Soest Teil Zwo: Einige mehr aus 220

Es dauert doch immer ziemlich lange, die Bilder für die Website zurechzuschneiden. Ich habe noch einmal sechs Aufnahmen aus der Anfangsphase der Demonstration ausgewählt.

Nach Gewerkschaftsangaben zählte die Kundgebung 220 Teilnehmer. In den engen Gassen von Soest sah das schon gewaltig aus 😉

Ohne Zynismus meine ich, dass mich selbst diese Zahl noch positiv überrascht hat. Denn die Öffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaften scheint doch, vorsichtig ausgedrückt, nicht gewirkt zu haben.

Demo-Ausrüstung
Demo-Ausrüstung

Es konnte zwar der ein oder andere Politiker gewonnen werden seine Solidarität zu bezeugen, aber die Leserschaft war eher ahnungslos in den Soester Geschäften als auf der Demonstration zu finden.

Medienpräsenz
Medienpräsenz

Meines Wissens nach ist die „Aktion Rundzeitung“ bislang noch nicht genügend ausgewertet worden. So bleibt bei mir der Verdacht, dass es sich bei der Protestzeitung um einen eher symbolischen Druck handelte.

Ansonsten müsste es Zahlen darüber geben, wie hoch die Auflage war, wie viele Exemplare wo verteilt wurden, und welche  Rückmeldungen es gab.

0,5 Prozent Sektierer gibt es immer ;-)
Im Toleranzbereich: 0,5 Prozent Sektierer gibt es immer 😉

220 minus Medien minus Funktionäre minus Politiker?

Vielleicht nicht mein Bier.

Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg: kastriert!

Nichts wollte ich heute mehr schreiben. Dann bin ich noch im Dorf essen gegangen. Das kann hier bei uns recht gemütlich sein, und lecker. War es auch. Und entspannend. Bis mir jemand sagte, dass das Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg gar nicht unter diesem, seinem Namen im Telefonbuch stehe.

Kastriert: Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg
Kastriert: Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg

Stimmt! Da steht geschrieben:

Städt. Gymnasium Ursulin-24 9216-0

Das bedeutet ausgeschrieben:

Städtisches Gymnasium Winterberg

Ursulinenstraße 24

59955 Winterberg

Telefon: 02981-9216-0

Städtisches“ hört sich ja auch seriöser an als „Geschwister-Scholl„.

Waren das nicht solche Aufwiegler? Gehören die überhaupt in ein Telefonbuch?

Ironie Ende: Ist das eigentlich bisher niemandem aufgefallen? Keinem Geschichtslehrer? Keinem Lehrer überhaupt? Keinem Winterberger im Besonderen?

Gewiss gibt es dafür eine bürokratische Erklärung, gewiss, gewiss …

Wer kümmert sich darum? Oder ist das egal?

WAZ-Protest: zurück aus Soest …

Vor einer Stunde bin ich aus Soest zurückgekehrt. Mein erster Eindruck. Es war in Ordnung. Die beiden besten Redner kamen zum Schluss. Der Bürgermeister von Soest und der Chefredakteur der Westfalenpost Soest der Betriebsratsvorsitzende der WP.

Da ich mich während der Demonstration auch um die Familie kümmern musste, war ich mental nicht 100 % im Geschehen, aber physisch voll anwesend.

Aufschreiben konnte ich nichts. Aber es waren so viele Reporter, Fotografen und Kameraleute dabei, dass kein Detail verloren gegangen sein wird 😉

Daher hoffe ich darauf, dass irgendwer ein lesbares Transkript der beiden oben genannten Redebeiträge für zum Beispiel einen Bericht im Protest-Blog hingezaubert bekommt.

Ein paar erste Fotos (meine Spiegelreflex war die Kleinste 😉 ) zum Schluss dieses Kurzberichts:

Bei der Auftaktveranstaltung
Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung
Eines der meist fotografiertesten Motive
Eines der meist fotografierten Motive
Durch die Gassen der Soester Innenstadt zur WP
Durch die Gassen der Soester Innenstadt zur Westfalenpost
Am Rande des Zuges
Am Rande des Zuges
Der Bürgermeister von Soest
Eine engagierte Rede: Der Bürgermeister von Soest
Fand deutliche und bewegende Worte: Der Betriebsratsvorsitzende der WP
Fand deutliche und bewegende Worte: Der BR der WP

Weitere lokale Medien in der Linkliste: Briloner Anzeiger und olsberg-mittendrin

Im Briloner Anzeiger ist ein Artikel über den Auftritt von Bodo Zapp erschienen. Siehe dazu Artikel plus Kommentare hier im Blog. Man gelangt vom Briloner Anzeiger ebenfalls zur Website „olsberg-mittendrin“. Dort hat die Autorin den selben Artikel noch einmal veröffentlicht und darüber hinaus mit mehreren Bilder von „Bodo Zapp and friends“ angereichert.

Der Briloner Anzeiger ist ein Anzeigenblatt, das bis heute außerhalb meiner Wahrnehmung lag, denn mein Wohnort gehört nicht zum Verbreitungsgebiet dieser Wochenzeitung. Da der Briloner Anzeiger weder zum WAZ-Konzern noch zum Sauerlandkurier-Imperium gehört, nehme ich ihn ab heute in meine Linkliste auf, in erster Linie, um mich selbst daran zu erinnern, mal öfter nachzuschauen, ob es einen nennenswerten Journalismus jenseits der Westfalenpost und des Sauerlandkuriers gibt.

In die Blogroll kommt der Briloner Anzeiger nicht, da er erstens kein „Blog“ ist und auch keine Blog-Funktionen bereit hält und zweitens kein laufendes Internetangebot bereit hält, sondern zum großen Teil die Print-Ausgabe spiegelt.

Verbandelt mit dem Briloner Anzeiger ist anscheinend die Website „olsberg-mittendrin“. Auch diese Site hält keine Kommentarfunktionen bereit, obwohl sie sich von der Aufmachung her dazu eignen würde. Sprich: Kommentarfunktion unter den Artikeln, darum: ab in die Linkliste und nicht zur Blogroll.

Genug gemäkelt. Ich werde ab und zu nachlesen. Versprochen.

Das Superwahljahr 2009: Fangen wir mal an …

Europawahlen, Kommunalwahlen, Bundestagswahlen – irgendwann stehe ich wieder in irgendeiner Schule und mache mein Kreuzchen.

Bei der Bundestagswahl weiß ich so ungefähr, was ich wählen soll, aber gilt das auch für den engen Horizont zwischen den Bergen?

Ich weiß es nicht. Deswegen fange ich besser frühzeitig mit dem Nachdenken an. Und das mache ich so:

  • Sammeln
  • Sortieren
  • Bewerten
  • Wählen

Heute geht das erste Sammeln los: Wer ist überhaupt da?


Die CDU: Ich sage nichts. Wir sind ja erst beim Sammeln.

fdp_logo

Die FDP: Kommt jetzt nach dem Alphabet.

Die Grünen: Kommen nach „F“.

Die Linke: Wir sind beim Sammeln.

sbl_logo

Sauerländer Bürgerliste: Im „S“ vor dem „P“.

Die SPD: Als letzte Partei im Alphabet.

Die Parteien und Gruppen habe ich nun erst einmal aufgezählt und verlinkt.

Jetzt kann jeder, der will, auf die Verweise klicken oder auch nicht. Sollte ich jemanden vergessen haben, bitte melden. Das Sortieren kommt eh später.

WAZ: Protest mit Herz, Seele und Verstand

Lieber Leser, Liebe Leserin dieses Blogs,

wenn du dich bisher zwar für die Auseinandersetzungen um den Stellenabbau im WAZ-Konzern interessiert hast, aber so keine rechte Meinung dazu hattest, weil es doch nur um 900 minus X gut bezahlte Redakteure ging und nicht um Tausende von Industriearbeitern, dann sage ich Dir:

Gerade hat jemand im WAZ-Protestblog einen Beitrag veröffentlicht, der zum Besten zählt, was ich von den „blog-protestierenden“ Redakteuren bislang gelesen habe.

Mit Herz, Seele und Verstand bringt „Neues von Mahlzeit“ den Stand der Auseinandersetzung auf den Punkt. Kein Gejammer, kein Zynismus, kein hohler Widerstandspathos, sondern Feuer und analytische Schärfe. So muss es sein.

Fünfzig Prozent davon in der realen Zeitung und ich hätte schon morgen den Print eines WAZ-Produktes wieder im ABO.

Jetzt aber ab zum Beitrag – hier liest du wie ein guter Lokaljournalist ticken muss.

Cetero Censeo: Trotz alledem, trotz der Häme, trotz der Polemik, der berechtigten und unberechtigten:  WAZler, fahrt nach Soest!

Pannen bei Lernstandstests

Von peinlichen Pannen bei den Lernstandserhebungen für alle achten Klassen berichtet Rudi Pistilli in der Westfalenpost.

Die Prüfungsunterlagen aller beteiligten Fächer enthalten zum Teil schwer wiegende Fehler.

Schuld ist das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) aus Berlin.

Viele Lehrerinnen und Lehrer können sich noch an die Zeit erinnern, als sie selbst die Abituraufgaben erstellen mussten und wegen wesentlich geringfügiger Abweichungen den Aufgabenentwurf von der Behörde beanstandet bekamen und zur Überarbeitung oder gar Neufassung „nachsitzen“ mussten. Hätten sie damals derartig fehlerhafte Aufgaben zur Genehmigung vorgelegt, so wären ihnen diese „um die Ohren gehauen“ worden.

Jetzt müssen die damals geschuriegelten Lehrer lernen, dass die Bedeutung der Fehler, die eine Behörde macht bzw. machen lässt, umgekehrt proportional zur Höhe der Hierarchie-Ebene ist.

Macht macht keine Fehler!

Nordrhein-Westfalen hat allein 216.000 Euro für die zentralen Überprüfungen des Schülerwissens ausgegeben.

Die Prüfungen im Fach Deutsch fanden am Dienstag statt, Donnerstag folgen Englisch und Französisch, am 11. März Mathematik.

In Großbritannien, neben den USA eines der Mutterländer der Schülertesterei, scheint seit längerem ein Umdenken begonnen zu haben:

Children are fed a limited educational diet focused on getting them through the tests rather than improving their knowledge and understanding, the Commons children, schools and family select committee says … heißt es in einem Artikel im Guardian vom Mai 2008.

und weiter:

… The committee heard evidence from educationists, exam regulators and ministers and concluded that English schoolchildren are among the most tested in the world, and the government is isolated in its support for the current system …

Ich habe inzwischen aus einer Quelle erfahren, dass in GB einer der Tests für die 13-jährigen gänzlich abgeschafft worden sei, konnte allerdings diese Aussage noch nicht durch andere Quellen belegen.

Das Thema bleibt heiß.

Zwischen Regen und Schnee: ein Hauch von Frühling

Jens vom Pottblog hat pünktlich am Sonntag mit einem Strauß bunter Olfener Krokusse den meteorologischen Frühlingsbeginn erblühen lassen. Ob meteorologisch oder kalendarisch, der Frühling beginnt bei mir erst an dem Tag, an dem ich das Auto stehen lasse und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre.

15 Kilometer zum großen Teil das Negertal bergab zur Ruhr hin, ein „bisschen Raboti“ und dann 15 km erst leicht, dann steil bergauf zurück geradelt.

Und das war heute am 3. März. Mein persönlicher Frühlingsbeginn.

Hinten zwischen den Bergrücken liegt das Negertal
3. März: hinten zwischen den Bergrücken verläuft das Negertal

Der Bauernhof geradeaus liegt auf einem kleinen Bergrücken hoch über dem dahinterliegenden Negertal. Der Blick geht gen Norden Richtung Olsberg. Links vor dem Bauernhof ist eine Fichtenplantage zu sehen. Dort wachsen zukünftige Weihnachtsbäume. Die Bahnlinie von Winterberg nach Dortmund kann man als dünnen Strich am unteren Bildrand erahnen.

Irgendwo weit hinten im Bild ist der Zusammenfluß von Neger und Ruhr. Wenn man sich an Mündung der Ruhr in den Rhein noch ein wenig rheinabwärts wendet, landet man irgendwann zwischen Eppinghoven und Götterwickerhamm. Dort sah es am Sonntag, pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn, so aus:

Der Niederrhein bei Götterswickerhamm, unterhalb des Strandhaus Ahr
Der Niederrhein bei Götterswickerhamm, unterhalb des Strandhaus Ahr am 1. März 2009

Der 1. März am Niederrhein war warm, aber bis auf den gestrandeten Stuhl noch reichlich grau und ohne Frühlingsfarben.

Übermorgen soll es laut Wettervorhersage im Hochsauerland wieder schneien. Ist es eine dieser „politischen“ Wettervorhersagen, die das touristisch interessante Wort „Schnee“ enthalten?

Dann kommen am Wochenende viele Niederländer und Ruhrpöttler ins Hochsauerland und mildern die Finanzkrise.

Was wollte ich nun eigentlich gesagt haben?

Vielleicht: Schaut her, ich arbeite und wohne da, wo andere Urlaub machen und so eine Art Frühling haben wir auch.