Liebe FR, im Sauerland wachsen Fichten und keine Tannen!

Dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl
Nirgendwo Tannen, sondern dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl

Die Recherchetiefe der Frankfurter Rundschau tendiert in manchen Artikeln leider gegen Null.

In einem Bericht über ein sogenanntes „Aussteigertelefon für CDUler“ der rechtsextremen Pro-NRW-Bewegung heißt es (Hervorhebung von mir):

Das Aussteigertelefon scheint dennoch zu funktionieren. Nur SPDler oder Grüne haben sich bislang noch nicht gemeldet. Gerade aus dem Sauerland, behauptet der selbst ernannte Telefon-Psychologe Berger, kämen viele Anrufe, darunter auch „dicke Fische“, die aber noch anonym bleiben wollten. Das hügelige Tannenland, konservative CDU-Hochburg, ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt. „Sie sind mit dem dramatischen Linksrutsch der CDU nicht einverstanden“, heißt es bei Berger. Diese „Enttäuschten“ lade er „unverbindlich“ auf einen Kaffee oder eine „Diskussionsveranstaltung“ ein. „Und meistens funktioniert es.“

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Berge. Und auf den Bergen wachsen seit über 100 Jahren schnell wachsende Fichten. Ab und zu scheint im dunklen Grün der Fichtennadeln das helle Grün der Buchenpopulationen auf. Von Tannen keine Spur. Die Fichte ist das Brot des Sauerlandes.

Über den weiteren inhaltlichen Gehalt des Artikels würde ich dann nachdenken, wenn sich die Autorin die Mühe gemacht hätte, ein paar Tatsachen zu belegen und sich nicht nur im Wesentlichen auf die Aussagen des rechtsextremen Telefonseelsorgers von Pro-NRW zu stützen, sowie auf im Text nicht weiter belegte Annahmen:

„ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt“

Wo ist der Beleg? Wo beginnt im politischen Koordinatensystem der Autorin rechtslastig?

Der dem Artikel zu Grunde liegende Sachverhalt wird auf diese Weise nicht befriedigend ausgeleuchtet.

Vorwärts zum Salon-Sozialismus? Gesprächskreise von Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten geplant

Die Nachdenkseiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen Geprächskreise
Die NachDenkSeiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen lokale Geprächskreise

Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Helmut G. Schmidt (Kritisches Jahrbuch) wollen die Gegenöffentlichkeit in den Städten und Dörfern Deutschlands mobilisieren. Sie initiieren und unterstützen die Bildung von Gesprächskreisen von Leserinnen und Lesern des populären Internetprojekts NachDenkSeiten.

Wir würden uns freuen, wenn diese Initiative erfolgreich wäre und sich viele Menschen kennenlernen und persönlich begegnen könnten. Sie alle machen sicher schon die Erfahrung, dass es wichtig ist zu erfahren, dass man mit seiner kritischen, abweichenden Sicht der Dinge nicht alleine steht und wie hilfreich es für die eigene Meinungsbildung ist, mit anderen über Themen, die einen bewegen, sprechen zu können.

Hier geht es zur Beschreibung des Projekts auf den NachDenkSeiten.

Ich kann mir zwar momentan eine solche Veranstaltung nicht recht vorstellen, vielleicht haben aber mehr Menschen als ich vermute Interesse an einer Debattenkultur links von der sozialdemokratischen Mitte.

Demographie: It’s the economy, stupid

Aus dem Bauch und intuitiv argumentiert:

Es spielt keine Rolle, ob im Sauerland 2, 5 oder 7 Prozent der Bevölkerung entschwinden. Wichtig ist, ob und welche Arbeitsplätze es gibt.

Beispiel:

Sollte durch einen politischen Beschluss das Krankenhaus in Winterberg geschlossen werden (wie es schon einmal geplant war), hat das weitaus größere Wirkung als die Fertilität der Hochsauerländerinnen und die Abwanderung zum Studium nach Köln. Der Erhalt des KH ist allein gekoppelt an die Bedeutung der Region als Wintersportort.

Für die Winterberger ist die Demographische Entwicklung egal, solange die Lifte laufen.

Das Land ist das Land ist das Land und das wird es bleiben. Aus welchen Gründen sollte Winterberg eine Industrie-Region werden?

Es reicht, dass die Schnee- und Fichtenbarone herrschen.

Mit dem Wegfall des Krankenhauses würde auch die Grundlage für das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg entfallen, denn die Ärzteschaft des KH bildet die einzige bedeutende gut ausgebildete Schicht, die ein Interesse an höherer Bildung vor Ort hat.

Nehmen wir also an, das Krankenhaus als größter(!!!) Arbeitgeber werde geschlossen. Stirbt dann das Hochsauerland? Quatsch!

Dann gehen die ambitionierten SchülerInnen eben nach Olsberg oder Brilon und die anderen machen weiter wie bisher: sie erben Land, Immobilien und Marken, helfen sich gegenseitig in sogenannter Nachbarschaftshilfe wie seit Urgedenken und wer mobil ist, fährt als prima Handwerker tage- oder wochenweise, wie auch schon heute, in die Metropolen, um dort mit günstigen Konditionen die überheblichen Stadthandwerker zu unterbieten.

Das Schützenfest wird zu Hause gefeiert. Wie gestern, heute und morgen.

Und darum bleibt das Hochsauerland so wie es ist, trotz des sogenannten „demographischen Wandels“.

It’s the economy, stupid!

Was mich am Bloggen hindert: Taraxacum officinale

Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel
Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel

Das ist der gemeine Löwenzahn, Feind aller Sauerländer Vorgärten. Knippst man ihn einfach über der Erde ab oder erwischt die Wurzel nur zum Teil, vermehrt er sich mit Hilfe seiner langen fiesen Pfahl-Wurzel vegetativ.

Das Sexualleben von Taraxacum beginnt mit der Blüte im Mai.

Der Löwenzahn enthält Bitterstoffdrogen, die bei Magenbeschwerden helfen.

Ergo: prima Salatpflanze.

Siehe:

Aribert Jung, Die Pflanzenwelt im Sauerland und Siegerland, Fredeburg 1978, leider nur noch antiquarisch erhältlich.

Neben dem Löwenzahn gibt es eine andere fiese Pflanze, aus der mensch ebenfalls Salat basteln kann: Giersch. Diesem Überlebenkünstler widme ich mich ein anderes Mal.

Rothaarsteiglauf: Jetzt anmelden!?

Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün - aber auch die anderen ;-)
Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün – aber auch diejenigen andernorts 😉

Als ich heute Richtung Kahlenberg trabte (neudeutsch: joggte) und die Buchen so wunderschön ergrünt anzuschauen waren, dachte ich bei mir: Warum nicht doch einmal beim Rothaarsteiglauf mitmachen?

Dann hätte ich wenigstens wieder ein Ziel und schlaffte nicht mal eben nur so um die „Himmelskrone“ oder das „Tiefe Hohl“ hoch und runter.

Brust gestrafft: ich werde versuchen dabei zu sein.

Kommen wir zum Geschäftlichen:

Bis zum 19. April kostet der Marathon 20 Euro. Hernach gestaffelt bis zum Schluss 26 Euro.

Die 26 und 19 Kilometer Strecken kosten analog 15, 18 und am Schluss 21 Euro.

Hier könnt ihr euch den ganzen Krempel selber angucken und euch auch online anmelden.

Ich kenne die ausgewiesenen Strecken vom Laufen (neudeutsch: joggen) und Mountainbike fahren und sage als alter Kritikaster: Es lohnt sich!

  • Es lohnt sich für all diejenigen, die einfach mal weg wollen von den Flachlandläufen.
  • Es lohnt sich für all diejenigen, die sich auf einen Herbst-Marathon, wie zum Beispiel in Köln, vorbereiten wollen.

Soll heißen: Wie immer ihr auch von welchem Start ins Ziel kommt, 19, 26 oder 42, 195 Kilometer, der Rothaarsteiglauf wird euch, intelligent ins Training eingeplant, fünf bis zehn Minuten beim – sagen wir Köln Marathon – schenken.

Aus zuverlässiger Quelle ist mir bekannt, dass mindestens ein Mitarbeiter eines befreundeten Blogs bei einem Stadtmarathon im Herbst angreifen will. Mein Tipp: Vertraue mir. Laufe hier bei uns im Mai und schlage im Herbst zu. Brutal – wie gewünscht 😉

Der Blick über den Gartenzaun – Ruhrbarone fragen: „Was ist im Sauerland los? Wieder Störfall in der Ruhr“

Blick über den Gartenzaun: Die Ruhrbarone sorgen sich um ihr Trinkwasser
Blick über den Gartenzaun: Die Ruhrbarone sorgen sich um ihr Trinkwasser

Schon vor über einer Woche hat David Schraven von den Ruhrbaronen einen Artikel veröffentlicht, den ich erst heute gefunden habe (Hervorhebungen von mir):

Es wird einfach nicht ruhig um das Wasser in NRW. Innerhalb von nur wenigen Wochen kam es erneut zu einem Störfall im Einzugsgebiet an der Ruhr. Der Fluss ist das wichtigste Trinkwasser-Reservoir in NRW. Auch über den neuen Fall hat das Umweltministerium zunächst nicht die Öffentlichkeit informiert. Lediglich versteckt auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der Zwischenfall erwähnt.

Dabei sind die Hintergründe der beiden Fälle durchaus berichtenswert. Die Spuren der Verschmutzung führen jeweils zu Unternehmen der Lobbe-Gruppe aus Iserlohn. In beiden Störungen liegt die Ursache im schadhaften Umgang mit Abfällen. Die Lobbe-Gruppe ist eines der größten Müllunternehmen in NRW. Die Firma handelt und entsorgt grenzüberschreitend Müll aus allen Branchen.

Die Frage die ich mir stelle heißt: Was zur Hölle wird da eigentlich alles auf die Felder im Sauerland als Dünger verklappt? Warum wird das Zeug aus Holland herangeschafft? Haben die da keine eigenen Felder?

Ich selbst habe mich um die Abwasser- und Giftmüllproblematik noch nicht ausreichend gekümmert, fühle mich aber fast in die Pflicht genommen, mich sachkundiger zu machen.

Update: Der Link auf der Seite des Landesumweltamtes ist http://www.lanuv.nrw.de/umwelt/stoerfaelle/andere.htm (Danke David 🙂 )

Der Verweis auf den Artikel bei den Ruhrbaronen möge als Arbeitsauftrag hier im Blog stehen bleiben 😉

Kommunale Zukunftsgespräche Teil II: Gibt es Hoffnung für das Hochsauerland?

Herausforderungen für das Hochsauerland
Die Herausforderungen für das Hochsauerland

“Wenn man heute Deutschland neu erfinden müsste, dann gäbe es keine Dörfer mehr.”

Vor zwei Tagen hatte ich über den äußeren Rahmen und das Referat von Reinhard Loos über den „demographischen Wandel“ im Sauerland berichtet(hier) und versprochen, die Podiumsdiskussion in einem zweiten Artikel auszuwerten.

Diese Versprechen löse ich an dieser Stelle zu einem geschätzten Fünftel ein.

Franz-Josef Rickert, Fachbereichsleuter Strukturförderung und Regionalentwicklung beim Hochsauerlandkreis(HSK), erklärte gleich zu Beginn der Aussprache, dass er froh sei, zum Thema zu referieren, selbst wenn nur 20 Zuhörer anwesend seien.

Das Hochsauerland sei vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen wie auch viel andere Landkreise. Diese lägen aber zumeist im Osten, in den neuen Bundesländern.

„Man kann das Thema nicht oft genug diskutieren“, bekräftigte Rickert und versuchte deutlich zu machen, welche „Stellschrauben“ es für ihn vor Ort gäbe.

Weder die Finanzierung der Renten noch die Steuerreform sei ein Thema für die Kommunen.

Wie aber könnte der Kreis es schaffen in die Bildungswanderung einzugreifen?

„Die jungen Leute kommen gehen weg zum Studieren und kommen nicht zurück.“

An der Fachhochschule in Meschede gäbe es 1800 Studienplätze, die in naher Zukunft auf fast 3000 aufgestockt würden. Das aber reiche nicht zur Trend-Umkehr.

Die Mobilität sei sehr wichtig: „Abends ins Theater, Ausgehen, Kneipenbummel ohne Auto“, da wo es einen hervorragenden öffentlichen Personennahverkehr gäbe , stiege auch die Bevölkerung.

Den gäbe es aber nicht im Hochsauerland, „denn wenn nur dreimal am Tag der Bus fährt, dann ist das unattraktiv“.

Zusammen mit dem Kreis Soest untersuche er zur Zeit innovative Busverbindungen, aber die Kehrseite sei: „Je weniger Menschen in der Region wohnen, desto weniger werden den ÖPNV benutzen. Die Buslinien im Hochsauerland finanzieren sich zum größten Teil über die Schüler.“

Am Hellweg, so Reinhard Loos, gäbe es eine hervorragenden ÖPNV . Die Bevölkerung wachse in Geseke um 4 Prozent, hingegen schrumpfe sie in Meschede um 11 Prozent.

„Wir kämpfen!“, versprach Franz-Josef Rickert, „immerhin haben wir zu den Hauptzeiten noch einen Halbstundentakt bei der oberen Ruhrtalbahn.“

—Hier mache ich einen Schnitt.—

Es fehlt die gesamte Diskussion zur Breitband-Initiative, Schulpolitik, Arbeitsmarktpolitik und Ärzteversorgung, die ich irgendwann noch einmal verwerten werde, aber nicht hier in der Berichterstattung über den Mittwochabend im Mescheder Kreishaus.

Viele interessante Fakten und bereichernde Beiträge kamen vom Podium und aus dem Publikum.

Schade, es hätte richtig zur Sache gehen können, denn, so Matthias Schulte-Huermann: „Alle etablierten Parteien waren eingeladen und glänzten durch Abwesenheit.“

In Teil III werde ich darüber nachdenken, ob und gegebenenfalls wie es einen Sinn macht, die Diskussion um den Bevölkerungsrückgang im HSK zu verbreitern.

Gymnasium Winterberg: Kommunikations-Insel – Spender unbekannt?

Baustelle "Kommunikations-Insel" im vergangenen Winter
Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg: Baustelle „Kommunikations-Insel“ im vergangenen Winter

Ich habe mir inzwischen die Print-Ausgabe des von mir kritisierten Artikels „Meinungsvielfalt zur Kommunikations-Insel am Gymnasium Winterberg“ besorgt und wie geschrieben ausgeschnitten.

In meiner Kritik hatte ich bemängelt, dass der Artikel in „DerWesten“ ohne Autorenangabe ist erschienen ist. Dies ist bei der Print-Ausgabe nicht der Fall.

Ich weiß nicht, ob die Unterschlagung des Autors Nachlässigkeit oder Usus ist.

Nachdem sich mein Adrenalin-Spiegel gesenkt hatte, habe noch einmal über die Baustelle auf dem Schulhof des Gymnasiums nachgedacht und meine Ohren offen gehalten.

Die Gespräche, die geführt habe, haben mich davon überzeugt, dass der Kern der Geschichte durch die folgenden Fragen offen gelegt werden könnte:

Wie sieht der Finanzierungsplan aus?

Wer sind die „großzügigen Spender“?

Beantworten müsste diese Fragen in letzter Konsequenz der Schulträger. Das ist die Stadt Winterberg.

Bevölkerungsschwund, Schulschließungen und verlassene Häuser und Dörfer. Hat das Sauerland ein Zukunft?

Auf dem Podium: Reinhard Loos, Matthias Schulte-Huermann, Franz-Josef Rickert
Auf dem Podium: Reinhard Loos, Matthias Schulte-Huermann, Franz-Josef Rickert

Gestern Abend fand das „Erste kommunale Zukunftsgespräch“ im Kreishaus Meschede statt. Eingeladen hatte die Kreistagsfraktion der Sauerländer Bürgerliste(SBL). Das Thema lautete etwas sperrig: „Demographischer Wandel – Herausforderung für eine vorausschauende Entwicklung unserer Städte und Gemeinden.“

Auf dem Podium referierten und diskutierten Reinhard Loos, Teamleiter für die Bevölkerungsvorausberechnungen im „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann Stiftung, Matthias Schulte Huermann(Moderation, SBL) und Franz-Josef Rickert, Fachbereichsleiter Strukturförderung und Regionalentwicklung beim Hochsauerlandkreis.

Im großen Plenarsaal des Kreishauses saßen 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Altersgruppe 40++, von denen sich die meisten in Bürgerinitiativen(Meschede) und freien Wählergemeinschaften(Hallenberg, Medebach) engagieren.

„Normalerweise kommen 60 bis 300 Leute zu meinen Vorträgen“, wunderte sich Reinhard Loos und mutmaßte die mangelhafte Berichterstattung in der Westfalenpost und Westfälischen Rundschau als Ursache. „Ohne Tagespresse ist es schwierig, so etwas hinzukriegen.“

Loos ist Statistiker und hat mit seiner Firma 200 Millionen Daten für alle Gemeinden in Deutschland bis zum Jahr 2025 hochgerechnet.

Das Ergebnis ist für das Hochsauerland schlecht:

Das mittlere (mediane) Alter steigt von 42 auf 48 Jahre. Die Bevölkerung sinkt um 9,2 Prozent. Wichtige Altersgruppen brechen dramatisch ein:

die 3-5-Jährigen bis zu 20 Prozent,

6-9-Jährige bis zu 30 Prozent und

die 10-15-Jährigen bis über 30 Prozent.

Ein Drittel der Winterberger wird beispielsweise 65 Jahre und älter sein.

Das alles hat Folgen für Kitas, Grundschulen und die Schulen der Sekundarstufe I wie zum Beispiel Schließungen und Ausdünnung von Betreuungseinrichtungen und Schulen.

Die 18 bis 24-Jährigen wandern zur Ausbildung in die Städte ab und kommen nicht wieder.

Den Zuwachs haben Paderborn, Köln, Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis.

Die Ironie der Sauerländer Lebens- und Liebeslust: „Die Frauen im Hochsauerland bekommen zwar viele Kinder(pro Frau), aber es sind nur noch wenige(Frauen) da.“ (Reinhard Loos)

Folgt man dem Statistiker Loos, sind die Aussichten für das Sauerland düster:

  • weniger junge Leute
  • mehr alte Menschen
  • weniger Steuern
  • weniger Schlüsselzuweisungen

Seine Zahlen seien solide, wissenschaftlich fundiert und belastbar.

Einzig ein anderes ehernes Gesetz der Statistik könne, so Loos, den Trend ins scheinbar Bodenlose umkehren – das Gesetz der „selbstzerstörerischen Prognose“, welches sich in dem Moment auswirke, wenn die Gemeinden begännen, auf die Prognose zu reagieren.

Die Beiträge und Gedanken der nachfolgenden Podiums- und Plenumsdiskussion werde ich morgen in einem zweiten Artikel verarbeiten.

Zitat von Franz-Josef Rickert:

„Wenn man heute Deutschland neu erfinden müsste, dann gäbe es keine Dörfer mehr.“