10.11.1978: X-Ray Spex veröffentlicht “Germfree Adolescents”-LP

Germfree Adolescents ist das Debütalbum der britischen Punk-Band X-Ray Spex. Es gilt als eines der bedeutendsten Alben der Punk-Ära.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ujrva0tiTqc

Der Spiegel, 26.04.2011

X-Ray-Spex-Sängerin und Punk-Ikone Poly Styrene ist tot
(…)
Nur ein Album veröffentlichten X-Ray Spex, “Germ Free Adolescents” erschien 1978 und wurde ein Punk-Klassiker. Mit Statements wie “I’m a cliché” oder “I’m a poseur and I don’t care” nahm Poly Styrene die herkömmlichen Rollenmodelle des Rock aufs Korn. Sie trat bei “Top Of The Pops” mit riesigen Zahnspangen auf und sagte dem Musikmagazin “NME”: “Ich bin kein Sexsymbol, und wenn irgendwer versuchen sollte, mich zu einem zu machen, rasiere ich mir am nächsten Tag die Haare ab.”
(…)
» Kompletter Artikel

Auch nach 4 Dekaden macht es immer wieder Spaß diese herrlich unverkopft produzierte LP aufzulegen.

Christliche Rechte steht in Großbritannien vor erstem großen Erfolg

Premier Cameron
Auch er unterstützt Änderungen des Abtreibungsgesetzes: David Cameron, hier aus Wachs (foto: chris)

An anderer Stelle berichteten wir in diesem Blog über die Aktivitäten der Christlichen Rechten in Großbritannien. Als deren Sprachrohr im Britischen Parlament entpuppte sich schon damals die Hinterbänklerin der Konservativen Partei Nadine Dorries.

Gestern berichtete der Guardian in seiner Online-Ausgabe von neuen Initiativen der gut vernetzten Abgeordneten. Unterstützt wird sie dabei pikanterweise von dem Labour Parlamentarier Frank Fields.

Nach Aussagen des Guardian macht sich Dorries zur Fürsprecherin der Anti-Abtreibungs Lobby im Königreich. Die Beratung von Schwangeren über einen möglichen Abbruch soll nun nicht mehr – wie bisher – in den Händen von Wohltätigkeitsorganisationen liegen. Denn bei diesen, so die konservative Abgeordnete, sei ein Interessenkonflikt zu verorten. Unabhängige Beratung könne die Zahl der Abtreibungen von 200 000 pro Jahr auf 60 000 reduzieren, so die Behauptung.

Somit soll eine  “unabhängige” Beratung gesetzlich vorgeschrieben werden. Der Prozess ginge bisher, so Dorries,  zu schnell und viele Frauen würden Entscheidungen treffen, die sie eigentlich nicht treffen wollten.  Immer mehr Frauen stürzten ab. Daher wäre dies Gesetz ein Frauenrechtsthema.

Das Ziel von Dorries und ihren Mitstreitern ist es, nach mehr als 20 Jahren das Abtreibungsrecht grundlegend zu ändern.

Nach dem Gesetz geforderte “unabhängige” Organisationen, so der Guardian in einem weiteren Artikel, könnten Beratungsnetzwerke mit großer Nähe zu den Kirchen sein. Außerdem kämen Antiabtreibungsorganisationen wie “Life”  in Frage.

Hinter dieser Kampagne der Tory-Abgeordneten stehen starke Lobbyisten. Zum einen wäre dies die Kampagne “Right to Know”, die sich bisher weigert, Sponsoren zu nennen. Ein Dr Peter Sanders berät die Abgeordnete, er ist Vorsitzender der “Christian Medical Fellowship” (LMF). Eine weitere wichtige Lobbyistenorganisation ist die Lawyers Christian Fellowship (LCF).

Letztere hat juristische Rückendeckung für “The Silver Ring Thing” gegeben, ursprünglich eine US-Organisation, die das Tragen eines silbernen Ringes als Zeichen der Enthaltsamkeit propagiert.

Zu Recht verweist die Labour Abgeordnete Diane Abbott auf das Vorbild der USA, wo durch die von ihnen angestachelten  “Kultur Kriege” die politische Rechte  stark profitiert hat.

Die  Britische Regierung unter Premierminister Cameron öffnet die Sozialgesetzgebung bereitwillig dem Einfluss der Kirchen. Kritiker werfen den Initiatoren der Gesetzesänderung vor, sie würden die Uhr zurück drehen wollen.

Auf jeden Fall zeigt das Vorbild USA, dass eine solche Politik die Gesellschaft polarisiert und Handlungsspielräume einengt. Der christliche Fundamentalismus schafft eben keine bessere Gesellschaft.

“A weird wishlist” für den Papstbesuch: Segen für Homo-Ehe, Duett mit der Queen und … Sind die verrückten Pläne von britischen Regierungsmitarbeitern durch Monty Python beeinflusst?

Der Papst hat es zur Zeit nicht leicht und der Sunday Telegraph wird heute über die übliche Leserschaft hinaus bekannt.

tagesschau.de meldet: “Die Ideen junger Mitarbeiter für den anstehenden Papstbesuch im September in Großbritannien haben für Ärger im britischen Außenministerium gesorgt. Unter dem Titel “Der ideale Besuch würde so aussehen”, hatten sie Vorschläge für den Besuch des Kirchenoberhaupts zusammengefasst … Vorgesehen waren unter anderem die Eröffnung einer Abtreibungsklinik durch Benedikt XVI., päpstlicher Segen für eine Homo-Ehe, ein Duett des Pontifex mit der Queen für wohltätige Zwecke und die Produktion von Kondomen der Marke “Benedikt” … “

Die ganze Aktion erinnert mich an den makaber-britischen Humor der Monty Python Truppe, deren Jünger (Government’s Papal Visit Team) sich anscheinend bis in die britischen Regierungskreise vorgearbeitet haben.

Und hier nun der Originalartikel im Sunday Telegraph:

“A committee of civil servants, called the Government’s Papal Visit Team, was established to ensure that the trip goes smoothly.

Yet last night that decision had backfired spectacularly, with the emergence of an official document circulated around Whitehall — and leaked to The Sunday Telegraph — which mocked the Pope and ridiculed the teachings of the Catholic Church.

The Foreign Office was forced to make the most fulsome of apologies, while a senior civil servant has been transferred to other duties.

It is not hard to see why.

Among the proposals put forward by members of the Papal Visit Team during a “brainstorming” session and included in the document, headed “The ideal visit would see …”, were plans for the Pope to open an abortion ward and bless a gay marriage.

They also thought he might, while here in September, launch a range of “Benedict” condoms and that he should drop the Church’s opposition to homosexual couples being able to adopt.”

Es sei nicht verschwiegen, dass sich die Minister entschuldigt haben:
“The Government has apologised to the Pope over official documents that mocked his forthcoming visit to Britain by suggesting he should bless a gay marriage and even launch Papal-branded condoms.” alles lesen