„Ich koordiniere ein Treffen in Schwerte und würde mich freuen, wenn Du kommen könntest. Das erstmalige Treffen soll am Donnerstag, den 25. Juni gegen 19 Uhr in Schwerte stattfinden.
Jetzt steht auch der verbindliche Ort/Zeit fest:
Bistro „Denk-Mal“, Ostenstr. 18 in 58239 Schwerte.
Zeit: 19 Uhr.
Es ist ein rustikal und sehr gemütlich eingerichtetes Bistro/Café/Szenekneipe im Zentrum von Schwerte. Auf drei Etagen findet man(n) und frau hier fast immer einen tollen und gemütlichen Platz.
Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe sind gegeben/vorhanden.
Die Anfahrt erfolgt über die B236 (Bethunestrasse/Schützenstrasse) in Höhe Opel Nolte/Restaurant Ostentor. Ich wünsche eine unproblematische Anfahrt und freue mich auf das persönliche Treffen.“
Ein dunstiger Juni-Morgen: Blick vom Bergfried der Burgruine auf Eversberg mit der St.-Johannes-Evangelist-Pfarrkirche
In der katholischen Pfarrkirche des kleinen Ortes Eversberg im Hochsauerland bin ich vor ein paar Tagen auf die Geschichte der Zwangsarbeiter in Meschede gestoßen (siehe hier).
Üble Geschichten von Mord und Totschlag werden noch heute in den Orten des Hochsauerlandes über die „marodierenden russischen Zwangsarbeiter“ tradiert, doch die Vorgeschichte wird manchmal vergessen zu erzählen oder nur hinter vorgehaltener Hand weitergegeben, weil die an eventuellen Verbrechen Beteiligten und ihre Kinder und Kindeskinder noch leben.
Einen ersten Einstieg in die Geschichte der Zwangsarbeiter in und um Meschede im Hochsauerlandkreis bietet die Broschüre „Kriegsende – Die Stunde Null“ des Stadtarchivs Meschede.
Ich zitiere im Folgenden einige Abschnitte. Vielleicht interessiert sich der ein oder die andere Leserin für das Thema, liest die ganze Broschüre und forscht weiter.
Zwei Monate vor der Befreiung durch die Alliierten:
Nach gerichtlichen Untersuchungen sind die 80 Russen und Polen
unter dem Vorwand, sie seien Plünderer, erschossen worden. Am Abend
des 22. März 1945 wurden sie zu einem angeblichen Arbeitseinsatz
in drei oder vier Transporten zum Exekutionsplatz gefahren. Mit Hilfe
von Sprengmunition war am Nachmittag eine 30 x 6 m große und 1,50
m tiefe Grube unweit der heutigen Kriegsgräberstätte ausgehoben
worden. Dort angekommen, mussten die Männer Mäntel, Decken,
Brotbeutel und Ausweispapiere ablegen.
„Jetzt erkannten sie, was ihnen für ein Schicksal bevorstand. Sie
wurden unruhig, ließen sich aber in die Grube hineinführen und mit
dem Gesicht zur Wand aufstellen“, erinnerte sich später ein Zeuge vor
Gericht. „Die Soldaten traten jeweils hinter einen Arbeiter und …“
Nachdem die Leichen notdürftig mit Erde zugeschaufelt waren,
ging das Kommando zur Straße zurück und wartete auf den nächsten
Transport. „Bei einem Schub versuchte ein Mann zu fliehen, wurde
aber mit einem Feuerstoß niedergestreckt. Die anderen jammerten
und weinten“ ( ebenda, S. 25).
Aus welchen Gründen waren die ganzen „Fremden“ in Meschede und Umgebung? Sie wurden beispielsweise in den Honsel-Werken gebraucht:
Die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse während der ersten
Kriegsjahre verlief für die Stadt Meschede recht günstig.
Da Industrie, Handwerk und Gewerbe ihre Kapazität voll ausnutzen
mussten und einheimische Arbeitskräfte zum Wehrdienst eingezogen
wurden, holte man ausländische Arbeiter, Kriegsgefangene und Zivilarbeiter.
Die Zwangsarbeiter, Russen, Franzosen und Polen wurden in
Lagern untergebracht.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang, vor allem im Hinblick auf
den späteren Luftkrieg, ist die beachtliche Industrie in dieser Zeit. Eine
bedeutende Rolle spielten die Honsel-Werke / Leichtmetallwerke.
Schon in den Jahren vor der Mobilmachung war die Umstellung von
Friedenserzeugnissen auf Rüstungsindustrie eingeleitet worden. Die
Honsel-Werke konnten sich dadurch ungeheuer vergrößern und erlang-
ten für die Rüstung zunehmende Bedeutung. Die normale Beschäftig-
tenzahl steigerte sich in den letzten Kriegsmonaten auf 3.500 …
2400 Ausländer sollen zeitweise im Lager der Honsel-Werke gelebt
haben (S. 2 – 4).
Die Lebensbedingungen waren unmenschlich:
Als Zwangsarbeiter mussten sie das Rad der gigantischen Hitler-
schen Rüstungsindustrie mit in Schwung halten, in Zechen und Gie-
ßereien, auf Bauernhöfen und in Hydrierwerken schuften. Oft unter
menschenunwürdigen Umständen, schamlos ausgenutzt, eingepfercht
in Lagerbaracken. Tausende waren den unmenschlichen Belastungen
nicht gewachsen, sahen ihre Heimat nie wieder. Da z. B. die Lebens-
mittelzuteilungen an die ausländischen Arbeiter meist weit unter denen
der deutschen Bevölkerung lagen, erreichte die Sterblichkeitsziffer unter
den Ostarbeitern eine erschreckende Höhe (S. 8 )
Ich höre an dieser Stelle auf zu zitieren.
Sollte jemand weitere über die Informationen in der Broschüre hinausgehende glaubwürdige Berichte kennen, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Der Artikel von Oppong ist auch für Amateur-Blogger interessant. Gerade diejenigen von uns, die sich all zu sehr auf Google und Co verlassen, sollten einen Blick auf die veröffentlichten Links werfen.
Update:
Ich habe damit begonnen, einige Recherche-Werkzeuge als Link unter der Kategorie „Tools“ zu sammeln. Sie sind in der rechten Menü-Spalte dieses Blogs zwischen „Links“ und „Archiv“ zu finden.
Vor vielen Jahren habe ich gelernt, dass allein der Besitz von Kinderpornographie strafbar ist. Dass, wenn ich auf eine Website komme und mir eine Kinderpornographische Darstellung ins Auge springt, ich diese noch nicht einmal irgendwo speichern darf, selbst wenn ich dies zur Beweissicherung zu machen glaube. Für mich ist das fast ein elftes Gebot geworden.
Ich bin ein Laie, ein kleines Licht. Ich habe übrigens noch nie und überhaupt Kinderpornos im Netz jemals gesehen. Ich konnte nie in Versuchung eines downloads geraten.
Der Kinderporno-Experte Jörg Tauss hat hat es getan. Er wusste um das Tabu. Das, was er gemacht hat, ist völlig bekloppt.
Falls er ansonsten unschuldig ist, sage ich ihm:
Wie konnten Sie, Herr Tauss, in Kenntnis der Gesetze, so einen Unfug veranstalten? Allein diese Handeln disqualifiziert sie vorerst als Politiker. Ich sage ja nicht, dass Sie nie mehr Politik machen dürfen sollen, aber Sie brauchen unbedingt eine Auszeit, denn Sie haben einen riesigen Blödsinn verzapft.
Falls er schuldig ist: Game over!
In beiden Fällen gehören sie nicht in die Piratenpartei, es sei denn diese Partei wäre eine schlüpfrige Organisation aus Halbweltlern und Kriminellen, die die Gutgläubigkeit der Netzgemeinde ausnutzt. Da würden Sie dann doch hinein passen.
Sie brauchen auf gut Deutsch „time out“, aber keine neue Partei.
agricola, agricolae, maskulinum: der Bauer; abgeleitet von: ager(Acker, Feld) und colere(bebauen, bestellen)
Heute hat mich ein Leser auf den größten Subventionsempfänger im Hochsauerlandkreis aufmerksam gemacht – die „Agricola GbR“ in Meschede. Ich habe daraufhin in der Arnsberger Ausgabe der Westfälischen Rundschau vom 17. Juni folgende Zeilen gefunden:
Die höchsten Subventionen im Hochsauerlandkreis werden an ein Mescheder Agrarunternehmen gezahlt: Matthias von Westphalen und die „Agricola GbR Zentralverwaltung Graf Westphalen†erhalten mehr als 1,3 Mio. Euro.
„Die Förderhöhe wird nach einer komplizierten Formel(sic!) berechnetâ€, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hier lesen
In einem Kommentar zum Artikel und zu einer anderen Leserzuschrift habe ich Folgendes geschrieben:
Guck Dir bitte mal die Listen im Internet an. Mir scheint, dass es nicht(!) die kleinen und mittleren Landwirte sind, die die EG-Subventionen erhalten, sondern eher die großen Gesellschaften und Betriebe. Interessant wären mal ein paar Bespiele, an Hand derer man sehen könnte, welche Anträge ein Landwirt oder große Molkerei stellt, wofür also exakt die Subventionen eingefordert werden und wie diese Subventionen dann den Betrieb durchlaufen. Ich vermute, dass es nicht der kleine Landwirt ist, der Angst vor der Veröffentlichung hat, bzw. sich ärgern müsste.
Weiterhin stimme ich Dir in dem zu, was Du über die Offenlegung sämtlicher Industriebetriebe geschrieben hast.
Wer oder was ist eigentlich die „Agricola GbR Zentralverwaltung Graf Westphalen“. Das wird aus dem Artikel nicht deutlich.
Ich erhoffe mir, dass die Profis in den Redaktionen diese Informationen in ihren Artikel demnächst mitliefern 😉
Als ich gestern zum ersten Mal in der katholischen Kirche von Eversberg, einem Ortsteil von Meschede, saß und in der Kirchenchronik blätterte, fiel mir das oben abgebildete Photo auf.
Das Datum des Mordes schien mir auffällig nah am Kriegsende zu liegen.
Deswegen versuchte ich in kurzer Zeit etwas mehr herauszufinden.
Das Heimatmuseum war leider geschlossen, der Experte für die Ortsgeschichte, den mir einen Einheimische genannt hatte, war nicht zu Hause.
Vermutlich von „Fremdarbeitern“, freigelassenen Zwangsarbei-
tern, wurde auch Klosterpförtner Bruder Virgil Wilhelm (56),
Kloster Königsmünster, am 8. Juni 1945 im Arnsberger Wald an
der B 55, Abzweig Hirschberg, durch einen Kopfschuss ermordet.
Bruder Virgil war nach der Vertreibung durch die Nationalsozialis-
ten als erster seines Klosters im April 1945 wieder nach Meschede
zurückgekehrt.
Was sich dann an jenem 8. Juni genau ereignet hat, konnte in den
Nachkriegswirren nicht mehr exakt festgestellt werden; dennoch
gibt es viele Fakten: Am frühen Morgen des 8. Juni 1945 lieh
sich Bruder Virgil Wilhelm ein Fahrrad. Trotz Warnungen wollte
er über den Stimm-Stamm nach Kallenhardt fahren, um dort das
Herz-Jesu-Fest mitzufeiern. Er kam niemals an. In der Höhe der
Abzweigung nach Hirschberg wurde er überfallen; vermutlich
wollte man ihm sein Fahrrad stehlen. Virgil Wilhelm muss sich
gewehrt haben. Er streifte sich den Ring seines Klausurschlüssels
über den rechten Zeigefinger und benutzte den Bart des Schlüs-
sels als Schlagwaffe. Bevor er getötet wurde, war erausgeraubt,
an einen Baum gefesselt und gefoltert worden.
Erst ein Jahr später fand man die verscharrte Leiche des Ermorde-
ten. Ob die mit Reisig bedeckte Leiche am 26. September 1946,
wie erzählt wird, von Pilzsuchern oder von Forstleuten gefunden
wurde, kann im Kloster niemand mehr genau sagen. Der fest
umklammerte Klausurschlüssel und Wäschereste ermöglichten
die Identifizierung.
Virgil Wilhelm wurde zunächst auf dem Südfriedhof der Stadt
Meschede beerdigt, am 29. September 1964 aber auf den Klos-
terfriedhof umgebettet.
Die Frage nach dem oder den Tätern konnte nie zweifelsfrei
geklärt werden…
Wer die Geschichte der russischen Zwangsarbeiter im Hochsauerland besser einordnen will, sollte sich die Broschüre von Beginn an durchlesen.
Denn die erste Frage lautet doch:
Wieso gab es hier überhaupt russische Zwangsarbeiter? Wo arbeiteten sie? Wie wurden sie behandelt?
Fortsetzung folgt, sobald ich Zeit habe, denn:
„Die Arbeit versaut einem die ganze Bloggerei 🙁 “ (Selbstzitat, noch nicht mit Google zu finden)
Seit Dienstag hat die Bundesregierung auf Geheiß der EU Namen und Summen ins Internet gestellt, wer in Deutschland wie viel EU-Agrarsubventionen bezieht. … DerWesten
Ich finde das gut. Zwar beschweren sich laut dem oben zitierten Artikel einige Landwirte und fühlen sich ungerecht behandelt – „Ein ganzer Berufsstand wird an den Pranger gestelltâ€, ärgert sich Landwirt Antonius Brüggemann aus Meschede. Andere Subventionen für Industrieunternehmen dagegen würden im Netz nicht preisgegeben….“ – aber es gibt keinen anderen Weg zu mehr Transparenz, Mitbestimmung und Demokratie.
Ich gebe dem Landwirt Antonius Brüggemann insofern recht als auch ich meine, dass die Subventionen für die übrigen Industriezweige ebenfalls offen gelegt werden müssen.
In Winterberg mit seinen Dörfern sind beispielsweise 103 EU Subventionsempfänger genannt. Die höchste Summe beträgt für das Jahr 2008 105.738,08 Euro , die niedrigste 82,83 Euro.
Von mir aus sollten neben den Büchern der Betriebe auch die Einkommen aller Bürger für jeden einsehbar sein. Dann hörte die ganze Lügerei und Flunkerei endlich auf, und die „Neid-Diskusssionen“ hätten eine nachprüfbare Faktengrundlage.
Ich denke wir Deutschen würden entspannter leben können 😉
P. S. Es ist wie man’s vermuten könnte. Wer hat, dem wird gegeben: Spitzenreiter in Südwestfalen ist Südzucker: 34,4 Millionen Euro hat der Nahrungsmittelkonzern im vergangenen Jahr an EU-Agrarsubventionen bekommen.
Alles Theater: sechs Frauen – sechs Stimmen. Morgen Abend in Brilon, Hochsauerland.
„Und wenn man auch sagt, heutzutag, man braucht sie gar nicht, ich bin doch froh, dass es noch Kerls gibt.
Junge Kerls, dünne Kerls, ich mag auch dicke Kerls und Kerls mit Glatze….“
Das Frauentheater FRAUENSTIMMEN tritt morgen, Mittwoch, den 17. Juni um 20 Uhr in der
„Lok“ (im Alten Briloner Bahnhof) auf.
Unter dem Motto „Frauenliteratur durch die Jahrhunderte“ werden die unterschiedlichsten fraulichen Erfahrungen, aus dem Völker- und Ehekrieg, aus dem Fitnessstudio und der Haushaltsführung, vielzüngig kommentiert und seziert.
Zu den FRAUENSTIMMEN gehören sechs Frauen aus Meschede, die sich seit fünf Jahren der
Literatur hingeben, Lyrik und Prosa theatralisieren und in Szene setzen.
Ihr drittes Programm „Frauenliteratur durch die Jahrhunderte“ umfasst Lyrik von Schiller über
Brecht, Kästner, Strittmatter bis hin zu Irene Dische.
Einen Mann gönnen sie sich trotzdem, die sechs Hochsauerländerinnen:
Mirko Wiedeking, der die FRAUENSTIMMEN am Klavier begleitet.
Die Veranstaltung wird von der Briloner Bürger-Liste (BBL) präsentiert. Der Eintritt
beträgt 3 Euro.
Karten sind im Vorverkauf in der „Lok“ und in der „Alten
Werkstatt“, Am Kalvarienberg 1, sowie an der Abendkasse erhältlich.
Mir als Herausgeber und Redakteur dieser Pressemeldung bleibt nur folgende kleine Frage: Der Klavierspieler wird zwar genannt, doch wie heißen die Damen? Es eilt, denn schon morgen stehen sie auf der Bühne 😉
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