Hier fort, dort da…

Zwischenstation in Marburg (foto: zoom)

Ich bin gerne unterwegs, und diesmal haben wir uns das Allgäu rund um Hindelang, sorry Bad Hindelang, vorgenommen. In Marburg, welches bekanntlich auf dem Weg in die Alpen liegt, habe ich eine kleine Pause eingelegt. Ein paar Schritte, ein Foto und weiter ging es.

Fast, aber auch nur fast wie im Sauerland. Am Abend auf dem Balkon in Hindelang. (foto: zoom)

Auch an und in den Alpen ist es drückend warm. Die Luft ist schwül und der Dunst vernebelt die Fotos. Den Schleier bekommt auch die Photosoftware nicht komplett herausgerechnet.

Blick zurück ins Tal (foto: zoom)

Gleich am ersten Tag haben wir uns eine Wanderung zum Schrecksee auf 1813 Meter Höhe herausgesucht. Die 900 Meter Anstieg bei molligen Temperaturen waren nicht allzu schlimm. Bis auf ein flacheres Mittelstück führt der Weg kompromisslos nach oben. Hoch geht es immer irgendwie.

Rangeleien auf dem Wanderweg (foto: zoom)

Die Kühe auf dem Wanderweg sind harmlos, die Rangelei auf dem Foto ging schnell vorüber. Die Tiere wichen uns Wandernden zügig aus.

Am Ziel, der Schrecksee (foto: zoom)

Zur Mittagszeit erreichten wir den See, leider ohne Badesachen. Andere Wandernde waren besser ausgerüstet und hielten es im Badeanzug bzw. mit Badehose wenigstens ein paar Minuten im kalten Bergwasser aus. Ganz Mutige sind auf die Insel hinüber geschwommen.

Nach den Anstrengungen des Aufstiegs, folgten für mich die weitaus größeren Mühen des Abstiegs. Die Wege waren voller Schotter und Steine, und wenn ich auf einem solchen Untergrund steil hinunter steigen muss, schlottern mir die Beine. Die Sonnencreme lief vermischt mit Schweiß in meine Augen und brannte fürchterlich. Bergab musste ich mich ausschließlich auf den Untergrund konzentrieren, während die geübten „Bergziegen“ locker an mir vorbei huschten. Kein Blick blieb für die Landschaft.

Mit Geröll werde ich mich in diesem Leben nicht mehr anfreunden.

Zurück im Hochsauerland: Ausgeblendet/Eingeblendet

Sonntagmorgen: Blick aus dem Fenster (foto: zoom)

Drei Tage war ich aus dem Hochsauerland verschwunden und habe mich mit einer Reisegruppe im Südwesten Deutschlands herumgetrieben. Das Notebook hatte ich zwar mitgenommen, aber das Programm war so dicht, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin.

Schreiben sollte man mit einer gewissen Distanz. Der Abstand zu den vielen kleinen und großen Eindrücken fehlt mir und ich habe momentan auch keinen Ehrgeiz ihn herzustellen.

Darum beginne ich am Ende. Die letzte Rast auf der Heimfahrt war Frankfurt am Main. Gut drei Stunden hatten wir zur freien Verfügung. Mein Plan war es, auf einen Kirchturm zu klettern (Aussicht auf die Bankenhochhäuser), im Anschluss am Main die Seele baumeln zu lassen und noch fix etwas Kleines zu essen.

In Frankfurt feierte man an diesem Sonntag das Museumsuferfest 2023. Das gemütlich Bummeln habe ich beim Anblick der vielen Menschen augenblicklich gestrichen und mich in eine Sonderausstellung im jüdischen Museum verkrochen: Ausgeblendet / Eingeblendet – Eine jüdische Filmgeschichte der Bundesrepublik.

Der Eingang zur Austellung (foto: zoom)

Zitat aus der Pressemitteilung des Museums:

Die Geschichte der jüdischen Filmschaffenden in der Bundesrepublik Deutschland wurde bislang weder zusammenhängend untersucht noch dargestellt. Die Ausstellung „Ausgeblendet / Eingeblendet“ möchte das ändern. Sie setzt den Ausblendungen jüdischer Biografien das Einblenden der jüdischen Erfahrung im Werk und Wirken jüdischer Filmschaffender entgegen. „Ausgeblendet / Eingeblendet. Eine jüdische Filmgeschichte der Bundesrepublik“ präsentiert erstmalig die Lebenswege und Karrieren von jüdischen Produzentinnen und Produzenten, Regisseurinnen und Regisseuren sowie Schauspielerinnen und Schauspielern, die mal am Rande mal im Zentrum der bundesdeutschen Filmproduktion von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung stehen.

Diese kleine Ausstellung hat mich so sehr gefesselt, dass ich am Ende kaum mehr Zeit hatte, mir etwas Wegzehrung zu kaufen.

Mein Tipp: Hingegehen. Angucken. Nachdenken.

Da ich mit dem Nachdenken noch nicht fertig bin (s.o.), höre ich an dieser Stelle auf und versuche, mich in die Routinen des Hochsauerlandes einzufädeln.

An der Stadtbefestigung: (M)ein Revier oder wie könnte die Bildunterschrift lauten? (foto: zoom)

Das Wochenende in zwei Bildern

Just chill… wird gemacht! (foto: zoom)

Schreibfaul wie ich heute bin, habe ich mir zwei Bilder vom Wochenende herausgesucht, die meiner Stimmung zumindest in Teilen entsprechen.

Genug der Worte. So ist es gewesen!

Bei Lötmaringhausen. Mit grasenden Rindern sieht es dort aus wie im Allgäu. Wo sind sie nur gewesen? (foto: zoom)

Pausenbild: Summertime

Ob man sich solch einen Bauwagen nach Löwenzahn-Art in den Garten stellen darf?

Wie die Überschrift schon andeutet, muss ich mich mehr um den Sommer, als um das Blog kümmern.

In Stichworten: Radfahren, lesen, spazieren gehen, Ausflüge in andere Städte…

Es geht hier aber demnächst weiter.

Ach so, heute ist der erste Tag des dreiwöchigen Stadtradelns:

https://www.schiebener.net/wordpress/stadtradeln-2023-mit-grosser-resonanz-750-teilnehmer-170-teams-anmelden-noch-moeglich/

Wie überwintern die Weinbergschnecken eigentlich?

Die Sonne scheint, es ist noch feucht vom Regen in der Nacht. Die Weinbergschnecken kommen aus ihren Verstecken. (foto: zoom)

Endlich hat der Regen aufgehört. Die Sonne scheint. Ich zupfe Grünzeug aus den Ritzen zwischen den Platten auf dem Balkon. „Du hast Besuch!“, mein Nachbar zeigt auf eine Weinbergschnecke, die sich den Weg hinauf raspelt.

„Weißt du, dass das Zwitter sind?“, rufe ich voller Begeisterung. „Den Liebespfeil mussten wir im zoologischen Praktikum herauspräparieren.“

Weinbergschnecken sind Zwitter, das heißt, jedes Tier produziert männliche und weibliche Keimzellen. Die Schnecken können sich jedoch nicht selbst befruchten. Es kommt vielmehr zu einem Liebesspiel zwischen zwei Tieren, bei dem sich beide Schnecken – Fuß an Fuß – gemeinsam aufrichten und sich gegenseitig etwa elf Millimeter lange so genannte Liebespfeile in ihre Körper treiben, die, mit einem stimulierenden Sekret bedeckt, den Paarungserfolg steigern. Gleichzeitig erfolgt die nicht immer wechselseitige Begattung.

Der Nachbar ist wenig beeindruckt. Ihn treibt eine andere Frage um: „Wie überwintern die Viecher eigentlich?“

„Ja, ähhh… erwischt. Da gucke ich noch mal genauer nach.“

Also hier kommt die Auflösung:

Den Winter verbringen die Weinbergschnecken in einer Kältestarre. Nachdem sie sich einen Nahrungsvorrat angefressen haben, verkriechen sie sich in der Erde und ziehen sich in ihr Gehäuse zurück. Die Schalenöffnung verschließt die Schnecke mit einem Kalkdeckel, der im Frühjahr beim Ausschlüpfen wieder abgestoßen wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbergschnecke

Eigentlich sind Weinbergschnecken als wärmeliebende Art in Mittel- und Südeuropa zuhause. Die Art gilt bei uns als Kulturfolger. Durch Verschleppung sind sie auch auf kalkärmeren Böden zu finden. Die Tiere können in der Natur fünf bis acht Jahre alt werden, in Gefangenschaft bis zu 30 Jahren (Kosmos Tierführer, 1996, S. 248).

Zu Speisezwecken werden sie schon seit der Römerzeit genutzt. Helix pomatia, so der wissenschaftliche Name, wird fast ausschließlich im Freiland gesammelt, da eine Massenzucht bislang nicht gelungen ist (ebda.).

Glücklicherweise lebe ich vegetarisch und teile mir mit den Schnecken das essbare Grünzeug im Garten. Wir leben in friedlicher Koexistenz.

Sonntagsbild: Stairway to Heaven oder Bedürfnisanstalt?

Wohin führen diese Stufen? (foto: zoom)

Die Stufen sind ganz hübsch anzuschauen. Sie führen hinauf in die Altstadt von Marburg. Wir haben sie statt des Aufzugs genutzt, um an der frischen Luft zu bleiben.

Frische Luft? Der Aufgang roch stellenweise recht streng nach Urin, ein scharfer Kontrast zur LGBTQIA+-Treppe. Das Aroma hat wahrscheinlich folgendes Graffito im selben Treppenaufgang oder Abgang – die Richtung bestimmt den Begriff – inspiriert:

Entschuldige, deine Toilette ist in einem anderen Schloss (foto: zoom)

Ein paar hundert Meter weiter kann man/frau es sich auf der Unisex-Toilette des Cafés Roter Stern neben der Buchhandlung gemütlich machen und sich nebenbei politisch bilden. Ach diese Sticker-Kultur!

„great place to make a wish“ (foto: zoom)

Einen schönen Sonntag wünsche ich noch. Möge euch der Regen verschonen. Meine Blumen brauchen ihn allerdings.

Bloggen in den Ferien? Es ist einfach zu viel los.

Auf dem Weg zum LWL-Museum für Naturkunde am Aasee in Münster (foto: zoom)

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in der Urlaubszeit etwas mehr und konzentrierter zu bloggen. Aber leider macht mir das Leben einen Strich durch die Rechnung: es passieren zu viele interessante Dinge, so dass mir kaum Zeit bleibt, das Blog zu betreuen, geschweige denn Artikel zu schreiben. Der Stoff ist da, aber die Zeit ist knapp.

Die Bücher, die ich gerade lese – keine Muße für eine Rezension. Museen und Austellungen, gelungene, mittelmäßige und schlechte – wo bleiben die Stunden für einen Artikel? Der Wald im Sauerlandmuseum, die Kanzler*innen-Karikaturen im Hallenberger Kump, die Klimakrise im Naturkundemuseum Münster, Radtouren, Bahnfahrten, Spaziergänge und was beim Reisen selbst – der Weg ist das Ziel – noch geschieht, bleibt vorerst ungeschrieben.

Wenn nichts passieren würde, hätte ich Zeit zum Schreiben.

Weitere Litanei erspare ich euch. Den ein oder anderen Satz hinterlasse ich im Fedivers bei Mastodon, aber auch dort immer weniger.

Irgendwann ist der schönste Urlaub zuende. Bis dahin…

Der Rest vom #FensterFreitag

Die Brüder Grimm als Wandbild auf einer Hausfassade (foto: zoom)

Wahlen in Spanien, Waldbrände auf Rhodos und Friedrich Merz reicht der AfD die Hand – ich habe schlechte Laune.

Das Bild habe ich vor ein paar Tagen für den #FensterFreitag auf Mastodon in Kassel aufgenommen. Es zeigt auf einem überdimensionalen Wandbild die Brüder Grimm.

Was haben die Grimms mit Kassel zu tun?

Jacob und Wilhelm zogen 1798 nach Kassel. Hier besuchten sie das Gymnasium, das damals „Lyceum Fridericianum“ hieß. Die Mutter und die übrigen vier Geschwister blieben in Steinau. Nach dem Ende ihrer Schulzeit gingen Jacob und Wilhelm nach Marburg, um dort Rechtswissenschaft zu studieren.

In Marburg begannen sich Jacob und Wilhelm für die deutsche Sprache und Literatur zu interessieren. Sie wohnten zusammen in einem Haus in der Barfüßerstraße, das heute noch steht. 1806 kehrten sie nach Kassel zurück.

http://www.grimms.de/de/content/wer-waren-die-br%C3%BCder-grimm

Alles weitere auf der oben verlinkten Seite der Brüder Grimm-Gesellschaft.

Was haben Jacob und Wilhelm Grimm mit meiner schlechten Laune zu tun? Eigentlich nichts. Ich versuche mich nur ein wenig abzulenken, indem ich Bilder aus der vergangenen Woche sortiere.

Mal schauen, wie die Welt morgen aussieht.

Mit dem schlechtesten Objektiv auf Vogeljagd

Es ist dann doch nicht der Rotmilan geworden. (foto: zoom)

Gestern habe ich mich durch die Blogs und Websites geklickt, um zu lernen, wie man am besten Vögel fotografiert. Ich möchte auch mal einen Eisvogel präsentieren können.

Der erste Gedanke war, dass ich mir stante pede ein schönes neues Teleobjektiv kaufen sollte. Der zweite Gedanke lautete: Quatsch! Erreiche doch erst einmal die Grenzen deiner momentanen Ausrüstung! Deine Hardware kann schon heute zehn Mal mehr als du selbst.

Also habe ich in der Fotokiste gekramt, ein altes Tamron 18 – 200 mm gefunden und auf die Kamera geschraubt. Die Verschlusszeit habe ich auf 1/500 vorgewählt, die Brennweite bei 200 mm, Blende offen und ISO, wie das Rauschen kommt. Schluss mit dem Materialfetischismus!

Das Wetter war schlecht, meine Erwartungen niedrig, aber letztendlich hat das Fotografieren Spaß gemacht, obwohl sich weder Eisvogel noch Rotmilan, geschweige denn eine Blau- oder Kohlmeise, sehen ließen.

Am Ende des Spaziergangs kam ich mit einem Schmetterlingsfoto nach Hause: Grünader-Weißling – Pieris napi, Imago. Das Geschlecht kenne ich nicht. Sie oder er hockt auf einem Wald-Storchschnabel. Der ist momentan überall zu sehen.

Die Vögel werde ich auch noch finden.

Damit habe ich nicht gerechnet: FCK NZS aus dem Kaugummiautomaten

Sieht aus wie die Vierlingsausgabe eine Kaugummiautomaten meiner Kindheit (foto: zoom)

Manchmal entdecke ich auf meinen Bildern Details, die mir bei der Aufnahme des Fotos nicht aufgefallen sind, weil ich etwas völlig anderes im Sinn hatte. Ein vierfacher Kaugummi-Automat in Rosarot – Barbie und Ken lassen grüßen.

Schnell das Smartphone gezückt, ein hastiger Druck auf die Kamera-App und dann schnell die Gruppe einholen.

Gerade habe ich mir das pixelige Bild genauer angeschaut. Was kann man sich wirklich für einen Euro aus der Maschine drehen? Keine Kaugummis, sondern Buttons („Kassel ist schön“), Perlenarmbänder, Stickies und noch mal einen Button: FCK NZS.

Dabei hatte ich gestern ein paar Euro-Münzen in der Hosentasche. Ich hätte mir also etwas Passendes aussuchen können. Nun gut lieber Automat, ich weiß, wo du stehst. Ich komme wieder.