des Deutschen Bundestages durchgeführt. Dazu ist eine Terminvereinbarung nötig.
Interessierte Schulen oder Lehrer setzen sich zur Koordination bitte mit Jens Hahnwald im Rathaus in Verbindung (Telefon: 02932/2011443 oder per Mail: fraktion@spdarnsberg.de).
Leuchtturm für den Tourismus oder Euro-Grab? Die Winterberger Bobbahn. (archivfoto: zoom)
Die Sauerländer Bürgerliste/FW (SBL/FW) hat an den Landrat des Hochsauerlandkreises eine Anfrage zum Besuchermangel sowie weiteren Problemen bei der Rennrodel-WM in Winterberg gestellt.
Radio Sauerland hätte darauf hingewiesen, dass die erwarteten Besucherzahlen bei der WM auf Grund des schlechten Wetters leider weit hinter den Erwartungen zurück geblieben seien.
Weiterhin habe es Probleme mit den zugesagten Eintrittskarten und VIP-Karten gegeben: „Bei der Abholung einer vorher zugesagten Eintrittskarte war z.B. von der zweiten bestellten und vorab schriftlich bestätigten Karte für den Ehegatten des Besuchers nichts bekannt und diese Eintrittskarte war leider nicht vorbereitet.“
Weiteren Personen, die unmittelbar vor der Veranstaltung im Akkreditierungsbüro (Rathaus) die bestellten und bestätigten Karten abholen wollten, wäre es ähnlich ergangen.
Die Sauerländer Bürgerliste stellte, um die Sachverhalte zu klären, in der vergangenen Woche folgende Fragen an den Landrat des HSK:
1. Wie viele Besucher wurden laut Planung erwartet und wie viele Besucher sind an den 3 Tagen zur Veranstaltung gekommen (pro Tag)?
2. Wie viele Eintrittskarten wurden je Veranstaltungstag verkauft?
3. Wie viele Ehrengastkarten und wie viele VIP-Karten (bitte getrennte Aufstellung) wurden den Mitgliedern des Kreistages und je Fraktion zur Verfügung gestellt?
4. Sind Ihnen weitere Probleme von anderen Personen bezüglich der Abholung reservierter Karten bekannt?
5. Worin lagen die Ursachen für die Probleme bei der Abholung der zugesagten Karten?
Im Blog werden wir, sobald verfügbar, die Antwort des Landrats veröffentlichen.
Stay tuned.
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