Der Stadtparksee in Hamburg heute Nachmittag: Wasser 20°C, Schwimmerschar überschaubar (foto: zoom)
Ich habe heute meine Laufrunde im Hamburger Stadtpark absolviert und die Badeanstalt „Stadtparksee“ gecheckt.
Das Wasser habe 20°C sagten die Mitarbeiter, 22°C stehen auf der Website des Bäderland Hamburg. Egal – morgen hat das Bad ab 11 Uhr geöffnet, Zeit um den Stadtparksee zu testen oder „the proof of the pudding is the eating of the pudding“. Kostet 3 € Eintritt.
Öffnungszeiten: Mo – So 11.00 – 20.00 Uhr, bei schönem Wetter bis 21 Uhr.
Bei unbeständiger Wetterlage sind kurzfristige Änderungen der Öffnungszeiten möglich. Je nach Wetterlage ist es ebenfalls möglich, dass sich die Öffnungszeiten am Stadtparksee auf 21.00 Uhr verlängern.
Diese Einrichtung zählt auch zu dem Betreiber Bäderland, der den Großteil der Schwimmbäder in Hamburg betreibt.
Ich schwöre, dass vorne und hinten blauer Himmel war und sich über uns die Schleusen des Himmels öffneten (fotos: zoom)
Nachdem ich dieses Jahr schon drei Mal an Neheim vorbeigeradelt war, ohne mir die Innenstadt anzusehen, wollten wir heute nach einem stressigen IKEA-Besuch bei blauem Himmel, weißen Wolken und angenehm kühlen Temperaturen in einem Eis-Café nahe der Kirche in der Neheimer Fußgängerzone entspannen.
Es war gewissermaßen ein lang aufgeschobener Pflichtbesuch, weil unser Blog freundschaftliche Beziehungen zum Blog Neheims-Netz pflegt.
Das Auto, vollgepackt mit Billy-Regalen und einem ebenso albern getauften Schreibtisch, dessen Namen ich vergessen habe -irgendwas mit „M“- haben wir unterhalb des Krankenhauses geparkt und …
… welch eine belebte und unerwartet große Einkaufsstraße; die hatte ich so im Hochsauerland nicht erwartet
Leider plädderte irgendeine Regenwolke genau zwischen Krankenhaus und Kirche auf die „Shopping-Zone“, während vorn und hinten der Himmel in blauestem Blau mit weißen Wolken erstrahlte.
Neheim! Ich nehme das persönlich 😉
Wir sprangen von Markise zu Markise Richtung Kirche, suchten zwischendurch Schutz in der Mayerschen Buchhandlung und fanden schlussendlich sämtliche Tische in der Eisdiele besetzt.
Menschen, Menschen überall Menschen. Wohin ich mich auch wendete – irgendjemand stand mir immer im Weg. Ich war definitiv im „Land-Ei“-Modus, und Neheim lässt sich nicht mit Winterberg, Olsberg, Meschede oder Arnsberg vergleichen. Neheim riecht schon stark nach Stadt.
Wir haben dann ein Eis im Hörnchen auf die Hand genommen und sind von Markise zu Markise zurück zum Parkplatz gehüpft.
Work Out, Work Out, Work Out, Work Out … habe trotzdem nichts gekauft.
Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass der Regen jenseits der Neheimer Fußgängerzone jäh versiegte und wir die Stadt unter einem blauen Himmel mit weißen Wolken verließen?
Am Wochenende, so konnten wir auf den vielen Plakaten lesen, findet in Neheim das Jägerfest statt. Es scheint ein wichtiges Ereignis im Kulturleben der Stadt zu sein, irgendwas mit Bayern. Die trinken ja auch ganz gerne viel Bier auf der Festwies’n.
Der Bayerische Abend findet am 15. August im Rahmen des Jägerfests statt.
Ein paar Stunden vor dem Wetterumschwung heute im Freibad Meschede: sonnige 50 Meter. (foto: zoom)
Das Frei- und Hallenbad Meschede ist 24 Kilometer von Siedlinghausen entfernt. Leider. Denn so komme ich nur selten dazu, im klassischen 50-Meter-Becken zu schwimmen. Heute passte es.
Auf dem Bild ist im Hintergrund das Hallenbad zu sehen. Am Ende des Beckens der Sprungturm mit „5er“- und „3er“. Rechts daneben das 1-Meter-Brett. Wassertemperatur 24°C. Schwimmen konnte man sowohl im Frei- als auch im Hallenbad.
Im Mai vorigen Jahren hatte ich einen Bericht mit den wesentlichen Informationen geschrieben. Die Eintrittspreise sind gleich geblieben, der Rest des alten Artikels trifft heute ebenfalls zu.
Die Überschrift damals: „Schwimmbefehl: Freibad Meschede!“
Der erste Eintrag ging um Clement, ja Clement. (Foto: zoom)Vor vier Tagen ist das Blog 6 Jahre alt geworden. Wir sind jetzt gewissermaßen schulpflichtig. Die Zeit der Unschuld ist vorbei. Wir müssen lernen.
In einem Kommentar habe ich Florian Otto einen Tag vor dem Geburtstag unter anderem Folgendes geschrieben:
„Wir als BlogerInnen, Nutzer sogenannter sozialer Medien usw. sind keine Alternative zum Journalismus, wir sind zuallererst die veränderte Wirklichkeit selbst.
Mein Blog ist, das habe ich mal irgendwo in den Anfängen vor sechs Jahren formuliert, ein hyperlokaler halbwegs intelligenter Stammtisch, keinesfalls ein Ersatz für die Tagespresse.“
Das war schon von Beginn an mein Standpunkt, obwohl ich mir darüber keine Gedanken gemacht hatte. Das Blog, eigentlich ja Weblog, Web-Tagebuch, ist mit kleinen Einträgen ohne Bilder gestartet.
Viele Links auf andere Websites und Blogs in den Beiträgen sind inzwischen kaputt, unsere Beträge sind immer noch zu erreichen. Darauf bin ich ein wenig stolz.
Ich habe gerade „unsere“ geschrieben, weil im Laufe der Zeit Menschen dazu gekommen sind, um im Blog ihre eigenen Gedanken zu äußern, einige regelmäßig, andere nur sporadisch.
Vielen Dank den großartigen AutorInnen und KommentatorInnen des Blogs, ebenfalls den Facebook-, Twitter- und Google+- Freunden.
Den Titel „Zoom – Das Sauerland und mehr“ habe ich damals aus dem Bauch heraus gewählt, beschreibt aber auch nach sechs Jahren noch das Blog genau so gut wie am ersten Tag. Jeder Mensch kann von dem Ort an dem er seinen Lebenmittelpunkt hat „zoomen“. Wie das geht kann jede LeserIn im Blog nachlesen.
„LeserIn“ – das Binnen-I gefällt mir eigentlich sehr gut. Manchmal verwende ich es, manchmal nicht. Die Sprache ist im Fluß oder im Fluss 😉
Was mich am meisten bewegte, waren die lokalen Medien, die Entwicklung der WAZ-Gruppe (heute Funke) und dann später das große „Lügengebäude“ namens „Oversum“, zuerst „Aquasphere“.
Viele der Fragen, die ich vor 6, 5, 4, … Jahren hatte, sind auch heute noch nicht beantwortet.
Fragen aufwerfen, Antworten suchen – eine weitere Motivation das Blog zu betreiben.
Wichtig ist für mich die Vernetzung mit anderen Blogs und Websites. Deswegen stelle ich regelmäßig eine „Umleitung“ zusammen, ein kleiner Widerstand gegen den Versuch von Facebook und Co., die Internet-Kommunikation zu kannibalisieren.
In den ganzen sechs Jahren habe ich zwei Artikel löschen müssen, eine Fremdübernahme und einen eigenen Artikel. Letzteren wegen einer Abmahnung.
Abmahnungen sind für einen Blogger die Pest, sie verletzen das Ehrgefühl, kosten Geld und werden in ihrer juristischen Komplexität vom „Normal-Leser“ nicht unbedingt durchschaut.
Bloggen macht Spaß, wenn man es als Experiment begreift. Die Lernkurve ist steil: viele Menschen, viele Ereignisse, viele Meinungen …
Inzwischen nutze ich auch die sozialen Medien wie Facebook und Twitter, aber die Homebase war, bleibt und ist das Blog.
Zum Schluss die Statistik: Bis jetzt geht es stetig bergauf. Screenshot der WordPress-Statistik.
Gehören grüne Wiesen wie hier im Dezember 2013 bald der Vergangenheit an? Der „Snowmaker“ soll es möglich machen. (archiv: zoom)
Ab Dezember 2014, so die WP in einem Bericht vom 5. August, könnten im Winterberg Skigebiet Schneekanonen in Betrieb gehen, die auch bei Plusgraden Schnee produzieren.
Natürlich geht es hier nicht nur um Winterberg, Winterberg ist ein Puzzlestück in einem großen Spiel: Wie die amerikanische Wirtschaftszeitung Bloomberg Businessweek berichtet, ist die Produktion von künstlichem Schnee mittlerweise ein milliardenschwerer Industriezweig geworden.
Die Hälfte der Österreichischen Skigebiete wird mit „falschem“ Schnee besprüht. Dabei benötigen die Skikanonen rund 468 Liter Wasser pro m² des teuren Weiß, dies entspricht ca. 200.000 Liter für gut die Hälfte eines Fußballfeldes. (Im Original: 500 000 gallons/acre of artificial snow)
Schneemacher in den Alpen verbrauchen laut Bloomberg Businessweek inzwischen mehr Wasser als Wien, eine Stadt mit 1,7 Mio. Einwohnern.
Dennoch können selbst in den Alpen herkömmliche Skikanonen eine auf Wintersport basierende Wirtschaft nicht mehr sichern. Die Schneeproduzenten traditioneller Bauart sind zu anfällig für Störungen. Sie benötigen Frost. Luftfeuchtigkeit über 70% mögen sie ebenso wenig wie Wind.
Schon vor einiger Zeit begannen Pitztal und Zermatt, die Vakuum-Technik der Firma IDE-Technology einzusetzen. Die Liftbetreiber können mit Hilfe dieser Technik Schnee bei jeder Außentemperatur produzieren. Auf chemische Zusätze kann nach Angaben der Firma verzichtet werden.
So soll „Snow2Go“ nach Angaben des Produzenten aussehen. (Screenshot 07.08.2014; zum vollständigen Flyer bitte anklicken)
Waren die Schneemacher in Österreich noch riesig, so soll in Winterberg die neue, kleinere Variante der bereits in den Alpen und Nordamerika eingesetzten Snowmaker getestet werde, ein Schneemacher mit dem Namen „Snow2go“.
Zur Anlage gehört ein „Freezer“ von der Größe eines Containers. Er kühlt das Wasser herunter. Im Kühlraum, so IDE, wird das Wasser einem Vakuum ausgesetzt. Das Vakuum lässt einen kleinen Teil des Wassers verdunsten, während das übrige Wasser gefriert und eine Wasser-Schnee Mischung ergibt.
Diese Mischung wird anschließend vom „Freezer“ in die „Snow Gun“ gepumpt, welche das Wasser von den Schneekristallen trennt.
Nach Angaben der Firma IDE kann der “VIM 100 All Weather Snowmaker” pro Tag 200 m³ hochwertigen Schnee bei jeder Außentemperatur produzieren.
(Zur Verschaulichung: Wollte man beispielsweise 100 m mal 100 m beschneien, so erhielte man nach einem Tag eine 2cm hohe Auflage. Bei 4,5° C könnte der Schneemacher 112 Tonnen Schnee herstellen.)
Der Stromverbrauch liegt ungefähr beim Sechsfachen einer regulären Schneekanone. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Künstlicher Schnee verbraucht enorme Mengen an Wasser und Energie.
Technische Daten des All Weather Snowmakers nach Angaben von IDE. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Durch die Unabhängigkeit der Schneeproduktion von der Außentemperatur könnte schnell der Wunsch bei Liftbetreibern, Hoteliers und Skibegeisterten aufkommen, die Skisaison bereits im Herbst beginnen zu lassen und bis in das Frühjahr auszudehnen.
Wintersport völlig unabhängig von der Jahreszeit scheint eine durchaus realistische Option geworden zu sein. Die Frage stellt sich: Wollen wir, will Winterberg Ski-Tourismus um jeden Preis?
Innen Karstadt, draußen Bus des Christopher-Street-Days (fotos: chris)
Hamburg an einem Samstag im August:
Während die Hamburger die Schulferien nutzen, um sich auf Mallorca, Samos, Neufundland oder Tasmanien zu erholen, strömen die Touristen in die Stadt.
Hamburg zeigt sich von seiner besten Seite: Sonne, 28 Grad und Veranstaltungen, wohin man schaut: Christopher-Street-Day Parade rund um die Binnenalster; St Pauli spielt am Millerntor. Ganz in der Nähe ist Dom (Norddeutsch für Kirmes) und am Hafen sammeln sich Kreuzfahrtschiffe zu den Cruise Days.
Bei solchem Wetter sollte jeder vernünftige Mensch ins Schwimmbad gehen, aber die Hamburg-Besucher wollen lieber „shoppen“. Also ab in die Stadt.
Wir starteten am Hauptbahnhof, beim größten Saturn der Welt, oder Deutschlands oder so.
Vor Saturn wummert aus den Boxen des CSD-Wagens Helene Fischers ‚Atemlos‘. Bei diesen Temperaturen nicht ganz falsch.
Saturn ist voll auf die Schwulenparade eingestimmt und hat die Filme fürs homosexuelle Publikum und Freunde ins Zentrum der DVD-Sammlung gerückt.
Saturn ist vorbereitet auf den CSD.
Auch das Alsterhaus lässt sich nicht lumpen und flaggt in den Farben des Regenbogens.
Das Alsterhaus am Jungfernstieg vor Eintreffen der Christopher-Street Parade.
Am Jungfernstieg begegnet uns die CSD-Parade ein letztes Mal und verabschiedet sich erneut mit Helene Fischers Hit.
Idyll mitten in Hamburg.
Die Hitze hatte uns zugesetzt. Für Dom und Cruise Days reichen unsere Kräfte nicht mehr.
Ganz in der Nähe des Jungfernstiegs finden wir diesen wunderbaren Ort (siehe Bild) mit schattenspendenden Bäumen, bunten Blumen, großzügigen Wiesen und angenehmer Ruhe.
Rätselfrage: Wo ist dieses Idyll mitten in der Stadt?
Wulmeringhausen liegt seit kurzem am See. (K)ein Scherz. (fotos: zoom)
Jeden Morgen fahre ich mit dem Rad durch Wulmeringhausen im Negertal zur Arbeit. Ein ruhiger Ort im Hochsauerland, besiedelt mit meist ruhigen, netten und kirchentreuen BürgerInnen.
Wulmeringhausen hat drei Ortseingangsschilder. Heute ist dort zwischen den Ortsnamen und die Angabe der Stadt „Olsberg“ auf allen drei Schildern fein säuberlich ein „am See“ eingefügt.
Wulmeringhausen am See? An der Neger ja, aber am See? Ein Tretbecken haben sie dort, eine Feuerwehr, einen hübschen Kirchturm mit Uhr, eine Freitagspizzeria, aber einen See?
Ab heute bis zum Vogelschießen am Montag feiert der kleine Ort sein Schützenfest. Gleich am Abend das Kränzen und dann … also bitte wirklich mit Tempo 30 durch Wulmeringhausen fahren. Von Olsberg kommend Kirche links und Schützenhalle rechts, denn der Wulmeringhauser könnte an solch‘ hohen Festtagen auch mal ins Taumeln geraten.
Auf dem Weg nach Olsberg habe ich angehalten und ein paar Leute gefragt, was dieses „am See“ auf dem Ortsschild zu bedeuten habe.
Die Antworten:
„Was!? Das habe ich noch gar nicht gesehen. Nein, das weiß ich auch nicht?“
„Vielleicht irgendwas mit Brunskappel. Die sollten doch mal geflutet werden.“
„Was sagen Sie da? Am See? Nein aber auch.“
„Vielleicht hat das was mit Elkeringhausen zu tun. Die haben eine Konkurrenzveranstaltung und einen See.“
Ich bin mir ziemlich veräppelt vorgekommen. Normalerweise sieht der Sauerländer auf 1000 m das Unkraut in den Fugen deines Hauseingangs, aber die Veränderung an drei Ortsschildern will niemand bemerkt haben.
Nein, da stimmt was nicht. Die Wulmeringhauser haben etwas vor.
Nachdem die frommen Leute aus dem Negertal 100% dicht gehalten hatten, habe ich mich dann lieber bei der Konkurrenz im Nachbartal erkundigt und einen Wiemeringhauser aus dem Ruhrtal gefragt.
„Was? Das ist doch ganz klar, was die vorhaben! Also ich denke mal die planen irgendwas mit …. Sie kennen das doch aus … “
Das könnte es sein, habe ich mir gedacht und bin noch über Assinghausen gefahren, um zu sehen, ob auch das dritte Ortsschild den Zusatz „am See“ hat.
Kenner und Freunde der friesischen Inseln wissen natürlich, dass es sich bei Nebel und Norddorf um zwei Gemeinden der Nordseeinsel Amrum handelt.
Im Friesen-Cafe empfehlen wir die Friesentorte – was sonst? Das für Friesland tyische Uthlandhaus besteht aus Mauerwerk aus rotem Ziegelstein (nicht zu sehen), Reetdach sowie weiß- oder blaugestrichene Fensterrahmen und Türen (gut zu erkennen).
Früher waren Stall und Wohnraum innerhalb des Gebäudes untergebracht. Das Haus bot durch eine tragende Holzkonstruktion im Inneren eine zusätzlichen Schutz bei schweren Sturmfluten.
Kniepsand in Norddorf.
Der Kniepsand ist der Insel Amrum vorgelagert, ein 15 km langer und bis zu 1,5 km breiter Sandstrand, der als natürlicher Küstenschutz dient. Durch diesen Sandstreifen, der Dünen und Meer voneinander trennt, muss der Amrumurlauber oft große Entfernungen zurücklegen, bis er endlich in die kühle Nordsee eintauchen kann. Denn jeder Nordseeurlauber weiß:
Bi de Ebbe is de wader nich dor, wenn dat wader weder dor is hebt wi Flut. Dat is so wi dat is.
Der Emscherradweg ist an manchen Stellen ziemlich schlecht beschildert. Viele Ausschilderungen sind für einen Fernreise-Radler völlig sinnlos. Was sollte mir beispielsweise „Alt-Oberhausen 3,2 km“ sagen, wenn ich zum Gasometer, zum Landschaftspark Nord oder einfach nach Bochum Stadtmitte will?
Dann gibt es im Ruhrgebiet ein weiteres Problem. Du kannst niemanden nach dem Weg zu einem entfernteren Ziel fragen und erwarten, dass du eine eindeutige Antwort bekommst. In seinem Flickenteppich von Städten und Ortsteilen blickt der Ruhrgebietler selber nicht mehr durch.
Da stand ich also gestern an der schlecht ausgeschilderten Ecke und wollte mich auf der Karte informieren, wie ich den nun weiterradeln müsste. Ich kann Karten lesen. Ich bin ein Mensch des analogen Zeitalters. Ich bin da richtig gut drin.
Aber die Graffiti auf der sehr detaillierten Karte hatte aus der HOAG-Tafel (siehe Bild) einen für mich unleserlichen Datenmüll gemacht.
Mensch, war ich sauer!
Zum Glück saß da noch ein älteres Ehepaar, selber Radler, auf einer Bank. Die beiden waren sehr nett, sie konnten mir auch nicht weiterhelfen, der Landschaftspark wäre sehr wahrscheinlich nicht leicht zu erreichen. Sie waren halt Einheimische.
In einem sokratischen Dialog konnte ich die Frau davon überzeugen, dass mein Gefühl, geradeaus weiterzuradeln, durchaus nicht völlig abwegig wäre.
In diesem Sinne positiv bestärkt, radelte ich geradeaus, um sofort nach 20 Metern links abzubiegen. Nach Gefühl und … angekommen 🙂
Vielleicht wollte mir der Graffiti-Künstler sagen, dass ich mich nicht auf schnödes Kartenwerk, sondern auf meine Gefühle verlassen sollte – und auf die Kommunikation mit netten Ehepaaren oder anderen ahnungslosen „Ruhris“.