Konjunkturpaket II – Ruhrbarone recherchieren: Steuerverluste fressen Konjunkturpaket auf.

Am 10. Februar hatte ich mir in diesem Blog unter anderem folgende Gedanken zum Konjunkturpaket II gemacht:

Auf der Einnahmenseite können für das Beispiel Winterberg knapp 2 Millionen Euro verbucht werden, doch was passiert auf der Ausgabenseite wegen Steuerausfällen durch Minderung der Unternehmenssteuern bei Einbrüchen in Handel, Gewerbe und Produktion, erhöhte Sozialaufwendungen durch Kurzarbeit bzw. Arbeitslosigkeit usw. ?

Heute hat David Schraven von den ruhrbaronen einen gut recherchierten Artikel veröffentlicht, der meine intuitive Vermutung zumindest für die Kommunen im Ruhrgebiet bestätigt:

Steuerverluste fressen Konjunkturpaket auf!

… gründe einen Arbeitskreis.

Die Debatte kommt "vor Ort": Bald auch im Hochsauerland?
NachDenkSeiten – Die Debatte kommt „vor Ort“: Bald auch im Hochsauerland?

Nachdem ich vor Kurzem hier über die Absichten der NachdenkSeiten geschrieben hatte, Gesprächskreise für Leserinnen und Leser dieser großen politischen Website links von Andrea Nahles zu initieren, habe ich mich heute entschlossen, meine 5 Cent bei Helmut G. Schmidt einzuwerfen.

Wer weiß? Vielleicht bin ich der 1003. Leser, der sich aus dem Hochsauerland meldet oder der erste, zweite, dritte.

Es ist auf jeden Fall ein Experiment, das beweisen muss, ob eine lokale Debattenkultur entlang der NachDenkSeiten möglich ist. Ausgang ungewiss. Ich hege viele Zweifel.

Rothaarsteiglauf: Nur noch heute preiswert.

Die Zeit rennt: Rothaarsteiglauf ab Mitternacht drei Euro teurer
Die Zeit rennt: Rothaarsteiglauf ab Mitternacht drei Euro teurer

Ich habe mich heute zum Rothaarsteiglauf angemeldet (siehe auch hier im Blog) und hoffe, dass weder Erkältungen noch andere Zipperlein meinen Plan, die 26 Kilometer von Bruchhausen nach Winterberg zu laufen, durchkreuzen.

Die Marathonstrecke ab Brilon traue ich mir nicht mehr zu, da ich erst seit ein paar Tagen wieder Trainingseinheiten bis zu eineinhalb Stunden durchhalte.

Die 16 Kilometer ab Niedersfeld sind mir wiederum zu kurz. Da wird dann zu sehr gekeult. Außerdem kosten beide Strecken gleichviel: Mehr Weg für gleiche Euros 😉

Seit ich beim Training meinen Radius vergrößere, komme ich wieder an Orte, die Kyrill völlig verändert hat und die ich so noch nicht gesehen habe:

Jagdhütte mit Mobiltoilette am Wanderweg Sb3
Jagdhütte mit Mobiltoilette 500 Meter über NN am Wanderweg Sb3

Diese Jagdhütte mit Dixie-Klo lag in der Zeit vor Kyrill in dichtem Fichtenwald den Blicken fast verborgen. Man passierte sie auf dem Silbacher Lokalwanderweg Sb3 auf einem tiefen, verwurzelten und dunklen Hohlweg.

Liebe FR, im Sauerland wachsen Fichten und keine Tannen!

Dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl
Nirgendwo Tannen, sondern dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl

Die Recherchetiefe der Frankfurter Rundschau tendiert in manchen Artikeln leider gegen Null.

In einem Bericht über ein sogenanntes „Aussteigertelefon für CDUler“ der rechtsextremen Pro-NRW-Bewegung heißt es (Hervorhebung von mir):

Das Aussteigertelefon scheint dennoch zu funktionieren. Nur SPDler oder Grüne haben sich bislang noch nicht gemeldet. Gerade aus dem Sauerland, behauptet der selbst ernannte Telefon-Psychologe Berger, kämen viele Anrufe, darunter auch „dicke Fische“, die aber noch anonym bleiben wollten. Das hügelige Tannenland, konservative CDU-Hochburg, ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt. „Sie sind mit dem dramatischen Linksrutsch der CDU nicht einverstanden“, heißt es bei Berger. Diese „Enttäuschten“ lade er „unverbindlich“ auf einen Kaffee oder eine „Diskussionsveranstaltung“ ein. „Und meistens funktioniert es.“

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Berge. Und auf den Bergen wachsen seit über 100 Jahren schnell wachsende Fichten. Ab und zu scheint im dunklen Grün der Fichtennadeln das helle Grün der Buchenpopulationen auf. Von Tannen keine Spur. Die Fichte ist das Brot des Sauerlandes.

Über den weiteren inhaltlichen Gehalt des Artikels würde ich dann nachdenken, wenn sich die Autorin die Mühe gemacht hätte, ein paar Tatsachen zu belegen und sich nicht nur im Wesentlichen auf die Aussagen des rechtsextremen Telefonseelsorgers von Pro-NRW zu stützen, sowie auf im Text nicht weiter belegte Annahmen:

„ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt“

Wo ist der Beleg? Wo beginnt im politischen Koordinatensystem der Autorin rechtslastig?

Der dem Artikel zu Grunde liegende Sachverhalt wird auf diese Weise nicht befriedigend ausgeleuchtet.

Vorwärts zum Salon-Sozialismus? Gesprächskreise von Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten geplant

Die Nachdenkseiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen Geprächskreise
Die NachDenkSeiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen lokale Geprächskreise

Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Helmut G. Schmidt (Kritisches Jahrbuch) wollen die Gegenöffentlichkeit in den Städten und Dörfern Deutschlands mobilisieren. Sie initiieren und unterstützen die Bildung von Gesprächskreisen von Leserinnen und Lesern des populären Internetprojekts NachDenkSeiten.

Wir würden uns freuen, wenn diese Initiative erfolgreich wäre und sich viele Menschen kennenlernen und persönlich begegnen könnten. Sie alle machen sicher schon die Erfahrung, dass es wichtig ist zu erfahren, dass man mit seiner kritischen, abweichenden Sicht der Dinge nicht alleine steht und wie hilfreich es für die eigene Meinungsbildung ist, mit anderen über Themen, die einen bewegen, sprechen zu können.

Hier geht es zur Beschreibung des Projekts auf den NachDenkSeiten.

Ich kann mir zwar momentan eine solche Veranstaltung nicht recht vorstellen, vielleicht haben aber mehr Menschen als ich vermute Interesse an einer Debattenkultur links von der sozialdemokratischen Mitte.

Demographie: It’s the economy, stupid

Aus dem Bauch und intuitiv argumentiert:

Es spielt keine Rolle, ob im Sauerland 2, 5 oder 7 Prozent der Bevölkerung entschwinden. Wichtig ist, ob und welche Arbeitsplätze es gibt.

Beispiel:

Sollte durch einen politischen Beschluss das Krankenhaus in Winterberg geschlossen werden (wie es schon einmal geplant war), hat das weitaus größere Wirkung als die Fertilität der Hochsauerländerinnen und die Abwanderung zum Studium nach Köln. Der Erhalt des KH ist allein gekoppelt an die Bedeutung der Region als Wintersportort.

Für die Winterberger ist die Demographische Entwicklung egal, solange die Lifte laufen.

Das Land ist das Land ist das Land und das wird es bleiben. Aus welchen Gründen sollte Winterberg eine Industrie-Region werden?

Es reicht, dass die Schnee- und Fichtenbarone herrschen.

Mit dem Wegfall des Krankenhauses würde auch die Grundlage für das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg entfallen, denn die Ärzteschaft des KH bildet die einzige bedeutende gut ausgebildete Schicht, die ein Interesse an höherer Bildung vor Ort hat.

Nehmen wir also an, das Krankenhaus als größter(!!!) Arbeitgeber werde geschlossen. Stirbt dann das Hochsauerland? Quatsch!

Dann gehen die ambitionierten SchülerInnen eben nach Olsberg oder Brilon und die anderen machen weiter wie bisher: sie erben Land, Immobilien und Marken, helfen sich gegenseitig in sogenannter Nachbarschaftshilfe wie seit Urgedenken und wer mobil ist, fährt als prima Handwerker tage- oder wochenweise, wie auch schon heute, in die Metropolen, um dort mit günstigen Konditionen die überheblichen Stadthandwerker zu unterbieten.

Das Schützenfest wird zu Hause gefeiert. Wie gestern, heute und morgen.

Und darum bleibt das Hochsauerland so wie es ist, trotz des sogenannten „demographischen Wandels“.

It’s the economy, stupid!

Was mich am Bloggen hindert: Taraxacum officinale

Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel
Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel

Das ist der gemeine Löwenzahn, Feind aller Sauerländer Vorgärten. Knippst man ihn einfach über der Erde ab oder erwischt die Wurzel nur zum Teil, vermehrt er sich mit Hilfe seiner langen fiesen Pfahl-Wurzel vegetativ.

Das Sexualleben von Taraxacum beginnt mit der Blüte im Mai.

Der Löwenzahn enthält Bitterstoffdrogen, die bei Magenbeschwerden helfen.

Ergo: prima Salatpflanze.

Siehe:

Aribert Jung, Die Pflanzenwelt im Sauerland und Siegerland, Fredeburg 1978, leider nur noch antiquarisch erhältlich.

Neben dem Löwenzahn gibt es eine andere fiese Pflanze, aus der mensch ebenfalls Salat basteln kann: Giersch. Diesem Überlebenkünstler widme ich mich ein anderes Mal.

Rothaarsteiglauf: Jetzt anmelden!?

Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün - aber auch die anderen ;-)
Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün – aber auch diejenigen andernorts 😉

Als ich heute Richtung Kahlenberg trabte (neudeutsch: joggte) und die Buchen so wunderschön ergrünt anzuschauen waren, dachte ich bei mir: Warum nicht doch einmal beim Rothaarsteiglauf mitmachen?

Dann hätte ich wenigstens wieder ein Ziel und schlaffte nicht mal eben nur so um die „Himmelskrone“ oder das „Tiefe Hohl“ hoch und runter.

Brust gestrafft: ich werde versuchen dabei zu sein.

Kommen wir zum Geschäftlichen:

Bis zum 19. April kostet der Marathon 20 Euro. Hernach gestaffelt bis zum Schluss 26 Euro.

Die 26 und 19 Kilometer Strecken kosten analog 15, 18 und am Schluss 21 Euro.

Hier könnt ihr euch den ganzen Krempel selber angucken und euch auch online anmelden.

Ich kenne die ausgewiesenen Strecken vom Laufen (neudeutsch: joggen) und Mountainbike fahren und sage als alter Kritikaster: Es lohnt sich!

  • Es lohnt sich für all diejenigen, die einfach mal weg wollen von den Flachlandläufen.
  • Es lohnt sich für all diejenigen, die sich auf einen Herbst-Marathon, wie zum Beispiel in Köln, vorbereiten wollen.

Soll heißen: Wie immer ihr auch von welchem Start ins Ziel kommt, 19, 26 oder 42, 195 Kilometer, der Rothaarsteiglauf wird euch, intelligent ins Training eingeplant, fünf bis zehn Minuten beim – sagen wir Köln Marathon – schenken.

Aus zuverlässiger Quelle ist mir bekannt, dass mindestens ein Mitarbeiter eines befreundeten Blogs bei einem Stadtmarathon im Herbst angreifen will. Mein Tipp: Vertraue mir. Laufe hier bei uns im Mai und schlage im Herbst zu. Brutal – wie gewünscht 😉

Der Blick über den Gartenzaun – Ruhrbarone fragen: „Was ist im Sauerland los? Wieder Störfall in der Ruhr“

Blick über den Gartenzaun: Die Ruhrbarone sorgen sich um ihr Trinkwasser
Blick über den Gartenzaun: Die Ruhrbarone sorgen sich um ihr Trinkwasser

Schon vor über einer Woche hat David Schraven von den Ruhrbaronen einen Artikel veröffentlicht, den ich erst heute gefunden habe (Hervorhebungen von mir):

Es wird einfach nicht ruhig um das Wasser in NRW. Innerhalb von nur wenigen Wochen kam es erneut zu einem Störfall im Einzugsgebiet an der Ruhr. Der Fluss ist das wichtigste Trinkwasser-Reservoir in NRW. Auch über den neuen Fall hat das Umweltministerium zunächst nicht die Öffentlichkeit informiert. Lediglich versteckt auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der Zwischenfall erwähnt.

Dabei sind die Hintergründe der beiden Fälle durchaus berichtenswert. Die Spuren der Verschmutzung führen jeweils zu Unternehmen der Lobbe-Gruppe aus Iserlohn. In beiden Störungen liegt die Ursache im schadhaften Umgang mit Abfällen. Die Lobbe-Gruppe ist eines der größten Müllunternehmen in NRW. Die Firma handelt und entsorgt grenzüberschreitend Müll aus allen Branchen.

Die Frage die ich mir stelle heißt: Was zur Hölle wird da eigentlich alles auf die Felder im Sauerland als Dünger verklappt? Warum wird das Zeug aus Holland herangeschafft? Haben die da keine eigenen Felder?

Ich selbst habe mich um die Abwasser- und Giftmüllproblematik noch nicht ausreichend gekümmert, fühle mich aber fast in die Pflicht genommen, mich sachkundiger zu machen.

Update: Der Link auf der Seite des Landesumweltamtes ist http://www.lanuv.nrw.de/umwelt/stoerfaelle/andere.htm (Danke David 🙂 )

Der Verweis auf den Artikel bei den Ruhrbaronen möge als Arbeitsauftrag hier im Blog stehen bleiben 😉