Sehr ausführlich berichtet die Westfalenpost in ihrer heutigen Ausgabe unter dem Titel „Konzept für Winterbergs Kurpark-Projekt steht“ über die Informationsveranstaltung zur „aquasphere“-Planung am vergangenen Montag in Winterberg:
Wer Winterberg mit dem kleinen gallischen Dorf aus Asterix und Obelix vergleicht, der muss schon ein gewisses Maß an Kreativität besitzen. Architekt Helmut Rübsamen hat dies getan und seine kreative Ader bei der Präsentation des Kurpark-Projekts „aquasphere†am Montag bewiesen. …
Der Dorfverein PRO Wiemeringhausen e. V. lädt alle Mitglieder und auch sonstige Interessierte am heutigen Mittwoch, 19:30 Uhr, zu einem Informationsabend in den Gasthof Schöttes ein.
Es soll über aktuelle Ereignisse und über weitere Aktivitäten gesprochen werden.
Der Vorstand steht den Mitgliedern Rede und Antwort und hofft auch auf Anregungen aus dem Kreis der Anwesenden.
Der Abend soll, so die Veranstalter, in gemütlicher Runde und weihnachtlicher Stimmung ausklingen.
Foto der WAZ-Zentralredaktion im "Spiegel" 50/09 (Printausgabe S. 106)
Auf drei lesenwerten Seiten (106-108) beschäftigen sich Markus Brauck und Isabell Hülsen im „Spiegel“ dieser Woche mit der Krise des Tageszeitungsjournalismus. Ihre These im Vorspann:
„Die Krise hat die deutschen Tageszeitungen voll erwischt. Weil die Werbung einbricht, werden die Redaktionen ausgedünnt und gleichzeitig die Preise erhöht. Doch die Leser sollen nicht merken, dass sie immer mehr für immer weniger bezahlen.“
Mir hat an dem Artikel ausgesprochen gut gefallen, dass er sich auf das Wesentliche, nämlich die gedruckten Tageszeitungen konzentriert und dadurch in der Lage ist, die Misere und Verwerfungen lokalen Zeitungsjournalismus genauer herauszuarbeiten.
In dieser Sache dankenswerterweiser wird also einmal nicht über „Online“ oder „Blogger“ räsoniert.
Zwei Trends machen die beiden Autoren fest:
Einerseits die Deregionalisierung des Lokalen durch News- und Contentdesks, die lokal fast beliebig verschiebbaren Inhalt produzieren sollen („Der Leser mag den Verlust der Vielfalt nicht merken, wohl aber, dass die Zeitung nicht mehr für ihn gemacht ist“ )und andererseits das Verharren bzw. die Rückbesinnung einiger Verleger auf das echte unverfälschte Lokalkolerit ihres Produkts („Der Leser muss sich mit der Zeitung identifizieren können. Das setzt voraus, dass sich der Redakteur mit der Region identifiziert“).
Bezahlter Jubeljournalismus
Sehr gefreut hat es mich, dass sich Brauck und Hülsen auf zwei Spalten mit dem mir so verhassten PR-Journalismus auseinander setzen.
Siehe dazu auch die Beiträge hier und hier im Blog, die ich vor sechs bzw. drei Wochen geschrieben hatte.
Die Spiegel-Autoren zeigen an Beispielen auf, wie die Geschäfte für PR-Agenturen, Zeitung und Auftraggeber der Agenturen laufen und alle dabei profitieren, nur nicht die Leserinnen und Leser und bestätigen über weite Strecken meine eigenen Belege und Mutmaßungen.
Wer es wirklich wissen will, sollte den Artikel selbst lesen. Empfehlenswert. Für Lokaljournalisten ein Muss. Die WAZ kommt auch vor, wenngleich wenig 😉
Panta rhei – alles fließt. Auch die Bevölkerungsstruktur wandelt sich. Die Demographie ist eine Wissenschaft, die diesen Wandel untersucht.
Als „Demografischer Wandel“ hat sich in den letzten Jahren ein schillerndes Begriffspaar in der öffentlichen Diskussion breit gemacht, mit dem Furcht erregende Konnotationen verknüpft sind: „Alterung, Schrumpfung, Migration„, heißt es beispielsweise auf der Website „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung.
Wir haben uns mehrfach dem Thema „Demografischer Wandel“ gewidmet und unserer Skepsis Ausdruck verliehen. Siehe hier oder da.
Jetzt scheint es den Schrumpfungsstatistikern „an den Kragen“ zu gehen. Joshua Goldstein vom Max-Planck-Institut für Demographie hat eine Studie (Joshua R. Goldstein, TomáÅ¡ Sobotka, Aiva Jasilioniene: The End of ‚Lowest-Low‘ Fertility? Population and Development Review 35 (4): 663-699.) vorgelegt, die zu folgendem Schluss kommt:
Die Zeiten extrem niedriger Geburtenraten von unter 1,3 Kindern pro Frau sind vorbei. Wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR) belegen, kehrte sich der Trend extrem niedriger und weiter sinkender Geburtenraten um. Der Grund: Eltern schieben die Geburt ihrer Kinder weniger stark auf als früher, hauptsächlich motiviert durch die Wirtschaftsentwicklung. Die Max-Planck-Forscher gehen davon aus, dass die Zahlen der Kinder pro Frau weiter steigen werden…
… Extrem niedrige Geburtenraten nur Übergangseffekt durch Aufschieben der Geburten …
.. Jobsituation für Geburtenverhalten offenbar wichtiger als Familienpolitik …
In der Süddeutschenn Zeitung befasst sich Felix Berth unter dem Titel „Das Märchen von der leeren Wiege“ nicht ohne eine gewisse Süffisanz(„Demographie ist eine Wissenschaft für Menschen, die sich gern ein bisschen gruseln“) mit den Ergebnissen des Rostocker Instituts.
Das Zapp-Interview mit Bodo Hombach zeichnet sich nicht durch scharf gestellte Fragen aus. Und doch entwickelt es nach einer ca. siebenminütigen Anlaufphase bedingt durch die Vollmundigkeit des Interviewten einen gewissen Informationswert.
ZAAP Interview mit Bodo Hombach (screenshot): Auf das Bild klicken.
Auf beiden Websites wird das Projekt in Winterberg zur Zeit (noch) nicht genannt.
Bericht in der WP vom 24. September: Das millionenschwere Kurpark-Projekt „aquasphere“ in Winterberg nimmt laut einem Bericht der WESTFALENPOST konkrete Konturen an. Die Stadt Winterberg hat mit den Investoren einen Vorvertrag geschlossen. Dies wurde am Mittwochabend offiziell bekannt. hier lesen
Gibt man die Website aquaspherewinterberg.com ein, gelangt man zur Investorenwebsite der s.a.b. GmbH. Siehe oben Nr.2.
Das Zukunftskonzept der Köln/Potsdamer ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH ist hier auf ihrer Website beschrieben.
Ein Konzept in Englisch von schon genannter s.a.b. GmbH hier als PDF-Datei. Die Zuarbeit erfolgte sehr wahrscheinlich durch die Swiss Dream Real Estate. Auf deren Website ist das Konzept ebenfalls hier (unten auf „Winterberg“ klicken) zu finden.
Das Peter-Prinzip wurde mit Notizen von Laurence J. Peter durch Raymond Hull in ihrem Buch The Peter Principle (1969, William Morrow, New York City) formuliert:
„In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence.“
auf deutsch
„In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“
Die Verluste von “ Der Westen „, dem Online-Portal der Ruhrgebietszeitungen der WAZ-Gruppe , sind wohl höher als erwartet. Nun versucht die Essener Verlagsgruppe gegenzusteuern. Offenbar ist vorgesehen, die Titel der Blätter, die bisher hinter der Dachmarke „Der Westen“ zurückstehen müssen, online zu stärken. „Es wird diskutiert, ob wir die Marken unserer NRW-Zeitungen im Internet nicht stärker einsetzen sollten“, sagt ein Verlagssprecher. „Die Entscheidung dieser Diskussion ist aber offen.“
Katharina Borchert , Chefredakteurin von „Der Westen“ und Geschäftsführerin von WAZ NewMedia wird das Ende dieser Diskussion nicht mehr abwarten. Sie verlässt das Haus wesentlich früher als ursprünglich geplant: Kommenden Freitag hat sie ihren letzten Arbeitstag. Bei ihrem neuen Arbeitgeber, der SpiegelNet GmbH, für die sie als Geschäftsführerin von Spiegel Online wirken wird, tritt sie statt am 1. April schon am 1. März an. Einen Nachfolger für sie gibt es einstweilen weder bei „Der Westen“ noch bei der WAZ NewMedia.
Da die Redaktion dieses Blogs durch eine Vireninvasion in ihrer Arvbeits- und Schaffenskraft stark behindert ist, verweise ich hier auf Berichte der SBL von der Kreistagssitzung am vergangenen Freitag. Ergänzungen und Anmerkungen, auch anderer Parteien, sind willkommen.
Auf Vorschlag der Verwaltung wurden mit den Stimmen von CDU und FDP sowie (bis auf eine Ausnahme) auch mit den Stimmen der SPD Änderungen der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung beschlossen, mit denen viele Rechte der Kreistagsmitglieder eingeschränkt werden.
Einige Beispiele:
Bei Auftragsvergaben und beim Erwerb von Vermögensgegenständen kann die Verwaltung künftig bis zu einem Wert von 250.000 Euro alleine entscheiden, bisher nur bis 100.000 Euro.
Über Einstellungen, Entlassungen u.ä. für alle Mitarbeiter kann der Landrat nun ganz alleine entscheiden; der Kreistag gab damit das Recht auf, bei den Entscheidungen für Führungsfunktionen mitzuwirken (hier stimmte die SPD nicht mit).
Mündliche Anfragen von Kreistagsmitgliedern in der Kreistagssitzung an den Landrat sind künftig nicht mehr zulässig (alle anderen Einwohnerinnen und Einwohner des Kreises dürfen dies aber nach wie vor zu Beginn der Sitzung im Rahmen der Einwohnerfragestunde…)
Für schriftliche Anfragen von Kreistagsmitgliedern gilt keine Frist mehr für die Beantwortung durch den Landrat. Bisher mußte die Antwort nach 14 Tagen vorliegen. Jetzt kann das mehrere Monate dauern, oder es gibt gar keine Antwort…
Kreistagsmitglieder haben keinen Anspruch mehr auf schriftliche Beantwortung von Anfragen, so dass z.B. Anfragen nach PFT-Messwerten durch Verlesen von Zahlenkolonnen in einer Sitzung beantwortet werden können – wenn überhaupt.
Kreistagsmitglieder sind nicht mehr berechtigt, Zwischenfragen in Kreistagssitzungen zu stellen.
Die Mehrheit des Kreistages entscheidet, ob über nicht notwendig zusammen gehörende Punkte zusammen oder getrennt abgestimmt wird. Dadurch kann die Verwaltung unerwünschte Einzelabstimmungen verhindern. (Dies ist eindeutig rechtswidrig, denn Abstimmungen dürfen nur dann verbunden werden, wenn kein einziges Kreistagsmitglied widerspricht!)
Auch der SBL-Antrag, Film- und Tonaufnahmen zuzulassen, wurde abgelehnt. Wer den Kreistag erleben will, kann das nur durch persönliche Anwesenheit, und eine Überprüfung des Inhalts der Protokolle ist kaum möglich.
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