Baustopp am Henne-Ruhr-Markt – der große Kladderadatsch*?

Eröffnung noch in diesem Jahr? Baustopp am ehemaligen Hertie-/Karstadtkaufhaus in Meschede (archivfoto: zoom)

Entsetzen, Erstaunen, Schadenfreude – die Reaktionen auf die Meldungen vom Baustopp am Henne-Ruhr-Markt in Meschede sind vielfältig.

Ich rate dazu, die Klärung der Sachlage abzuwarten. Mehr als eine Unstimmigkeit bei den Zahlungen zwischen Investor und Baufirma lassen sich der Berichterstattung in den Lokalmedien nicht entnehmen.

Die kostenlose Reklamezeitung Sauerlandkurier hat bislang gegenüber der Westfalenpost die Nase vorn:

Sauerlandkurier: https://www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/meschede/baustopp-henne-ruhr-markt-jetzt-spricht-investor-10493518.html

Westfalenpost: https://www.wp.de/staedte/meschede-und-umland/geld-nicht-gezahlt-baustopp-am-henne-ruhr-markt-in-meschede-id215723083.html

Das Bild oben stammt vom 4. September, danach war ich noch mehrmals in Meschede. Der Bau machte Fortschritte, aber ich hatte doch meine Zweifel, ob die Eröffnung, wie geplant, Mitte November stattfinden würde:

https://www.schiebener.net/wordpress/meschede-im-bild-eroeffnung-des-henne-ruhr-markts-im-herbst/

Jetzt warte ich erst einmal ab, wie sich das anscheinende Gezerre zwischen Investor und Baufirma entwickelt und ob noch neue Tatsachen ans Licht kommen.

Mein Tipp: keine Eröffnung Mitte November, aber Eröffnung irgendwann. Auf dieses Jahr würde ich nicht wetten, obwohl der Zeitraum vor Weihnachten für die Beteiligten einen versöhnlichen Ausgang böte.

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*Kladderadatsch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kladderadatsch

Meschede im Bild: Eröffnung des Henne-Ruhr-Markts im Herbst?

Eröffnung noch im Herbst? Das ehemalige Hertie-/Karstadtkaufhaus in Meschede (foto: zoom)

Als Laie mag ich kaum glauben, dass da, wo heute der ehemalige „Hertie“-Klotz umgebaut wird, schon im Herbst der neue Henne Ruhr Markt eröffnen soll.

In meiner alten Heimat stand ein ähnliches Kaufhaus. Das wurde allerdings komplett und ratzfatz abgerissen. Zügig erstand eine neue Galeria und auch der umliegende Platz wurde völlig neu gestaltet.

In Meschede zog sich das Hickhack mit teils großspurigen Investoren jahrelang hin, bis schließlich mit dem letzten Investor Bewegung in den Bau gekommen ist.

Abreißen ging wohl nicht, weil die aufgesetzte Stadthalle erhalten werden sollte.

Sei’s drum. Das Bild habe ich am Samstag während einer Radtour aufgenommen. Nach der Eröffnung schaue ich wieder vorbei. Interessant werden die Auswirkungen des Henne-Ruhr-Markts auf die Mescheder Innenstadt als Einkaufszentrum sein.

Belebung oder weiteres Ladensterben?

Axel Schwenke dokumentiert: Meschede-Center – Der Anfang ist gemacht

Ende März sah es am Winziger Platz noch nach Licht und Schatten aus. Bauzaun ja, Abriss nein. Das hat sich im April geändert. (foto: zoom)

Auf der Website von Axel Schwenke gibt es Bilder und zwei kurze Videos von den Abrissarbeiten am alten „Hertie-Kaufhaus“ zu sehen.

Nach dem jahrelangen Hin und Her sei nun der Anfang gemacht.

„Ein Bagger, ein Kran und die ersten Arbeiter sind seit einigen Tagen am ehemaligen Hertie-(vormals: Karstadt)-Gebäude im Einsatz, um den Umbau des Gebäudes vorzunehmen. Vor dem Umbau kommt allerdings der Abbau. Daher ist man aktuell dabei die verschieferte Front des Gebäudes zu Entfernen.

Die ehemalige Eisdiele am Übergang zum Parkplatz wird ebenfalls entfernt – Ein Abrissbagger arbeitet sich Stück für Stück von hinten durch das Gebäude.“

Alles lesen und angucken:

http://blog.schwenke.de/2017/meschede-center-der-anfang-ist-gemacht

Hertie-Immobilie: Das Spiel geht weiter. Insolvenzverwalter gibt auf.

Die Steilvorlage zu diesem Arrangement haben Stadtverwaltung und "Investor" selbst geliefert.
Wer blickt da noch durch? (archiv: zoom)

Meschede. (stadt_meschede) Der Insolvenzverwalter der ehemaligen Einzelhandelsfläche („MeschedeCenter“) in der früheren Hertie-Immobilie, Dr. Römermann, hat der Kreis- und Hochschulstadt Meschede mitgeteilt, dass er von dem mit der Firma Bövingloh geschlossenen Kaufvertrag zurückgetreten ist.

Konsequenz dessen sei, so die Stadt Meschede in einer Mitteilung,  dass es der Firma Bövingloh jetzt auch nicht mehr möglich sei, die mit der Stadt Meschede geschlossenen Verträge zu erfüllen. Folgerichtig habe die Stadt Meschede ihre Verträge mit dem Investor Bövingloh gekündigt.

….

Alles auf der Website der Stadt Meschede lesen.

Mescheder Bauzaun-Meditationen: Der gesunde Biergarten und die Endlosigkeit des Nichtstuns

Dieser Biergarten schont die Leber und den Geldbeutel. (fotos: zoom)
Dieser lust- und lasterfreie Biergarten schont die Leber und den Geldbeutel. (fotos: zoom)

Der Bauzaun in Meschede rund um die Möchtegern-Baustelle im Herzen der Stadt steckt voller Überraschungen.

Habe ich diesen Biergarten beim letzten Besuch übersehen? Genial, gesund, ROFL ;-)

Müßiggang ist zwar aller Laster Anfang, aber in Meschede scheint man auch damit nicht fertig zu werden.

Müßiggang ist aller Laster Anfang, nicht so in Meschede.
Müßiggang ist aller Laster Anfang, nicht so in Meschede.

Die bisherigen Folgen unserer kleinen Bauzaun-Foto-Serie sind hier zu finden:

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil I

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil II: Wir klären die Schuldfrage.

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil III: Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil III: Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

Das Stadtmarketing kämpft großflächig gegen den Spott der Bürger*innen (fotos: zoom)
Das Stadtmarketing kämpft großflächig gegen den Spott der Bürger*innen (fotos: zoom)

Ich hätte nicht gedacht, dass ein kleiner Ausflug zum Bauzaun der Pseudobaustelle „Einkaufszentrum Meschede“ so viele wunderschöne Erinnerungen hinterlassen könnte.

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil I

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil II: Wir klären die Schuldfrage.

Von den vielen Fotos, die ich in der letzten Woche geknipst habe, stelle ich heute ein paar weitere ins Blog.

Früher bin ich oft nach Meschede gefahren um bei Karstadt/Hertie Elektro-Gedöns zu kaufen.
Früher bin ich oft nach Meschede gefahren um bei Karstadt/Hertie Elektro-Gedöns zu kaufen.

Frisch im Sauerland angekommen, war vor vielen Jahren Meschede so etwas wie die nächstgelegene „Großstadt“. Das alte Karstadt-Kaufhaus hatte eine gute Klamottenabteilung und im ersten Stock eine befriedigende Auswahl an Elektro- und Digitalgedöns.

Es gab damals sogar Fachverkäufer, wie in der Hemdenabteilung,  die richtig Ahnung hatten.

Heute kann man sich nicht mehr vorstellen, dass Karstadt einmal ein Anker für Meschede war.
Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass Karstadt einmal ein Anker für die  Mescheder Einkaufszone war.

Ich bin damals wegen Karstadt von Winterberg nach Meschede gefahren, und bin dann, weil ich schon mal da war,  zum Buchladen, zum Zeitschriftengeschäft, zum Markt(!), zum Spielwarengeschäft, zur Eisdiele, zum Bäcker; und zum Schluss habe ich immer noch einen Blick ins Foto-Geschäft geworfen, die Digital-Technik war gerade im Kommen.

Heute entwickelt der Bauzaun die satirischen Qualitäten und Talente der Mescheder*innen.
Heute hilft der Bauzaun, die satirischen Qualitäten und Talente der Mescheder*innen zu entwickeln.

Seit über vier Jahren liegt das Zentrum von Meschede im Koma. Die Unfähigkeit von Politik und Wirtschaft etwas Neues zu gestalten, die vielen gebrochenen Versprechen des Baubeginns, haben die Bürgerinnen und Bürger zwar nicht auf die Barrikaden, aber zum ätzenden Spott am Bauzaun getrieben.

Er hat es nicht geschafft. Abriss und Neubau wären die Lösung gwesen.
Bürgermeister Uli Hess hat es nicht geschafft. Abriss und Neubau wären die Lösung gwesen.

Der Bürgermeister wird bei den Wahlen im Herbst nicht mehr antreten. Er hinterlässt seinem Nachfolger -eine Frau kandidiert anscheinend nicht- ein schweres Erbe, ein vertragsrechtliches Kuddelmuddel. In meinem Kopfkino übergibt der alte Bürgermeister dem neuen Bürgermeister im Herbst einen original „Gordischen Knoten„.

Nur nicht aufgeben! Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.
Nur nicht aufgeben! Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil II: Wir klären die Schuldfrage.

Pat und Patachon simsen euch was ... (fotos: zoom)
Pat und Patachon simsen euch was … (fotos: zoom)

„Die Überbringer schlechter Nachrichten zu töten war generell eine Zeit lang recht beliebt. Entsprechende Berichte finden sich in der griechischen Antike und auch der Aztekenherrscher Montezuma soll, als ihm das Nahen des Spaniers Cortez gemeldet wurde, die Hinrichtung der Boten angeordnet haben.“ (Quelle: sz-magazin)

(Hier geht es zu Teil I unserer kleinen Serie über den Bauzaun in Meschede.)

Besser erging es da schon den Hofnarren, denn diesen Auserwählten war es gestattet, den Herrschern ungestraft die Wahrheit zu sagen. Für sie galt die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch die Parodierung von Adeligen war den Hofnarren erlaubt. (Quelle: wikipedia)

Hoffnarren dürfen die ungeschminkte Wahrheit verkünden, alle anderen werden bestraft.
Hoffnarren dürfen die ungeschminkte Wahrheit verkünden, alle anderen werden bestraft.

Sagen wir es laut und deutlich: Schuld am Einkaufszentrumsdesaster in Meschede haben weder der Investor noch der Bürgermeister. Schuld haben die Bürgerinnen und Bürger. So deutet es jedenfalls „konjunktivistisch-hinterrücks“ der Pressesprecher der Stadt laut der heimischen Westfalenpost an:

Wenn zum Beispiel der Eindruck vermittelt würde, dass sich Engagement oder Investitionen in Meschede nicht lohnen, weil der Bürger alles ablehnt, wäre das etwas, was nachhaltig negative Auswirkungen für Projekte haben könnte, die eigentlich der Stadt und ihren Bürgern nutzen sollen.

Liebe Mescheder Narren und Narrensinnen, am Schluss werdet ihr die Schuld am Scheitern des Einkaufszentrums haben, denn ihr habt die Investoren verschreckt und das Investitionsklima vergiftet.

Dabei könnte doch alles so schön sein, in Meschede an der Ruhr.

Traumhaftes Meschede!? Buntes Leben! Gute Geschäfte!
Traumhaftes Meschede!? Buntes Leben! Gute Geschäfte!

Meine Pilgerfahrt an den Bauzaun in Meschede – Teil I

Der Bauzaun in Meschede ist zum Ziel des Spotts geworden, (fotos: zoom)
Der Bauzaun in Meschede ist zum Ziel des Spotts der Bürgerinnen und Bürger geworden. (fotos: zoom)
Obwohl schon seit Jahren angekündigt, tut sich nichts im ehemaligen „Hertie“-Kaufhaus in der Mescheder Stadtmitte.

Zu mehr als symbolischen Akten sind Politik und Wirtschaft nicht in der Lage. Der immer wieder durch Bürgermeister Hess und Investor Bövingloh angekündigte Baubeginn für ein Einkaufszentrum scheint inzwischen einem Wolkenkuckucksheim gewichen.

Für die Mescheder ein "Traumpaar": Investor und Sohn  in Wattewolken gehüllt.
Für die Mescheder ein „Traumpaar“: Investor und Sohn in Wattewolken gehüllt.

Die Bürgerinnen und Bürger haben das absurde Theater jahrelang stoisch ertragen. Doch nun beißen sie mit hemmungslosem Spott am sogenannten Bauzaun zurück.

Wenn das der Walter Ulbricht wüsste: DDR-Geschichte als Satire-Vorlage.
Wenn das der Walter Ulbricht wüsste: DDR-Geschichte als Satire-Vorlage.

Der Ausflug nach Meschede lohnt sich. Man trifft alte Bekannte, die dieselbe Idee hatten und kommt mit unbekannten Besucherinnen und Besuchern schnell ins Gespräch.

Es ist schon über so viele Dinge Gras gewachsen, dass man bald keiner Wiese mehr trauen kann.
Es ist schon über so viele Dinge Gras gewachsen, dass man bald keiner Wiese mehr trauen kann.

Machen Sie, macht euch, selbst ein Bild:

Die Steilvorlage zu diesem Arrangement haben Stadtverwaltung und "Investor" selbst geliefert.
Die Steilvorlage zu diesem Arrangement haben Stadtverwaltung und „Investor“ selbst geliefert.