Nach der Jagd ist vor der Jagd: Bejagung schadet dem natürlichen Gleichgewicht der Wildtierpopulation.

Unsere Autorin K. Tiepelmann hat eine kritischen Blick auf die Jägerschaft.
K. Tiepelmann blickt kritisch auf die Jägerschaft.

Unsere Autorin setzt sich seit langem kritisch mit Positionen der Jägerschaft auseinander. Ihre hier dargelegte Argumentation hat sie in Auseinandersetzung mit Argumentationen des Land­wirt­schaft­lichen Kreis­ver­bandes Hoch­sau­erland, der Kreis­jä­ger­schaft sowie des Wald­bau­ern­ver­bandes entwickelt. Ihre These: Die Jagd auf Wildscheine hat das paradoxe Ergebniss der Vermehrung des Schwarzwildbestandes.

Erfolg versprechend scheint die gemeinsam erarbeitete „Strategie“ des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes und der Kreisjägerschaft zu sein. Beide gehen auch zukünftig „Hand in Hand“ und sind sich einig in dem verfolgten Ziel, der intensiven Bejagung des Schwarzwildes in den heimischen Wäldern.

Die Jäger brauchen anscheinend immer neue Begründungen um ihrem tödlichen Hobby „guten Gewissens“ nachgehen zu können. Zuerst rottet der Mensch viele Beutegreifer durch viel zu intensive Bejagung aus, um sich nun selber dieser „Aufgabe“ zu stellen.

Populationsdichte hängt von biologischen Faktoren ab
Problematisch an dieser Ansicht ist allerdings, dass die Populationsdichte frei lebender Wildtiere nicht von deren natürlichen Feinden abhängt (wobei der Mensch wohl alles andere als ein „natürlicher“ Feind ist), sondern von anderen biologischen Mechanismen gesteuert wird, wie beispielsweise dem vorhandenen Nahrungsangebot.

Italien und Holland haben gelernt
Richtet man den Blick Richtung Italien oder Holland, so muss man der Erkenntnis, dass Beutegreifer (also auch die Jäger) kaum Einfluss auf die Populationsdichte ihrer Beutetiere haben, wohl oder übel in Auge blicken. Tatsache ist, dass in dem seit 1922 jagdfreien Nationalpark „Gran Paradiso“ in Italien die Schäden durch Wildverbiss und vor allem die Größe der Wildpopulation nicht größer sind, als in vergleichbaren bejagten Gebieten. Die holländischen Nachbarn lernten aus dieser Erkenntnis. Dort wurde die Jagd auf viele Wildtierarten wie Wildschweine, Füchse, Rehe und Hirsche seit 2002 verboten.

Die besonders in Jägerkreisen allgemein beliebte Behauptung, dass man der zu großen Wildschweinpopulation nur durch intensive Bejagung Herr werden könne, hört man immer wieder.

Jagd als Ursache für extreme Überpopulation
Fakt ist allerdings, dass die Jagd selber die Ursache für die extreme Überpopulation vieler Wildtiere darstellt. Jeder, der sich etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt wird früher oder später zu der Erkenntnis kommen, dass der Mensch das eigentliche Übel dieses Problems ist: Wildschweine leben in streng gegliederten Familienverbänden. Wird beispielsweise durch das Schießen einer Leitbache (quasi der Leitsau, welche in hohem Maße die Aktivitäten und somit auch das Paarungsverhalten der Rotte bestimmt) ein solcher Familienverband zerstört, so kommt es zu übermäßiger und unkontrollierter Vermehrung.

Aus welchen Gründen wird gefüttert?
Auch die sog. „Kirrungen“, d.h. die Fütterungen der Schweine (meist mit Zuckerrüben, oft im heimischen Wald vielerorts zu beobachten) zum Anlocken der Tiere an geeignete Abschussplätze, unterstützt die Erhöhung der Wildschweinpopulation extrem.

Warum heimische Jäger das Schwarzwild mit Mais (der teilweise in randvoll gefüllten blauen Mülltonnen im Wald steht) und Zuckerrüben zusätzlich füttern, bleibt daher ein großes Rätsel. Mehr Nahrung bedeutet auch immer mehr Schweine.

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Bagger over Sum im Juli (foto: chris)
Bagger over Sum im Juli (foto: chris)

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Wer kein Schwein hat, lockt es mit Mais

Mais-Stängel statt Fettwiese - Die Wildschweine freut es.

Mais-Stängel statt Fettwiese – die Wildschweine freut es.

Ihr Städter, die ihr an stinkenden Autostraßen haust, die ihr in verkehrsberuhigten Zonen, in denen sich zum Feierabend die Erst-, Zweit- und Drittwagen auf den Gehwegen stapeln, dahin vegetiert – lest nicht weiter.

Das hier geht euch nichts an.

Ihr Hartz IV Opfer im 6. Stock des verpilzten 70er Jahre Hochhauses, deren kläffende Köter die Spielwiesen verkoten. Von unseren Problemen würdet ihr gerne träumen:

Im Herbst kommen die Wildschweine in unsere Siedlung, denn die alte gülle-stinkende Fettwiese ist verschwunden.

Jetzt schieben sich an Statt der Gräser und Blütenpflanzen die Maisstängel in die Höh’. Futtermais.

Wenn jemand Mais über fast alles liebt, dann ist es das Schwarzwild.

Bald klagen Nachbarinnen und Nachbarn über die Bachen und Keiler, die die Vorgärten neben dem Maisfeld verwüsten.

Vielleicht erscheint sogar ein Zeitungsartikel, darin die Jäger ihre Meinung kundtuen.

Mir egal – ich wohne 500 Meter weiter weg ;-)